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master - 14.04.2006, 17:16
Maroder Sarkophag in Tschernobyl
Die Reaktorruine in Tschernobyl könnte einstürzen. Davor warnt Greenpeace. 20 Jahre nach dem Unfall des ukrainischen Atomkraftwerks sei der Zustand der Schutzhülle katastrophal, teilte die Umweltschutzorganisation am Mittwoch mit.
Löcher in der Hülle
"In den letzten 20 Jahren ist viel zu wenig geschehen, um die Region vor dem explodierten Reaktor zu sichern", sagte Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. Der Sarkophag aus Stahl und Beton, der die Ruine von der Umwelt abschotten soll, sei vom Einsturz bedroht. Die Konstruktion ist nach Erkenntnissen der Umweltschützer instabil. In der Außenwand klafften Löcher, durch die der Wind radioaktiven Staub herausblase und Regenwasser eindringe.
Radioaktive Masse
Bei einem Einsturz des Reaktors würde eine radioaktive Staubwolke die Menschen in der Region niedergehen und sie einer zusätzlichen Strahlenbelastung aussetzen, befürchtet Breuer. Die Gefahr sollte mit der Stabilisierung des Sarkophags und einer neuen Schutzhülle eigentlich gebannt werden - von acht Projekten seien aber nur drei umgesetzt worden. Es gebe keine Lösung für das Hauptproblem: die hochgradig radioaktive Masse, zu der die Brennstäbe mit dem Baumaterial des Reaktors verschmolzen sei.
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