Geschichte

Seshi's Freewar-Seiten
Verfügbare Informationen zu "Geschichte"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: seshiro
  • Forum: Seshi's Freewar-Seiten
  • Forenbeschreibung: Du gehst durch die langen Gänge einer mächtigen Raumstation, die im Orbit des Planeten direkt über Ferdolien steht. Dies ist das Hauptquartier der Seshi-GMBH von hier aus werden all ihre Aktionen geplant...
  • aus dem Unterforum: Allgemeines
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Freitag 09.11.2007
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Geschichte
  • Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 2 Monaten, 4 Tagen, 5 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Geschichte"

    Re: Geschichte

    seshiro - 25.01.2009, 16:46

    Geschichte
    Der erste Tag – Kapitel I.
    Es war Juli, ein herrlicher Sommermorgen. Als Fabian in den Zug stieg, war es, obwohl es noch sehr früh war, sonnig und warm in der kleinen Provinzstadt. Während der ganzen Zugfahrt war er nicht in der Lage sich zu entspannen oder klare Gedanken zu fassen, er war aufgeregt, aufgewühlt, voller Erwartungen und Spannung. Die Fahrt schien viel zu lange zu dauern und er musste zweimal umsteigen. Er durchquerte große Städte, friedliche, grüne Wälder, idyllische Weinberge und unfassbar weitläufige Graslandschaften, aber er konnte sie nicht genießen, wie er es sonst während längerer Zugfahrten zu tun pflegte. Zu tief war er in seine wirren Gedanken vertieft, zu tief war er in seine Tagträume versunken.
    Alles schien zu strahlen, alles war einfach wunderbar, schön und voller Glanz. Ein voraussichtlich himmlischer Tag lag vor dem Siebzehnjährigen. Trotzdem hatte er so viele Befürchtungen, so viele Zweifel und Sorgen. Er hielt die Anspannung kaum mehr aus, Besorgnis und Hoffnung fochten einen unerbittlichen Krieg in seinem Herzen aus. Eine Schlacht mit ungewissem Ausgang. Er konnte kaum still sitzen vor Aufregung. Wie würde es werden? Was würde geschehen? Würde er wieder die selben Fehler machen? Wieder versagen? So viele Gedanken rasten in seinem Kopf umher, wie verwirrte Vogelschwärme. Die Zugfahrt dauerte viel zu lange, Ewigkeiten schienen zu verstreichen. Ungeduldig starrte Fabian aus dem Fenster, er konnte nicht mehr warten, er musste ihn endlich sehen, er wollte endlich bei ihm sein.
    Und dann endlich, nach viel zu langer Zeit, sprach die hohle Frauenstimme des Bahncomputers den Namen jenes Dorfes aus, auf das Fabian gewartet hatte. Der Jugendliche blickte gespannt zur Waggontür. Einige Personen betraten das Abteil, zuletzt ein blonder Junge von etwa sechzehn Jahren. Er war es. Endlich hatte er den Zug betreten, der Junge, der Fabian mit seiner märchenhaften Stimme verzaubert hatte, mit dem er so häufig nächtelang gesprochen hatte, bei dem er sich so sicher fühlte. Elegant trat er in das Abteil. Mit den Augen suchte er den Waggon nach Fabian ab, der ihm freudig zuwinkte und ihn zögerlich anlächelte, der Junge lächelte freundlich zurück, strahlte zurück. Er kam auf Fabian zu, gab ihm die Hand, stellte seinen Rucksack auf den Boden, setzte sich neben ihn und die beiden begannen zu reden, über die verschiedensten Dinge. Sie sprachen über ihre Freunde, über ihre Familien, über die Schule, über unterschiedliche Probleme und natürlich über die gemeinsamen Pläne für den Tag. Die beiden waren sich schon von Beginn an unfassbar vertraut gewesen, sie hatten von Anfang an mit einander gesprochen, als ob sie sich schon ewig kennen würden. Diese Vertrautheit löste in Fabian das Gefühl aus diesem Jungen alles erzählen zu können. Die beiden Jungen konnten die ganze restliche Fahrt nichts anderes als grinsen, auch als sie ausstiegen und durch die Stadt gingen um ein ruhiges Plätzchen zu finden, an dem sie sich ungestört unterhalten konnten, fiel das Lächeln nicht von ihren Gesichtern, sie freuten sich über die Vertrautheit und ahnten wohl schon tief in ihrem Herzen, dass dieser Tag für sie unvergesslich und wundervoll werden würde.
