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Re: Wir trauern um Stanislav Markelow und Anastasia Barburova
macho iberico - 22.01.2009, 13:27Wir trauern um Stanislav Markelow und Anastasia Barburova
Am 19. Januar 2009 wurden der bekannte russische Anwalt Stanislav
Markelow und die Journalistin Anastasia Barburova in Moskau von einem
Killer auf offener Straße erschossen. Beide waren bzw. sind aktive
Mitglied der libertären Bewegung in Russland. Motive für den Mord gibt
es viele, besonders Stanislav hat sich als engagierter Anwalt der
Verfolgten und von AntifaschistInnen viele Feinde gemacht und u.a.
einen berüchtigten Militär und "Held der russischen Föderation" sowie
etliche russische Nazis hinter Gitter gebracht. Nach Bekanntwerden der
Morde fanden u.a. in Moskau, Petersburg und Grozny Demonstrationen
statt, die von der Polizei angegriffen wurden und bei denen mehrere
Dutzend DemonstrantInnen verletzt oder verhaftet wurden.
Stanislav ("Stas") Markelow
war Anfang der 90er Jahre in der jungen anarchistischen Bewegung
Russlands aktiv, unter anderem als Mitglied in der "Anarchist Medical
Brigade". Er engangierte sich in verschiedenen Diskussionsgruppen und
bei vielen Aktionen und Veranstaltungen. Später wurde er Rechtsanwalt,
gleich in seinem ersten Verfahren verteidigte er GenossInnen, denen
langjährige Haftsstrafen für ihre oppositionelle Einstellungen drohten.
Im Laufe der Zeit wurde er zu einem der engangiertesten Anwälte in
Russland und zog sich dabei den Hass des mafiotisch-geheimdienstlichen
Komplexes zu. So vertrat er u.a. als Nebenkläger die Familie Kungaeva,
deren Tochter in Tschetschenien von einem russischen Offizier, Yuri
Budanov, vergewaltigt und ermordet worden war. Der Mörder wurde nach
nur acht Jahren Gefängnis vor einigen Tagen begnadigt. Auf dem Rückweg
von einer Pressekonferenz in der es um die Begnadigung Budanovs ging,
wurde Stas auf offener Straße erschossen. Stas hat in den letzten
Jahren häufig Antifas verteidigt und in anderen Verfahren dazu
beigetragen, dass einige russische Nazi-Schläger im Knast verschwanden.
Anastasia ("Skat") Barburova
wurde durch einen Kopfschuß getötet, entweder, weil sie versuchte dem
verletzten Stas zu helfen oder weil der Killer sich der Zeugin
entledigen wollte. Nastya - wie Anastasia bei ihren GenossInnen hieß -
war studierte Journalistin und arbeitete als Freelancer in den letzten
Monaten für die Zeitung "Novaya Gazeta". Ihr Spezialgebiet war die
russische Ultrarechte. Nastya war aktive Anarchistin. Sie hatte im
letzten Jahr beispielsweise dabei geholfen, eine Schlafstätte von
kaukasischen Flüchtlingen gegen die Übernahme durch die staatliche
Gefängnisveraltung zu verteidigen und war dabei verhaftet worden. Sie
beteiligte sich aktiv an verschiedenen Protestcamps gegen
Umweltzerstörung. Im September 2008 nahm sie am Europäischen
Sozialforum in Malmö, Schweden, teil. Zeitweilig half sie bei der
Erstellung der libertären Zeitschrift "Avtonom" mit. Nastya war mit
ihrer Energie und ihrer offenen Art in der kleinen libertären Bewegung
Russlands und der Ukraine sehr beliebt. Sie wird eine große Lücke
hinterlassen.
Re: Wir trauern um Stanislav Markelow und Anastasia Barburova
macho iberico - 23.01.2009, 14:03Ein Nachruf von FreundInnen von Anastasia Baburova
Unsere Freundin und Genossin wurde heute in Moskow umgebracht, von einem Auftragskiller in den Kopf geschossen.
