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Re: Der Alltag
ReDDragon - 25.04.2006, 14:30Der Alltag
Schwanger?
Fruchtbarkeit um jeden Preis
Für die alten Ägypter war es unheimlich wichtig Nachkommen zu zeugen. Kinder waren anscheinend das größte Gut was man sich wünschen konnte. Die "Lehre des Ani" rät den Männern:
"Nimm dir eine Frau, solange du jung bist,
Auf dass sie dir einen Sohn bringe;
Sie soll für dich gebären, solange du noch jugendlich bist.
Es ist richtig, Menschen hervorzubringen.
Glücklich der Mann, der viele Menschen hat,
er wird wegen seiner Nachkommenschaft bewundert."
Ein besonders wichtiger Hintergrundgedanke lag bestimmt auch darin, dass sich jemand nach deinem Tod um den Totenkult kümmern musste. ein Text aus der Spätzeit macht das besonders deutlich:
"...ein Mann, dem kein Kind geboren ist, der ist wie einer, der nicht gewesen ist, er ist nicht geboren. Seines Namens wird nicht gedacht, sein Name wird nicht ausgesprochen, wie der von jemand, der nicht gelebt hat..."
Um Unfruchtbarkeit zu vermeiden verehrte man die Götter Bes, Thoeris und Hathor, die alle mit Fruchtbarkeit und Geburt in Verbindung gebracht wurden. Man fand auch kleine Frauenstatuetten, bei denen oft ein Schamdreieck aufgezeichnet worden ist, die wahrscheinlich die selben Funktionen wie die Götterstatuetten hatten.
In ihrer Verzweiflung schrieben manche Ägypter auch Briefe an tote Verwandte mit der Bitte ihrer Frau oder einem selbst doch Fruchtbarkeit zu schenken.
Es gab sogar Tests, die angeblich beweisen sollten ob eine Frau fruchtbar war oder nicht. So stampfte man z.B. Melonen und durchtränkte sie mit der Milch einer Mutter, die einen Jungen geboren hatte. Wenn die Frau davon Blähungen bekam, konnte sie nicht schwanger werden.
Wenn alles nichts half blieb noch die Adoption. Ein Ostrakon aus der 19. Dynastie legt einem kinderlos gebliebenen Mann nahe, ein Waisenkind zu adoptieren, damit sein späterer Totenkult gesichert war.
Bin ich schwanger?
Um diese Frage zu beantworten, gab es verschiedene Möglichkeiten. Einmal war das Ausbleiben der Periode meist ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft. Um nun aber ganz sicher zu gehen, führte man einige Tests durch. Sie bestanden darin, den Puls zu messen, den Zustand der Brüste und die Farbe der Haut zu begutachten. Außerdem wurden noch Gersten- und Emmerkörner gepflanzt, auf denen die Frau jeden Tag urinieren sollte. Wenn sie keimten war sie schwanger. Die Wahrscheinlichkeit lag ungefähr bei 40 %. Mit dieser Methode konnte man angeblich auch das Geschlecht des Kindes herausfinden. Keimte die Gerste zuerst war es ein Junge. Wenn zuerst der Emmer keimte war es ein Mädchen. Tests ergaben, dass die Methode eher nicht erfolgreich war.
Empfängnisverhütung
Kinder scheinen nicht immer erwünscht gewesen zu sein, wie einige medizinische Texte belegen. Die Empfängnisverhütung lag anscheinend in der Hand der Frauen. Die meisten waren wohl eher weniger erfolgreich, während andere manchmal schon wirksam gewesen sein konnten. So konnte Krokodilsdung und Honig das Sperma schon mal den Weg versperrt haben. Ein anderes Rezept spricht u.a. von gemahlenen Akazienspitzen die Gummiarabikum beinhalten, das eine chemische Wirkung auf das Sperma ausübt und die Empfängnis verzögert hat. Auch die Stillzeit von drei Jahren (siehe "Das Stillen") könnte dazu beigetragen haben, dass die Frau nicht so schnell wieder schwanger wurde.
Zwei Göttinnen helfen einer Frau bei ihrer Geburt
Die Geburt
Aus Bildnissen in ptolemäischen Tempeln und schriftlichen Zeugnissen können wir den Geburtsvorgang in etwa rekonstruieren. Wenn die Wehen einsetzten zog man sich, soweit es ging, in eine eigens errichtete Wochenlaube, bestehend aus einem Mattendach und papyrusförmigen Säulen, die wahrscheinlich im Garten oder auf dem Dach errichtet wurde, zurück. Dann setzte sich die Frau häufig auf zwei große Ziegelsteine. Einer davon war die Personifikation der Göttin Meschenet. Ein Zauberspruch ruft die Göttin an und ist "auszusprechen über den zwei Ziegelsteinen". Einige bemalte Tonscherben, die so genannten Ostrakas, aus dem Arbeiterviertel in Deir el-Medinah zeigen auch die werdende Mutter auf einem Hocker oder Bett sitzend. Auf Bildnissen, in denen die Frau auf einem Hocker sitzt, ist sie fast immer nur mit einem Halskragen und einem Gürtel bekleidet. Das Haar ist oben auf dem Scheitel zusammengefasst und fällt so in langen Strähnen runter. Wenn die Frau auf einem Bett abgebildet ist, hat sie meistens ein langes Gewand an und auf ihrem Kopf trägt sie eine Perücke mit einem Salbkegel. Während des Geburtsvorganges stand wahrscheinlich eine Frau hinter der werdenden Mutter um sie zu halten, die andere kniete vor ihr, um das Kind aufzufangen. Nach der Geburt musste sich die Frau einem Reinigungsritual unterziehen, um wieder in die Gemeinschaft eintreten zu können.
Schwangere Frau bei den Wehen. Wird von zwei Männern gestützt
Altes Reich, 6. Dynastie
Grab des Arztes Anchmahor in Sakkara
Magie und Medizin
Magie schien eine sehr wichtige Rolle bei der Geburt zu spielen. Während der ganzen Prozedur wurden Zaubersprüche "zur Trennung des Kindes vom Leib der Mutter" aufgesagt. Manchmal versuchte man auch durch Zaubersprüche, die die Gebärende mit der Göttin Isis oder Hathor gleichsetzt den Geburtsvorgang zu beschleunigen. Das Kind wurde vor allem nach der Geburt mit dem Horuskind gleichgesetzt, um die Zaubersprüche wirksam zu machen.
In dem Zimmer oder in der Laube in der die Frau ihr Kind zur Welt bringen sollte, wurden Statuen der Schutzgottheiten Bes und Thoeris aufgestellt und als Amulett getragen. Bes war ein zwergengestaltiger Gott mit der Mähne und den Ohren eines Löwen, der auf Bildnissen oft die Hieroglyphe sa - Schutz oder ein Messer in der Hand trug und böse Geister abhalten sollte. Thoeris war eine Mischung zwischen Nilpferd, Löwe und Krokodil und wurde ebenfalls mit der sa-Hieroglyphe oder einem Messer dargestellt und hatte genau die gleiche Funktion wie Bes, nämlich die bösen Geister von Mutter und Kind fernzuhalten.
Nach der Geburt versuchte man auch weiterhin mit magischen Formeln, Göttern und Rezepten dem Übel beizuwohnen. Papyri überliefern Rezepte und Zaubersprüche gegen, zumeist unbekannte, Krankheiten, die den Kindern oft auch als Amulett um den Hals gehängt wurden. Andere schützen das Kind vor Dämonen oder sprechen einen Zauber über die Muttermilch aus. Ein Papyrus hat den bezeichnenden Titel "Um einen Schutz für das Kind am Tag seiner Geburt zu machen". Ein Zaubermesser, dass im Mittleren Reich und in der Zweiten Zwischenzeit großen Anklang fand, wurde mit Zaubersprüchen gegen Dämonen versehen. Einer lautet z.B. "Schneide den Kopf des Feindes ab, wenn er das Zimmer der Kinder betritt, die die Dame ... geboren hat"
Dies sollen nur ein paar Beispiele sein, was Eltern alles versuchten, um die Geburt und das Leben des Kindes und der Mutter zu schützen. Schwangerschaft und Geburt brachten hohe Gefahren mit sich, so dass es einem kaum verwundert an wie vielen Schutzformeln und Göttern sich die alten Ägypter klammerten.
Anhänger, in dem man kleine Schriftrollen, die Zauberformeln gegen böse Mächte enthielten, reinsteckte
Das Stillen
Stillen tat entweder die Mutter selbst oder, besonders bei reichen Familien, eine Amme, deren Kind entweder verstorben war oder die bereit war zwei Kindern ihre Milch zu geben. Königliche Ammen stammen meist aus der Oberklasse und genossen zusammen mit ihrer Familie auch in der Zeit danach ein hohes Ansehen.
Die "Lehre des Ani" besagt, dass eine Frau ein Kind drei Jahre lang stillen konnte, was zu der damaligen Zeit durchaus nicht unüblich war. Der Vorteil lag sicherlich darin, dass durch die lange Stillzeit die Wahrscheinlichkeit nicht so groß war erneut schwanger zu werden und man somit die Anzahl der Geburten verringern konnte.
Um die Milch nicht versiegen zu lassen wurde wieder mit Magie und Medizin gearbeitet. Es wurden sogar Tests veranlasst um zu sehen, ob die Muttermilch gut oder schlecht war.