    Sie schlenderten durch Straßen und Gassen, ehe sie die Schule erreichten. Der Junge breitete auf einer kleinen, sonnig gelegenen Wiese eine Decke aus, die beiden setzten sich, lächelten sich an und eine unerklärliche Spannung entstand in der Luft, ein nie gespürtes Feuer entflammte in Fabian. Als er in die smaragdgrünen Augen schaute, wurden Emotionen wach, die er nie zuvor gefühlt hatte, er spürte alles auf einmal, er konnte keinen Blick von diesen Augen lassen, von diesen Lippen, diesem Gesicht. Er wollte nur noch dem Jungen lauschen, seiner herrlichen, verzaubernden Stimme. Er sprach anfangs nur über die Schule und allerlei Banalitäten, doch plötzlich stellte er die Frage. Die Frage, die Fabian ebenso fürchtete, wie er sie erhofft hatte, weil er nicht sicher war, wie er sie beantworten würde.
    Der Junge lächelte ihn sanft an und fragte: „Du hast dich wirklich in mich verliebt?“ „Das weißt du doch“, antwortete Fabian schüchtern, „Ich habe mich schon in dem Moment in dich verliebt, als ich deine Stimme zum ersten mal gehört habe.“ Er lächelte ein wenig. Er hatte die richtige Antwort gegeben, das wusste er, doch wie würde der Junge auf diese Antwort reagieren? Was würde er antworten? Fabians Herzschlag beschleunigte sich, aber er lächelte weiterhin. Der Junge lächelte zurück und räumte ein: „Meine Gefühle sind ja nicht anders.“ Eine Tonne Ballast fiel von Fabians Seele, sein Lächeln wurde noch ein wenig breiter, er strahlte den Jungen freudig an, sagte aber nur so etwas Unbedeutendes wie: „schön.“, worauf der Junge nicht mit mehr als einem verdutzen Lachen antwortete.
    In einem schlechten Liebesfilm wäre es jetzt wohl zu einem ersten Kuss gekommen, aber sie waren beide zu schüchtern um schon jetzt einen Kuss auszutauschen. Sie waren sogar zu schüchtern um sich einander weiter anzunähern. Zu schüchtern um sich auch nur zu berühren.
    Sie packten bald ihre Sachen zusammen und machten sich wieder auf den Weg in die Stadt, da sie noch einen Film ansehen wollten. Als sie vor dem Kino standen, hatten sie noch eine halbe Stunde Zeit, ehe es seine Pforten öffnete. Sie nutzten die verbleibende Zeit und gingen an den See, plauderten weiter, sie vermochten nicht zu schweigen. Und als ihnen die Gesprächsthemen ausgingen, nahmen sie einfach ein altes wieder auf, vertieften es, um dann auf ein komplett anderes zu kommen. Ihre Worte fesselten die beiden förmlich an einander, sie waren so auf einander fixiert und ins Gespräch vertieft, dass sie gar nicht bemerkten, wie schnell die Zeit verging.
    Unerwartet schnell wurde es drei Uhr und das Kino öffnete. Die beiden begaben sich hinein und deckten sich mit Popcorn und Getränken ein, wobei der Junge Fabian einladen wollte, was dieser zwar unglaublich lieb fand, was er aber aus Höflichkeit ablehnte. Allerdings bestand der Junge hartnäckig und letztlich mit Erfolg darauf die Kinokarten zu bezahlen.
