iphpbb - Forenarchiv: Archivbeitrag des Forums Tokio Hotel - Fanfictions
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CoOL - 27.06.2006, 22:39
*~*Geflohen - Bis ans Ende der Welt gerannt...*~*
*~*Geflohen - Bis ans Ende der Welt gerannt...*~*

1. Autor: CoOL

2. Art der Story: Depri / Slash / Lemon bzw. Lime

3. Hauptpersonen: Bill u. Tom

4. Rating: PG 16-Slash

5. Warnungen: maybe Lime bzw. Lemon, aber erst später!!!

6. Disclaimer: Bill u. Tom, sowie Städte Namen, ich verdiene damit kein Geld!

7. Claimer: Andere Charaktere

Anmerkungen der Autorin (unbedingt lesen!!!)

Also meine dritte FF, die zweite neigt sich dem Ende entgegen und da dachte ich mal, dass ich die neue schon mal anfange zu posten.
Dies ist eine besondere FF, sie behandelt ein sehr ernstes Thema und ich möchte, dass die Leute, die meine FF lesen sich auch Gedanken darüber machen...! Also nicht einfach die Teile überfliegen, dann lasst das Lesen besser ganz. Das ist nicht böse gemeint, aber dazu ist das Thema zu heikel.
Die Story ist null autobiografisch, aber ich versuche mich in Bills Situation hineinzuversetzen, seine Gefühle zu umschreiben.
Vllt. schreibe ich mit der FF völlig an den Gefühlen vorbei, die man empfindet, ich kann es nicht sagen, aber ich versuche es zu umschreiben. Ich bin irgendwie ziemlich aufgeregt, vllt. wie eine Band, wenn ein neues Album auf den Markt kommt *g*.
Ich möchte weder Bill, Tom noch deren Eltern etwas dahingehend unterstellen, wie es in dieser Story geschieht, die Handlung ist frei erfunden.
Die FF ist niemand bestimmten gewidmet, aber ich möchte alle Menschen ansprechen, die eine solche Situation evtl. mal erlebt haben, oder sich von der FF in irgendeiner Weise angesprochen fühlen! Außerdem habe ich die Inspiration mal wieder von der besten Band der Welt...Silbermond!
Ja und ich mit der FF auch mal ganz besonders Starlight danken, die mich schreibtechnisch enorm nach vorne gebracht hat und mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht, ohne sie hätte es *~*Sekunde der Unendlichkeit*~* nicht in dieser Form und diese FF auch nicht, gegeben. *ganz doll drück* Danke!!!
Danke an „its my life“ für das tolle Cover!

Mehr möchte ich nicht sagen, ich hoffe die FF findet einige Leser! Und bereitet euch „Spaß“!
Es ist alles gesagt...

Eure
CoOL

Übrigens die FF gibt’s exklusiv auf diesem Board, also nicht wieder PM’s schreiben, ob ich wo anders weiter geschrieben habe, meine FFs gibt’s ausnahmslos auf diesem Board!
CoOL - 27.06.2006, 22:50

*~*Geflohen - Bis ans Ende der Welt gerannt...*~*






*~*Wir können nicht ändern, was zu ändern nicht gemacht ist*~*



Eine Geschichte, die emotionaler kaum sein könnte, die mehr, als nur ein Jahr meines Lebens ist, nein sie ist mein Leben! Ich kann und will nicht viel vorwegnehmen, ich kann nur sagen, dass man vielleicht erst durch den Zusammenbruch eines gewohnten Lebens, lernt was es heißt zu leben. „Geflohen...“ habe ich meine Geschichte genannt, ob es eine Flucht war weiß ich nicht... noch nicht. Doch eines habe ich gelernt: Lieben kann man erst, wenn man erkennt, dass wahre Liebe die Fähigkeit ist, geliebt zu werden.

Ein kleines Vorwort, jedoch will ich mir noch erlauben, um die Situation zu klären:

Die Geschichte begann, als ich, Bill Kaulitz, sechzehn Jahre alt war. Ich besuchte die zehnte Klasse eines Gymnasiums und machte Musik, leider hatte ich keine wirkliche Band. Ab und zu jedoch spielte ich mit meinen Freunden Georg und Gustav zusammen.

Meine Leben war normal. Na ja, mein Auftreten und mein Äußeres waren nicht wirklich normal, aber das hatte mich ja auch noch nie gestört, ich wollte eben nie gänzlich in der Öde der Normalität ertrinken. Doch diese Normalität, die ich damals manchmal als störend empfand, sollte ein schnelles Ende finden...

~~

Ich stand im Bad, ein gewöhnlicher Abend, ich bestrich meine Zahnbürste mit Zahnpasta und begann meine Zähne zu putzen. Mein Blick fiel in den Spiegel, ich war wirklich glücklich, hatte das unbeschwerte Leben eines Sechzehnjährigen: Freunde, machte Musik, gute Note, hatte eine nette Familie. Ja, mein Leben war mehr als nur in Ordnung. Bis…

Ich stellte die Zahnbürste zurück auf ihren Platz neben dem Waschbecken. Auf dem Weg in mein Zimmer, hörte ich meine Eltern unten diskutieren. „Michelle will das Baby wirklich abtreiben.“, hörte ich die Stimmen meines Vaters, Michelle war meine Cousine, die mit 17 ungewollt schwanger geworden war. „Ich finde das unmöglich, wie kann sie einfach so ein hilfloses Kind töten.“, meine Mum hatte Recht, Abtreibung war, meiner Meinung nach, das Letzte.

„Simone, du wolltest Bill damals auch abtreiben…!“, der Satz traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte das Gefühl K.O. gegangen zu sein, erschlagen von den Worten meines Vaters. Sie wollten mich töten, haben mich nicht geliebt, wollten mich nicht. „SIMONE, DU WOLLTEST BILL DAMALS AUCH ABTREIBEN…!“, hämmerte es in meinem Kopf. Sieben Worte, die mein Leben verändern sollten…

Ich stand, wie gelähmt, auf der Treppe, völlig bewegungsunfähig. Ich war sechzehn Jahre auf dieser Welt, sechzehn Jahre, in denen ich mir sicher war geliebt zu werden, sechzehn Jahre in denen ich mich dieser Illusion hingegeben hatte. Immer und immer wieder war es da dieses Wort...Abtreibung...

Worte für dieses Gefühl, das in diesem Moment meinen Körper übermannte, zu finden, war schwer, nein nahe zu unmöglich. Vielleicht lag es irgendwo zwischen Wut, Hass, Angst und Trauer. Nein, auch das traf es nicht, es war anders, anders als ich mich je gefühlt hatte. Irgendwie schien in mir etwas zu zerbrechen. Langsam, nicht wie ein Glasscheibe, die plötzlich zersprang, nein vielleicht eher wie ein Vulkan, dessen Ausbruch langsam, ganz langsam begann.

Ich begann zu zittern, so fürchterlich zu zittern, dass meine Hand nach dem Treppengeländer griff, um mich festzuhalten. Ich zitterte vor Kälte, aber auch vor Hitze, ja eine wahnsinnige Wärmewelle breitete sich in meinem Inneren aus. Wut, die blanke Wut... Aber bevor diese die völlige Kontrolle übernahm, war da noch etwas anders, Kälte.

Kälte, als hätte man all die Wärme und Liebe, die meine Eltern (sollte ich sie noch so nennen?!) mir je geschenkt hatten, plötzlich zu starrer Kälte geworden, zu Eis. Plötzlich hatte ich das Gefühl innerlich zerrissen zu werden. Die Kälte und die Hitze...ein Kampf, den niemand zu gewinnen schien. Irgendwie mit letzter Kraft schaffte ich es in mein Zimmer.

Als ich die Tür hinter mir schloss, sank ich kraftlos zu Boden. Meine Hände vergruben sich irgendwo in meinen langen schwarzen Haaren, bohrten sich förmlich in meine Kopfhaut, aber diesen Schmerz spürte ich nicht mehr, denn zu groß waren die Schmerzen, die dieser innerliche Kampf auslöste. Das Zittern ließ nicht nach, nein es wurde schlimmer.

Warum? Immer und immer wieder, warum hatten sie mich nicht geliebt? War ich es nicht wert geliebt zu werden? Hatten sie mich je geliebt? War ich nur ein Produkt unglücklicher Umstände? Ein Unfall? Warum hatten sie mich nicht einfach getötet? Dann hätte ich nicht mal die Chance gehabt zu beweisen, dass ich es wert war geliebt zu werden.

Musste ein Kind beweisen, dass man es lieben konnte? Gab es da so etwas, wie eine Beweispflicht? Hatte nicht jedes Kind die Liebe seiner Eltern verdient? Sechzehn Jahre voller Liebe, die so plötzlich in einer unendlich großen Enttäuschung endeten. Meine Hände umklammerten nun meine Oberarme, die immer noch zitterten und versuchten sie ruhig zu halten.

Doch es misslang. Meine Gedanken schienen sich nicht zu beruhigen, überschlugen sich. Hass, löste Trauer ab und Wut die Enttäuschung. Warum?... Das blieb, weshalb wollten sie mich nicht, meine Mum war jung, aber sie war keine vierzehn mehr gewesen, als ich zur Welt kam, sondern neunzehn.

Sie hatten mich nicht geliebt...nie...meine Eltern. Hass... ich schlug auf den Fußboden, weinte, schluchzte. Wälzte mich auf dem Boden, fühlte mich gefangen, in meinen Gedanken, im eigenen Körper. Wollte raus, aus meinem Körper, aus meinem Zimmer, im Haus meiner Eltern. Ich hatte mein Leben ganz langsam aufgebaut, ein Dominostein nach dem andern und jetzt, jetzt war alles zerstört.

Man hatte alle meine Dominosteine zum Fallen gebracht. Nein, es hatte ein Erdbeben gegeben und alles was mal war, schien plötzlich unwichtig, banal, alles auf einer Lüge aufgebaut. „Lebenslüge“, ja für mich hatte dieses Wort wohl eine komplett neue Bedeutung, denn mein gesamtes Leben war auf der Lüge der Liebe meiner Eltern aufgebaut.

Meine Hand schlug immer wieder auf den kalten Fußboden, doch der Schmerz blieb aus. Ich erinnerte mich an eine Situation, vor zehn Jahren, damals war meine Oma gestorben, meine über alles geliebte Oma. Ich konnte es nicht verstehen, habe geweint und meinen Mum gefragt, wie das sein könne, dass Omi jetzt nicht mehr da sei. Noch heute hallten ihre Worte in meinen Ohren:

***

„Ach Bill! Weißt du das Leben ist wie ein Kreis und immer wenn ein neuer Lebensabschnitt anfängt, dann schließt sich ein Kreis und ein neuer größerer legte sich um ihn. Weißt du bei Oma hat sich ein Kreis geschlossen und es ist kein neuer entstanden. Irgendwann hat man genug Kreise, dann ist das Kreisbild abgeschlossen und man schläft ein, wenn sich der letzte Kreis schließt.“

Eine schöne Erklärung, die Mut machte, Kreise hatten etwas unendliches und dann war sie mit mir zu unserem Gartenteich gegangen, hatte sich, mit mir auf dem Schoß, auf die kleine Bank am Ufer gesetzt, einen Kieselstein genommen und ihn ins Wasser geworfen. „Siehst du Bill, die Kreise, die du jetzt im Wasser siehst, so kannst du dir das vorstellen.“

Ich lächelte meine Mutter an und sie strich mir meinen Tränchen weg. „Und Mami, wann sind meinen Kreise fertig?“, sie lächelte und strich mir meine, damals noch dunkelblonden, Haare aus der Stirn. „Bill, deine Kreise sind noch ganz, ganz lange nicht zu Ende.“, sie drückte mir einen Kuss auf die Stirn und strich über meinen schlanken Unterarm. „Mami, ich habe aber Angst, dass meine Kreise bald voll sind!“

„Ach Engelchen, die sind noch lange nicht voll.“, sie drückte mich fest an sich und flüsterte mir dann ins Ohr: „Papi und ich haben dich ganz doll lieb und da kann dir nichts passieren, Schatz!“, ich war erleichtert und legte meinen Kopf gegen die Schulter meinen Mutter und ließ mir von ihr den Rücken streicheln. Doch plötzlich schoss mir eine Frage in den Kopf.

„Ist die Omi jetzt nicht traurig, dass sie mich nicht mehr sieht?“, ich hob meinen Kopf und sah in die braunen Augen meiner jungen Mutter. „Doch, natürlich ist deine Omi traurig, aber sie ist jetzt im Himmel und von dort passt sie auf dich auf. Aber wenn sie ganz doll traurig ist, dann weint sie, so wie du jetzt, Schatz. Und weißt du was, Engelchen?“, wieder einmal fuhr sie mit ihrer weichen Hand über meinen Wange.

„Du kannst sehen, dass sie weint!“, sie flüsterte. „Toll! Kommt Omi wieder zurück, wenn sie weint, dann will ich, dass sie ganz viel weint!“, ein müdes Lächeln umspielte die Lippen meiner Mutter. „Nein, aber wenn es regnet, dann weint Omi, weil sie dich nicht sehen kann.“, in diesem Moment schien diese Vorstellung so tröstlich, so waren wenigstens ihre Tränen noch bei uns.

***

Doch an diesem Tag schien das alles nur Hohn. Ja, die Kreise, die das Leben symbolisierten, dort wo Tags zuvor noch die ersten Kreise meines, noch jungen, Lebens waren, war seit diesem Tag ein großes schwarzes Loch. Nichts. Die Säule, auf der ich mein Leben aufgebaut hatte, war eingerissen worden. Eingestürzt zu Boden gefallen, unwiederbringlich in tausende Teile zersprungen.

Als könne man die Scherben sehen und sich an ihnen schneiden, stand ich mit letzter Kraft vom Boden auf und ging auf Zehnspitzen, um nicht auf die „Scherben“ meines Lebens zutreten, Richtung Fenster, mein Lieblingsplatz. Ich setzte mich auf die Fensterbank, lehnte meinen Rücken an den Fensterahmen und sah raus...in die Nacht.

Schwarz...genau wie mein Leben. Es gab kein Vor und kein Zurück. Die kalte Novemberluft hatte die Fensterscheibe, gegen die ich meinen Kopf gelehnt hatte, gekühlt. Die Straße vor unserem Haus in Loitsche war leergefegt, keine Menschenseele, immer noch rannten stummen Tränen meine blassen Wagen hinab.

Und zum ersten Mal seit langem wünschte ich mir sie zurück, meine Omi. Meine über alles geliebte Omi. Bei der ich immer Waffeln gegessen hatte, mit der ich auf dem Spielplatz war, die mir ein Pflaster aufs Knie geklebt hatte, wenn ich übermütig die Straße überquert hatte, gestolpert war und mir mein Knie aufgeschlagen hatte. Die mir ein Eis kaufte, als meinen Kindergärtnerin mich gelobt hatte.

Ich sehnte mich nach einer Mutter, die mich liebte und deren Liebe ich mir sicher war. Wer diese Situation noch nicht erlebt hat, kann es wohl kaum nach fühlen, aber für mich war es wie ein Schlag ins Gesicht, ein harter Schlag, der mich zu Boden stürzen ließ, mich hart aufschlagen ließ. Ohnmächtig lag ich am Boden, getroffen vom harten Schlag der Lüge.

Meine Tränen liefen die Fensterscheibe hinab und bahnten sich ihren Weg nach unten. Einen Weg, den ich erst noch gehen sollte, den dies war der Anfang, der Auslöser. Ein kleiner Stein der ins Rollen kam und eine Lawine, von nie geahntem Ausmaß, ins Rollen brachte. Ein erster Schlag, dem noch so viele folgen sollten. Vielleicht war ich zu Boden gegangen, aber noch konnte ich wieder aufstehen, hatte vielleicht einige innere Verletzungen erlitten, war aber äußerlich unversehrt.

Ich hörte die Stimmen meiner Eltern, die sich unten stritten. Aber ich nahm sie nicht wahr, ich war noch damit beschäftigt meine ersten Wunden zu versorgen. Das war auch nötig, denn was ich nicht wusste war, dass schon am nächsten Tag ein zweiter Faustschlag meine zarten Wangen erschüttern sollte.

Mein Blick schweifte zu einer Straßenlaterne und plötzlich begann es zu regnen, zunächst schwach und dann immer stärker...meine Omi weinte!

__________________

Na, wie war's? Wenn's totaler Mits ist, könnt ihr's auch sagen, also ich bin für Kritik immer zu haben...
Bis denn
lg
CoOL
+*Sunshine*+ <3 - 27.06.2006, 23:33

Muh <3

Wohaa was bist du denn?
Wie kann man so geil schreiben...<3

Huii boa ich find das ist sooon schön geschrieben/beschrieben. Diese ganzen vergleiche mit den Kreisen und der Lawine und so...Ich lieb sowas voll.

