Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

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    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 25.04.2006, 16:00

    Forderungskatalog zur besseren Ausbildung
    Hervorgegangen aus dem Thread "Ausländer" möchte ich die Frage hier nochmal stellen :
    Was sind unsere Forderungen in Bezug auf die kulturelle und musikalische Ausbildung von "Talenten" und in der breiten Masse ?
    Als erstes fällt mir ein, dass Kunstunterricht in der Schule als Pflichtfach gewertet werden sollte.

    Was fällt euch ein ?

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 25.04.2006, 19:40

    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung
    Uralt hat folgendes geschrieben: Als erstes fällt mir ein, dass Kunstunterricht in der Schule als Pflichtfach gewertet werden sollte.
    Liebe Grüße
    Uralt

    Liebe Uralt!
    HUAHUAHUA! Der Kunstunterricht (und der Musikunterricht) sollte ÜBERHAUPT stattfinden! Da scheitert es ja schon an ganz vielen Schulen. Und wenn man sich die Damen und Herren ansieht und anhört, die mit ihren Schulchören und Schulorchestern dilettieren, kann sich einem der Magen oft umdrehen.
    Meine Forderung:
    Sportunterricht abschaffen, differenzierten Sport gleich mitabschaffen und Musik und Kunst stundenmäßig erhöhen und zum Pflichtfach machen.
    Der Sport wird an den Schulen hochgehalten, obwohl er nicht zur eigentlichen Bildung gehört und obwohl das vielzitierte Argument "Die Kinder bewegen sich zu wenig und werden zu fett" gar nicht zieht, weil sie TROTZ des übermäßigen Sportunterrichts fett werden und sich zu wenig bewegen. (ich weiß, dass ich für diese Aussage gesteinigt werde, bin aber trotzdem dieser Überzeugung!)
    Die Kunst- und Musiklehrer müssen eine bessere Ausbildung und Qualifikation NACHWEISEN (nicht ERHALTEN!). Gerade bei Musiklehrern ist es ja leider so, das qualifizierte Leute nicht dran gelassen werden, weil das Staatsexamen und das Pädagogikstudium fehlt. Auch daran müsste etwas geändert werden.
    Soweit der Sport-ist-Mord-musencus
    ;-)



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 25.04.2006, 20:26

    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung
    musencusmuc hat folgendes geschrieben: Uralt hat folgendes geschrieben: Als erstes fällt mir ein, dass Kunstunterricht in der Schule als Pflichtfach gewertet werden sollte.
    Liebe Grüße
    Uralt

    Die Kunst- und Musiklehrer müssen eine bessere Ausbildung und Qualifikation NACHWEISEN (nicht ERHALTEN!). Gerade bei Musiklehrern ist es ja leider so, das qualifizierte Leute nicht dran gelassen werden, weil das Staatsexamen und das Pädagogikstudium fehlt. Auch daran müsste etwas geändert werden.


    Kannst du mir das näher erläutern ? Gibt es zuwenige Menschen, die Musik auf Lehramt studieren ? Und warum werden die nicht "dran gelassen" ?
    Wer eine bessere Ausbildung erhält, muß sie ja auch nachweisen, oder ?
    Sorry, das hab ich nicht verstanden.

    Die Forderung nach Abschaffung des Sportunterrichts war nicht ernst gemeint oder habe ich das falsch verstanden ?

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 25.04.2006, 21:16

    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung
    Uralt hat folgendes geschrieben:
    Kannst du mir das näher erläutern ? Gibt es zuwenige Menschen, die Musik auf Lehramt studieren ? Und warum werden die nicht "dran gelassen" ?
    Wer eine bessere Ausbildung erhält, muß sie ja auch nachweisen, oder ?
    Sorry, das hab ich nicht verstanden.

    Die Forderung nach Abschaffung des Sportunterrichts war nicht ernst gemeint oder habe ich das falsch verstanden ?

    Liebe Grüße
    Uralt

    Liebe Uralt!
    ;-) Dann hast Du mich zweimal falsch verstanden!
    Die, die musik auf Lehramt studieren, sind nicht unbedingt die, die gut unterrichten können; es gibt bessere "draußen im Land", die aber nicht Lehramt studiert haben und deshalb an Regelschulen nicht unterrichten dürfen. Das meinte ich. und das Geschrei nach besser Ausbildung, die jemand erhalten müsse, halöte ich generell für verkehrt, weil es ja zahlreiche Möglichkeiten der Ausbildung GIBT (nicht nur das Pädagogikstudium!).
    Und tatsächlich bin ich der Meinung, dass sich die Schule um BILDUNG kümmern soll und nicht um Sportunterricht. Dafür gibt es massenhaft Sportvereine, wo jeder das passende für sich finden kann - wenn er (oder sie) denn will. Kunst und Musik aber gehört zur Bildung und fristet ein so jämmerliches Dasein an deutschen Schulen, dass man sich a. schämen muss und b. sich nicht wundern muss, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung von diesen Dingen einfach keine Ahnung mehr hat (siehe DSDS und ähnlich unterirdische Veranstaltungen). Ich weiß natürlich, dass es Ausnahmen gibt und Schulen, die hervorragende Chöre und Orchester ihr eigen nennen und begnadete musikalische Leiter dazu - aber sind und bleiben eben AUSNAHMEN!
    Gruß und Kuss, der "Treibe Sport, oder du bleibst gesund!" - musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 25.04.2006, 21:29


    ahaaaa,
    dann sind wir uns also einig darüber, dass Kunst und Musik zum Pflichtfach werden soll ( ob mit oder ohne Sport :lol: ), denn dann würde der Unterricht zumindest nicht mehr ausfallen, wenns eng wird.

    Aber wer soll darüber entscheiden, wer "draußen im Land" ohne Pädagogikstudium unterrichten darf ?
    Wer viele CDs verkauft ? Dann dürfte auch Herr Bohlen unterrichten.
    Wer viele Konzerte singt ? Hat vermutlich keine Zeit dazu.

    Kannst du diese deine Idee mal konkretisieren ?

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 25.04.2006, 21:44


    Liebe Uralt!
    Klar sind wir uns einig, dass Musik und Kunst Pflichtfach werden muss (und nicht nur mit einem lächerlichen Stündchen pro Woche!) ;-)
    Ich glaube, man müsste gar nicht entscheiden, wer unterrichten darf und wer nicht. Die FREIGABE für Musiker, die nicht Lehramt studiert haben, würde schon ausreichen. Erstens würden sich ja nicht alle dafür interessieren, an einer Schule zu unterrichten (Bohlen hihi). Zweitens würde sich ja durch die VERWICHTIGUNG des Musikunterrichts auch ein gewisser Leistungsdruck bei den Lehrern entstehen und auch eine gewisse Konkurrenz, weil sich ja mehr Leute als bisher um eine solche Stelle bemühen würden. Bisher kann man es ja niemandem verdeken, wenn er keinen Bock auf ein verlachtes Eine-Stunde-pro-Woche-Fach an einer Schule hat. Ich denke, dass keine "falschen" in den Unterricht kämen, wenn man den Musikunterricht für Musiker ohne Studium freigäbe.
    Außerdem ist es meines Wissens so, dass ja ein LehrerMANGEL herrscht; also wäre doch die Öffnung in gewisser Weise eine Lösung des Problems. Mit Musiker meine ich im übrigen vor allem Chorleiter / Kantoren und Sänger, die in freiberuflicher Form (wenn es denn schon mit Festanstellung nicht geht) an einer Schule wirken sollten
    Gruß und Kuss, der lehrende musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 25.04.2006, 22:16


    musencusmuc hat folgendes geschrieben:
    Mit Musiker meine ich im übrigen vor allem Chorleiter / Kantoren und Sänger, die in freiberuflicher Form (wenn es denn schon mit Festanstellung nicht geht) an einer Schule wirken sollten
    Gruß und Kuss, der lehrende musencus

    Die freiberufliche Mitarbeit für KünstlerInnen kenne ich bis jetzt nur aus einer Ganztagsschule. Da ging es - du magst es verzeihen - um Jonglage, Artistik und Akrobatik, im Rahmen des Sportunterrichts. :oops:

    Aber du hast Recht, das wäre im sängerischen Bereich - und natürlich im Bereich der bildenden Kunst - auch möglich, ja, die Idee gefällt mir : Ganztagsschule mit Unterrichtseinheiten von freiberuflichen KünstlerInnen.

    Und was sagen die ( wahrscheinlich ) hier anwesenden studierten Pädagogen dazu ?

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 25.04.2006, 22:54


    Zitat: Außerdem ist es meines Wissens so, dass ja ein LehrerMANGEL herrscht; also wäre doch die Öffnung in gewisser Weise eine Lösung des Problems.
    Wies es in Deutschland aussieht, weiß ich nicht, aber bei uns in Ö gibt es eine unglaubliche Lehrerschwemme. Schon seit Jahren viel zuviele und keine Aussicht auf Besserung.
    Zitat: Die, die musik auf Lehramt studieren, sind nicht unbedingt die, die gut unterrichten können; es gibt bessere "draußen im Land", die aber nicht Lehramt studiert haben und deshalb an Regelschulen nicht unterrichten dürfen.
    Du bist also der Meinung, es sollten Leute unterrichten dürfen, die evtl. keine Ahnung von Pädagogik und Didaktik haben? Wenn jemand unterrichten will, soll er doch die entsprechende Ausbildung machen. Was hindert ihn denn daran? Natürlich sind nicht alle, die Lehramt studiert haben, gute Pädagogen, aber ich denke doch, dass der Prozentsatz weit höher ist als bei Leuten, die überhaupt nicht in diese Richtung ausgebildet sind. Sonst wäre ja jede Ausbildung umsonst.

    Zitat: Der Sport wird an den Schulen hochgehalten, obwohl er nicht zur eigentlichen Bildung gehört und obwohl das vielzitierte Argument "Die Kinder bewegen sich zu wenig und werden zu fett" gar nicht zieht, weil sie TROTZ des übermäßigen Sportunterrichts fett werden und sich zu wenig bewegen.
    Übermäßig?? Der Sportunterricht wird doch immer weiter gekürzt.
    Ich finde, dass Sport ebenso zur Bildung gehört wie Musik. Sportler würden wahrscheinlich sagen, Musikunterricht sollte abgeschafft werden ;-) Man kanns eben nicht jedem rechtmachen. Aber da Bewegung nun mal eine Voraussetzung für wirkliche Gesundheit ist (und Musik nun wirklich nicht), finde ich das in der Schule eigentlich wichtiger.
    Ohne Sportunterricht würden die Kinder noch fetter werden. Und die übergewichtigen Kinder von heute sind die Herz-Kreislauf-Patienten von morgen.
    Zitat: Und tatsächlich bin ich der Meinung, dass sich die Schule um BILDUNG kümmern soll und nicht um Sportunterricht. Dafür gibt es massenhaft Sportvereine, wo jeder das passende für sich finden kann - wenn er (oder sie) denn will.
    Es gibt auch Chöre, Musikvereine und -schulen, wo jeder das passende für sich finden kann - wenn er (oder sie) denn will. Mangel an Musik finde ich weniger schlimm als Mangel an Bewegung. Was sollte das denn für Folgen haben?
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen eine Kürzung des Musikunterrichts... aber genausowenig gegen eine noch stärkere Kürzung des Sportunterrichts. Viele kommen erst durch die Schule zum Sport und dadurch zu einem Verein, wenn sie auf den Geschmack gekommen sind. Wenn die Eltern nicht sportlich sind, hat man lange nicht so leicht Zugang zu Sport wie zu Musik bei unmusikalischen Eltern.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    rugero - 25.04.2006, 23:21


    Hallo Fliu,
    bezüglich Sport muss ich aber äußerst wiedersprechen. Mag sein, dass in Österreich die Verhältnisse anders sind.
    In Deustchland herrscht ein Überangebot an Sport und die Medien und die Gesundheitsapostel fördern dies an allen Ecken und Enden. Keine Zeitschrift, kein Werbespott, der nicht Sport zum Thema hat. Wenn ich will kann ich mir einen Fußball nehmen und finde recht schnell Mitstreiter. Versuche du aber hier mal einen Raum zu finden, ein Klavier und Leute, die sich zum musizieren treffen. Im solistischen Gesang fast ausgeschlossen. Und im Gesangverein "Halbe Lunge", wo dann Jugendliche recht schnell mehr saufen als singen lernen und wo Silcher vor Schubert rangiert. Sport soll Bildung sein, da hab ich wohl bis heute was falsch verstanden. Sport ist Beschäftigung und Ausgleich. Im Musikunterricht bekommt unsere Tochter Fragen nach Elvis gestellt.
    Musikhistorisch sicherlich so bedeutend wie Mozart und Beethoven !? Schon zu meiner Zeit wurden im Musikunterricht mehr Platten aufgelegt als handwerklich musiziert. Ich erinnere mich noch an eine Beprechung und den Versuch einer Interpretation des Schlagers "Theo wir fahren nach Lodz" von Vicky Leandros. Es erinnert mich an Elvis.
    Soll ich dies noch weiter ausführen ?
    Ich bin der Meinung: weniger Sport und mehr Musik und Kunst. Als Pflichtfach sind Sport/Musik und Kunst im allgemeinen schwer zu fordern, da eine fehlende Grundbegabung doch den Schnitt kaputtmachen kann. Pflicht zur Teilnahme ok., aber die No~ten dürften nicht relevant sein.

    Liebe grüsse rugero (kein Lehrer!).



