Verfügbare Informationen zu "Die Tempel"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: ReDDragon Forum: Ägypten Forum Forenbeschreibung: Beschreibung Ihres Forums aus dem Unterforum: Tempel Antworten: 1 Forum gestartet am: Donnerstag 30.03.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Die Tempel Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 11 Monaten, 4 Tagen, 1 Stunde, 31 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Die Tempel"
Re: Die Tempel
ReDDragon - 25.04.2006, 14:37Die Tempel
Die Tempel von Ägypten
Die zum Tempelbau vorgegebenen Vorschriften wurden von den Priestern dem Gott Thot zugeschrieben.
Die Urform der Tempel waren Schilfhütten mit geschweiften Dächern und einem vorgelagerten Hof, an dessen Eingang 2 Stangen mit je einem dreieckigen Tuch standen. Das Haus des Gottes war schon in der Frühzeit durch eine Dreigliederung gekennzeichnet. Die rechteckige oder quadratische Kapelle enthielt den Schrein mit dem Götterbildnis. Hier wurden aber auch die Kultsymbole wie Götterstab, Keule oder die oft tragbare Götterbarke aufbewahrt. Um das Allerheiligste gruppierten sich noch Nebenkapellen, für die Beigötter. Je mehr sich die Tempelräume vom Allerheiligsten entfernten, desto weiter und höher wurden sie, desto mehr öffneten sie sich dem Licht. Die Pylonen wurden als Isis und Nephtys bezeichnet, die "den Sonnengott emporheben, der am Horizonte erstrahlt". Der ganze Tempel gilt als steinernes Symbol der gesamten Welt. Der untere Teil versinnbildlichte die Erde, aus der drei Pflanzen (Papyrus, Lotos und Palme in Säulenform) hervorsprießten. Die Decke bildete das Himmelsgewölbe und war deshalb mit Sternen und Göttervögeln bemalt.
Felsentempel von Abu Simbel
Warum Ramses II. gerade an dieser Stelle seinen großen Felsentempel bauen ließ, bleibt wohl reine Spekulation. Wahrscheinlich befanden sich hier bereits einige Höhlenheiligtümer des in Nubien sehr verbreiteten Höhlenkults und mit der Erschaffung seines eigenen Tempels tat Ramses II. den letzten Schritt zur vollkommenen Gottgleichheit. Gleichzeitig gab er damit seinen pharaonisch-göttlichen Machtanspruch über Nubien bekannt, dessen Gold- und Kupfervorkommen für Ägypten so überaus wichtig waren. Außerdem boten die tief in den Felsen gehauenen Magazine großen Schutz für die Tributleistungen unterworfener Völker oder die im Krieg erbeuteten Schätze des Königs.
Nachdem einige Jahrtausende ins Land gezogen waren und der Tempel von Sandverwehungen bis zu ¾ verschüttet war, wurde er am 22.03.1813 von Johann Ludwig Burckhardt entdeckt. Da Burckhardt damals nicht feststellen konnte, wem dieser Tempel eigentlich gehörte und keine Grabungsausrüstung dabei hatte, wurde der Tempel erst 1817 von Giambattista Belzoni systematisch vom Sand befreit und ausgegraben.
Dieses Heiligtum zählt seit dieser Zeit zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Ägypten und Millionen von Besuchern haben diesen Tempel schon besucht.
Großer Felsentempel
Der große Felsentempel war der Göttertriade Re- Harachte von Heliopolis, Amun von Theben, Ptah von Memphis und dem vergöttlichten Ramses II. geweiht. Der Tempeleingang wurde von 4 aus dem Felsen gehauenen 20m hohen Statuen des Königs flankiert. Zu seinen Füßen stehen kleinere Kolossalstatuen seiner Lieblingsgemahlin Nefertari, seiner Mutter Tui, seiner Söhne und Töchter. An der Tempelfront krönt ein Fries mit heiligen Affen den Tempel. Südlich der Terrasse mit den 4 Riesenstatuen wurde ein Tempel für Amun in den Felsen geschlagen. In dem nördlich der Terrasse gelegenen kapellenartigen Hof befindet sich ein Heiligtum mit dem Sonnenaltar des Re. Um die Terrasse vor Versandung zu schützen, wurden zwei Lehmziegelmauern mit bis zum Nil reichenden Pforten erbaut.