Ouu aber wenn man sowas erfährt dass man dann sooo böse böse is +uwissend is+ hätt ich nich gedacht. Nya vielleicht ist das in echt nicht so, aber trotzdem scheint mir deine neue FF voll so ausm Leben beschrieben
[den letzten Satz checkt ma wieder nimenad].

Das ist so toll...=)
Und deine Schreibweise...uiii toll <3
Rechtschreibfehler hab ich keine entdeckt. War alles super.

+_+ wuhii ey kennst du das wenn man was liest oder sich was im TV anguckt und die ganze Zeit denkt das passiert einem selber? Das ist bei mir grad so..wuhii...<3

Aber Billy darf nish traurig sein <'3....dann bin ich auch traurig...:(
+chichichi+

Ay und wollt noch was sagen: Ich find das Cover echt toll...+its my life lob+

Dann bin ich auch wieder weg...
ich hoffe es geht bald weiter.....=)

Cuii <33
Anonymous - 28.06.2006, 01:07

Guten Abend, CoOL!

Dank meiner Schwester habe ich jetzt gerade mitbekommen, dass Deine neue FF bereits on gestellt wurde, ja und so musste ich ja dann gleich mal hierher. Nicht das ich wieder so spät eintrudele wie bei Deiner anderen.

Für Dein Vorwort muss ich Dich mal ganz derbe loben. Darüber hatten wir ja damals im MSN gerede, dass ich es für wichtig halten würde, wenn Du das erwähnen würdest, und ich freu mich ungemein. Denn diese FF erzählt wirklich von etwas, was schlimmer nicht sein könnte. Ich glaube sogar, dass so etwas, und der Tod, das einzige ist, was einen seelisch so sehr gen Boden rammen kann, dass man nie mer wieder aufstehen kann.

Denn wie muss es sich anfühlen nach 16 glücklichen Jahren plötzlich zu hören, dass man eigentlich nicht existieren soll? Dass man ein Unfall ist?! Dass man eigentlich getötet werden sollte, bevor man überhaupt das erste Mal sehen konnte?! Wie muss es sich anfühlen, wenn man eigentlich diese "Liebe" von den Eltern niemals spüren sollte?!

Es muss mehr als hart sein. Denn ich denke, so wie Du Bill beschrieben hast, wird es jedem ergehen, der in seiner Lage ist/war. Man weiß einfach nicht mehr was amn denken soll, was man fühlen soll, was man tun soll.

CoOL, Du hast mal wieder super geschrieben. Einfach wunderbar gefühlvoll. Ich bin umsagbar stolz auf Dich, dabei kenn ich Dich kaum und hab ja auch nciht wirklich was mit Dir zu tun, aber ich denke mal, dass ich so stolz bin, weil Du immerhin auch immer meine FFs so shcön kommentiert hast.

Ich werde mich auch hier des öfteren blicken lassen. Bis zum nächsten Mal.

*CoCo*
Anonymous - 28.06.2006, 01:11

Hey,

so ich denke, diese FF hat ein vernünfftiges Kommi verdient!
Als ich langsam die ersten Zeilen gelesen habe, war da so ein komisches Gefühl in mir drin, dieses Gefühl, das du hast, wenn du Achterbahn fährst, als ob dir dein Herz heraus gerissen wird.
Manche Leute hätten diesen einen Satz, den Satz den Bill innerlich und äußerlich zerstörrt hatte, einfach herunter geleiert...Doch bei mir war das irgendwie anders. Bei diesem Satz habe ich eine Pause eingelegt, eine Pause, in der ich diese sieben Worte, mehrfach durchgelesen habe. Als ich richtig verstanden habe, was du da geschrieben hast, hatte ich auf einmal so ein Bild vor meinem geistigen Auge...
ein Bild, das mir die ganze Situation zeigte, als ob ich neben Bill stehen würde, und in ihn herein gesehen hätte...!
Die ganzen Gefühle, die du bei dieser Szene beschrieben hast, strömten auf einmal durch meinen Körper, bis hoch in meinen Kopf, in dem eine Art Schalter umgelegt wurde und dann einen ganzen Gefühlsausbruch zugelassen hat.
Tränen strömten über mein Gesicht, alles verschwom vor meinen Augen und das zuvor gelesene, hat sich zu einem Film zusammen gesetzt...Bilder rauschten durch meinen Kopf und blieben an der Stelle hängen, als die Worte fielen, die Worte, die Bills Leben von Schlag auf Schlag veränderten.
Als ich dann weiter gelesen habe, und die Stelle mit den Kreisen gelesen habe, da wurde mir erst richtig bewusst, was seine Mutter damit meinte.
Doch irgendwie waren ihre Worte gelogen, wenn Papi und Mami ihn nicht mehr lieb hatten, waren seine Kreisen doch auch schon bald zu ende, denn er war nicht mehr geschützt. Sie hat ihm das Gefühl genommen, beschützt zu sein...!

Tolle FF, wirklich! Das da oben, was ich geschrieben habe, hört sich sicherlich blöd an, doch das sind meine Gedanken...
Du hast einen wunderschönen Schreibstil, und ich hoffe wir werden auch noch lange Zeit, etwas von deinen FF´s haben! ;)

LG sweetheart
Anonymous - 28.06.2006, 11:13

Hallo erstmal!
So, um gleich mal den ganzen Anfang grob zu beurteilen:
MEGAHAMMERGEIL!^^ :-D
Aber ich kann auch gerne ausführlicher werden:


CoOL hat folgendes geschrieben:
„Simone, du wolltest Bill damals auch abtreiben…!“, der Satz traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte das Gefühl K.O. gegangen zu sein, erschlagen von den Worten meines Vaters.
Wow... Wie ein einziger Satz ein ganzes Leben auf den Kopf stellen kann. Denn eigentlich ist eine Abtreibung auch eine Art Mord. So, die Stelle mit dem "erschlagen" ist wirklich gut dargestellt, ich kann mir richtig vorstellen, wie Bill sich fühlt.
CoOL hat folgendes geschrieben: Sie wollten mich töten, haben mich nicht geliebt, wollten mich nicht.
Den Satz finde ich auch sehr gelungen, dass ist sozusagen (leider) Klartext. Das trifft einen wirklich direkt, es springt einem ins Auge. :wink:

CoOL hat folgendes geschrieben: Worte für dieses Gefühl, das in diesem Moment meinen Körper übermannte, zu finden, war schwer, nein nahe zu unmöglich. Vielleicht lag es irgendwo zwischen Wut, Hass, Angst und Trauer. Nein, auch das traf es nicht, es war anders, anders als ich mich je gefühlt hatte. Irgendwie schien in mir etwas zu zerbrechen. Langsam, nicht wie ein Glasscheibe, die plötzlich zersprang, nein vielleicht eher wie ein Vulkan, dessen Ausbruch langsam, ganz langsam begann.
Ich begann zu zittern, so fürchterlich zu zittern, dass meine Hand nach dem Treppengeländer griff, um mich festzuhalten. Ich zitterte vor Kälte, aber auch vor Hitze, ja eine wahnsinnige Wärmewelle breitete sich in meinem Inneren aus. Wut, die blanke Wut... Aber bevor diese die völlige Kontrolle übernahm, war da noch etwas anders, Kälte.
Die Gefühle sind schön mit anderen Sachen (z. B. einem Vulkan) verglichen. Ich glaube, dass so ein Moment sehr schwierig zu beschreiben ist, aber du hast das gut hingekriegt.

CoOL hat folgendes geschrieben:
„Ach Bill! Weißt du das Leben ist wie ein Kreis und immer wenn ein neuer Lebensabschnitt anfängt, dann schließt sich ein Kreis und ein neuer größerer legte sich um ihn. Weißt du bei Oma hat sich ein Kreis geschlossen und es ist kein neuer entstanden. Irgendwann hat man genug Kreise, dann ist das Kreisbild abgeschlossen und man schläft ein, wenn sich der letzte Kreis schließt.“
Wieder klasse beschrieben! Das ist echt besser, als wenn man einfach ohne Respekt sagt "Oma kommt nie mehr wieder und jetzt hör auf zu weinen". :roll:
CoOL hat folgendes geschrieben: Mein Blick schweifte zu einer Straßenlaterne und plötzlich begann es zu regnen, zunächst schwach und dann immer stärker...meine Omi weinte!
Das passt echt perfekt zu der Kindheitserinnerung...


So, ich weiß, dass Kommi ist nicht so toll geworden, aber trotzdem find ich deine FF toll!
Ich würde echt gerne mehr lesen. :wink:
Liebe Grüße, Stadtmensch.
Sekskeks - 28.06.2006, 14:16

ahm hao erst maL ..

soo .. ich bin da so ins board gekomm .. und was seh ich ?
ne neue FF .. cheche ..
natürLich shonen-aí .. jeha .. und dann hab ich natürLich
gLeich geLesen ..

uuuund ich finds echd gut ..
irgendwie machd dass, so wies geschrieben is, ziemLich
nachdenkLich .. ich hab mir zerst gedacht, dass da biLL
da übertreibt .. aber dann hab ich an ne ehemaLige
freundin gedacht, bei ich auch immer dacht dass wir
besde waren, aber dann hat sie immer scheisse hinter
meinem rücken gredet, und dann hab ich gmerkt
dass es nich so war wies scheint ..

und daran hab ich da denken müssen ,.. irgendwie kann
ich ihn also schon verstehen ..

auf jeden faLL is der schreibstil echd gut, weiL man da
wirkLich so nachdenkt .. und fehLer sind keine ...

tJa, ich bin mal gespannt wies weitergeht ..
ich les sicha weida
kissa - 28.06.2006, 16:24

hey^^

also erst mal muss ich sagen ich find echt nich das es totaler mist ist, in dem ersten teil is schon soviel gefühl drin wie man es in manchen ff die ganze zeit vermisst^^ ich find die idee super un ach man einfach nur geil :-D ich hoffe es folgt bald ein neuer teil^^
grüßchen kissa
~Tazuma~ - 28.06.2006, 16:31

Also ich als eigentlich treue leserin von
*sekunde der unendlickeit* musste natürlich mir auch deinen neue ff angucken
und ich bin echt ma wieder positiv beeindruckt

schreibstil is immer noch geil...

und du hast dir da wirklich ein schönes thema ausgesucht
über das man sich wirklich gedanken machen kann
auch wenn es nicht wirklich so schön ist
eher im gegenteil

aber bis jetzt wirklich super beschrieben

und ich finde man kann sich wirklich in bill
hineinverstezen auch wenn man diese gefühl vielleicht
nicht so fühlen kann wie er es tut
aber trotzdem alles super beschrieben usw.

also ich werde auf jeden fall weiter lesen
und bin ma gespannt wie es weiter geht...

glg
its my life - 28.06.2006, 17:09

Hey CoOL,

du, ich bin echt gerade sprachlos, ich dachte also besser als "Sekunde der Unendlichkeit" geht es doch nich mehr... aber ich muss sagen, die ist genau so geil wie "Sekunde der Unendlichkeit"... ich bin echt sprachlos...

hab keine Schreibfehler gesehen!

Hoffe du schreibst bald weiter, bin schon sehr gespannt!


... Claudia
CoOL - 29.06.2006, 21:49

Hey erstmal,

man ich bin so was von überwältig, womit habe ich das verdient? Ich bin irgendwie voll gerührt, dass ich Menschen mit ein paar worten zum Nachdenken anregen kann. Echt, ich wollte nie im Leben ne FF schreiben und habe es dann mal aus Langweile gemacht und jetzt bekomme ich hier so ein Feedback: DANKE!!!

_______________________

Der Regen fiel unaufhörlich gen Boden. Auf dem Steinboden unter meinem Fenster entstanden Pfützen, die Regentopfen prasselten gegen meine Fensterscheibe. Mein Blick fiel auf die Pfützen immer mehr Tropfen fielen hinein und zogen ihre Kreise. Lebenskreise... Meine Hände umklammerten meine Knie, immer noch rannten Tränen aus meinen Augen.

Ich kam mir vor wie ein Uhrzeiger, der plötzlich und unerwartet gegen den Uhrzeigersinn gedreht wurde und alles hatte sich verändert. Der einzige Unterschied bestand darin, dass man meine Uhr nicht einfach zurückdrehen konnte, denn mein Takt war dauerhaft gestört. Wie sollte ich das jemals wieder vergessen? Konnte man so etwas vergessen?

Irgendwann hörte es auf zu regnen und irgendwie fand ich in dieser Nacht wohl noch ins Bett, wie und wann weiß ich nicht mehr genau, zu schwach war ich. Vielleicht verlor ich irgendwann die Kraft zu weinen.

...

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag ich auf meiner Bettdecke, hatte mich nicht mal zugedeckt. Den Rollladen hatte ich auch nicht geschlossen, so schien die Wintersonne in mein Zimmer. Für ein paar Sekunden huschte ein Lächeln über meine Lippen, ein wunderschöner Samstagmorgen. Doch schneller, als sich das Gefühl der Freude ausbreiten konnte, kehrten die Erinnerungen zurück.

Eine unvorstellbar große Kraftlosigkeit ergriff Besitz von mir, mir war kalt. Immer wenn ich Angst hatte und ich hatte in diesem Moment wahnsinnige Angst, war mir kalt. Wie sollte ich mich meinen Eltern gegenüber verhalten? Ich zog die Decke unter mir hervor und vergrub mich in ihr. Wollte endlich, dass mich jemand festhielt, mich in den Arm nahm und sagte, dass er mich lieb hat.

Eine kindische Vorstellung, aber es gab nichts, was ich mir in diesem Moment mehr wünschte, als dieses Gefühl von Geborgenheit. Denn all die Geborgenheit, die ich sechzehn Jahre lang mein Eigen nannte, war weg... War mir genommen worden, gestohlen, geraubt...

Mein Gesicht hatte ich irgendwo im Kissen vergraben, ich wünschte mir einfach nur, dass das alles endet, dass ich aufwache und meinem Mum mich wieder lieb hat, dass meine kleine heile Welt wieder intakt war, dass alles wieder so war, wie es gestern noch gewesen ist. Alles war aus dem Gleichgewicht gekommen, ins Schwanken geraten.

Plötzlich wuchs in mir der Wunsch, einfach nichts zu fühlen, es sollte aufhören, dieses Gefühl ungeliebt zu sein, das ich zum ersten Mal in meinem Leben fühlte, aber es war schlimmer, als alles was ich zuvor empfand. Doch das quälende war die Ohnmacht, ich konnte nichts tun, niemanden dazu zwingen mich zu lieben. Liebe war ein Geschenk, dass man nicht einfordern konnte, das einem zuteil wurde..., oder nicht.

Ich sehnte mich danach so sehr, dass es wehtat. Eltern, das waren für mich immer, die beiden Menschen, deren Liebe ich mir sicher war, auf die ich baute. Mein Leben, ein Haus, dem das Fundament entrissen wurde. Aber ich hatte nicht den Mut Georg oder Gustav anzurufen, denn vielleicht gab es noch etwas, das schlimmer war, als ungeliebt zu sein, vor anderen zuzugeben es zu sein.

Plötzlich wurde meine Tür aufgerissen und meine Mutter stand im Raum. „Guten Morgen, Bill!“, die gute Laune, die sie ausstrahlte tat weh, verdammt weh. „Na, gut geschlafen?“, es war unerträglich. „Ja.“, mehr unterbewusst antwortete ich, Routine. „Na ja, ist ja auch schon 13 Uhr. Bill, wir essen in einer halben Stunde und dein Vater und ich möchten noch etwas Wichtiges mit dir besprechen, also kannst du langsam mal aufstehen.“

Schon hatte sie die Tür wieder hinter sich geschlossen. Etwas Wichtiges? Vielleicht, dass sie mich umbringen wollten, dass sie mich abschieben wollen, weil sie sich jetzt doch überlegt haben, dass sie mich nicht haben wollen und mich ins Heim bringen? Dass sie mich nicht lieben und es auch noch nie getan haben? Bei diesen Gedanken stieg eine unbändige Wut in mir auf, die gleich wieder durch die Verzweiflung „besänftigt“ wurde.

Immer noch völlig ratlos, wie ich mich gegenüber meiner Eltern verhalten sollte, ging ich ins Bad und versuchte mit einer kalten Dusche all meine Gedanken und Ängste wegzuspülen, es misslang. Ich stieg aus der Duschkabine und stellte mich, nur mit einem Handtuch um die Hüften, vor den Spiegel. Was sah ich?

