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Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 03.01.2009, 18:22(Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Okay, ich hab mir gedacht, ich versuchs auch mal mit einer meiner Stories ... :wink:
Ich brauch unbedingt konstruktive Kritik, und da ihr mich ja alle net persönlich kennt, könnt ihr mir die nur so um die Ohren pfeffern :) - ich bitte übrigens darum!!!
:steinigung:
Ne, ernsthaft, das wär mir ne große Hilfe, zu wissen, was ihr denkt ... :ja:
Oke, genug geschwafelt :blah: , ich geb euch zu Anfang mal ne Übersicht über die Kapitel, die ich schon hab, dann könnt ihr euch nen Überblick verschaffen ...
Also:
1. Prolog
2. Alte Ängste und eine neue Bekanntschaft
3. Verloren
4. Der Fremde
5. Turbulenzen
6. Onyx
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 03.01.2009, 18:27
Also hier der Anfang:
Prolog
Er musste hier weg. Weg von hier, von ihr, von allem. Er drehte sich um und rannte – so schnell wie die Gedanken in seinem Kopf rasten; sie jagten einander und ließen sich doch nicht einfangen. Er lief, stolperte, fing sich wieder und rannte weiter. Sein Puls ging so schnell wie sein keuchender Atem, seine Beine schmerzten, weil sie nicht genügend Sauerstoff bekamen, doch er hatte einen eisernen Willen.
Er kämpfte weiter, kämpfte gegen die Müdigkeit und das Verlangen, sich einfach fallen zu lassen und aufzugeben. Er rannte, als sei eine Horde hungriger Wölfe hinter ihm her. Doch nach einer Weile wurde das Adrenalin, das durch seine Adern pulsierte, weniger, und seine Beine gaben nach. Er schlug der Länge nach auf dem Boden auf, drehte sich keuchend auf den Rücken und ließ seine Arme schlaff zur Seite fallen. Einige Minuten lauschte er seinem sich langsam beruhigenden Atem.
Der Himmel über ihm war grau und von Osten zogen tiefschwarze Gewitterwolken herüber. Er schloss die Augen und bald spürte er die ersten Regentropfen auf sein schweißüberströmtes Gesicht fallen. Mit der Hand wischte er sie weg. Seine Finger zitterten. In seinem Kopf drehte sich alles, doch ganz plötzlich sprang er wieder auf und zwang seine Beine, ihn weiter zu tragen. Er schleppte seinen zitternden Körper weiter und nach einer Zeit gelang es ihm sogar, erneut zu rennen.
Er war auf der Flucht. Vor sich selbst. Vor seiner Vergangenheit. Vor seinem Fehler.
Der Regen vermischte sich mit seinen Tränen.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
gänseblümchen - 03.01.2009, 18:30
Das ist voll gut!!! würd gern wissen, wie es weiter geht!!! :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 03.01.2009, 18:36
Naja, gut, ich schick noch den ersten Teil vom ersten Kapitel hinterher 8)
Alte Ängste und eine neue Bekanntschaft
Warmes, orangefarbenes Licht drang aus den Fenstern des Cafes auf die Straße und warf helle Flecken auf den dunklen Bordstein. Man konnte die Bässe der Musik hören, die aus den großen Lautsprecherboxen im Innern dröhnte. Ein lauer Abend-wind fuhr den drei Mädchen, die auf den Eingang des Cafes zugingen, durch die leichten Sommerjacken. Man merkt, dass es langsam Herbst wird, dachte Celina fröstelnd. Sie stieß die Tür auf und die drei Mädchen traten ein.
„Ich muss euch dringend was erzählen“, stieß Celina hervor, kaum dass sie sich an einen der kleinen runden Tische gesetzt hatten.
Maren und Chrissy sahen sie besorgt an.
„Was ist denn los mit dir?“, fragte Maren. „Den ganzen Tag bist du schon so neben der Kappe.“
„Ist was passiert?“, fügte Chrissy hinzu und man hörte ihrer Stimme an, dass sie gegen ihre Neugier kämpfte.
Celina seufzte und sah auf ihre Hände, die nervös mit einem Bierdeckel spielten. Ob etwas passiert war? Sie wusste es nicht einmal. Es war nur ein Verdacht, der sie aber schon so in Angst und Schrecken versetzte, dass sie nur hoffen konnte, dass er sich nicht als wahr herausstellen und sie damit zu einem psychischen Wrack machen würde. Sie setzte an, etwas zu sagen, doch bevor sie den Mund öffnen konnte, wurde sie von der Kellnerin unterbrochen.
„Kann ich euch was bringen?“, fragte sie etwas atemlos. Sie war gestresst und sehnte den Feierabend herbei, denn das Cafe war ein beliebter Schülertreff und gerade freitagabends voll besetzt.
Drei Tische weiter entdeckte Celina Max, doch heute konnte sie das nicht in die gewöhnliche Aufregung versetzen. Heute gab es Wichtigeres.
Maren und Chrissy wandten sich der jungen Frau zu, die sich eine ihrer Haarstränen hinters Ohr strich und dabei abwartend mit einem Fuß im Takt der rockigen Musik auf den Boden tippte.
„Ich hätte gern ein Weizen, bitte“, sagte Chrissy mit ihrer mädchenhaften Stimme. Maren bestellte dasselbe. Nun war Celina an der Reihe. Die Kellnerin sah sie fragend an. Sie versuchte, sich auf die Getränkekarte zu konzentrieren, die vor ihr in dem kleinen silbernen Kartenständer steckte. Heute brauchte sie mehr als ein billiges Weizen.
„Einen Caipirinha, bitte“, sagte sie. Die Frau konnte ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Wenn man auf etwas wartete, zog sich wirklich alles in die Länge.
„Kann ich bitte deinen Ausweis sehen?“, fragte sie und ihr bisher mühsam aufrecht erhaltenes Lächeln glitt von ihrem Gesicht.
„Klar“, murmelte Celina, verwundert weil die anderen beiden ihre nicht hatten zeigen müssen. Sie fummelte in ihrer Handtasche herum, förderte ihr Portemonnaie zutage, klappte es auf und hielt es der Kellnerin unter die Nase.
„Da.“ Sie deutete auf ihr Geburtsdatum.
Die Frau schüttelte genervt den Kopf. Man konnte ihr deutlich ansehen, dass sie sich ganz weit wegwünschte.
„Tut mir leid, aber die Cocktails sind neuerdings ab achtzehn.“
„Meine Güte“, – Celina verlor die Geduld – , „ich bin fast achtzehn, also stellen Sie sich doch nicht so an.“
„Entschuldige mal“, meckerte die Frau, „ich mache auch nur meinen Job! Willst du jetzt ...?“
„Sie nimmt auch ein Weizen“, unterbrach Maren sie und lächelte die Kellnerin freundlich an. Die nickte nur grimmig, machte sich eine Notiz auf ihrem Block und eilte davon.
„Mensch, Celina“, murmelte Chrissy, „du bist doch sonst nicht so gereizt. Was ist denn los?“
Sie stöhnte auf. „Mann! Ich bin echt fertig, okay?“, fauchte sie ihre Freundinnen an.
Maren legte die Hand auf ihren Arm. „Komm, jetzt erzähl schon. Wir wollen dir doch nur helfen. Und außerdem platzen wir vor Neugier.“
Celina blickte in die beiden erwartungsvollen Gesichter. „Okay“, murmelte sie und versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, „also von vorne ...“ Die Mädchen bedeuteten ihr mit gespannten Blicken, dass sie beginnen sollte. „Ich hab euch doch erzählt, dass meine Mutter letztens krank war, oder?“
„Äh ... wann war das noch mal?“, fragte Chrissy verlegen.
„Als Celina nicht mit uns ins Kino konnte, weil sie den Abwasch machen musste und so“, erinnerte Maren sie.
„Genau“, sagte Celina, „meiner Mutter war so übel, dass sie mich tatsächlich dazu gezwungen hat, den Haushalt zu schmeißen. Als ob ich dafür zuständig wäre. Aber egal, jedenfalls hängt sie seit ein paar Tagen jeden Morgen über der Kloschüssel und – jetzt kommt das Beste – heute morgen habe ich die Schachtel von einem Schwangerschaftstest im Mülleimer gefunden.“ Sie warf ihnen einen eindringlichen Blick zu. „Einem Schwangerschaftstest!!“, wiederholte sie, um das Ganze zu betonen. Die beiden anderen sahen sie erschrocken an.
„Was?“, fragte Maren, die als Erste die Sprache wieder fand. „Willst du damit sagen, dass ...?“ Sie ließ den Satz unbeendet, doch Chrissy führte ihn unnötigerweise leise fort.
„... Stephanie schwanger ist“, murmelte sie und schüttelte verwirrt den Kopf. „Von Raphael?“, fragte sie.
Celina sah sie an, als hätte Chrissy ihr eben erklärt, dass eins und eins nicht zwei seien. „Von wem denn sonst? – Natürlich von Raphael!“, rief sie und es versetzte ihr einen Stich, wie immer, wenn sie daran erinnert wurde, dass ihr Vater tot war und ihre Mutter einen neuen Mann hatte.
„Ach so, ja, klar“, sagte Chrissy kleinlaut und fing auch von Maren einen ärgerlichen Blick auf.
„Moment“, überlegte Maren, „das heißt aber doch noch nicht, dass sie wirklich schwanger ist, oder? Erstens war es doch nur die Schachtel und kein positiver Test und zweitens ist sie doch eigentlich schon fast zu alt, um Kinder zu kriegen oder?“
„Na ja, nur fast“, seufzte Celina unglücklich. „Sie ist 37. Ich hab mal im Internet geguckt und da steht, dass heutzutage 10% der Neugeborenen Eltern über 35 haben. Eigentlich dumm, wer will denn schon so alte Eltern haben?“
„Die Kinder können es sich ja leider nicht aussuchen ...“
„Mal ne ganz andere Frage“, mischte sich Chrissy ein. „Falls sie wirklich schwanger sein sollte, meinst du, sie will das Kind bekommen?“
Celina zuckte resigniert die Achseln. „Wahrscheinlich schon. Du weißt doch, wie romantisch sie ist. Außerdem malt sie sich wahrscheinlich schon aus, wie eine Mischung aus einem schwarzhaarigen mit dunklem Teint und einer blassen Blondine aussehen würde.“
„Oh Mann, das kann sie dir echt nicht antun!“, wetterte Maren plötzlich los. „Sie weiß doch genau, was du für Schwierigkeiten mit Raphael hast. Und wenn sich dann noch so ein kleiner Hosensch ... so ein kleines Kind zwischen dich und deine Mutter stellt, das wäre doch echt scheiße!“
Celina musste zwar zugeben, dass Raphael normalerweise ganz nett zu ihr war, doch sie stimmte ihr Freundin zu.
„Ich werde mich ganz bestimmt nicht um das Baby kümmern“, sagte sie mit Trotz in der Stimme. „Soll sie doch sehen, wie sie klarkommt. Ich lass mich zu nichts mehr zwingen, das hatte ich mir sowieso schon vorgenommen.“
„Wie wär’s, wenn du einfach zu mir ziehst“, schlug Chrissy vor. „Oder wir ziehen alle in eine WG und lassen es uns so richtig gut gehen. Hey, das wär’s doch!“ rief sie begeistert.
„Ja, genau, wir lassen uns von unseren Eltern nichts mehr bieten“, stimmte Maren ihr zu. „Wir hauen einfach ab und lassen sie selbst sehen, wo sie ohne uns bleiben. Ich komm mit meinen Eltern in letzter Zeit auch nicht mehr klar. Die meinen doch immer, man sei ein Haussklave, an dem man den ganzen Tag rummäkeln kann und der trotzdem die ganze Zeit alles machen muss, was man sagt.“
Celina musste fast lächeln. Es tat gut, zu überlegen, was man eventuell machen könnte, auch wenn man wusste, dass man sowieso nichts unternehmen würde.
„Und außerdem“, meinte Chrissy und beugte sich mit einem verschwörerischen Grinsen zu Celina herüber, „kannst du dir dann auch endlich Max angeln, ohne dass jemand dir mit einem“ – sie räusperte sich und stellte ihre Stimme um noch eine Nuance höher – „ ,Kind, du musst abends pünktlich zu Hause sein und mach mir bloß keine Dummheiten’ dazwischenfunkt.“
Sie grinsten und sahen zu Max herüber, der gerade mit seinen Kumpels über irgendetwas lachte und dabei noch süßer auszusehen schien als sonst.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 03.01.2009, 18:39
danke*rotwerd* :freude:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
smili - 04.01.2009, 21:06
wooooow! du schreibst guut :)
und ich hab nichts unlogisches gefunden :wink: glaub ich zumindest..
stellst du noch was rein?
mir gefällt es dass ihr stiefvater raphael heisst.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 04.01.2009, 21:24
fantasyfantasyfantasy... iwie mag ich das nciht mehr.. udn imer weniger
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 06.01.2009, 02:32
danke, smili *freu*
ne, noch isses net unlogisch =), das kommt noch *lach*
naja, ich versuch, das ganze nicht zu freakig zu machen -
@claudi: hast ja recht, zur zeit wird man echt zugemüllt mit fantasy ... kann dich schon verstehen, ich les auch net so viel davon weil das meiste echt mist ist ( also ich mein jetz die bücher aufm markt, hier im forum hab ich mir noch gar net alles angesehn :wink: )
aber schreiben macht trotzdem spaß :)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 06.01.2009, 02:38
oke, ich stell den nächsten teil mal rein, könnte was länger sein, aber vllt habt ihr ja trotzdem lust es zu lesen ...
