Liebe cantilene,
ich wollte das SO auch gar nicht verstanden wissen. Ich rede gar nicht von Traumata oder Neurosen (obwohl die sicherlich hin und wieder auch eine Rolle spielen, sie sind meines Erachtens aber nicht die Regel), sondern einfach von gewisser Praegung, welcher Art auch immer. Vielleicht ist das Wort "Elternersatz" ein bisschen komisch angekommen, das ist fuer mich aber noch nichts Neurotisches (obwohl ich im Falle von Wunderkindern wie Frau Mutter schon davon ausgehe, dass ihnen in ihrer Kindheit was ganz Essentielles gefehlt hat und deren Beziehungen durchaus neurotische Zuege haben koennen). Es geht da nur um gewisse Qualitaeten, die man bei einem Partner sucht. Und was das beim Einzelnen ist, haengt mit Sicherheit stark von der Familie ab, in der man aufgewachsen ist.
Ich bin fest davon ueberzeugt, dass man sich seinen Partner nach einem bestimmten "Muster" aussucht. Das mag jetzt erst mal unromantisch klingen, ist aber ganz sicher so. Warum steht der Eine auf Aeltere, der andere auf Juengere, die Eine auf Dickere, die andere auf Duennere? Das hat mit Sicherheit ganz viel mit Kindheitserlebnissen, Vater- und Mutterbild, erstem Partner etc. zu tun. Das ist doch lange nichts Schlimmes. Ich weiss z.B. von mir selbst sehr genau, warum ich mir den einen oder anderen Mann in meinem Leben ausgesucht habe - manchmal zwar leider nur rueckblickend

, aber gewisse Muster sind auch da zu erkennen, die hier auszufuehren allerdings eher nichts zur Sache tun ;-)
Wenn es da keine Muster oder Regelmaessigkeiten oder ein bestimmtes "Raster" gaebe, nachdem man sich einen Partner aussucht, gaebe es ja auch keine "Wiederholungstaeter/innen" ;-)
Hm, wenn der arme Pavarotti wuesste, fuer welche Diskussionen er hier herhalten muss
Edit: Du, schreibst "man verliebt sich in einen Menschen". Gottseidank tun das die Meisten von uns. BEVOR man sich in einem Menschen verliebt, checkt das Unterbewusstsein aber doch erstmal ab, ob die Person als "potenzieller Partner" in Frage kommt, und das laeuft garantiert nach einem bestimmten Muster ab. Wenn jemand mir von vornherein nicht gefaellt (und das hat jetzt nichts mit "Schoenheit" im eigentlichen Sinne zu tun), faellt er da von Anfang an durch, und weitere Kommunikation kommt dann oft erst gar nicht mehr zustande. Ich weiss, auch das klingt wieder sehr unromantisch, aber ich glaube, Keine/r hier ware mit seinem jetzigen Partner zusammen, wenn er oder sie irgendwas an sich haette, was von vornherein auf den ganz persoenlichen Geschmack nicht passt. Ich denke, da gibt es sowas wie "absolute Ausschlusskriterien", bei denen man direkt blockt, und Dinge, die zwar nicht so supergut gefallen, aber ggf. tolerabel sind, wenn man jemanden besser kennenlernt (auch das klingt furchtbar, ich weiss). Was das im Einzelnen ist, ist gsd sehr individuell ...
Ich bin eigentlich ein sehr romantischer Mensch, aber dass das alles keine Rolle spielt, wuerde mir im Traum nicht einfallen ...