Einen Jungen, sechzehn Jahre, schwarze Haare, müde braune Augen, ein Mund, dessen Lächeln erloschen war, Rippen, die man wohl ohne Problem hätte zählen können, lange schlanke Beine. War das, was ich sah, so schlimm, dass man mich nicht lieben konnte? Warum war ich es nicht auch wert geliebt zu werden? War ich zu dünn? Vielleicht weil meine Augen so traurig waren? Aber waren sie das nicht erst geworden?

Um nicht geliebt zu werden, musste man sich wohl nicht schminken, dieses schreckliche Gefühl bekam man wohl auch so „geschenkt“. Ich putze schnell meine Zähne und verließ dann das Bad, hatte keine Lust keine Motivation irgendetwas an meinem Aussehen zu ändern? Ich sah müde, traurig, abgekämpft aus, na und? Das war ich auch! Das fühlte ich auch!

Ich zog eine schwarze Jogginghose und ein schwarzes T-Shirt an und ging dann die Treppe hinunter. Ich hörte meinen Eltern unten lachen. Ja, sollten sie nur lachen. Aber nein, meine Schwäche würde ich ihnen nicht zeigen, denn dann würde es noch weher tun ungeliebt zu sein, noch mehr verletzten. Ich würde endgültig zu Boden gehen.

Doch noch wusste ich nicht, was meine Eltern mir mitteilen wollten. Ich ging die wenigen Schritte in die Küche und setzte mich an den Esstisch, wo meine Eltern bereits saßen und mit dem Essen auf mich warteten. Meine Mum legte mir ein Schnitzel auf den Teller und hielt mir Schüssel mit den Pommes hin. Ohne ein Wort zu sagen, nahm ich ein paar. Mein Blick war stur auf meinen Teller gerichtet, sie sollten nicht sehen, wie sehr sie mich verletzten, sie wussten ja nicht, dass ich es mitbekommen hatte: den geplanten Mord an mir!

„Bill, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Wir haben es uns ja schon lange gewünscht. Deine Mum und ich, also wir...ach es ist zu schön um wahr zu sein... man kann es gar nicht in Worte fassen.“, ich war darauf konzentriert die Freude meiner Eltern zu ignorieren und begann damit mein Essen in mich hinein zu stopfen. „Bill, du sollst das Schnitzel essen und nicht verschlingen.“, würdigte meine Mutter keines Blickes.

„Was dein Vater sagen will ist, dass wir...also besser gesagt: ich... schwanger bin.“, 100 Punkte, voll auf die Zwölf, Knockout. NEIN!!! Jede Faser meines Körpers schrie danach zu weinen, zu schreien, zu treten, zu schlagen, aber was tat ich? Ich hob meinen Kopf sah meine Eltern völlig geschockt an und zeigte mein Schwäche!

„Das ist doch toll, Bill! Dann bekommst du noch ein Geschwisterchen und wir sind eine richtig glückliche Familie, jetzt schau doch nicht so!“, die Worte meines Vaters verhallten irgendwo im Leeren. Jetzt, also freuten sie sich, ein Wunschkind! Und ich war unerwünscht, sie wollten Ersatz, vielleicht war es ihnen vor sechzehn Jahren nicht gelungen ein liebenswertes Kind zu zeugen und dann wollten sie es noch mal versuchen.

Meine Beine trugen mich, wie ferngesteuert, die Treppe hoch in mein Zimmer. Ich ließ mich auf mein Bett fallen und weinte. Wie so war ich nicht gut genug? Wieso? Warum konnten sie nicht mich lieben? Warum brauchten sie ein neues Baby, das sie lieben konnten? Wut, Trauer, Hass, Angst, Verzweiflung... alles das brach über mich ein, wie ein Flutwelle!

Ich schlug in mein Kissen. Ich hasste das ungeborene Baby, es würde mir alles wegnehmen, die Liebe meiner Eltern, die ich mir vielleicht noch hätte erkämpfen können, nein jetzt hatten sie es, ein Baby, das sie liebten und das sie nicht umbringen wollten. Ich hasste mich selbst dafür, ein ungeborenes, unschuldiges Kind zu hassen, aber ich konnte nicht anders... Das Gefühl war da und es tat weh!

Ich hörte wie die Tür meines Zimmers ging. Meine Mutter kam rein. Ich spürte, wie sie sich aufs Bett setze und mir über den Rücken strich. Ich entzog mich der Zärtlichkeit, die für mich die pure Heuchelei war. „Engelchen, warum weinst du denn?“, fragte sie leise.

„Wag’ es nie wieder mich „Engelchen“ zu nennen, nie wieder!“, brach es aus mir heraus. „Bill, auch wenn ich schwanger bin, ein Kind bekomme, dann ändert das doch zwischen uns nichts, du bist doch das Wichtigste in meinem Leben und wenn das Baby da ist, es sind ja noch fünf Monate, dann ändert sich doch nichts daran, natürlich liebe ich es auch, aber das hat doch nichts mit dir zutun!“

„Lüg nur weiter, nur zu. Ich kann damit leben, du belügst mich mein ganzes Leben. Ich bin euch doch nicht gut genug.“, schrie ich sie an. „Was redest du für einen Unsinn? Ich liebe dich seit dem Tag, an dem ich weiß, dass es dich gibt! Und daran wird sich auch nichts ändern.“, Lüge! Sie wollte mich töten, loswerden, Mord!

„Du lügst!“, ich wusste nicht, ob sie es gehört hatte, weil mein Schluchzen es fast übertönt hatte. „Nein Bill, ich lüge nicht und daran wird kein Kind dieser Welt etwas ändern.“, wie konnte sie mich nur so anlügen? Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, wurde ich in eine Umarmung gezogen und spürte ihre Nähe, die mich fast erdrückte. Sie hielt mich fest und ich konnte es spüren, dort wo sonst ihr flacher Bauch war, wölbte sich etwas.

Ich sah nach unten, da war es, der Grund weshalb meine Eltern mich nie lieben würden. Sechzehn Jahre lang, hatte ich mit der Lüge leben müssen, dass sie mich liebten und jetzt, jetzt wurde all diese Liebe diesem Etwas zuteil. Meine Mum bemerkt meinen Blick und nahm meine Hand, ich war gelähmt vor Schreck.

Sie zog mit ihrer anderen Hand ihr Shirt hoch und legte meine Hand auf ihren Bauch. Ihre Lippen, die meinen doch so ähnlich waren, verformten sich zu einem Lächeln. Ich konnte es nicht ertragen, meine Hand dort, wo es war, der Mensch, der mir all das nahm, was ich sechzehn Jahre fälschlicherweise für mein Eigen hielt.

Ich zog meine Hand weg, denn mit jeder Sekunde, die meine Hand dort verharrte, wurde es stärker, das Gefühl des Hasses. Ich fühlte mich wahnsinnig schlecht, wie konnte ich nur ein Kind hassen, dass vollkommen unschuldig war? Was wollte ich, dass meine Eltern es töteten, so wie sie mich töten wollten? Wollte ich das?

Ich wusste es nicht, aber bevor ich mich bei dem Gedanken ertappen konnte, dass ich es nicht weiter schlimm gefunden hätte, zog ich meine Hand weg. Leider lockerte meinen Mum ihre Umarmung nicht und flüsterte mir die schrecklichsten Worte meines Lebens ins Ohr, die für mich der pure Verrat waren und mir so unglaublich wehtaten, dass ich meine Mutter einfach unsanft wegstieß. „Jetzt werden wir zu viert eine glückliche Familie.“

Nein, das würden wir nicht werden, vielleicht würden meine Mutter, mein Vater und ihr Wunschkind eine glückliche Familie werden, aber ich, nein ich gehörte nicht dazu, fühlte mich ausgeschlossen, schutzlos, nutzlos, verloren... Allein.

Meine Mutter konnte sich gerade noch auf der Bettkante abstützen, sonst wäre sie wohl auf den Boden gefallen. „Bill, sei doch vorsichtiger! Willst du, dass dem Baby was passiert?“, ihre Augen waren voller Sorge, aber nicht um mich, nein, um ihr Wunschkind. Und ja ich wünschte mir, dass es nicht existierte. Vielleicht hätte ich ja noch eine Chance gehabt zu beweisen, dass man mich auch lieben konnte.

Aber diese Liebe, all das was ich mir so sehr wünscht, das bekam ES...nicht ich. Und es musste nicht dafür kämpfen, genauso wenig wie Gustav, Georg oder irgendjemand dafür kämpfen mussten, nur ich, ich musste diesen aussichtlosen Kampf bestreiten. Und ich hatte schon verloren, war zu Boden gegangen und der strahlende Sieger schlummerte im Bauch meiner Mutter!

Ich konnte es sehen, wie sie alle da stehen würden, um das kleine Kind und ich, ich würde daneben stehen, sie würden mich vergessen... alle würden ES mögen, nur ich nicht, ich würde es hassen. Ich hasse es hier zu sein, ich hasse es eifersüchtig auf ein ungeborenes Kind zu sein, ich hasse es ungeliebt zu sein, ich hasse es wütend und traurig zu gleich zu sein, ich hasse es ohnmächtig zu sein, von den eigenen Gefühlen und Ängsten niedergeschlagen!

Meine Mutter stand auf, legte ihre Hand auf ihren Bauch und verließ mein Zimmer! Sie hielt es fest, das Baby. Warum hielt mich niemand fest? Sie hatte mich umarmt, aber nur um für das Baby zu kämpfen. Warum bekam ich nicht ein Bruchteil der Liebe, die es kam, die es doch gar nicht verdient hatte?! Warum? Ich sank kraftlos aufs Bett.

Ich war so allein, doch auch wenn ich mich mitten in einer Menschenmenge befunden hätte, hätte ich mich allein gefühlt. Ich war so verlassen, „allein“ beschrieb mein Gefühl nicht, vielleicht kann man es so beschreiben: Ich hatte das Gefühl, der einzige Mensch auf der Welt zu sein, der ungeliebt war und das Schlimmste war die Ohnmacht! Alle Menschen lachten, ja sie sahen mich an und zeigten mit Fingern auf mich: „Du Bill, bist ungeliebt!“, schrieen sie. Ich presste meinen Hände auf meine Ohren, wollte es nicht hören, wusste es selbst.

Was konnte ich tun? Ich würde es nicht verkraften es mit ansehen, wie ES alles das bekam, was ich haben wollte, ich wollte es nicht sehen. Diese brauen Kulleraugen, die es wahrscheinlich hatte, wie Mum und ich, ja aber seine, die waren geliebt, meinen waren nicht erwünscht, sollten getötet werden. Meine Mutter war im vierten Monat schwanger, abtreiben konnte man nur bis zum Ende der zwölften Woche, ich sollte, als ich so alt war wie das Baby damals, schon tot sein!

Was hatte es, was ich nicht hatte? Was hatte ich falsch gemacht? Ich hätte es vorher nie für möglich gehalten, dass man körperlichen Schmerzen empfinden konnte, wenn man Angst hatte, aber jetzt tat ich es, es tat weh und ich wollte nur noch, dass es aufhört, dass ich aufwachte und meine Mum wieder den kleinen Jungen im Arm hat und ihn „Engelchen“ nannte.

Aber ich sollte nicht aufwachen. Noch sollte viel tiefer in den Wirren meines Albtraums gefangen genommen werden, noch viel, unendlich viele Wendungen sollte mein Leben nehmen und die nächste stand kurz bevor, denn noch an diesem Abend traf ich eine Entscheidung, die folgenschwerer kaum hätte sein können...

______________________

So, ich hoffe es war net allzu schlimm, das hier ist eigentlich eine Vorgeschichte, ohne die kann man Bills späteres Verhalten nicht verstehen. Übirgens, ich habe vergessen zu erwähnen, dass Bill und Tom keine Geschwister sind! So, jetzt habe ich hier mal genug rumgelabert, ich hoffe, ich darf mich wieder über eure KOMMIS freuen. Übirgens ich bin heute zu dumm zum Korrigturlesen *lol*.
Bis denn
lg
CoOL
its my life - 29.06.2006, 22:18

:-D : juhu ein neuer teil
:( : armer Bill, er muss so leide, ich kann ihn verstehen... ich weiss so halbwegs wie dieses gefühl is...also wenn du weisst das du eher ein 'Glück im Unglück' bist.. nicht von mir aber von ner bekannten..
:o : Schwanger?! ein keiner Billy-Boy*sabber*... aber Eltern müssen immer den dööfsten Moment finden um einem sowas zu sagen...
:P : toller Schreibstil wie immer... keine Fehler, einfach genial!!
:cry: : ich musste so heulen bei dem teil hey... du becshriebst Gefühle echt dermassen geil.. kann das gar nicht becshrieben wie hammer das is!!!RESPECT!!!
:oops: : Tut mir Leid das mein erster Kommi so lausig war!!
:arrow: : weiiiidaaa biidö und zwar ganz ganz schnell!!!!



deine Claudia
Anonymous - 29.06.2006, 22:25

Hey,

was soll man zu deiner FF sagen? Was für Wörter gibt es, die du noch nicht gehört hast? Dein Talent kann man nicht in Worte fassen, deine FF und du, seit unberschreiblich!
Du hast Bills Gefühle in diesem Teil so schön beschrieben, auch wenn du so etwas nicht erlebt hast, zum Glück, kann man es sich richtig vorstellen!
Den Kindern, denen so etwas passiert ist, fühlen sich bestimmt genau so, wie du es beschreibst!

Ich finde es einfach nur schrecklich, das seine Eltern nichts bemerken, sie ignorieren ihn irgendwie...es scheint fast so, als ob er ihnen egal wäre...!
Ich möchte nicht wissen, wie es ist nicht geliebt zu werden, und durch ein Wunschkind ersetzt zu werden.
Ich finde es unmöglich, das sie ihm so etwas vorgaukeln, auch wenn sie nicht wisse, das er die sieben Worte mitbekommen hat, wissen sie doch selber, das seine Mutter ihn damals abtreiben wollte!
Sie lügt sich selbst und ihn an...und jetzt, da sie ein Wunschkind bekam, brauchte sie sich ja keine Gedanken mehr um Bill zu machen, denn er war in dieser Sache, wirklich der Ausenstehende!
Du hast wirklich wunderschön alles geschrieben!!!
Ich finde deine FF einfach super schön, die Gefühle beschreibst du so, wie du es dir vorstellt, das solche Kinder so fühlen!
Du hast genau das, was eine perfekte Autorin braucht!!!

LG sweetheart
Anonymous - 29.06.2006, 22:26

oh mein gott CoOL. du bekommst mich echt nich mehr aus dem staunen heraus. ich meine... .wie du das alles beschreibst. ich fühl da richtig mit...

und jetzt auch noch mit dem neuen kind. du beschreibst das alles so real, und dabei weiß ich ja, dass du das nicht selbst erlebt hast, aber trotzdem kannst du es haargenau beschreiben. wie man sich dann fühlt. nutzlos, wertlos einfach ungeliebt.

und jetzt kommt noch ein baby dazu. ich will niocht wissen wie sich so eine person die jetzt an bills stelle wäre, fühlen würde. mit dem gedanken: es ist jetzt 4 monate, ich sollte in dem alter schon längst tot gewesen sein.

es muss die hölle sein. einfach unglaublich wie du alles schreibst. ich lese deine ffs so gerne...

wir sehn uns beim nächsten teil. lg coco
kissa - 29.06.2006, 23:20

hey^^

also ich kann nur sagen HAMMERGEIL :-D
die ff is es mega der teil war sogar noch geiler als der erste, was nich heißen soll er war nich gut, nech^^
find die echt nur urst toll ich hoff du schreibst bald nen neuen teil!
grüßchen kissa
Anonymous - 30.06.2006, 12:23

Wow die Geschichte ist sowas von geil, vor allem wie du die Gefühle von Bill beschreibst sit echt super und total traurig ich bin heir fast am heulen, weil also ich kann mri vorstellen wenn man plötzlich sowas erfährt, das man dann echt genauso wie Bill reagieren würde, weil aslo abtreiben fidn ich wierklci hdas letzte,
bis dann Lucia

ach ja udn mach gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz schnell weiter
Sekskeks - 30.06.2006, 12:42

hao ...

hm .. was sag ich dazu ..

jah schreibstil is gut, fehler sind keine ..
und die FF is wirkLich seeehr gut ..

aLso die idee is auch wirkLich gut, ich bin maL gespannt
was da biLl jezz machd .. und wie da tom da ins
spieL kommt .. von dem hat man ja noch nichts gehört ..

na dann mach ma weida, ich werd sich weidalesn ..
CoOL - 07.07.2006, 23:06

Hallo,

also hier kommt der versprochene teil, auf den ihr leider so lange warten musstet.
So, ich will nicht will vorneweg sagen, außer:
...Diese Geschichte ist keine Geschichte, die die Mädchen und Frauen verdammen soll, die abtreiben, ich denke, dass kein Mädchen und kein Frau leichtfertig abtreibt. Ich möchte mit dieser Story die Gefühl der Kinder beschreiben, die soetwas erfrahren müssen, aber ich will und kann mir kein Urteil über Abtreibungen anmaßen. Jeder muss selbst wissen, ob er die mit seinem Gewissen vereinbaren kann, oder nicht, aber ich möchte hier ausdrücklich erwähnen, dass ICH HIER MIT NIEMANDEN, DER ABTREIBT VORVERURTEILE UND DIESE ENTSCHEIDUNG FÜR MORD HALTE! DIES IST IN KEINSTERWEISE MEINE ABSICHT GEWESEN!!! Ich wollte lediglich, dass die Leute über das Thema nachdenken, weil ich es für wichtig halte und es gesellschaftlich oft als Tabuthema gilt. Und ich frage mich warum? Warum ist eine Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche nicht strafrechtlich verfolgbar, jedoch trotzdem ein Tabuthema? Wie ich finde eine gefährliche Doppelmoral...