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 25.04.2006, 23:28


    Wies es in Deutschland aussieht, weiß ich nicht, aber bei uns in Ö gibt es eine unglaubliche Lehrerschwemme. Schon seit Jahren viel zuviele und keine Aussicht auf Besserung.
    Es ging mir um Kunst- und Musiklehrer, nicht Lehrer allgemein!
    Du bist also der Meinung, es sollten Leute unterrichten dürfen, die evtl. keine Ahnung von Pädagogik und Didaktik haben?
    NEIN! Natürlich nicht! Aber die, die es studiert haben, sind meist keine tollen Musiker und ob sie gute Pädagogen sind, sei dahingestellt!
    Wenn jemand unterrichten will, soll er doch die entsprechende Ausbildung machen. Was hindert ihn denn daran?
    Das Studium der Musik, das ist nämlich wichtiger!
    und der Prozentsatz schlechter Musiklehrer ist an Deutschlands Schulen leider sehr hoch!
    Übermäßig?? Der Sportunterricht wird doch immer weiter gekürzt.
    GOTT SEI DANK!
    Ich finde, dass Sport ebenso zur Bildung gehört wie Musik.
    ??? Sport hat nichts mit BILDUNG zu tun!
    Aber da Bewegung nun mal eine Voraussetzung für wirkliche Gesundheit ist
    Das sehe ich nicht so! Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist ZUFRIEDENHEIT MIT SICH, SEINEM ALLTAG, SEINEM JOB! Nichts anderes! Wenn Du dann noch sporteln willst: Bitte!
    (und Musik nun wirklich nicht)Um Gottes Willen!
    finde ich das in der Schule eigentlich wichtiger.
    Ohne Sportunterricht würden die Kinder noch fetter werden. Und die übergewichtigen Kinder von heute sind die Herz-Kreislauf-Patienten von morgen.
    Das sind Politiker - Sprechblasen. Schule = Bildung, nicht Sport! Und leider ist es ja mit der Bildung (sowohl der allgemeinen, als auch der speziellen) nicht sooo weit her; sicher ähnlich in Österreich.
    Es gibt auch Chöre, Musikvereine und -schulen, wo jeder das passende für sich finden kann - wenn er (oder sie) denn will. Mangel an Musik finde ich weniger schlimm als Mangel an Bewegung. Was sollte das denn für Folgen haben?
    Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: MANGEL AN MUSIK FINDE ICH WENIGER SCHLIMM, ALS MANGEL AN BEWEGUNG! Da braucht man doch nichts mehr dazu zu sagen, oder?! Aber zur Verdeutlichung: Wenn Du dich bewegen willst: Machs halt, dafür brauchst du keine Anleitung. Wenn Du Musik machen willst, BRAUCHST du aber Anleitung. Noch Fragen, welches Fach seinen Platz WO hat?!
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen eine Kürzung des Musikunterrichts... aber genausowenig gegen eine noch stärkere Kürzung des Sportunterrichts. Viele kommen erst durch die Schule zum Sport und dadurch zu einem Verein, wenn sie auf den Geschmack gekommen sind. Wenn die Eltern nicht sportlich sind, hat man lange nicht so leicht Zugang zu Sport wie zu Musik bei unmusikalischen Eltern.
    Das ist ja der höhere Blödsinn. Wen interessiert es, ob Du Zugang zum Sport kriegst, oder nicht? Das ist Deine PRIVATSACHE! Aber der Zugang zur Musik muss schon durch die Eltern gefördert werden (sollte es zumindest) und durch die Schule im Rahmen des BILDUNGSAUFTRAGES verstärkt werden. Da aber beides in Deutschland brach liegt, wirds halt nix mehr mit dem Musikmachen bei der nachwachsenden Generation! Und weil das alles so ist, sind Musiker auch nicht angesehen. Und weil das so ist, werden sie schlecht bezahlt. Und weil das so ist, spart man in öffentlichen Haushalten am ehesten da, weil wir sowieso keine Lobby haben.
    MERKST DU WAS, FLIU?
    Werde wach!!!
    Erschütterte Grüße vom musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 25.04.2006, 23:33


    hallo,

    mehr musik- und kunstunterricht in den schulen wär auf jeden fall gut. nur, ob das wirklich mehr gute sänger bringt (davon war die diskussion ja ausgegangen)???

    z.b. hat ja jeder in der schule deutschunterricht und trotzdem hört (und liest) man heutzutage von immer mehr leuten mit abitur sachen wie "das wetter ist heute schöner wie gestern" oder noch schrecklicheres. ich meine keine rechtschreibfehler, die sind ja durch die hin- und her-reformen schwer zu vermeiden, sondern ganz grobe grammatikfehler und ein insgesamt immer schlechteres deutsch.

    statt sportunterricht nur sportvereine finde ich nicht gut, dann könnte man auch sagen, wer musik machen will, kann ja nachmittags zur musikschule gehen.

    warum keine ganztagsschulen für alle, wie es im ausland schon lange üblich ist? dann wäre zeit für alles und man könnte alle arbeitslosen lehrer, kantoren usw. einstellen (nur, wer soll das bezahlen?).

    aber ob kantoren und chorleiter etc. die besseren musiklehrer sind, wage ich auch zu bezweifeln. ich habe etliche in ausübung ihres amtes kennengelernt und dabei viel schlimmes zu hören bekommen. :ruhe:

    es gibt halt in jedem beruf solche und solche. genausogut wie es schlechte musiklehrer gibt, die garnicht wirklich unterrichten, sondern die schüler einfach nur popmusik hören lassen, gibt es auch sehr gute und engagierte, die durch ihre eigene begeisterung für den unterrichtsinhalt (und ein paar tricks :mrgreen: ) die schüler dazu bringen, sich auch für klass, musik und musiktheorie etc. zu interessieren und dann auch wirklich was zu lernen.
    nur einen pflichtunterricht aus musik zu machen, bringt kein interesse und keinen lernwillen.
    wenn selbst gesangsstudenten hervorragende kostenlose angebote in der hochschule nicht nutzen (ich hab`s jahrelang miterlebt), obwohl sie ja eigentlich motiviert sein müßten, sind doch vielleicht noch ganz andere dinge nötig, um bessere ergebnisse in der musikalischen ausbildung zu erzielen als nur mehr stunden und pflichtunterricht.

    liebe grüße
    kaja



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 25.04.2006, 23:34


    Zitat: Wenn ich will kann ich mir einen Fußball nehmen und finde recht schnell Mitstreiter. Versuche du aber hier mal einen Raum zu finden, ein Klavier und Leute, die sich zum musizieren treffen.
    Na wenn schon, dann die gleichen Bedingungen: Zum Musizieren braucht man weder zwingend einen Raum noch ein Klavier. Sonst müsste man ebenso behaupten, für Sport bräuchte man unbedingt eine Halle und Funktionskleidung.
    Zitat: Sport ist Beschäftigung und Ausgleich.
    Meiner Meinung nach noch viel mehr. Gesundheitsvorsorge. Wie gesagt, einem Kind schadet Mangel an Musik viel weniger.
    Zitat: Im Musikunterricht bekommt unsere Tochter Fragen nach Elvis gestellt. Musikhistorisch sicherlich so bedeutend wie Mozart und Beethoven !?
    Bei mir wurden im Musikunterricht Mozart und Beethoven um ein Vielfaches länger behandelt als Elivs (wurde der überhaupt behandelt?). Man sollte keine Einzelfälle als Spiegel für die Allgemeinheit nehmen.
    Zitat: Schon zu meiner Zeit wurden im Musikunterricht mehr Platten aufgelegt als handwerklich musiziert.
    Wir haben sehr viel gesungen und durften auch Musikinstrumente ausprobieren. Wieder: Verallgemeinern ist nicht sinnvoll.

    Vielleicht stehe ich hier recht alleine mit meiner Meinung da, aber ich finde, Bewegung und damit Gesunderhaltung ist für die Menschheit deutlich wichtiger als Musik. Wenngleich ich weit mehr Musik als Sport mache ;-)



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 25.04.2006, 23:40


    Liebe Fliu,

    Musik ist für die Seele, Sport für den Körper...

    Wenn die Seele krank ist, nützt auch´kein Sport.

    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    dola - 25.04.2006, 23:40


    Hallo,
    dass die gesellschaftliche Wertigkeit des Sports in deutschland unverhältnismäßig hoch ist, sehe ich auch so. Jeder Bamperles - Sportverein wird so gefördert, dass er meist ein vereinsheim und dergl. unterhalten kann, während selbst ein hovchqualifiziertes Ensemble wir z. B. der Münchner Frauenchor keine wirklich feste Bleibe hat und manchmal durch halb München karawanen muss, nur zum regelmäßigen Proben. das sind sicherlich unverhältnismäßige gewichtungen.

    In der Schule würde ich aber beide Fächer nicht in den Zwangsleistungsbereich nehmen. dass man Noten kriegt, lähmt da oft jegliche Kreativität der Schüler bzw. vergrault die Lust an Bewegung.
    ich bin aber auch nicht der meinung, dass man Sport und Musik als gegensätze betrachten muss. gerade zum Singen ist Fitness nicht das verkehrteste.
    Es dafr aber bei beiden nicht so sein, wie es leider üblich ist und auch mir noch leidvoll im Gedächtnis, dass die körperlichen oder kreativen Fächer entweder Unwichtigkeitcharakter haben oder schulischem leistungsdruck unterliegen, denn das hat nachhaltig vertreibende Wirkung auf viele bis lange ins erwachensenenalter hinein.
    Grüße, dola



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    rugero - 25.04.2006, 23:41


    Hallo Fliu,
    ich weiss, dass der Stellenwert der Musik zum Teil in Österreich höher bewertet wird und wohlmöglich auch so angesehen wird. Und vieles wird wohl in Österreich sicherlich in den Schulen musikalisch funktionaler verankert.
    Tatsache ist: in Deutschland NICHT !
    Hier hat Musik die Note mangelhaft oder verkommt zu DSDS.

    Liebe grüße rugero



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 25.04.2006, 23:47


    Zitat: statt sportunterricht nur sportvereine finde ich nicht gut, dann könnte man auch sagen, wer musik machen will, kann ja nachmittags zur musikschule gehen.
    Du sagst es Kaja, genau das meinte ich.

    Musencus, ich bin ebenfalls erschüttert - allerdings von deinem aggressiven Tonfall.

    Zitat: Aber da Bewegung nun mal eine Voraussetzung für wirkliche Gesundheit ist
    Das sehe ich nicht so! Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist ZUFRIEDENHEIT MIT SICH, SEINEM ALLTAG, SEINEM JOB! Nichts anderes! Wenn Du dann noch sporteln willst: Bitte!
    Dann bitte ich dich höflichst, dir zuerst etwas medizinisches und physiologisches Wissen anzueignen, bevor wir weiterreden ;-) Nicht nur die Psyche hat Einfluss auf die Gesundheit, außer du setzt Gesundheit mit Zufriedenheit gleich, was sie ja nicht ist.
    Zitat: Um Gottes Willen!
    Wieso? Demnach glaubst du, Musik ist eine Voraussetzung für Gesundheit? Ich bitte um nähere Erläuterung.
    Zitat: Das sind Politiker - Sprechblasen.
    Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun. Ich habe mich in meinem bisherigen Leben herzlich wenig um Politiker gekümmert - mal abgesehen davon, dass die Politiker die Sportstunden ja immer weiter kürzen, was soll das damit also zu tun haben?
    Zitat: MANGEL AN MUSIK FINDE ICH WENIGER SCHLIMM, ALS MANGEL AN BEWEGUNG! Da braucht man doch nichts mehr dazu zu sagen, oder?!
    Doch, eine Erklärung wäre nett. Oder ein paar Argumente.
    Zitat: Aber zur Verdeutlichung: Wenn Du dich bewegen willst: Machs halt, dafür brauchst du keine Anleitung. Wenn Du Musik machen willst, BRAUCHST du aber Anleitung.
    Um mit deinen Worten zu sprechen: Das ist Blödsinn. Man kann sowohl Sport als auch Musik ohne Anleitung machen. Wenn man es aber richtig machen will/sich nicht schaden will/etwas daraus machen will, braucht man Anleitung. So einfach ist das. Mich hat fehlende Anleitung noch nie am Musikmachen gehindert.
    Zitat: Wen interessiert es, ob Du Zugang zum Sport kriegst, oder nicht? Das ist Deine PRIVATSACHE!
    Musik kann man genauso als Privatsache sehen. Manche interessiert es, andere eben nicht.
    Zitat: Aber der Zugang zur Musik muss schon durch die Eltern gefördert werden (sollte es zumindest)
    Natürlich. Aber Sport auch. Meinst du im Ernst, nur weil du nichts für Sport übrig hast, muss er für alle anderen auch unwichtig sein und damit aus der Schule verbannt werden? Dann hat wohl in Zukunft jeder nur mehr die Fächer in der Schule, die ihn interessieren. Also auch nicht jeder Musik. Und bei Geschichte o.ä. wirds erst recht an Interessenten mangeln :mrgreen:


    Liebe Musika,
    Zitat: Musik ist für die Seele, Sport für den Körper...

    Wenn die Seele krank ist, nützt auch´kein Sport.

    Stimmt. Aber wenn der Körper krank ist, nutzt auch keine Musik. Und ich bin NICHT dafür, den Musikunterricht zu streichen ;-) Sport finde ich allerdings ebenso wichtig.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 25.04.2006, 23:47


    musikavokale hat folgendes geschrieben: Liebe Fliu,

    Musik ist für die Seele, Sport für den Körper...

    Wenn die Seele krank ist, nützt auch´kein Sport.

    Liebe Grüsse

    Liebe musika!
    Du bringst es kurz und schmerzlos auf den Punkt!!! :-) :n2: :n178:
    Warum schreibst Du nicht früher?! grins
    Liebe Grüße
    musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 26.04.2006, 00:01


    Fliu hat folgendes geschrieben: Musencus, ich bin ebenfalls erschüttert - allerdings von deinem aggressiven Tonfall.
    Zitat: Aber da Bewegung nun mal eine Voraussetzung für wirkliche Gesundheit ist
    Das sehe ich nicht so! Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist ZUFRIEDENHEIT MIT SICH, SEINEM ALLTAG, SEINEM JOB! Nichts anderes! Wenn Du dann noch sporteln willst: Bitte!
    Dann bitte ich dich höflichst, dir zuerst etwas medizinisches und physiologisches Wissen anzueignen, bevor wir weiterreden ;-) Nicht nur die Psyche hat Einfluss auf die Gesundheit, außer du setzt Gesundheit mit Zufriedenheit gleich, was sie ja nicht ist.
    Zitat: Um Gottes Willen!
    Wieso? Demnach glaubst du, Musik ist eine Voraussetzung für Gesundheit? Ich bitte um nähere Erläuterung.

    Musika hat alles Nötige dazu gesagt. Ohne gesunde Seele kein gesunder Körper. Anders herum funktioniert das sehr wohl, aber nicht in dieser Richtung, auch wenn du Dich jetzt auf den Kopf stellst! ;-)

    Zitat: Das sind Politiker - Sprechblasen.
    Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun. Ich habe mich in meinem bisherigen Leben herzlich wenig um Politiker gekümmert - mal abgesehen davon, dass die Politiker die Sportstunden ja immer weiter kürzen, was soll das damit also zu tun haben?[/quote]

    Dafür hast Du aber deren Sprechblasen ganz gut drauf! Aber im Ernst: Die übergewichtigen Kinder sind die Herzkreislaufpatienten von morgen, was ist denn das für eine aussage? Das heißt alles und GAR NICHTS.

    Zitat: MANGEL AN MUSIK FINDE ICH WENIGER SCHLIMM, ALS MANGEL AN BEWEGUNG! Da braucht man doch nichts mehr dazu zu sagen, oder?!
    Doch, eine Erklärung wäre nett. Oder ein paar Argumente.[/quote]
    Liest Du weiter, liest du Argumente!

    Zitat: Aber zur Verdeutlichung: Wenn Du dich bewegen willst: Machs halt, dafür brauchst du keine Anleitung. Wenn Du Musik machen willst, BRAUCHST du aber Anleitung.
    Um mit deinen Worten zu sprechen: Das ist Blödsinn. Man kann sowohl Sport als auch Musik ohne Anleitung machen. Wenn man es aber richtig machen will/sich nicht schaden will/etwas daraus machen will, braucht man Anleitung. So einfach ist das. Mich hat fehlende Anleitung noch nie am Musikmachen gehindert.[/quote]
    Das wiederum heißt aber nicht, dass Du MUSIK MACHST! Unterscheide bitte deutlich zwischen Ein bisschen Liedchen singen und MUSIK MACHEN!
    Zitat: Wen interessiert es, ob Du Zugang zum Sport kriegst, oder nicht? Das ist Deine PRIVATSACHE!
    Musik kann man genauso als Privatsache sehen. Manche interessiert es, andere eben nicht.[/quote]
    Nein, weil Musik zu unserer Kultur und zur Bildung gehört!
    Zitat: Aber der Zugang zur Musik muss schon durch die Eltern gefördert werden (sollte es zumindest)
    Natürlich. Aber Sport auch. Meinst du im Ernst, nur weil du nichts für Sport übrig hast, muss er für alle anderen auch unwichtig sein und damit aus der Schule verbannt werden? Dann hat wohl in Zukunft jeder nur mehr die Fächer in der Schule, die ihn interessieren. Also auch nicht jeder Musik. Und bei Geschichte o.ä. wirds erst recht an Interessenten mangeln :mrgreen:[/quote]
    Ob er für Dich wichtig ist, oder nicht, interssiert hier gar nicht. Wahrscheinlich interessierst du Dich auch nicht für Chemie und musst sie trotzdem lernen. Es ist auch nicht interessant, ob ich etwas für Sport übrig habe, oder nicht. ER GEHÖRT NICHT IN DEN BILDUNGSRAHMEN, DEN SCHULEN BIETEN MÜSSEN! Das ist der Punkt! und nix anderes! Du kannst Sport machen, soviel Du willst, ich will das weder bewerten, noch anprangern. aber Schulen haben BILDENDE aufgaben und keine sportlichen!