Die von acht quadratischen Osirispfeilern gestützte große tiefe Halle, hinter dem Tempeleingang hat die Maße 17,68 m x 16,46 m. An die 9,14 m hohen Pfeiler lehnen in voller Höhe die Statuen des Königs in der Haltung des Gottes Osiris an. Die Mauern sind mit beeindruckenden Reliefs der Taten des Königs, vor allem mit der Darstellung von der Schlacht bei Kadesch geschmückt. Diese Reliefs sind ein Werk des Bildhauers Pyay. An dieser Wand schließt sich ein 7,6 x 11 m großer Saal an, der zu einem Vorraum des Allerheiligsten führt. Im Allerheiligsten an der Rückwand stehen die Statuen des Re, des Königs, des Amun und des Ptah.
Die Tempelachse ist in der Weise von Westen nach Osten gerichtet, das zweimal im Jahr, am 20. Februar und am 20. Oktober, die Strahlen der aufgehenden Sonne bis zu den Götterstatuen an der Rückwand des Sanktuariums dringen können. (Jetzt Verschiebung um einen Tag auf den 21.) In den vielen Seitenkammern wurden vermutlich die Kultgegenstände aufbewahrt.
Der kleine Felsentempel
Der kleine Felsentempel war vermutlich der Göttin Hathor und Ramses II. Lieblingsfrau Nefertari geweiht.
Vor seiner Umsetzung durch die Unesco lag dieser Tempel unmittelbar am Nilufer. Seine Fassade ist 28 m breit und 12 m hoch. Darin befinden sich in Felsnischen 10 m hohe Statuen des Königs und der als Hathor dargestellten Nefertari. Der Eingang direkt in der Mitte führt direkt in den großen Saal, dessen Decke von 6 quadratischen Pfeilern mit Hathor Kapitellen gestützt wird. Durch einen nicht sehr tiefen, aber breiten Vorraum gelangt man dann ins Allerheiligste. Dort steht eine Statue von Ramses II., beschützt von der Göttin Hathor in Gestalt einer Kuh, die hinter ihm aus dem Felsen hervorzutreten scheint. Inschriften auf den beiden Bergkuppen aus dem Alten und Mittleren Reich belegen das sich hier schon vorher eine Kultstätte befunden hat.
Dendera
Etwa 50 km nördlich von Luxor auf dem linken Nilufer lag die ehemalige altägyptische Stadt Iunet später Dendera genannt, mit dem Kultzentrum der Göttin Hathor.
Schon im Alten Reich war Dendera eine bedeutende Stadt. In Schriften des Pharao Cheops und des Pepi I. wir d dieses Heiligtum der Ortsgöttin Hathor bereits erwähnt. Die Könige der 12. Dynastie, Thutmosis III, Ramses II. und Ramses III. restaurierten den Tempelbezirk von Dendera. Das bis heute sichtbare Bauwerk schufen allerdings die letzten der Ptolemäer Könige, wahrscheinlich an der Stelle des alten Bauwerks. Die römischen Kaiser Augustus und Tiberius vollendeten dann den Bau. Die älteste Darstellung der Göttin Hathor ist auf der Siegestafel des Narmer, dem Begründer der 1. Dynastie zu sehen. Die Göttin Hathor zählt somit zu einer der ältesten Gottheiten in Ägypten. Sie war die Geliebte und Gemahlin des Himmelsgottes Horus. Während ihr Gemahl in Edfu seinen Haupttempel hatte, residierte Hathor in Dendera. Ihr gemeinsamer Sohn Ihi war der jugendliche Gott der Musik. Deshalb beherbergt der Tempel von Dendera eine sogenannte Göttertriade, ähnlich der in Abydos mit Osiris, Isis und Horus. In griechischer und Ptolemäischer Zeit wird die Göttin Hathor mit der Aphrodite gleichgestellt, bei den Römern mit der Vernus.
Karnak Tempel
Karnak (Amun-Bezirk)
Eine breite Widderphinxallee führt von der einstigen Anlegestelle der Kultbarken bis zum ersten Pylon des Amun-Tempels. Dieses riesige Tempelareal wurde von einem 2,1 km langen Mauerwall umgeben. Aus mächtigen Sandsteinblöcken wurde der Pylon gefertigt, der 43,50 m hoch und eine Gesamtbreite von 113 m besitzt, doch dessen Bau unvollendet blieb.
Der Pylon öffnet sich auf einen weiträumigen Hof, dessen Fläche sich auf 103 x 84 m beläuft. Dieser Pylon stammt aus der 22. oder 23. Dynastie. Vor den seitlichen Mauern steht eine Reihe Papyrussäulen und davor liegenden Widderspinxen. In der nördlichen Hofecke steht der kleine Tempel Sethos II., der zum abstellen der tragbaren Götterbarken diente. Einst stand in der Mitte des Hofes der große Kiosk des Taharka (25. Dyn.).