Die Kindheit
Darstellungen von Kindern zeigen sie uns stets nackt. Das mag sicherlich an der ägyptischen Hitze liegen, die die Kinder auf Kleider verzichten ließen. Besonders auffällig war bei den Kindern auch die Frisur. Mädchen hatten ab dem Mittleren Reich mehrere geflochtene Haarsträhnchen, die bis zu den Schultern fielen. Bei Jungen (aber auch bei Mädchen) wurde das Haar kurzgeschoren, bis auf eine lange Strähne, die bis auf die Schulter fallen konnte. Die Kinder trugen die sogenannte "Seitenlocke" wahrscheinlich bis zu ihrem 10. Lebensjahr. Vielleicht wurde die Locke bei Jungen aber erst bei der Beschneidung mit 14 Jahren abgenommen. Quellen bezeugen, dass anscheinend nicht alle Jungen beschnitten worden sind. Die Beschneidung wurde von einem Priester mit einem Feuersteinmesser durchgeführt. Die Beschneidung könnte entweder eine kultische Aufnahme im Kreis der erwachsenen Männer gewesen sein, oder aber, wie der griechische Schriftsteller Herodot behauptete, hygienische Gründe haben. Von der Beschneidung bei Mädchen ist nichts konkretes bekannt.
Die Kinder der Reichen hatten anscheinend eine unbeschwerte Kindheit, während die Kinder der Armen schon früh im Haus und Hof mithelfen mussten. Die Jungen arbeiteten auf dem Feld oder gingen ihrem Vater bei handwerklichen Dingen zur Hand, während die Mädchen der Mutter im Haushalt helfen mussten. Manche Mädchen wurden auch als Dienerinnen bei den Reichen eingestellt.
Die Kinder durften natürlich auch zur Schule gehen. Weiteres siehe "In der Schreibschule"
Vor der Ehe
Mädchen heirateten im Schnitt schon mit ungefähr 12 bis 13 Jahren, Jungen etwas später. Die Ägypter hatten meistens die freie Wahl, wen sie sich zur Ehefrau bzw. Ehemann nehmen konnten. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine hübsche Geschichte, bei der die Nichte sich in den aus dem Ausland verschleppten Bediensteten verliebt hat. Kein gutes Zureden ihres Onkels, der die hohe Stellung eines Barbiers des Königs hatte, konnte sie davon abhalten. Um der Nichte eine standesgemäßen Ehemann zu geben, entließ er ihn aus seinen Diensten und gab ihm ein beträchtliches Vermögen. Nun konnte der Heirat nichts mehr im Wege stehen.
Aber es gibt auch Geschichten, die nicht unbedingt von einer Liebesheirat zeugen, wie die eines Beamten der 18. Dynastie. Er berichtet nicht ohne Stolz, dass seine Herrin, die Königin, ihn mit einer ihrer Dienerinnen verheiratet hat und als sie tot war mit einer weiteren.
Zumindest konnte eine Partei ohne Probleme Einspruch erheben, falls sie mit einer Ehe nicht einverstanden war.
Aber es ist bestimmt auch nicht auszuschließen, dass Kinder, je nach Autorität der Eltern, vermittelt wurden. "Suche deiner Tochter einen vernünftigen Mann, suche ihr keinen reichen Mann" so lautet der Text einer Spruchsammlung von Anch-Scheschonqi aus dem 1 Jh. v.Chr. Die "Lehre des Papyrus Louvre 2412" aus dem 2. Jh. v.Chr. sagt: "Lasse deinen Sohn nicht eine Frau nach eigenem Belieben nehmen, damit er nicht das, was du geschaffen hast, zunichte mache." Die beiden Texte stammen zwar aus der Ptolemäerzeit, es wäre aber durchaus denkbar, dass sie auch in früheren Zeiten galten. Der Bräutigam hielt, wie es auch in jüngerer Zeit bei uns üblich war, bei den zukünftigen Schwiegervater um die Hand ihrer Tochter an. Falls dieser verstorben war, fragte man bei der Mutter oder bei dem Onkel an.
Die Angebetete musste übrigens nicht unbedingt jungfräulich in die Ehe gehen. Sie hatte das Recht vor der Ehe sexuelle Beziehungen zu haben.
Die heute noch allgemein sehr verbreitete Meinung, dass die Ägypter ihren Bruder bzw. ihre Schwester heirateten, ist zwar bei so manchem Pharao vorgekommen, um das königliche Geblüt reinzuhalten, aber nicht bei einem Mann des einfachen Volkes. Diese irrige Annahme lag sicherlich an der Tatsache, dass Ehepartner sich gegenseitig "Bruder", bzw. "Schwester" nannten.
Beschneidung?
Obwohl die Verstümmelung der Frau am Geschlechtsorgan heute "pharaonische Beschneidung" heißt, ist es nicht gesichert, ob es diese grausame Tat auch im alten Ägypten gab. Antike Quellen sprechen zwar von der Beschneidung, so auch Herodot, aber er verschweigt, ob dieser Eingriff bei beiden Geschlechtern vorgekommen ist. Archäologisch ist zumindest nur die Beschneidung des Mannes erwiesen, die in Bildern ausreichend dokumentiert worden ist. Bisher fand sich bei keiner Frauenmumie eine derartige Verstümmelung. Auch wenn man sich die Stellung der Frau näher ansieht, fällt es schwer zu glauben, dass derartiges im alten Ägypten vorgefallen ist.
Die Zeremonie
Eigentlich hatte der Begriff "Ehe" keine Bedeutung wie wir sie heute kennen. Es gibt keinen Hinweis, dass irgendeine religiöse oder juristische Zeremonie den Bund fürs Leben schloss. "Geheiratet" wurde, wenn man den Beischlaf vollzog und der Partner in den Haushalt des anderen zog. Natürlich wird es schon ein großes Fest mit Freunden und Verwandten gegeben haben. Ein Text aus der ptolemäischen Zeit berichtet von einer Hochzeitsfeier: "So wurde ich als Gattin ins Haus des Ni-noferka-Ptah gebracht. Der König sandte mir ein Geschenk von Silber und Gold. Der ganze Hofstaat des Pharao überbrachte es mir. Ni-noferka-Ptah verbrachte einen schönen Tag mit mir, und er bewirtete den ganzen Hofstaat des Pharao."
In den meisten Fällen zog die Frau nach der Eheschließung in das Haus des Mannes ein, aber es gibt auch Schriftstücke die den umgekehrten Fall belegen. In das Haus der Eltern oder Schwiegereltern zu ziehen sollte man tunlichst vermeiden: "Bau dir ein Haus, oder suche eines und kaufe es. Vermeide (Streitigkeiten). Sage nicht: 'Mein Vater und meine Mutter haben ja ein Haus, (ein Haus zum täglichen Wohnen).' Wenn dann die (Erb-)Teilung mit deinen Geschwistern kommt, dann ist dein Anteil vielleicht ein Schuppen.", so besagt die Lehre des Ani.
Bei jeder Eheschließung (oder danach) setzte man einen Vertrag auf, der die Frau beim Tod ihres Mannes oder bei einer Scheidung finanziell absicherte (belegt ab der 22. Dynastie, aber wahrscheinlich waren Eheverträge auch schon viel früher die Regel).
Treue und Sexualität
Sexualität war kein Thema, über das man mit vorgehaltener Hand sprach. Eine berühmte Statue zeigt ein Ehepaar beim Geschlechtsakt, während die Kinder davor spielen. Auch etliche Ostraka (bemalte Steinscherben), Felsbilder und Figürchen zeigen Frau und Mann beim Geschlechtsverkehr. Einer der berühmtesten Aufzeichnungen beinhaltet der Turiner Papyrus aus der 19. Dynastie. Er zeigt, wie ein Mädchen mit einem ungepflegt aussehenden Mann in verschiedenen Stellungen verkehrt. Auf dem Papyrus wird auch die sexuelle Emanzipation der Frau deutlich. Das Mädchen ergreift die Initiative, während der Mann in fast demütigen Stellungen zu sehen ist. Was für manche als Pornographie abgewertet wird, war für die alten Ägypter ganz natürlich. Wie sonst lassen sich die Darstellung von erigierenden Göttern erklären oder dass die ersten Götter durch Masturbation des Gottes Atum entstanden sind?
Eine Göttergeschichte erzählt vom alt und trübsinnig gewordenen Sonnengott Re, der durch die Göttin Hathor wieder aufgeheitert wurde, in dem sie ihr Kleid hochhob und ihm ihre Scham zeigte.
In der Hieroglyphenschrift wird das Wort "beischlafen" übrigens mit einem Phallus und/oder einer weiblichen Scham dargestellt.
Paar in eindeutiger Stellung
Ägyptisches Museum Kairo
Auch eine Geschichte von Herodot zeigt, wie freizügig die alten Ägypterinnen waren:
"Als Sesostris gestorben war, kam die Herrschaft an seinen Sohn Pheros. Er hatte keinen Kriegszug unternommen und hatte das Schicksal durch folgenden Vorfall blind zu werden. Der Strom (Nil) war sehr hoch gestiegen. 18 Ellen hoch, und überflutete die Felder. Da kam noch ein Sturm und der Fluss schlug Wellen. Der König ergriff in frevelhaftem Übermut seine Lanze und warf sie mitten in den Strudel des Flusses. Gleich darauf erkrankte er an den Augen und erblindete. Zehn Jahre lang war er blind. Im elften Jahre aber wurde ihm ein Orakelspruch aus der Stadt Buto zuteil: die Zeit der Strafen war vorüber, wenn er sich die Augen wüsche mit dem Wasser eines Weibes, das nur mit seinem Manne Umgang gepflegt habe und von keinem anderen Manne wisse. Zuerst versuchte er es mit dem Wasser seines eigenen Weibes, aber er wurde nicht sehend; und dann der Reihe nach mit allen anderen Frauen. Als er endlich das Augenlicht wieder hatte, ließ er alle Frauen, mit denen er vergeblich die Probe gemacht hatte, in eine Stadt kommen, die jetzt den Namen Erythrabolos führt. Und als alle versammelt waren, ließ er sie mitsamt der Stadt verbrennen. Die eine aber, deren Wasser ihn sehend gemacht hatte, nahm er zur Ehe."