    Liebe Musika,
    Zitat: Musik ist für die Seele, Sport für den Körper...

    Wenn die Seele krank ist, nützt auch´kein Sport.

    Stimmt. Aber wenn der Körper krank ist, nutzt auch keine Musik.[/quote]
    DAS STIMMT EINFACH NICHT!

    Gruß und Kuss, der musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 00:07


    [quote="Fliu Zitat: Musik ist für die Seele, Sport für den Körper...

    Wenn die Seele krank ist, nützt auch´kein Sport.

    Stimmt. Aber wenn der Körper krank ist, nutzt auch keine Musik. Und ich bin NICHT dafür, den Musikunterricht zu streichen ;-) Sport finde ich allerdings ebenso wichtig.[/quote]

    Liebe Fliu,

    hast du schon mal etwas von Musiktherapie gehört? Sie ist ein wichtiges Element für kranke Seelen, bei denen leider der Sport nicht hilft.

    Bitte nicht falsch verstehen, Sport hatten wir in der Schule nie, Musik, naja, eingeschränkt. Wir sangen Kanons und ärgerten die Lehrerin, was ich mir in Sachen Musik erlauben konnte. Allderdings ging es einmal schief. Statt sehr gut stand dann ein ausreichend und dann ein Zusatz "musika muss sich mehr beherrschen"...naja, was hatte das mit meiner Leistung in Musik zu tun.
    Einmal vor Zeugniszeit mussten wir der Reihe nach vorsingen in der Klasse und jeder zitterte davor, ich auch, obwohl ich immer eine eins kriegte.
    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 26.04.2006, 00:23


    Zitat: Das wiederum heißt aber nicht, dass Du MUSIK MACHST! Unterscheide bitte deutlich zwischen Ein bisschen Liedchen singen und MUSIK MACHEN!
    Wieso denn - du unterscheidest ja anscheinend auch nicht zwischen spazierengehen und Sport machen. Bei richtigem Sport braucht man ebenso Anleitung wie bei richtiger Musik.

    Musiktherapie hilft leider nicht gegen Herzinfarkt.
    Natürlich ist Musik schön und gut. Hab ich das irgendwo bestritten? Ich denke nicht. Natürlich tut Musik der Seele gut. Dagegen habe ich ebenfalls nichts gesagt. Aber meint ihr denn im Ernst, Sport hat keinen positiven Effekt auf den Körper, die Gesundheit und damit auch die Seele? Tut mir Leid, aber dann macht es keinen Sinn, weiterzudiskutieren, denn das ist längst wissenschaftlich erwiesen.
    Und ja, die übergewichtigen Kinder von heute sind die Herz-Kreislauf-Patienten von morgen. Was stört dich denn an der Aussage? Ist ebenfalls erwiesen und ja wohl auch logisch. Frag mal einen Mediziner.
    Ich hab nie behauptet, Sport könnte seelische Krankheiten heilen, bitte verdreht mir nicht die Worte im Mund. Aber Musik alleine ist eben auch kein Garant für Gesundheit. Das Ideal ist ja wohl gesunde Seele UND gesunder Körper. Deshalb: Musik UND Sport.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 26.04.2006, 01:54


    Liebe Fliu!
    Deine "erwiesenen" Tatsachen sind aus dem Zusammenhang gerissen und so einfach nicht richtig. Auch das ist längst bekannt. Und Musika hat das übrige zum Thema bereits gesagt.
    Deine Aussagen sind und bleiben Stückwerk und / oder falsch (Sport = Bildung etc.) Da musst Du nun einfach mal zurückstecken, weil du im Eifer des Gefechts über das Ziel hinausgeschossen bist.
    Die Tatsachen in Deutschland mögen anders sein, als in Österreich, das kann ich nur bedingt beurteilen. Aber in Deutschland fallen Musikstunden aus, nicht aber Sportstunden. Im Vergleich: Sport: 4 Stunden pro Woche. Musik:1.
    Also dreh Du hier nicht die Wörter im Munde herum.
    Du versuchst, allseits bekannte Tatsachen zu vertuschen und das geht einfach nicht. Deine Meinung in allen Ehren, aber Du hast sie zur Diskussion gestellt und dann wirst du Dich damit auseinandersetzen müssen, dass man diese Deine Meinung a. kritisiert oder b. korrigiert, wenn sie falsch ist.
    Gruß und Kuss, der versöhnliche musencus
    ps Im übrigen war die ursprüngliche Frage wie man die Förderung musiklaischer Talente und der breiten Masse in Bezug auf Musik, Kunst und Kultur verbessern könnte. Sport hilft auf gar keinen Fall, insofern ist Deine Verteidigung von privaten Sportaktivitäten (mit Anleitung / ohne Ableitung ... völlig egal) hier sowieso fehl am Platz.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 07:34


    Ich möchte hier mal Folgendes mit in die Diskussion werfen. Die Zitate sind aus Wikipedia:

    "Während in unserem Alltagsdenken und -handeln der Bildungsbegriff stark mit Begriffen wie "Belehrung", "Wissensvermittlung" etc. verbunden ist, haftet seit Wilhelm von Humboldt in der Theorie und der Programmatik "dem Wort Bildung das Moment der Selbständigkeit, also des Sich-Bildens der Persönlichkeit" an. [...] Nach Humboldt ist Bildung die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen."

    Weiter zu Inhalten von Bildung:

    "1. Mannigfache Fähigkeiten der Lebens- und Alltagsbewältigung einschließlich praktischen und für das Arbeitsleben qualifizierenden Könnens sowie der Beherrschung elementarer Kulturtechniken
    2. Kreativität und Selbstbeherrschung
    3. Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft
    4. Toleranz, besonders als Achtung vor der Individualität und Überzeugung des anderen
    5. Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Fähigkeit zu solidarischem Handeln
    6. Aufgeschlossenheit für die Sphären des Wahren, Guten und Schönen
    7. Anteilnahme am kulturellen Leben, an Kunst und Musik
    8. Gesundheitsbewusstsein und entsprechende Körperpflege
    9. selbstbestimmtes Handeln, Urteils- und Kritikfähigkeit, politische Kompetenz
    10. Kompromiss- und Friedensfähigkeit,
    11. Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, Ehrfurcht vor allem Lebendigen, dessen Teil wir sind."

    Man möge insbesondere bei letzterem "Katalog" mal den Tunnelblick von den Punkten ablenken, die Worte wie "Kultur" enthalten, und sie gänzlich wahrnehmen.
    Kleiner Tipp: Insbesondere auch die Punkte 3, 8 und 11, und sich dann nochmals die Frage stellen, ob Sport wirklich nichts mit Bildung zu tun hat. Wer selbigen als pure Leibesertüchtigung sieht, hat was ganz Wesentliches nicht verstanden, tut mir Leid, das sagen zu müssen. Sport gehört ZURECHT zur Bildung, von daher möchte ich Fliu da völlig zustimmen. Es geht dabei nämlich nicht nur um die Formung des Körpers, sondern auch um die Formung des Geistes, um die Herstellung von Leistungs- und Aufnahmefähigkeit, die überhaupt der Grundstein für alles weitere ist.
    Zu meinen, diese sei ausschließlich geistig herzustellen, ist ein ziemlicher Griff ins Klo, sorry.
    Und dazu (nicht zum ins Klo greifen ;-)) müssen Kinder angehalten werden, und man muss sie darin fördern. Und das soll und darf nicht nur privat passieren, denn dann können wir alle anderen Punkte auch aus dem Katalog rauslösen und beliebig verfahren ...

    Da ich in dem anderen Thread die Diskussion überhaupt angestossen habe, möge man mir nun nicht unterstellen, ich sehe die Prioritäten falsch, denn ich rege mich sehr wohl über die mangelnde kulturelle Bildung an deutschen Schulen auf. Dass der Umfang bzw. das Gleichgewicht völlig aus dem Lot ist, ist überhaupt keine Frage.

    Trotzdem kann ich das, was über Sport und Bildung hier gesagt wurde, so einfach nicht stehen lassen, das ist mir zu einseitig. Ich sehe da echt ein mittelgroßes Brett ...

    Edit:
    Und zu dem "Totschlagargument" der Musiktherapie:
    Schon mal versucht, ein kaputtes Knie mit Musik zu therapieren? Mit dosiertem Sport geht das sehr wohl - zumindest ist eine deutliche Verbesserung zu erzielen. Das soll jetzt bitte nich polemisch rüberkommen, aber man kann sich alles so drehen, wie man will, oder?

    NATÜRLICH gibt es auch Krankheiten, bei denen Musik eher hilft als Sport (z.B. Wachkomapatienten), aber diese Verallgemeinerung von wegen Musik sei ein Allheilmittel und mache immer gesund weil sie "den Geist gesunde", geht mir gehörig auf den Keks. Meine Mutter wäre heute tot, wenn es danach ginge, solche Einseitigkeiten machen mich echt echt aggressiv!

    Immer dort, wo es angebracht ist, und beides hat seine Berechtigung ...



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 08:36


    Sehr interessante Diskussion, wobei ich ehrlich gesagt nicht verstehe, warum das eine gegen das andere ausgespielkt werden muss?????
    ein menschliches Wesen besteht aus Körper, Geist und Seele und es ist doch wichtig, alle diese drei Komponenten gleichermassen zu fördern, zu fordern und gesund zu erhalten! :dafür:
    Wenn eine der dreie krank ist, werden meist auch die beiden Anderen früher oder spater in Mitleidenschaft gezogen-so auch unsere Erfahrung mit vielen Patienten.
    Das in den Schulen der Sport einen höheren Stellenwert als die Musik hat, habe ich an meiner Schule glûcklicherweise nicht erlebt, kann es mitr aber vorstellen.
    Im gesellschaftlichen Bewusstsein und dem sponsezring ist es leider in jedem Fall so. Unsumme fliessen da in Fussball-Event und Musikschumlen krebsen am existenzminimum herum.
    Da täte aufklârung und Veränderung gut und ohne die nachwachsende Generation an klassische Musik heranzuführen, geht da gar nichts. Denn wo kein Interesse ist, fliesst weder Geld noch Einfluss. :d_neinnein:
    Das sind aber zwei verschiedenen Themen und die werden hier ziemlich in einen Topf geworfen und das finde ich etwas unglücklich.
    Ich selbst bin sehr unsportlich und lebe sehr in der Musik. dennoch halte ich körperlich Ertüchtigung für jeden Menschen für wichtig, um die Basis der physischen Existenz gesund zu erhalten.
    Ich würde selbst sicher eher ohne Sport als ohne Musik überleben, aber das heisst nochlange nicht, dass Sport im weitesten Sinne vernachl¨ssigt werden darf.
    Wenn ich mit einem Schlaganfall und permanentem Bluthochdruck aufgrund von ungesundem Couch-potatoe Lebenswandel lahm gelegt bin, kann ich leider auch nicht mehr singen.....
    Lieben ganzheitlichen Gruss
    Cantilene :hearts:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 08:56


    Liebe cantilene,

    es geht ja aber nicht darum, ob der einzelne ohne Musik oder Sport überleben kann. Ganz ketzerisch: Die meisten könnten rein physiologisch gesehen wohl eher ohne Musik denn ohne Sport überleben, denn wir bewegen uns an sich zu wenig, oder wer von Euch jagt sein Essen noch selbst? Oder wer glaubt, der Neanderthaler sei krank gewesen, weil er keine Musik hörte oder machte? Und jetzt bitte nicht mit dem Argument kommen: "Hat er doch, wahrscheinlich ist er singend ums Lagerfeuer getanzt!" Hier war die Rede von "Musik muss man erlernen oder ausgebildet werden". Also würde man sich mit diesem Argument selbst den Wind aus den Segeln nehmen, denn damit setzte man es ja mit dem "nicht nötigerweise zu erlernenden Sport" gleich - singend ums Lagerfeuer getanzt sind die damals mit Sicherheit auch ohne 10 Jahre musikalische Ausbildung ...
    Und wer glaubt, dass alle Menschen auf dieser Welt ohne Musik krank würden und unglücklich sind? Das ist weitestgehend KULTURELL bedingt, hier mal der Weckruf zurück! Überall auf der Welt werden Menschen aber krank, wenn sie nur unbeweglich rumliegen ...

    Es ging viel mehr darum, ob Sport auf den Lehrplan gehört oder nicht. Und da kann ich nicht begreifen, warum man das verneint. Ich habe oben ja schon erklärt, warum.

    Wie Du finde auch ich sehr unglücklich, dass das hier gegeneinander ausgespielt wird. Es gehört BEIDES auf den Lehrplan.
    Wiederum: Die Gewichtung ist in Deutschland das Problem. Das sehe ich auch so und bin da durchaus einer Meinung mit musencus.
    Nicht jedoch teile ich seine Meinung, dass Sport nicht zur Bildung gehört, das finde ich sehr befremdlich.

    Hat aber mit der Ausgangsfrage alles wirklich nicht mehr viel zu tun ;-) .

    Trotzdem interessante Diskussion ...



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 09:48


    Zitat:
    FliuMusiktherapie hilft leider nicht gegen Herzinfarkt.
    Natürlich ist Musik schön und gut. Hab ich das irgendwo bestritten? Ich denke nicht. Natürlich tut Musik der Seele gut. Dagegen habe ich ebenfalls nichts gesagt. Aber meint ihr denn im Ernst, Sport hat keinen positiven Effekt auf den Körper, die Gesundheit und damit auch die Seele? Tut mir Leid, aber dann macht es keinen Sinn, weiterzudiskutieren, denn das ist längst wissenschaftlich erwiesen.
    Und ja, die übergewichtigen Kinder von heute sind die Herz-Kreislauf-Patienten von morgen. Was stört dich denn an der Aussage? Ist ebenfalls erwiesen und ja wohl auch logisch. Frag mal einen Mediziner.
    Ich hab nie behauptet, Sport könnte seelische Krankheiten heilen, bitte verdreht mir nicht die Worte im Mund. Aber Musik alleine ist eben auch kein Garant für Gesundheit. Das Ideal ist ja wohl gesunde Seele UND gesunder Körper. Deshalb: Musik UND Sport.