    Bevor der Spielfilm begann, setzten sie sich noch eine Weile in die Lounge, die mit Filmplakaten geradezu tapeziert war, und sprachen über die anderen Filme, die in diesem Monat das Kinoprogramm füllten. Zwanzig Minuten bevor der Film begann schlenderten sie dann in den Kinosaal und setzen sich in die bequemen roten Sessel, in die letzte Reihe. Es war ein schönes, edles Kino, das stark an ein altes Theater erinnerte, aber bedeutend schöner und vor allem sehr viel interessanter als die Architektur des Lichtspieltheaters fand Fabian den Menschen, der es sich gerade links neben ihm bequem machte. Dennoch sprach er den Jungen auf die Architektur des Kinos an, da ihm nichts anderes einfiel, was er hätte sagen können. Fabian erfuhr, dass dies tatsächlich früher die Bühne eines kleinen Theaters gewesen war. Er erzählte, wie er selber Theater gespielt hatte und wie er die Menschen bewunderte, die auf Bühnen wie dieser gespielt hatten. Der Junge grinste und gestand: „Ich war in meinem Leben noch niemals im Theater, zumindest nie als Zuschauer, aber in der Schule habe ich auch bereits in zwei Theaterstücken mitgespielt. Ich hatte allerdings jeweils nur unbedeutende Nebenrollen. Du hast bestimmt immer eine Hauptrolle gespielt oder?“ Fabian lächelte verlegen und meinte: „Erstens ist keine Rolle unbedeutend. Und zweitens hast du Recht, ich habe immer Hauptrollen gespielt.“
    Vollkommen unvermittelt fragte der Junge ihn plötzlich: „Kuss?“ „Jetzt?“, Fragte Fabian verdutzt. „Hier?“ Der Siebzehnjährige war durch die frage etwas verwirrt worden. „Na klar“, Lachte der Junge. „Warum denn nicht?“ „Ich kann nicht“, Sprach Fabian ein wenig traurig und senkte den Kopf. „Na komm schon“, Meinte der Junge und lächelte ihn schelmisch an. Fabian sah in die wunderschönen grünen Augen und lächelte unvermittelt. Warum lächelte er? Ihm war eher nach Weinen zumute. Warum konnte er es nicht? Er war einfach zu schüchtern, zu ängstlich. Warum musste er schon wieder versagen? Er wusste es nicht.
    Fabian blickte wieder zu Boden und dachte einen Moment darüber nach. Er wollte ihm diesen Gefallen so gern tun, er wollte ihn so gern küssen. Er wollte, aber er konnte nicht. Er wusste, dass es wundervoll werden würde, aber er konnte es nicht. Wieso nicht? Er hatte solch eine unbeschreibliche Angst. Er verachtete, er hasste diese Seite an sich, immer hatte er Angst, Angst etwas falsch zu machen, Angst zu versagen, Angst vor einfach allem, vor allem vor Gefühlen. Diese unbegreifliche Angst hatte ihn schon viele Male fast verzweifeln lassen. Er konnte sie einfach nicht kontrollieren. Woher kam diese Angst? Wie konnte er sie bekämpfen? Wann würde er sie endlich besiegen? Würde er diesem Zweifel überhaupt jemals Herr werden? Jemals ohne das beklemmende Gefühl leben können ein Versager zu sein?
    Fabian sah seinen Sitznachbarn erneut wehmütig an, in der Hoffnung, dass dieser eine Antwort hatte auf seine zahlreichen stillen Fragen.
    Der Junge schaute ihn bittend an und sagte nur: „Komm schon, hab keine Angst.“ Fabian legte einen Arm um den Jungen zog ihn sanft an sich und streichelte ihm zärtlich über die Wange. Der Junge strahlte, gab Fabian einen Kuss auf die Wange und strich ihm über das Gesicht und den Hals. Fabian spürte die langen Haare im Gesicht, seinen sanften Atem auf der Wange, die Haut dieses Jungen fühlte sich unglaublich gut an, warm und weich. Seine Lippen waren unbeschreiblich. Immer noch wünschte er sich ihn einfach küssen zu können. Warum war er nur so ein Feigling? Der Junge schmiegte sich eng an ihn, Fabian nahm seine Hand und streichelte sie, er spürte sein Herz, seine Atmung, er spürte so viel Liebe in sich. Es war so fabelhaft mit diesem Menschen zu kuscheln, doch dann füllte sich das Kino und zwei Männer setzten sich neben die beiden Jungen, die sich leicht wehmütig anschauten und von einander abließen. Der Film begann. Ein wirklich lustiger Film, wenn auch etwas stumpfsinnig, die beiden hatten Spaß und lachten ausgiebig und viel, immer wieder fanden ihre Hände zu einander, streichelten sich vorsichtig und zaghaft, in der