Wie in jeder Geschichte scheint es auch hier ein Körnchen Wahrheit zu geben. Nur mit einer Ansicht hatte Herodot Unrecht. Nach dieser Erzählung schienen die Ägypter das Wörtchen Treue nicht sehr genau zu nehmen.
Aber Ehebruch war auch im alten Ägypten kein Kavaliersdelikt und wurde teilweise sogar hart bestraft. Die Frau eines Priesters aus der 4. Dynastie nahm sich einen Geliebten aus dem einfachen Volk. Als die Affäre aufflog, wurde der Geliebte den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen und die Frau nach dem Urteil des Pharao verbrannt. Obwohl die Männer genauso angehalten wurden wie die Frauen keinen Ehebruch zu begehen, war es bei der Frau moralisch gesehen ein schlimmeres Verbrechen. Denn wer konnte dem Mann garantieren, dass es seine leiblichen Kinder sein werden, die im Falle einer Scheidung oder seines Todes sein Vermögen untereinander aufteilten? Der Liebhaber wurde genauso scharf verurteilt. "Wer eine verheiratete Frau liebt wird sofort umgebracht" sagt eine Lehre des Anch-Scheschonki die den betrogenen Ehemann das Recht gibt, den Liebhaber seiner Frau zu töten. Auch vor der Waagschale im Totengericht muss der Verstorbene versichern "Ich habe nicht mit einer verheirateten Frau geschlafen."
Diodor beschreibt, was (angeblich) mit einem Ehebrecher, bzw. einer Ehebrecherin geschah:
"Streng waren auch ihre (der Ägypter) Gesetze, die die Frauen bestrafen. Denn wenn ein Mann eine freie, verheiratete Frau (im Gegensatz zu einer Sklavin) vergewaltigt hatte, sahen die Gesetze vor, dass er entmannt wurde, denn eine solche Person hatte sich durch eine einzige ungesetzliche Tat der drei größten Verbrechen, Angriff, Entführung und Verwirrung hinsichtlich der Nachkommenschaft schuldig gemacht; doch wenn ein Mann Ehebruch beging mit der Zustimmung der Frau, schrieb das Gesetz vor, dass der Mann tausend Schläge mit dem Stock erhielt und dass der Frau die Nase abgeschnitten wurde, mit der Begründung, dass eine Frau, die sich mit Blick auf verbotene Freiheiten herausputzt, dessen beraubt werden sollte, was am meisten zur Anmut einer Frau beiträgt."
Sicher waren diese Maßnahmen sehr abschreckend, inwieweit solche Strafen auch wirklich zum Tragen kamen, ist nicht sicher, da die Ehe nicht unbedingt eine Sache des Staates war. Auch gibt es wenige Schriftbeweise für solch schwere Strafen. Eine weitere Weisheitslehre besagt: "Wer mit einer verheirateten Frau auf dem Bett schläft, mit dessen Frau schläft man auf dem Boden" Auf gut deutsch: Wie du mir, so ich dir. In der Regel hatte aber Ehebruch einen Verstoß oder die Scheidung, natürlich ohne finanzielle Absicherung der Frau, zur Folge.
Ein Harem für den Mann?
Ob sich die Männer des einfachen Volkes auch mehrere Ehefrauen nehmen durften, steht nicht gesichert fest, ist aber eher unwahrscheinlich. Darstellungen eines Mannes mit zwei Ehefrauen können auch darauf hindeuten, dass sich der Mann nach dem Tod seiner Frau neu verheiratet hatte. Im Jenseits wollte er mit beiden Frauen zusammen sein, weswegen er beide hat darstellen lassen. Gesetzlich war die Polygamie zumindest nicht verboten. Vermutlich schreckte dem Mann nicht die finanzielle Seite während der Ehe sondern im Falle einer Scheidung. Denn wenn sich zwei Frauen von ihm scheiden ließen, sähe es schlecht aus mit seinen Finanzen. Bei den Bessergestellten sah dies natürlich anders aus. Sie konnten es sich "leisten" einen kleinen Harem oder zumindest eine Konkubine zu haben. Dies schmälerte natürlich nicht die Rechte der Hauptfrau. Es gibt Fälle, da war es sogar der eigene Wunsch der Frau, dass sich der Mann eine Zweitfrau nahm. So z.B. bei Kinderlosigkeit. Kinder waren die finanzielle Stütze im Alter und sorgten vor allem dafür, dass die Eltern eine ordentliche Bestattung bekamen und der Totenkult gepflegt wurde.
"Mache sie glücklich solange du lebst"
"Wenn du angesehen bist und für deinen Haushalt sorgen kannst, bringe deiner Frau in deinem Heim die Liebe entgegen, die ihr nach altem Brauch gebührt. Gebe ihr zu essen, kleide sie; Salböl ist wie Balsam für ihren Körper, Mache sie glücklich, solange du lebst, denn sie ist von großem Nutzen für ihren Herrn."
Lehre des Ptahhotep
Seine Ehefrau zu schlagen oder zu zwingen ihrem Mann zu gehorchen war verpönt, wie zahlreiche Weisheitstexte belegen. Harmonie schien ein großes Gut in einer Ehe zu sein. Abbildungen zeigen Ehepartner wie sie sich gegenseitig die Arme um die Hüfte legen oder wie die Frau ihre Hand auf die Schulter ihres Mannes legt, manchmal auch spielende Kinder zu ihren Füßen.
Der Beamte Onuris-cha mit seiner Frau Wabet und seinen Enkeln.
Dies ist ein typisches Familienbild, das man oft auf den Wänden der Gräber sieht. Wabet sitzt hinter ihrem Mann und legt ihm als Zeichen ihrer Verbundenheit zärtlich die Hände auf die Schulter.
Grabmalerei aus dem Neuen Reich
Die Herrin des Hauses
"So gehen in Ägypten die Frauen auf den Markt und treiben Handel, und die Männer sitzen zu Hause und weben.", wie Herodot entsetzt feststellte. Mit der weiteren Bemerkung "Die Frauen lassen ihr Wasser im Stehen, die Männer im Sitzen", wird er wahrlich übertrieben haben. Dies zeigt aber, dass Ägypten einzigartig war, was die Rechte und die Stellung der Frau betraf.
Die Bezeichnung nebet per ("Herrin des Hauses") zeugt von ihrer hohen Stellung. Die Frau war dem Mann nicht untergeordnet sondern gleichgestellt. Sie durfte sich überall hinbegeben, eigene Entscheidungen treffen, hatten eigenen Besitz und keinen eingeteilten Bereich (außer bei den Pharaonen der Harem). Sie konnte an Festmählern und Banketten teilnehmen, erben und vererben und war auch vor Gericht dem Mann gleichgestellt.
Es gibt dennoch nur wenige Beispiele, dass Frauen in gehobenen Positionen tätig waren, das lag aber nicht daran, dass man es ihr verwehrte, sondern dass Haus und Familie ein hohes Gut im alten Ägypten waren und eine "Hausfrau" nicht minder geachtet wurde als eine Ärztin. Manche Frauen übten auch Nebenberufe aus, wie das Herstellen von Parfüm oder Textilien oder sie waren als Hebamme tätig.
Die Aufgabe einer Ehefrau bestand aber nicht alleine darin, für das Wohl ihrer Familie zu sorgen. Sie war Verwalterin und Organisatorin des Hauses. Leiterin der Bediensteten und Verwalterin von Tier und Ackerland. Sie hatte ein Auge auf die Finanzen und war für die Organisation von Banketten zuständig. Aber auch 'einfache' Arbeiten, wie Brotbacken, gehörte zumindest bei der Unterschicht, zu ihren Tätigkeitsfeldern.
Rahhotep und seine Frau Nofret
Altes Reich, 4. Dynastie
Scheidung auf ägyptisch
Die Gründe für eine Scheidung ähneln den heutigen. Auseinanderleben, keine Harmonie oder Ehebruch gehörten zu den häufigsten Scheidungsgründen. Streitigkeiten wurden vor Gericht dargelegt. Ein Mann musste in einer bestimmten Frist das Kapital vorlegen, dass der Ehefrau zugesprochen wurde. Allgemein kann man sagen, dass der Mann seiner geschiedenen Frau das zurückgeben musste, was sie in die Ehe mitgebracht hat sowie einen Teil seines Vermögens und Besitzes. Natürlich musste er auch in Zukunft Unterhalt für Frau und Kinder zahlen.
Ein Ehevertrag der Dame Tais aus der ptolemäischen Zeit besagt, dass wenn ihr zukünftiger Ehemann Haremhab sie einmal verabscheuen oder eine andere Frau haben sollte, er sich scheiden lassen und ihr zwei Silbermünzen und ein Drittel ihres gemeinschaftlichen Vermögens abgeben sollte.
Kinderlosigkeit war keinesfalls ein Grund für eine Scheidung. "Verstoße deine Frau nicht deswegen aus deinem Haus, weil sie nicht empfängt oder gebiert", so eine Maxime. Immerhin gab es auch damals schon die Möglichkeit einer Adoption.