    Natürlich ist 'Sport sehr wichtig für den Körper, das ist unbestritten, besonders im Alter. Bis jetzt habe ich mich allerdings davor drücken können, weil es mir auch keinen Spaß macht. Jemand, der mit der Musik alt geworden ist wie ich, kann allerdings da eher auf Sport als auf Musik verzichten, Musik war und ist mein Leben und hält meine Seele gesund, Sport ist für mich ein notwendigtes Übel, ohne Sport bin ich bisher ganz gut durchs Leben gekommen.
    Allerdings sollte man das nicht verallgemeinern. Sport ist für manche Leute DAS, was für einen anderen die Musik.
    Jedem dass Seine.

    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 26.04.2006, 09:58


    Eponine hat folgendes geschrieben:

    Trotzdem interessante Diskussion ...

    Ja, das finde ich auch. Ich bin der Meinung, dass der Sportunterricht und die ( finanziell ) recht gute Förderung der Talente im Sport in den Vereinen und Sport-Verbänden gut so ist und auch gebraucht wird und sinnvoll ist.

    Aber ...

    wir sind noch nicht weiter gekommen in der Ursprungsdiskussion. Über die Forderung "mehr Musikunterricht" und damit ein kostenloses Musikangebot an Schulen sind wir uns ja anscheinend mehr oder weniger einig.

    Was haltet ihr von dem Angebot an staatlichen und privaten Musikschulen ?I ch meine hier nicht die Qualität ( die mag von Fall zu Fall unterschiedlich sein ). Ich meine die Organisationsform, z.b. relativ teuer ?, Eltern zahlen für das ganze Jahr, obwohl in den Ferien kein Unterricht stattfindet ?

    Sollten Kinder besser privaten Unterricht nehmen ?

    Und wie und wo findet man die engagierten und interessierten Schüler, die dann zu engagierten Studenten werden ? In den Musikvereinen ? Chören ?

    @ Kaja
    da ich ja auch zu den Älteren gehöre, bin ich einigermaßen irritiert über den Umgang mit den kostenlosen Angeboten an der MHS.
    Meine Eltern waren nicht reich und haben mir trotzdem eine private Ausbildung an einem Musik-Instrument ermöglicht. Musikschulen gabs nicht und in der Schule nur die besagte 1 Stunde.
    Es scheint wohl eine Folge unserer Überfluss-Gesellschaft zu sein, dass man das nicht zu schätzen weiß.

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 10:14


    Eponine hat folgendes geschrieben: Und zu dem "Totschlagargument" der Musiktherapie:
    Schon mal versucht, ein kaputtes Knie mit Musik zu therapieren? Mit dosiertem Sport geht das sehr wohl - zumindest ist eine deutliche Verbesserung zu erzielen. Das soll jetzt bitte nich polemisch rüberkommen, aber man kann sich alles so drehen, wie man will, oder?

    NATÜRLICH gibt es auch Krankheiten, bei denen Musik eher hilft als Sport (z.B. Wachkomapatienten), aber diese Verallgemeinerung von wegen Musik sei ein Allheilmittel und mache immer gesund weil sie "den Geist gesunde", geht mir gehörig auf den Keks. Meine Mutter wäre heute tot, wenn es danach ginge, solche Einseitigkeiten machen mich echt echt aggressiv!

    Immer dort, wo es angebracht ist, und beides hat seine Berechtigung ...

    Ich habe das vielleicht zu einseitig erklärt, Musik ist gut für die Seele für viele Menschen, deren Seele krank ist, ich meine keine körperlichen Krankheiten, wie ein kaputtes Knie. Einige von uns haben es miterlebt auf Mallorca z.B. Ein seelisch kranker Mensch ist in seiner Musik so gefangen, dass er funktioniert und auflebt da, wo er sich musikalisch einbringen kann.
    Vielleicht habt ihr das schon mal erlebt wie ich. Wenn ich traurig bin, depressiv bin, gibt es für mich nichts Schöneres und Heilsameres als die Musik. Ich höre dann bestimmte Musik, die mich lösen lassen, die Tränen laufen und ich bin befreit, der Druck ist fort und mir geht es wieder gut. Sport hätte mir da sicherlich nicht geholfen.
    Klar, jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so.
    Wenn ich körperlich krank bin gehe ich zum Arzt der mir hilft, wenn meine Seele krankt, ist die Musik das Wichtigste. Wer hat nicht schon mal erlebt wenn er eine Halsentzündung hat und nicht singen kann. Die vielen Einträge in Gesundheit zeigen, dass es für alle sehr schlimm ist, wenn die Stimme nicht funktioniert. Wenn ich einen kranken Fuß habe, kann ich trotzdem singen und das ist für einen Sänger schon wichtig. Wenn er allerdings einen Fuß in Gips hat, kann er zwar singen, aber konzertieren wird da schon schwieriger.
    Also, alles in allem ist Sport natürlich für den Körper wichtig, das streitet niemand ab. Wenn ich heute noch ein schulpflichtiges Kind hätte und ich wählen könnte zwischen Musik und Sport, würde ich ganz genau wissen wollen, welche Ausbildung der Lehrer hat, dann erst könnte ich sagen, was mir in diesem Fall wichtiger wäre.
    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    EmmyNoether - 26.04.2006, 10:20


    Hallo,

    meiner Meinung nach gehören sowohl Sport als auch Musik sowie bildende Kunst in den Lehrplan.
    Aber sie sind ja auch im Lehrplan, und mehr als Stundenzahl bewegt mich die Frage, ob die dafür zur Verfügung stehende Zeit wirklich gut genutzt wird. Ein Thema, über das in anderen Fächern aber auch zu reden wäre.

    Wunderschön fände ich es, wenn jedes Kind die MÖGLICHKEIT hätte, ein Instrument zu erlernen, aber als Pflicht würde ich das ablehnen.
    Gewisse Kenntnisse bzgl. Musik gehören zu einem gebildeten Menschen dazu, klar.
    Aber ich finde, daß Musiker manchmal dazu neigen, die Wichtigkeit der Musik zu überschätzen.

    Nicht ganz nebenbei bemerkt: ich glaube, daß unsere Kinder eher in den Genuß eines 5-stündigen Pflichtfaches "Wirtschaftslehre" kommen werden, als in den einer weiteren Musikstunde...

    Aber seien wir mal ehrlich: auch mit zwei weiteren Schullmusikstunden in der Woche ändern wir nicht den Zustand, daß an den Hochschulen bei den Aufnahmeprüfungen die ausländischen Studenten das Rennen machen.

    Zum Thema der schlechtausgebildeten Musiklehrer. In jedem Fach gibt es da die Tops und die Flops, etwas Qualitätskontrolle wäre nicht schlecht, und ich habe mich schon über manch einen Lehrer, der von meinen Steuergeldern bezahlt wird, geärgert.
    Allerdings zweifele ich doch sehr daran, daß dieses Problem mit der Einstellung von Berufsmusikern zu beheben ist.
    Im Musikunterricht geht es ja nicht in erster Linie darum, Fertigkeiten auf einem Instrument zu vermitteln, und ich weiß daher nicht, weshalb der Geiger ohne Engagement für diesen Musikunterricht besser qualifiziert sein sollte als der Musiklehrer.
    Gott bewahre, wenn die ganzen arbeitslosen frustrierten Musiker plötzlich an die Schule drängen! (Zur Zeit gibt es ja in einigen Bundesländern die Möglichkeit des Quer- bzw. Seiteneinstiegs.)
    Aber ich fände es durchaus begrüßenswert, für gewisse Projekte/Unterrichtsphasen auch mal Leute aus der Praxis zu holen. Den Schreiner, den Chemiker, den Sänger, den Dirigenten.

    Den Zustand, daß an den Hochschulen bei den Aufnahmeprüfungen und später bei der Anstellung die ausländischen Studenten das Rennen machen, ändern wir durch ein bißchen mehr Musikunterricht allerdings auch nicht.
    Es ist die private Musikausbildung eben sehr, sehr teuer, das ist ein wichtiger Punkt. Würde mich mal interessieren, wieviel es die Eltern gekostet hat, bis der Sproß an der Hochschule landet... Ich bin froh, daß keins meiner drei Kinder entsprechende Ambitionen hat bzw. hatte.
    Für ein Mathematikstudium reicht das, was man an der öffentlichen Schule gelernt hat.
    Aber dann kommt ja noch etwas anderes: üben, üben, üben. Und regelrechter Drill kommt in den landläufigen Vorstellungen von Kindererziehung in Deutschland nicht vor. Ich finde es einleuchtend, daß - bei gleicher Begabung - derjenige, der 3 Stunden am Tag gezielt übt, besser Klavier lernt, als der, der 30min. das klimpert, was er kann. Und welches normale Kind, bitteschön, übt so viel? Das Kind, welches von den Eltern strengstens überwacht wird. Ein befreundeter Klavierlehrer sagt, daß es die "russischen" Kinder sind, die immer fein geübt haben, und aus Korea weiß ich von regelrechtem Bildungsdrill, beginnend im Kindergartenalter, und das wollte ich für meine kinder nicht.

    Eine befriedigende, bezahlbare Lösung habe ich nicht auf Lager. Außer vielleicht: lassen wir die Ausländer doch singen und unsere Kinder was "Richtiges" lernen. Für die Jungs böte sich auch eine Karriere als Profifußballer an...

    Gruß v. Emmy, welche den Kopf einzieht und verschwindet.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 10:23


    Zitat: Uralt
    Und wie und wo findet man die engagierten und interessierten Schüler, die dann zu engagierten Studenten werden ? In den Musikvereinen ? Chören ?




    Ich glaube, dass hier das Elternhaus eine große Rolle spielt. Vielfach ist es doch so, dass Kinder, die in einer Musikerfamilie aufwachsen, schon den Grundstein gelegt bekommen für die Musik. Genau so ist es in einer Sportlerfamilie.
    Schaut euch die Chöre an, sie alle haben wenig Nachwuchs, wenn....sie heute nichts geboten kriegen. In einem guten Chor muss man oft vorsingen und wer da nicht schon etwas vorbelastet ist, hat wenig Chancen, so kenne ich es aus Chören, die auch etwas für den Nachwuchs tun.

    Wie ist es in den Schulen, wie sollte ein Musikunterricht gestaltet werden? Was erwartet man davon? Wie soll das Ganze aussehen?
    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 10:37


    Ja, das Elternhaus UND die Schule spielen meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle. kinder die von einer dieser beiden Instanzen gefördert und geFORDERT werden, habe einfach ganz andere Startbedingungen.
    Wenn die Eltern unmusikalisch sind oder einfach nic ht die Mittel haben Unterricht zu bezahlen, kann ein guter und engagierter Musiklehrer viele Weichen stellen.
    Ich hatte das Glûck an meiner Schule speziell in ein Musikbegabungsprogramm genommen zu werden und kostenlosen Geigenunterricht zu erhalten, musste im Chor singen, hatte sogar ein Jahr mit 11 Jahren Stimmbildung umsonst bei einer alten Opernsängerin(danach war allerdings 20 Jahre Schluss mit Gesang, aber das ist eine andere Geschichte) .
    Meine Eltern waren zwar interessiert, aber nicht in der Lage, bei drei Kindern und Hausbauprojekten eine Priorität auf private Musikausbildung zu legen. Hâtte ich also nicht meinen Musiklehrer und die Strukturen an diesem Gymnasium gehabt, wäre ich vielleicht niemals eine so leidenschaftliche Klassik-Liebhaberin geworden.
    Das was Emmy von Drill und Disziplin schreibt, finde ich allerdings auch SEHR wichtig. Aber wer zieht das bei den heutigen Erziehungsprinzipien schon durch und wer will das überhaupt?
    Ich habe es nicht geschafft, meine Tochter jenseits der 12 Jahre noch beim klavirerunterricht zu halten und habe wahrlich Opfer dafür gebracht, es ihr zu ermöglichen.
    Dann eine E-*Gitarre mit Punk-Rock und ein Schlagzeug zu akzeptieren,ist nicht ganz einfach.
    Aber Kinder lassen sich nicht in eine Richtung dirigieren und da sind dann die gedrillten Auslânder wirklich im Vorteil.
    In unserer Spassgesellschaft ist das in, was leicht erlernbar und schnell konsumierbar ist.
    Wer da als Eltern und Lehrer gegen den Strom schwimmt, muss sich auf einen Kampf gegen Windmühlenflügel einrichten. :d_neinnein:
    Ich bin zwar immer fürs Kämpfen bei lohnendem Ziel, aber es zermürbt manchmal ganz arg!
    Lieben Gruss Cantilene :hearts:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 11:04


    Warum ist es eigentlich für Kinder selbstverständlich, dass sie regelmäßig zum Fußballtraining gehen müssen, nicht aber, dass sie regelmäßig Klavier üben müssen, um etwas zu erreichen????
    Ich denke nicht, dass das etwas mit Drill zu tun hat, sondern eher mit einem unterschiedlichen Verständnis in unserer Gesellschaft. Sport wird einfach eher anerkannt - und das wiederum schlägt sich im Schuluntericht nieder.
    Warum lacht jeder, wenn ein Lehrer als Fachkombination Musik und Religion hat, aber keiner bei Sport und Erdkunde? (Womit ich keines der genannten Fächer abwerten will).
    Ich bin überzeugt, dass die Grundlage für den Musikunterricht im Elternhaus gelegt werden muss. Kleines Beispiel:
    Meine Nichte (9) liebt klassische Musik, da sowohl ihre Eltern als auch ich sie sehr früh damit vertraut gemacht haben. Letztens wurde im Musikunterricht "Die Moldau" durchgenommen und die Kinder haben einen Test darüber geschrieben. Kommentar einiger Mütter "Warum muss mein Kind wissen, wer Smetana war"........ - und das äußern sie auch vor den Kindern. Schlechte Noten in Musik sind doch unrelevant, oder?
    Musiklehrer gehören daher mit Sicherheit zu den Lehrern, die am schnellsten frustriert sind und dann eben nur noch "mal eine Platte auflegen" (o-Ton einer mir bekannten Musiklehrerin).
    gruß
    mezzo



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 11:06


    Mich würde mal interessieren, wer von den Usern hier schon von Kind an in irgend einer Weise, sei es instrumental oder Kinderchor, mit der Musik konfrontiert wurde oder ausgeübt hat. Wie kam es dazu, war es freiwillig?

    Liebe< Grüsse :?:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    chero - 26.04.2006, 11:30


    Hallo,

    ja das Thema ist total interessant.

    Ich kann nur von meinen Erfahrungen was Schule und Musikunterricht erzählen und das ist mehr als traurig.

    In der Grundschule hatten wir eine sehr kränkliche Klassenlehrerin und so war es an der Tagesordnung, daß wir keinen richtigen Stundenplan hatten. Wir wurden oft für die Hauptfächer aufgeteilt in Parallelklassen. Nebenfächer mußten weichen, wenn halt mal ein anderer Klassenlehrer Zeit hatte oder es unumgänglich war die komplette Klasse mal zusammen zu unterrichten. Musikunterricht fiel oft aus, was ich damals schon bedauerte aber wie sich herausstellte hatten wir in der Grundschule im Gegensatz zur Hauptschule viiiiiiiiiel Musikunterricht. Was wir da so gemacht hatten? Hmm mal ein einfaches Lied mit eeeewig vielen Strophen oder Vorbereitung für Schulfest etc.