(sind zwischendurch auch diese bindestriche drin, wegen der silbentrennung in word)
„Stimmt, da hast du Recht. Ich ...“
„Sorry, wenn ich euch störe“, unterbrach sie plötzlich eine melodische Stimme. „Ich wollte fragen, ob ich mich zu euch setzen darf.“
Verwundert drehte Celina sich um und schaute einem hübschen, dunkelhaarigen Mädchen mit mandelförmigen Augen ins Gesicht, das ihren Blick mit einem freund-lichen Lächeln erwiderte. Auch Maren und Chrissy sahen überrascht aus.
„Warum nicht?“, sagte Maren und zuckte die Schultern.
„Cool“, sagte das Mädchen, das etwa im selben Alter war, und setzte sich mit einer eleganten Bewegung auf den freien Platz zwischen Celina und Chrissy.
„Hi“, sagte sie. „Ich heiße Nadia und bin neu hier in der Gegend. Ich kenne noch niemanden und als ich euch sah, dachte ich, das sei vielleicht mal eine Gelegenheit, jemanden kennen zu lernen.“
Die drei Mädchen starrten sie an. Sie war erstens außergewöhnlich hübsch und zweitens hatte sie eine wirklich schöne Stimme, die sie mit bewundernswert flüssi-gen Gesten untermalte. Mädchen ihres Alters gaben viel darum, um nur halb so gut und erwachsen auszusehen wie Nadia.
„Hey“, antwortete Maren. „Äh, also, wir sind ... das ist Chrissy, die da heißt Celina ... und ich heiße Maren.“
„Schön, euch kennen zu lernen“, sagte Nadia.
„Ähm, sag mal, wie alt bist du?“, fragte Celina sie. Ihrem Verhalten nach wirkte sie wie eine mindestens 25-jährige, selbstbewusste Karrierefrau.
„Achtzehn“, antwortete sie, als sei das ganz klar erkennbar. „Und ihr?“
„Siebzehn“, meldete sich Chrissy zu Wort. „Willst du was trinken?“, fragte sie Na-dia mit einem Blick auf die Kellnerin, die nun mit einiger Verspätung kam, um ihnen ihr Bier zu bringen.
„Klar, gerne“, erwiderte Nadia und als die Kellnerin die Getränke auf dem Tisch-chen abstellte, hob sie die Hand und sagte: „Einen Caipirinha, bitte.“
Die gestresste Frau warf ihr einen schnellen Blick zu. „Kommt sofort“, rief sie und eilte weiter zum nächsten Tisch. Sie hatte mit keinem Wort nach ihrem Ausweis ge-fragt.
Nadia drehte sich wieder zu den anderen um. Plötzlich schien ihr etwas einzufal-len. „Ich hab euch gar nicht gefragt, wie es euch geht“, sagte sie entschuldigend. Sie lächelte und zeigte eine Reihe blendend weißer Zähne.
„Ganz gut“, meinte Maren. Chrissy nickte. Celina atmete tief ein und drehte ihre langen, rot getönten Haare zu einem Knoten zusammen, den sie gleich darauf wieder fallen ließ. Sie war nervös und fühlte sich eigenartigerweise zur selben Zeit gut.
„Den Umständen entsprechend.“
Nadia kniff ihre Katzenaugen zusammen. „Was für Umstände?“
„Meine Mutter ist wahrscheinlich schwanger“, antwortete Celina und sah sie be-deutungsvoll an. Sie wusste gar nicht, warum sie es ihr erzählte.
Nadia rümpfte die Nase. „Verstehe.“ Sie sah Celina mitleidig an. „Du hast Angst, dass dich jemand von deinem Platz drängt, nicht wahr?“
Maren und Chrissy blieb der Mund offen stehen. Das hätten nicht einmal sie zu sagen gewagt, aber diese fremde junge Frau ...
Celina blickte im ersten Moment ein wenig verwirrt, dann nickte sie langsam. „Ja, wahrscheinlich hast du Recht“, sagte sie nachdenklich. Das hatte sie sich den ganzen Tag nicht einzugestehen gewagt. „Aber trotzdem finde ich es nicht fair“, fügte sie mit etwas festerer Stimme hinzu, verlegen, dass jemand sie so durchschaute.
„Na ja“, begann Nadia, „aber wenn deine Mutter sich ein Kind wünscht und auch dein Vater ...“
„Er ist nicht mein Vater!“, rief Celina wütend und schämte sich sofort für diesen Ausbruch. Dieses fremde schöne Mädchen hatte ja Recht.
Nadia senkte scheinbar ebenfalls beschämt den Kopf.
„Das tut mir leid“, sagte sie. „Ich konnte ja nicht wissen ...“ Sie ließ den Satz un-vollendet.
„Nein, das stimmt“, murmelte Celina und spürte wie sie angesichts der Tatsache, dass sie so grundlos in die Luft gegangen war, errötete. Normalerweise redeten Men-schen wie Nadia nicht einmal mit ihr und jetzt interessierte sich dieses schöne, selbstbewusste Mädchen sogar für ihre Probleme und machte sich Gedanken dar-über. „Mein Vater ist vor fünf Jahren gestorben“, fuhr sie fort. Und vor drei Jahren hat meine Mutter dann Raphael kennen gelernt. Es ging alles ziemlich schnell und jetzt sind sie schon seit einiger Zeit verheiratet.“
Nadia nickte wissend. „Ist er nett?“, fragte sie.
Celina dachte nach. „Ja, schon. Er behandelt mich eigentlich immer fair und re-spektvoll.“
„Eigentlich?“
„Nein. Wirklich.“
Maren und Chrissy folgten dem Gespräch der beiden und bekamen den Mund beinah nicht mehr zu. Da kam diese aufdringliche Zicke daher und sagte lauter un-verschämte Dinge und Celina merkte es nicht einmal.
Im Gegenteil. Sie schien Nadia sogar zu mögen.
Eine Stunde später saß Celina im Bus auf dem Weg nach Hause. Es war dunkel, doch der Himmel war sternenklar und keine einzige Wolke verdeckte den Sichel-mond. Celina lehnte ihren Kopf gegen die Fensterscheibe. Sie dachte an Nadia und wie freundlich sie gewesen war. Ihre Finger fuhren in ihre Jackentasche zu dem klei-nen Zettel, auf dem Nadias Telefonnummer stand.
„Hier“, hatte Nadia gesagt, als sie sich verabschiedet hatten, „ich gebe dir meine Telefonnummer, dann kannst du mich mal anrufen – falls sich herausstellen sollte, dass du wirklich ein Geschwisterchen kriegst oder so.“
„Danke“, hatte sie verwundert, aber erfreut erwidert und Nadia auch ihre eigene Telefonnummer aufgeschrieben.
Maren und Chrissy waren etwas missgelaunt gewesen, als sie zu dritt das Cafe verlassen hatten. Sie hatten Nadia als „arrogante Ziege“ und „Möchtegern-Psychologin“ bezeichnet. Celina hatte die beiden empört angesehen und gedacht, dass sie nur neidisch auf Nadia waren, weil diese so viel reifer war, obwohl sie nur ein Jahr älter war als sie. Doch sie hatte den Mund gehalten und beschlossen, auf je-den Fall den Kontakt zu Nadia aufrechtzuerhalten. Wie sie erfahren hatten, machte Nadia eine Ausbildung zur Mediengestalterin in einer nahe gelegenen Agentur. Des-halb war sie hierher gezogen, in eine kleine Wohnung im Stadtzentrum.
Der Bus hielt an der Haltestelle, an der Celina aussteigen musste. Sie stand auf und sprang auf den Bordstein.
Plötzlich spürte sie einen stechenden Schmerz im rechten Fuß.
„Scheiße“, fluchte sie und fasste sich an den Knöchel.
Sie hatte nicht mehr daran gedacht, dass sie sich heute Abend die Absatzstiefel angezogen hatte. Nun war sie falsch aufgekommen und umgeknickt.
Sie versuchte den Fuß zu belasten. Der Schmerz fuhr durch ihr ganzes Bein. Sie stöhnte auf, doch es gelang ihr, aufzutreten und langsam zum Eingang des Hauses zu humpeln, in dem sie mit Raphael und ihrer Mutter in einer Vierzimmerwohnung wohnte. Keuchend stolperte sie die Treppe hinauf in den ersten Stock, atmete einige Male tief durch und schloss dann die Wohnungstür auf.
„Ich bin wieder da!“, rief sie durch den Flur. Ihr Tonfall war aggressiv.
„Celina?“, klang die Stimme ihrer Mutter aus dem Wohnzimmer.
„Ja, wer denn sonst?!“, fauchte sie.
Stephanie erschien im Flur, wo sich Celina gerade auf einen Hocker fallen ließ und die Stiefel von den Füßen zerrte. Rufus, ihr kleiner Rauhaardackel, sprang schwanz-wedelnd an ihr hoch.
„Was ist denn los?“, fragte sie mit besorgter Stimme.
„Ach, nichts, außer dass ich mir gerade fast den Knöchel gebrochen habe und ...“ Sie stoppte. Das reichte als Erklärung, fand sie.
„Wie denn das?“
„Ich bin in diesen blöden Stiefeln auf den Bürgersteig gesprungen.“
„Ach, du Dummchen“, sagte Stephanie sanft, kniete sich vor sie hin und sah sich den Knöchel an. „Der wird wohl ein bisschen anschwellen“, sagte sie und seufzte leise. „Eine Sehne ist sicher nicht beschädigt. Aber ich habe dir ja gleich gesagt, die Dinger können tödlich sein“, fügte sie mit Blick auf die eleganten Stiefel hinzu.
„Ja ja, klar“, murmelte Celina.
Ihre Mutter sah ihr aufmerksam ins Gesicht. „Und was war das Zweite, das du sagen wolltest?“, fragte sie.
Mist, dachte Celina. Sie hätte sich denken können, dass Stephanie das kleine „und“ nicht überhört hatte.
Trotzdem kam nur ein „Ach, nichts“ zwischen ihren Lippen hervor.
„Nun komm“, drängte Stephanie und legte eine Hand auf Celinas Knie. „Mir kannst du’s doch sagen.“
Celina sah sie nachdenklich an, dann schubste sie Rufus zur Seite, stand auf, ver-schwand in der Küche und kam kurz darauf mit einer Schachtel in der Hand zurück. Wortlos hielt sie sie ihrer Mutter unter die Nase.
„Und?“, fragte sie herausfordernd. „War er positiv?“
Stephanie wich erschrocken zurück. Sie erhob sich. Ihr Blick wanderte zur Wohn-zimmertür, als ob sie nach einem Fluchtweg suchte.
Celina Lippen waren wie ein schmaler Strich. „Nun komm, mir kannst du’s doch sagen“, äffte sie ihre Mutter ironisch nach.
Da wurde Stephanie wütend. „Werde mal nicht frech, ja? Was bildest du dir ei-gentlich ein? Ja, er ist positiv. Und? Bist du jetzt zufrieden?“
Obwohl Celina damit gerechnet hatte, fühlte sie sich, als würde ihr der Boden un-ter den Füßen weggezogen. „Ach du meine Güte“, stammelte sie und ließ die Schachtel auf den hellen Teppich fallen. „Jetzt im Ernst?“
„Ja, im Ernst“, entgegnete ihre Mutter, diesmal selbst herausfordernd. Eigentlich hatte sie es ihrer Tochter auf andere Weise erklären wollen. „Ich bin schwanger und – schreib dir das hinter die Ohren: ich freue mich darüber, auch wenn du es dir viel-leicht nicht vorstellen kannst!!“
„Du willst es ernsthaft behalten?“, presste Celina tonlos hervor.
Ihre Mutter sah sie entgeistert an. „Natürlich will ich es behalten! Glaubst du, ich wäre in der Lage, ein Kind zu töten?“
Celina schüttelte nur den Kopf.
„Was ist denn los?“, fragte eine männliche Stimme. Raphael steckte seinen schwar-zen Schopf aus de Wohnzimmertür. Mit einem Blick erfasste er die Situation.
Er trat hinter Stephanie und streichelte ihren Rücken.
„He“, sagte er, an Celina gewandt. „Freu dich doch mit uns. Wir hatten gedacht, es würde dir Spaß machen, große Schwester zu sein.“
„Große Schwester??“, rief Celina. „Ich bin siebzehn, da bin ich dafür auch zu alt.“ Sie achtete nicht auf ihre widersprüchliche Argumentation. „Ich hab keinen Bock auf so ein kleines Wickelkind, das nur Arbeit macht und sechzehn Stunden am Tag schläft. Versteht ihr? Ich will das einfach nicht! Wenigstens bin ich bald alt genug, um auszuziehen“, fügte sie etwas leiser hinzu, doch immer noch laut genug, dass ihre Mutter und Raphael sie ganz genau verstanden.
Sie presste die Hände an die Schläfen. Nadia hatte Recht. Sie hatte wirklich Angst. Aber nicht nur davor, dass das Baby ihren Platz einnehmen könnte. Auch nicht nur vor den vielen Veränderungen. Oder davor, dass ihr noch viel mehr Aufgaben zufal-len würden und sie ständig Rücksicht nehmen müsste. Nein, am meisten Angst hatte sie davor, dass ihr das alles vielleicht gefallen könnte.