Ein anderer Ehevertrag aus der Spätzeit besagt folgendes:
"Ich habe dich zur Ehefrau gemacht. Gegeben habe ich dir 5 Silberkite (10 Kite sind ungefähr 91 Gramm)...als deine Frauengabe. Entlasse ich dich als Ehefrau... so werde ich dir 5 Silberkite geben ... Und ich gebe dir ein Drittel von allem und jeden, was ich uns erwerben werde, wobei die Kinder, die du mir gebären wirst, die Herren von allem und jedem sind, was mir gehört, und dem, was ich uns erwerben werde, wobei die Kinder, die du mir gebären wirst, die Herren von allem und jedem sind, was mir gehört, und dem, was ich erwerben werde... Wenn du es bist, die geht, indem du mich als Ehemann verlässt, so wirst du mir geben 2 1/2 Silberkite ... aus diesen 5 Silberkiten ... die ich dir als Frauengabe gegeben habe."
Scheidungen waren zwar nicht die Regel, aber dennoch nicht unüblich, wie zahlreiche Schriftstücke belegen. Eine Scheidung hat einen Mann auch schon mal in den Ruin gebracht, während die Frau nach einer Trennung finanziell sehr gut dastand.
Ägyptenland in Frauenhand? Eine Zusammenfassung
Zum Anfang der Ägyptologie sprachen viele von einem Matriarchat ("Herrschaft der Frauen im politischen, religiösen und familiären Bereich"). Kein Wunder, denn was die Frauen im alten Ägypten für Rechte hatten, fand man in keinem anderen Land. Heute spricht man eher von Gleichberechtigung. Grundsätzlich konnte sie alles machen und besaß die gleichen Rechte wie ein Mann. Die Praxis sah aber meistens anders aus. Die Frau sitzt auf Bildern immer hinter dem Mann. Auf manchen Abbildungen wird sie viel kleiner und an den Füßen ihres Gatten kauernd dargestellt. Sie gab in der Ehe nicht den Ton an, man durfte aber auch nicht nach belieben mit ihr umgehen. Das höchste Gut war für die meisten Frauen eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Sie war also nicht das, was wir heute als emanzipiert bezeichnen, aber Hausfrau und Mutter zu sein war gesellschaftsfähig - anders als in anderen antiken Kulturen oder heutzutage.
Essen und Trinken
Was die alten Ägypter gegessen haben, wissen wir aus den Gräbern der Reichen. Nach dem Tod wollte man im Jenseits nicht hungern und so malte man Speisen und Getränke in die Gräber oder reichte auch echte Opfergaben dar. Leider ist es uns aber heute nicht mehr möglich die genauen Rezepte der einzelnen Gerichte herauszubekommen, denn leider schrieben die alten Ägypter nichts dergleichen nieder.
Die Grundnahrungsmittel der alten Ägypter waren Brot und Bier. Damit wurden auch die Arbeiter in den Steinbrüchen und bei großen Bauprojekten entlohnt.
Getränke
Speisen
Das aßen die Armen
So speisten die Reichen
So wurde geschmaust
Opfertisch
ganz oben eine Lattichpflanze und Bündel mit Lauchzwiebeln, darunter eine Schale mit Feigen, Weintrauben, ein paar Gurkenförmige Kürbisse, zwei Gänse (eine schon ausgerupft), Kopf, Vorderbein und Rippenstücke vom Rind. Dazwischen mehrere Kuchen und Brote.
Getränke
Bier
Über das Brauen von Bier (henket) gibt es verschiedene Theorien. Manche sind der Meinung, dass die alten Ägypter ihr Bier mit Gerste herstellten, manche wiederum mit Getreide. Dazu feuchteten sie zerstoßenes Getreide an, das in Stücken leicht gebacken und später in Bottichen zertreten und gegärt wurde.
Nach einem Fund in einer Küche des Palastes von Amarna, glaubt man neuerdings, dass die alten Ägypter schon Bier richtig brauen konnten. Mälzen war ihnen nicht neu. Bier bestand nach den Untersuchen der dort gefunden Reste hauptsächlich aus Emmerweizen, Koriander und Wacholder und hatte ungefähr 6 % Alkoholanteil. Um es lange haltbar zu machen, wurde es mit Dattelsaft gesüßt, was das Bier natürlich besonders zuckerhaltig machte. Karies war eine weit verbreitete Krankheit im alten Ägypten.
Weine
Wein (irep) waren nur den Reichen vorbehalten. Die alten Ägypter liebten ihren Wein sehr süß, denn sie mischten ihn häufig mit Honig. Aber auch andere Aromen fanden Zugang. Im Alten Reich sind uns sechs Sorten Wein bekannt, u.a. Rotweine, Weißweine und Schwarzweine.
Der Wein wurde aus Vorderasien und besonders aus Syrien importiert. Aber auch in Ägypten kelterte man Wein. Weinstöcke pflanzte man in Gruben, die mit Nilschlamm aufgefüllt waren. Die besten ägyptischen Weingüter lagen im Nildelta und in den Oasen. Sie gehörten hauptsächlich dem Staat, aber auch reiche Privatleute konnten sich brüsten, ein eigenes Weingut zu besitzen.
Die Herstellung des Weines fand wie folgt statt:
Nach der Lese wurden die Trauben in ein großes Becken gelegt, in dem Männer die Beeren mit ihrem Füßen zerstampften. Der dadurch entstandene Saft lief durch einen seitlichen Ausfluss in ein Gefäß. Die Maische (das was nach dem auspressen der Reben übrig bleibt) presste man in einer Sackpresse aus. Dazu drehten Männer lange Stangen in gegenläufige Richtungen, während ein weiterer die Stangen auseinander drückte.
Die erste, "stille" Gärung des Traubenmosts fand noch im Tretbottich statt, die zweite, "stürmische" Gärung erst nach Abfüllung in den Weinamphoren. Zum Schluss wurden die Amphoren mit Lehmstöpseln verschlossen. In den Lehmstöpseln stach man kleine Löcher, damit das Kohlendioxid austreten konnte.
Bei der Weinlese und Weinzubereitung
Jeder Wein wurde mit dem Regierungsjahr des Herrschers und dem Namen des Winzers versehen.
Auf einem Weinkrug in Tutanchamuns Grab fand man folgende Aufschrift: Jahr 4 (von Tutanchamuns Regierung), süßer Wein aus dem Haus des Aton - er lebe, bleibe heil und gesund! - vom westlichen Ufer Oberwinzer Apereshop (Der Wein im Krug war übrigens völlig ausgetrocknet)
Milch und Wasser
Natürlich wurde im alten Ägypten auch Wasser getrunken, wenn auch bei weitem nicht so gerne wie Milch (irtet), die meistens von Kühen, aber auch von Schafen und Ziegen stammte. Das Hauptgetränk blieb aber immer noch das Bier.
Speisen
Brot
Das Brot bestand entweder aus Emmer (Vorläufer des Weizens), Weizen oder aus Einkorn, das sehr resistent gegen Schädlinge ist und einen nussigen Geschmack hat. Aber auch andere Getreidearten kannten die alten Ägypter schon - im Alten Reich allein 20.
Brotbacken war Aufgabe der Frau. Die Körner wurden zuerst auf einem Mahlstein zerrieben, dann kamen Hefe und Wasser oder Eier und Milch hinzu und je nach Geschmack wurde es mit Salz, Gewürzen und manchmal sogar mit Datteln oder Lotus angereichert. Aus den ganzen Zutaten wurde ein Teig geknetet, der in einem Ofen gebacken wurde. 140 Brot-Sorten mit verschiedenen Rezepturen, Größen und Formen sind bekannt.
Weil die alten Ägypter die Körner zwischen flachen Steinscheiben mahlten, war das Brot noch mit feinen Steinpartikeln versehen. Durch diese kleinen Partikel und dem Wüstensand, der sich in Ägypten kaum vermeiden ließ, wurden die Zähne der alten Ägypter regelrecht abgeschmirgelt.
Frau beim mahlen
Fleisch und Fisch
Gänse, Enten, Tauben, Kraniche, Wachteln und kleine Singvögel waren einige der Delikatessen im alten Ägypten. Fleisch, besonders Rind, aber auch Ziegen- Schaf und Schweinefleisch wurden ebenfalls gerne gegessen. Es wurden nicht nur die vorhin genannten Tiere zur Mast gehalten, sondern auch Antilopen, Gazellen und Steinböcke. Fleisch kochte man in großen Töpfen oder grillte man auf offenem Feuer, das entweder mit Holzkohle oder mit Holz und Dung brannte. Zur längeren Erhaltung des Fleisches wurde es gepökelt und getrocknet. Auch Fische wurden gekocht, getrocknet und gesalzen.
Gemüse
Lattich, Knoblauch, Gurken, Lauch, Zwiebeln, Kresse, Portulak, Kürbisse, Wurzelstock, Samen vom Lotus und Teile der Papyruspflanze waren gern gesehene Gemüsesorten der alten Ägypter
Obst
Frisch oder getrocknet aß man Feigen, Sykomorenfeigen, Datteln, Melonen, Trauben, seit dem Neuen Reich auch Granatäpfel, die zuerst aus Vorderasien importiert, später aber auch selbst kultivieret wurden. In der Spätzeit auch Oliven.
Hülsenfrüchte
Linsen, Saubohnen, Erbsen, Kichererbsen und Bochshornklee waren die Hülsenfrüchte der alten Ägypter.
Gewürze
Über Gewürze wissen wir relativ wenig. In der Arbeitersiedlung von Amarna wurden kleine Säckchen mit Koriandersamen gefunden. Die uns bekannten Gewürzpflanzen, wie Koriander, Dill, Kreuz- und Schwarzkümmel, Senfkörner und Wacholderbeeren sind nur aus medizinischen Papyri bekannt.