    Danach kam die Hauptschule, da wir sehr viel Lehrstoff versäumt hatten mußten alle "nicht profitierenden" Unterrichtsstunden dazu dienen den versäumten Lehrstoff aufzuholen. Sprich KEIN Musikunterricht bis Klasse 6, klar Sport mußte sein, denn wie schon erwähnt man muß sich bewegen. Irgendwann hatten wir dann mal das Pensum aufgeholt und es wurde Musikunterricht zugesagt. Ich hatte mich nicht alleine drauf gefreut, aber es sollte anders kommen. Nun wurde der Musikunterricht dazu genutzt um Orga zu machen, sei es für Klassenfahren, Schulfeiern, Weihnachtsfeiern oder sonstiger Kram. Ich kann mich daran erinnern,daß wir dann irgendwann aufmüpfig wurden. Wir wollten Musikunterricht haben und was passierte, wir gingen in den Musikraum und die nette Lehrerin legte eine Klassik-LP auf und wir sollten uns mal anhören was wir dann so im Musikunterricht machen würden, ob uns das wirklich so gefallen würde. Na ja wie die Jugendlichen so sind........ die meisten Jungs fingen an wie wild zu dirigieren und die Mädels tuschelten und kicherten. Der Spaß dauerte nicht mal 3 Minuten. Die LP wurde ausgemacht und das war es mit Musikunterricht......

    Vielleicht kommt ja jetzt bei dem ein oder anderen wie wir dann die Noten auf das Zeugnis bekommen haben. Ganz einfach Direktor und Stellvertreter sowie die andere Musiklehrerin wurden gerufen und dann mußten wir nach dem ABC vorsingen. Ahhhh es war die Hölle pur!! Diese Note konnten wir noch um eine Note verbessern, wenn wir an der Weihnachstsfeier etwas vorgespielt hatten. Soviel zu meinem Musikunterricht in unserer Schule. Da ich teilweise noch Kontakt zu dieser Schule habe, weiß ich daß heute noch ähnlich verfahren wird. Bei Lernschwierigkeiten aufgrund mangelnder Deutschsprachkenntnissen wird der Musikunterricht und teilweise der Sportunterricht für Nachhilfe genutzt.

    Auf den weiterführenden Schulen kennt man das Wort Musik ja gar nicht mehr. Das ich dennoch zur Musik gefunden habe und das schon zu der besagten Schulzeit, habe ich meinem Elternhaus bzw. meinen Großeltern zu verdanken.


    Liebe Grüße
    Chero



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 26.04.2006, 11:35


    Uralt hat folgendes geschrieben:
    wir sind noch nicht weiter gekommen in der Ursprungsdiskussion. Über die Forderung "mehr Musikunterricht" und damit ein kostenloses Musikangebot an Schulen sind wir uns ja anscheinend mehr oder weniger einig.

    Was haltet ihr von dem Angebot an staatlichen und privaten Musikschulen ?I ch meine hier nicht die Qualität ( die mag von Fall zu Fall unterschiedlich sein ). Ich meine die Organisationsform, z.b. relativ teuer ?, Eltern zahlen für das ganze Jahr, obwohl in den Ferien kein Unterricht stattfindet ?

    Sollten Kinder besser privaten Unterricht nehmen ?

    Und wie und wo findet man die engagierten und interessierten Schüler, die dann zu engagierten Studenten werden ? In den Musikvereinen ? Chören ?

    Liebe Grüße
    Uralt

    Liebe Uralt!
    Du hast recht! Zurück zum Ausgang der Diskussion!
    Ich bin auf ein paar wunderliche Dinge gestoßen, die ich - weil noch nicht gänzlich recherchiert - hier nur büruchstückhaft wiedergeben kann:
    Zumindest in Bayern ist es so, dass es keine privaten Musikschulen mehr gibt, jedenfalls dürfen sie nicht mehr Musikschule heißen! Hier hat ein gewisser Verband festgelegt, dass "Musikschule" nur sein darf, wer öffentlich getragen wird, festangestellte Lehrer hat(für alle Fächer, also auch für Maultrommel, Waschbrett und Dudelsack, unabhängig davon, ob das irgend ein Schüler haben will) und gemeinnützig ist. Das scheint auf einige wundersame Verstrickungen zwischen Poilitik und Verbandsführung auf Kommunal- und Landesebene zu beruhen. SEHR SELTSAM!
    Aber, egal, wie das Ding nun heißt (in München hat das zu zahlreichen sehr witzigen Wortschöpfungen geführt): die privaten Schulen sind superwichtig, sowohl als Alternative zum schulischen Musikunterricht, sondern auch als Alternative zu den staatlichen MuHos, Konsen etc.
    Das leidige Argument mit "ich zahle das ganze Jahr, aber in den Ferien is nix": Meistens kannst du auch Blockzahlung vereinbaren, die dann teurer ist, aber in den Ferien zahlungsfrei ist. Und außerdeM. schaut Euch die Preise an! TEUER???? Handwerker sind teuer, das Benzin ist teuer, aber Musikschulen? Wenn man (egal in welcher Zahlungsform) die Stundenpreise anschaut und nachdenkt, wer davon alles bezahlt werden muss, da kann ich ja nur lachen, wenn das vielen Leuten zu teuer ist. Versucht mal, Fortbildungspreise mit diesen Preisen zu vergleichen!
    :n71:
    Abhängig davon, was man mit der musikalischen Ausbildung vorhat, muss man entscheiden, ob man das professionelle Angebot einer Schule (mit Zusatzfächern, Wahlfächern, Spielkreisen, Gruppenzeuch etc.) wahrnimmt, oder ob man einen Privatlehrer mit starker Focussierung wählt.
    Finden tut man die engagierten Kinder und Schüler, indem man ein interessantes Angebot bekannt macht. Dann kommen sie schon! ;-)
    Gruß und Kuss, der musencus
    ps Ich lese gerade den Nachbarthread und was Robin über die Kosten für das Studium in USA sagt. Wir sollten die Musikstunden an den privaten Instituten SO UNGLAUBLICH TEUER machen, dass es wieder etwas Besonderes wird, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Vielleicht ist das für deutsche Verhältnisse wirklich die Lösung! Weg vom kosntelosen oder billigen Konsumieren, hin zum teuren Statussymbol ...



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 26.04.2006, 12:11


    musikavokale hat folgendes geschrieben: Mich würde mal interessieren, wer von den Usern hier schon von Kind an in irgend einer Weise, sei es instrumental oder Kinderchor, mit der Musik konfrontiert wurde oder ausgeübt hat. Wie kam es dazu, war es freiwillig?

    Liebe< Grüsse :?:

    Hm, also als Kind habe ich nur im Schulchor gesungen - und mit meiner Mutter, die mit uns Kindern sehr viel gesungen hat.

    Dan habe ich als Jugendliche, ich glaube so ab 14 Jahren, Gitarre lernen dürfen. Und das war absolut freiwillig. Wir hatten nämlich in der Schule eine "singende Nonne" als Französisch-Lehrerin. Das war für mich Ansporn genug, dieses Instrument Gitarre auch zu lernen. später habe ich dann in einem Zupf-Orchester gespielt, aber mangels Attraktivität der Musik wieder aufgehört.

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 26.04.2006, 12:27


    musencusmuc hat folgendes geschrieben:

    Zumindest in Bayern ist es so, dass es keine privaten Musikschulen mehr gibt, jedenfalls dürfen sie nicht mehr Musikschule heißen! Hier hat ein gewisser Verband festgelegt, dass "Musikschule" nur sein darf, wer öffentlich getragen wird, festangestellte Lehrer hat(für alle Fächer, also auch für Maultrommel, Waschbrett und Dudelsack, unabhängig davon, ob das irgend ein Schüler haben will) und gemeinnützig ist. Das scheint auf einige wundersame Verstrickungen zwischen Poilitik und Verbandsführung auf Kommunal- und Landesebene zu beruhen. SEHR SELTSAM!

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube hier in RLP ist das noch klar getrennt : private und stattliche Musikschule.

    Abhängig davon, was man mit der musikalischen Ausbildung vorhat, muss man entscheiden, ob man das professionelle Angebot einer Schule (mit Zusatzfächern, Wahlfächern, Spielkreisen, Gruppenzeuch etc.) wahrnimmt, oder ob man einen Privatlehrer mit starker Focussierung wählt.
    Finden tut man die engagierten Kinder und Schüler, indem man ein interessantes Angebot bekannt macht. Dann kommen sie schon! ;-)

    Bei uns hier auf dem Land sieht es so aus, dass die Leute ihre Kinder zuerst in die Musikschulen schicken und die dort dann meistens "rekrutiert" werden für die Musikvereine und Orchester.
    Hm, ja interessante Angebote für engagierte Kinder und Schüler, meinst du sowas wie Jugendkunstwerkstatt, Jugendtheater u.ä. ?
    Sollte man diese Initiativen, egal ob privat, von Kirche oder Jugendzentrum nicht auf einen "höheren Sockel" stellen und staatlich fördern ? ( ich weiß, der Staat hat kein Geld, aber wenn ein bauer Geld dafür kriegt, dass er auf seinem Acker NICHTS anbaut, warum nicht Geld für Jugendtheater ?)

    ps Ich lese gerade den Nachbarthread und was Robin über die Kosten für das Studium in USA sagt. Wir sollten die Musikstunden an den privaten Instituten SO UNGLAUBLICH TEUER machen, dass es wieder etwas Besonderes wird, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Vielleicht ist das für deutsche Verhältnisse wirklich die Lösung! Weg vom kosntelosen oder billigen Konsumieren, hin zum teuren Statussymbol ...

    Das klingt zwar im ersten Moment ziemlich unsozial, es hätten noch weniger Kinder aus ärmeren Familien die Chance, dorthin zu gehen. Aber es scheint ja wohl nach dem Motto zu gehen : "was nix kost' - is nix". Man könnte für begabte und engagierte Kinder ja auch Stipendien einführen.

    Weiterdenken lohnt sich glaube ich.

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 13:06


    Zu Musikas Frage:
    ja, ich hatte als Kind Instrumentalunterricht, erst Pflicht-Blockflöten-Kreis in der Grundschule und dann als eine Art Stipendium erst Stimmbildung und dann Violinunterricht.
    Letzteres war zwar freiiwillig, aber da das nicht gerade meine Instrument war und ich mich sehr abmühen musste, war es eine Art moralischer Zwang.
    Ich habe mich selbst gezwungen ,es weiter zu lernen, obschon ich keine grosse Lust hatte. Aber das hätte ich meinem Lehrer nie angetan, aufzuhören und nicht in seinem Orchester zu spielen, wo er mich so geördert hat.(siehe mein obiger Post)
    Auch solche Zwänge gibt es! :d_neinnein:
    Meine eigene Tochter hat anfangs auch sehr gerne und freiwillig Klassik gelernt, gehôrt und sogar Konzerte/Opern sehr früh besucht. Ich habe wirklich sehr viel getan, sie da hinzuführen und bis zur Vorpubertät war die Begeisterung da und sie war noch zum üben motivierbar. Aber dann war das nur noch Stress für mich und ihre Lehrerin und da sie unbedingt E-Gitarre lernen wollte, habe ich schliesslich die Waffen gestreckt.
    Aber dennoch bleibt das,was man säat in gewisser Weise fruchtbar. Inzwischen ist sie über Heavy Metal wieder zur Oper gekommen und ist leidenschaftliche Wagnerianerin. sie hat schon zweimal den kompletten Ring besucht-allerdings mit ihrem Vater...... ich überlebe das nicht.....aber das freut mich dann doch sehr! :dafür:

    Zu den Musikschulen:
    Hier in Frankreich werden diese finanziell sehr vom Staat gefördert. Fast alle Kinder( und mancheErwachsenen), die irgendein Instrument oder Noten oder Ballett oder Chor oder was auch immer lernen wollen, gehen in eine staatliche Schule. das ist auch im Grunde die Voraussetzung später eine Konservatorium zu besuchen.
    Der Unterricht in den Musikschulen ist wirklich verschult und man muss zuerst Noten/Rhytmus lernen, ehe man an das Instrument(einschliesslich Gesang!) darf.
    Es handelt sich also um eine musikalische Grund-Ausbildung, auch Ensemble-Spiel, Aufführungen und jährliche Prüfungen mit "Versetzung"gehören dazu.
    Die Kosten sind sehr gering, aber man ist stark gefordert.
    Die frz. Schulkinder sind ohnehin von kleinst auf harten Drill gewohnt und akzeptieren das. Das hat mich anfangs sehr gewundert, aber es ist so und es ist nicht das Schlechteste in manchen Dingen. :schlaumeier:
    Es gilt hier als gewisses Status-Symbol, sein Kind musikalisch ausbilden zu lassen und die Schulen sind so überfüllt, dass es Wartelisten gibt und Begabungstest. Die sozial schwachen Klassen sind aber trozt kleiner Kosten schwach vetreten, anscheinend weil das Interesse leider meist fehlt. :?:
    Eine private Musik-Ausbildung ist hier selten, und entweder für die, die keinen Platz an der Schule finden oder auf dem Land leben oder es sowieso nur hobbymâssig anstreben oder wirklich als "versnobt" gelten und sich solchen Luxus mit Absicht leisten. Sehr ernst genommen wird das dann leider nicht von der Aussenwelt, denn es gibt ja keine Prüfungen. Ohne Prüfung nimmt der Franzose anscheinend nichts ernst-das fängt im Kindergarten mit 2 Jahren an!(Kindergarten heisst hier auch Schule!)"Ecole maternelle"
    Die Lehrer sind musikalisch oft sehr qualifiziert, da viele sehr gute Musiker eine feste Stelle an einer Musik-Schule haben, um ihre Rente zu sichern und daneben konzertieren. Die pädagogische Begabung dieser Lehrer ist allerdings Glücks-Sache, das gilt hier aber auch für andere Fächer in den Schulen.....
    So, nun habt ihr mal einen Eindruck, wie es im Nachbarland aussieht.
    übrigens: in den normalen Schulen spielt Musik nur dann eine Rolle, wenn der Lehrer zufällig Ahnung davon hat(man hat bis zur 5.Klasse nur einen einzigen Lehrer für ALLES) Religion ist sogar VERBOTEN! Sport wird gemacht, aber das hängt auch weitgehend von den Vorlieben des Lehrers ab, was und wie. Ab der 6.Klasse ist dann viel ienheitlicher, aber mit 11 oder 12 sind viele Kinder schon so in der Popkultur verankert, dass es sehr mühsam wird,glaube ich.

