Der Gnom, das Böse und Du!

Luna Argenti
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    Re: Der Gnom, das Böse und Du!

    Anonymous - 29.01.2009, 13:28

    Der Gnom, das Böse und Du!
    Wieder ging ein Tag der Schlacht zu Ende. Sowohl die Horde, als auch die Allienz zogen sich vom Schlachtfeld zurück, wo sie anders als sonst Seite an Seite gegen die Geißel gekämpft hatten. Es war ein nicht ganz unproblematisches Bündnis, die Spannungen zwischen den Heeren war scharf, doch war es nötig, um überhaupt im Kampf gegen die Legionen des Lichkönigs und seine Verbündeten zu bestehen.

    Marschall Unterberg warf missmutig seine Ausrüstung in die Ecke seines Zeltes, stellte Schwert und Schild an sein Feldbett und betastete leise vor sich hin fluchend seine Blauen Flecken.
    War es ihnen überhaupt möglich, das zu überleben? Tag für Tag drängten die untoten Monster Arthas' sich weiter zurück, dem Gebirge entgegen. Dort gab es keinen Ausweg mehr für ihre Widersacher. Es musste doch eine Lösung geben!
    "Verdammt!", rief Unterberg und sank auf die Knie. "Ich war nie ein besonders gläubiger Mensch, aber bitte, wenn es dort oben so etwas wie eine höhere Macht gibt, gebt mir ein Zeichen! Ein Zeichen! Bitte!"
    Ein lauter Knall warf ihn zu Boden. Um ihn herum wallte schwarzer Rauch und es stank beißend nach Treibstoff.
    Der Marschall blieb einen Moment liegen, dann kämpfte er sich aus den Überresten seines Zeltes, das über ihm zusammengebrochen war und sah sich hoffnungsvoll um. Waren das die Götter selbst gewesen?
    Ein rot leuchtender Kopf erschien aus dem schwarzen Krater, wo zuvor das Zenturm des Zeltes gewesen war. Stechende Augen, rote Mähne, ein paar Hebel und Schraubenschlüssel in den Händen.
    Marschall Unterberg ließ die Schultern hängen und seufzte tief. Er war wirklich ein Dummkopf. Denn vor ihm stand kein Göttliches Wesen, sondern schlicht und einfach Feld-Ober-Ingenieur Sir Klifford R.C. Zischzang, Gnomentechnikus-Meisteringenieur der Klasse 10, hoher Beamte der SI:7. Die blitzenden, aufgeweckten Augen ließen Unterberg schaudern - der Gnom wirkte auf ihn unheimlich und seltsam..wirklich. Natürlich, es war ein Wesen, wie jeder andere. Wie der Marschall selbst, wie das gesamte Heer. Nur eben irgendwie..wirklicher. Dieser Blick...
    Nach einem weiteren erschaudern streckte Unterberg gebieterisch die Brust raus und rief würdevoll - wenn man das von einem Vorgesetzten in Unterwäsche sagen kann: "Klifford! Verdammt, was macht Ihr hier in meinem Gemach- eh...Zelt?!"
    Die stechenden lila Augen des Gnoms fixierten den Menschen. Er legte den zerzausten Kopf schief und kniff die Augen zusammen, um besser durch den Rauch sehen zu können. "Marschall Unterberg von der Allianz?"
    "J-ja!"
    "Ah..fein..ich wusste doch, dass das euer schönes Zelt...ja..war.." Er stieg aus dem Krater und tippelte um ihn herum auf den Marschall zu. Er ging ihm kaum bis zum Knie. Der Mann legte das Kinn auf die Brust, um ihn sehen zu können. "Was zur Hölle treibt Ihr hier? Und was ist das da rauchendes in dem Krater?"
    Klifford sah zum Krater und seufzte, ehe er wieder zum Marschall emporsah, den Kopf im Nacken.
    "Das war meine Temp-o-schnell Rakete. Das schnellste, was ihr hier in dieser Gegend finden werdet. Man zündet einfach die Lunte an und..macht sich möglichst wenig gedanken über die Landung, versteht Ihr?"
    Unterberg nickte langsam, ein wenig verwirrt. Gnomenzeugs..ha!
    "Ich habe euch gesucht und mich gleich auf meine Rakete geschwungen! Ich dachte mir, mein fliegendes, brennendes Pferd ist nicht ganz geeignet für den Anlass..euer Zelt könnte angokeln!"
    Der Marschall blickte flüchtig auf den ehemals roten, nun schwarz gebrannten, zerfetzten Stoff und schluckte seine Erwiderung mit einem Seufzer herunter, bevor es zu weiteren Erläuterungen von Seitens des Gnoms kam.
    "Also gut, was wollt Ihr?"
    "Ich habe die Lösung gefunden."
    "Sehr gut!" Unterberg stockte. "Wofür?"
    "Für das Problem mit der Geißel. Ihr wisst, wo unsere Probleme liegen: haut man einen tot, kommen zwei neue. Sie sterben einfach nicht wirklich. Ihre SUbstanz gerät in den großen Zwirbel, versteht ihr?"
    "Ja.", sagte er. "Nein", dachte er.
    "Und zu diesem Zweck habe ich eine neue Erfindung parat! Oh nein!", rief er auf den säuerlichen Blick des Marschalls hin. "Nicht wie die letzte! Und auch nicht wie die davor und die davor...sie wird funktionieren! Und zwar einwandfrei!"
    Der Gnom kramte in seiner Umhängetasche, es rieselte Schrauben auf den schwarzen Boden. Dann zog er etwas aus der Tasche. Es war ein zylinderförmiges etwas, scheinbar aus Metall. Eine gelbe Aufschrift verkündete:
    DER LICHT-O-MAT 3001 - VERBRENNEN VON FEUERHOLZ, PAPIERMÜLL, ALTEN FALLSCHIRMEN UND DER GEIßEL - VON K.R.C.ZZ