Kuchen und Süßigkeiten
Die Zubereitung des Kuchens war ähnlich wie beim Brot, nur wurde der Teig noch mit Fett und süßen Datteln verfeinert. Aber natürlich gab es auch hier Varianten. Das Grab des Wesir Rechmires zeigt die Herstellung von Kuchen aus zerstampften "Erdmandeln", Wurzelknollen eines Zyperngrasgewächses (nussartiger Geschmack), der mit Honig gesüßt und im Fett gebacken wurde. Als kleine Nascherei neben her waren besonders Honig, Beeren des Johannisbrotbaums und auch andere Obstsorten beliebt.
Das aßen die Armen
Die Unterschicht hatte eher einen kleinen Speiseplan. Brot und Bier gehörten natürlich dazu. Hinzu kamen Datteln, Feigen und Trauben. Stängel der Lotusblumen und des Papyrus' und die Frucht der Lilie war ebenfalls auf dem Speiseplan der Armen vertreten. Seltener aß man Geflügel, wie Gans und Ente. Fleisch aß meistens nur die gehobene Schicht, da es besonders teuer war. Ein Rind kostete 50 Deben, wohingegen ein Sack Emmer nur 1 Deben, 5 Liter Bier 2 Deben kostete.
Vom Hunger ausgemergelter Mann mit einer Schüssel in den Händen
Mittleres Reich
So speisten die Reichen
Die Oberschicht konnte natürlich auf alle oben genannten Speisen und Getränke zugreifen. Eine vollständige Mahlzeit (außer zwei Gerichte) konnten Chemiker in einem Grab einer Frau, die vor mehr als 5000 Jahren in der 2. Dynastie lebte, rekonstruieren:
Brot, Gerstenbrei, ein gekochter Fisch und eine gekochte Wachtel, Taubenragout, zwei gekochte Nieren, Rippen und Schenkel vom Ochsen. Für den süßen Magen Beeren, gedünstetes Obst (wahrscheinlich Feigen), mit Honig gesüßte kleine runde Kuchen und mehrere Käsesorten. Die genauen Rezepte konnten aber auch hier nicht rekonstruiert werden.
So wurde geschmaust
Die Mahlzeiten wurden auf Ton- Stein- oder Fayencegefäßen dargereicht und mit den Fingern gegessen. Wasserschalen zum Säubern der Hände standen immer griffbereit. Zum Mahl setzte man sich auf Matten oder kleinen Hockern und speiste von kleinen Tischen.
Woher wissen wir, wie die alten Ägypter wohnten?
Dies verdanken wir drei Siedlungen, mit deren Hilfe die Archäologen die Wohnkultur der alten Ägypter rekonstruieren können:
Amarna erstreckte sich 13 Kilometer von Norden nach Süden und war die Hauptstadt Echnatons. Gegen Ende seiner Herrschaft verließen die Bürger Hals über Kopf Achetaton und zogen wieder zurück nach Theben. Die Stadt hat also eine vergleichsweise kurze Geschichte. Dennoch eignen sich die Grundmauern der Gebäude hervorragend, um den Wohnstil der Menschen aus dem Neuen Reich zu rekonstruieren.
Die Stadt Kahun hat indes eine viel längere Geschichte. Bereits im Alten Reich (12. Dynastie) war Kahun eine Beamtensiedlung für Arbeiter und Verwalter des Pyramidenkomplexes. Bis zu 2000 Menschen vollzogen etwa 150 Jahre den Totenkult des Pharao Sesostris II., weshalb die Stadt im altägyptischen wohl Hetepsesostris ("Sesostris ist zufrieden") hieß. Aus Dankbarkeit waren die Bürger von jeglichen Abgaben für den regierenden König befreit. Im Mittleren Reich wurde Kahun zu einer eigenständigen Stadt mit eigenem Bürgermeister. Ca. 3000 Einwohner hatte die Siedlung zu dieser Zeit.
Eine der berühmtesten Siedlungen ist wohl Deir el-Medinah, der "Ort der Wahrheit", wie ihn die Ägypter nannten. In ihr lebten Arbeiter, die im nahe gelegenen Tal der Könige beschäftigt waren. Sie war ca. 130 x 50 m groß und wurde von einer Stadtmauer mit zwei Toren umschlossen. Im Durchschnitt lebten in dieser Siedlung 30 bis 40 Handwerker, Steinmetze, Bildhauer, Graveure und Maler mit ihren Frauen und Kindern. Sie besaß ein eigenes Gericht, einen eigenen Tempel, sowie eine eigene Nekropole. Gegründet wurde die Siedlung Anfang der 19. Dynastie von Amenophis I. (oder Thutmosis I.) und "überlebte" bis Ende der 20. Dynastie.
Von anderen Städten ist heute kaum mehr was zu sehen. Auf den Überresten stehen die Häuser der heutigen Bevölkerung und falls nicht, ließ die feuchte Umgebung am Nil die Häuser verrotten. Außerdem verlagerte sich der Nil im Laufe der Jahrtausende immer weiter nach Osten und vernichtete so viele Städte in Mittelägypten. Des weiteren wurden Lehmziegelreste von den Bauern einfach als Dünger, den so genannten "Sebbach" verwendet. Da verwundert es also kaum, dass die Fundstätten in der Wüste und nicht im Niltal liegen.
Die Entwicklung der Städte
Noch bis vor kurzem wurde behauptet, dass Ägypten keine Städte, wie wir sie heute kennen, besaß. Ausgrabungen legten aber zu Tage, dass es schon in früher Zeit komplexe Gemeinden gab.
Die erste bekannte Siedlung war in Merimde Beni Salama, etwa 25 km nordwestlich von Kairo zu finden. Sie war 181 000 qm groß und bestand aus ca. 16 000 Einwohnern.
Die frühen Häuser waren Windbrecher und Pfahlhütten, später baute man sie aus Lehmziegeln. Die ältesten Siedlungen fand man im Nildelta, die ersten Städte mit Umwallungen in Oberägypten. Siedlungen wurden von sesshaften Nomaden gegründet, die anstatt zu jagen und zu sammeln, Ackerbau und Viehzucht betrieben.
Die Lage der Städte richtete sich nach den Überschwemmungen des Nils. Es ist logisch, dass kein normaler Mensch sein Haus gerade dorthin baut, wo die Überschwemmung das Land erreicht. So errichteten die Ägypter ihre Häuser auf Anhöhen, die mindestens einen halben Meter über den normalen Hochwasserstand lagen.
Städte entwickelten sich um Kultzentren oder wurden zur Hauptstadt einer Provinz. An großen Handelsstraßen entwickelten sich Handelsstädte oder Versorgungsstellen, wie in Elephantine, das ganz nah an der nubischen Grenze lag. Dort wurde mit vielen Gütern wie Gold und Elfenbein gehandelt.
Am Hieroglyphenzeichen für Stadtplan kann man erkennen, wie die alten Ägypter ihre Städte planten. Zwei Hauptstraßen teilen das Stadtgebiet in vier Teile. Dieses Grundprinzip lässt sich grob in einigen Orten erkennen, von denen man noch einen ungefähren Stadtplan zeichnen kann. Ansonsten gab keiner städtebauliche Pläne vor und so baute man sein Häuschen eben dorthin, wo es eben noch passte.
Die Ägypter benutzten in späteren ägyptischen Texten drei verschiedene Namen für ihre Städte. Whyt stand für Dorf, Dmi verwendete man für "Stadt" und niwt für Großstadt. Im Alten und Mittleren Reich bezeichnete man wahrscheinlich gewöhnliche Städte als niwt, während hwt ein "Zentrum königlicher Macht" war. Dmi schien einfach für einen Schrein oder eine Kultstätte verwendet worden zu sein.
Ganz interessant sind vielleicht noch einige Städtegrößen, die ich aus "Egyptian Towns and Cities" von Eric P.Uphill, 1988 entnommen habe:
Deir el-Medinah 0,65 ha
Elephantine 4,5 ha
Bubastis 75 ha
Memphis 460 ha
Achetaton 440 - 1200 ha
Theben 740 ha
Pi-Ramesses 1500 ha
Heliopolis 2300 ha
In der Stadt
Eine typische altägyptische Stadt bestand aus einem Gewirr aus Straßen, engen Durchgängen und Sackgassen. Häuser wurden dorthin gebaut, wo noch Platz war. Ganze 182 Häuser aus allen möglichen Schichten drängelten sich nach einer "Ortsliste vom Westen Thebens" aus dem Neuen Reich zwischen den Tempeln Sethos I. und Ramses III. (ca. 2 1/2 km, unterbrochen von weiteren Tempeln)
Wegen Platzmangels baute man einfach auch mal ein paar Stockwerke auf sein Haus. Erbaut wurden die Häuser aus kurzlebigen Lehmziegel, weshalb die Häuser eine Lebenszeit von höchstens 30 - 40 Jahren hatten. Auf Überresten von alten Häusern wurde einfach ein neues errichtet, weshalb manche Häuser etwas höher lagen, als andere.
In Städten muss regsame Betriebsamkeit geherrscht haben. Etliche Menschen wie Händler, Barbiere, Bäcker und Wäscher tummelten sich in den Straßen. Diebe und Betrunkene trieben ihr Unwesen in den Straßen. Schenken und was wir heute als Rotlichtbezirke bezeichnen gehörten ebenfalls zum Stadtbild.
Dieses Haus wurde zum Schutz vor Überflutung auf einer Anhöhe gebaut.
Auf dem Dach befinden sich die trichterförmigen Windöffnungen, in denen die Luft hereinströmen konnte.