So jetzt geht's weiter...

___________________________



Ich versuchte mich zu beruhigen, doch meine Bemühungen waren vergebens. Irgendwann gelang es mir meine Augen zu schließen und dann sah ich es, ein kleines hilfloses Kind, beschützt von meinen Eltern, die ihm immer wieder zuflüsterten, dass sie es liebten. Das Kind es lag nur da tat nichts. Nichts, das ich nicht auch konnte, das ich nicht auch hatte.

Es lag da und ich stand vielleicht fünf Meter weit weg und plötzlich begann ich zu schrieen, aber sie hörten mich nicht, nahmen mich nicht wahr. Standen immer noch um das kleine, geliebte Etwas und lächelten es an. Ich schrie immer lauter, immer hysterischer, immer schriller, aber zu hören war nur das kindliche Lachen des Babys und es tat weh in meinen Ohren.

Ich wollte zu ihnen hingehen, meine Eltern wegreißen, sie wieder für mich haben. Aber ich konnte nicht, meine Füße trugen mich keinen Zentimeter weit in die Richtung der Familie meiner Eltern, nicht meiner Familie. Ich stand da wurde gezwungen zu zusehen, konnte meine Augen nicht schließen, musste all die Liebe sehen, die ES geschenkt bekam, die ich nicht hatte.

Ich riss meine Augen auf und lag wieder auf meinem Bett, kein lachendes Kind, keine Eltern, die es liebten und mich nicht...ein Traum, der wohl bald zur Realität werden würde. Nein, das wäre Selbstmord, ich konnte nicht dort bleiben und es mit ansehen, mein Schicksal, das Ungeliebt-sein, annehmen. Ich musste weg, weg von meinen Eltern, von dem Kind, das meine Mutter mehr liebte als mich.

Ich wollte nicht sehen, wie ihr Bauch wachsen würde und mit ihm die Liebe zu diesem Etwas. Ich wollte nicht spüren, wie ihre Liebe, die sowieso schon verschwindend gering war, völlig erlosch. Ich wollte nicht hier bleiben. Man sagt, man trage ein Kind unterm den Herzen, ja und genau dort hatte ES sich schon eingenistet im Herzen meiner Mum, ihre Liebe zu mir hatte es gestohlen.

Aber wohin? Ich musste weg, ich wollte mich nicht selbst kaputt machen, mich nicht noch mehr zerstören, als ich es schon war. Wie diese sieben Worte mein Lebens ins Wanken gebracht hatten, wie sie es bis in seine Grundfesten erschüttert hatten, wie sie es verändert hatten. Sieben Worte...

Nein, der Weg nach vorne hieß Flucht... hieß vergessen...Liebe suchen. Ja, vielleicht würde ich es schaffen können geliebt zu werden. Aber war es nicht gerade die Lüge, geliebt zu werden, die mich so tief hat fallen lassen. Ja genau, es tat weh geliebt zu werden, oder zumindest zu glauben geliebt zu sein. Warum noch einmal an die Lüge glauben und wieder enttäuscht werden?

Dennoch stand mein Entschluss fest, ich wollte nicht mit ansehen, wie all die Liebe, das Interesse meiner Eltern nur ihm galt und ich, ich stand nur da und war ohnmächtig, konnte nichts tun. Ich musste weg! Weit weg! Sich bei Freunden zu verstecken, hätte nicht gereicht, ich wollte neu anfangen, ohne diese Lüge! Sie wollten ohne mich leben, also sollten sie es jetzt auch!

Vielleicht würde ich eine Art nachträgliche Abtreibung vornehmen, mich aus ihrem Leben streichen. Bei diesem Gedanken wurde meine Angst immer größer, aber auf der andern Seite war da noch die Angst, den Rest an Liebe immer kleiner werden zu sehen, würde das nicht viel weher tun? Mich langsam, Schritt für Schritt von innen heraus zerstören!

Ich hatte keine andere Wahl, in mir wuchs die Wut, der Wille etwas von der Angst, der Enttäuschung zurückzugeben, die ich wegen ihnen erleiden musste. Vielleicht liebten sie mich nicht wirklich, aber eine gewisse Zuneigungen war, nach sechzehn gemeinsamen Jahren, sicherlich vorhanden. Sie würden wenigstens nicht ihr unbeschwertes Glück mit dem Baby genießen können.

Schaden, wollte ich ihnen wirklich schaden? Ich weiß es nicht, aber ich wollte meinen Platz nicht an das Kind verlieren, da gab ich ihn lieber ab, räumte freiwillig das Feld. Ohne wirklich einen Plan zu machen, fing ich an zu packen, stopfte alles, was mir in die Hände kam in meine Reisetasche.

Das Bild meiner Oma, ein Bild meiner Eltern, ja ich wollte es mitnehmen, denn auch wenn sie mich nicht liebten, waren sie meine Eltern, alles das wanderte in meine Tasche. T-Shirts, Hosen, Boxershorts, Socken, alles flog in hohem Bogen aus meinem Schrank. Ich befand mich in einer Art Rausch, wollte weg, wusste nicht wohin, wollte einfach nur vergessen.

Meine Gefühle fuhren Achterbahn, ich kam mir vor wie im Drogenrausch, alles tat so weh, wurde nicht besser, wurde schlimmer, ja ich war auf einem Horrortrip. Ziel: unbekannt; Ausweg: nicht vorhanden; Rückfahrschein: zerrissen.

Schneller sein, als meine Angst, meine Enttäuschung, wollte fliehen, weg...weg...weg...immer wieder schrie dieses Wort förmlich in meinem Gedanken auf. Meine Eltern saßen unten im Wohnzimmer, als ich ins Bad ging um meine Kosmetika zu holen. Ich konnte von oben ins Wohnzimmer sehen und saß wie mein Dad meiner Mutter über den Bauch strich.

Wieder ein Stich und er tat weh. Schneller und nur von Gefühlen getragen packte ich weiter. Meinen iPod, ja Musik lenkte ab, ließ mich loslassen, gab mir Freiheit, oder wenigstens meinen Gedanken Freiheit. Ich musste es mitnehmen das Kind, ich musste ein Bild von ihm haben, musste sehen, was es hatte, was ich nicht hatte. Musste meinen Feind vor Augen haben.

Langsam ging ich die Treppe runter zu meinen Eltern ins Wohnzimmer. „Bill, schön dass du gekommen bist. Hast du dich wieder beruhigt?“, fragte mein Vater mich. „Ja, Mum habt ihr ein Ultraschallbild von ihm?“, fragte ich und versucht das „ihm“ nicht zu abwertend klingen zu lasse. „Ja klar, willst du es sehen?“, sie lächelte und erhob sich vom Sofa.

Sie ging zu der Kommode, die gegenüber des Sofas stand und holte ein Bild heraus. „Schön, dass du dich jetzt auch freust.“, lächelnd gab sie mir das Bild in die Hand. Ich konnte zwar nichts erkennen, da ich noch nie in meinem Leben ein Ultraschallbild in der Hand hatte, aber da war er oder es: DER FEIND!

„Darf ich es behalten?“, ich bemühte mich ruhig zu bleiben, nicht hektisch zu wirken. „Klar.“, wie sie strahlte, ja sie liebte ihn, den Feind, mehr als mich. Ich wollte es nicht als Feind sehen, aber der Hass, die Wut war zu groß, hatte mich zu kontrollieren begonnen, von mir Besitz ergriffen. „Danke.“

„Bill, wir gehen nachher noch kurz in die Stadt nach Magdeburg um nach ein paar Babysachen zu schauen, möchtest du mitkommen?“, es wurde schon vor der Geburt mit Geschenken überhäuft, weil sie sich freuten, dass es da war, dass es existierte, ...ich sollte zu diesem Zeitpunkt schon tot sein, umgebracht...

Mein Herz begann zu rasen, weh zu tun vor Wut. „Ich... nein, also ich will heute net mehr rausgehen, ich will noch ein paar Songs schreiben.“, log ich. „Okay, macht ja nix.“, sagte mein Vater und dann lag seine Hand schon wieder da, bei ihm... Er beschütze es, wie meinem Mum, warum beschützen sie das Kind, wenn sie ihr anders Kind vor sechzehn Jahren töten wollten?

Meine Beine trugen mich schnell und hektisch die Treppenstufen hoch, wieder in mein Zimmer. Mit dem Foto des Feinds im Geldbeutel, packte ich weiter. Immer mehr Dinge verstaute ich in meiner Tasche, irgendwann hörte ich unten die Tür schlagen, meine Eltern waren also weg. Meine Chance! Irgendwo hin, wohin wusste ich nicht, meine Ziel war nur der Weg, der Weg weit weg von Loitsche.

Ich hastete, wie von einem unsichtbaren Jagdhund gehetzt, hinunter, schnell zur Garderobe, ich nahm meinen schwarzen Schal, meinen schwarzen Mantel und meine Handschuhe von der Kommode und legte sie bereit. Wo war mein Sparbuch? Irgendwo zwischen Kontoauszügen und Rechnungen fand ich es im Wohnzimmer. Schnell lief ich die Treppe wieder hoch und ging ins Bad, begann mich zu schminken, meine Haare zu stylen.

Ein neues T-Shirt und eine enge schwarze Hose, streifte ich wie in Trance über. Meine Angst hatte ich ausgeschaltet, befand mich im Wettlauf gegen die Zeit, gegen mich selbst, denn sie würde mich einholen, ich hatte nur einen begrenzten Vorsprung. Mit meiner Reisetasche überm Arm, lief ich wieder hinunter. Sollte ich einen Abschiedsbrief schreiben? Nein, sollten sie doch denken, ich sei entführt, sollten sie Angst haben, zittern, wie ich es getan hatte...sollten sie und der Feind leiden.

Zum letzten Mal für eine lange Zeit, fiel die Haustür hinter mir ins Schloss. Ich war frei... meinen Nachnamen, mit dem ich zum Teil dieser Familie wurde, hatte ich vergessen, verdrängte, wollte ihn nicht mehr kennen. Ich war Bill, nicht Bill Kaulitz! Irgendwo hin, weg...schneller...ich musste laufen...wohin...?!

Schneller, als mich meine Beine je getragen hatten, lief ich die Straße entlang, irgendwann erreichte ich die Landstraße, schwer beladen. Was sollte ich tun? Per Anhalter fahren! Meine Gedanken waren keine vollständigen Sätze mehr, sie waren Wortfetzen, geprägt von meiner Hektik, meiner Angst...Panik! Aber mit dem Feind im Nacken, im Geldbeutel, im Bauch meiner Mutter!

Wie ferngesteuert, streckte ich die Hand in Richtung Straße und schneller als gedacht, hielt ein Auto, ich weiß nicht wie viele Minuten ich dort stand, aber mein Herz schlug so schnell, dass es mir vorkam als seien es Sekunden, ich zitterte, irgendwo zwischen Angst und Panik, da lagen meine Gefühle. Wie ein Verbrecher auf der Flucht fühlte ich mich. Ich stieg in den Wagen, wollte weg von der Straße...

„Wohin des Weges?“, fragte der etwa zwanzig jährige Fahrer des Wagens. „Nach Magdeburg!“, meine Stimme überschlug sich fast. „Und wo genau hin?“, ja wo wollte ich eigentlich hin? Keine Ahnung, weg... „Zum Bahnhof.“, ich hatte den Gedanken ausgesprochen, ohne ihn vorher überhaupt zu Ende gedacht zu haben. „Okay, ich bring’ dich hin!“, schon fuhren wir los...

Nach Magdeburg...schneller...immer schneller wurde das Auto, meine Gedanken...Flucht... Den Feind vor Augen, im Nacken... kein Ziel, irgendwo hin... Sekunden vergingen, es müssen Minuten gewesen sein, die ich nicht wahrnahm. Irgendwann hielt der Mann vorm Bahnhof und ich stieg aus. Ich wollte gerade die Tür zuschlagen, als der junge Mann mir zulächelte: „Junge, mach’s gut. Und pass’ auf dich auf! Weglaufen ist nicht immer eine Lösung.“, er wusste was ich vorhatte, wusste von der Fluch.

Heute weiß ich nicht mehr, wie ich damals wohl ausgesehen habe, aber falls sich nur die Hälfte meiner Zukunftsängste in meinem Gesicht widerspiegelte, muss ich schrecklich ausgesehen haben. Ohne ein weiteres Wort, nahm ich meine Reisetasche und stolperte in Richtung Bahnhof, so schnell mich eine Füße trugen, auf der Flucht nach vorne.

Völlig orientierungs- und ziellos lief ich quer durch die Bahnhofshalle, auf der Suche nach irgendetwas, wonach genau ich suchte, weiß ich auch nicht. Alles das geschah in ein paar Stunden, hektische Stunden, die mein Leben verändern sollten, wie nichts zuvor es getan hatte.

Meine Beine trugen mich zum Fahrplan, tausend Zahlen, Wörter erschlugen mich: Berlin, Frankfurt, München, Leipzig, Hamburg, Hannover, Köln...wo sollte ich hin? „Der Zug nach Hamburg, Abfahrt 19.45 Uhr, verspätet sich um 15 Minuten. Voraussichtliche Einfahrt: 20.00 Uhr, Gleis 5.“, dröhnte es durch die Halle des Magdeburger Bahnhofs.

Hamburg? Ohne mich bewusst zu entscheiden, den Zug zu nehmen, lief ich zum Ticketschalter und löste eine Fahrkarte nach Hamburg... Nun hatte ich es also in der Hand ein Ticket in die Freiheit, in eine ungewisse Zukunft. Ich, sechzehn, wollte allein nach Hamburg, eine Millionenstadt, in der ich niemand kannte, allein...

Aber konnte man noch verlassener sein, als ich es hier war? Sich noch unverstandener, ungeliebter und überflüssiger fühlen? Vielleicht nicht, vielleicht doch... Was wollte ich eigentlich? Wollte ich geliebt sein? Wollte ich noch mal so verletzt werden? Wollte ich es noch mal mit ansehen, wie mich jemand belog, wie jemand mir Liebe vorspielte? Nein, Liebe tat weh, verdammt weh!

Wie in Trance lief ich zum Gleis, mein Blick starr nach vorne gerichtet, bemüht meine Gefühle zu unterdrücken, die Angst nicht zuzulassen. Meine Füße trugen mich immer schneller auf den Bahnsteig, Panik, die ich nicht zulassen wollte, gewann erneut die Kontrolle über mich. Mein Herz schlug schneller, als jemals zuvor. Scheller, als bei meinem ersten Kuss, bei meinem ersten Date.

Und vor allem nicht vor Freunde, sondern vor Angst! Ich stand am Bahngleis, versuchte mich in meiner Jacke zu verstecken, hoffte, dass das Schwarz der Jacke mich verschlingen würde, dass die Kalte Novemberluft mich mitnahm, egal wohin. Wollte, dass der letzte Kreis sich schloss, das es aufhörte wehzutun...

„Der Zug nach Hamburg, Abfahrt 20.00 Uhr, trifft am Gleis 5 ein. Bitte Vorsicht, bei der Einfahrt!“, tönte die monotone Frauenstimme. Und da fuhr er ein, der Zug in die Ungewissheit..., der mich innerhalb von drei Stunden in ein neues Leben bringen sollte, ohne Verletzungen, ich wollte nicht mehr verletzt werden....

Die Türen des ICE öffneten sich und immer noch vollkommen neben mir stehend, stieg ich ein. Die Tür hinter mir schloss sich. Ich setzte mich ins erste Abteil ans Fenster und sah raus, zum letzten Mal für eine sehr lange Zeit erblickte ich die Lichter Magdeburgs. Meiner Heimart... sechzehn Jahre lang...