Von rechts schiebt sich der Tempel von Ramses II. oder dem III in den Hof, der wahrscheinlich ebenfalls Kultbarken aufnehmen sollte. Der zweite Pylon wurde von Haremhab errichtet, wahrscheinlich aus Bauteilen seiner Vorgänger Echnaton und Tutanchamun. Der ursprünglich etwa 40 m hohe Torbau fiel wahrscheinlich einem Erdbeben zum Opfer. Das nächste Tor mit 30 m Höhe wurde von 2 Kolossalstatuen Ramses II. flankiert. Durch dieses Tor betritt man dann den großartigen Säulensaal, eine 102 x 53 m große ehemals bedeckte Halle, deren 134 Säulen einst das Dach trugen. Die zwölf Mittelsäulen mit 21 m Höhe sind aus 1,10 m hohen Steintrommeln zusammengesetzt. Der Säulenwald in den beiden Seitenschiffen ist jeweils 13 m hoch. Sämtliche Säulen sind mit Reliefbändern geschmückt.
Der dritte Pylon von Amenophis III. wurde aus älteren Bauteilen gefertigt. Über einen Mittelhof, der einst von vier 23 m hohen Obelisken beherrscht wurde, erreicht man den stark zerstörten vierten Pylon von Thutmosis III. Anschließend folgt ein kleinerer Säulensaal, mit 14 Säulen bis zu 16 m Höhe. In der Mitte sticht der Obelisk der Hatschepsut mit 29,5 m Höhe empor. Die Granitnadel mit 320 Tonnen Gewicht, gilt mit ihren Inschriften und der einst mit Elektrum verkleideten Spitze, als der schönste Obelisk überhaupt.
Der fünfte und sechste Pylon werden jeweils Thutmosis I. und III. zugeschrieben.
Das Sanktuar der heiligen Barken wurde Phillipos Arrhidaios dem Halbbruder von Alexander dem Großen zugeordnet. Dieses wurde an der Stelle errichtet, an der vorher die sogenannte Rote Kapelle der Hatschepsut und ein Bauwerk von Thutmosis III. gestanden hatten. Hinter der Umfassungsmauer des alten Amun-Tempels ließ Thutmosis III. eine Festhalle mit den Maßen 44 x 17 m errichten. Das Dach in der Mitte wurde von 20 hohen Säulen und an den Seiten von 32 niedrigeren Säulen getragen. Wenn man sich in Richtung Osttor bewegt, trifft man unweigerlich auf den Sockel des 37,7 m hohen Obelisken den Kaiser Konstantius II in Rom im Circus Maximus aufstellen ließ und der seit 1587 auf dem Johannesplatz vor dem Lateran steht.
Die Prozessionsstraße zum Mut-Tempel durchquerte den siebten, achten, neunten und zehnten Pylon und fand seine Fortsetzung auf der östlichen Widderspinxenallee.
Der siebte Pylon wurde von Thutmosis III. erbaut. Im ersten Hof an der Westwand findet man den Text des ersten Friedensvertrags der Welt in schriftlicher Form zwischen Ramses II. und dem Hethiterkönig Hattusili III aus dem Jahre 1285 v. Chr.
Der heilige See in Rechteckform hat die Maße 200 x 117 m und wurde in den vergangenen Jahrzehnten wieder restauriert und mit Wasser aufgefüllt.
Direkt am Nordtor des Tempelbezirks steht der Ptah-Tempel, das Heiligtum für den Schöpfergott, den Gemahl der Göttin Sachmet. Das heute leider fast zerstörte Bauwerk wurde von Thutmosis III. errichtet. Das Allerheiligste ist in drei Kapellen unterteilt, in der mittleren steht noch eine sitzende Kultstaue des Ptah (Leider ohne Kopf), in der rechten Kapelle steht eine große Statue seiner löwenköpfigen Gattin Sachmet. In der Westecke des Amun-Bezirks steht dann der Tempel des Mondgottes Chons, des Sohnes von Amun und Mut. Ramses III. ließ in unmittelbarer Nähe ein weiteres Heiligtum für diesen Gott errichten, das aber erst unter Ramses IV., Ramses VII., Herihor und dem Priesterkönig Pinnodjem vollendet wurde. Dieser Bau ist ein typisches Beispiel für die Tempelbaukunst im Neuen Reich. Hinter dem herrlichen Ptolemäischen Tor des Euergetes, verläuft die westliche Sphinxalle. Diese erreicht dort den Bezirk des Reichstempels und endet vor dem Pylon des Chons-Tempels. Dieser Pylon ist 17,98 m hoch und 32 m breit. Der dahinterliegende Hof ist von einer doppelten Säulenreihe eingefasst. In der Mitte des Hofes führt eine kleine Rampe zu einem Säulensaal hinter dem ein rechteckiger Raum mit dem Barkensanktuar mit schönen Basreliefs liegt. Die östliche Sphinxallee endet vor einer Ziegelmauer, die den 10 ha großen Bezirk der Mut, der geierköpfigen Gemahlin des Amun umschließt.