Die Bäume vor dem Haus waren sowohl Zierde als auch Schattenspender
Neues Reich, 18. Dynastie
Die Häuser
Die Wohnhäuser der Ägypter waren einfach und zweckmäßig gebaut. Sie hatten eine rechteckige Form, waren weiß bemalt um die sengende Sonne zu reflektieren und meistens nicht mehr als zwei Stockwerke hoch. Die Häuser selbst bestanden aus getrocknetem Schlamm, der zu Ziegeln verarbeitet wurde. Dattelpalmstämme beim einfachen Volk und ausländische Hölzer bei den Reichen dienten als Dachbalken. Das fertig gestellte Mauerwerk kleidete man mit einer Lehmschicht aus.
In jedem Haus, egal, ob es einem Wohlhabenden oder Armen gehörte, gab es einen Eingangsbereich, einen zentral gelegenden Wohnbereich und eine Küche.
Um sich vor der heißen Sonne und neugierigen Blicken zu schützen, waren die Fenster sehr klein und weit oben im Zimmer angebracht, wodurch die Räume nur mit dämmrigem Licht beleuchtet wurden.
Lüftungslöcher sollten den kühlen Nordwind einfangen, der als göttlicher Atem Atums galt. In manchen Häusern gab es trichterförmige Öffnungen, die den Luftstrom ins Gebäudeinnere weiterleiteten. In den heißen Jahreszeiten schliefen und trafen sich die Ägypter abends auf dem Dach.
In Deir el-Medinah waren die größten Häuser 27 Meter lang und 6 Meter breit, die kleinsten 13 Meter lang und 4 Meter breit. Die Reichen in Achet-Aton lebten in 20 - 28 Zimmern.
Querschnitt eines Hauses in Deir el-Medinah
(1) Straße. Eingang des Hauses mit zwei, drei Treppen, die nach unten zum ersten Raum führten (2) quadratischer Raum mit Deckenöffnung für Licht und Luft. In einer Ecke eine Art Bettschrank, aus Lehmziegeln gemauert, der 75 cm über den Boden lag. Die Wände waren unten weiß gestrichen. Eine kleine Treppe führte zum nächsten Raum. (3) Dies war in der Regel das größte Zimmer. Die Decke war höher und bestand aus Palmholz und Stroh, das von zwei hölzernen Säulen gestützt wurde. Auch hier schien das Licht wieder von einem hoch gelegenen Fenster rein. In dem Raum befanden sich Götterschreine und so genannte Scheintüren, Nischen in den Wänden, vor denen geopfert wurde. Der Hausherr empfing seine Gäste auf einem niedrigen, aus Lehmziegel gebautem Podest. Daneben befand sich eine Falltür, die zum Keller führte. (4) Im Keller wurden die wichtigsten und wertvollsten Güter aufbewahrt. (5) Dieses Zimmer war kleiner als der Hauptraum. Hier schliefen die Bewohner und hier lagerte man ebenfalls Lebensmittel. (6) Diese Treppe führte hinauf aufs Dach, wo man die Kühle des Abends genoss. (7) Hier befand sich die Küche. Auch in diesem Raum fand man oft einen Schrein mit einer Gottheit. Lebensmittel zogen neben Ungeziefer auch gefährliche Tiere an, weswegen sich die Bewohner des Hauses von einem Götterschrein Schutz erhofften. (8) Manchmal führte eine Treppe hinab zu einem zweiten Lagerraum.
Rekonstruktion einer Villa in Achetaton
Das Anwesen aus dem Neuen Reich erstreckte sich über 3000 Quadratmeter. Durch dem bewachten Haupteingang, der Name und Rang des Hausherrn verriet, gelangten Besucher in das Haus. Frauen und Kinder lebten in kleineren Räumen, während der Hausherr in einer Luxussuite mit Duschzelle, Salbungsraum und Toilette residierte.
Das Leben in den Häusern
Die Küche lag in der Regel im hinteren Teil des Hauses, bei Villen auch in Nebengebäuden. In der Ecke befand sich ein Mahlstein, auf dem Mehl und Schrot hergestellt wurde, sowie ein kleiner Ofen zum Brotbacken und eine gemauerte Feuerstelle zum Grillen und Kochen. Da das Essen auf offenem Feuer gekocht wurde, hatte die Küche kein festes Dach. Trotzdem breitete sich der Rauch im gesamten Haus aus und schwärzte die Decken. In vielen Mumien konnte man Rußablagerungen in der Lunge feststellen.
Die Vorräte wurden in große und kleine Tongefäße gelagert, die zudem beschriftet waren. Verderblichere Lebensmittel befanden sich in kleinen Vorratskellern, die von der Küche aus über eine Treppe erreichbar waren.
Die wohlhabenden Bürger schliefen in einem Bett, das auf einem erhöhten Podest stand. So wollten sie sich vor kriechenden Tieren, wie Skorpione schützen. Kleidung und andere Sachen, wie Schmuck, verstaute man in Kästen und Truhen aus Holz und Flechtwerk.
Die Armen hatten es meist nicht so gut. Sie schliefen auf einfachen Matten und teilten sich ihre kleinen Behausungen mit Vieh und bis zu zwei Dutzend Personen.
Reiche Bürger genossen zudem die Vorzüge eines Badezimmers, obwohl es kein fließendes Wasser gab. Die Toilette war ein einfacher Holzsitz auf Ziegelsteinen, unter dem ein halb mit Sand gefülltes Gefäß stand. Die Armen hatten vermutlich auch eine sanitäre Einrichtung, wobei die nur aus einem Topf mit Sand bestand, der irgendwo in der Zimmerecke stand. Vergeudet wurden die Fäkalien nicht. Zusammen mit denen von Tieren wurden sie auf dem Dach getrocknet und als Brennmaterial weiterverwendet.
Die Reichen konnten auch in den Genuss einer "Dusche" kommen. Ein Diener übergoss seinen Herrn mit einem Gefäß Wasser, wobei ein Rohr das Abwasser durch ein Loch in der Badezimmerwand wieder abfließen ließ. Das Abwasser wurde wahrscheinlich nicht vergeudet und für die Bewässerung der Pflanzen weiter verwendet.
Bett aus dem Grab der Königin Hetepheres, der Hauptgemahlin König Snofrus aus der 4. Dynastie
Oben sieht man die hohe Kopfstütze, auf der die Königin, wie auch viele ihrer Untertanen, ruhten
Ägyptisches Museum Kairo
Schöner Wohnen
Bemalungen an Wänden und Säulen ließ den Wohnbereich häuslicher erscheinen. An manchen Wänden hingen Behänge aus bunt gefärbtem Leinen. Auf dem Boden lagen aus Pflanzenfasern geflochtene Matten die auch als Schlafunterlage dienten.
Stühle waren im Neue Reich der Hit. Bei, für einen Beamten lächerlichen 4-8 Deben das Stück, konnte sich jeder
Höhergestellte ein paar mehr leisten. Die Varianten gingen von einem einfachen Schemel und einem Klappstuhl bis hin zu Sesseln. Je nach Vorliebe mit Rücken- oder Armlehne. Natürlich gehörten zu einem anständigen Haus auch Tische. Dabei gab es keine Festtafeln, sondern bei Feiern bekam jeder Gast seinen eigenen kleinen Tisch.
Das Material der Tische und Stühle bestand entweder aus Holz oder aus stabilem Flechtwerk. Die Tischplatte war auch mal aus Kalzit-Alabaster oder Ton angefertigt.
Um den Gesamteindruck nicht zu zerstören, legte man sehr großen Wert auf eine saubere Behausung ohne Ungeziefer. Einige medizinische Papyri sprechen von allerlei Bekämpfungsmittel wie Natronwasser gegen Flöhe.
Vor allem die Armen hatten aber trotzdem mit Ungeziefer zu kämpfen. In den Mumien fand man Nissen, in den Zimmerecken Rattenlöcher, die, wahrscheinlich wenig effektiv, einfach mit Lumpen und Steinen verstopft wurden.
Besonders während der Überschwemmungszeit mussten Fliegen und Stechmücken eine Qual gewesen sein. Einwohner, die in der Nähe von Sumpfgebieten wohnten, hängten Moskitonetze auf, die sie aus ihren Fischernetzen angefertigt haben.
Die Wasserversorgung war durch Brunnen gewährleistet, die unterirdisch vom Nilwasser gespeist wurden. Reiche Bewohner hatten ihren eigenen Brunnen, Ärmere mussten zu einer öffentlichen Anlage gehen. Wenn die Stadt weit in der Wüste lag, wie Deir el-Medinah, musste das Wasser mit Eseln oder per Hand herangeführt werden. Das Wasser wurde in große Keramikbehälter untergebracht, die rings um die Hauptsiedlungen verteilt waren und von dort aus weiter verteilt wurden.
Der Abfall wurde einfach im Nil beseitigt oder in große Gruben geworfen. Etliche beschriebene Stein- und Tonscherben fanden die Archäologen in solchen Gruben.
Bild rechts Stuhl des Cha
Neues Reich, 18. Dynastie, um 1400 v. Chr.
Turin, Museo Egizio
Der Garten
Der Garten schien der Stolz eines jeden angesehenen Ägypters gewesen zu sein. Warum sonst wurden in Privatgräbern immer wieder von solchen Anlagen berichtet? Ein Beamter namens Ineni, der Anfang der 18. Dynastie lebte, zählt akribisch alle 540 Bäume auf, die er sich in einem Wüstenareal mit großer Mühe hat anpflanzen lassen.