Befürchtung, dass sie entdeckt würden. Doch irgendwann wurden ihnen die anderen Menschen gleichgültig, sie kuschelten sich wieder an einander, genossen den Film und den innigen Kontakt. Sie bemerkten die Blicke der anderen Kinobesucher nur beiläufig und sie waren ihnen vollkommen gleichgültig, ihnen war nur wichtig Spaß zu haben und gleichzeitig dem Anderen so nah wie möglich zu sein. Für die beiden gab es nur noch sich und den Film, über den sie auch noch herzlich lachen mussten, als sie zurück in das gleißende Licht der Nachmittagssonne traten. Sie schlenderten wieder die Straße hinauf, in die Richtung, in welcher die Schule des Jungen lag, um wieder unbeschränkt für einander da zu sein. Ihr Weg führte über breite Straßen hinweg, durch enge kleine Gässchen und schließlich durch den Stadtpark, an dessen Ende Fabian das wuchtige, graue Schulgebäude wieder erblicken konnte. Nun waren hier allerdings zahlreiche Personen, die ihre Hunde ausführten, sich sonnten oder einfach spazieren gingen. Um unbehelligt von den Fremden zu sein, überquerten die beiden Jugendlichen den weitläufigen Schulhof, auf dem in einer Ecke ein Paar gerade vollkommen mit sich beschäftigt war und sie nicht bemerkte. Die beiden Jungs gingen am Musiksaal der Schule entlang, am Basketballplatz vorbei und im Anschluss einen kleinen Hügel hinunter.
    Auf der Suche nach einem ungestörten Ort umrundeten die beiden Jungen das große Betongebäude beinahe komplett und breiteten ihre Decke auf einem kleinen Rasenstück aus, das durch gewaltige Bäume und undurchdringliche Hecken vor sämtlichen Blicken geschützt war. Sie setzten sich zuerst nebeneinander hin, wobei Fabian seinen Arm behutsam um die Schultern des Jungen legte, der ihn liebevoll anblickte, sich an ihn lehnte und seinen Kopf an Fabians Schulter schmiegte. Der Junge lächelte und Fabian strich ihm sanft durch das lange blonde Haar. Sie sprachen noch eine Weile über den Film aber auf einmal sagte Fabian: „Ich liebe dich.“ Der Junge strich Fabian über die Wange und sagte lächelnd: „Ich dich auch.“ Er legte sich auf die Decke nieder und räkelte sich in der warmen Nachmittagsonne. „Das Wetter ist total genial heute“, meinte er. Fabian blickte den Jungen an und grinste unvermittelt. Dieser Junge war so wunderschön, Fabian konnte kaum glauben, dass er ihm so nah sein durfte. Der Junge nahm Fabians Hand und zog ihn zu sich hinunter, Fabians Herzschlag wurde schneller, er war aufgeregt, voller Spannung, und Freude und dennoch, wieder plagten ihn diese schrecklichen Zweifel. Er hasste diese Zweifel so sehr, doch dieses Mal gab er sich ihnen nicht hin. Er wollte diesen Kerl so gern fühlen, er wollte ihm so nah sein. Er brauchte seine Nähe jetzt, mehr als alles andere. Fabian schaute den Jungen schüchtern an und legte sich zaghaft zu ihm. Er umfasste sanft die schlanken Hüften des Anderen und strich zärtlich über dessen Oberschenkel und Bauch. Der Junge genoss das sichtlich und schmiegte sich eng an Fabian. Sie streichelten sich, legten ihre Arme fest um einander, verschlangen ihre Beine in die des Anderen und lagen sehr lange einfach kuschelnd da. Fabian hätte den Jungen jetzt so gern geküsst, aber er vermochte es nicht, irgendetwas blockierte ihn immer noch, es war seine Angst, sein Zweifel an sich selbst, die ewigen Zwiespalte seiner Seele, die in ihm das Gefühl auslösten ein Versager zu sein. Und trotz dieser Zweifel überwog das Glück in diesem Augenblick. Fabian strich dem Jungen über den Hals, über den Nacken, den Rücken, über sein wohlgeformtes Gesäß und durch sein wundervolles langes Haar. Eine gefühlte Ewigkeit - Fabian wünschte sich, dass es wirklich eine Ewigkeit werden würde - lagen sie so da und schliefen nach einiger Zeit Arm in Arm ein, weil sie beide wegen der Aufregung in der vorherigen Nacht kaum oder gar nicht geschlafen hatten. Für Fabian war es ein unbeschreibliches Gefühl in den Armen dieses Jungen einzuschlafen, seinen warmen Atem im Gesicht zu spüren, seine zarte Haut zu fühlen, seinen wohligen Geruch wahrzunehmen. Er fühlte sich so sicher in diesem Moment, so unglaublich geborgen.

