Eigene Aufnahme anhören

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    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Uralt - 20.01.2009, 13:21

    Eigene Aufnahme anhören
    Ich habe meinen Liederabend am letzten Sonntag aufgenommen und mir gestern die Aufnahme angehört. Das klang besser als ich dachte, ich war sehr zufrieden.
    Heute habe ich eine Kopie für meine GL gemacht ( sie konnte leider nicht kommen) und ich habe dann auch wieder hier und da reingehört. Und : da ist mir schon mehr aufgefallen, was hätte besser sein können.
    Oje, wenn ich die Aufnahme noch 3 x höre, bin ich wahrscheinlich soweit, das Singen aufzugeben. :Hangman:
    Kennt Ihr das auch ?

    Selbstzweifelnde Grüße
    Uralt



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Aricia - 22.01.2009, 18:10


    Hallo Uralt,
    ich bin ja "nur" Pianistin, aber das Problem kenne ich. Wenn ich ein Konzert gespielt habe, das eigentlich ganz gut gelaufen ist und ich dann zum ersten mal den Mitschnitt höre, bin ich meistens relativ positiv überrscht. Bei 2. Abhören fallen dann alle Fehler viel mehr auf, von denen ich beim ersten mal dachte "oh-so schlimm war's nicht". Beim 3 Abhören werden sie dann schon fast unerträglich. Nach einem halben Jahr denke ich dann wieder "war doch eigentlich ganz schön".
    Also mein Tipp: maximal 3 mal abhören, sich nicht aufhängen und mit dem singen aufhören, und erst wieder nach frühestens einem halben Jahr abhören, wenn man sich schon wieder mit ganz anderen Programmen beschäftigt hat und einen Abstand gewonnen hat.
    Küsschen
    Aricia



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    melusine - 22.01.2009, 21:26


    Liebe Uralt, ich nehme ja so gut wie alle Auftritte auf und kenne die verschiedensten "Duschen" von kochendheiss bis eiskalt. Mich wundert dabei immer am meisten, wie sehr sich manchmal das Gefûhl beim Singen vom dann Gehörten unterscheidet, sowohl im Guten wie im Schlechten.

    Ich finde meistens das erste Hören am Schwierigsten, weil ich da meinen Eigeneindruck beim Singen mit der akustichen Realität messe. Mir tut es gut, vorher Urteile mir gut bekannter Zuhörer zu haben, um Aussenwirkung und reinen technischen Aspekt unterscheiden zu können. Ich habe sogar schon erlebt, dass Zuhörer die Stücke am besten und bewegendsten fanden, die ich rein gesangstechnsich am schlechtesten fand und umgekehrt.

    Ein ganz extremer Fall war ein Auftritt im September , wo ich bei einem frz. Lied eine Glückseligkeitswelle hatte, die eine Art vokaler Orgasmus war, (um es mal auf den Punkt zu bringen)- aber wo das reine Anhören des Stückes auf Band dann im Vergleich dazu purer Frust war.

    Andere Lieder im selben Konzert klangen rein technisch gesehen viel besser. Und die Generalprobe ebenso.
    Und umgekehrt: bei meinem letzten Auftritt war ich nach einer schlaflosen Nacht eher matt und in einer Art emotionaler Indifferenz. Das Singen zog fast wie in Trance an mir vorbei.
    Das hörbare vokale Ergebnis war aber sehr gut und stabil vom ersten bis zum letzten Stück.
    Dennoch decken sich auch oft eigenes Empdfingen und Gehörtes ,und in jredem Fall lerne ich aus wenigen Dingen mehr als aus der Erfahrung mit eigenen Aufnahmen.
    Daher würde ich das unbedingt weitermachen.
    Ich hatte allerdings schon eine Gesangslehrerin, die sich niemals anhören wollte(nciht mal ihre Studio-CD!!!) weil sie Angst hatte, dann nie mehr zu singen. Das ist gar nciht so selten, glaube ich.

    Bonne soirée
    Melusine



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Uralt - 23.01.2009, 10:34


    Ah, gut, dass ich da nicht alleine bin. Danke für Euren Zuspruch.
    Melusine,
    du schreibst : ich habe sogar schon erlebt, dass Zuhörer die Stücke am besten und bewegendsten fanden, die ich rein gesangstechnsich am schelchtesten fand und umgekehrt.

    Genauso war es bei mir auch. Das Hexenlied aus Hänsel und Gretel - Desaster. Ich habe meins gesungen und gespielt, der Pianist hat seins gespielt, wir waren mehrmals nicht zusammen. Aber - gerade dieses Lied wurde von Leute aus dem Publikum besonders gelobt und auch das Zeitungsfoto war aus diesem Lied.
    Aber Du hast Recht ! Ich werde in den nächsten Tagen Freunde und Freundinnen treffen, die da waren, selbst Gesangsprofis sind und mir sicher besser sagen können, was besser zu machen ist, als die Aufnahme.