Wunderschöne Blumen, schattenspendene Bäume und ein Wasserbecken zur Bewässerung zierte den Garten eines jeden wohlhabenden Bürgers. Besonders beliebt war der Lotus, der weiß und blau in den Gärten blühte. Der Sonnengott Re soll der Sage nach aus einer Lotosblüte erschienen sein. Teiche mit Schilf und vielen bunten Fischen luden zum Verweilen ein. In schattigen Lauben und weinbewachsenen Pergolen aus Papyrusstengeln wurde so manches Schläfchen gehalten,. Unter Feigenbäumen und Dattelpalmen gelustwandelt. Damit der wohlhabende Bürger nicht gestört wurde, waren die großen Gärten mit Ziegelmauern vor den Blicken Neugieriger geschützt.
Der Garten war aber nicht nur für Mußestunden gedacht. Der Anbau von Nahrungsmitteln sollte die Bewohner des Hauses schnell und leicht versorgen können. Selbst die Armen besaßen manchmal kleine Gemüsegärtchen. Ein eigener Kornspeicher sorgte weiterhin für das leibliche Wohl
Heiler
Die altägyptischen Ärzte waren bis weit über die Grenzen hinaus berühmt für ihre Heilkunst, denn ihr Wissen und ihre Erfolge waren weitaus größer als die der fremdländischen Ärzte.
Ein Grab in Sakkara um 2650 v.Chr. ist der älteste Beweis für die Existenz von Ärzten. Der Inhaber des Grabes hieß Hesira und war der "Vorsteher der Zahnärzte und Ärzte".
Wir wissen heute so einiges über die Heilkunst der ägyptischen Ärzte, u.a. Dank des medizinischen Papyrus von Ebers, der irgendwann nach 1800 v.Chr entstanden sein muss. Er ist eine Art Leitfaden für Ärzte, denn in ihm sind Untersuchungsregeln, Diagnosen, Therapien und Heilungsaussichten vermerkt. Daneben beinhaltet er auch magische Texte (die Unterstützung der Götter konnte man ja immer gebrauchen) und kurze Einweisungen in die Anatomie. In diesem Bereich hakte es aber bei den Heilern des alten Ägypten. Denn für sie war das Sezieren von toten Menschen religiös höchst verwerflich. Damit konnten sich die Einbalsamierer befassen, die allgemein als "unrein" galten und daher in der Beliebtheitsskala des Volkes nicht besonders hoch standen. Deswegen übte man wahrscheinlich, wenn überhaupt, an Tieren (wenn sie nicht gerade einem Gott geweiht waren) die Anatomie des Menschen, was, wie man sich sicher vorstellen konnte, nicht besonders erfolgreich war. Manche Papyri belegen z.B., dass die alten Ägypter nicht die Speiseröhre von der Luftröhre, geschweige denn zwischen Arterien und Venen unterscheiden konnten. Auch am Blutkreislauf haperte es. Sie wussten zwar, dass der Puls etwas mit dem Herzen zu tun hatte, aber ihrem Verständnis nach war der Puls für die Atemluft zuständig und das Herz Sitz von Denkens und Fühlens. Das Herz war außerdem nach Meinung der ägyptischen Ärzte mit anderen Teilen des Körpers durch ein Kanalsystem verbunden, durch das Luft, Blut, Exkremente und männliche Samen zirkulierten.
Wenn man von diesen Schwächen absieht, hatten die alten Ägypter im Vergleich zu anderen Kulturen aber schon sehr gute Heilkünste. Sie
schienten Knochenbrüche und legten sogar schon eine Art Gipsverband an. Außerdem nähten sie offene Wunden zu, renkten sehr erfolgreich Schultern und Unterkiefer ein und legten Zahnbrücken an. Bei zwei ägyptischen Mumien entdeckten Röntgenologen Zähne, die mit Golddraht verbunden waren. In späterer Zeit wurden Zahnlöcher mit "Abgeriebenem vom Mühlenstein", Ocker und Honig gefüllt.
Man vermutet sogar, dass es im alten Ägypten auch schon Gehirnoperationen gab. Obwohl dies in keinem medizinischen Papyrus erwähnt wird, fand man Mumien, bei denen eine Trepanation durchgeführt worden ist. Bei einer Trepanation wird durch Schaben und Meißeln die Schädeldecke geöffnet und einige Mumienschädel weisen typische kraterförmige Öffnungen auf.
Zwei Zähne, die mit Golddraht verbunden sind,
wobei der gesunde den lockeren oder sogar losen Zahn stützt
Arzneien und Rezepturen
Die Arzneien der ägyptischen Ärzte wurden aus etlichen pflanzlichen und tierischen Stoffen hergestellt. Die Produkte wurden aber im Gegensatz zu heute nicht gewogen sondern in Volumen gemessen. Die kleinste Einheit war ein "ro" und entspricht ungefähr 14 Milliliter. Die Heiler gingen dabei sehr akribisch zur Sache und so verwundert es kaum, dass die überlieferten Rezepturen bis zu 37 Komponenten enthielten. Insgesamt gab es mindestens 160 Pflanzenprodukte, wie z.B. Myrrhe, Datteln oder Sellerie. Leider ist es den Ägyptologen bis heute noch nicht möglich alle verwendeten Pflanzen eindeutig zu bestimmen, da es keine detaillierten Pflanzenbeschreibungen gibt. Bisher sind nur ungefähr 30 identifiziert.
Bei den Tierprodukten wurde z.B. Honig für die Heilung von Magen-Darm-Verstimmungen und Brandwunden sowie Geschwüren benutzt.
Neben den tierischen und pflanzlichen Produkten kannten die alten Ägypter aber auch schon die Heilkräfte von mineralischen. So wurde ein Gemisch aus Natronsalzen auf die Wunde gelegt, um den Eiter aus ihr rauszuziehen. Das Umranden der Augen mit Malachit war nicht nur modisch sondern auch keimtötend. Auch viele andere Rezepturen waren nach Meinung der heutigen Mediziner mit Sicherheit erfolgreich. Der Papyrus Ebers schlägt z.B. eine Rezeptur "Zum Töten der Schlange im Bauch" vor (mit der Schlange ist mit ziemlicher Sicherheit ein Bandwurm gemeint). Es galt folgendendes zu tun: "Wurzel des Granatapfelbaumes 5 ro, Wasser 10 ro, werde nachts dem Tau ausgesetzt, werde durchgepresst, werde getrunken an einem Tag". Die Wirkstoffe der Rezeptur sind Pyridin-Alkaloide, die das Nervensystem des Bandwurmes lähmen, so dass er sich von der Darmwand löst.
Krankheiten
Die alten Ägypter hatten natürlich nicht dieselben Krankheitsbezeichnungen wie heute. Daher ist es es sehr schwierig sie zu identifizieren. Heute ist die Wissenschaft aber schon soweit, dass sie durch Untersuchungen der Mumien genauere Krankheitsbilder feststellen können.
Folgende Schäden und Krankheitsbilder wurden u.a. festgestellt:
Tuberkulose
Ein Team der Universität München untersuchte 400 Mumien aus dem Neuen Reich mit Hilfe der Molekularbiologie. Dabei konnten die Wissenschaftler spezielle Bakterien in der Erbsubstanz feststellen. So fand man heraus, dass es im alten Ägypten sogar schon Tuberkulose gab.
Schwindsucht, Wasserkopf
Wasserkopf - abnorm vergrößerter Schädel infolge übermäßiger Ansammlung von Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit in den Hirnhöhlen oder im Subarachnoidalraum
Meyers Taschenlexikon
Diabetes
Der Priester Inemachet litt vor 4000 Jahren an Diabetes.
Knochenschäden
Besonders der Knochenbau so mancher ägyptischer Mumien hilft uns bei den damaligen Krankheiten weiter. Fehlhaltungen der Wirbelsäule und Arthrose lassen auf eine Fehl- und Überbelastung der Knochen schließen. Knochenveränderungen zeugen von chronischer Blutarmut, Skorbut und Rachitis. Der verkrüppelte Fuß vom Pharao Siptah könnte der Beweis für eine Kinderlähmung sein.
Skorbut - die nach 4 - 6 Wochen bei völligem Fehlen von Vitamin C in der Nahrung entstehende Vitaminmangelkrankheit
Rachitis - durch Vitamin-D-Mangel bedingte Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels mit typischen Skelettveränderungen (Knochenerweichung, Wirbelsäulenverkrümmung, Verbiegung der Beinknochen, Beckenverformung)
Meyers Taschenlexikon
Tumore
Auch damals gab es schon eine Reihe von bösartigen Tumoren. Besonders Knochenkrebs war im alten Ägypten sehr verbreitet.
Der verkrüppelte Fuß König Siptahs
(1194/93-1186 /85 v. Chr.)
Würmer
In manchen Mumien entdeckte man verschiedene Parasiten. Besonders häufig fand man Würmer, wie Bandwürmer, Spülwürmer und Leberegel - und das nicht nur in der Unterschicht. Eine weit verbreitete Krankheit war die Bilharziose, die durch Schistosmoma-Würmern hervorgerufen wird, die sich im Nil in kleinen Wasserschnecken entwickeln. Auch im heutigen Ägypten leiden noch viele Menschen an den Parasiten. Auch die Bilharziose war schon weit verbreitet
Malaria
Wenn sich im Körper Bakterien einnisten, bilden sich automatisch Antikörper. Als man sie genauer untersuchte fand man heraus, dass die alten Ägypter auch schon an Malaria (und an Bilharziose (s.o.)) litten.
Läuse
In Haaren und Gebissen fand man Überreste von Läusen und deren Eiern.
Augenkrankheiten
Lungenschäden
In manchen Lungen fanden Wissenschaftler einen übermäßig hohen Anteil an Sand und Rußpartikeln. Aber auch Bakterien machten den Lungen schwer zu schaffen.