Verloren
Celina eilte die Treppe hinauf. Ihr Fuß tat zwar manchmal noch ein bisschen weh, doch sie konnte immerhin wieder richtig auftreten. Sie kam gerade aus der Schule und musste sich beeilen, um noch ihr Zimmer aufräumen zu können, bevor Nadia kam. Sie hatte bis vier Uhr Unterricht gehabt und sich für punkt Fünf mit ihr verab-redet.
Genau eine Woche war vergangen, seit sie sich im Jugendcafe kennen gelernt hat-ten und seitdem hatten sie einige Male miteinander telefoniert. Celina hatte ihr ihr Leid geklagt, doch komischerweise war ihr Zorn, kaum dass sie auflegte, immer ver-raucht. Nadia hatte einen eigenartigen Einfluss auf sie. Sie stellte Fragen, die im ers-ten Moment unverschämt klangen, doch sie brachten Celina zum Nachdenken. Da-für bewunderte sie Nadia.
Heute trafen sie sich zum ersten Mal wieder und Celina war recht angespannt. Sie wollte es sich nicht mit ihr verderben.
Sie zog den Schlüssel aus der Hosentasche und öffnete die Wohnungstür. Sie ver-kniff sich ein „Ich bin wieder da!“ und ließ ihren Rucksack auf den Boden fallen. Ra-phael war zwar höchstwahrscheinlich zu Hause, doch er schätzte es nicht, bei seiner Arbeit gestört zu werden. Er wollte sich weiterbilden und hatte deshalb ein Studium in Agrarwissenschaften begonnen. Nachmittags, wenn er keine Vorlesungen hatte, saß er meistens am PC und lernte.
Aus seinem Arbeitszimmer drangen Stimmen. War Stephanie etwa auch schon da?
Celina runzelte die Stirn. Das konnte eigentlich nicht sein, denn Stephanie arbeitete in einer großen Anwaltskanzlei und um diese Zeit war sie normalerweise nie zu Hause. Oder war heute mal weniger zu tun und sie hatte früher Schluss? Das war allerdings, soweit Celina sich erinnern konnte, bisher fast nie vorgekommen.
Sie ging auf die Tür zum Arbeitszimmer zu.
„Und das ist wirklich wahr?“, fragte Raphael gerade. „Du meinst also, das Risiko sollte man eingehen?“
„Je eher, desto besser“, antwortete eine eindeutig weibliche Stimme. Doch es war nicht Stephanies Stimme. „Denk daran, was auf dem Spiel steht.“
Celina verstand kein Wort. Was ging hier eigentlich vor? Sie hörte, wie sich Ra-phael in seinem Schreibtischstuhl drehte. Offenbar war ihm die Angelegenheit unan-genehm.
„Na ja“, sagte er dann zweifelnd, „wenn du meinst ... aber ich weiß nicht, schließ-lich bekommt sie ein Kind ... “
„Es gibt auch noch andere, an die du denken musst, Raphael.“
Er seufzte. „Dann muss es wohl bald geschehen ...“
Es war keine Antwort zu hören, wahrscheinlich nickte die Person.
Celinas Gedanken rasten. Was machte das für einen Sinn? Hatte Raphael eine Af-färe? Sie wagte nicht daran zu denken. Doch jetzt stand noch eine andere Frage im Raum: Sollte sie hereinplatzen? Es war ihr gutes Recht und außerdem musste sie he-rausfinden, mit wem Raphael da sprach.
„Ich ...“, setzte er gerade an, als Celina die Tür aufstieß und mit unschuldigem Ge-sichtausdruck hereinkam. Der verrutschte allerdings augenblicklich und sie starrte die Person, die sich von Raphaels Schreibtisch erhob, entsetzt an.
„Du?!“, war alles, was sie herausbrachte.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 06.01.2009, 12:18
du schreibst ja viel.... udn oft...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
gänseblümchen - 06.01.2009, 14:20
hey, ich finds total gut!!! du musst unbedingt bald den nächsten Teil reinstellen!!!! :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 06.01.2009, 15:34
:wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 06.01.2009, 16:51
naja, ich bin noch net so lang hier, deshalb hab ich noch enthusiasmus, jeden tag reinzuschaun :wink:
„Hallo, Celina“, begrüßte Nadia sie mit einem Lächeln. „Tut mir leid, ich bin etwas früh und da habe ich mich ein bisschen mit deinem Stiefvater unterhalten.“ Sie lä-chelte entschuldigend. Celina zuckte zusammen. Sie bezeichnete Raphael selten als ihren Stiefvater. Außerdem hatte sich Nadia unmöglich „ein bisschen mit ihm unter-halten“. Sie hatten sich erstens geduzt und zweitens ... worüber um alles in der Welt hatten sie gesprochen?
„Hallo“, sagte nun auch Raphael, „wie geht es dir? Wie war die Schule? Wollt ihr noch weg? Ist es okay, wenn ich hier weitermache?“ Er fuhr sich nervös mit den Fin-gern durch sein dunkles Haar.
„Klar, alles wie immer“, murmelte Celina verwirrt. Sonst stellte er nie so viele Fra-gen hintereinander.
Nadia nahm ihren Arm. „Was sollen wir machen? Hast du schon gegessen? Sollen wir irgendetwas unternehmen? Was meinst du?“ Sie schob Celina aus dem Zimmer und warf Raphael noch einen schnellen Blick zu. „Ich mach das schon“, formten ihre Lippen tonlos. Er nickte, doch erleichtert sah er nicht aus. Wie sollte er das alles Ste-phanie erklären?
Celina war vollkommen durcheinander. Sie verstand gar nichts mehr. „Sag mal, was soll das alles?“, fragte sie. „Ich habe ...“
„Wahrscheinlich ziemlichen Hunger“, unterbrach Nadia sie und zog sie in die Kü-che. „Soll ich dir ein Brot machen?“
Celina nickte nur. Sie wollte einfach nur weg. „Ich muss gleich erst einmal mit dem Hund raus gehen. Wir hatten doch fünf Uhr verabredet.“
„Ja, ich weiß“, sagte Nadia, während sie Butter auf eine Scheibe Körnerbrot schmierte und sie mit Käse belegte. „Ich hab dir ja gesagt, ich war einfach etwas zu früh da – ich hatte früher Schluss und da dachte ich, ich komme gleich bei dir vor-bei.“ Sie lächelte Celina an. Nichts deutete daraufhin, dass sie ein schlechtes Gewis-sen hatte oder im Geringsten nervös war.
„Aha“, sagte sie nur. Sie nahm das Brot, das Nadia ihr reichte und holte die Hun-deleine, um sie Rufus ins Halsband zu haken. „Ich geh dann mal eben.“
„Soll ich mitkommen?“
Celina überlegte. Wenn sie mitkam, könnte sie immerhin nicht weiter mit Raphael sprechen. Andererseits wäre sie liebend gern alleine gewesen, um ihre Gedanken zu ordnen und sich darüber klar zu werden, was das Ganze sollte.
„Okay“, entschied sie dann. „Komm ruhig mit, wenn du willst.“
Kurze Zeit später waren sie auf dem Weg zum Wald. Der Schotter knirschte unter ihren Füßen. Keine sagte ein Wort.
Plötzlich begann Nadia zu reden. „Wahrscheinlich denkst du jetzt wer weiß was von mir“, sagte sie leise. „Weißt du, ich war selbst furchtbar überrascht und ... wir kennen uns halt bereits, deshalb habe ich ihn auch geduzt – falls du dich darüber gewundert hast.“
„Ja klar, das hat man ja gemerkt. ,Wir kennen uns bereits’. So naiv bin ich nun wirklich nicht.“ Celina imitierte Nadias Stimme. „ ‚Oh, es muss bald geschehen. Es gibt schließlich wichtigere Leute als deine schwangere Frau, an die du denken musst, Raphael.’ “ Sie warf angriffslustig den Kopf in den Nacken. „Na komm, was bist du, Nadia? Seine Freundin? Ein Mädchen, das auf Typen steht, die ihr Vater sein könn-ten?“ Sie wandte sich Nadia zu und funkelte sie böse an. „Vielleicht stammt ihr auch einfach nur vom selben Planeten und freut euch, endlich jemanden eurer Art zu tref-fen“, sagte sie sarkastisch. „Haha. Versuch gar nicht erst, mich noch mal anzulügen.“
Sie bückte sich und ließ Rufus von der Leine, der gleich fröhlich kläffend im Ge-büsch verschwand.
„Nein“, erwiderte Nadia fest. „Ich sage die Wahrheit. Er ...“ Sie biss sich auf die Lippe. Celina zog die Augenbrauen hoch. Sie konnte gar nicht mehr verstehen, wie sie dieses hinterhältige Mädchen hatte bewundern können. Dass sich ein Mädchen ihres Alters, ein vermeintliche Freundin noch dazu, an ihren Stiefvater ranmachte – das war wirklich das Allerletzte.
„Er ...“, begann Nadia erneut, „er ist der Vater mein ... meiner Freundin.“
Celina klappte die Kinnlade herunter. „Bitte was?! Soll das ein Witz sein? Der Va-ter deiner ... Freundin? Raphael hat keine Tochter. Außerdem – was für eine Freun-din? Noch so eine Lüge! Was willst du eigentlich?!“ Sie holte tief Luft, doch bevor sie erneut ansetzen konnte, wurde sie von Nadia unterbrochen.
„Ja, ich weiß, es klingt verrückt, ich bin selbst aus allen Wolken gefallen, als er mir die Tür geöffnet hat. Aber ... Na ja, vielleicht wisst ihr nicht genug über seine Ver-gangenheit. Er ...“
„Aber du, ja?“, rief Celina. „Du weißt alles, was? Du arrogante Ziege! Du ...“
„He, Celina“, unterbrach Nadia sie ruhig, aber bestimmt. „Pass bloß auf, was du sagst. Nur, weil du selbst vor der Wahrheit die Augen verschließt, musst du nicht meinen, das täten auch alle anderen. Ich kann nichts dafür, dass du nicht mit deinem Leben klarkommst, also fang nicht an, alles auf mich zu projizieren, klar?“
Celina schüttelte verwirrt den Kopf und versuchte, ihren Worten zu folgen. „Weißt du, was du bist?“, fragte sie gefährlich leise. „Du bist eine Möchtegern-Psychologin, die das Leben anderer durcheinander wirft und analysiert, um sich nicht mit ihrem eigenen auseinandersetzen zu müssen.“ Das tat gut. Sie war es satt, sich immer schlechter zu fühlen als alle anderen.
„Du weißt doch gar nicht, wovon du redest“, sagte Nadia verächtlich. „Hast du schon mal ...“
„Nein!“, sagte Celina und hob die Hände. „Hör auf. Hör bloß auf!“
Sie wusste nicht mehr weiter. Und in so einem Fall war es für sie immer am ein-fachsten gewesen, davonzurennen. Sie drehte sich um und begann zu laufen.
„Celina“, stöhnte Nadia und warf die Arme in die Luft. „Jetzt sei doch nicht so feige. Meine Güte, warum können wir nicht wie normale Menschen darüber reden?!“
Doch Celina hörte nicht auf sie. Sie wusste genau, dass sie sich kindisch verhielt, dass es keinen Grund gab, so überzureagieren. Dass sich alles sicher irgendwie ge-klärt hätte. Doch sie hatte jetzt keine Lust zu reden. Ja, sie war zu feige, um sich den Dingen zu stellen, ob es nun die Wahrheit war oder nicht. Sie rannte weiter. Rechts vom Weg begann ein Maisfeld. Sie hörte Schritte hinter sich und ohne nachzudenken lief sie zwischen die hohen Stauden. Die Erde war weich, aber staubtrocken. Mit ih-ren Stoffturnschuhen kam sie nicht sonderlich gut vorwärts. Lange grüne Blätter klatschten ihr ins Gesicht, doch sie rannte weiter.
„So was muss ich mir nicht bieten lassen“, sagte sie laut, wie um sich selbst zu bes-tätigen. Plötzlich schlug ihr etwas Hartes gegen den Kopf und sie fiel hin. Ihren ver-letzten Fuß durchzuckte ein scharfer Schmerz. Doch sie hatte keine Zeit sich darum zu kümmern, denn im selben Moment spürte sie etwas Weiches auf ihrem Gesicht.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 06.01.2009, 19:20
etwas.... weiches.. boah klingt des spannend!^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 06.01.2009, 21:59
ok, n bissl eklig ich gebs ja zu ... und spannend net wirklich^^
das kommt n bisschen komisch, aber soll jetzt nicht einfach krankes hirngespinst sein, das hat schon seine gründe ;o)
Sie schrie auf und fegte es hysterisch mit den Händen von den Wangen. Was war das? Ohne sich um den Schmerz zu kümmern, sprang sie auf die Füße.