    Lieben Gruss :n87:
    Canti :hearts:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 13:38


    @musika
    Ich habe in der Grundschule viel gesungen, da die Lehrerin selbst im Chor war. Blockflöte war Pflicht - nicht mein Instrument, aber damit habe ich immerhin Noten lesen gelernt.
    Als ich 6 war hat der Kinderchor der Kirchengemeinde "Nachwuchs" gesucht und da bin ich eben mal hin - und mit einer kurzen Auszeit mit 13/14 Jahren hängen geblieben. Chorprobe besuchen war nie ein Zwang und meine Eltern mussten sich auch gar nicht darum kümmern.
    Ich hätte wahnsinnig gern Klavierunterricht gehabt, aber meine Eltern haben es rundweg abgelehnt, für "sowas" Geld auszugeben.
    Im Gymnasium hatten wir nur ab und zu Musikunterricht und der war alles andere als strukturiert oder fundiert! Mal ein bischen Wolfschluchtszene, mal ein wenig Quintenzirkel - ehrlich gesagt, kann ich mich kaum daran erinnern - und da heißt ja auch schon was.
    Gruß
    mezzo



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 13:41


    Ich komme aus einem extrem unmusikalischen Elternhaus, dementsprechend war das Entsetzen auch groß, als ich mit 11 sagte: "Ich will Violine lernen!" (nachdem ich vorher die obligatorische Blockflötenprozedur durch hatte). Der Grund war übrigens, dass ich zum ersten Mal rein zufällig Mozarts g-moll-Symphonie im Radio gehört habe und mir sagte: "Toll, so spielen können will ich auch!" So viel übrigens zum Thema: Fest in der Popkultur verankert ;-)

    Ich war ehrgeizig, habe das aus freiem Antrieb heraus gelernt und war dementsprechend auch gut, mehrere Orchester, Streichquartette etc. Ich habe dann zwar mit 16 noch mit dem Klavier angefangen, weil ich einen Moment lang darüber nachdachte, Instrumentalpädagogik zu studieren, habe mich aber nie sicher genug gefühlt und wäre ehrlich gesagt auch lieber Orchestermusikerin gewesen. Dazu habe ich aber einfach zu spät angefangen ...

    Aber irgendwann kam ja sowieso der Gesang dazu, und so sehr ich die Violine auch geliebt habe: Singen war mir irgendwann einfach das Wichtigste, und da habe ich mich irgendwann, wenn auch sehr spät, ja doch noch getraut, bin allerdings an diesem elenden Hochschulsystem und meiner damaligen Dozentin gescheitert. Und natürlich auch und vor allem an mir selbst ....

    Mein Musikunterricht an der Schule war katatstrophenartig bis nicht vorhanden. Letzteres die ganze Oberstufe hindurch, weil eben niemand Musik gewählt hat (außer mir und zwei anderen, und dafür machen die eben keinen Kurs auf).

    Woran das liegt? Weil meiner Auffassung nach das pädagogische Konzept völlig falsch ist - mit im wahrsten Sinne des Wortes verschultem Musikunterricht ist kein Blumentopf bei den Schülern zu gewinnen. Musik muss auch und vor allem Spaß machen, und irgendwelche Geburtsdaten auswendig zu lernen oder gähnend langweilig zu erklären, was ein Dominantseptakkord ist, lockt doch echt niemanden hinter dem Ofen hervor. Natürlich muss man sich and die Lehrpläne halten, aber muss das immer so trocken sein? Manchmal liegt wirklich der Verdacht nahe, dass nur die Leute Musiklehrer an allgemeinbildenden Schulen werden, bei denen es zu mehr im Hauptfach nicht gereicht hat. War für mich eben der Grund, dass ich das für mich persönlich nie wahr gemacht habe, ich hätte es unfair den Schülern gegenüber gefunden ...

    Ich will jetzt um Gottes Willen niemanden persönlich angreifen, es gibt natürlich auch Musiklehrer, die gerne und in erster Linie (gute!) Pädagogen sind, aber im gerade im künstlerischen Bereich halte ich das leider nicht immer für den Fall ...



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 26.04.2006, 14:00


    Naja, ähnlich war es bei mir auch, Flötenunterricht, Orff, dann musste man sich entscheiden, welches Instrument man lernen möchte und das war dann eben auch die Geige. Früher gab es nur Jugendmusikschulen und die musste man mit 18 Jahren verlassen. Mit 8 Jahren kam ich in den Kinderchor, war eine sehr schöne Zeit mit Märchenopern, Konzerten im In- und Ausland. Ich durfte das Rumpelstilzchen in der Kinderoper von Werdin spielen und ich habe da schon früh Bühnenluft geschnuppert. Mit 18 kam ich zur Bühne und durfte zunächst mal mich am Bühnenbild versuchen, da ich durch meinen Beruf der Schaufenstergestalterin künstlerisch vorbelastet war. Der nächste Schritt war der Operettenchor und so ging es weiter.
    Dazu muss ich aber sagen, dass meine Mutter auch eine ausgebildete Sängerin war, aber nie ihren Beruf ausgeübt hat.
    Aber ich denke, wenn durch Eltern schon Musik als fast selbstverständlich genommen wird, ist es wesentlich leichter für die Kinder, besonders wenn vielleicht die Mutter singen kann. Es gibt ja viele Mütter, die überhaupt nicht singen, wie soll dann ein Kind dem Gesang nahegebracht werden. Mein 3-jähriger Enkel kennt schon sehr sehr viele Lieder mit allen Strophen und er hält die Melodie, warum? Weil seine Mama auch aus einem musikalischen Elternhaus kommt und sie es nie müde wird, dem Kleinen Lieder vorzusingen.

    Liebe< Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 26.04.2006, 17:09


    Lieber Musencus, auf Argumente, wieso "meine erwiesenen Tatsachen nicht richtig" sein sollten, warte ich wohl vergebens. Das macht aber nichts, ich habe habe eh nicht mehr damit gerechnet, und die jetzige Diskussion ist näher am eigentlichen Thema.

    Zitat: Trotzdem kann ich das, was über Sport und Bildung hier gesagt wurde, so einfach nicht stehen lassen, das ist mir zu einseitig. Ich sehe da echt ein mittelgroßes Brett ...

    Edit:
    Und zu dem "Totschlagargument" der Musiktherapie:
    Schon mal versucht, ein kaputtes Knie mit Musik zu therapieren? Mit dosiertem Sport geht das sehr wohl - zumindest ist eine deutliche Verbesserung zu erzielen. Das soll jetzt bitte nich polemisch rüberkommen, aber man kann sich alles so drehen, wie man will, oder?

    NATÜRLICH gibt es auch Krankheiten, bei denen Musik eher hilft als Sport (z.B. Wachkomapatienten), aber diese Verallgemeinerung von wegen Musik sei ein Allheilmittel und mache immer gesund weil sie "den Geist gesunde", geht mir gehörig auf den Keks. Meine Mutter wäre heute tot, wenn es danach ginge, solche Einseitigkeiten machen mich echt echt aggressiv!

    Immer dort, wo es angebracht ist, und beides hat seine Berechtigung ...
    Danke Epo - genau das meinte ich :dafür: Auch dein nächster Beitrag sprach mir aus der Seele :mrgreen:

    @cantilene: Zitat: ein menschliches Wesen besteht aus Körper, Geist und Seele und es ist doch wichtig, alle diese drei Komponenten gleichermassen zu fördern, zu fordern und gesund zu erhalten!
    Wenn eine der dreie krank ist, werden meist auch die beiden Anderen früher oder spater in Mitleidenschaft gezogen-so auch unsere Erfahrung mit vielen Patienten.
    Stimme dir vollkommen zu, der Meinung bin ich auch :schlaumeier: Wie schon erwähnt, ich bin nicht dafür, die Musik zu vernachlässigen. Dasselbe mit dem Sport zu tun, halte ich allerdings für genauso verwerflich.

    Zum eigentlichen Thema: Als ich mit 6 in die Volksschule kam, spielte ich Blockflöte und sang im Kinderchor. Der Flötenlehrer war ein grimmiger alter Mann und ich hatte Angst vor ihm. Den Kinderchor dagegen fand ich toll, aber leider gab es ihn nur ein oder zwei Jahre, glaube ich... Mit 9 begann ich, in der Schule Keyboardunterricht zu nehmen (oder Klavier - war eigentlich dasselbe, da wir kein Klavier in der Schule hatten), hatte aber mit 11 keine Lust mehr zu üben und hörte zum Leidwesen meines Lehrers auf, der behauptete, ich hätte Talent.
    In der Volksschule haben wir in den Musikstunden immer gesungen, soweit ich mich erinnern kann. Noten lesen etc. lernte ich im Flöten- und Keyboardunterricht.
    Auf dem Gymnasium lief der Musikunterricht dann deutlich professioneller ab, wir lernten über berühmte Komponisten, mussten Notendiktate und Tests schreiben, Instrumente auf Hörbeispielen erkennen und Chorsingen. Ich fand das toll :grin: Außerdem machte ich bei allen Schulmusicals mit (im Chor) und war todtraurig, wenn die letzte Aufführung vorbei war. In der Oberstufe wählte ich Musik, die meisten anderen Bildnerische Erziehung. So waren wir nur noch zu neunt in Musik, brachten aber trotzdem viel mehr weiter, weil eben nur noch die da waren, die es wirklich interessierte. Wir machten zwar noch Stoff, konzentrierten uns aber v.a. aufs Ensemblesingen (war gar keine so schlechte Truppe) und traten bei allen möglichen Schulveranstaltungen auf. Das waren zwei Musikstunden pro Woche, soweit ich weiß (Sport 3).
    Mit 16 fing ich dann im Chor meines Wohnortes an und bin bis heute dabei, mit der Zeit kamen dann noch ein Kirchenchor, ein Kammerchor (nur projektmäßige Proben vor Auftritten), ein Jugendchor (zweimal pro Jahr ein Probenwochenende, mehrere Auftritte), ein Projektchor (jedes Jahr ein größeres Werk, diesen Samstag Mozart-Requiem) und als letztes mein Vokalensemble dazu.
    Meine Eltern haben eigentlich nicht wirklich was mit Musik am Hut - aber natürlich kommen sie zu unseren Konzerten ;-)
    Da fällt mir noch ein, bei uns scheinen Musiklehrer angesehener zu sein als Sportlehrer, habe ich den Eindruck (weil vorher jemand davon sprach).



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 26.04.2006, 17:24


    So also nach allem, was bis jetzt berichtet wurde scheint es cantilenes Aussage zu bestätigen : Elternhaus und/oder Schule sind prägend für die musikalische Entwicklung.

    Die Forderung für die Schule haben wir ja schon formuliert : mehr und qualifizierterer Unterricht, der den SchülerInnen Spaß macht.

    Beim Elternhaus bin ich da ein wenig ratloser. Sollte es tatsächlich so sein, dass man entweder Eltern hat, die sich für Musik/Singen etc. interessieren und ihre Kindern fördern,- oder man hat sie halt nicht. Mir scheint es bei uns tatsächlich so zu sein, dass Sport, z.B. der Fußballverein, den Eltern näher liegt als Musik. Scheint ja in Frankreich oder Österreich nicht so zu sein.
    Ich hab keine Idee, warum das so sein sollte, Ihr vielleicht ?
    Vielleicht weil man als Fußball-Profi mehr verdienen kann als als Gesangs-Profi ?

    Ratlos grüßende ( jetzt fang ich auch schon damit an :lol: )
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    kiwi - 26.04.2006, 17:41


    Zitat: Mir scheint es bei uns tatsächlich so zu sein, dass Sport, z.B. der Fußballverein, den Eltern näher liegt als Musik. Scheint ja in Frankreich oder Österreich nicht so zu sein.

    @Uralt: Ich weiß nicht. Mein Bruder spielt seit seiner Kindheit Fußball, ich singe eben. Mein Vater ist ein engagierter Sportler, mit Musik haben meine Eltern eigentlich nichts am Hut. Es wird halt akzeptiert, was einen interessiert.

    Meine "musikalische Laufbahn" verlief genauso wie Flius (nur dass ich Gitarre angefangen und wieder aufgehört habe, weils mir langweilig war).

    Ich habe unsere Musiklehrer im Gymnasium fast durchwegs als engagiert und kompetent erlebt, wir haben auch sicher viel mehr Haydn+Co. durchgenommen als Elvis.

    Zitat: Elternhaus und/oder Schule sind prägend für die musikalische Entwicklung.

    Nur bedingt, würde ich sagen. In meiner Schule genossen alle den gleichen (meiner Meinung nach guten) Musikunterricht - trotzdem gab es viele Leute, die sich einfach nicht für Musik interessierten, die unmusikalisch waren oder schlichtweg lieber was anderes machten. Für die es ein lästiges Fach wie so viele andere war. Genauso gibt es auch Leute, die mit Feuereifer bei der Sache waren und auch heute noch musizieren.


    Mein Freund ist übrigens Musiklehrer, der könnte zu dem Thema wahrscheinlich Romane schreiben.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 26.04.2006, 18:29


    Liebe Uralt, es ist nicht so, dass in Frankreich Sport den Eltern ferner liegt als Musik, aber in einer gewissen Bildungsschicht ist es einfach eher ein Status-Symbol wenn die Kinder an einer Musikschule als "nur" im Fussballclub sind.
    allgemein ist die gesellschaftliche Tendenz natürlich genauso "schneller, bequemer, spassiger" wie überall und Musik erfordert nun mal Geduld und Disziplin.
    Aber das das Elternhaus auch wichtig ist, denke ich schon , und dazu zähle ich auch die gesamte Familienngeschichte. Bei mir war eine Grossvater Pianist und eine Grossmutter Ballerina und allein durch deren Erzählungen und Photos hat sich bei mir schon Liebe zum theater entwickelt. vieles überspringt auch Generationen.
    Aber auch TOTAL unmusikalische eltern können manchmal als Gegenbewegung oder gar Protest musikalische Genies erzeugen.
    Jedenfalls brauchen Kinder irgendwelche Anregungen und Vorbilder und wenn es nicht Eltern, Verwandte oder Lehrer sind, dann vielleciht der komplette gegenentwurf und das "aus der Reihe tanzen".
    Ich habe mich sehr an meinen Grosseltern orientiert und dameine opa passionierter Wagnerianer war(wie meine Tochter jetzt....) war eins meiner ersten Lieder Sentas Gesang. da war ich elf und habe es einfach so gesungen, die Noten lagen bei meinem Opa herum.
    Aber nur heimlich im Badezimmer natürlich.... ;-)
    Lieben Gruss
    Canti :hearts:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 26.04.2006, 20:04


    Uralt hat folgendes geschrieben:
    Beim Elternhaus bin ich da ein wenig ratloser. ... Mir scheint es bei uns tatsächlich so zu sein, dass Sport, z.B. der Fußballverein, den Eltern näher liegt als Musik. ... Ich hab keine Idee, warum das so sein sollte, Ihr vielleicht ? Vielleicht weil man als Fußball-Profi mehr verdienen kann als als Gesangs-Profi ?

    Ratlos grüßende ( jetzt fang ich auch schon damit an :lol: )
    Uralt

    Liebe Uralt!
    (Du bist ja AUCH ein Skorpion?! :welcome: ;-) )
    Ich denke, dass es bei den Eltern daran liegt, dass diese Elterngeneration auch schon keine vernünftige musikalische Bildung mehr erhalten hat (und deren Eltern wahrscheinlich auch schon nicht mehr). Dann wird es schwierig, den Kindern etwas vermitteln zu wollen, das man selbst nicht mehr im Repertoire hat. Dieses Problem wird sich - selbst wenn es jetzt angegangen würde - erst in der übernächsten Generation lösen lassen!
    Trotzdem: Wir bleiben dran!
    Gruß und Kuss, der optimistische musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 27.04.2006, 08:49


    cantilene hat folgendes geschrieben:
    ... es ist nicht so, dass in Frankreich Sport den Eltern ferner liegt als Musik, aber in einer gewissen Bildungsschicht ist es einfach eher ein Status-Symbol wenn die Kinder an einer Musikschule als "nur" im Fussballclub sind.