    Sie standen an der Klippe und beobachteten den Untergang der Sonne. Rot glühend tauchte sie die Welt in ein unbegreifliches Farbenspiel. Wolken schimmerten in klarem violett, der Ozean schimmerte gelblich, die Berge am Horizont waren in ein helles Flammenspiel getaucht und der Himmel entbrannte in allen möglichen und unmöglichen Farben.
    Als die Sonne hinter den fernen Gebirgsmassiven verschwunden war, sprach einer der beiden: „Wir haben gesiegt. Die Nacht gehört uns, die Träume sind unsere Welt, nicht ihre. Wir haben sie in die lieblose Hölle zurück geschlagen, aus der sie kamen.“ „Sie werden zurückkehren, da könnt ihr sicher sein. Und wenn sie zurückkehren, dann kommen sie mit den Armeen der Trauer, den Äxten des Leids und den Schwertern der Verzweiflung. Sie werden die schrecklichsten Waffen gegen uns richten. In den Schleier der Unvernunft werden sie gehüllt sein, um uns in der Dunkelheit zu vernichten. Ein Millionenheer wird aufmarschieren gegen unsere wenigen Ritter“, Prophezeite der andere. „Seid gewiss, dass wir gewappnet sein werden, wenn es so weit kommt. Gegen die Armeen der Angst werden wir Mauern der Hoffnung stellen, gegen die die Äxte der Pein werden wir Schilde der Furchtlosigkeit verwenden, und die Soldaten der Verzweiflung werden wir mit einem Feuer der Tapferkeit hinwegfegen. Nun endlich wendet sich das Blatt. Nun endlich wird der Sieg unser sein. Nun endlich werden wir die Kreaturen der Unterwelt vernichten. Der Krieg wird schon bald vorüber sein.“ „Ich hoffe, dass ihr Recht behaltet mein Freund.“
    Die beiden Männer wendeten sich ab vom dunklen Ozean und gingen den Hügel hinunter, ihren Rittern entgegen. Es waren nicht viele Ritter, nur ein paar Dutzend, aber dennoch flößte diese kleine Armee jedem Menschen und jeder Kreatur unbeschreiblichen Respekt ein. Auf gewaltigen weißen Pferden saßen die mächtigen Krieger. Strahlende Rüstungen aus reinem Diamant schützten ihre Körper, leuchtende Lanzen aus Silber und Stahl sollten die Leiber der Feinde durchstoßen und brennende Speere sollten sie stürzen. Einige Meter über den Rittern kreist still ein halbes Dutzend riesiger feuriger Vögel. Die Phönixe hatten sich der kleinen Truppe angeschlossen um ihrer Welt die Hoffnung und den Lebensmut wieder Zu geben. Ein Leuchten, ein Feuer, eine unbegreifliche Hitze ging von ihren riesigen, gelbroten Körpern aus, sie strahlten eine Wärme aus, die den Rittern Zuversicht schenkte, ihnen Kraft und Mut verlieh. Sie waren die eigentliche Macht dieser Armee, ihre Flammen sollten die Feinde hinwegfegen wie ein einziger unendlicher Sturm.