Ich konnte es gar nicht begreifen, so schnell hatte sich mein Leben geändert, sieben Worte hatten mein Leben zum Einsturz gebracht, plötzlich und unerwartet, wie ein Naturkatastrophe war alles über mich hereingebrochen. Jetzt saß ich hier im Zug Richtung Hamburg, die Bäume am Streckenrand rasten an mir vorbei, immer schneller und schneller.

Mit ihnen verließ ich meine Heimart, mein altes Leben und wohin? Ins Ungewisse, irgendwo im Nirgendwo, lag da das Ziel? Hatte ich überhaupt ein Ziel? Oder war ich ziel-, plan-, und hoffnungslos verloren? Hatte verloren, mein Leben an einen Säugling verschenkt. Jetzt, was hatte ich noch? Was wir mir noch geblieben?

Ich stand allein da...hatte alles verloren, irgendwo im Fluss, im reisenden Fluss meines Lebens, der über die Ufer zu treten drohte, oder hatte es schon eine Überschwemmung gegeben, die alles aus dem Gleichgewicht brachte? Vielleicht war der Wasserpegel schon so stark angestiegen, dass nur noch ein einziger weiterer Tropfen ihn zu einer reisenden, tobenden, nicht mehr zu kontrollierenden Naturgewalt werden ließ.

Ja, vielleicht hätte ihn auch eine weitere Träne meiner Oma zum Überlaufen gebracht. Vielleicht sollte alles was noch passierte zu einem Regen werden, der auf den Fluss meines Lebens, einbrach und ihn endgültig zu einer unkontrollierbaren und unberechenbaren Waffe werden ließ. Ja, aber plötzlich war sie da die Angst...nicht mehr lieben zu können?

Nicht mehr geliebt werden zu können? War sie nicht größer, als je zuvor? Ich begann in diesen Augenblicken, in denen die Bäume an mir vorbei flogen, zu begreifen, was geschehen war...ich hatte es verloren, das was ein Kind schon vor seiner Geburt von seiner Mutter geschenkt bekam, das Vertrauen...

Ja, ich hatte es verloren, irgendwo zwischen Abtreibung, Hass, Tod, Mord...irgendwo da hatte ich es wohl verloren, unwiederbringlich verloren...

______________________

Wie hat es euch gefallen? ich hoffe es war nicht zu hektsich, aber in der Mitte des Teils wollte ich einfach dei Hektik, die Bill überfaäält ausdrücken und deswegen ist das alles leicht chaotisch und schnell. ich freue mich euer Feedback und wenn's schön viel KOMMIS gibt, dann gibt's auch bald nen neuen Teil für euch. Sry, für Tippfehler, aber um diese Uhrzeit bin ich blind für sowas, wollte nur schnell noch den teil onstellen, damit ihr net so lange warten müsst.

Bis denn
LG
CoOL
lilsunnygirl - 08.07.2006, 05:31

oh mein gott..
er läuft jez echt weg??
na ob des so ne gute idee is :roll:
aber vll lernt er ja dann da "jemanden" kennen...
des wäre natürlich dann wieder sehr gut..hehe

naja also tippfehler wären mir jez keine aufgefallen..
sonstige fehler auch nicht.. :lol:
mach bitte bald weiter!!

*knutscha*
Krizzipizzi - 08.07.2006, 09:36

oh mein gott das ist alles richtig heftig geil beschrieben *dahin scmelz* haste gut gemacht!
Sekskeks - 08.07.2006, 12:54

hao

soo, mhm ich bin auch wieder da ..

aLso der teiL war seeehr gut

richtig gut gefühLe beschrieben, und so ..

haha die eLtern werdn schaun, wenn der so geliebte billy nich mehr daheim sitzt ... mhm ..

ja, hmm .. ich hoff maL da bill trifft in hamburg jezz dann den Tom geL?

joa, das wars dann maL

mach weida ge?
Pingu - 08.07.2006, 16:55

keee..hier kommt n feedback von Pingu...
Also: Dein Schreibstil ist nach wie vor einfach nur klasse und du gehörst für mich zu der crem de la crem der autoren...

joa,ich find du hast das hektische um Bill herum und vor allem sein gefühlschaos, Liebe ja oder nein, richtig gut hinbekommen.
Mir war,als wäre ich bill und das wäre mein Leben..echt,das war krass...

Tippfehler?weiß ich gar nicht,ob ich welche gesehen hab,denn wenn mich ein text fesselt,dann achte ich auf solche banalitäten nicht...

warum schreibe ich momentan eigentlich so..geschwollen?
Ich glaube,weil ein in meiner "normalen" Sprache geschriebenes Commi würde für diese geile ff einfach nicht angemessen sein....

gut,das solls dann erstmal gewesen sein und ich freue mich auf den nächsten teil...


baba
Pingu
Leela - 08.07.2006, 20:07

wow
cool ich war gefeselt von der story..ich hab nich mal meine ma nach mir rufen hören...
du benutzt so genial Metaphern , das is als wäre man selbst Bill..zumindest kommt man nah dran
durch deinen schreibstil und ie wortwahl wird die jeweilige situation immer noch verstärkt, wie ja zum beispiel bei diesem hektischen herumkwuseln, was du ja bereits erwähnt hast :)
du hast eine wortwahl die mich sprachlos werden lässt und ich muss dir sagen das du für mich zu den besten autoren der boards gehörst....und das is kein rumgeschleime :wink:
so was liest man echt selten und auch die themenwahl finde ich super, in dem sinne das man solch ein tabuthema auch mal anspricht und sich damit beschäftigt.....
weil ich mit worten nich wirklich ausdrücken kann was ich beim lesen der FF empfinde, fühl dich einfach ganz dolll gelobt und sei dir sicher das ich in zukunft ganz treu lesen werde und auch möglichst oft kommentieren werde :-D
lg Dana
lilsunnygirl - 09.07.2006, 18:04

omg CoOL!!! O______O
dein schreibstil ist so hammermäßig toll..
da gibts gar keine worte mehr dafür!!! :shock:
ich freu mich richtig dass es jez 2 ffs von dir hier gibt :-D

ich kann jez leider kein so langen kommi schreiben...
aber schreib bitte bald weiter..

*knutscha*
kissa - 09.07.2006, 23:29

hey^^

der teil war echt mal wider sau geil, ich find des sau geil wie du die gefühle beschreibst! :)
ich hoffe du machst bald weiter, gefällt mir echt super^^
grüßchen kissa
CoOL - 12.07.2006, 18:16

So, also ich habe es trotz Gluthitze, die wahrscheinlich auch einige peinliche Rechtschreibfehler zur Folge hat, einen Teil zu schreiben. Es gibt jetzt eine für mich gut, für euch eher schlechte Nachricht: Die CoOL fährt am Samstag für zwei Wochen in Urlaub und hat dort kein iNet und nach schlechter, die CoOL ist dann eine Woche zu Hause und fährt dann schon wieder zwei Wochen in Urlaub und hat auch da kein iNet! Also na ja, das ist halt nicht wirklich toll, aber zumindest in den zweiten zwei Wochen in Italien werde ich versuchen ein paar Kapitel zu schreiben.
DANKE FÜR EUREN LIEBEN KOMMIS!!! Ihr seid so toll und gebt mir immer ein wahnsinnig tolles Feedback! So in diesem Teil kommt eine "wichtige" Person ins Spiel! Wer ist es wohl? :wink:

So, also: Have fun! And keep cool (cool im wahrsten Sinne des Wortes! Willkommen in den Tropen *lol*)

________________________


Während der rasende Zug die kalte Novemberluft durchtrennte und meine Heimart immer weiter hinter sich ließ. Ich brauchte Ablenkung, musste vergessen. Vielleicht nur für fünf Minuten zur Ruhe kommen, nur für fünf Minuten nicht mehr nachdenken, nicht mehr hassen. Ich nahm meinen iPod aus meiner Jackentasche und wurde entführt...von den wunderbaren Klängen der Musik, die mich jedoch schneller, als gewollt wieder in der Realität landen ließen.

Silbermond - Still stehn

Ich bin heut’ nicht aufgewacht,
denn ich hab kein Auge zugemacht
ein Gedanke raubt mir die Nacht
soll mein Leben hier auf ewig sein
oder dreht sich alles nur im Kreis
muss die Wüste sein wo Wasser fehlt
muss ich weggehen um es zu verstehen

ich komme hier nicht weiter
mach keinen Schritt vor und keinen Schritt zurück
deswegen sollte ich weiter ziehn

lass alles stehn und alles liegen
und dann verlass ich meine Stadt
in der ich keinen Platz mehr hab
versuch den nächsten Zug zu kriegen
und ganz egal wohin er geht denn ich will nicht mehr still stehen
still stehen
ich muss weitergehn
nicht still stehn

jetzt mach ich die Leinen los
setzt das Segel – ungewissen Kurs
lass mich treiben bis das Ufer schreit

Wer nicht zum Propheten geht
Sucht er sich einen neuen Weg
in ein, zwei Jahren bin ich da
und dann wird ich einsehen, dass es richtig war

ich komme hier nicht weiter
mach keinen Schritt vor und keinen Schritt zurück
deswegen sollte ich hier weg

lass alles stehn und alles liegen
und dann verlass ich meine Stadt
in der ich keinen Platz mehr hab
versuch den nächsten Zug zu kriegen
und ganz egal wohin er geht denn ich will nicht mehr still stehn
still stehn
ich muss weiter gehn
nicht still stehn

still stehn
ich will weg
nicht länger still stehn
weg gehen
ich will weiter
darf nicht still stehn
still stehn
denn ich darf nicht länger still stehn
weggehen
ich muss weiterziehn um nicht still zu stehn
still stehn
denn ich darf nicht länger still stehn
weggehen
ich will weiter darf nicht still stehn
still stehn
denn ich darf nicht länger still stehn
weggehen
ich muss weiter ziehn um nicht still zu stehn

Es ist in meinem Kopf
Ich will hier weg gehen
Ich bleib nicht länger hier
Ich will nicht still stehn
Es ist in meinem Kopf
Ich will hier weg gehen, ich will hier weg gehen, ich will hier weg gehen

Ich werde gehen
Wenn alles schläft
Jetzt bin ich längst schon unterwegs
Und mit der Zeit wird alles neu
Ich werde es später nicht bereun

lass alles stehn und alles liegen
und dann verlass ich meine Stadt
in der ich keinen Platz mehr hab
versuch den nächsten Zug zu kriegen
und ganz egal wohin er geht
denn ich will nicht mehr still stehen
still stehn
ich muss weiter gehn
nicht still stehn
nicht still stehn


Vielleicht würde ich wirklich in ein oder zwei Jahren wiederkommen und dann wäre alles besser, aber in zwei Jahren, nein in fünf Monaten, würde der Feind da sein, meinen Platz besetzten. Dann wäre ich vergessen, ersetzt und nicht mehr erwünscht. Ja, ich wäre gestrichen, aus dem Leben der Familie Kaulitz gestrichen. Ein für alle Mal ausradiert. Bill? Wer ist das?

Aber genau das tat ich, ich versuchte in Erfahrung zu bringen, wer Bill eigentlich ist, ich verließ die Stadt ohne Ziel mit ungewissem Kurs. Aber in Magdeburg, bei der Familie meiner Eltern, was hielt mich da noch? Hatte ich meinen Platz dort nicht schon lange verloren? Hatte ihn an meinen Feind verloren. Hatte ich ihn jemals gehabt? Still stehen...wollte ich das?

Nein, ich musste nach vorne, irgendwo hin, Glück finden, es nicht von jemandem abhängig machen. Nicht wieder der Lüge verfallen, geliebt zu werden. Ich hatte das einzig richtige getan, war geflohen vor der Lüge meiner Eltern. Diese Liebe, die sie wie die perfekte Illusion sechzehn Jahre am Leben gehalten hatten, hatte mich kaputt gemacht.

Die Kilometer flogen vorüber und irgendwann, schlief ich wohl ein. „Nächster Halt: Hamburg Hauptbahnhof, dieser Zug endet dort, wir bitten sie den Zug dort zu verlassen. Wir danken ihnen für ihre Reise mit der deutschen Bahn und hoffen sie bald wieder bei uns an Board begrüßen zu dürfen.“, die monotone Frauenstimme riss mich aus meinem traumlosen Schlaf.

Hamburg? Wo sollte ich hin? Ich hatte keinen Plan, geschweige denn einen Plan B, war ohne jegliche Perspektiven nach Hamburg, eine Millionenstadt, geflohen. Völlig kopflos...einfach losgerannt. Ich nahm meine Reisetasche und stieg aus. Da stand ich nun in Hamburg auf dem Bahnsteig, ohne Ziel. Ich fror, versuchte meine Arme um meinen Körper zu schlingen und mich so selbst warm zu halten.

Es war mittlerweile schon kurz vor elf. Wo sollte ich hin? Wo sollte ich schlafen? Ich kannte in einer Stadt, die etwas 1,7 Millionen Einwohner hatte, niemanden. Niemand. Allein. Von der Einsamkeit geflohen, in einer ebenso großen, oder vielleicht noch viel größeren Einsamkeit angekommen. Wohin? Ich musste doch irgendwo übernachten. Ich verließ vollkommen ziellos und immer stärker frierend den Bahnhof.

Links oder rechts? Ich entschied mich für rechts, ich hätte auch eine Münze werfen können, ich wollte mich irgendwo aufwärmen. Als ich meine Reisetasche gerade mal hundert Meter getragen hatte, fing meine Schulter an wehzutun. Mir fiel ein Schild ins Augen „Coffee-Shop / Bar“, ich beschloss erstmal etwas trinken zu gehen.

Ich wollte gerade die Tür öffnen, als eine andere Person von innen versuchte sie abzuschließen. Jedoch hörte sie auf, als sie merkte, dass jemand die Tür öffnen wollte. Als sie aufging sah ich, dass in der Bar die Lichter schon aus waren. „Oh entschuldigen sie, ich habe nicht gesehen, dass sie schon geschlossen haben.“

„Macht nichts. Sie bekommen auch noch etwas zu trinken, ich wollte nur schon schließen, weil schon vor einer Viertelstunde der letzte Gast gegangen ist.“, es musste wohl ein junger Mann sein, ich konnte ihn im Dunkeln zwar nicht erkennen, aber seine Stimme verriet es mir. „Danke, das wäre nett.“, mittlerweile hatten auch meine Zähne begonnen zu klappern.

Der Mann machte das Licht an, stellte seinen Rucksack in einer Ecke, des recht kleinen Lokals, ab und ging zurück zur Bar. Auch ich stellte meine Reisetasche ab und betrat den warmen Raum. Mein Blick fiel auf den jungen Mann, der hinterm Tresen stand, er trug lange Dreadlocks, war vielleicht 1,75 m groß, außerdem hatte ein Lippenpiercing.

„Setzten sie sich doch an die Bar. Was darf es denn sein?“, fragte er und schaute mich lächelnd an. Ich hätte gerne zurück gelächelt, aber im Moment war ich zu durcheinander, hilflos und allein, um ihm ein Lächeln zu schenken. Ich ging quer durch die Bar und setzte mich an den Tresen. „Eine heiße Schokolade, wenn sie so etwas haben?!“

„Ja, kann ich ihnen machen, aber um diese Uhrzeit?! Wer trinkt denn da Kakao?“, ich hatte immer noch meinen Mantel an und zitterte. „Ich...ähm...hab’ kalt.“, wieder lächelte er und drehte sich um. „Okay, kann aber einen Moment dauern.“, allein, wo sollte ich nur hin? „Wohin reisen sie? Ich bin übrigens Tom.“, er reichte mir die Hand. „Bill. Ich also...na ja...ich...ähm...mache...ja...eine...ähm...also...Weltreise.“, hundert Punkte?! Das war die mit Abstand dümmste Antwort meines gesamten Lebens.

„Eine Weltreise...so, so. Da fängst du also in Hamburg an, ist ja eine schöne Stadt. Wo wohnst du denn?“, toll, was sollte ich denn jetzt sagen? „Ich...na ja...also ich denke ich...habe vergessen ein Hotel zu buchen.“, langsam wurde das hier verdammt peinlich. „So, die heiße Schokolade. Na, du bist ja auch einer, du macht ne Weltreise und vergisst für eine Unterkunft zu sorgen. Aber in Hamburg gibt es ja genügend Stundenhotels.“

„Ich kann doch nicht...ich bin doch nicht.“, der hielt mich jetzt nicht wirklich für einen Callboy, oder so, das war doch einfach unmöglich, mir so etwas zu unterstellen, als würde ich so aussehen. „Mann, das war’n Scherz, Junge. Na, also dann würde ich mich mal drum kümmern, das könnte so kurzfristig eng werden.“, super, das wusste ich auch. „Dann muss ich wohl unter ner Brücke schlafen.“

„Wenn du willst, kann ich mal meine Freundin fragen, ob du eventuell bei uns übernachten kannst, weißt du wir haben beide ein Herz für „Weltreisende“!“, okay, die Idee mit der Weltreise war zugegebenermaßen nicht wirklich der beste Einfall der letzten Jahre gewesen, aber was hätte ich so schnell sagen sollen, jedenfalls brauchte ich erstmal ein Dach über dem Kopf.