Über den sandigen Boden krochen – Larven! Celina schlug die Hand vor den Mund und versuchte, den Würgereflex zu unterdrücken. Auch auf dem Kragen ihrer grünen, nun staubigen Bluse, saß noch eine der dicken, orangefarbenen Larven. Mit einer hektischen Geste schubste sie sie weg. Sie schüttelte sich. Wo kamen diese Vie-cher her? Sie sah sich um. Neben ihr auf dem Boden lag ein kleines Kästchen mit ei-nem Faden am Deckel. Dagegen musste sie gestoßen sein. Es war aufgegangen und die Insektenlarven waren heraus gefallen – ausgerechnet auf sie. Celina verzog das Gesicht und warf noch einen Blick auf die Larven, die ihre schwarz getupften Körper im Staub wanden und versuchten, zur Maisstaude zurückzukommen. Wer um alles in der Welt steckte Larven in Kästchen und hängte sie in Maisfeldern auf?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
gänseblümchen - 07.01.2009, 13:03
also cih find die geschichte total hammer!!!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 07.01.2009, 14:45
japp!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 07.01.2009, 16:45
ernsthaft? wow, danke =) *freu*
Sie trat einige Schritte zurück und behielt die Insekten dabei im Blick, als ob sie befürchtete, dass sie im nächsten Moment über sie herfallen könnten. Dann drehte sie sich wieder um und lief weiter. Irgendwo musste das Maisfeld doch ein Ende ha-ben.
Einige Minuten kämpfte sie sich durch die grünen Stauden, die von Meter zu Me-ter enger beieinander zu stehen schienen. Immer wieder sah sie kleine weiße Kästen auf Augenhöhe hängen. Sie versuchte ihnen auszuweichen, was bei der Enge gar nicht so leicht war. Nicht wenige Pflanzen knickte sie dabei ab, doch sie kümmerte sich nicht darum. Sie wollte nur noch raus hier.
Da erreichte sie ein scharfer Luftzug. Die Blätter raschelten leicht in dem kühlen Wind und Celina ärgerte sich, dass sie nur ihre dünne schwarze Sweatjacke über der Bluse trug.
Rechts über ihr hing wieder so ein Plastikkästchen. Sie machte, dass sie schnell weiterkam. Wenn sie Glück hatte, war sie bald am Ende angelangt. Und tatsächlich – war da vorne nicht eine größere Lücke zwischen den Stauden? Sie lief schneller. Bald hatte sie die Lücke erreicht und trat ins Licht. Doch – wo war sie hier?
Hätte hier nicht die Schnellstraße sein müssen? Das wusste sie genau, da sie schon öfter mit Rufus an der Autobahn vorbeigekommen war und von dort das Maisfeld gesehen hatte. Oder hatte sie sich doch geirrt und es war nicht die gegenüberliegen-de Seite gewesen? Oder hatte sie im Feld die Richtung gewechselt? Überhaupt, wo war Rufus?
„Rufus?“, rief Celina. „Rufus, wo bist du?“ Er schien ihr nicht gefolgt zu sein. Hof-fentlich war er bei Nadia in guten Händen.
Doch erst einmal musste sie herausfinden, wo sie war. Sie setzte sich langsam in Bewegung. Wenn sie nicht durch die hohen, von Larven behängten Stauden zurück-gehen wollte, blieb ihr nichts anderes übrig, als um das Feld herumzulaufen.
Plötzlich fiel ihr etwas Merkwürdiges auf. Der Boden unter ihren Füßen war mat-schig, als ob es gerade geregnet hätte. Ihre Schuhe waren schon nach einigen Schrit-ten schlammbeschmiert.
Wo war der Regen hergekommen? In den letzten Wochen hatte es kein einziges Mal länger geregnet als ein paar Minuten. Oder war hier nur besonders feuchter Bo-den? Sie sah sich um. Auch von den Blättern der an den Trampelpfad angrenzenden Bäume tropfte leise das Wasser. Es musste vor Kurzem erst richtig geschüttet haben.
Celina bekam es langsam mit der Angst zu tun. Das machte doch keinen Sinn. Sie war höchstens zehn Minuten im Maisfeld gewesen und wenn es geregnet hätte, wäre ihr das sicherlich aufgefallen.
Mit einem Mal bemerkte sie, wie dunkel es zwischen den Bäumen war. Blätter rauschten im Wind und aus dem Wald drangen Geräusche, die sie nicht einordnen konnte. Wenn ihr hier etwas passierte, würde sie nie jemand finden. Sie fiel in einen Laufschritt, der jedoch ihre Angst nur noch steigerte und in Rennen überging.
Sie rannte, bis ihre Lunge schmerzte und sie nur noch unter größter Anstrengung Luft bekam. „Das ist lächerlich“, sagte sie sich, „du bist nur ein bisschen weiter von der Zivilisation entfernt als sonst und schon kriegst du Panik.“
Dabei war gar nichts zu sehen. Kein Mensch, kein Tier, nur Wald und Mais. Aber vielleicht war gerade das Furcht einflößend.
Celina warf einen Blick hinter sich. Sie hatte noch keine große Strecke zurückge-legt, doch sie kam sich vor, als wäre sie einen Marathon gelaufen. Als sich ihre At-mung ein wenig verlangsamt hatte, ging sie weiter. Um ihre Panik unter Kontrolle zu bekommen, fing sie an zu summen. Sie erfand irgendeine Melodie, die die Geräusche des Waldes und das Klopfen ihres Herzens übertönte. Das schien ihr zwar ebenfalls lächerlich, doch es beruhigte sie ein wenig, ihre vertraute, eigene Stimme zu hören und sich neue Tonfolgen auszudenken.
Etwa zweihundert Meter vor sich meinte sie, das Ende des Maisfeldes zu erken-nen. Sie versuchte, nicht auf den dunklen Wald zu ihrer Linken zu achten, und hielt darauf zu, wobei sie nicht verhindern konnte, dass ihre Schritte sich wieder be-schleunigten. Du bist ein elender Angsthase, Celina, dachte sie und lauschte dem vertrauten Klang ihrer Stimme, die wie von allein einen Ton an den anderen reihte. Die Melodie war traurig, doch so sehr sie sich auch bemühte, etwas Lustiges zu sin-gen, ihr fiel nichts ein.
Kurz darauf war sie angekommen. Und traute ihren Augen nicht. Direkt hinter dem Maisfeld begann ein felsiger Abhang, der immer steiler wurde und nach einigen hundert Metern ganz abbrach. Dahinter sah sie nur das Grau des wolkenverhange-nen Himmels. Celina fuhr sich mit einer Hand in ihr volles Haar und verkrampfte ihre Hand darin, als wolle sie sich daran festhalten. Das konnte einfach nicht sein. Sie hätte schwören können, dass es in ihrer Umgebung keine steilen Abhänge gab. Sie wohnte im Flachland.
Celina schlug die Hände vors Gesicht. Wo war sie hier gelandet? Was sollte das alles?
Sie schaute nach rechts und links und versuchte irgendetwas Vertrautes zu finden. Vielleicht war die Autobahn ja nur einfach weiter weg gewesen. Doch sie sah nur dunkle Bäume, so weit das Auge reichte, allenfalls durchbrochen von einem breiten Fluss, der sich hie und da hindurchschlängelte. Nur auf Höhe des Maisfeldes stan-den keine Bäume – dort erstreckte sich eine Geröllhalde, scheinbar genauso breit wie das Feld. Und was war das für ein Fluss? Sie musste zwar zugeben, dass sie sich mit der Geographie ihres eigenen Landes nicht allzu gut auskannte, doch von einem Fluss, der bei ihnen in der Nähe floss, hätte sie sicherlich gewusst. Oder?
Ihr blieb nichts anderes übrig, als auf ihre erste Idee zurückzugreifen. Sie musste zurück durch das Feld. Auch wenn das bedeutete, dass sie eventuell wieder eine Be-gegnung mit den Larven hatte, so musste doch am anderen Ende der Waldweg sein, von dem sie in das Feld abgebogen war.
„Es kann gar nicht anders sein“, murmelte sie und klammerte sich damit an einen letzten Strohhalm, „nein, es muss so sein ...“
Sie wagte nicht, noch einen Blick zum Abgrund hinüber zu werfen, vermied auch, noch einmal in den Wald zu blicken, der ihr den Blick zum Horizont versperrte, und lief den Weg wieder zurück. Sie setzte einen Fuß vor den anderen und versuchte, nur auf den Boden zu sehen, um nicht wieder in Panik zu verfallen. Jetzt erst fiel ihr auf, dass ihr Fuß wieder schmerzhaft pochte.
Als sie meinte, ungefähr an dem Punkt angelangt zu sein, an dem sie aus dem Feld herausgekommen war, konnte sie ihre Panik nicht mehr unterdrücken. Das Adrena-lin ließ sie den Schmerz vergessen, sie rannte in das Feld, achtete nicht darauf, ob sie gegen Kästchen stieß oder Stauden abbrach, sondern rannte einfach nur so schnell es ging zwischen den Pflanzen hindurch. Sie wollte zurück zu Nadia, selbst wenn das bedeutete, sich einer Auseinandersetzung mit ihr zu stellen; sie wollte zurück zu Ru-fus, der ihr nicht gefolgt war – sie wollte einfach nur hier raus. Im nächsten Moment dachte sie, wie dumm sie sich verhielt. Was brachte sie dazu, zu denken, dass am anderen Ende der Maisstauden nicht der Weg war, von dem sie abgebogen war? Sie schalt sich in Gedanken für ihr kindisches Verhalten, doch sie verlangsamte ihren Lauf kein bisschen, sie bescheunigte nur noch.
Dabei fiel ihr nicht auf, dass die Kästchen, die an den Maisstauden hingen, mit ei-nem Mal aus Holz waren. Auch nicht, dass der Boden nicht mehr staubtrocken, son-dern ebenfalls vom Regen durchweicht und matschig war. Sie sah nichts außer vor-bei fliegendem Grün, hörte nichts außer ihrem eigenen schnellen Atem.
Plötzlich sah sie etwas anderes, etwas, das nicht grün war wie die Stauden oder gelb wie die Maiskolben. Es war hellbraun. Braun wie sonnengebräunte Haut.
Sie rannte gegen einen Widerstand, doch er gab nach und sie landete auf etwas Weichem. Sie sah noch ein Paar große, erschrockene Augen, dann rollte sie zur Seite und blieb benommen liegen.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 07.01.2009, 16:48
aber ihr müsst echt sagen, wenn euch was nicht gefällt oder euch widersprüche auffallen oder rechtschreibfehler oder sowas :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 07.01.2009, 17:27
klar!! :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
gänseblümchen - 07.01.2009, 18:38
ohaa, schnell weiter, ist ja spannend!!!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 07.01.2009, 19:20
(falls ihr euch wundert, dass ich so schnell antworte - ich hab eingestellt, dass ich bei antworten per email benachrichtigt werde und wenn ich mails abrufe, was ich am laptop mehrmals am tag mache ... :lol: )
okay, also, weiter gehts!
Der Fremde
„He, kannst du nicht aufpassen, wo du hinrennst?“, fragte eine Stimme angriffs-lustig.
Celina drehte sich ächzend auf den Rücken und blinzelte. Obwohl der Himmel von Wolken verhangen war, war sie im ersten Moment geblendet. Sie sah nach oben und erschrak fürchterlich, als sie das Gesicht eines Mannes erkannte, der sich mit grimmigem Ausdruck über sie beugte. Sie sprang auf und machte einen Satz zur Sei-te.
„Kannst du nicht reden? Oder ist es dir auf einmal doch peinlich, dass du einfach so unschuldige Menschen umrennst?“, fragte der Mann, der, wie sie jetzt erkennen konnte, noch sehr jung war – wahrscheinlich nicht viel älter als sie.
„Äh, tut ... tut mir leid“, stotterte sie. „Ich ... ich hab Sie nicht früh genug gesehen.“
„Wieso ,sie’?“, fragte der junge Mann verwundert. „Sehe ich so weiblich aus?“ Er sah an sich herunter. „Außerdem – warum redest du mit mir wie mit einem Diener?“
„Was?“ Celina starrte ihn an. „Äh, nein, das ... das war doch nur ... die höfliche Anrede ...“, stammelte sie, nun vollkommen verwirrt. Offensichtlich hatte sie ein We-sen von einem anderen Stern umgerannt. Oder auch nur einen Witzbold, der sie auf die Schippe nehmen wollte, weil sie ihn zu Boden geworfen und damit in den Dreck befördert hatte.
Schlammspritzer bedeckten sein Gesicht und sein helles, offenes Hemd. Seine Ho-se hatte sicher auch einiges abbekommen, doch da sie dieselbe erdbraune Farbe hatte wie der Boden, fiel das nicht weiter auf.
„Höfliche Anrede?“, fragte der Fremde nun mit einem schiefen Grinsen. „Ich wer-de zwar nicht gerne wie ein Diener behandelt, aber wozu muss man einen einfachen Jäger höflich anreden?“
Jetzt erst bemerkte Celina den Bogen und den Köcher mit Pfeilen, die über seiner linken Schulter hingen. Moment mal, dachte Celina. Wieso Pfeil und Bogen?
„Sag mal, was machen Sie ... äh, machst du denn hier? Spielst du irgendein Mittel-alterrollenspiel oder so?“
Das war die einzige Möglichkeit. Sie war sogar ziemlich plausibel.
„Ob ich was spiele?“ Der junge Mann sah nun selbst reichlich verwirrt aus. „Was soll das denn bitteschön sein?“ Er schüttelte den Kopf und lächelte sie an, als ob er an ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifelte. „Nein, ich bin ein ganz einfacher Jäger. So ei-ner, der Tiere schießt. Schon mal was davon gehört?“ Er grinste breit und zog einen Pfeil aus dem Köcher. Mit einer übertriebenen Geste deutete er auf die scharfe Spitze.