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    gioachino - 25.01.2009, 01:30


    Seid froh, Ihr Lieben,
    dass Ihr die Möglichkeit des Aufnehmens überhaupt habt heuzutage.
    Bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war es sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eigene Konzerte akustisch festzuhalten. Das älteste der Hörbeispiele auf meiner HP stammt von 1980, aufgenommen im Wohnzimmer meines damaligen Pianisten Walter, der stolzer Besitzer eines halbwegs handlichen Tonbandgeräts war.
    Das mit in die Konzerte zu schleppen, kam Schwerstarbeit gleich. Also unterließ man es tunlichst und vertraute dem eigenen Urteil und dem der Zuhörer, dem der Kenner und nicht zuletzt dem des mehr oder weniger kundigen Zeitgenossen der regionalen und / oder örtlichen Presse.
    Und der Unterricht musste natürlich erst recht ohne diese gewiss hilfreichen akustischen Vehikel auskommen.
    Vielleicht hat man sich damals nicht so verrückt gemacht.
    Immerhin habe ich später, in den Neunzigern, gern von dieser Kontrollmöglichkeit Gebrauch und ähnliche Erfahrungen wie Ihr gemacht.

    Ciao. :big_pc Gioachino



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Fliu - 26.01.2009, 20:50


    Ich kenne das vor allem aus den Konzertmitschnitten mit meinem Vokalensemble. Man findet man einfach immer etwas, womit man nicht ganz zufrieden ist, und sei es nur ein Detail. Die häufen sich jedoch meist mit jedem erneuten Anhören. Mittlerweile haben wir aber schon erkannt, dass wir oft zu kritisch mit uns selbst sind und freuen uns über die Begeisterung der Zuhörer, auch wenn wir nur zu gut wissen, dass es nicht perfekt war. Aber wer ist schon perfekt ;) Live ist eben live, und auch Fehler helfen weiter.



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Eponine - 27.01.2009, 02:00


    Ich kann aus eigener Erfahrung auch nur sagen: Je oefter, desto schlimmer.

    Das erste Hoeren geht meist noch. Je mehr ich aber "nachhoere", umso mehr Fehler finde ich. Das geht dann irgendwann so weit, dass ich auch objektiv recht gute Aufnahmen subjektiv furchtbar finde, nicht mehr anhoere, von meiner HP verbanne oder was weiss ich. Mich haben auch schon Leute gefragt: "Warum hast Du denn diese oder jene Aufnahme runtergenommen?" oder "Warum packst du denn Song xyz nicht auch auf Deine Demo -CD?"
    "Ich war 'ne Schwingung zu tief auf ... (beliebiges Wort)" oder "Das AH in blablabla ist mir zu sehr in den Hals gerutscht".
    Als Reaktion kommt dann entweder Stirnrunzeln oder "Echt, habe ich ueberhaupt nicht gehoert. Schade, gefiel mir so gut."

    Ich glaube, dass es an sich sehr wichtig ist, objektiv zu hoeren, sowohl im Positiven wie Negativen. Bei meinen Schuelern kann ich das auch. Bei mir selbst: Fehlanzeige :?

    Na ja, so hat man wenigstens was als Ansporn :lol:



    Re: Eigene Aufnahme anhören

    Uralt - 27.01.2009, 11:08


    Eponine hat folgendes geschrieben:Ich kann aus eigener Erfahrung auch nur sagen: Je oefter, desto schlimmer.

    "Ich war 'ne Schwingung zu tief auf ... (beliebiges Wort)" oder "Das AH in blablabla ist mir zu sehr in den Hals gerutscht".


    Danke Epo, genau so ists bei mir auch, aber original. Ich hatte eine Aufnahme an meine Mam geschickt, die weit weg wohnt und mich nicht so oft hört. Sie hat Dinge gelobt, die mir so gar nicht aufgefallen waren oder mir selbstverständlich erschienen. Vielleicht sollte ich die Aufnahme auch mal auf die Dinge hin abhören, die besonders gut gelungen sind. Und am Donnerstag kriege ich dann ( hoffentlich ) die offizielle Kritik meiner GL.

    Die Sache mit dem in-den-Hals-gerutschten-AH habe ich bei einer Bekannten angesprochen, sie ist Profisängerin und hat meinen Liederabend live gehört. Ihre Reaktion : Wo soll das denn gewesen sein ?
    Und so singe ich heute statt "Niemand hats gesehn" von Carl Loewe "Niemand hats gehört" von Uralt. Und übe die AHs mal wieder ganz besonders gründlich.

    Liebe Grüße
    Uralt



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