Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

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    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    Tokra - 28.04.2006, 10:04

    Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf
    In Thüringen gab es eine Sperre gegen die Spieler zweier Schachvereine, weil ein Mannschaftskampf vorher telefonisch abgesprochen wurde und am Spieltag kein Spieler im Spiellokal war. Ich habe die Spielleiterentscheidung hier hineinkopiert. Gefunden habe ich dies auf der Seite www.deep-chess.de

    THÜRINGER SCHACHBUND e.V.
    - Landesspielleiter -
    Bernd Mißbach, Dornburger Straße 141, 07743 Jena
    Entscheidung nach Abschluß der erneuten Untersuchung
    des Wettkampfes SV Empor Erfurt gegen SC Suhl
    wegen telefonischer Ergebnisabsprache
    Landesspielleiter: Bernd Mißbach, Dornburger Straße 141, 07743 Jena (d) 03641/205555 (p) 03641/421150
    (d) 03641/205551 E-Mail: bernd.miszbach@bw.fh-jena.de
    Sachverhalt
    Nach einer Anfrage vom Mannschaftsleiter des SV Jenapharm Jena Schachfreund Peter Steinmetzer
    überprüfte der Staffelleiter Schachfreund Bernd Feldmann durch Anfragen an die betreffenden
    Mannschaftsführer Schachfreund Axel Berghof und Schachfreund Stephan Sieber wann und wo der
    Wettkampf stattgefunden hat. Aufgrund der ihm nicht gegebenen Informationen und eines Telefonates mit
    dem Schachfreund Stefan Koch ( sinngemäßer Inhalt: „Was wäre wenn beide Mannschaften zugeben
    würden, das der Wettkampf am Telefon abgesprochen wurde ?“ ) kam SF Bernd Feldmann zur
    Feststellung, das der Wettkampf zwischen den Mannschaftsleitern telefonisch abgesprochen wurde. In
    seiner Entscheidung, den Ausgang Wettkampfes wie gemeldet mit dem Ergebnis von 4:4 zu belassen,
    verweist SF Bernd Feldmann darauf, das er in der TO des ThSB nichts finden konnte, was eine
    telefonische Ergebnisabsprache verbietet. Gegen diese Entscheidung hat der SV Jenapharm Jena Protest
    bei mir eingereicht. In einem Schreiben an den Protestführer, Schachfreund Peter Steinmetzer, habe ich die
    bereits durch mich angelaufene Untersuchung in der gleichen Sache erwähnt, wodurch dieser Protest durch
    diese Untersuchung quasi mitbearbeitet wird.
    Untersuchung des Landesspielleiters
    Gegen diese Entscheidung des Staffelleiters richtet sich die erneute Untersuchung durch mich als
    Landesspielleiter. Denn die TO des ThSB muß nicht geändert bzw. erweitert werden, um den groben
    Verstoß gegen die TO selbst und die Unsportlichkeit der telefonischen Ergebnisabsprache zu verbieten
    bzw. zu bestrafen.
    Stellungnahmen
    Mir lagen zur Beurteilung des Sachverhaltes folgende Unterlagen vor:
    Ergebnismeldung des Wettkampfes durch SF Stephan Sieber via E-Mail an den Staffelleiter (05.02.06)
    Schreiben an die Mannschaftsführer SF Axel Berghof und SF Stephan Sieber via E-Mail (09.03.06)
    Antwortschreiben der beiden Mannschaftsführer an den Staffelleiter via E-Mail
    Weiteres Antwortschreiben des SF Stephan Sieber an den Staffelleiter via E-Mail