„Siehst du? Diese Spitze dringt in das Herz des Tieres, es stirbt und ich kann es für gutes Geld verkaufen“, erklärte er ihr langsam und in einem Ton, wie man einem Kindergartenkind etwas erläutert. „Oder ich kann es selbst essen“, fügte er hinzu.
Celina bekam den Mund nicht mehr zu. „Äh, oder bist du so ein Verrückter, der Tarzan spielt und sich von Baum zu Baum schwingt, weil er mal ein bisschen Auf-merksamkeit der Medien gebrauchen kann? Bin ich hier vielleicht ins Dschungel-camp geraten?“ Ihr kam noch eine Idee. „Oder hast du eine Wette verloren?“
Ihr Gegenüber verzog leicht säuerlich das Gesicht. „Entschuldigung, aber ich bin hier ganz bestimmt nicht der Verrückte. Schließlich renne ich nicht wie von Furien gehetzt mit Kriegsbemalung durch ein Maisfeld und werfe ahnungslose Leute in den Dreck. Was willst du eigentlich?“
„Kriegsbemalung?“, fragte sie verwirrt und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. Es war nass und als sie ihre Handflächen wieder anschaute, waren sie von schwarzen Schlieren überzogen. Sie musste furchtbar aussehen, doch wenn sie jetzt alles verrieb, würde sie es nur noch schlimmer machen. Sie hatte gar nicht mitbe-kommen, dass sie geweint hatte.
„Jetzt komm schon.“ Der junge Mann wurde ungeduldig. „Sag mir, was du willst und wenn ich dir nicht helfen kann – was ich stark annehme - , dann verschwindest du am besten wieder dahin, wo du hergekommen bist.“
„Ich ...“, begann Celina und suchte nach Worten. „Ich wollte eigentlich nur wissen, ob hier irgendwo die Autobahn ist. Und ob du vielleicht so ein dunkelhaariges Mäd-chen und einen Rauhaardackel gesehen hast. Er heißt Rufus und ich hab die beiden verloren, weißt du, ich bin davongelaufen und da ...“
Der Mann zog die Augenbrauen hoch und hob die Hände. „Moment mal. Du willst wissen, wo die ... was ist? Und nein, ich habe kein Mädchen gesehen, und auch keinen kleinen Hund. Hier ist weit und breit kein Mensch, nur dort drüben“ – er deutete in die Richtung, in die sie noch nicht gegangen war, die, die dem Abgrund gegenüberlag – „ist eine kleine Siedlung, zu der auch dieses Feld hier gehört.“ Er sah sie an. „Ich dachte, da kommst du her – obwohl,“ – er bedachte sie mit einem prü-fenden Blick – „eigentlich siehst du nicht wie eine von denen aus.“
Celina schüttelte den Kopf. „Ich wohne nicht in einer Siedlung, ich wohne in der Stadt, so eine mit Hochhäusern, viel Verkehr und Feinstaub. Hier, um das Maisfeld herum, ist das einzige größere Stück Grün, dass man bei uns in der Nähe finden kann. Und das ist ganz bestimmt nicht so groß wie dieser Wald drüben.“ Sie machte eine wegwerfende Handbewegung über das Feld. „Und hier hat es auch nie so einen Fluss gegeben.“
„Was redest du eigentlich für ein wirres Zeug? Meinst du die Thura? Die fließt hier schon seit Ewigkeiten durch den Wald.“
Ihr wurde schwindelig. Thura? Was bedeutete das alles? Die Tatsache, dass sie mit einem Mal ganz weit weg von ihrem Zuhause zu sein schien, obwohl sie eigentlich keine zwanzig Minuten davon entfernt gewesen war, ließ ihr das Herz bis zum Hals schlagen. Denn plötzlich, als sie sich mehr auf ihre Umgebung konzentrierte als auf den Menschen, den sie umgerannt hatte, musste sie sich eingestehen, was sie die ganze Zeit noch hatte verdrängen können. Hier war kein Waldweg. Hier war nur eine kleine, von wilden Blumen bewachsene Lichtung, die schon nach kurzer Zeit wieder in dichtes Unterholz überging. Hohe Bäume ragten in den grauen Himmel. Der Mann hatte Recht. Hier war weit und breit kein Mensch.
„Ach du meine Güte“, murmelte sie und ließ sich ungeachtet der Nässe wieder zu Boden fallen.
Der Mann hockte sich vor ihr nieder. „Ich finde das alles gerade ziemlich rätsel-haft“, sagte er mit sanfterer Stimme und sprach Celina damit aus der Seele. „Ich weiß nicht, wer du bist und woher du kommst, ich weiß nur, dass es hier keine ... ,Hochhäuser’ gibt und auch keine ,Verkehr’ oder so was; es gibt keine – wie sagst du? – Autobahn ... Hast du vielleicht geträumt?“
Celina schüttelte traurig den Kopf. „Ich wünschte, das hier wäre ein Traum. Ich muss mich aus irgendeinem Grund total weit von zu Hause entfernt haben. Aber das kann eigentlich nicht sein. Und außerdem“, überlegte sie, „dürfte es in unserem Land niemanden geben, der nicht weiß, was eine Autobahn ist. Oder“ – ihr kam ein weite-rer Gedanke – „willst du mich einfach nur verarschen?“ Sie sah den jungen Mann ärgerlich an.
„Was?“, rief der wütend. „Ich will was bitte? Willst du mich beleidigen? Du bist hier diejenige, die mit Begriffen um sich wirft, die keiner kennt. Vielleicht stammst du ja von einem anderen Planeten, wo man anders entwickelt ist als wir!“
Celina stand wieder auf und klopfte sich den Hosenboden ab, wobei sie den Schlamm allerdings nur verschmierte. Sie rieb ihre dreckigen Hände an den Ober-schenkeln ab.
„Ja, das ist wohl die einzige Möglichkeit“, sagte sie sarkastisch. „Eine Autobahn ist übrigens eine asphaltierte Straße, auf der man mit einem Auto schneller vorankommt als auf anderen Straßen. Deshalb nennt man sie auch Schnellstraße. Ach ja“, fügte sie verächtlich hinzu, „und wenn ich wirklich von einem anderen Planeten stamme, dann ist man dort nicht nur anders, sondern weiter entwickelt als ihr! Wahrscheinlich weißt du nicht einmal, was ein Auto ist und ihr fahrt noch mit Pferdekutschen her-um. Oder müsst ihr euch doch hauptsächlich auf dem Pferderücken fortbewegen?“
Sie drehte sich um und marschierte in entgegen gesetzter Richtung davon.
„Was dagegen?“, rief der Fremde ihr herausfordernd hinterher.
Celina stöhnte. Im Moment hatte sie kein bisschen Angst. Sie war einfach nur wü-tend und fragte sich, wer sich diesen furchtbaren Scherz mit ihr erlaubte.
„He, pass auf! Sonst vergreift sich noch ein Wolfsrudel an dir!“ Er lachte auf.
Celina fuhr herum. „Was?!“
„Ja, du hast richtig gehört: hier gibt es wilde Tiere, die nur darauf warten, über dich herzufallen und dich an ihre Junge zu verfüttern! Du solltest am besten mög-lichst schnell zu Mama und Papa zurücklaufen!“
Sie machte wieder ein paar Schritte auf ihn zu. „Weißt du was, du unterentwickel-ter kleiner Tiertöter?!“, schrie sie in sein grinsendes Gesicht. „Glaubst du ich bin ein Kleinkind, dass bei der geringsten Sache weinend zu Mama rennt?“ Obwohl sie das in diesem Moment wirklich am liebsten getan hätte, hätte sie sich eher die Zunge abgebissen, als das vor diesem arroganten Fiesling zuzugeben. „Du hast doch einen Schuss weg!“
„Uuh“, sagte er verächtlich und fuhr sich mit den Fingern durch sein zerzaustes, schwarzes Haar, „der kleine Schlaumeier wird böse. Und um auf deine Frage zu antworten: Ja, das denke ich wirklich.“ Er grinste hämisch und musterte sie von oben bis unten. „Aber ganz ehrlich“, fügte er in möglichst sachlichem Ton hinzu, „du soll-test aufpassen. Es gibt hier wirklich Wölfe und ein ungeschütztes, unbewaffnetes kleines Mädchen wie du sollte sich vor den Viechern in Acht nehmen. Am besten gehst du ins Dorf und suchst dir da vorerst ne Bleibe. Vielleicht findest du ja sogar doch deine Autowahn.“
„Autobahn, es heißt Autobahn“, fauchte Celina, doch sie war ein wenig verunsi-chert. Wenn es hier wirklich Wölfe gab, war sie aufgeschmissen. Er hatte Recht, wenn er sie als ungeschütztes, unbewaffnetes Mädchen bezeichnete. Was sollte sie schon tun, wenn eines dieser wilden Tiere sie angriff. Das Bild von einem Maul vol-ler spitzer Reißzähne, die sich in ihr Bein gruben, tauchte vor ihrem inneren Auge auf. Sie zuckte zusammen.
Er bemerkte es und lächelte süffisant. „Ich sag’s ja. Keine Ahnung hast du, dabei hältst du dich doch für ach so schlau.“
Celina ignorierte das und fragte skeptisch: „Und da oben ist wirklich eine Sied-lung?“
„Ja, da oben ist wirklich eine Siedlung. Ist dir das zu weit? Hast du Angst?“ Er lachte wieder. „Soll ich dich begleiten?“, bot er an.
Sie zögerte nur kurz, doch er hatte es bemerkt.
„Na komm“, sagte er gespielt sanft, „ich bring dich hin.“
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
smili - 07.01.2009, 20:02
cool! wenn ich daran denke dass ich celina wäre.... booah... krass.
weiterschreiben:D^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 08.01.2009, 16:51
stimmt smili
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Fruchtzwerg - 11.01.2009, 19:27
Die Geschichte ist echt toll. Bitte ganz schnell weiter! :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 13.01.2009, 14:55
*nick* japp :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 13.01.2009, 17:46
japp auch wenn fantasy nicht gerade meine Leidenschaft ist:
die Story is echt cool!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 15.01.2009, 15:03
stimmt mari
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 15.01.2009, 20:00
^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 16.01.2009, 13:55
:wink: :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 17.01.2009, 22:06
okay, wow! :D
das problem ist, dass es mir bei meinen geschichten immer ziemlich schnell passiert, dass sie mir selbst net mehr gefallen, und das is bei dieser ier leider auch langsam der fall ... (ich hab wieder ne andere idee, diesmal allerdings für ne alltagsstory und die würd ich viel lieber machen, aber ich weiß nicht so richtig, wies losgehn soll)
ok, hier also noch n teil^^:
Sie stöhnte auf. „Okay, okay“, gab sie widerstrebend nach, „aber bei den ersten Häusern haust du gefälligst ab.“
Wenigstens hatte sie im Moment das Gefühl, das von diesem jungen Mann weniger Bedrohung ausging als von diesem dunklen Wald, abgesehen von der Tatsache, dass seine Pfeile enorm spitz waren und er sie leicht damit hätte umbringen können.
Er grinste in sich hinein. Dieses Mädchen war wirklich ganz schön verängstigt. Er nahm ihr die Geschichte von Autobahn, Stadt und kleinem Hund zwar nicht ab, aber trotzdem regte sich Mitleid in ihm. Wenn er verrückt und verstört wäre, hätte er auch Angst bekommen. Außerdem machte es ihm Spaß, wie sie versuchte, ihm Paro-li zu bieten. Er schulterte den Köcher, seinen Bogen und die Tasche, die er bei sich trug und sie setzten sich in Bewegung.
Eine Weile liefen sie schweigend und jeder hing seinen Gedanken nach.
„Sag mal“, begann Celina nach einer Weile und versuchte, ihre Stimme nicht allzu fordernd klingen zu lassen, „wenn du mich schon begleitest ... kann ich dann we-nigstens deinen Namen wissen?“ Sie sah ihn fragend von der Seite an.
Er runzelte die Stirn. Etwa eine halbe Minute sagte er gar nichts.
„Ach komm schon, ich will doch nichts von dir wissen außer deinem Vornamen“, drängte sie. Sie wollte zwar so schnell wie möglich weg von hier, doch wenn ihr je-mand solch einen miesen Streich spielte, blieb ihr erst einmal nichts anderes übrig, als mitzumachen. Und dazu wollte sie wenigstens ein paar Dinge herausfinden.
„Ich heiße Onyx“, sagte er zögernd.
„Interessanter Name“, sagte sie und sah ihm ins Gesicht. Sie bemerkte, dass seine Augen fast schwarz waren. „Haben dich deine Eltern deshalb so genannt?“, fragte sie und deutete auf seine Augen.
„Was?“
„Na ja, wegen deiner Augen“, antwortete sie verlegen.
Er schüttelte nur den Kopf.
„Ach so, dann wahrscheinlich wegen deiner schwarzen Seele“, bemerkte sie iro-nisch.