Zahnschäden
Die meisten Ägypter hatten sehr schlechte Zähne. Das lag einmal am Sand, der unwillkürlich in das Brot eingebacken wurde und die Zähne abschmirgelte, aber auch an der recht schlechten Zahnhygiene, die ein Auslöser für Karies und Paradontose war. Man fand auch Abzesse in so manchen Mündern der alten Ägypter.
Schönheit um jeden Preis
Unter diesem Motto lebten wohl die allermeisten Ägypter - aber auch gerne, denn gut Aussehen war für sie sehr wichtig. Wie heute gab es auch früher immer neue Modetrends, so dass man auf Bildnissen die Menschen des neuen Reiches gut an ihrer plissierten Kleidung und ihren kunstvollen Perücken erkennen kann. Wie so oft waren diese Modetrends nur für die Oberschicht aber auch ärmere Menschen versuchten mit Schmuck aus Ton und Glas den Trends in der Oberschicht nachzueifern.
Kleidung
Männer-Kleider
Frauen-Kleider
Frisuren
Waschen und Pflegen
Schminke
Kleidung
Die Kleider der alten Ägypter bestanden hauptsächlich aus Leinen, an zweiter Stelle kam mit großem Abstand Wolle. Baumwolle wurde erst in griechisch-römischer Zeit verarbeitet. Weiß war die gebräuchlichste Farbe und so legte man den gewaschenen Stoff einfach in die Sonne um ein möglichst reines Weiß zu bekommen. Aber auch farbige Gewänder die mit Perlen und Schmuckstücken verziert wurden, waren sehr beliebt. Als Farbe benutzte man Ocker und die pflanzlichen Darbstoffe Krapp, Saflor und Alkanna für rot, Färberwaid für Blau, die Rinde des Granatapfelstrauchs für gelb. Während sich bei den gut betuchten Leuten die Kleidung im Laufe der Zeit mehrmals veränderte, trugen einfache Bauern bei der Arbeit oft nur einfache Kleidung, die aus einem kurzen Lendenschurz oder einem Penisschutz mit einem Gürtel bestanden. Ansonsten gab es eher selten Berufskleidung. Der Wesir ließ sich mit langen kleidähnlichen Gewändern abbilden und der Priester trug ein Leopardenfell über seiner Kleidung. Dienerinnen, Tänzer und Sänger wurden meistens nackt dargestellt.
An ihrem Hals trugen sowohl Männer als auch Frauen einen Halskragen, den sogenannten "usech", der aus Perlen oder Blumen bestand. Die Ägypter gingen am liebsten barfuß, hatten aber auch Sandalen und Pantoffeln aus Palmblättern, Gräsern, Papyrus, Binsen und aus Leder, was aber auch sehr teuer war. In Tutanchamuns Grab fand man an die 93 Paar Schuhe. Ob sie alle jemals gebraucht wurden ist mehr als fraglich.
Männer-Kleider
Die Kleidung war bis zum Mittleren Reich eigentlich immer relativ schlicht. Männer legten um die Hüften einen quadratischen Schurz, der mit einem Gürtel festgeknotet wurde. Länge, Schnitt und Fältelung konnten durchaus variierten. Ab dem Mittleren Reich trug man auch mal einen langen durchsichtigen Überrock über dem Rock. Später wurde auch der Oberkörper bedeckt, das ab der Amarna-Zeit im Neuen Reich zur "Mode-Pflicht" wurde. Ab dieser Zeit tauchen Oberteile mit einem kurzen Ärmel und einem langen Faltenrock auf, die auf Bildern durchsichtig erscheinen. Die Scham wurde bei den Männern, im Gegensatz zu den Frauen immer verdeckt.
Kaemheset mit seiner Frau und seinem Sohn
Altes Reich, 5. Dynastie
Ägyptisches Museum Kairo
Sitzfigur eines Paares
Neue Reich, 19. Dynastie
Paris, Musée du Louvre
Frauen-Kleider
Frauen trugen ein langes Hemdkleid, das auf Bildnissen einem Schlauchkleid ähnelte und an den Schultern mit breiten Streifen zusammengehalten wurde. Auf Bildnissen scheint das Kleid so eng gewesen zu sein, dass man sich fragt, wie die Frauen damit gehen konnten. Es ist wohl eher ein künstlerisches Mittel, dass die Maler zu der damaligen Zeit wählten. Kleider die man in Grabkammern fand waren weiter geschnitten als auf Bildern gezeigt wurde.
Im Neuen Reich nahm man sich die Mode aus dem Ausland zum Vorbild und fing an mit der Kleidung zu experimentieren. Heraus kamen wunderschöne plissierte Kleider, die immer länger und breiter wurden. In der Amarna-Zeit wurden die Kleider durchsichtig und zeigten Brüste und Scham der Frau. Hier sollte wohl die weibliche Sexualität besonders hervorgehoben werden. Göttinnen wurden interessanterweise bis zum Ende der pharaonischen Kultur immer mit Schlauchkleidern abgebildet.
Frisuren
Gut frisiertes Haar war genauso wichtig wie die Kleidung. Kunstvolle Perücken waren dabei besonders beliebt, sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
Da es in Ägypten meistens sehr heiß war, trugen die meisten Männer glattrasierte Haare oder einen Kurzhaarschnitt. Vornehme Männer ließen sich auch mal einen Schnurbart oder ein kleines Kinnbärtchen wachsen. Frauen trugen ihr Haar meist schulterlang.
Wohlhabende Frauen ließen ihre Frisuren von Haarschneidern oder von ihren ausgebildeten Dienerinnen machen. Männer bestellten einen Barbier ins Haus oder ließen sich ihr Haar in einer Frisierecke im Freien schneiden.
Perücken ließen sie sich in Perückenwerkstätten anfertigen. Hochwertige Perücken wurden aus Menschenhaar geknüpft, andere aus Pflanzenfasern. Es gab verschiedene Arten von Perücken. So trugen Frauen sie z.B. bis zur Schulter dreigeteilt, also je eine Strähne an beiden Seiten des Gesichts und der Rest nach hinten. Bei einer anderen Variante verdeckte das Haar die ganzen Schultern ohne Unterteilung. Letztere Perücke war besonders im Neuen Reich beliebt und Ringellöckchen machte sie noch fülliger als sie so schon war. Als Krönung wurde sie zum Schluss, wie auch bei seinem eigenen Haar, mit Parfüm besprüht und mit Blumen oder Schmuckreifen verziert.
Kamm aus der 19. Dynastie
Eine Schere, die man auch zum Eindrehen der Haare benutzen konnte
Kairo, Ägyptisches Museum
Waschen und Pflegen
Der Großteil der ägyptischen Bevölkerung badete im Nil, Kanälen oder in Teilen. Die Oberschicht hatte ein eigenes Bad im Haus, in dem auch meistens die Toilette stand.
Gewaschen wurde sich mit Natron oder einer Waschlotion aus tierischen oder pflanzlichen Fetten, die mit Kalkstein oder Kreide vermischt waren. Der medizinische Papyrus Ebers beschreibt ein anderes Körper-Pflegemittel: Mehl von (Kalzit-) Alabaster, roter Natron, unterägyptisches Salz und Honig. Andere Mittel verhinderten Körpergeruch und bestanden aus so aromatischen Stoffen, wie Weihrauch, Myrrhe und Alaun, die in die Haut eingerieben wurden. Für den schlechten Atem kaute man hauptsächlich die sogenannten Kyphi-Pastillen, die aus zermahlenden Bockshornkleesamen, vermengt mit Myrrhe, Weihrauch, Wacholderbeeren, Rosinen, Honig und dem Gummiharz Mastix bestanden.
Bronze-Spiegel, deren Handgriff ein junges Mädchen darstellt
Neues Reich
Schminke
Das Bad einer Frau war übersät von Kosmetiktöpfchen- und Schälchen, Schminkpaletten, bronzene und silberne Spiegel, Pinzetten, und so weiter und so fort. Schon während der prädynastischen Zeit schminkten sich die alten Ägypter. Für ihre Augen benutzen sie bis ins Alte Reich den grünen Malachit und das rote Haematit, das in Wasser, Fett oder Öl aufgerührt wurde. Später setzte sich immer mehr der schwarze Kohl durch, der aus Bleiglanz (Malachit) hergestellt wurde. Mit schwarz, grün und rot zogen die Ägypter ihre Augen bis zu den Schläfen nach, damit sie größer erschienen. Mit der Augenschminke hofften sie aber auch die sehr weit verbreiteten Augenkrankheiten in den Griff zu bekommen und den bösen Blick abzuwehren. Deswegen zogen auch die Männer ihre Augen mit Schminke nach.
Der rote Ocker wurde als Rouge und Lippenfarbe benutzt. Henna färbte die Haare, Nägel, Handflächen und Fußsohlen.
Spiele für Kinder
Die ägyptischen Kinder spielten eine Menge Spiele, die auch wir heute noch kennen. Dazu zählte Wettrennen, eine Art Ringelreihen und Ballspiele. Auch Bockspringen schien sehr beliebt zu sein, wie die 4000 Jahre alte Kalksteinfigürchen zeigen. Das Bild unten rechts stammt aus dem einem Felsengrab aus Beni Hasan. Es zeigt
Bockspringen
Altes Reich, 5./6. Dyntasie
Kinder beim Ballspielen
Beni Hasan
Drehkreisspiel (altägyptisch: Errichten einer Weinlaube). Die zwei Kinder in der Mitte wirbeln ihre Spielkameraden im Kreis herum
Jungen maßen ihre Kräfte bei
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