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Möchte dola da zustimmen, aber auch hinzufügen, dass es eine ganze Zeit dauert, bis man als Sänger, gerade als Anfänger (und dazu zähle ich auch Gesangsstudenten am Anfang der Ausbildung noch), Eigenständigkeit entwickelt und ein sängerisches Selbstbewusstsein aufbaut. Es ist nicht so einfach, gegen eine anerkannte Koryphäe (die leider oft nur für das eigene Stimmfach gilt) anzureden, auch das müssen die meisten erst lernen. Traurig, aber wahr.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung noch zu gut und habe mir da auch viel zu viel reinreden lassen, was ich auch übelst bezahlt habe. Aber man ist es schon irgendwie selbst Schuld, wenn man sich zu viel gefallen lässt, ganz klar ...
Um zu Octavianes Ausgangsfrage zurückzukommen: Als ich noch schwerpünktmäßig Klassik gesungen habe, habe ich eigentlich immer in benachbarten Fächern "gewildert". Ich denke auch, dass es gar nicht geht ohne, denn die Stimme ist ja nun mal nichts, was sich in eine Schublade stecken lässt, ach wenn viele das glauben. Die einen passen vielleicht besser in eine, viele aber doch eher nicht, denke ich. Ein eindeutig leichter Sopran wird sich sicherlich weniger "umsehen" als ein hoher Mezzo, der vielleicht nicht mal nur zwischen zwei Fächern, sondern sogar zwischen zwei Lagen liegt. Strebt man eine Profikarriere an, sollte man sicher bemüht sein, "sein" Fach so gut es geht abzudecken. Ansonsten sehe ich das relativ gelassen.
Es gibt ja auch Stimmen, die passen wirklich in keine Schublade. Ich selbst z.B. gehöre da auch zu, weil meine Stimme eigentlich in keine der "vorgefertigten" Kategorien passt. Für einen echten lyrischen Mezzo bin ich von meiner Wohlfühllage her oft 1-2 Töne zu tief gelagert, für einen dramatischen fehlt mir die Durchschlagskraft. Für einen tiefen Alt habe ich nicht genug Tiefe, für einen dramatischen nicht genug Schmackes. Ich bin auch kein Alt, genausowenig allerdings ein Mezzo, der in eins der zwei Fächer passt. Ich wäre so der klassische "Kirchenalt", denn die meisten der Altpartien sind da eher was für tiefere Mezzi (natürlich nicht alle, aber für einen echten Alt liegt dann vieles wieder relativ hoch).
Eine Stimme ähnlich meiner wäre tendenziell auf Lied und Oratorium eingegrenzt, was ja auch reizvoll sein kann. Was aber, wenn man an die Oper WILL? Dumm gelaufen ...
Wenn ich Opernarien singe, suche ich mir halt das raus, was von der Tessitura gut liegt - und das können Alt-, Mezzo- und sogar Sopranarien sein. Es gibt Sopranarien, die gehen super, dann gibt es Mezzoarien, bei denen breche ich mir eins ab. Aber, wie gesagt: Bei mir macht es auch nix mehr, da ich weder noch sehr viel Klassik singe, noch vorhabe, jemals auf einer Operbühne zu stehen (nehmen würden die mich eh nicht, davon mal ab *lol* ).
LG, Epo
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