Er blieb stehen. „Entschuldigung, aber könntest du vielleicht mal damit aufhö-ren?“
Sie stoppte ebenfalls. „Sorry, ich versuche nur, freundliche Konversation zu betrei-ben.“
„Ich kann auch wieder gehen.“
„Nein!“, rutschte es ihr heraus.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 19.01.2009, 19:11
is doch ne coole story.....
ich hoffe nicht das du jetzt aufhörst *dackelblickaufsetz*
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 20.01.2009, 15:26
genau.. apsolut!^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 28.01.2009, 19:29
hey, die story ist auch total cool! =)
und dein schreibstil gefällt mir auch! =)
bin gespannt wie es weiter geht! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
bookwriter - 28.01.2009, 20:37...
coole story.....schau doch auch mal in meine (KÖNIGSTURZ)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 29.01.2009, 12:00
genau mach des mal. köngisturz ist total cool
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 02.02.2009, 17:24
japp
und wann schreibste weiter?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 03.02.2009, 11:18
genau???
*fragen*
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 03.02.2009, 23:11
hey, hier habe ich einen neuen teil! :) danke für die kommis, schön dass es euch gefällt!
Er grinste wissend. „Du versuchst nett zu mir zu sein, weil du alleine so Schiss hast, stimmt’s?“
Celina verdrehte die Augen. Dieser Typ war echt berechnend und dabei auch noch furchtbar nervig. Hätte sie in ihrer Verwirrung nicht eine freundliche Frau über den Haufen rennen können? Oder jemanden wie Max? Stattdessen hatte sie für die nächsten zehn Minuten diesen Irren am Hals, der sich noch dazu einiges einbildete. Warum war sie bloß so ängstlich? Die paar hundert Meter hätte sie doch bestimmt alleine geschafft.
Sie verfielen wieder in Schweigen. Wenige Minuten später erreichten sie den Rand des Maisfeldes. Dahinter lag eine Fläche brach und am Ende dieser Wiese war eine Ansammlung von Häusern zu sehen, die sich in eine hügelige, grüne Landschaft schmiegten. Dahinter begann wieder der Wald, der sich bis zum Horizont zu erstre-cken schien. Aus ihm war das leise Rauschen des Flusses zu hören, jedenfalls nahm Celina an, dass es der selbe war, den sie am Abhang gesehen hatte, diese – wie hatte Onyx ihn noch genannt? – Thura.
Zwischen den Häusern konnte sie bereits die ersten Menschen entdecken. Sie at-mete erleichtert auf.
„Zivilisation“, seufzte sie. „Endlich!“
Onyx sah sie ein wenig amüsiert von der Seite an. „So wahnsinnig lange bist du doch nun auch noch nicht von zu Hause weg, oder?“
„Lange genug“, erwiderte sie und warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu. „Al-les ist besser, als von dir unterentwickeltem Waldläufer Beleidigungen an den Kopf geworfen zu bekommen.“
„Du bist auf dem Gebiet allerdings auch nicht kleinlich“, sagte er und es klang fast anerkennend.
Sie zuckte die Schultern. „Freut mich, wenn es dich getroffen hat.“
Kurz vor Ende des brachliegenden Feldes hielt Onyx wieder an. Er deutete auf Ce-linas Gesicht.
„So solltest du da besser nicht reingehen“, bemerkte er. „Du siehst echt furchtbar aus.“
Sie sah ihn empört an. „Danke, was für ein nettes Kompliment“, fauchte sie. Doch sie fuhr sich wieder mit den Händen über die Augen.
Onyx grinste. „Ich hab zwar leider keinen Spiegel dabei, aber ich kann dir sagen: damit machst du es nicht gerade besser.“
Sie seufzte. „Ist hier vielleicht irgendwo Wasser, mit dem ich mich waschen kann?“, fragte sie entnervt.
Er zeigte über das Feld. „Dort drüben, an der Thura.“
„In dem Fluss? Wie eklig!“
„Das Wasser ist blitzsauber – ich weiß ja nicht, wie ihr das bei euch so handhabt, aber wir leiten unsere Abwässer nicht in unsere Flüsse, keine Angst.“
„Ich hab keine Angst“, meckerte sie und sie merkte selbst, wie deutlich man ihrer Stimme das Gegenteil anhörte. „Und wie komm ich jetzt dahin?“ Sie biss sich auf die Lippen. Hätte sie das nur nicht gesagt. Jetzt hatte sie erstens ihre eigenen Worte Lü-gen gestraft und zweitens hatte er schon wieder einen Grund, sie mit einem he-rablassenden Blick zu begleiten.
„Ich bring dich hin“, sagte er auch sofort mit einem übertriebenen Seufzer.
„Dafür, dass du vorhin wolltest, dass ich dorthin verschwinde, wo ich herge-kommen bin, hängst du jetzt aber wirklich sehr an mir“, versuchte sie zu sticheln.
Er lachte nur und ging an ihr vorbei über die Wiese. Sie schnaubte verächtlich, doch sie ärgerte sich mehr über sich selbst als über ihn. Wie hatte sie nur so dumm sein können. Warum war sie überhaupt in dieses Feld gelaufen? Wieso hatte sie sich nicht einfach Nadia gestellt?
Onyx wandte sich zu ihr um als er merkte, dass sie ihm nicht folgte. „Willst du jetzt dein verschmiertes Gesicht waschen oder nicht? Also wegen mir musst du das sicher nicht machen, es wird dir nur nicht unbedingt helfen, wenn du so furchterre-gend aussiehst.“
Sie verdrehte die Augen und folgte ihm.
„Was hast du dir überhaupt ins Gesicht geschmiert?“ fragte er, als sie auf einer Höhe waren. „Augenringe lassen sich in meiner Welt nämlich nicht verschmieren.“
„Witzig“, sagte sie abfällig, „schon mal was von Mascara gehört?“
„Wovon?“
„Schminke.“
„Ach so.“ Er nickte. „Du musst nicht immer so mit Fremdwörtern um dich werfen und so tun, als ob du überragend schlau wärst, ganz ehrlich, das kommt nicht be-sonders gut.“ Er zog grinsend eine seiner dichten dunklen Augenbrauen hoch.
„Alle Leute, die ich kenne, reden so“, entgegnete sie. „Tut mir wirklich leid, wenn das zu hoch für dich ist.“
„Ach ja, ich hätte es fast vergessen“, sagte er zynisch, „ihr seid schließlich um eini-ges weiter entwickelt als wir.“
„Komm, du redest auch nicht gerade wie ein armer, einsamer Jäger.“
Onyx zuckte leicht zusammen. „Woher willst du denn wissen, wie bei uns die Jä-ger reden?“
Celina hob die Schultern. „Weißt du was?“, wechselte sie das Thema. „Ich komme mir ganz ehrlich so vor, als ob ich in diesem Maisfeld in eine Zeitmaschine geraten und einige Jahre zurückgebeamt worden wäre.“
„Eine Zeitmaschine“, murmelte er. „Na klar.“ Er sah sie prüfend an. „Glaubst du wirklich, dass du aus einer anderen Welt bist?“, fragte er ernst.
„Was?“ Sie blickte zu ihm hoch. „Quatsch. Das ist praktisch unmöglich. Es gibt für alles eine Erklärung, und dafür gibt es keine, also ...“ Doch er hatte Recht. Das wäre immerhin eine Antwort auf diese plötzlichen Veränderungen, diesen Sprung in eine andere Zeit und an einen völlig anderen Ort. Ihr Herz begann, schneller zu schlagen.
„Vielleicht gibt es ja eine Erklärung.“ Onyx zuckte die Achseln. „Wer weiß?“
Mittlerweile waren sie an der Thura angekommen. Einige Meter weiter führte ein Holzsteg ins Wasser, an dem ein Boot vertäut war.
Doch Celina machte sich nicht die Mühe, auf den Steg zu gehen. Sie rutschte das sandige Ufer hinunter und zuckte nicht einmal zusammen, als das Wasser durch ihre Stoffschuhe drang und ihre Socken durchnässte. Die hatten nach dem vielen Schlamm und Gerenne sowieso eine Wäsche nötig. Außerdem war heute schon viel zu viel geschehen, als dass sie sich noch geekelt hätte.
Sie beugte sich nach vorne und schöpfte mit beiden Händen Wasser. Plötzlich merkte sie, wie durstig sie war. Sie wusch sich und trank dann gierig aus ihren Hän-den. Als sie meinte, sauber genug zu sein und auch ihren Durst gestillt zu haben, richtete sie sich wieder auf. Wasser lief ihr in den Kragen. Sie trocknete sich mit den Ärmeln, die ebenfalls feucht waren, Gesicht und Hals ab.
„Geht das jetzt so?“, fragte sie Onyx.
„Wahnsinn“, rief der gespielt erstaunt aus, „du bist ja wirklich ein Mensch aus Fleisch und Blut!“
Widerwillens musste sie lachen. Onyx grinste zufrieden.
Mit wenigen Schritten war Celina wieder oben.
„Also dann“, sagte sie, doch sie wurde von lauten Stimmen unterbrochen. Zwei Männer kamen um die Ecke des Hauses, das dem Fluss am nächsten war.
„Hallo!“, riefen sie. „Ja, genau, ihr da!“
Celina sah Onyx misstrauisch von der Seite an. „Kennst du die?“
Der schüttelte den Kopf. „Nein, aber ich würde auch wissen wollen, wer sich in der Nähe meines Hauses herumtreibt.“
„Wieso? Was interessiert die das?“, fragte sie verwundert. „Der Fluss gehört doch allen, oder nicht?“
Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als die Männer sie erreicht hatten. Sie waren beide groß und breit und ihre Statur unterschied sich nur dadurch, dass es sich bei dem einen um Speck, bei dem anderen um Muskeln handelte. Beide hatten schwarze Haare, doch der muskulöse trug einen Bart. Er war es auch, der als Erster sprach.
„Wer seid ihr? Was macht ihr hier?“, fragte er und es klang nicht gerade freund-lich. Der andere musterte sie von oben bis unten.
Ehe Onyx es verhindern konnte, hatte Celina schon die erste Frage beantwortet. „Das da ist Onyx und ich heiße Celina“, sagte sie.
„Onyx?“, warf der Dicke ein und sah den jungen Mann an. „Welcher Onyx?“
Onyx antwortete nicht. Er überlegte blitzschnell. Ganz plötzlich warf er sich nach rechts, packte Celina am Arm und zerrte sie in Windeseile zum Steg. Sie war zu ü-berrascht, um sich zu wehren und versuchte, mit seinen langen Schritten mitzuhal-ten.
„Los, ins Boot“, zischte Onyx.
„Was?“, fragte Celina empört und riss sich los.
„Komm schon, sonst gibt es gleich ziemlichen Ärger!“ Er versetzte ihr einen hekti-schen Schubs.
Sie wusste zwar nicht, wie ihr geschah, doch irgendetwas in seinem Blick veran-lasste sie dazu, zu gehorchen. Sie setzte einen Fuß in das hölzerne Ruderboot.
Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, dass es unter ihrem Gewicht derart nachgab. Sie verlor das Gleichgewicht und stürzte. Im letzten Moment konnte sie sich an der kleinen Bank im Bug des Schiffchens abfangen, doch es schaukelte be-denklich und Wasser schwappte hinein.
Onyx warf einen schnellen Blick über die Schulter. Die beiden Männer waren nach seinem plötzlichen Spurt schnell zum Leben erwacht und rannten auf sie zu.
„He, was fällt euch ein?!“, brüllte der Dicke, der wegen seiner Leibesfülle hinter seinem Kumpanen zurückblieb.
Hastig löste er das Tau vom Steg, warf es ins Boot, wo Celina sich nun auf die Bank gesetzt hatte, und sprang schnell hinterher.
Sofort setzte sich das Boot in Bewegung. Die Strömung, die Celina vom Ufer aus als ziemlich schwach empfunden hatte, riss es in hoher Geschwindigkeit mit sich.
Wenige Sekunden später waren sie zwischen den Bäumen verschwunden.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 04.02.2009, 11:26
ohneiiin was passiert mit celia... was macht onyx da?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 04.02.2009, 18:12
dieser Onyx verbirgt doch was odda?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 05.02.2009, 17:11
hab uach das gefühl......
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 05.02.2009, 21:00
oh, das wird ja immer spannender!
i-wie habe ich auch das gefühl, das onyx irgendwie etwas zu verbergen hat! aber vielleich ja auch etwas gutes, also ja ich meine veilleicht sind ja auch die anderen zwei die bösen!
naja, bin auf jedenfall gespannt wie es weiter geht! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 06.02.2009, 14:03
ich auch
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 07.02.2009, 23:00
hey, ich danke euh für die kommis!! :) hier kommt wieder ein weiterer teil!
und was onyx betrifft - lasst euch überraschen ... ;)
Turbulenzen
Schon bald sah Celina nur noch schnell dahin fließendes Wasser unter ihnen und zu beiden Seiten grüne Blätter und moosbewachsene Baumstämme so weit das Auge reichte. Der Fluss war recht breit – das Ufer war mindestens fünf Meter entfernt.
Onyx schaute zurück und versuchte, die beiden Männer am Ufer auszumachen. Als er sie nicht mehr sehen konnte, lehnte er sich erleichtert zurück.
In dem Moment fand Celina die Sprache wieder.
„Hast du sie noch alle?“, fuhr sie ihn an. „Was sollte denn diese Aktion? Willst du uns beide ertränken oder was?!“
„Bitte?“ Onyx schreckte aus seinen Gedanken hoch.
„Ob du mich umbringen willst!?“, wiederholte sie lauter.
„Du musst nicht so schreien, ich hab dich schon verstanden“, sagte er und machte es sich, so gut es mit seinem Gepäck ging, gemütlich.