Der Tempel des Göttin Mut ist der zweitgrößte Tempelbau in Theben. Dieser wurde von Amenhophis III. erbaut und von Ramses II. restauriert, leider ist er heute schon stark zerfallen. Sehr eindrucksvoll dagegen sind die vielen Statuen der löwenköpfigen Göttin Sachmet, der Todesbotin. Die besterhaltenen Stück dieser Statuen sind über die ganze Welt verstreut, allein der Louvre in Paris besitzt 10 dieser Statuen. In einem engen Bogen wurde dieser Tempel von einem See umschlossen.
Zwei weitere Tempel befanden sich noch im Bezirk des Heiligtums. Ein Tempel wurde erbaut von Amemophis III. und der andere Tempel von Ramses III.
Der dritte und kleinste Tempelbezirk in Karnak war dem falkenköpfigen Gott Month geweiht. Bevor Amun im Neuen Reich erster Reichsgott wurde, hatte Month diesen Status inne. Erst nach dem Untergang des Amun-Kultes in der Spätzeit, kam Month wieder zu ansehen. Amenophis III. ließ den Tempel während seiner Regierungszeit errichten. Nach weiteren späteren Ausdehnungen hatte er am Ende eine Grundfläche von 52,5 x 26,3 m.
Luxor-Tempel
Der Tempel von Luxor war dem Reichsgott Amun, dem König der Götter und Herrn der Throne beider Länder geweiht. Seine Gemahlin Mut und sein Sohn Chons wurden hier ebenfalls sehr verehrt.
Amenophis III. ließ diesen Tempel auf den Ruinen eines Tempel von Mentuhotep errichten. Ramses II. erweiterte dann den Tempel nach Norden hin, fügte den großen Hof und den großen Pylon hinzu, so dass die Anlage eine Länge von 260 m erreichte. Vor dem Haupteingang des Tempels, dem großen Pylon standen 6 Kolossalstatuen des Ramses II, von denen noch 2 sitzende und 2 stehende Statuen erhalten sind. Der Eingang wurde von 2 Obelisken aus Rosengranit flankiert. Der kleinere der beiden war 22,84 m hoch und 220 Tonnen schwer, er steht heute in Paris auf dem Place de la Concorde. Der andere Obelisk, 25,03 m hoch und 257 Tonnen schwer, steht noch auf seinem Platz. Ursprünglich waren die beiden Pylontürme einmal 24 m hoch. Die gewaltigen Reliefs an der 65 m hohen Eingangsfront, zeigen Szenen aus der Schlacht bei Kadesch, in der die beiden Großreiche der Ägypter und der Hethiter um 1285 v. Chr. aufeinanderprallten. Diese gewaltige Schlacht endete unentschieden, aber Ramses II. ließ hier einen entscheidenden Sieg auf der Mauer verewigen.
Der Große Pylon öffnet sich zum Hof Ramses II. mit 57 x 51 m, der von einer Papyrussäulenhalle eingefasst wird. In der Nordecke steht ein kleiner eleganter Tempel aus der Zeit Thutmosis III. und der Göttertriade Amun, Mut und Chons geweiht war. Um diesen Tempel in diesem Hof integrieren zu können, mussten die Architekten eine bauliche Veränderung vornehmen, denn sie mussten eine Biegung nach Westen im Hof vornehmen. Der Säulengang von Amenophids III. schließt an diesen Hof an. Dieser Gang ist 52 m lang und wird von 2 Reihen zu je 7 Papyrussäulen mit 15,80m Höhe begleitet. An den Wänden befinden sich Reliefs mit Darstellungen des Opet-Festes, die von Tutanchamun und Haremhab stammen. Dieser Gang mündet in den Hof des Amenophis III., mit 52 x 46 m, der an drei Seiten von einer doppelten Säulenhalle umgeben ist. Die Südseite geht in eine Vorhalle mit 32 Papyrussäulen über. Hinter einem achteckigen Vorraum liegen der Opfersaal, der Saal der heiligen Barke, der Krönungssaal, das Geburtshaus(Mammisi) und ganz hinten das Allerheiligste.
