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Kodi - 12.07.2007, 05:53
Unregelmässige Verben
Moin.
Ich habe mir vorhin in einer Nacht in der ich nichts zu tun hatte mal die Wikipedia Seite über das Altenglische durchgelesen, und bin beim Verb "sein" auf die Frage gestossen, wie unregelmässige Verben überhaupt entstehen.
In Sachen Sprachentsteheung muss ich noch einiges dazulernen... (Wenn du weblinks hast, immer her damit. Hab atm wenig zu tun :P)
http://de.wikipedia.org/wiki/Anglo_Saxon Der Artikel übers Angelsächsische
kensen - 12.07.2007, 07:04
Also, ich muss gleich duschen gehen, damit ich meinen Zug nicht verpasse... Aber das hier schreibe ich noch kurz:
Unregelmässigkeit ist ein Anzeichen häufigen Gebrauchs und der damit verbundenen Vereinfachung in Aussprache ud grammatikalischer Regelung. "sein" ist in jeden Fall sehr speziell...
Ich vermute, dass unser heutiges "sein" über das griechische "phyo" = "wachsen, gedeihen" entstanden ist, da die Vergangenheitsform "ephysan" lautet, was dann in etwa "gewachsen, gediehen" bedeutet, also etwas in seinem jetzigen Zustand bezeichnet (wie es eben jetzt ist). Die Entstehung der heutigen Formen lassen sich auf das germanisch-gotische "wisan" = "sein" zurückführen.
Gruss
Kensen
PS
Hatte mal alle gewarnt: Fangt ned mit Sprachgeschichte an, sonst schreib ich euch platt :P
Kodi - 14.07.2007, 14:30
Verstehe. Naja, hätte ich eigentlich auch selber drauf kommen können ^^.
Naja, nen ganz gutes Beispiel is das Finnische:
sein - olla
Ich bin - Minä olen
Du bist - Sinä olet
Er/Sie ist - Hän on
Wir sind - Me olemme
Ihr seid - Te olette
Sie sind - He ovat
ANSTATT:
Minä ollan
Sinä ollat
Hän ollaa
Me ollamme
Te ollatte
He ollavat
Da sieht man ja, was man besser aussprechen kann :)
Shah1994 - 30.04.2008, 22:23
kensen hat folgendes geschrieben: Ich vermute, dass unser heutiges "sein" über das griechische "phyo" = "wachsen, gedeihen" entstanden ist, da die Vergangenheitsform "ephysan" lautet, was dann in etwa "gewachsen, gediehen" bedeutet, also etwas in seinem jetzigen Zustand bezeichnet (wie es eben jetzt ist). Die Entstehung der heutigen Formen lassen sich auf das germanisch-gotische "wisan" = "sein" zurückführen.
Interessante Vermutung. Allerdings sehe ich eher einen Zusammenhang zwischen dem griechischen "phyo", dem englischen "to be", den deutschen Formen ich bin, Du bist, dem Verb "bauen" und dem lateinischen fui = bin gewesen. Zurück gehen diese Formen auf die idg. Wurzel *bheu - "wachsen, werden, sein". Möglich, dass das Verb "wisan" auch darauf zurückgeht.
kensen - 01.05.2008, 19:32
Nein, sicher, dass es darauf zurückgeht ;)
Es kann zwar geschehen, dass einige Formen eines Verbs von einem anderen abgeleitet werden, aber in diesem Fall ist das sehr unwahrscheinlich. Schau dir einmal gotische und altgermanische Konjugationstabellen von "wisan" an.
Wahrscheinlich wurde die Aoristische Form "ephysan" als "efisan" ins Germanische übernommen und bezeichnete dort schon früh einen Zustand. Das "wisan" ist dann lediglich die logische Abschwächung, welche übrigens auch bei lat. "esse" zu finden ist. Die Form wurde wohl auch dort als "efuisse" übernommen und bezeichnete erst auch perfektivisch Zustände. Später schwächte sich die Form selbst aber ab und wurde zur praesentischen Seinsbedeutung geändert.
Meiner Ansicht nach sieht die Tabelle wie folgt aus:
Ursprung: idg. *bheu
griech: phyo; aoristisch: ephysa
lat: ephysa --> efusa > fuisse > wesse > esse (wobei fuisse in seiner perfektivischen Bedeutung erhalten blieb)
germ: ephysa --> efisa --> wisa(n) --> fsain --> sein
Gruss
Kensen
Shah1994 - 01.05.2008, 21:27
Das bringt das Ganze natürlich in einen einheitlichen Zusammenhang.
Ich nahm immer an, dass sich das Verb "sein" von der idg. Wurzel *es- ableiten würde. Siehe auch sanskr. ásmi - "ich bin" etc. So stehts zumindest in den Büchern :P
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