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Re: Fragen zur Soziologie
PeterMaleu - 21.02.2006, 00:28
Fragen zur Soziologie
Hey ihr. In unserer Lerngruppe sind beim durchgehen der Vorlesung ein paar Fragen aufgetaucht. Vielleicht habt ihr noch Tips für uns. Was wir zu den Fragen meinten, hab ich noch dazugeschrieben (ps).
Was sind Inter-Rollenkonflikte von Schülern.
Ist "der schlechte Verlierer, der nach dem Verlieren des Doppelkopfspiels immer lauf flucht" eine soziale Rolle?
Was macht die vormoderne, stratifizierte Gesellschaft aus?
ps.:
Inter-Rollenkonflikte laufen doch immer zwischen ZWEI Rollen ab und nicht nur beim Schüler. Oder fällt euch was ein?
Ist nicht der "Doppelkopfspieler" die soziale Rolle und, dass er immer laut flucht ist: wie er die Rolle als Person ausfüllt?
In den stratifizierten Gesellschaften war die soziale Position durch den Rang bestimmt. Gab es Kommunikation zwischen den Angehörigen verschiedener Schichten? Wurden Rangdifferenzen in der face-to-face Interaktion zum Ausdruck gebracht? War die Familie das kleinste Schichtgefüge?
gruß
peter
Re: Fragen zur Soziologie
Paddy - 21.02.2006, 11:23
zum Thema Interrollenkonflikt: das ist meines Wissens ein Konflikt zwischen den verschiedenen Rollen eines Individuums, d.h. das Erfüllen der einen Rolle beeinträchtigt das Erfüllen einer anderen.
Am Beispiel Schüler: "Schüler" würde ich in der Tat auch nur als eine Rolle sehen. Ein Konflikt könnte auftreten, wenn XY ein Schüler ist aber gleichzeitg zu der coolen Clique gehören will. Von XY als Schüler wird erwartet pünktlich und regelmäßig zum Unterricht zu erscheinen. Mitglieder der coolen Clique haben es allerdings zu ihrem Markenzeichen gemacht zu schwänzen -> Konflikt: wie soll XY sich nun verhalten :?:
Re: Fragen zur Soziologie
Flex - 27.02.2006, 12:05
Re: Fragen zur Soziologie
PeterMaleu hat folgendes geschrieben: Was macht die vormoderne, stratifizierte Gesellschaft aus?
...
In den stratifizierten Gesellschaften war die soziale Position durch den Rang bestimmt. Gab es Kommunikation zwischen den Angehörigen verschiedener Schichten? Wurden Rangdifferenzen in der face-to-face Interaktion zum Ausdruck gebracht? War die Familie das kleinste Schichtgefüge?
Servus.
Also, soweit ich weiß, kann man sich die stratifizierte Gesellschaft am leichtesten als mittelalterliche Gesellschaft vorstellen - du hast oben (Hoch-) Adel und Klerus, darunter das Bürgertum und die Gutsbesitzer, wieder unterhalb die einfachen Leute und Unfreien.
Kommunikation zwischen den Schichten gab es sicherlich, woher sollten die "Unterschichtler" denn sonst wissen, welche Steuern sie zu zahlen hatten usw.
Rangdifferenzen wurden durch ausgeklügelte Systeme zum Ausdruck gebracht, zum Beispiel durch vorgeschriebene Kleidungsfarben, Schmuckstückanzahlen und so weiter. Die Erkennung des Ranges "funktionierte einfach", und daraus resultierte ein rangtypisches Verhalten gegenüber den Kommunikationspartnern, mit Ehrbezeugungen, Demutsverhalten, Befehlsgewalt oder Gehorsam, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Typisch ist zum Beispiel, daß sich die Tafelgäste erst erhoben, wenn der König sich erhob - das ist meines Wissens nach heute oft noch so - die Gäste verlassen die Veranstaltung erst, nachdem der Gastgeber sich zurückgezogen hat.
Die Familie als kleinstes Schichtgefüge zu sehen... ich weiß nicht, meine persönliche Meinung ist, daß die Familie selbst wieder ein verkleinertes Abbild der Gesellschaft war, der Patriarch als Herrscher, die (männlichen) Kinder gleichsam als ihm unterstellter Adel, danach die Frauen und weiblichen Kinder, dann die Angestellten.
Für die Richtigkeit kann ich keine Gewähr geben, nur meine persönlichen Gedanken... ;-)
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