Hatschepsuttempel
Deir el-Bahari
Das Westgebirge der thebanischen Nekropole weicht in seinem mittleren Abschnitt halbkreisförmig zurück und gibt dabei einen Talkessel frei, dessen Hänge nach einem hier einstmals existierenden Kloster als Deir el-Bahari (Nordkloster) bezeichnet werden.
Als erster Pharao ließ sich hier Mentuhotep-Nebhepetre, der als der Wiedervereiniger Ägyptens nach dem Chaos der 1. Zwischenzeit gilt, hier seinen Totentempel erbauen. Unmittelbar neben den Tempel des Mentuhotep baute Königin Hatschepsut ihren Totentempel. Der Totentempel sollte dem des Mentuhotep gleichen, aber noch viel schöner und größer werden. Der Bau der vorgesehenen Pyramide wie bei Mentuhotep wurde dann doch nicht ausgeführt. Geweiht war dieser Tempel vor allem dem Reichsgott Amun, wobei aber noch Neben-kapellen für die Verehrung von Hathor, Anubis, Re-Harachte, Pharao Thutmosis I. und seiner zweiten Gemahlin Astes und vor allem der Königin selbst vorhanden waren. Hatschepsuts Baumeister waren Senenmut und Dedja. Beide hatten bereits den Amun-Tempel in Karnak ausgestaltet und erbaut.
Der Bau erhebt sich von der Ebene aus in drei Terrassen die durch Rampen verbunden und durch diese in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt sind. Die Absätze dieses Stufenbaus wurden aus dem Abhang des Gebirges herausgearbeitet und die Außen- und Hinterwände durch Quadermauern aus feinstem Kalkstein gestützt.
Über eine Spinxallee führte der Prozessionsweg, vorbei an 2 blühenden Perseabäumen zur unteren Terasse. Auf der linken und rechten Seite befanden sich zwei T-förmige Papyrusteiche. Über eine Rampe erreichte die Prozession dann die mittlere Terrasse, deren Front zwei Säulenhallen bilden. An der Rückwand der beiden Hallen befindet sich das berühmte Relief vom Transport eines Obelisken per Schiff und die Darstellung des Vogelfangs. Ebenso wie die untere Terrasse endet auch die mittlere in zwei Hallen. Auf der rechten Seite befindet sich die Geburtshalle der Königin, wo in Wandreliefs und Inschriften Zeugung und Geburt von Hatschepsut dargestellt sind. Nördlich an die Geburtshalle, schließt sich die Kapelle des Anubis, des großen Totengottes an, die aus drei Kammern mit gewölbter Decke besteht. Anstelle viereckiger Pfeiler, wird das Dach der abschließenden Säulenhalle von 15 sechzehnkantigen, leicht kannelierten Säulen getragen und ist leider unvollendet geblieben. Die Punthalle zur linken zeigt in lebendig wirkenden Reliefs die Handelsexpedition zum Lande Punt (heute in Somalia vermutet). Südlich dieser Halle liegt die Hathor-Kapelle, die über eine eigene Rampe zu erreichen ist. Von den beiden Hallen, die in Trümmer gesunken sind, führen zwei Stufen in der zweiten Halle zu der in den Fels gehauenen Hathor-Kapelle hinein, die aus drei je um eine Stufe erhöhten Räumen hintereinander besteht; jede mit mehreren Nischen. Der erste Raum besitzt zwei sechzehnkantige Säulen, die eine blaue Sternendecke tragen. Der zweite Raum enthält Wandreliefs von außergewöhnlicher Schönheit, die, die Königin bei Kulthandlungen zu Ehren der Göttin Hathor zeigen.Zwischen der Punt- und der Geburtshalle führt eine zweite Rampe zur oberen Terrasse hinauf, deren Hallen leider ziemlich zerstört sind und die derzeit wegen Restaurationsarbeiten gesperrt sind. Auf der linken Seite befinden sich die Opferhallen für Hatschepsut und Thutmosis I., während sich auf der rechten Seite das Sonnenheiligtum mit Vorhalle, Altarhof und Kapelle anschließt. An dieser Stelle begrüßten die Priester mit den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne das Wiedererscheinen des Sonnengottes Re.