    Marschall Unterberg beugte sich herunter und las verwirrt die Aufschrift.
    "Und was...soll das sein?"
    Klifford wedelte ihm mit dem "Etwas" vor der Nase herum. "Na! Das steht doch drauf! Das ist der Licht-o-mat 3000 zum Verbrennen von Feuerholz, alten Fall-"
    "Jaja! Schon gut, das sehe ich selbst! Aber WAS genau macht er?"
    "Also.", Kliff leckte sich über die Lippen und seine Augen leuchteten wieder auf, wie immer, wenn sich eine große Katastrophe anbahnte. Langsam streckte er die Lichtdose von sich weg und war im Begriff, den roten Knopf an seiner Oberseite zu drücken, als der Marschall sie ihm aus der Hand riss.
    "HALT! Nein! Nicht hier! Könnt ihr mir nicht "theoretisch" erklären, was er macht?" Eine kalte Schweißperle rann ihm die Stirn herab. Klifford schaute etwas verstimmt, erklärte dann jedoch.
    "Der Licht-o-Mat für...jaja ist ja gut, kurz: die Lichtdose verbrennt die Substanz der Untoten bis auf jedes Partikel. Somit kann ihr Boss sie nicht mehr wieder ins Leben rufen und euch wird diese endlose Arbeit abgenommen. Kampflos werden wir trotzdem nciht gewinnen. Die Lichtdose wird nur einen Teil der untoten Legionen vernichten. Die übrigen müsst ihr schon selbst töten!"
    Marschall Unterbergs Laune drehte schlagartig um. "Was?! Ist das wahr? Wir können einen Teil der Geißel einfach so vernichten?!" Er war kurz davor hinauszurennen und Arthas zu zeigen, was sie vollbringen konnten!
    "Nicht so hastig!", rief der Ingenieur. "Ersteinmal braucht die Dose Treibstoff!"
    Der Marschall stockte. Seine Hoffnung brach in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Er kannte diesen Ausdruck in Kliffords Gesicht. Gleich würde er verlangen, die Sonne selbst vom Himmel zu holen! Bestimmt!
    "Und..was wird als Treibstoff genutzt?"
    "Na, Böse-Splitter natürlich!", entgegnete der Gnom wie selbstverständlich.
    " "Böse-Splitter"?"
    "Ja! Überlegt doch mal: Um einen Motor anzuwerfen, benötigt man etwas zum verbrennen. Was also braucht man, um Licht anzutreiben? Böse Energie zum verbrennen!"
    "Aha..und wo finden wir solche "Böse-Splitter"?"
    "Böse-Splitter wachsen in den Herzen der bösesten Kreaturen unserer Welt. Wir müssen sie uns blos holen..so meine Theorie."
    "Eure..Theorie..ja.."
    Der Marschall seufzte innerlich. Sie waren verloren!
    Obwohl...
    Wenn man den Gnom einige Zeit los wäre, wären sie schon einen Schritt weiter! Sie könnten beispielsweise ihre Zelte flicken und sich endlich von den Detonationen und Schrecken erholen, die ihnen Klifford beigebracht hatte!
    "Also gut..Sir Klifford R.C. Zischzang! Als ihr Vorgesetzter befehle ich ihnen, sich auf die Reise zu machen, sich ein paar fähige Leute zu suchen und den nötigen Treibstoff zu sammeln, der für das Betätigen der Lichtdose nötig ist!"
    "Oh.." Kliffords Blick strahlte. "Danke, Marschall, alter Freund! Ich bin so bald wie möglich wieder zurück!"
    "N-nein! Ich meine..sucht sorgfältig und lasst euch die nötige Zeit. Wir werden es überleben, wenn ihr mal weg seid. Wir passen auf uns auf!"
    "Wirklich? Großartig! Ich lasse euch meine Feldminen und Bomben hier. Die sind doch so effektiv!"
    Der Marschall schluckte. Zeit, den Gnom loszuwerden, ehe er ihr Lager doch noch in die Luft jagte.
    "Los! Macht euch auf den Weg! Je schneller ihr weg seid, desto eher seid ihr wieder bei uns!"
    "Gut, ich packe."
    "Keine Zeit! Los, auf eure Rakete und ab!"
    Klifford musterte den Mann kurz, ehe er eine neue Rakete aus seiner großen Tasche zog, so groß, wie er selbst.
    "Sicher, dass ihr mich nicht...?"
    "Na los, zieht los!"
    Marschall Unterberg setzte Klifford auf seine Rakete, packte sich ein brennendes Fragment aus dem Krater und zündete die Lunte an.
    "Auf dann, Klifford, viel Glück!"
    "Aber..die Dose! Ihr habt die Dose noch in der Hand!"
    "Ach..ja!" Unterberg warf dem Gnom die Dose zu. Gerade als er sie fing, zischte die Rakete qualmend los.

    Klifford brauste über das Land hinweg. Endlich eine Chance, allen zu beweisen, was er konnte! Unter sich hörte er einen Ruf, den er nciht verstand. PLötzlich dröhnten laute Jubelschreie vom Zeltlager der Allianz zu ihm herauf.
    "Alle wünschen mir Glück, jetzt brauche ich nur noch jemanden, der mir hilft, die Splitter zu sammeln!", rief er fröhlich, ehe er über dem Meer davonraste.



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