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Re: Mumiefiezierung
ReDDragon - 25.04.2006, 14:20Mumiefiezierung
Die Mumiefiezierung
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Der tote König wird über den Nil zum Fluß- oder Talttempel gerudert. Er wird auf einen Tisch gelegt. Der Balsamierer schiebt vorsichtig einen bronzenen Haken in das rechte Nasenloch des toten Pharao. Behutsam zieht er das Gehirn aus. Danach schüttet er eine scharfriechende Flüssigkeit in den Kopf, die alle Reste auflöst. Er verschließt die Nasenlöcher mit einem Wachsstopfen. Mit einem scharfen Messer er einen langen Schnitt in die Bauchdecke. Er entfernt Magen, Leber, Lungen und Darm. Das Herz muss in Körper bleiben, denn es wird noch bei der Wägung beim Totengericht gebraucht. Die Organe werden in vier verschiedene Tonkrüge (Kanopen) gelegt. Auch der Bauchraum wird mit einer scharfriechenden Flüssigkeit gesäubert und man Flüssigkeit wieder aus der Kopf laufen.
Danach wird der Leichnam in die Salzwanne gelegt. Der Tote wird ganz mit Salz bedeckt. Das Salzbad ist nötig, damit der Körper trocknet. Nur ein trockner Körper bleibt erhalten und was nass ist, fault. Das Bad dauert mehrere Wochen. Der Körper ist steinhart und wachsgelb.
Der Körper muss stundenlang mit Ölen massiert werden, bis er wieder geschmeidig ist. Dann wird der Körper in seine ursprüngliche Form gebracht: Das Gesicht wird geschminkt und die Wangen gepolstert. Der Bauchraum wird mit duftenden Kräutern gefüllt und zugenäht.
Der König wird mit feinsten Leinenbinden eingewickelt. Regelmäßig wird der Leichnam mit harz bestrichen und Glücksbringer dazwischen gelegt. Das Totenbuch und ein negatives Sündengeständnis werden vorgelesen. Die Mumie wird danach in den Sarg gehoben. Nun wird sie in die Grabkammer gebracht.
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Die Kanopen
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Der Begriff "Kanopen" wurde von frühen Ägyptologen eingeführt, die sie irrtümlicherweise mit einer antiken griechischen Sage in Verbindung brachten. Sie handelt von dem Steuermann Kanopos, der mit Menelaos in den trojanischen Krieg zog und durch tragische Umstände ums Leben kam. Er wurde in der ägyptischen Stadt Per-geuti (gr. Kanopos, das heutige Abu Quir) beigesetzt, wo man ihn in Gestalt eines Kruges verehrte.
Die Kanopen waren zumeist aus Alabaster gefertigt, manchmal aber auch aus Kalkstein, Fayence oder gebranntem Ton. Kanopen sind seit dem Alten Reich bekannt. Vor der Zeit ließ man die Organe einfach im Körper oder sie wurden in Leinen gewickelt und in kleine Gruben in das Grab gelegt.
Zuerst benutzte man als Abdeckung nur einfache flache Deckel. Im Mittleren Reich erhielten die Gefäße Deckel in Form von Menschenköpfen. Manchmal wurden die Kanopen auch noch mit kleinen Armen und Beinen versehen. Zu dieser Zeit fingen die Menschen ebenfalls an, die 4 Horussöhne und ihre Schutzgöttinnen zu verehren. Aber erst ab der Ramessidenzeit in der 19. Dynastie verwendete man anstatt den Menschenköpfen die Köpfe von den Söhnen des Gottes Horus, die jeweils noch mal unter dem Schutz einer Göttin standen.
In manchen Kanopen wurden gar keine Reste von Eingeweiden gefunden. Hierbei handelt es sich um sogenannte Scheinkanopen. Sie hatten nur eine kleine oder gar keine Einhöhlung. Nach dem Glauben der alten Ägypter genügte es, wenn einfach nur Kanopen mit ins Grab genommen wurden. Damit war der Körper magisch komplett.
Ab der 26. Dynastie wurden die Organe auch vereinzelt in Holzkästen oder sehr selten auch in Keramikgefäße gesteckt. Erst am Ende der römischen Epoche ging der Brauch die Eingeweide in Kanopen zu legen verloren.
Die Kanope mit dem Menschenkopf heisst Amst und die Göttin Isis beschützt die Leber.
Die Kanope mit dem Paviankopf heisst Hapi und die Göttin Nephthys beschützt die Lungen.
Die Konope mit dem Schakalkopf heisst Duamutef und die Göttin Neith beschützt den Magen.
Die Konope mit dem Falkekopf heisst Kebehsenuef und Selket beschützt die Eingeweide.
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Mumiefiezierung - gepostet von ReDDragon am Dienstag 25.04.2006
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