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Steve3 - 10.11.2006, 20:44
Tripp mit starkem Debüt
Tripp mit starkem Debüt
Hamburg, 9.November 2006
"Cool" fand John Tripp diesen besonderen Moment. Der 29-Jährige trug erstmals das DEB-Trikot - ausgerechnet gegen sein Heimatland. "Das deutsche Jersey überzuziehen, war ein tolles Gefühl", sagte der Stürmer des ERC Ingolstadt nach seinem Debüt in der Nationalmannschaft. "Die kanadische Hymne habe ich natürlich schon viel öfter gehört", berichtete der Deutsch-Kanadier, die deutsche wird er künftig wohl häufiger hören. Denn bei seiner Premiere empfahl er sich gleich für weitere Einsätze. Für das Land seiner Mutter Rosemarie zu spielen, war für Tripp schon lange ein Thema. "Mein Opa hat immer wieder gesagt: Du musst in die deutsche Nationalmannschaft", erzählte der Ingolstädter, der seit fünf Jahren neben seinem kanadischen auch einen deutschen Pass hat und nach zwei Jahren in der DEL für die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp spielberechtigt ist. Den Wunsch seines Großvaters, der mit seiner Familie dem Schwarzwald den Rücken kehrte, erfüllte Tripp in beeindruckender Art und Weise.
Mit einem Tor schon in der vierten Minute krönte er sein starkes Debüt, wurde zum besten Spieler gewählt und von Krupp in den höchsten Tönen gelobt. "Das war hervorragend. Er geht vors Tor, deckt die Scheibe ab, schafft viele Torchancen für seine Mitspieler und für sich selbst", urteilte der frühere NHL-Profi über den Rechtsaußen, der mit seinen 1,91 m und 100 kg eine starke physische Note ins deutsche Spiel brachte. Tripp, der für die New York Rangers und die Los Angeles Kings insgesamt 43 Spiele absolvierte und 2004 während des NHL-Arbeitskampfes nach Deutschland kam, darf sich gute Chancen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Russland ausrechnen. "Ich würde gerne Moskau kennen lernen", meinte er grinsend. Kurios: Ex-Bundestrainer Greg Poss sortierte ihn zu Saisonbeginn bei Adler Mannheim 57 Scorerpunkten in zwei Jahren aus, weil nicht in sein schnelles, laufintensives System passe.
Krupp schätzt die Qualitäten des Modellathleten deutlich mehr: "Er ist ein Spieler, der uns international weiterhilft." Gegen Kanada bewies der Neuling eindrucksvoll seine stärken. An seiner Seite blühte auch der Mannheimer Eduard Lewandowski auf, der kurz vor der B-WM noch durchs Rost gefallen war. Während der Ex-Kölner aufgrund seiner läuferischen und körperlichen Stärken eine neue Chance bekam, ist für Torjäger Klaus Kathan das Kapitel Nationalmannschaft beendet. "Er passt nicht in unser Spiel", urteilte Krupp über den Stürmer der DEG Metro Stars, der in 153 Länderspielen 29 Tore erzielte. "In einer Mannschaft, die deutscher Meister werden will, macht er einen Superjob. Aber wir kämpfen bei der WM gegen den Abstieg." Soll heißen: Unter Krupp sind andere Spielertypen gefragt. Ein Torjäger, der in erster Linie in der Offensive glänzt und von offensivstarken Mitspielern profitiert, ist im Abstiegskampf keine große Hilfe. Der Erfolg gab Krupp, der vor unpopulären Maßnahmen nicht zurückschreckt, bislang Recht. Seit seinem Amtsantritt vor elf Monaten hat er die DEB-Auswahl umstrukturiert und auf dem schnellsten Weg zurück in die Erstklassigkeit geführt - mit überraschenden Personalentscheidungen. "Er nimmt Leute mit, die andere nicht auf der Rechnung haben", sagte DEB-Generalsekretär Franz Reindl, "aber sie passen genau ins Team." Wie auch John Tripp. (TL)
Quelle:Hockeyweb.de
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