    Als er aufwachte spürte Fabian, die weichen Lippen des anderen Jungen auf seinen eigenen. Er ließ die Augen noch einige Momente geschlossen und genoss es, wie der Junge ihm über Wangen und Hals strich, er genoss die zaghafte Berührung der Lippen, ehe er langsam die Augen auftat und den Jungen ansah, ihn umarmte und sich mit ihm gemeinsam so drehte, das der Junge auf ihm lag. Fabian begann das Gesicht, den Hals und die Arme des Jungen zu streicheln, verwöhnte seinen Rücken, seinen Bauch, seine Brust, massierte sanft seinen Hintern und seine Schultern. Er lächelte ihn an und flüsterte: "Ich liebe dich wirklich." "Ich weiß, ich dich auch," Erwiderte der Junge grinsend und begann sich für Fabians Zärtlichkeiten zu revanchieren, indem er an dessen Flanken entlang strich, ihn mit seinem Haar zu kitzeln versuchte und immer wieder versuchte ihn zu küssen. Zwar ließ Fabian ihn nun gewähren, vollkommen darauf einlassen konnte er sich jedoch immer noch nicht. Aber trotz aller inneren Zwiespalte waren es für Fabian einfach großartige, gewaltige, gigantische Gefühle, die in ihm aufloderten. Er streichelte den Jungen zärtlich und liebevoll, gefühlvoll und leidenschaftlich, arbeitete sich mit den Fingerspitzen behutsam, sachte und bedächtig, immer weiter nach unten vor, bis sie am Hosenbund angekommen waren. Wie in Zeitlupe glitten seine Finger unter das Oberteil des Jungen und berührten dessen Rücken. Fabian strich an der Wirbelsäule entlang nach oben, an der Flanke entlang, nur mit den Fingern, er berührte die glatte Brust des schlanken Jungen, er massierte sie mit den Handflächen, was in dem Jungen ein sichtbares Wohlbefinden auslöste. Fabians Hände wanderten wieder nach unten, über den Bauch, bis zur Hüfte. Oberhalb des Hüftknochens war der Junge sehr empfindlich und jede Berührung dieser Stelle führte zu einer außergewöhnlichen Steigerung seiner Lust. Der Junge räkelte sich wie eine junge Katze und gab Fabian zu verstehen, dass er mehr wollte, er küsste ihn und seine zarten Hände glitten ebenfalls langsam unter das Hemd des Geliebten um ihn zu verwöhnen. Fabian gab sich nun ganz seinem Partner hin, zumindest versuchte er es, was ihm jedoch nicht vollständig gelang.
    Noch einige Stunden lagen sie so da, verwöhnten sich gegenseitig, und genossen schweigend die sinnliche Nähe des Anderen, probierten die empfindlichsten Zonen des anderen aus und streichelten sich zärtlich, bis es Abend wurde und sie sich auf den Weg zurück in die Innenstadt machen mussten, damit sie ihren Zug nicht verpassten. Stillschweigend und mit gesenktem Haupt gingen sie zum Bahnhof, wobei sie sich immer wieder anlächelten und liebevolle Blicke austauschten. Der Weg zu ihrem Abfahrtsgleis schien den beiden Jungen viel zu kurz, als sie ankamen, blickten sie sich wehmütig in die Augen und Fabian sagte mit einem gezwungenen Lächeln: „Es war ein toller Tag, meinst du nicht?“ „Ja, es war wundervoll!“, Sagte der Junge und fügte mit einem verschmitzten Grinsen hinzu: „Ich finde wir sollten das wiederholen, so oft wie möglich.“ „Auf jeden Fall!“, meinte Fabian, wobei er sich ein breites Grinsen auch nicht verkneifen konnte.
    Langsam wurde es etwas kühler und Fabian fröstelte leicht. Die beiden Jungen schlenderten Hand in Hand am Gleis entlang, setzten sich auf eine Bank an dessen Ende und Fabian legte sanft seinen rechten Arm um den Jungen um ihn zu wärmen und um noch ein wenig seiner Zärtlichkeit zu spüren. Der Junge legte noch einmal den Kopf an Fabians Schulter und schenkte Fabian ein zartes Lächeln. Sie kuschelten noch ein paar Minuten auf dem Bahnsteig mit einander, ehe der Zug, in den die beiden einsteigen mussten, dröhnend in den Bahnhof einfuhr.