    Hallo,

    so ähnlich ist das in Deutschland doch auch. Eben in dieser "gewissen Bildungsschicht".
    Einer meiner Söhne ist so völlig aus der Art geschlagen, 16 J., beigeisterter und guter Fußballspieler seit Jahren. (Wir können uns selbst nicht erklären, wie DAS passieren konnte...) Fast ruiniert er damit den Ruf der Familie... Dann ziehen wir den Trumpf aus dem Ärmel: Trompeter, Bläserkreis, Orchester. Das rehabilitiert uns (ein wenig) im Bekanntenkreis. Puh! Glück gehabt!

    In unserem Dorf allerdings ist das Umfeld eher einfach, und hier "rettet" uns unser Fußballspieler. Er macht, daß wir nicht völlig außerhalb der Gemeinschaft stehen, die Tatsache, daß er ein zuverlässiger, guter und zu jedermann freundlicher Spieler ist, scheint wohlbekannt zu sein, und ein wenig vom dem Glanz fällt auch auf uns ab.

    Und in der Schule meiner Kinder - Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt - sind musikalische Erfolge weitaus wohlgelittener als sportliche. Jeder kleine musikalische Erfolg, z.B. "Jugend musiziert" auf unterster Ebene, wird in der Schulzeitung gewürdigt, von sportlichen Erfolgen habe ich noch nie etwas gelesen, und ich weiß, daß es auch recht gute Leichtathleten gibt.
    Für außerschulische musikalische Aktivitäten gibt es mit Leichtigkeit Unterrichtsbefreiung, aber ich habe von Problemen gehört bei der Unterrichtsbefreiung wegen der Teilnahme an Sportturnieren.

    Kurz: es hängt von den Kreisen, in welchen man verkehrt, ab.

    Findet Ihr auch, daß das Spielen eines Instrumentes wohlgelittener ist als Gesang? Auch in den "Kreisen"?

    Gruß v. Emmy



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 27.04.2006, 08:59


    Liebe Emmy, zuerst mal wäre es mir sch...egal, ob etwas wohlgelitten ist oder nicht, wenn es um mein Kind und dessen Weg geht. :d_neinnein:
    Abgesehen davon hast Du natürlich Recht, dass es von "den Kreisen" abhängt.
    Bei unseren Freunden gilt Musik einfach als "schöner" , weil Kûnstlerischer als Sport. Aber mein Mann ist Marathonläufer UND Maler und von daher ist bereits eine grosse Toleranz und Spann breite vorprogrammiert.
    Ich wiederhole nochmal, dass ich niemals eines gegen das andere ausspielen will, weil Körper und Seele und Geist gemeinsam ienen Menschen ausmachen. wenn ein Element vernachlässigt wird, kann das nicht gut sein!
    In der Schule und im Bekanntenkreis eines Jugendlichen kann man heute wahrscheinlich eher mit Sport auftrumpfen als mit klassischer Musik.
    ich fürchte, das gilt als "uncool".
    Es sei denn, man ist auf einer Spezialschule oder gewinnt Preise.
    Insgesamt sieht man ja in den Medien, dass in der nachwachsenden Generation Spass und Spiel einen viel höheren Stellenwert einnimmt als dinge, für die man viel Zeit und Disziplin braucht.
    Für Sport bracuht man das auch, aber das weiss nicht jeder sofort und das Ergebnis ist eben "cooler" anzusehen als ein Konzert oder eine Oper.
    Ich finde die gesamtgesellschaftliche entwicklung in diesem Zusammenhang SEHR wichtig!
    Lieben Gruss
    Cantilene :hearts:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    EmmyNoether - 27.04.2006, 09:20


    cantilene hat folgendes geschrieben:
    [...]im Bekanntenkreis eines Jugendlichen kann man heute wahrscheinlich eher mit Sport auftrumpfen als mit klassischer Musik.
    ich fürchte, das gilt als "uncool".


    Hallo cantilene,

    das scheint nicht nur bei Jugendlichen der Fall zu sein: dereinst hatten wir einen Bewerbungsratgeber, ein Buch. Einer der guten Tips war, daß man bei den persönlichen Interessen und Hobbies "Chorgesang" unbedingt verschweigen soll, weil ...
    Tja, die Begründung habe ich leider vergessen und das Buch ist anscheinend in den Tiefen des Abstellraumes verschwunden (Schaufellader nötig), aber es lief auch auf "uncool" hinaus, wenn ich mich recht erinnere.

    Gruß v. Emmy



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 27.04.2006, 09:28


    Anonymous hat folgendes geschrieben:
    Findet Ihr auch, daß das Spielen eines Instrumentes wohlgelittener ist als Gesang? Auch in den "Kreisen"?
    Gruß v. Emmy

    Das mag vielleicht in den "Kreisen" so sein, aber seit der Hoch-Zeit der Casting-Shows ist singen lernen "in den anderen Kreisen" schon fast zu Kult geworden. Ok, viele gehen 5 mal zum GL und wenn sie merken, dass man was tun muß, bleiben sie wieder weg. Aber wenn nur 5 % vom richtigen Gesangs-Virus infiziert werden, ist doch auch was gewonnen, oder ?

    Liebe grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 27.04.2006, 09:40


    musencusmuc hat folgendes geschrieben:
    Liebe Uralt!
    (Du bist ja AUCH ein Skorpion?! :welcome: ;-) )
    Ich denke, dass es bei den Eltern daran liegt, dass diese Elterngeneration auch schon keine vernünftige musikalische Bildung mehr erhalten hat (und deren Eltern wahrscheinlich auch schon nicht mehr). Dann wird es schwierig, den Kindern etwas vermitteln zu wollen, das man selbst nicht mehr im Repertoire hat. Dieses Problem wird sich - selbst wenn es jetzt angegangen würde - erst in der übernächsten Generation lösen lassen!
    Trotzdem: Wir bleiben dran!
    Gruß und Kuss, der optimistische musencus

    Stimmt, denn :
    die Eltern, das sind wir. ( Berichte über die schulische und familiäre Vorbildung haben wir ja gelesen.

    deren Eltern, das sind z.T. auch wir oder unsere Eltern = dito

    Du hast recht, lieber Bruder im Sternzeichen.
    Bleiben wir dran.

    Ich persönlich kann zwar nur durch meinen Gesang Werbung machen bei Kindern und Jugendlichen.
    Da ich aber persönlich recht eng verbunden bin ( hihi) mit dem kulturpolitischen Sprecher einer ( zugegebenermaßen nicht sehr einflußreichen ) politischen Partei hier in RLP werde ich mich mal in diese Richtung weiter umhören und Gespräche führen.

    Steter Tropfen ...

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musika - 27.04.2006, 10:31


    Hallo,

    was ich aus Erfahrung berichten kann, es wird gerade in kleinen Dörfern viel mehr Musik gemacht als in Städten. Hier bei uns, Dorf von ca 300 Einwohnern, kenne ich eine Menge Kinder im Grundschulalter, die Instrumente lernen. Es gibt sogenannte Förderklassen Musik, eine Klasse die besonders musikalische Kinder, oder die Interesse haben, fördern, in dem an die normalen Schulstunden einige Male in der Woche Stunden angehangen werden, in dem sie Instrumentalunterricht haben, sei es Gitarre, Klavier, Flöte usw.
    Genau so ist es an musischen Gymnasien oder Internaten. Ich habe in einem Internat Gesang unterrichtet, das spielte jedes Kind ein Instrument von der Flöte bis zur Harfe und außerdem war ein Chor dabei, der sogar Wettbewerbe machte.
    Die Lehrer dort waren alle vom Fach und spielten gemeinsam mit ihren Schülern in Konzerten.

    Wie ich schon mal erwähnte, Elternhaus und Umfeld spielt eine wesentliche Rolle.
    Liebe Grüsse



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Uralt - 27.04.2006, 10:46


    Noch ein kleiner Beitrag zum Thema : Musiklehrer - Pädagogen oder freie Musiker ?
    Gestern abend erzählte mir der Sohn einer Freundin ( 11 Jahre )
    aus der Schule u.a. zeigte er mir eine Schülerzeitung, in der einige Lehrer vorstellt werden.
    Er zeigte u.a. auf seine Musiklehrerin - und ich bin aus allen Wolken gefallen. Es ist Georgina Kazungu, eine hier in Rheinland-Pfalz sehr bekannte Blues- und Jazz - Sängerin mit einer Wahnsinns-Power-Stimme. Und mit Pädagogik-Studium.

    Ach ja, Glück muß das Kind haben.

    Liebe Grüße
    Uralt



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    kaja - 27.04.2006, 11:48


    Uralt hat folgendes geschrieben: aber seit der Hoch-Zeit der Casting-Shows ist singen lernen "in den anderen Kreisen" schon fast zu Kult geworden. Ok, viele gehen 5 mal zum GL und wenn sie merken, dass man was tun muß, bleiben sie wieder weg. Aber wenn nur 5 % vom richtigen Gesangs-Virus infiziert werden, ist doch auch was gewonnen, oder ?
    Liebe grüße
    Uralt

    hallo uralt,

    teenies, die nur kurze zeit kommen, weil sie weder lust haben, stimmübungen zu machen und schon garnicht zuhause zu üben gibt es reichlich. und diejenigen, die "superstar" werden oder im "tonstudio" eines freundes eine cd aufnehmen wollen, sind kaum zu "infizieren", weil sie nicht wirklich lernen wollen und oft auch deshalb, weil sie diesen flachen plärrigen oder piepsig-hauchigen "sound" behalten wollen.

    aber es gibt auch viele junge leute, die vorher nur die aktuelle popmusik gehört haben und die auch toll finden, die aber, wenn man ihnen entsprechendes zum anhören gibt (also stücke, wo sie nicht gleich "iiiiiihhhh, klassik" denken können, sondern eher vermuten, daß es vielleicht ein etwas älterer italienischer popsong ist o.ä. :mrgreen: ) durchaus so nach und nach dazu kommen, auch klassik und oper und etwas anspruchsvollere u-musik gut zu finden. da werden manchmal sogar junge leute, die jahrelang in einer hardrock-band gesungen haben zu schubert-fans. :mrgreen:

    und daß ihre stimme besser klingt und mehr volumen bekommt (ohne sich bei u-musik klassisch anzuhören) finden sie dann auch sehr gut.

    man muß da allerdings bei den meisten sehr vorsichtig taktieren. aber dann geht es schon.

    deshalb versteh ich auch nicht, wieso viele musiklehrer im unterricht nur pop-musik per cd vorspielen, mit der begründung, für etwas anderes würden sich die schüler eh nicht interessieren.

    die schule ist doch nicht dazu da, daß die schüler dort genau das gleiche machen, was sie in der freizeit sowieso schon tun. dann könnte man sie gleich ganz abschaffen.

    die kinder und auch die jugendlichen sollen doch dort etwas neues lernen und kennenlernen. und ein lehrer, der es nicht versteht, die schüler für etwas neues zu interessieren, sollte besser den beruf wechseln.

    dann wären wirklich leute besser, die vielleicht nicht pädagogik studiert haben, aber ihre beruflichen kenntnisse und erfahrungen mit begeisterung weitergeben können und wollen und damit dann ihre schüler "infizieren" und so viel mehr erreichen als ein desinteressierter "diplom-lehrer".

    liebe grüße
    kaja



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Steven Grlscz - 04.05.2006, 15:19

    Klavier spielen UND Sport treiben MÜSSEN!
    Ein paar Sätze zu meiner eigenen „musikalischen Sozialisation“: klassischen Gesang habe ich beginnend mit dem Zeitpunkt meiner Zeugung erlebt, und parallel dazu fidelte fortwährend mein Vater auf seiner Geige. Er ist noch immer Orchestermusiker, wohingegen meine Mutter nur ein gutes Jahrzehnt als Opern- und Konzertsängerin aktiv war. Musik jedenfalls liegt in der Familie, zumal im mütterlichen Strang – das führte bei mir allerdings eher zu Abwehrreflexen als zur natürlichen Begeisterung für die Sache. Interessanterweise aber gibt es – nolens volens – dennoch viele passive Lern- und Bildungseffekte, wenn man in einem Musikantenhaushalt aufwächst: die Ohren werden geschult für Intonation wie Stil [auch wenn der von „klassischer Musik“ zutiefst angewiderte Jugendliche (also ich) keine Freude an der „Sache“ hatte – aber wie dem „Getön“ entkommen?]

    Interessanterweise musste ich übrigens Klavier spielen – und wenigstens eine Sportart einigermaßen ernsthaft betreiben. Beides kontrollierten meine Eltern ziemlich gewissenhaft! Damit will ich den Bogen zu Musencus’ Haltung zum Schulsport schlagen: wieso nur kommt man auf den – verzeih, Musencus – ausgesprochen dummen Gedanken, Sport und Musikunterricht gegeneinander ausspielen zu wollen? Haben da eigene schlechte Erfahrungen mit dem Schulsport eine Rolle gespielt oder liegt dieser Haltung ein bildungsbürgerlicher Dünkel zugrunde, der großzügig übersieht, dass Sport positive Auswirkungen auf Körper und Geist hat? Wir sind sofort d’accord, Musencus, wenn es um die Forderung des Pflichtfachs „Musik“ mit mindestens drei Wochenstunden geht – aber bitte nicht auf Kosten irgendeines anderen Fachs!



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    operissima - 06.05.2006, 23:58


    Hallo Steven,

    absolut d'accord bin ich mit dir! Super, dass Du da bist! Konnte musencus' Argumentation bez. Sport hier auch überhaupt nicht verstehen, Fliu war anfangs allein auf weiter Flur, aber sie hatte schon recht mit Herz-Kreislauf-Patienten etc. (von wegen Politiker-Sprachblasen, das kann man aus "medizinischer" erster Hand haben.. ich muss kein Extremsportler sein, viel geht auch durch Ernährung, ok, aber Bewegung ist einfach wichtig, wird jeder Arzt bestätigen), und ihre Argumentation war durchaus nachvollziehbar... bie vielen Kindern achten die Eltern nicht darauf, dass sie sich ausreichend bewegen, und hier hat die Schule ihren Auftrag - sei es jetzt ihr Bildungsauftrag oder wie auch immer man ihn nennen will - wahrzunehmen - freilich auch im Falle der Musik, bin ja auch einverstanden.

    Ihr scheint in Deutschland ein Überangebot an Sport und überhaupt kaum Musik an den Schulen zu haben, in Österreich ist das vielleicht doch etwas anders, würde ich sagen... war trotzdem ebenfalls entsetzt über Musencus' Aggressivität und die fadenscheinigen Argumente... Musik kann man nicht ohne Anleitung machen, Sport schon... ach ja??? Nicht wirklich, würde ich sagen, Fliu hatte schon recht: Spazierengehen kannst Du alleine, auch wenn Du kein Pele (= Fussballer :grin: ) bist, in der Badewanne singen kann ich ebenfalls, auch wenn ich keine Callas bin, einen Salto vorwärts würde ich völlig ohne Anleitung aber nicht unbedingt machen, genauso sollte ich ohne Anleitung (= Gesangsunterricht) in der Badewanne eher nicht die Brünnhilde oder die Tosca in Originaltonlage singen und vielleicht doch lieber bei "In meiner Badewanne bin ich Kapitän" bleiben... dann kriegen wir keine Bänder- bzw. Stimmbandzerrungen :grin: .. wobei meiner Meinung nach die unangeleitete Badewannen-Brünnhilde eher den Ohren anderer als sich selbst schadet, außer sie gibt wirklich jeden Tag den gesamten "Starke Scheite"-Schlussgesang zum Besten, dann sind wohl Knötchen vorprogrammiert... bei einem Salto o. Ä. ohne Anleitung dagegen...öhöm...