Der Mörder war nicht hinter ihr her - er war hinter dem Rechtsanwalt Stanislav Markelov her - einen andereren guten Freund und Genossen von uns. Wir wissen nicht wer da war, um Stas zu töten- es könnte eine Vereinigung von Kriegsverbrechern sein, die er ins Gefängnis brachte, es könnte eine Verbindung zum organisierten Verbrechen geben. Es könnten Nazis gewesen sein, von denen ebenfalls viele durch Stas ins Gefängnis gebracht wurden. Die Liste der Erfolge von Stas ist so lang, dass es einige Tage dauern würde, sie für einen Nachruf zusammenzubringen, die Liste seiner Feinde ist sogar noch länger.
Anastasia ("Skat") Barburova (30.11.1983-19.1.
2009 )
Aber
wir wissen mit Sicherheit, Nastya hatte das Pech zur falschen Zeit am
falschen Ort gewesen zu sein.
Der Killer schoss auch ihr in den Kopf,
entweder um eine Zeugin auszuschalten oder um entkommen zu können-
einige Zeugen haben angegeben, dass Nastya versuchte den Mörder
festzuhalten.
Stas starb am Tatort, Nastya starb wenige Stunden danach
im Krankenhaus.
Nastya war eine Absolventin der
jounrnalistischen Fakultät der Moskauer Universität.
Sie arbeitete eine
Weile für „Izvestiya", verließ die Zeitung aber wieder und arbeitete
als Freischaffende.
Während der letzten paar Monate schrieb sie für die
kritische Zeitung „Novaya Gazeta“, vor allem Artikel über die extreme
Rechte.
Nastya war Anarchistin und war in verschiedene
Projekte involviert.
Sie beschäftigte sich mit Anti-Repressionsarbeit,
wie z.B.
Solidaritätsaktionen in Moskau für die staatlich verfolgten
französischen Aktivisten Ivan und Bruno, und später im letzten Jahr war
sie auch in die Solidaritätsarbeit für die Tarnac 9 (Nähere Infos zum
Fall unter: http://tarnac9. noblogs. org
) involviert.
Sie hatte, ebenfalls im letzten Jahr dabei geholfen, eine
Schlafstätte von kaukasischen Flüchtlingen gegen die Übernahme durch
die staatliche Gefängnisveraltung zu verteidigen und war dabei
verhaftet worden.
Sie nahm auch am Protestcamp der Rainbow Keepers in
Sasovo und an einer Kampagne gegen Polizeibrutalität im Frühjahr 2008
teil.
Im September 2008 reiste sie dann zum Europäischen Sozialforum in
Malmö.
Sie beteiligte sich an der Organisation eines Forums für
alternative Medien bei einer Antikapitalismuskonferenz 2008.
Sie half
auch bei der Erstellung der letzten Ausgabe (Nr.
30) der libertären
Zeitschrift "Avtonom" mit.
Innerhalb der Bewegung kam Nastja mit Allen zurecht.
Nastya
war sportbegeistert, sie interessierte sich für Fallschirmspringen und
war auch eine gut trainierte Kampfsportlerin.
Sie ging nie unbewaffnet
aus dem Haus, aber ihr Messer konnte gegen eine Pistole nichts
ausrichten.
Nastya war eine offene, sympathische und
außergewöhnlich geistreiche Person.
Sie wird von ihren Eltern,
FreundInnen und GenossInnen aus ganz Russland und der Ukraine sehr
vermisst werden.
Sie kam aus Sevastopol und wird wahrscheinlich auch
dort beerdigt.
Sie hatte einen eigenen Blog http://file-028. livejournal. com/
Re: Wir trauern um Stanislav Markelow und Anastasia Barburova
breakout - 23.01.2009, 14:24
zum speiben die verhältnisse in russland...
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