„Entschuldigung, dass ich bei der netten Spazierfahrt störe“, fauchte Celina, „willst du mich jetzt einfach so ignorieren oder darf ich vielleicht erfahren, was das Ganze soll?“ Sie war wütend. Was bildete sich dieser Typ eigentlich ein? Erst machte er sie auf seine arrogante Art zur Schnecke und jetzt wäre sie wegen ihm auch noch beinahe ertrunken. Außerdem konnten sie nun unmöglich zu der Siedlung zurück.
Onyx seufzte und sah sie von oben herab an. „Ist dir nicht aufgefallen, wie die uns gemustert haben? In dieser Gegend misstraut man Fremden und dass du sowieso etwas exotisch aussiehst, macht es nicht gerade leichter.“
„Und wieso ist das ein Grund, Hals über Kopf zu fliehen und dabei auch noch ein Boot zu stehlen?“, fragte sie mehr als skeptisch.
„Na ja, so schnell hätten die uns nicht mehr gehen lassen“, sagte er.
„Ist klar“, sagte sie und Onyx konnte ihrer Stimme anhören, dass sie ihm nicht glaubte. „Das ist doch schwachsinnig“, urteilte sie. Plötzlich fiel ihr die Reaktion des Dicken ein, als er Onyx’ Namen gehört hatte.
„Ich glaube eher, dass es mehr mit dir zu tun hat. Oder warum hat der eine Kerl sonst so alarmiert geguckt?“
Seine Mundwinkel zuckten. Doch ohne auf ihre Vermutung einzugehen, rief Onyx plötzlich „Stopp!“ und beugte sich ruckartig nach vorne.
Celina folgte seinem erschrockenen Blick.
Sie war so mit ihrer Wut beschäftigt gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, woher sie eigentlich fuhren. Bisher war das Boot den weiten Bögen des Flusses ge-folgt, der sich im Laufe der Jahre einen geschlängelten Weg durch den Wald gesucht hatte. Doch nun wurde es steiler und das Wasser rauschte schneller voran. An den Stellen, an denen sich Steine unter Wasser befanden, bildete es kleine Strudel. Sie nahmen Fahrt auf.
Celina erstarrte. „Der Abhang!“, rief sie, unfähig sich zu rühren.
Auch Onyx schien mittlerweile bemerkt zu haben, was er angerichtet hatte. „Gib mir die Ruder“, befahl er knapp.
„Was?“ Sie schaute sich im Boot um. „Welche Ruder?“
„Na, die Ruder, diese flachen Dinger, mit denen man ein Boot steuern kann“, sagte Onyx genervt, doch man hörte die Nervosität in seiner Stimme.
„Spar dir deine unnützen Kommentare, du hast doch selbst Augen im Kopf!“ Celi-na breitete hilflos die Arme aus. „Hier – sind – keine – Ruder.“ Sie betonte jedes ein-zelne Wort.
Onyx fluchte. „Und was jetzt?“
„Frag mich doch nicht, ich bin schließlich nicht diejenige, die uns in diese Situation hineinmanövriert hat“, entgegnete sie, angesichts der Gefahr noch wütender als zu-vor.
„Okay.“ Onyx versuchte, sich zu sammeln. Er warf einen schnellen Blick über Ce-linas Schulter. Immer mehr Strudel entstanden in den Fluten und der Strom riss das kleine Boot immer schneller mit sich, doch noch war von dem wirklichen Abgrund nichts zu sehen. Ihnen blieb jedoch nicht mehr viel Zeit.
Wie hatte er nur so unbedacht reagieren können? Als er realisiert hatte, was auf ihn zukommen würde, wenn er blieb und sich der Verdacht der Männer erhärtete, war es einfach zu einer Kurzschlussreaktion gekommen. Und Celina hätte er schlecht stehen lassen und seine Flucht ausbaden lassen können. Allerdings hatte er dabei nicht daran gedacht, wie halsbrecherisch eine Fahrt auf der Thura sein konnte.
Als Onyx weitersprach, war nicht mehr als eine Sekunde vergangen. „Wir müssen ein behelfsmäßiges Ruder finden und uns ans Ufer ziehen. Oder ...“ Er wurde von einem plötzlichen Ruck unterbrochen. Das Boot machte einen Hüpfer und kam kurz danach einen halben Meter tiefer wieder auf. Gischt spritzte auf und benetzte ihre Kleider. Celina stieß einen kurzen Schrei aus.
„Was denn für ein Ruder?“, fragte sie hektisch.
„Was weiß ich, ein Brett, einen Ast oder so“, stieß Onyx hervor. Sie sahen sich nach beiden Seiten um. Zwar schwammen hier und da dünne Zweige und andere Stöcke im Wasser, doch nichts davon war geeignet, um ihr Boot an den Rand zu bringen.
Panik stieg in Celina auf. Sie hatte keine Ahnung, was sie erwartete, wenn sie noch länger auf dem Fluss blieb. Als sie keine Stunde zuvor verzweifelt an dem Geröllfeld gestanden hatte, hatte sie nicht darüber nachgedacht, wie der Fluss dort hinunter kam. Und dass er an der Stelle, wo die Felsen abbrachen, einen Bogen beschrieb, war höchst unwahrscheinlich. Wie viele Meter ging es dort wohl hinunter? Sie hatte zwar kein Rauschen gehört, doch das musste nichts heißen – der Wald verschluckte so manche Geräusche.
„Kommt da ein Wasserfall?“, fragte sie und versuchte, das Zittern, das sich ihrer Hände bemächtigen wollte, zu unterdrücken. Onyx, der weiter nach einem Ast Aus-schau hielt, reagierte nicht. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. „O-nyx! Ist da vorne ein Wasserfall?“
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 08.02.2009, 14:04
wooow dsa geht voll ab grinsi^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 09.02.2009, 17:36
türlich^^
bei Grinsekatze is es normal das es abgeht^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 10.02.2009, 15:04
grinsi?
hast du mitlerweileeinen titel?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 10.02.2009, 19:08
woooooooooooooow....... ich fass es einfach nicht...... also erst einmal ist des eine klasse Geschichte und du schreibst echt super!!!!!!!!!!!!!! :wink: aaaaaaaaaaaber...... ob du es glaubst oder nicht, ich hab eine ganz ähnliche Geschichte geschrieben, wie du!!!!!!!!! ich hab auch noch keinen Titel ( :D ), meine Hauptfigur gelangt auch durch ein Feld in eine andere Welt (?????) und trifft da auch Leute, die ganz anders angezogen sind....... du hast allerdings schon viel mehr geschrieben als ich...... ich hänge iwie momentan ein bisschen........ aber ich war sooooooooooo verblüfft, als ich die Geschichte gelesen hab......^^ uuuuuuunbedingt weiterschreiben!!!!!!!!!! :D :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 10.02.2009, 23:35
Sayuri hat folgendes geschrieben: woooooooooooooow....... ich fass es einfach nicht...... also erst einmal ist des eine klasse Geschichte und du schreibst echt super!!!!!!!!!!!!!! :wink: aaaaaaaaaaaber...... ob du es glaubst oder nicht, ich hab eine ganz ähnliche Geschichte geschrieben, wie du!!!!!!!!! ich hab auch noch keinen Titel ( :D ), meine Hauptfigur gelangt auch durch ein Feld in eine andere Welt (?????) und trifft da auch Leute, die ganz anders angezogen sind....... du hast allerdings schon viel mehr geschrieben als ich...... ich hänge iwie momentan ein bisschen........ aber ich war sooooooooooo verblüfft, als ich die Geschichte gelesen hab......^^ uuuuuuunbedingt weiterschreiben!!!!!!!!!! :D :D
Näh, is ja witzig!!!! :D
wie cool! dann musst du die unbedingt auch mal reinstellen!!!
boah, hammer, danke für diese ganzen knallerkommentare - das hilft mir voll, hätte nicht gedacht, dass das so gut ankommt!!
@claudi: naja, ich hab noch nicht so direkt nen titel, ich hab zwischendurch überlegt, es "Die Sterne des Prinzen" zu nennen, aber das ist leider erstens ein bissl kitschig und zweitens triffts das auch nicht ganz genau .... ich muss mal schaun, wenn ich mehr hab, ob mir dann was passendes einfällt - obwohl ich schon gern einen hätte ...
vielleicht habt ihr ja eine idee?? das wär cool!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 11.02.2009, 15:06
mhm ihc ifnde so eine entscheidung mus der autor höstpersönlich treffen :lol: :lol:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 11.02.2009, 19:30
na, klar, da hast du natürlich recht, claudi!!
letztendlich muss ich das selbst entscheiden ...
hm ... vllt nehm ich das doch zurück und warte nur erstmal ab, bis ich mehr habe, einen größeren überblick habe und das evtl entscheiden kann ...
danke! glaub, das war ein guter rat!!! :)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 11.02.2009, 19:34
okay, dann stell ich auch gleich mal den nächsten teil rein :D:
Ohne seinen Blick von den immer lauter tosenden Fluten zu wenden, antwortete er: „Nein, nein, kein Wasserfall.“
Celina war beinahe erleichtert, doch er fuhr fort: „Es ist nur ein bisschen steil und so ein kleines Boot kann bei einem unerfahrenen Steuermann leicht an den Felsen zerschellen.“ Er hatte mit beinah teilnahmsloser Stimme gesprochen. Plötzlich hellte sich sein Gesicht für einen kurzen Moment auf. „Da!“, rief er und deutete auf etwas Dunkles, Langes, das nicht weit schräg hinter ihnen im Wasser trieb. Zwischendurch verschwand es in einer Untiefe, die sich durch die Strudel gebildet hatte, doch kurz darauf tauchte es wieder an der Oberfläche auf. Ein dicker Ast.
„Den kriegen wir“, presste Onyx zwischen den Zähnen hervor und drehte sich so, dass er sich aus dem Boot herausbeugen konnte. Der Ast war schneller als sie; bald würde er in Reichweite sein. Er beugte sich vor und langte in die entsprechende Richtung. Die spritzende Gischt durchnässte sein Hemd, doch er achtete nicht dar-auf. Celina beobachtete ihn mit zusammengebissenen Zähnen. Wenn sie jetzt wieder in eine Untiefe gerieten, würde entweder Onyx herausfallen oder das ganze Boot umkippen.
Ein lauteres Rauschen drang an ihr Ohr. Sie drehte sich ruckartig in Fahrtrichtung – und erschrak.
„Onyx“, rief sie alarmiert. „Onyx!“
„Warte, ich hab ihn gleich“, erwiderte der gestresst. Er hing gefährlich weit über den Bootsrand und versuchte, das glitschige Holz mit den Fingern zu fassen zu krie-gen.
„Onyx, der Felsen!“, schrie Celina, außer sich vor Angst. In wenigen Sekunden würden sie frontal dagegen prallen.
Dann geschah alles blitzschnell. Onyx wandte den Kopf und seine Augen weiteten sich vor Schreck. Schnell streckte er sich noch einmal nach dem Ast aus und bekam ihn endlich zu packen. Doch das Boot hielt sein Gewicht nicht länger aus. Glucksend kippte es zur Seite.
Celina stieß sich von der kleinen Sitzbank hoch und versuchte, Onyx festzuhalten, doch sie fand keinen Halt mehr unter den Füßen. Der Boden gab nach und sie prallte gegen Onyx. Mit einem Klatschen fielen sie ins Wasser. Das Boot wurde gegen den Felsen geschleudert, wo es mit einem lauten Splittern zerschellte.
Unter Wasser war es dunkel. Celina blieb mit ihrem Bein an irgendetwas hängen, das ihr in die Haut stach. Sie wollte vor Schmerz aufschreien und schluckte Wasser.
Sie spürte einen starken Druck auf der Lunge, und kämpfte sich verzweifelt nach oben. Als ihr Kopf die Wasseroberfläche durchbrach, war sie bereits ein ganzes Stück weitergetrieben worden. Keuchend schnappte sie heftig nach Luft und würgte das geschluckte Wasser hervor. Sie strampelte mit Armen und Beinen, um in den Stru-deln irgendwie an der Oberfläche zu bleiben. Hektisch schaute sie nach allen Seiten. „Onyx?“, brachte sie heraus, doch es war kaum mehr als ein Krächzen.
Schnell drehte sie sich wieder in die Richtung, in die das Wasser sie trieb. Mit ei-nem Mal spürte sie, wie kalt es eigentlich war. Wahrscheinlich kaum mehr als fünf Grad über Null. Es fühlte sich an, als stächen hunderte spitze Nadeln ihre Haut. Sie versuchte, tief einzuatmen, doch ihre Lunge protestierte und ihr Atmen ging in ein keuchendes Husten über. Sie konnte sich nicht mehr oben halten und wurde zurück in die kalten Fluten gedrückt. Plötzlich spürte sie eine Hand an ihrem Arm und sie wurde nach oben gezogen. Ihre Lunge schrie nach Sauerstoff. Sie strampelte mit den Beinen und war wenige Augenblicke später wieder an der Oberfläche. Seine schwar-zen Augen waren direkt vor ihrem Gesicht und sie hörte über dem Rauschen des Flusses, der sie beide mit sich riss, seinen ebenfalls keuchenden Atem.
„Wir haben ... keine ... Zeit zu ver ... lieren“, stieß er mühsam hervor und deutete mit dem Kopf nach vorn, wo ein umgestürzter Baum von der linken Seite ein Stück weit ins Wasser ragte. Sein Stamm war von Moos überzogen, doch sein Laub war noch grün.