„Ich, also...ich weiß ja nicht, ob ich das annehmen kann. Ich kenne dich ja noch nicht einmal fünf Minuten. Außerdem will ich mich ja auch nicht einfach bei fremden Leuten einquartieren, deine Freundin wird wohl auch nicht wirklich begeistert sein.“, also wirklich, das ging alles viel zu schnell, außerdem weshalb wollte der mich einfach so aufnehmen, er kannte mich ja nicht und außerdem hielt er mich wahrscheinlich doch für einen Callboy.

„Marie sieht das locker, außerdem ist sie ab morgen sowieso einen Monat auf einer Exkursion in Stockholm, sie studiert nämlich Sprachwissenschaften. Also wenn du willst, kannst du mitkommen, natürlich kannst du auch unter ner Brücke schlafen hier um die Ecke ist ne sehr coole, ich kann sie dir zeigen.“, sollte ich mitgehen, oder sollte ich nicht? Na ja, was hatte ich denn noch zu verlieren, außerdem wirkte er doch recht vertrauenswürdig.

„Also okay, aber nur für eine Nacht und auch nur, wenn deine Freundin nichts dagegen hat.“, ich nahm einen Schluck aus meiner Kakaotasse und fixierte einen Punkt auf dem Tresen, irgendwie war es mir in diesem Moment wahnsinnig peinlich, ich befand mich mitten in Hamburg und folgte gerade blind einem Menschen, den ich höchstens fünf Minuten kannte.

„Na denn, wollen wir doch mal.“, schon hatte er nach seinem Handy gegriffen. „Akku ist leer, ach macht nichts, sie hat sowieso nichts dagegen. Aber ich muss jetzt langsam wirklich nach Hause, ich wollte eigentlich schon um elf da sein, also wenn du ausgetrunken hast, fahren los, okay?“, ich nickte und nahm einen großen Schluck von der heißen Schokolade, die mich langsam aufgewärmt hatte.

Wir schwiegen uns an und ich versuchte meine Schokolade möglichst schnell zu trinken. Was sollte ich auch sagen? „Ich bin gar kein Callboy, nein ich bin von zu Hause weggelaufen, weil mein Mum mich abtreiben wollte und jetzt wieder schwanger ist, nein das würde niemand erfahren, niemand.“?! Sollte er doch denken ich sei verrückten, mich für irre erklären...

„Ich bin dann fertig. Willst du deine Freundin wirklich nicht vorher anrufen?“, Tom nahm meine Tasse vom Tresen. „Ach, lass das mal meine Sorge sein, die sieht das locker, so jetzt hol’ mal deine Sachen und dann fahren wir los.“, er nahm seinen Rucksack und kramte in seiner Hosentasche. Wie ferngesteuert und bemüht, meine Angst vor der Zukunft zu verdrängen, nahm auch ich mein Gepäck und verließ mit Tom die Bar.

„Ich parke gleich da vorne, der schwarze Mini Cooper, da. Kannst deine Sachen in den Kofferraum machen.“, ich ging die wenigen Meter bis zu seinem Wagen, den Tom schon geöffnet hatte und verstaute meine Reisetasche und meinen Rucksack im Kofferraum. „Ich hole noch gerade einen Sprudelkasten aus dem Lager, ich habe vergessen welchen zu kaufen, kannst dich schon mal reinsetzen.“, Tom verschwand neben der Bar, in einer Art Lagerraum.

Ich stand noch eine Weile vor Toms Auto und suchte in meiner Jackentasche nach meinen Zigaretten. Irgendwann fand ich sie auch und steckte mir eine an. Es tat gut, diese legale Droge zu genießen, auch wenn meine Eltern, falsch, die Eltern des Feinds, mir immer verboten hatten zu rauchen, tat ich es seit meinem vierzehnten Lebensjahr, weil es mich einfach loslassen ließ.

„Du rauchst? Da brauchst du dich auch nicht vor’s Auto zu stellen, ich rauche auch, also kannst du dich ruhig reinsetzten.“, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass er mir direkt nicht sympathisch war. „Danke.“, ich atmete zum letzten Mal, das giftige, aber beruhigende, fast gefühlsbetäubende Nikotin ein, trat die Zigarette auf dem Boden aus und nahm auf dem Beifahrersitz, in Toms Auto, Platz.

Wenige Minuten später öffnete Tom die Fahrertür und nahm ebenfalls Platz. „So jetzt habe ich den Sprudelkasten verstaut, dann kann’s ja losgehen. Hast du was dagegen, wenn ich das Radio anmache? Ich finde es nachts immer so still, außerdem bin ich müde und will ja nicht hinterm Steuer einschlafen, die Fahrt dauert nämlich, je nach Verkehr, etwa zwanzig Minuten.“

„Nein, ich hab’ nichts dagegen.“, Tom stellte das Radio an und fuhr los. Mit seinen Fingern klopfte er den Takt des Songs, der gerade lief, auf dem Lenkrad nach. „Warst du schon mal in Hamburg?“, fragte er, als wir an einer Ampel hielten. „Nein, noch nicht.“, ich wohnte zwar nur knappe drei Stunden von Hamburg entfernt, aber den Weg hier her gefunden, hatte ich noch nie.

„Na, da hast du aber was verpasst. Hamburg ist ne geile Stadt, aber auf deiner Weltreise wirst du bestimmt noch viele andere Städte sehen. Warum bist du denn nach Hamburg gekommen, zum arbeiten?“, was sollte denn diese Frage jetzt schon wieder? „Ich möchte hier sicherlich nicht so arbeiten, wie du dir das jetzt vorstellst. Sagen wir’s mal so, ich bin jetzt in Hamburg und was vorher war, interessiert hier nicht.“

„Okay, ich wollte dir nicht zu nahe treten.“, Tom schien die Lust verloren zu haben, mit mir ein Gespräch zu führen und schwieg die restliche Fahrt über, er summte lediglich die Lieder im Radio mit. „So, wir sind dann gleich da.“, wir bogen in eine, eher ruhig wirkende, Seitenstraße ein. Tom parkte vor einem weißen Mehrfamilienhaus.

„So, also da wohnen wir. Du kannst dann deine Sachen aus dem Kofferraum nehmen und dann gehen wir hoch zu Marie.“, ich stieg aus und nahm mein Gepäck. Tom holte noch den Sprudelkasten aus dem Kofferraum und schloss dann die Tür zum Wohnhaus auf. „Wir wohnen leider im dritten Stock, das sind also einige Treppen. Sei bitte leise, hier wohnen auch kleine Kinder und die schlafen um zwölf Uhr schon.“, flüsterte Tom.

Wir schlichen fast die Treppenstufen nach oben, was Marie wohl sagen würde? Ich glaube, wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich wohl nicht gerade vor Freunde in die Luft springen, wenn meine Freundin plötzlich eine wildfremde Person mitbringen würde. Tom schloss die Wohnungstür auf und gab mir mit der Hand ein Zeichen nachzukommen. Er schloss die Tür hinter mir, nachdem auch ich den Flur betreten hatte.

„Marie?! Kommst du mal bitte.“, rief Tom während er seine Jacke an die Garderobe hängte und auch mir meinen Mantel abgenommen hatte. Plötzlich ging eine Tür auf und eine junge Frau, etwa zwanzig, betrat den Flur, sie trug lediglich ein Negligé, das mehr zeigte, als bedeckte. „Tom?! Bist du wahnsinnig kannst du vielleicht vorher mal Bescheid sagen, wenn du jemanden mitbringst.“, rief sie aufgebracht und verschwand wieder aus dem Flur.

„’tschuldigung.“, rief Tom ihr hinterher. „Tut mir leid, Tom. Ich dachte mir schon, dass es keine gute Idee ist mitzukommen, am besten ich gehe dann wieder.“, mir war das ganze schon wieder wahnsinnig peinlich, ich war schon im Begriff wieder zu gehen, als Tom mich zurückhielt. „Ey Quatsch, du bleibst hier, sie hat sich doch nur erschrocken, wo willst du denn jetzt hin? Marie kommt bestimmt gleich wieder.“, Tom hatte Recht keine zwei Minuten später öffnete sich die Tür, hinter der Toms Freundin eben verschwunden war wieder.

„So sorry, wegen eben, aber ich war ein bisschen überrascht, dass Tom mitten in der Nacht Besuch mitbringt. Ich bin Marie, mir wem habe ich denn das Vergnügen?“, sie war wirklich hübsch und schien auch nett, aber was sollte ich jetzt sagen, nach einigen Sekunden des Schweigens ergriff Tom das Wort. „Ja, also das ist Bill, er macht eine Weltreise und ja... er hat vergessen ein Hotelzimmer zu buchen und da habe ich ihm angeboten, hier zu übernachten, ist doch okay für dich, oder?“

„Klar. Du machst eine Weltreise, klingt ja spannend. Na ja, ich beziehe dann mal das Bett im Gästezimmer, da kannst du dann übernachten.“, sie wollet sich gerade umdrehen, als Tom sie aufhielt. „Ist schon okay, Schatz, ich mach’ das schnell. Bill du kannst, wenn du willst ins Bad gehen, das ist die zweite Tür rechts.“, Marie nickte und ging mit mir ins Bad um mir zu zeigen, wo die Handtücher lagen.

„Hier sind meine Abschminktücher und sonstige Kosmetika, wenn du die benutzen möchtest, ist das kein Problem. Falls du noch was brauchst, ich bin im Wohnzimmer.“, womit hatte ich denn so nette Menschen verdient? Sie waren beide herzlich und nahmen mich einfach so für eine Nacht auf, ohne mich wirklich zu kennen. Ich wischte mir mein Make-up aus dem Gesicht und betrachtete mich im Spiegel.

Ich sah müde und abgekämpft aus. Aber ich war damals einfach zu müde, weiter im unendlich großen See meines Selbstmitleids zu ertrinken und verließ das Badezimmer schnell wieder, um endlich Ruhe im Schlaf zu finden. Auf dem Weg ins Gästezimmer wünschte ich Marie noch schnell eine „Gute Nacht“ und verschwand dann ins Gästezimmer, wo Tom immer noch mit der Bettwäsche kämpfte.

Mir huschte zum ersten Mal seit zwei Tagen ein Lächeln über die Lippen. „Hey, was gibt’s da zu lachen? Du siehst hier den besten Hausmann aller Zeiten bei der Arbeit, also bitte, bitte... Autogramm und Applaus, aber erst nach getaner Arbeit.“, ich half ihm und nach ein paar Minuten hatten wir den Kampf gegen Kopfkissen und Bettbezügen gewonnen.

„Na dann, gute Nacht, Bill. Ich werde dann jetzt mal das Abschiedsgeschenk meiner Freundin entgegennehmen. Wir versuchen auch nicht so laut zu sein.“, lachte Tom und verschwand nachdem auch ich ihm eine „Gute Nacht“ gewünscht hatte, aus dem Gästezimmer.

Ich nahm meine aus der Reisetasche, die Tom ins Gästezimmer gestellt hatte, ein Schlafshirt und ließ mich rückwärts aufs Bett fallen, vielleicht hatte ich in diesem Moment auch das Gefühl, das eine gewisse Last, die ständig auf meinen Schultern lastete, von mir abfiel. Nachdem ich mich zugedeckt hatte, fiel ich direkt ins Land der Träume...

...Allein, in einer großen, fremden Stadt, in einem fremden Wohnung, in einem fremden Bett...

________________________

Und, wie hat es euch gefallen?
Ich wollte euch ja bei meiner zweiten Slash-FF mit den Simo-Kram verschonen, aber da hole ich mir am Freitag die neue CD und höre "Still stehn", ja und da dachte ich, das muss in die FF, das passt perfekt, also na ja, ist ja auch ein bisschen mein Markenzeichen, ne?
Na ja, wie man jetzt bereits erahnen kann, kommen Bill und Tom sich nicht so schnell näher, immerhin hat Tom ja auch ein Freundin...aber die FF ist...Slash..., also keine Sorge...Na ja, soll ja auch anders sein, als *~*Sekunde der Unendlichkeit*~*. Extrem dumme Rechtschriebfehler bitte ich auf Grund der akuten Grillung der Autorin nachzusehen. So und jetzt muss ich auch von dieser Stelle bekunden, dass ich es sehr schade finde, dass unser aller Klinsi zurückgetreten ist *lol*, okay interessiert hier keinen.

Bis denn
LG
CoOL
lilsunnygirl - 12.07.2006, 18:54

omg O__o
deine ff is so hamma..
is zwar bissl blöd dass sie nich so schnell zam kommen.. :cry:
aber bei dem schreibstil macht des ja aml ga nix..
du sagst iumma dass fehler drin sind aber ich seh irgendwie nie welche >.<
freu mich aufn nächsten teil

*knutscha*
Red Rabbit - 12.07.2006, 19:30

ich find die ff jetzt schon total mitreißend! ehrlich gesagt finde ich es ganz gut, wenn es zwischen bill und tom nicht so schnell zur sache geht. das macht alles noch spannender und wirkt nicht so realitätfern. du hast echt nen geilen schreibstil. das hat mich schon bei deiner ersten ff so beeindruckt.
rechtschreibfehler hab ich trotz deiner grillung (XD) nicht bemerkt und wenn, ist auch egal xD!

bin sehr gespannt, was du für den weiteren verlauf geplant hast!
Pingu - 12.07.2006, 20:14

Moin...
So heiß bei euch?Hier is es endlich mal auszuhalten..ich wache nich morgens auf und denke:*pling*Ich bin gar...


So,kommen wir zum Teil...

Schreibstil wie immer grandios,Fehler habe ich einfach übersehen und beide augenzugedrückt...obwohl,nee,dann hätt ich ja net mehr lesen können,sagen wir,ich hab ein auge zugedrückt....


Moah,hier herrscht dicke luft...das macht keinen spaß mehr....

deswegen is mein commi nur so kurz...


baba

Pingu


ps:nä. mal gibst nen längeren Commi...
Leela - 12.07.2006, 20:43

wow
das war heftig geil...war total versunken...
einfach spitze
tom is ja mal spontan....find ich gut
und das er ne freundin hat amchts ja noch spannender
der sol Bill dann mal schön beibringegn das er doch geliebt wird....irgendwann :wink:
ansonsten alles genial :-D
kissa - 12.07.2006, 22:13

hey^^

der teil war wider mal hammergeil! :-D
och manno du kannst doch nich gehen! :cry:

naja ich hoffe auf ein baldiges weiter schreiben :wink:

grüßchen kissa
SaM19 - 13.07.2006, 23:37

hi cool :-D

ich hatte endlich mal zeit mich durch deine langen teile zu wühlen und ich bin sprachlos :shock:
wie kann man so gut schreiben?
ok, ich habe hier und da tipp-fehler gesehen, liegt daran, dass mir sowas immer auffällt, aber schriftfehler bei mir selber find ich so gut wie nie :roll: aber bei anderen schon..komisch, nich?

aber das ist mir egal, also die tippfehler mein ich :roll:
hauptsache man weiß, was du meinst und der inhalt stimmt :-D

die art, wie du schreibst, gefällt mir echt sehr gut, du hast echt einen genialen stil!

du zählst hier zu den besten ff-autoren, respekt!

ich kann dich nur loben, denn was schlechtes hab ich an dieser ff nicht gefunden.
ist einfach alles super!
tolles thema und tolle hauptpersonen :wink:

du hast echt ein tolles schreibtalent, ich glaub, dass hatte ich schon mal irgendwo zu dir gesagt, aber man kann es nie oft genug sagen, wenn es stimmt :-D

ich bin echt gespannt, wie es jetzt mit bill weiter geht, schließlich wohnt er da nur für eine nacht...naja vielleicht ein gespräch am frühstückstisch und bill wird für immer da wohnen :D
wenn tom erstmal erfährt, dass bill keine ahnung hat, wo er hin soll und so...naja wir werden sehen :wink:

ich freue mich auf die nächsten teile und hoffe, dass ich dafür zeit habe sie zu lesen :wink:

ich wünsche dir viel spaß im urlaub und hol dir keinen sonnenbrand 8)
und bring mir gute-urlaubs-laune mit :-D


joa das wars heute von mir auch schon...

hdgggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggdl
*knuff knuff*
baba deine samylein :wink:
CoOL - 14.07.2006, 16:38

Danke erstmal für eure Kommis, echt ich freue mich über jedes einzelne riesig!!!
Jetzt eine "schlechte" Nachricht, für die die es noch nicht bekommen haben. Da die CoOL ab heute Ferien hat, d.h. sechs Wochen Erholung, haben ihre Eltern ihr, auf Grund ihres guten Zeugnisses und der Versetzung in die zehnte Klasse und das erreichen eines Etappenziels in Richtung Abitur. An dieser Stelle möchte ich echt mal allen Lehren danken, die mir Tag für Tag auf die Nerven fallen. Und nochmal herzlich bei Herrn Beckern, der mir den Durchschnitte von 1,5 vermiest hat, weil sie mir in Bio ne zwei gegebn haben. Okay, das interessiert hier jetzt niemanden, aber es regt mich heute verdammt auf!!!
Also, ich werde morgenfrüh für zwei Wochen mit meiner Freundin an den Stockweier fahren, d.h. zwei Wochen keine neuen Teile und auch keine CoOL im Forum. Vllt. freut es euch, dass ich euch nicht mit meine FFs aufn Keks geh, aber vllt. findet ihr es auch net so cool. Aich egal: Ich habe jetzt Urlaub!
Bis denn
LG
CoOL
CoOL - 28.07.2006, 23:14

*Tusch einspiel*
Die CoOL ist zurück und leider in zwei Wochen auch schon wieder weg. Aber heute nach dem Urlaub hatte ich ja mal nen netten Tag, mich trotz anhaltender Hitze, hinter die Tastatur zu schwingen. Ja und heute Nachmittag habe ich mir dann, als Nicht-TH-Fan das neue Video reingezogen und ich muss sagen, dass ich nicht wirklich begeistert bin, aber "Wir schließen uns ein" hat Chancen den Weg in meinen iPod zu finden.
So das interessiert hier jetzt auch keinen. ich muss euch schon mal vorwarnen, auch nächste Woche wird es nicht viele FF-Teile von mir geben, ich habe noch Redaktionssitung und am nächsten Freitag ist erstmal Silbermond in Ulm...und ich bin mit von der Partie.
Okay, an alle deren FFs ich lese, meine Kommis kommen noch, aber ich musste die ganze Woche auf meine Nachbarin aufpassen und da hatte ich noch keine Zeit zum Lesen, aber kommt noch, versprochen.
Ich hoffe, dass euch der Teil gefällt.