Tief im Felsen eingeschnitten liegt dann das Allerheiligste, das Sanktuarium des Amun. Hier befinden sich Reliefs, die Königin Hatschepsut inmitten im Kreis ihrer Familie darstellen. Zur Ptolemäerzeit diente die hintere Kammer als Kultraum für Imhotep und Amenhotep. Imhotep war Architekt unter Pharao Djoser und Amenhotep, Sohn des Hapu war Archtitekt des Pharao Amenophis III., des Vaters von Echnaton. Beide wurden von den Ägyptern lange nach ihrem Tod zu Göttern der Heilkunst erhoben und sehr verehrt. Der Tempel der Hatschepsut wurde unter den Ptolemäern in ein ägyptisches Asklepieion umgewandelt. An der Nordostecke des mittleren Hofes befindet sich der Eingang zum Grab der Königin Nofru (11. Dyn.) zu dessen Besichtigung man unbedingt eine sehr gute Taschenlampe mitführen sollte.
Nekropole von El-Asasif
Wendet man sich von Deir el-Bahari nach Osten, so kommt man in die El-Asasif genannte Talsenke. Hier befindet sich eine große Nekropole deren Gräber zum größten Teil im Anfang der saitischen Zeit (25. + 26. Dyn.) angelegt sind.
Edfu
Horustempel
Etwa 100 km nilaufwärts von Luxor entfernt, liegt die Kleinstadt Edfu, das im Alten Ägypten den Namen Tbot hatte. Hier war das Kultzentrum des Gottes Horus, des "Vereinigers der beiden Länder" von Ober- und Unterägypten.
Der Horustempel wurde genau in der Nord-Süd-Richtung angelegt. Den Eingang im Süden bildet ein gewaltiger Pylon, der nur noch vom Torbau des Amun-Tempels in Karnak übertroffen wird. Die Höhe dieses Bauwerks beträgt 36 Meter und die Breite 34 Meter. Gleich dahinter befindet sich der gepflasterte Kolonadenhof mit Säulenhallen an der Ost-, Süd- und Westseite. Die 32 Säulen haben Kapitelle in vielerlei verschiedenen Blatt- und Blütenformen, sogenannte Kompositkapitelle auf ihrer Spitze. In der Mitte dieses Innenhofs stand einst ein großer Altar und an diesen Hof schließt sich die Vorhalle mit zwölf Säulen an.
Sechs weitere, durch halb hohe Schranken verbundene Säulen stehen zu beiden Seiten des Eingangs, den zwei kolossale Falken aus schwarzem Granit bewachen. Die Vorhalle wird durch eine dicke Mauer vom Säulensaal getrennt, daraufhin folgt ein weiterer Vorraum. Danach betritt man einen Saal mit dem Allerheiligsten: der Kapelle für Horus, aus Granit gebaut. Die Horus-Kapelle stand bereits in dem vorptolemäischen Tempel; König Nektanebos II. hatte sie bereits geweiht. Das Dach des Tempels ist vollständig und gut erhalten. Alle Wände, Decken, und Säulen sind überreich mit schönen Reliefs geschmückt. Westlich vor dem Pylon liegt das stark verfallene Mamisi (Geburtshaus) in dem die Zeremonie der Niederkunft der Muttergöttin abgehalten wurde. Die ringsumlaufenden Säulen tragen Würfelkapitelle mit dem Bild des Bes, des Schutzgottes der Gebärenden. Als Baumaterial diente Sandstein und 57 v. Chr. wurde der Tempel erst fertig gestellt.
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum Ägypten Forum
Ähnliche Beiträge wie "Die Tempel"
Beta Key ? - Smorph (Mittwoch 02.04.2008)
Der schwarze Tempel [Trailer] - Akrilak (Mittwoch 16.05.2007)
Tempel Reminm - Auron_Dark (Mittwoch 11.07.2007)
Tempel Raid - Uzziel (Montag 29.01.2007)
Tempel - Shádów (Freitag 05.05.2006)
Tempel des Allmächtigen - Takeo (Sonntag 03.12.2006)
Meine Erfahrung mit der (Tages) KLINIK - emily.erdbeer (Donnerstag 31.07.2008)
Der versunkene Tempel - Darreg (Montag 18.12.2006)
Schwarzer Tempel Pre Q... xD - Thoralgrim (Sonntag 01.04.2007)
Lob = Ugga Agga Tempel - Rohal (Donnerstag 31.08.2006)