    Bericht des Staffelleiters 7. Spieltag Thüringenliga via E-Mail (27.03.06)
    Schreiben des SF Bernd Mißbach an die Mannschaftsführer via E-Mail (31.03.06; 11:32)
    Antwortschreiben des SF Stephan Sieber an den SF Bernd Mißbach via E-Mail (31.03.06; 14:21)
    Spielberichtsbogen von SC Suhl gesendet an SF Bernd Mißbach (Poststempel vom 31.03.2006)
    Spielberichtsbogen von SV Empor Erfurt gesendet an SF Bernd Mißbach (Poststempel vom 02.04.2006)
    Antwortschreiben des SF Axel Berghof an den SF Bernd Mißbach via E-Mail (02.04.06; 17:40)
    Geschäftsstelle des Thüringer Schachbundes e.V. Nettelbeckufer 51, 99089 Erfurt /FAX 0361/7316821
    Bankverbindung: Commerzbank Erfurt Kontonummer: 1312248 BLZ: 820 400 00
    Geschäftsstelle des Thüringer Schachbundes e.V. Nettelbeckufer 51, 99089 Erfurt /FAX 0361/7316821
    Bankverbindung: Commerzbank Erfurt Kontonummer: 1312248 BLZ: 820 400 00
    Stellungnahme des Staffelleiters SF Bernd Feldmann via E-Mail (02.04.06; 19:14)
    Schreiben an den Schachfreund Stefan Koch via E-Mail (04.04.06)
    Einschreiben Einwurf an alle 16 beteiligten Schachsportler mit frankiertem Antwortumschlag (06.04.06)
    Schreiben von SF Peter Horatschek an den SF Bernd Mißbach (12.04.06)
    Antwort (mündlich) eines Schachfreundes der SG Frankenhain/Geschwenda 2 (20.04.06)
    Entscheidung
    Die Entscheidung des Staffelleiters SF Bernd Feldmann ist grundsätzlich falsch und wird komplett
    aufgehoben. Es ergeht durch mich folgende neue Entscheidung:
    a) Der Wettkampf wird mit dem Ergebnis 0:0 bewertet. Beide Mannschaften erhalten 0 Mannschafts-
    und 0 Brettpunkte.
    b) Beide Mannschaften werden mit einer Ordnungsgebühr von jeweils 100,00 EUR belegt. Diese ist
    2 Wochen nach der Veröffentlichung dieser Entscheidung in der Rochade 06/2006 auf das Konto
    des ThSB zu überweisen..
    c) Nachfolgend genannte Schachfreunde erhalten ab dem 04.09.2006 für alle
    Mannschaftsmeisterschaften, für die eine Spielberechtigung des ThSB erforderlich ist, eine
    Spielsperre von jeweils 4 Monaten.
    Schachfreund Michael Recknagel
    Schachfreund Jörg Silberschlag
    Schachfreund Axel Berghof
    Schachfreund Wolfgang Feld-Gerdes
    Schachfreund Thomas Von Nordheim
    Schachfreund Stefan Koch
    Schachfreund Ulli Albrecht
    Schachfreund Andre Eichelmann
    Schachfreund Thomas Hänsel
    Schachfreund Daniel Fötsch
    Schachfreund Stephan Sieber
    Schachfreund Heiko Zschiedrich
    Schachfreund Jens Buckan
    Schachfreund Sergej Rudnizki
    Schachfreund Dr. Hilger Wiemers
    Schachfreund Joachim Franz
    d) Die Protestgebühr von 50,00 EUR wird an den SV Jenapharm Jena zurückgezahlt.
    Begründung
    Zuerst hatte ich von der Sache her zu überprüfen, ob der Staffelleiter zurecht von der Tatsache
    ausgegangen ist, das das Ergebnis telefonisch abgesprochen worden ist. Dazu habe ich zunächst von den
    beiden Mannschaftsführern die Spielberichtsbögen und später von allen beteiligten Schachfreunden