Have fun!

___________________________


...

Am nächsten Morgen wurde ich vom Schlagen einer Tür geweckt, ich hob meine Lider und sah die schwache Novembersonne, die den Raum in ein schönes Licht tauchte, die Welt fröhlich und bunt aussehen ließ, einen Kontrast zu meinem düstern, dunklen, einfarbigen Leben bot. Wo war ich eigentlich? Langsam begann meine wirren Gedanken wieder Form anzunehmen.

Ich war in Hamburg, bei...ähm...bei Tom, den ich überhaupt nicht kannte, in seiner Wohnung, im Gästezimmer. Mein Gott, hatten sich die Ereignisse doch überschlagen... Zwei Tage war es her, da hatte ich ES erfahren und gestern; ja gestern hatte ich von ihm, dem Feind, erfahren. Heute war ich in Hamburg...

Ich drehte mich noch einmal um, vergrub mein Gesicht im Kissen und wünschte mir für eine kleine, verdammte Sekunde, dass es endete... Verwarf die tödliche Versuchung jedoch schnell und erhob mich, um den Gedanken gar nicht zu Ende zu denken. Sollte ich jetzt einfach in Toms Wohnzimmer spazieren, als seien wir Freunde? Das wäre auch merkwürdig gewesen.

Ich öffnete die Tür zum Flur und sah dass dieser leer war. Ohne Ziel schlich ich auf Zehnspitzen quer durch den Flur. Immer noch unschlüssig, ob ich nicht vielleicht doch direkt hätte verschwinden sollen, wagte ich einen Blick ins Wohnzimmer, auch dieses war leer. Im nächsten Moment öffnete sich eine andere Tür des Flurs, ruckartig drehte ich mich um.

„Guten Morgen, Bill. Na, gut geschlafen?“, fragte Tom, der lediglich mit einer Boxershorts bekleidet und mit tropfenden Dreads, das Bad Zimmer verlassen hatte. „Morgen...ich...ähm...ja, habe gute geschlafen, danke. Und du?“, mir war die Situation irgendwie peinlich, er muss gedacht haben, dass ich in seiner Wohnung herum spioniere.

„Na ja, geschlafen nicht viel, aber gut war’s schon. Lust auf Frühstück?“, grinste Tom und strich sich die Wassertropfen, die aus seinen Dreads fielen, von seinem Oberkörper. „Ich...ja, also ich will keine Umstände bereiten.“, wenn ich nicht langsam aufgehört hätte zu stottern, hätte Tom mich wohl wirklich verdächtigt irgendetwas vorzuhaben, ich fühlte mich so ertappt.

„Ob ich allein, oder mit dir frühstücke, macht für mich keinen Unterschied. Abgesehen davon fände ich es ganz nett nicht allein am Frühstückstisch zu sitzen, also: Kaffee oder Tee?“, Tom war wirklich spontan und nett, na ja gegen ein nettes Frühstück hatte ich ja auch nichts. „Kaffee. Ich gehe nur schnell ins Bad.“, Tom nickte und verschwand in der Küche.

Ich ging zurück ins Gästezimmer und nahm eine frische Jeans, ein schwarzes T-Shirt, ein Handtuch, einige Kosmetika und frische Boxershorts aus meiner Reisetasche. Möglichst schnell begann ich im Bad mit dem Duschen, um Tom nicht zu lange warten zu lassen. Nach einer halben Stunde stand ich, in Rekordzeit gestylt, im Türrahmen der Küche.

Tom hatte den Tisch mit Brötchen, Marmelade, Orangensaft, Kaffee, Honig, Müsli, Obst, Jogurt, Milch, Eiern, Cornflakes und Wurst, wirklich mehr als reichlich, gedeckt. „Setz dich. Ich hoffe, dass irgendwas dabei ist, das dir schmeckt. Milchkaffee?“, Tom hatte mittlerweile eine Hose und einen Pullover angezogen und saß nun freundlich lächelnd am Tisch.

„Ja, gerne.“, ich setzte mich auf die andere Seite des Tisches. „Na, wohin geht die Weltreise denn jetzt?“, schon Toms Tonfall ließ erahnen, was er von meiner Notlüge hielt. „Ich...na ja...also, mal sehen.“, okay diese Antwort machte die Lüge auch kein Stück glaubwürdiger. „Bill, es geht mich zwar nichts an, aber das mit der Weltreise, glaubst du doch wohl selbst nicht, oder? Wenn du nen Platz zum Pennen brauchst, kannst du gerne hier bleiben, du musst mir auch nicht erzählen, weswegen du hier bist.“

Sollte ich sein Angebot annehmen? Ich kannte ihn kaum und wollte ihm auch nicht auf die Nerven gehen, aber ich brauchte wirklich ein Dach über dem Kopf und meine finanzielle Situation war auch nicht wirklich rosig. Okay, ich war nicht total pleite, aber ein Hotel hätte ich mir auf Dauer nicht leisten können. „Ich weiß ja nicht...“

„Mann, jetzt gib’ dir mal nen Ruck, willst du lieber auf der Straße pennen? Ne, oder? Also, wenn du keinen Bock mehr auf mich hast, kannst du immer noch gehen, du kannst einfach so lange hier wohnen bleiben, wie du willst.“, Tom nahm ein Schluck aus seiner Kaffeetasse und schaute mich erwatungsvoll an. In diesem Moment hatte ich nicht wirklich viele Alternativen, wo sollte ich schon hin?

„Okay, aber nur wenn es dir wirklich nichts ausmacht?!“, Tom biss herzhaft in sein Marmeladenbrötchen und wendete sich dann wieder mir zu. „Mann Junge, soll ich mir das auf die Stirn tatoovieren? ICH HABE NICHTS DAGEGEN, DASS DU HIER WOHNST!!!“, Tom hatte den letzten Teil des Satzes schon fast geschrieen. „Danke, das ist echt cool. Aber dann beteilige ich mich natürlich an der Miete.“

„Bill, schau mal, ich wohne hier mit Marie seit einem Jahr, wir zahlen seit einem Jahr die Miete und ob du jetzt hier wohnst oder nicht, ist für die Miete völlig egal. Also wenn es dir dann besser geht, gibst du mir jeden Monat 10 € und dann hat sich das.“, das konnte ich jetzt aber wirklich nicht annehmen. „10 €, das ist aber wirklich zu wenig!“

„10 € und keinen Cent mehr, so und jetzt ist die Diskussion beendet. Hast du eigentlich schon nen Schulabschluss, oder so?“, na ja über die Miete hätten wir auch später noch reden können. „Nein, also ich bin, da wo ich herkomme, in die zehnte Klasse gegangen und wollte Abi machen, aber ich glaube nach der Neunten hat man ja Hauptschulabschluss, also müsste ich den haben, aber davon kann man sich ja heute auch nichts mehr kaufen. Und was machst du?“

„Ich studiere im ersten Semester Grafikdesign, ja und wie du gesehen hast kellnere ich in der Bar meines Vaters, zwar nicht wirklich spannend, aber ganz gut bezahlt. Wie alt bist du eigentlich?“, Grafikdesign ist wirklich interessant, ich hatte auch mal daran gedacht das später zu studieren. „Ich bin sechzehn. Und du?“, das artete ja zu einem richtigen Verhör aus.

„Ich bin neunzehn, also habe gerade dieses Jahr Abi gemacht. Willst du dich hier an einem Gymnasium anmelden, wenn du willst kann ich dir ja mal meine alte Schule zeigen, da war’s eigentlich ganz in Ordnung. Ich weiß ja nicht wie lange du bleiben willst.“, ich konnte hier unmöglich zur Schule gehen, meine Eltern würden mich als vermisst melden und dann wäre ich schneller aufgeflogen, als ich bis drei hätte zählen können.

„Ich...also nein, ich lehne das deutsche Schulsystem ab.“, das hatte ich jetzt nicht wirklich gesagt, oder? Also da war die Idee mit der Weltreise eindeutig glaubwürdiger. „Also, ich wollte ja nicht nachfragen und du musst jetzt auch nichts antworten, aber Bill, ich bin auch nicht ganz so dumm, wie ich aussehe: Du machst keine Weltreise und du lehnst auch nicht das deutsche Schulsystem ab, du bist abgehauen!“

Okay, Schiff versenkt. Mein Blick wanderte sofort zu meinem Brötchen und schien es nun förmlich zu durchbohren, nein aufzufressen, aber es wurde und wurde nicht kleiner. Was sollte ich jetzt auch groß sagen, zugeben? Nie. Ich beschloss das Thema einfach zu ignorieren, schließlich hatte er gesagt, dass ich nicht antworten musste, auch wenn es vielleicht ein stilles Schuldeingeständnis war. „Wie alt ist denn Marie?“, meine Blicke drohten immer noch das Brötchen auf meinem Teller zu verschlingen.

„Marie ist schon zweiundzwanzig und auch schon fast mit ihrem Studium fertig, sie ist jetzt nach Stockholm gefahren und dann hat sie Examen.“, Tom schien nicht weiter nachhaken zu wollen, jedoch sagte mir sein leichtes Lächeln auf den Lippen, dass er mich ertappt hatte und sich dessen auch bewusst war. „Schon zweiundzwanzig, dann ist sie ja drei Jahre älter, als du.“, okay vielleicht sollte ich mich besser nicht in sein Privatleben einmischen, ich wollte ja auch nicht, dass er etwas über mein Leben erfuhr, niemand sollte das.

Tom jedoch lächelte nur und nickte. „Sorry, ich wollte mich nicht in dein Leben einmischen.“, ich denke mir wäre diese Frage auch nicht angenehm gewesen, schließlich kannten wir uns eigentlich gar nicht. „Nein, nein, du bist nicht der erste und wahrscheinlich auch nicht der letzte, der das sagt. Ich fand es am Anfang auch merkwürdig, aber ich denke nicht, dass man planen kann wen man liebt und wen nicht, was machen schon drei Jahre?! Was mich aber nervt ist, dass die Menschen so intolerant sind, weißt du, wäre ich drei Jahre älter und sie die Jüngere, würde niemand etwas sagen. Nur weil Marie älter ist, macht jeder so ein Drama draus.“

„Ich hatte das eigentlich einfach nur so daher gesagt, also ich habe da überhaupt kein Problem mit, es geht mich ja auch gar nichts an.“, Tom trank einen Schluck Kaffee und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. „Na ja, das wollte ich dir auch nicht unterstellen, du bist ja selbst nicht gerade das, was man unter „normal“ versteht, so rein äußerlich, aber mein Lebensziel, war Normalsein noch nie.“, nein, „Normalsein“ war auch noch nie meine Lebensziel.

„Ich finde „Normalsein“ auch gar nicht wichtig, eigentlich ist „normal“ ja nur Durchschnitt, ich ziehe einfach das an, was mir gefällt, ist ja auch egal, was die anderen sagen und wenn sie mich für ein Mädchen halten, bitte, wenn interessiert’s? Mich nicht.“, Tom nickte und reichte mir die Obstschüssel. „Auch nen Apfel?“, ich nahm mir einen und sah mich ein bisschen in der Küche um, schließlich sollte ich hier für die nächste Zeit wohnen.

„Eure Wohnung ist wirklich schön eingerichtet.“, Tom lächelte. „Danke, aber da musst du Marie loben, sie hat das alles eingerichtet. Ich bin da nicht so, wie soll ich sagen, interessiert. Sag mal was anderes: Was hörst du eigentlich für Musik?“, wenn ich nicht langsam aufpasste, hätte es passieren können, dass ich Gefahr lief mich mit ihm anfreunden zu wollen. Freundschaft war Zuneigung, vielleicht auch in gewisser Liebe und die tat verdammt weh, vor allem wenn sie enttäuscht wurde.

„Rock, so Green Day, 3 doors down und so. Du?“, andererseits war er echt nett, aber er durfte mir einfach nicht zu nahe kommen, denn dann käme ich vielleicht in Versuchung ihm zu beichten, nein niemand sollte erfahren, warum ich hier war...ich hatte den Feind hinter mir gelassen, er sollte mich nicht noch einmal einholen, überholen. „Na ja, wie meine Klamotten vermuten lassen, HipHop, also hauptsächlich Samy Deluxe und so. Machst du auch Musik?“

„Na ja Musik machen wäre jetzt übertrieben, aber ab und zu singe ich mit meinem Freunden zu Hause...ähm...also da wo ich her komme. Ja und ich kann auch ein bisschen Klavier spielen, aber wirklich nur ein bisschen, und du?“, aber wie sollte ich mit ihm zusammen, in einer Wohnung, leben ohne etwas über mich zu verraten? Es fiel mir schwer dem Gespräch zu folgen, da meine Gedanken auf ganz anderen Wegen wanderten. „Ich spiele Gitarre, schon ne längere Zeit, aber eher weniger berauschend, also das ist halt so, ich habe vorher viel gespielt, aber du weißt ja der Abistress und so, da habe ich das alles ein bisschen vernachlässigt. In letzter Zeit spiele ich aber wieder öfter. Ich hab’s echt vermisst!“

„Kann ich mir vorstellen, also Musik ist für mich auch so ne kleine Sucht, das ist glaube ich, das Einzige was ich noch öfter mache, als Rauchen. Ist ja auch weniger schädlich. Ich wüsste gar nicht, was ich den ganzen Tag machen sollte, wenn ich nichts tun könnte, was in irgendeiner Form mit Musik zu tun hat, ich bin da ein bisschen extrem!“, ein Lächeln huschte über meine Lippen, es erstarb jedoch schnell wieder, denn im selben Moment tat es wieder so weh...weg von zu Hause, allein...

„Ich spiele auch leidenschaftlich gern, manchmal habe ich Marie schon so richtig zur Weißglut getrieben. Weißt du sie musste so oft lernen, weil sie ja bald Examen hat. Ich bin ein sehr perfektionistischer Mensch und habe dann hundertmal dasselbe Lied gespielt, sie ist fast verrückt geworden.“, lachte Tom, während er sich einen Jogurt öffnete. „Ist Marie schon früh weg?“, Tom gähnte erstmal herzhaft.