    Für nich gibt es zahlreiche Parallelen zwischen Musik und Sport... man braucht in ähnlicher Weise Zielstrebigkeit, Willen etc. , Körpergefühl... das weicht jetzt wohl schon zu sehr ab, aber es musste gesagt werden.

    Trotzdem versöhnliche Grüße

    operissima



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    musencusmuc - 08.05.2006, 15:02


    Werte Mitstreiter!
    Darüber, dass das Fach Musik unterbewertet ist, besteht ja Gott sei Dank Einigkeit. Die Maßstäbe, die bei dem Vergleich der Gewichtungen zwischen den angesprochenen Fächern angelegt werden, bleiben aber wohl verschieden.
    Egaaaal! Musik ist WICHTIG und sollte ganz dringend mit mehr Beachtung und Gewicht an deutschen Schulen belegt werden. Darin sind wir uns ja wohl einig und tatsächlich stellt sich die Frage WER kann WIE und MIT WEM Anstöße dafür geben, dass Musik wieder mehr Bedeutung im deutschen Schulsystem bekommt?! Die Verbände? (zB Deutscher Chorverband? Musikschullverband? Lehrerverband? Tonkünstlerverband? Komponistenverband?) Zumindest ist mir da herzhaft wenig bekannt geworden in den letzten Jahren, was in dieser Richtung gewirkt hätte ... Ich weiß es auch nicht. Was aber zu stimmen scheint: Eltern, die Musik an ihre Kinder vermitteln, haben bessere Chancen musikalisch interessierte Kinder zu haben. Wenn die Schulen das aber nicht leisten (können / wollen) müssen "private" Institutionen dafür sorgen, dass das Interesse geweckt ist / wird / bleibt. Also muss solchen Initiativen alles Interesse, alle Aufmerksamkeit und alle Unterstützung zuteil werden.
    Können wir uns darauf einigen?
    Gruß und Kuss, der allzeit versöhnliche musencus



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 09.07.2006, 12:13


    "Ich glaube, man müsste gar nicht entscheiden, wer unterrichten darf und wer nicht. Die FREIGABE für Musiker, die nicht Lehramt studiert haben, würde schon ausreichen."


    Hallo,

    interessante Diskussion, auch wenn ich nicht alles durchgelesen habe ;-)
    Ich habe übrigens als freiberufliche Sängerin/Gesangslehrerin hier in Bremen einige Jahre an allgemeinbildenen Schulen Gesang unterrichtet. (Genauer: Populargesang in Kleingruppen) Es gibt hier sog. Musikprofilschulen, sowie Sportprofilschulen. An den Musikprofilschulen gibt es also Nachmittags im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit an Instrumentalunterricht (Gitarre, Trompete, Schlagzeug, Keyboard usw, je nachdem) und Gesangsunterricht/Chor teilzunehmen. Das wurde von der Stadt bezuschusst und die SchülerInnen hatten einen kleinen Teil davon selber zu übernehmen.
    Alle LehrerInnen für diesen Bereich waren und sind meines Wissens, genau wie ich auch, freiberufliche MusikerInnen, die nicht auf Lehramt studiert haben. Ich habe zwar auch einen pädagogischen Beruf, das war aber keine Vorraussetzung für meine Einstellung.
    Wie es zur Zeit in Bremen läuft weiß ich nicht, da die Gelder bei der Stadt immer neu beantragt werden mussten und nie ganz sicher waren. Ich meine aber, da läuft schon noch so einiges. Es steht und fällt natürlich auch immer mit dem Engagement der hauptamtlichen (Musik)LehrerInnen an den Schulen, denn die müssen das ja organisieren, durchbringen, koordinieren und den Kontakt mit/zu den freiberuflichen Leuten halten. Wenn da jemand keine Lust mehr hat geht es leicht den Bach runter.

    Liebe Grüße,
    Chawa



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    LadyOfChaos - 21.09.2006, 12:15


    Ich hatte mich diesjahr für ein Lehramtstudium Musik beworben und hatte ein ganz nettes Pädagogisches Gespräch mit einem Professor geführt. Da ging es um die Frage, warum sollen die Kinder in der Schule Musikunterricht bekommen, bzw. warum sollen sie wissen was ein Konzerto Grosso ist oder ein Requiem.
    Es ist ja leider schon zu beobachten, dass mit der Zeit immer weniger Interesse besteht an "alter" Musik. Die Kids von heute haben nicht mehr wirklich Interesse daran.
    Mein Gesangslehrer, der seit ca. 1 Monat auch an einem Gymnasium Musik unterrichtet (ohne Lehramtstudium) meinte auch, dass es heut zu Tage keinen dort mehr interessiert, was "Romantik" (z.b.) ist.
    Und dadurch dass in den Schulen der Musikunterricht häufig gekürzt wird, wird es in Deutschland immer weniger "Kultur" im künstlerischen Sinne geben. Ganz abgesehen davon, dass es immer weniger Kinder in diesem Land gibt und im Klavierunterricht schon fast mehr Senioren sitzen, als Jugendliche.
    Ich weiß nicht ob es etwas mit Abstumpfung zu tun hat, der durch den ganzen Schwall an Medien und schnell produzierter "Bohlen-Musik" zu tun hat, von der niemand wirklich wissen will, was da drin steckt.
    Ich weiß auch nciht, ob der Sportunterricht eine Kunkurrenz zum Musikunterricht darstellt, denn theoretisch kann man sich auch gut mit beidem beschäftigen, es sei denn man bekommt in allen anderen Fächern noch einen riesen Berg an Hausaufgaben, dass man fürs Musik machen keinen Nerv mehr hat.
    Also ich bin erst 1,5 Jahre aus der Schule raus und hatte dadurch dass ich viel Musik machte auch nicht die besten Noten, weil ich mir nicht so viel Zeit zum Lernen genommen habe. Habe ja schließlich 4 Instrumente gespielt und gesungen. Ich hatte also auch fast jeden Tag privat Musikunterricht... Da war für Hausaufgaben nicht soo viel Zeit. :kaffee

    Und den Sportunterricht habe ich gehasst, weil ich dort dazu mehr oder weniger gezwungen wurde Sachen zu machen, mit denen ich wirklich überfordert war und wo mein Puls so dermaßen in die Höhe schoss, dass ich irgendwann am Boden lag und mir total schwarz vor Augen war... :n30:

    Aber es ist ja leider so, dass bei einem Lehramtstudent kein Pädagogik auf dem Plan steht sondern nur allgem. Erziehungswissenschaft.

    Wie sich das wohl alles entwickeln wird..... :n27:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 18.11.2006, 17:15


    :lol

    Ich fass es nicht.

    Wie kann man so dermassen borniert an das Thema Schule und Pflichtfach im Zusammenhang mit den künstlerischen Fächern herangehen.
    Und vor allem im nicht immer korrekten Zusammenhang.
    Soweit ich weiss, ist Musik ein Fach, dass man erst ab der 9ten Klasse abwählen kann/konnte ( sollten sich die Dinge geändert haben so möge mir man das verzeihen ). Sport is da nichts anderes.

    Die oberste Maxime beider "Fächer" sollte meiner Meinung die Leidenschaft sein. Ich greife also nur indirekt in die vorangehende Diskussion ein, wenn ich behaupte, dass leider nur ditaktisch darüber philosophiert wird, ob das eine oder das andere an Bedeutung gewinnt/verliert. Wie kann man also hergehen und junge Menschen dazu verdonnern, etwas zu lernen, was vielleicht garnicht in ihrem Interessenbereich liegt ( damit ist ein Aufgabengebiet gemeint, dass nicht unbedingt dazu beiträgt, im Leben und Beruf voranzukommen ), und somit der Grundlage Leidenschaft vollends entbehrt. Es ist ja nun nicht so, als das die Musik als "Fach" in der Schule nicht vorkommt, also sollte man wenn überhaupt lieber darüber diskutieren und Wege finden, wie es den Lehrern möglich wird, und das unabhängig davon, welches Fach es ist, eine Begeisterung dafür hervorzubringen.

    Da Schule meist unweigerlich mit Bildung und die wiederum mit Allgemeinbildung gleichgesetzt wird, so kann man mir wohl auch ein Mangel an Allgemeinbildung unterstellen, obwohl ich 13 Jahre in die Schule gegangen bin, da ich keine Noten mehr lesen kann.

    Wenn es denn möglich wird, dass die Schüler wieder mit Begeisterung an ein solch abgrundtief geiles Fach wie Musik geführt werden könnten, oder besser gesagt, aufgezeigt wird wie geil es sein kann, dann wird auch unweigerlich nicht passieren, dass die Inhalte mangels Interesse nachhaltig in Vergessenheit geraten. Zu dem kommt noch hinzu, dass wenn die Leidenschaft geweckt wird, der eigentlich wichtige Motivator ensteht. Mit ein wenig Glück und viel Arbeit wird daraus ein Perpetuum Mobile siehe Bsp Steven!

    Es kommt mir echt die Galle hoch, wenn immer und gerade in den Bereichen wie Musik, darüber diskutiert wird, was , wie , wo , wann notwendig und dann auch Zwang werden muss.

    Das is genau dasselbe gesellschaftliche Übel wie das Beispiel mit der Religion.
    Wenn man nicht den Glauben an ein solches hat ( unerheblich der Art der Religion) , ist es da nicht ein wenig sinnfrei über Psalme im Unterricht zu sprechen, und wenn man das macht, wo zieht man die Grenzen.

    Wir leben einfach nicht mehr in einer Situation die unabdingbar den Gesetzen der eigenen Nation zu Grunde liegt. Wenn dem einer Glauben schenkt, so muss ich einfach mal behaupten, er hat die letzten 50 Jahre verschlafen.

    Interessant ist aber auch wiederum, dass das schulische Fach Musik in den Augen derer, die es zum Pflichtfach machen wollen, sich mit einer selbstverständlichen Arroganz und vor allem Ignoranz der neuen Musik, oder der fremdländischen verschliesst.

    Meine Lieben,
    Musik ist ein Sammelbegriff! Egal wie der eine oder der andere es verstehen will oder gar mangels Perspektive zu erkennen mag.
    Das schulische Fach Musik ordnet sich allerdings ausschliesslich der klassischen Musik unter, und versucht ( oha alle Achtung ) auch mal einen Elvis mit einzubauen.
    Der Sammelbegriff Musik is dermassen eingesteift, dass wenn man einen Schüler fragen würde, was sie lernen und er/sie unter Schule und Musik versteht würde er/sie wahrscheinlich sagen : " Mozart und so ein Kram".
    Voll ätzend wenn sie mich fragen!"

    Musik ist Musik und nicht gleich KLassik!

    Um jemanden die theoretischen musischen Hintergründe, sprich Musiktheorie lehren zu wollen, sollte man auch in der Lage sein, zumindest das Fach Musik den Schülern anzupassen. Warum fragt eig nicht ein Lehrer die Klassen, was sie gerne hören? Warum interessiert es den Lehrer nicht? Kann er nicht anhand einer sagen wir Christina Aqul.... kA wie das geschrieben wird...... aufzeigen was Noten sind, oder was nen Takt ist, oder was ne Phrase, was ein Thema ist. Wenn man die ersten Brücken geschlagen hat kann man die klassischen Bezüge aufzeigen, denn die sind heutzutage niemanden mehr bewusst. Und siehe da?!!
    Boah, das wusste ich nicht, dass die deswegen so ihre Musik macht.
    Faszination kann sich endlich breit machen.
    Es wird aufdiktiert und korrigiert, aber niemal demokratisch mit denen, die es lernen sollen, abgestimmt. Sicherlich werden dadurch nicht alle Probleme beseitigt, der eine hört Techno der andere Metal, ja und???
    Man sucht die goldene Mitte, die wohl keiner hier in Deutschland findet.
    Warum? Ganz einfach! Die Arroganz ist der Schlüssel.

    Nehme ich nun wieder das Thema mal allgemein, und sehe den Begriff Bildungstandard und Pisa-Studie, so frage ich mich echt wie man an den Tatsachen immer noch derart rühren kann, und nicht mal anfängt sich die guten DInge der anderen abzuschauen.

    Thema Schulen:

    Ich kann nicht Bundesweit sprechen, aber wir haben in Siegen 5 gute Gymnasien. Unser Orchester war TOP, und der Lehrer war auch TOP.
    Da es nicht meine Art von Musik war, hab ich nun 16 Jahre gebraucht, mich der Klassik zuzuwenden, und denke auch, dass ich heute weit aus besser versteh als wie damals.


    :schlaumeier:



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 18.11.2006, 20:34


    Mutzel, dein Beitrag ist sehr subjektiv und daher auch nur zum Teil zutreffend. So wurde an meiner Schule z.B. durchaus auch Popmusik gelehrt. Und ob sich ein Lehrer dafür interessiert, was seine Schüler gerne hören, hängt einzig und allein von seiner Person ab, daraus kann man nichts Allgemeingültiges ableiten.



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 18.11.2006, 20:49


    Mag sein, dass ich mich Anhand der stürmischen Beiträge dazu hab verleiten lassen, ein wenig zu übertreiben und das subjektiv zu verstehen.

    Wenn du es eng siehst, hat eig jeder aus dem Nähkastchen geplaudert, und ich wollte eigentlich mit dem was ich geschrieben habe provokant 1tens eine neue Sichtweise diesbezüglich und 2tens einen krassen Gegenteil zu dem präsentieren, was da doch sehr ditaktisch und unfreiwillig komisch klang.

    Wenn meine tiefgründiger Hintergrund dabei in den Hintergrund oder vielleicht auch unter gegangen sein sollte, möcht ich dies doch dann klären.

    Hauptanliegen waren : Leidenschaft, Begeisterung, Eigenmotivation und evtl der Aufruf, tradierte Vorstellung und Doktrinen mal beiseite zu schieben, und
    sollte Schule ( auch wenn ich subjektiv klinge ) mehr auf die Schüler eingehen.

    SO ,

    Prosecco`?

    Gruss
    Sascha



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Fliu - 18.11.2006, 22:15


    Ich habe deine Anliegen durchaus verstanden ;-) Aber die sind ja zum Teil schon verwirklicht, deshalb mein Einwand, dass das sehr subjektiv ist. Denn ALLEN Schulen/Musiklehrern all diese Dinge zu unterstellen, nur weil du sie so erlebt hast, wirkt ein wenig seltsam :mrgreen
    Aber egal. Ok, Prosecco ;-)



    Re: Forderungskatalog zur besseren Ausbildung

    Anonymous - 19.11.2006, 00:36


    HEY, ne ne, ich fands nur so schön hitzig und da wollt ich mitmachen :)
    Aber eig wollt ich das ja so garnicht ausdrücken.
    Mein Beitrag sollte nur der Gegensatz zu den anderen von diesen Sporttypen sein deren Einsätz echt bissi fragwürdig sínd. Sonst nischt...

    Na OK! OK! OK! OK!, ich geb mich ja geschlagen........ ne hier wird man aber einer strenger Zensur unterzogen........

    AUf dich werd ich wohl nen Auge werfen müssen, sonst werd ich nur noch in die schranken gewiesen.. NEHÄ so jet dat aber nischt junge Dame

    du :n125: !!!



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