    Stellungnahmen eingefordert. Bis auf die Spielberichtsbögen habe ich keine weiteren Antworten erhalten.
    Nach der Befragung eines Schachfreundes, welcher am 05.02.2006 im Spiellokal des SV Empor Erfurt
    beim Wettkampf SV Empor Erfurt 3 gegen SG Frankenhain/Geschwenda 2 anwesend war, ist
    festzustellen, das der Wettkampf SV Empor Erfurt gegen SC Suhl, wie bereits vom Staffelleiter in seiner
    Niederschrift vorgetragen, telefonisch abgesprochen worden ist.
    a) Wertung des Wettkampfes mit dem Ergebnis von 0:0
    Entspechend der TO des ThSB Ziff. 24 erfolgt dieser Entscheidungsteil
    b) Ordnungsgebühr von jeweils 100,00 EUR
    Entsprechend der TO des ThSB Ziff. 24 und TO des ThSB Gebühren und Vergütung Strafgelder erfolgt
    dieser Entscheidungsteil
    c) Spielsperre von 4 Monaten ab dem 04.09.2006 für alle beteiligten Spieler
    Geschäftsstelle des Thüringer Schachbundes e.V. Nettelbeckufer 51, 99089 Erfurt /FAX 0361/7316821
    Bankverbindung: Commerzbank Erfurt Kontonummer: 1312248 BLZ: 820 400 00
    Entsprechend der TO des ThSB Ziff 44 erfolgt dieser Entscheidungsteil
    Verstoß in grober Weise gegen die TO des ThSB
    Eine telefonische Ergebnisabsprache verstößt grob gegen folgende Ziffern der TO des ThSB bzw den
    Einführungsatz FIDE-Schachregeln:
    TO;Ziffer 9; letzter Satz: „Es müssen mindestens 4 Spieler einer Mannschaft antreten:“
    TO;Ziffer 40; 1. Satz:„Die Spielregeln des Weltschachbundes (FIDE) bilden einen Bestandteil dieser TO
    und sind grundsätzlich dann anzuwenden, wenn diese TO nichts anderes vorsieht.“
    TO;Ziffer 40; 2. bis 4. Satz
    TO;Ziffer 40; letzter Absatz
    FIDE; 1. Satz: „Die FIDE Schachregeln gelten für das Spielen am Brett.“
    Unsportliches Verhalten
    Eine telefonische Ergebnisabsprache ist unsportlich wegen:
    Des Betruges an der DWZ-Auswertung, da in dieser Auswertung nur die nach den FIDE-Schachregeln
    gespielten Partien berücksichtigt werden.
    Des Betruges an den Mitgliedern der Thüringer Spielkommission, welche Ihre Freizeit opfern, um
    gemeinsam einen Terminplan für alle Vereine zu finden.
    Des Betruges an den Mannschaften, welche gegen rangniedere Mannschaften ( z.B. 2. oder 3.) spielen.
    Denn eventuell hätte ja eine dieser rangniederen Mannschaften einen Ersatzspieler an die obere(n)
    Mannschaft(en) abgeben müssen und wäre(n) daher selbst geschwächt.
    Rechtsmittelbelehrung
    Gegen diese Entscheidung kann gemäß der TO des ThSB Ziff. 55 Beschwerde beim Schiedsgericht
    eingereicht werden. Es ist dabei nach der Schieds- und Verfahrensordnung (SVO) des ThSB zu verfahren.
    Als Fristbeginn ist die Veröffentlichung in der Rochade 06/2006 festgesetzt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Mißbach
    Landesspielleiter des ThSB
    Verteiler:
    Mannschaftsleiter SV Empor Erfurt Schachfreund Stephan Sieber
    Mannschaftsleiter SC Suhl Schachfreund Axel Berghof
    Mannschaftsleiter SV Jenapharm Jena Schachfreund Peter Steinmetzer
    Staffelleiter Thüringenliga Schachfreund Bernd Feldmann
    Alle Präsidiumsmitglieder