„Joah, ist sie. Mann, war das ne lange Nacht. Ich hoffe wir waren nicht zu laut?!“, fragt er und seine Wangen färben sich leicht rot. „Nein, ich habe geschlafen wie ein Stein, außerdem bin ich hier zu Gast, da sollte ich mich wohl nicht an euch stören.“, ich versuchte Tom beruhigend zu zulächeln. „Es war ja auch nicht geplant, dass du kommst und ich meine wir sehen uns ja jetzt auch vier Wochen nicht, ne?!“

„Mach dir wegen mir mal keinen Kopf, ich bin hier Gast und so verhalte ich mich auch. Also kannst du tun und lassen was du willst.“, Tom war wirklich wahnsinnig nett und offen, ich hatte echt Glück ihn getroffen zu haben, sonst hätte ich wohl auf der Straße gesessen. „Ach ja, du heute Abend kommen ein paar Freunde vorbei wir machen nen DVD-Männer-Abend, du bist natürlich herzlich eingeladen, als neuer Mitbewohner.“

„Ich will euch wirklich nicht auf die Nerven gehen, echt. Ich kann ja auch in die Stadt gehen, dann seid ihr ungestört.“, Tom verdreht die Augen und stellt seine Tasse wieder ab. „Bill, hast du irgendein Problem? Warum denkst du ständig, dass du störst. Wenn ich dich einlade, dann mache ich das, weil ich mich freuen würde, wenn du kommst. Wenn du mir unsympathisch oder lästig wärst, dann hätte ich dir kaum angeboten hier zu wohnen. Also wo liegt dein Problem?“

„Ich...ähm...wollte einfach nicht stören. Manche Menschen sagen nämlich ständig, dass man willkommen ist und irgendwann erfährt man, dass man sein ganzes Leben unerwünscht war.“, ohne wirklich über meinen letzten Satz und vor allem darüber, wie merkwürdig er auf Tom wirken musst, nachgedacht zu haben, hatte er meine Lippen verlassen und mir wieder einer dieser kleinen Ohrfeigen versetzt, die schmerzlicher kaum hätten sein können.

Toms Blick lag irgendwo zwischen Skepsis und Unverständnis. „Bill, also zum letzten Mal, du störst hier nicht und du wirst hier auch in absehbarer Zukunft nicht stören, falls du aufhörst dich ständig unerwünscht zu fühlen.“, Tom lächelte mir zu, vielleicht meinte er es ja sogar ernst. Nein, mit mir meinte es niemand ernst, niemand! „Bill jetzt komm schon, sei nicht so und leiste uns heute Abend Gesellschaft, bitte. Meine Freunde sind auch echt okay und die werden dich nicht ausschließen. Wir sind doch alle erwachsen und da muss sich niemand fühlen wie das fünfte Rad am Wagen.“

„Na ja, ich habe ja heute Abend sowieso noch nichts vor, dann werd’ ich wohl hier bleiben. Was wollt ihr denn schauen?“, ich wollte mich bei Tom ja nicht gleich unbeliebt machen, schließlich war ich ihm wahnsinnig dankbar wenigstens für einen gewissen Zeitraum, dessen Dauer mir damals noch völlig unklar war, eine Unterkunft gefunden zu haben. „Matthias will ein paar DVD’s ausleihen und dann mitbringen, aber ehrlich gesagt geht’s da gar nicht so ums DVD-schauen, sondern eher so ums Zusammensitzen, Männergespräche..., wenn du verstehst was ich meine?!“

„Nicht ganz, weißt du also meine Freunde, meine wenigen Freunde und ich machen eigentlich nur Musik, okay man unterhält sich natürlich auch. Über was unterhaltet ihr euch denn so?“, ich wollte schließlich nicht völlig unwissend und deplatziert in der Runde sitzen. „Na ja, Männergespräche halt: Frauen...und so...worüber man(n) halt so redet. Du musst natürlich nicht mitreden, wenn du nicht willst. Ich meine wenn du...also...na ja...auch egal.“

Ich konnte mir denken, was Tom sagen wollte, viele dachten es... Toms Stimme riss mich aus meinen Gedanken. „Ich hätte da mal ne Bitte, also kannst du vielleicht mit Einkaufen kommen, weil bei so nem Abend immer ziemlich viel Chips draufgehen ja und da bräuchte ich noch einen Träger.“, ich wollte mich nicht wieder fallen lassen in das Gefühl gemocht zu werden, denn er würde wieder folgen: der harte Aufschlag auf dem kalten Boden.

„Ja, natürlich helf’ ich dir.“, ich wollte lächeln, aber es misslang. Doch ich sollte wieder lernen zu lächeln, nein sogar richtig zu lachen, durch ihn, durch Tom...

_________________________

Na, wie war der Teil? Was wohl an diesem Abend bei so einem richtigen Männer-Abend passieren wird? Dumme Rechtschreibfehler sind zu entschuldigen, aber meine Augen fallen gleich zu und ich wollte euch ja heute noch nen Teil on stellen.
Ich hoffe mal wiedr auf eure KOMMIS!
Übirgens *~*Sekunde der Unendlichkeit*~* geht weiter, wenn meine wundervolle Co-Autorin mit ihrem Teil fertig ist, ich habe die FF nicht vergessen, auf das große Ende könnt ihr, meine liebe Leserschaft euch ja schon mal freuen.
Ich weiß noch nicht, wann ich das nächste Mal schrieben kann, aber ich bemühe mich euch nicht wieder so lange warten zu lassen.
Bis denn
LG
CoOL
Leela - 28.07.2006, 23:40

ich bin wieder begeistert........der teil war super authentisch
du schreibst genail.reale dialoge
und diese unerwünscht-fühlen von bill bringst du perfekt rüber
bin ja sehr gespannt auf den männerabend :wink:
lg
Red Rabbit - 29.07.2006, 00:01

ich freu mich total, dass es weiter geht! woah, das ist echt total spannend. kann es kaum erwarten zu erfahren, was als nächstes passiert.
speziell interessiert mich natürlich, wie es zwischen tom und bill weiter geht! da ist im moment ja noch so ziemlich abstand ... aber das ädnert sich hoffentlich bald *froh bin, dass marie weg ist* :lol:
~Tazuma~ - 29.07.2006, 16:28

boah ich liebe deinen schreibstil ...
der is einfach der pure wahnsinn

und deine ff's erst ich liebe ja schon ~sekunde der unendlickeit~
aber diese heir macht ihr wirklich langsam konkurenz
wenn das so weiter geht !!!

also kann nur sagen respekt
der teil war wieder richtig richtig geil

bin schon sehr gespannt was als nächstes passiert
und ob bill sich nicht doch noch tom 'öffnet'
was ich ja ma schwer hoffe
aber ich lass mich überraschen

mach weiter so ...

ggglg
tazu
SaM19 - 29.07.2006, 16:58

hi sarah :-D

schön das du wieder da bist, auch wenn du uns bald schon wieder verlässt.
vielen dank, das du für uns einen teil on gestellt hast, obwohl du hunde-müde bist :-D

ich kanns nur immer wieder sagen, dein schreibstil ist echt der hammer, sowas gutes habe ich hier noch nie gelesen!

bill nimmt das alles sehr mit und er hält sich sehr zurück, will sich mit tom nicht anfreunden und so, was ich sehr schade find, da er doch sehr nett scheint.
bill hat einfach angst wieder verletzt zu werden und das kann ich auch gut verstehen.
aber ohne freunde ist das leben doch auch blöd, oder?
man muss eben risiken eingehen, denn man wird ja nicht von jedem und auch nicht immer so stark verletzt, sondern vielleicht nur mal ganz leicht...

ich hoffe bill packt das, denn ohne freunde hat er glaub ich noch weniger chancen im leben.
und ich hoffe, das tom ihn nie verletzten wird, denn zu zeit ist bill eindeutig noch zu labil.


super teil!

alles voll gut geschrieben und beschrieben!

und diesmal habe ich keine rechtschreibfehler gefunden :wink:
aber weil du ja meintest, dass da welche drinne sind, da deine augen fast zu fallen, muss ich wohl heute blind sein, oder du konntest trotzdem gut tippen :wink:


ich freue mich schon auf den nächsten teil, auch wenn ich nicht weiß, ob ich zeit hab den zu lesen, leider...
aber ich denke ich pack das schon :wink:


hdggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggdl
*knuff knuff*
baba das samy :wink:
Pingu - 29.07.2006, 21:16

Aloha Pingu is auch unter den lebenden..ich komm leider erst jez dazu,den teil zu lesen...

aber,er gefällt mir...Tom is so lieb, dabei kennt er Bill doch gar nicht....aba meistens entwichelt sich aus sowas immer ne nette bekanntschaft,das durfte ich letztens auch feststellen *ihr leben wieder im Griff hat*
aba das tut hier ja absolut nichts zur sache,schließlich gehts hier um deine ff,nech?

Also Fehler hab ich nich wirklich gesehen, nur das du einmal in der Zeit verrutscht bist,aba das is nich schlimm,hat mich eigenltich auch nicht interessiert,ich sags nur, weil ich iwie total matschig bin heute...ich krieg kein richtiges commi hin....


und ich hab schon wieder meinen Fanden verloren....*such*
joa,also das mitm faden kann ich vergessen *nich wieder find*
dann sag ich einfach mal, das es nicht schlimm is, wenn der nä. teil n bissi dauert,was jez allerdings nicht heißen soll, dass mir deine ff ega is,ich mein damit nämlichn ur, das ich dir deswegen nicht untreu,denn für mich gehörst du mir Goldjunge zu den Leuten,die sich richtig krass ausdrücken können und deren ffs ich verschlinge....


gut, das solls von mir gewesen sein....

lg

Pingu *winkz*
lovelyxkiss - 30.07.2006, 07:41

Dadurch, dass ich deine eine FF verschlungen habe, musste ich natürlich auch deine anderen durchlesen...
Also diese hier gefällt mir auch wirklich gut!
Die Idee ist klasse.. Und das Tom drei Jahre älter ist, ist auch toll ^^ [Marie ist drei Jahre älter als er.. Tom hat's aber mit seinen drei Jahren, was? :wink: ]
Nyo... Schreibstil, klasse wie immer.
Wie gesagt, die Emotionen bringst du super rüber.
Bin schon gespannt, wie's weiter geht!
bills-schatziii - 02.08.2006, 12:39

Hey CoOL!
Nun habe ich auch endlich mal deine FF gelesen... Ich war von jedem Wort gefesselt und nun bin ich leider auch schon durch... Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, es ist alles sehr schön detailliert und ansprechend beschrieben. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass du sehr viele bildliche Darstellungen in die Geschichte einbaust, die Bill mit seinem Leben vergleicht... Hier zum Beispiel die Glasschreibe, die viel schneller bricht als Bill innerlich... Was ich sehr schön beschrieben finde mit dem Vergleich, dass er eher langsam bricht, wie der Ausbruch eines Vulkans, der sehr langsam beginnt.
Dazu ein anderes Beispiel ist der Vergleich von Bills Leben mit einer Reihe von Dominosteinen, die alle wie in einer Kettenreaktion umfallen und so sein ganzes Leben zusammenbricht.
Diese ganzen symbolischen Darstellungen machen es dem Leser sehr viel einfacher, sich in Bill hineinzuversetzen und sich mit ihm zu identifizieren hier ist bzw. sind mir auch der Lebenskreis bzw. die Lebenskreise sehr positiv aufgefallen... Ich finde das ist eine Unheimlich schöne Vorstellung, die mich sehr angesprochen hat
Auch mit der Stelle „Schwarz...genau wie mein Leben.“ Triffst du Bills Gefühle so genau auf den Punkt, dass ich manchmal wirklich nicht mehr wusste, was ich dazu sagen soll, weil es alles so passend und anrührend war.
Als du am Anfang Bills Reaktion auf „die 7 Worte“ beschreibst mit „der Satz traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte das Gefühl K.O. gegangen zu sein, erschlagen von den Worten meines Vaters.“ War ich sehr gerührt. Schon an dieser Stelle hat mich deine Geschichte in ihren Bann genommen und in sich gefangen, so dass ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen... ich weiß nicht, wie lange ich jetzt hier schon vor meinem Pc sitze und jedes Wort, was du geschrieben hast verschlinge.
„Vielleicht verlor ich irgendwann die Kraft zu weinen.“, bei diesem Satz hatte ich das Gefühl selbst gleich weinen zu müssen... Ich habe mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie schwach Bill sein musste, wenn er sogar die Kraft zum Weinen verliert... das hat mich so sehr angesprochen... Ich bin selber nahe am Wasser gebaut und empfinde ziemlich schnell Mitleid mit anderen Personen, weil ich mich sofort in sie hineinversetze und ihre Gefühle fühlen kann... Das hast du mit deiner Geschichte auch sehr gut geschafft... ich hatte manchmal fast das Gefühl, Bill zu sein und all das zu fühlen, was er fühlt... und es war hart... Dieses Gefühl des nicht-geliebt-werdens, was ich selber auch schon gefühlt habe, aber zum Glück nicht in solchen Dimensionen.
„DER FEIND! [...] Aber mit dem Feind im Nacken, im Geldbeutel, im Bauch meiner Mutter!“ mit diesem Wort, was du so sehr an den Embryo geknüpft hast, das es mir selbst vorkam wie der wirklich Feind, hast du gleich weitere Emotionen ausgelöst... der Feind nimmt Bill alles, jedenfalls scheint er es zu tun.... und man fängt an ihn zu hassen, ohne wirklich steuern zu können, warum... was hat dieser ungeborene Säugling getan? Nichts...
Was mich im weiteren Verlauf der Geschichte noch sehr gerührt hat, war Bills Wunsch zu sterben „Wollte, dass der letzte Kreis sich schloss, das es aufhörte wehzutun...“ Du hast all die Metaphern so in die Geschichte eingebaut, das sich alles zu einem Ganzen schließt, weil du immer wieder darauf zurückkommst. Was zum Beispiel auch beim Regen, den du als Tränen von Bills Oma bezeichnest sehr schön gelungen ist.
Was mir zudem noch sehr positiv aufgefallen ist, ist dass du Lebensweisheiten mit einbaust. Das finde ich selbst sehr schön und mache es auch in meinen FF immer mal wieder... Hier zum Bespiel, was du gleich ziemlich am Anfang geschrieben hast.
„Lieben kann man erst, wenn man erkennt, dass wahre Liebe die Fähigkeit ist, geliebt zu werden.“ Dieser Satz ist so zutreffend und wahr und so wunderschön.
Genau wie der folgende „Liebe war ein Geschenk, dass man nicht einfordern konnte, das einem zuteil wurde..., oder nicht.“ Deine eigenen Gedanken in dieser FF haben mich so sehr zum Nachdenken angeregt, dass ich mich wirklich glücklich schätze, so eine Familie zu haben, wie ich es habe. Ich habe meine Familie schon immer sehr geschätzt, aber du machst einem mit deinen Worten noch einmal klar, wie wichtig es wirklich ist, bedingungslos geliebt zu werden und wie leicht einen ein einfacher Zufall (falls es denn Zufälle gibt, was ich nicht wirklich glaube...) aus der bahn werfen... und einen von innen heraus zerstören kann.
Als letztes kommt noch der folgende Satz, „Ich war so allein, doch auch wenn ich mich mitten in einer Menschenmenge befunden hätte, hätte ich mich allein gefühlt. Ich war so verlassen.“, der mich sehr gerührt hat, weil er auch alles wieder so genau trifft... Er ließ mich, mich selbst so klein und verloren fühlen... verloren in der Einsamkeit...
Toms Rolle in deiser Geschichte finde ich auch sehr süß. Er is so ein Lieber xD
Hier finde ich es auch ganz wunderbar, dass Bill und Tom langsam näher kommen, denn schließlich entwickeln sich Gefühle ja nicht von heute auf morgen...
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir deine Geschichte sehr gut gefällt, sie ist so wunderschön geschrieben und so nah an mein Herz gekommen, wie es nur bei wenigen FFs der Fall ist. Dein Schreibstil ist wirklich sehr außergewöhnlich und sehr ansprechend. Das Thema, was du aufgegriffen hast, gefällt mir sehr gut. Natürlich ist es ein bisschen dramatisiert, aber das ist nun mal so in Geschichten und auch sicher hier nicht störend. Ich finde es angenehm, dass deine Geschichte nicht gleich so überrumpelnd und unrealistisch ist, dass Bill anfängt sich zu ritzen oder einen Selbstmordversuch startet. Das ist mir nämlich meistens zu viel, da es in vielen Geschichten einfach total unrealistisch kommt.
Ich hoffe, du konntest etwas mit meinem Kommentar anfangen und denkst jetzt nicht, dass dir genau das ja schon tausend Leute gesagt haben.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil und dieser kommt hoffentlich bald! ;)

Wenn du Lust hast, würde ich mich sehr freuen, wenn du dir mal meine neue FF „*~Love is Breakable~*“ (in d