    Auf der Heimfahrt saßen sich die beiden gegenüber, lächelten einander zu und blickten einander unentwegt durch die Augen tief in die Seele. Fabian liebte diese Augen, diese leuchtenden Smaragde, diese grünen Sterne, die sein Herz zum glühen brachten. Er liebte dieses Lächeln, das seine Seele zu den fernsten Orten fliegen schweben lies. Er liebte das goldblonde Haar und das hübsche Gesicht seines Gegenübers. Dieser Junge war so ungreifbar schön. In seiner Gegenwart fühlte sich Fabian so wohl, so aufgehoben und sicher, wie bei keinem anderen Menschen zuvor. Indem er ihm in die Augen sah, schien Fabian immer tiefer in den Geist des Jungen eindringen, er spürte die Gefühle, die Gedanken und Träume des anderen. Er drang immer tiefer ein in die Welt dieses Menschen, er wurde ein Teil dieser Gedankenwelt, und sie wurde zu einem Teil von ihm. Die Gedanken der beiden Jungen verschmolzen zu einem einzigen gemeinsamen Traum, einem Traum, der die Unendlichkeit übertraf. Sie schufen sich eine neue Welt, eine Welt des Lichts, eine Welt, die alles existierende in den Schatten stellte. Sie erbauten gigantische Städte auf dem Fundament der Liebe, sie ritten gemeinsam durch die weiteste Prärie, überflogen Hand in Hand die höchsten Berge und durchschwammen vereint den größten, kristallklaren Ozean. Die Welt, die sie erschaffen hatten, war eine Welt, in der sie endlich frei waren von allen Sorgen. Hier war Fabian frei von Zweifel, frei von Angst. Er war endlich frei. Diese Welt war großartig, sie war perfekt. Sie war voller Farben, voller Licht, voller Wärme und Geborgenheit. Sie veränderte sich stetig und gab mit jedem Mal noch schönere Orte preis.
    Auf einmal fanden sich die beiden in einem unendlichen Meer blauer Rosen wieder. Fabian trat einen Schritt auf den Jungen zu, legte ihm seine Arme um die Schultern, schloss die Augen und küsste ihn gefühlvoll. Es war ein Kuss voller Liebe, voller Leidenschaft, voller Feuer und Vertrautheit. Die beiden spürten, wie ihre Herzen im selben Takt zu schlagen begannen, wie die Brandung des Rosenmeeres sich dem Rhythmus ihres vereinigten Herzschlages anglich und wie ihre Seelen langsam einem roten Abendhimmel entgegen strebten. Jahre, Zeitalter, Ewigkeiten hätten vergehen können in diesem einen, perfekten Moment.
    Plötzlich, unvermittelt und viel zu früh riss die klare, kalte Computerstimme die beiden aus ihren Träumen, indem sie den Namen des kleinen Ortes aussprach, in dem der Junge wohnte. Traurig blickten sich die beiden an. Warum mussten sie zurück in diese Welt? Warum riss man sie aus ihren Gedanken? Warum konnten sie nicht frei sein in der Welt, die sie sich gemeinsam geschaffen hatten. Viel zu früh mussten sie sich von einander verabschieden, viel zu früh erfolgte die letzte liebevolle Umarmung des Tages, viel zu früh verließ der blonde Junge den Zug, viel zu früh blickten sich die Liebenden zum letzten mal trübsinnig durch die Scheiben des Zugwaggons ins Gesicht. Eine einzelne Träne rann über Fabians Gesicht, als der Zug donnernd wieder abfuhr um die beiden jungen Männer immer weiter von einander zu trennen, indem er unaufhaltsam seinen vorbestimmten Weg nach Süden, in die Dunkelheit, fortsetzte. Fabian blickte auf den Boden vor seinen Füßen und ließ die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren, die unglaublichen Erlebnisse eines wundervollen Tages. Er lächelte, aber im selben Moment wurde ihm bewusst, wie sehr er diesen Jungen nun vermissen würde, wie sehr er sich wünschen würde ihm nahe zu sein. Bei diesen Gedanken floss eine zweite warme Träne über sein Gesicht und tropfte auf den kalten Boden des Zugabteils...



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Seshi's Freewar-Seiten

    Foren-Regelwerk - gepostet von seshiro am Samstag 10.11.2007
    Geschichte - gepostet von seshiro am Sonntag 25.01.2009



    Ähnliche Beiträge wie "Geschichte"

    Geheimes Treffen - gepostet von Johnny Stamboli am Dienstag 04.07.2006
    Bobby92 - gepostet von Bobby92 am Montag 31.07.2006
    Revelations von HoOks - gepostet von Hooks am Dienstag 22.08.2006