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    Moppel - 01.05.2006, 13:45


    Heftig, heftig. Sollte man sich für die Zukunft Gedanken machen, wie Spielverschiebungen gehandhabt werden :wink:

    Oder als Vorgabe zur neuen Saison festlegen (frei nach Premiere)

    Alle Spiele, alle Punkte .



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    teajay - 01.05.2006, 16:55


    SK Ickern III hat uns am letzten Spieltag auch ein 4:4 angeboten - ein Unding.

    Mein Vorschlag wäre: Eine Mannschaft muß ja mit dem 4:4 anbieten anfangen. Wenn die andere Mannschaft nicht einverstanden ist, hat sie automatisch 8:0 gewonnen. Leider ist das 4:4 Angebot schwer zu beweisen, Ausage gegen Aussage.
    Wenn man keine Lust zu spielen hat, warum bietet man dann eine 4:4 an , und kein 2:6 oder gar ein 0:8 ?



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    RSGFan - 03.05.2006, 13:22


    Hi TJ, wie würdest du ein 4:4 Angebot werten, wenn nach 4 Stunden noch 4 Partien beim Stand von 2:2 laufen, die alle einigermaßen ausgeglichen sind, aber kein einzelner sich traut vorzupreschen, weil der Kampf ja noch kippen könnte. Die Situation gibt es immer wieder. Das hat noch nie einer als Absprache angesehen und gehört irgendwie zu Mannscahftskämpfen dazu.



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    teajay - 04.05.2006, 00:39


    In dem Fall wurden ja 4 Kämpfe komplett ausgetragen und die anderen 4 Kämpfe sind noch im Gange. Wenn die Spieler nichts dagegen haben,ok.

    Ich wurde leider schon zweimal Opfer dieses Mannschafts-4:4. Hatte zweimal eine gewonnene Stellung auf dem Brett und dann hieß es Remis. - Nun weiss ich , das ich das Remis nicht hätte annehmen brauchen. Jeder ist für seine Partie selbst verantwortlich.

    Ansonsten halte ich nicht viel von 4:4 . Mein Vorschlag : Abschaffen des Remis. Berliner-Wertung bzw. am Ende ausblitzen wären eine Lösung. Erfreuliche Nebenwirkung : Alle Spieler bleiben bis der Mannschaftskampf entschieden ist.



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    Tokra - 04.05.2006, 08:40


    Natürlich ist jeder für seine Partie selbst verantwortlich. Zwingen kann dich natürlich keiner, ein Remis auf Drängen des Mannschaftsführers oder der Teamkollegen zu vereinbaren.

    Bei Mannschaftskämpfen muss man aber leider hin und wieder zum Wohle der Mannschaft ein Partie remis geben oder auf Sieg spielen, wenn die Stellung kaum noch etwas hergibt. Das Interesse der Mannschaft geht hier eindeutig vor.



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    teajay - 04.05.2006, 09:03


    Ein 4:4 wird ja meistens in völlig unwichtigen Mannschaftskämpfen vereinbart. Wo liegt da das Interesse der Mannschaft?

    Gibt es überhaupt bekannte Fälle ( ausser bei der 04ten) wo mal eine Niederlage vereinbart wurde ?



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    nullvierer - 04.05.2006, 12:16


    es wurde keine Niederlage vereinbart!! :twisted:
    Das ist ein Huhnisches Ammenmärchen!!

    Wir sind mit allen vorhandenen Leuten angetreten und haben ehrlich auf den Sack gekriegt.
    Da vorher aber bekannt war, dass einige Peoples ausfallen und zudem die Schalker gerne nach Schalke gefahren wären, stellte sich natürlich die Frage ob wir uns das antun.

    Letztlich verzichteten die Schalker auf Schalke und haben sich mit 5-6 Leuten umhauen lassen.
    Damalige Aufstellung meines Wissens:
    OJ, Ich, Huhn, Charles, Eb, Mel.
    Der Rest war krank (Cat), hatte einen Todesfall (GD) o.ä.

    Alles andere ist eine bösartige Unterstellung, wegen der ich Huhnigen schon mehrfach in den Käfig sperren wollte!



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    Huhnigen - 05.05.2006, 14:24


    Hallo Leute

    Um es einfürallemal klarzustellen

    :!: ES WURDE KEINE NIEDERLAGE VEREINBART :!:

    :!: Es SOLLTE aber eine Vereinbart werden weill wir keine acht Leute hatten,dieser Gedanke wurde erst nach MASSIEVSTEN Protesten von Olli und mir verworfen :!:

    Die Schalker haben gespielt, was ich ihnen hoch anrechne, und die anderen waren mit guten gründen entschuldigt :!:

    Ich hoffe die sache ist damit entgültig erledigt,weil ich echt keinen Bock mehr auf solch olle Kamellen habe, ich glaube wir haben andere und wichtigere Sorgen als solche Sachen die schon drei Jahre zurückliegen :!:

    :!: PROST :!:



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    nullvierer - 05.05.2006, 15:15


    sag ich doch :lol:
    Dann bis heute Abend bzw morgen 8)



    Re: Telefonisch abgesprochener Mannschaftskampf

    Huhnigen - 05.05.2006, 16:03


    Dann verstehe ich nicht ganz was das mit der "boshaften Unterstellung" soll. Was anderes habe ich noch Olli jemals behaubtet :!:



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