Ohne Celinas Arm aus seiner Umklammerung zu lösen, begann Onyx, mit dem linken Arm in diese Richtung zu rudern. Celina tat es ihm nach und versuchte ange-strengt, sich über Wasser zu halten und gleichzeitig mit nur einem Arm zu schwim-men. Es war nur noch wenige Meter bis zu dem Baum.
Das Wasser rauschte und war wie ein einziges Dröhnen in Celinas Kopf. Sie sah nichts mehr außer dem rettenden Baum.
Die beiden wurden mit der ganzen Wucht des Flusses auf den Stamm geschleu-dert. Celina war zu erschöpft, um noch vor Schmerz laut aufzuschreien. Sie bekam kaum noch Luft, die grobe Rinde schürfte ihr die Haut auf und überall stachen sie kleine Zweige. Sie hatte Glück gehabt, dass sie nicht gegen einen der dickeren Äste geschleudert worden war. Die hätten sie möglicherweise glatt aufgespießt.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 11.02.2009, 22:29
wow....... das wird echt richtig spannend!!!!!!!!!!!!! ;-) du schreibst echt klasse!!!!1 man kann sich da richtig gut hineinversetzen.......... :D
also, ich finde schon, dass die anderen Vorschläge und Tipps für nen Titel abgeben können......mir fällt leider nie sowas ein.... ich hab ja auch noch keinen..... ;-) allerdings kennen wir ja auch nocht nicht die ganze 'Geschichte, da können wir dir auch noch keine guten Vorschläge machen.......^^
mal sehen, ob ich auch mal demnächst weiterschreibe.... aber dann muss ich ja genau wissen, wies auch weitergehen soll und das weiß ich leider momentan noch nicht........ :-( ich würd echt gerne weiterschreiben..... naja...... aber duuuuuuuuuu unbedingt WEITER!!!!!!!!!!! :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 12.02.2009, 17:51
ja genau^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 12.02.2009, 19:03
japp....
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 12.02.2009, 19:30
:D also ihr könnt schon gern vorschläge machen, ich selbst hab momtan jedenfalls keine idee und ich weiß auch net so gan wie man sowas handhabt ...
also sagen wirs so: :)
wenn ihr eine tolle idee habt (sofern ihr meint, genug überblick zu haben) teilt sie mir gerne mit, ich bin für anregungen offen, muss aber ja letztendlich selbst entscheiden, es kann also sein, dass ich keinen eurer vorschläge verwende, ihr mich aber auf DIE zündende idee bringt!!! ...
(war das jetzt ne diplomatische und sowohl für euch als auch für mich geeignete lösung???! *lach*)
na, egal, ich denk, ihr versteht mich! ;)
und nochmal RIESEN-THX für die ganzen feedbacks!!!!!!!!!!!!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 12.02.2009, 19:38
[quote="Grinsekatze"]:D
(war das jetzt ne diplomatische und sowohl für euch als auch für mich geeignete lösung???! *lach*)
na, egal, ich denk, ihr versteht mich! ;)
japp das war eine sehr geeignete diplomatische (man achte auf dieses Wort :lol: ) Lösung... :lol: :lol:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 12.02.2009, 21:42
also îch habe auch keine idee für dich, tut mir leid!
hatte glück, ist mir ein titel für meine zwei stories eingefallen, obwohl die auhc nicht so der hammer sind!
aber jetzt zur geschichte!
das ist echt spannend! total cool wie du schreibst! =)
jetzt bin ich echt gespannt, was onyx für ein geheimniss hat! =)
hoffe es geht bald weiter!
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 13.02.2009, 14:01
ich auch schreib schnell wetier...^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 13.02.2009, 18:30
boah waaaahnsinn, hab mit so viel positiven kommentaren echt nicht gerechnet!! *freu*
dann schreib ich auch gleich den nächsten teil rein: =)
Doch Celina konnte sich darüber im Moment keine Gedanken machen. Sie brauchte ihre letzte Kraft, um sich in irgendwelchen Ästen und Zweigen festzu-klammern. Wenn sie jetzt das Bewusstsein verlor ... Sie zwang sich die Augen offen zu halten und konzent-rierte sich auf ihre Beine, die noch immer im eiskalten Wasser hingen. Irgendwie musste sie es schaffen, ganz auf den Stamm und vom Baum aus ans Ufer zu kom-men. Sie zog das rechte Bein an und drückte es nach oben. Beinahe wären dabei ihre Hände abgerutscht, doch im letzten Moment gelang es ihr, einen festeren Halt zu finden. Sie schob ihr Bein weiter über das nas-se Holz, sodass sie nun rittlings auf dem Stamm saß. Onyx war bereits aufgestanden und balancierte zwi-schen all den Ästen und Zweigen über das glitschige Moos ans Ufer. Plötzlich drehte er sich um, wobei er fast das Gleichgewicht verlor.
„Soll ich dir helfen?“, krächzte er, beugte sich vor-sichtig nach vorne und streckte die Hand aus. Aus-nahmsweise klangen seine Worte nicht spöttisch. Sie ergriff seine Hand und als er Halt an einem längeren Ast gefunden hatte, stand sie auf. Vielleicht zog er sie auch einfach hoch, das konnte sie nicht sagen. Sie wusste nur, dass sie eine Minute später wie durch ein Wunder heil am Ufer stand.
Sie folgte ihm die Böschung hinauf und setzte vor-sichtig eine Schritt vor den anderen, als er sie parallel zum Fluss durch den Wald führte. Celina begann, am ganzen Körper zu zittern. Ihre Kleidung klebte klitschnass an ihrer Haut, ihre Füße und Hände waren kalt wie Eis und ihre Zähne schlugen laut aufeinander. Sie fühlte sich wie gerädert.
„Gleich kommt eine kleine Lichtung, da können wir ein Feuer machen“, sagte Onyx, ohne sich umzudre-hen. Auch er zitterte, als ein lauer Windstoß sie traf.
Da öffneten sich die Bäume und gaben den Blick auf eine atemberaubende Landschaft frei. Noch etwa fünf-zehn Meter weit reichte der Felsen, der spärlich mit Gras bewachsen war, danach begann der Abgrund. Es dämmerte bereits. Am Horizont waren Berge zu sehen, die blau schimmerten. Davor im Tal erstreckten sich weite Wiesen und Wälder, hier und da unterbrochen von bebautem Land und kleinen Dörfern und Städten. Alles war von dickem weißen Nebel eingehüllt, der die Landschaft wie eine verzauberte Märchenwelt wirken ließ. Für einen Augenblick vergaß Celina die Kälte und trat näher an den Rand heran. Doch dann warf sie ei-nen Blick nach rechts und ihr Herz setzte einen Schlag aus. Dort stürzte die Thura mit lautem Rauschen meh-rere hundert Meter in die Tiefe.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 13.02.2009, 18:31
okay, das war jetzt n bissl kurz, deshalb stell ich noch den ersten teil des nächsten kapitels rein ;)
Onyx
Celina starrte in die kleinen orangefarbenen Flam-men, die leise knisternd an den Ästen emporzüngelten. Sie befanden sich in einer Mulde, die sie ein wenig vor dem beißenden Wind schützte.
Celina hatte die Arme um ihren Oberkörper ge-schlungen und rieb sich die schmerzenden Schultern, um sich schon ein wenig aufzuwärmen, bevor das Feuer eine angemessene Größe erreicht hatte.
„Warum hast du mich angelogen?“, fragte sie leise. Nein, nein, kein Wasserfall, es wird nur ein bisschen steil, hörte sie Onyx sagen.
Er schob gerade noch ein weiteres Holzscheit ins Feuer und sah sie über die Flammen hinweg prüfend an.
„Du solltest deine Klamotten ausziehen“, sagte er zusammenhangslos.
„Was?!“ Celina sah ihn völlig perplex an.
„Dann wird dir schneller warm“, erklärte er und zog sich selbst das nasse Hemd über den Kopf. Dann stand er auf und streifte sich die Hose von den Beinen. Nun trug er nur noch kurze braune Shorts, die er zu Celinas Erleichterung jedoch anbehielt. Er breitete seine Klei-der in der Nähe auf dem Boden aus und machte sich daran, sein Gepäck ebenfalls zum Trocknen herauszu-holen. Dabei warf er ihr über die Schulter einen Blick zu und zog die Augenbrauen hoch, eine Geste, die sie mittlerweile kannte.
„Ehrlich, das geht schon viel besser“, sagte er.
„Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich mich vor dir ausziehe?!“, fragte Celina aufgebracht und starrte auf seinen nackten Rücken. Obwohl Onyx ins-gesamt eher schmal war, hatte er erstaunlich breite, muskulöse Schultern.
Er stöhnte leise auf und wandte sich wieder um. „Keine Angst, ich guck dir bestimmt nichts weg“, sag-te er spöttisch. Sie zuckte zusammen. Er hatte ja Recht.
Sie zog ihre Jacke aus und nach kurzem Zögern auch die Bluse. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass er sich seinen Sachen zugewandt hatte, stand sie auf, um auch ihre Hose auszuziehen. Das dauerte allerdings etwas länger, weil sie erstens klatschnass an ihren Bei-nen klebte und sie erst versuchte, sie über die Schuhe zu ziehen, was ihr nicht gelang, weshalb sie die Hose erst wieder hoch- und ihre Turnschuhe ausziehen musste.
Kurz darauf klatschte Onyx etwas Hartes gegen den Rücken. Ärgerlich drehte er sich um und warf einen Blick auf Celina die, die nackten Beine bis unters Kinn gezogen und ihre Arme darum geschlungen, in die mittlerweile größeren Flammen starrte. Er schüttelte seufzend den Kopf und raffte ihre Kleider zusammen, die sie so ungeschickt herübergeworfen hatte. Oder vielleicht auch sehr treffsicher, dachte er und musste fast lächeln. Der Reißverschluss ihrer Jacke hatte be-stimmt einen sichtbaren Abdruck auf seinem Rücken hinterlassen.
Er legte Celinas Sachen zu seinen eigenen und machte dann, dass er selbst zurück ans Feuer kam.
Sie hob den Kopf, als er sich neben sie setzte. „Wa-rum hast du gelogen?“, fragte sie wieder.
Er atmete langsam aus. Dann zuckte er die Achseln. „Weil du sonst wahrscheinlich Panik bekommen hät-test und zu nichts mehr zu gebrauchen gewesen wärst“, sagte er.
Celina schnappte nach Luft. „Bitte was?! Ist es nicht mein gutes Recht, zu erfahren, wenn ich im Begriff stehe, in wenigen Sekunden in den Tod zu stürzen?“, fragte sie entgeistert und starrte ihn an. Es war mitt-lerweile dunkler geworden und der Schein des Feuers ließ seine schwarzen Augen glühen. Sie schauderte. Instinktiv warf sie einen Blick hinüber zu ihren Sachen und versuchte, seine Waffen zu auszumachen. Immer-hin waren sie weit genug weg.
Onyx deutete ihr Zittern anders. „Ist dir immer noch kalt?“, fragte er besorgt. „Die Decke, die ich dabeihabe, ist leider klatschnass, ansonsten würde ich ...“
Er kam nicht weiter, denn Celina sprang wutent-brannt auf. In diesem Moment war es ihr egal, dass sie nur Unterwäsche trug und dazu höchstwahrscheinlich aussah, als hätte sie gerade eine Prügelei hinter sich. Oder Schlimmeres.
„Weißt du was?“, rief sie und warf die Hände in die Luft. „Weißt du, was mich total aufregt?“ Ohne auf ihn zu achten, fuhr sie fort: „Du antwortest nie auf meine Fragen! Ich habe dich schon tausend Dinge gefragt und ständig hast du völlig andere Sachen geantwortet – immer lenkst du ab!“
„Na ja, tausend waren es ja nun nicht“, murmelte er und starrte auf das glitzernde Steinchen in ihrem Bauchnabel, das das Licht reflektierte.
Celina stöhnte. „Siehst du? Das meine ich! Du sagst andauernd irgendwelche ganz anderen, belanglosen Dinge und ...“ Sie brach ab und drehte sich von ihm weg. Sie konnte nicht beschreiben, wie seine arrogante, selbstsichere Art sie aufregte.
„Sind meine Sachen trocken?“, fragte sie auf einmal. „Ich will nach Hause.“
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 13.02.2009, 19:03
hey das hört sich gut an!!! BIn gespannt wie es weitergeht mit den beiden....
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 13.02.2009, 19:13
ich auch!!
mach büdde wetier :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 13.02.2009, 21:23
cool gleich zwei neue teile! =)
phu, gut haben sie sich retten können!
sönst wäre das wohl nicht so gut heraus gekommen!
*gar nicht daran denken will*
aber jetzt ist nur die frage wie sie wieder nach hause kommt?
das wird sicher nicht so einfach!
lg
p.s. achja, was ich schon lange mal fragen wollte!
was haben eigentlich diese maden in den kästen für einen zweck, im maisfeld?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 13.02.2009, 22:05
jaja, die maden ... also das gibts wirklich, dass man maden in die maisfelder hängt - wird in kürze in der story erklärt, denk ich, das hat einen ganz einfachen grund - aber bei mir bedeutet das evtl noch was anderes ;), wartets ab ...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 13.02.2009, 22:50
okay
aber schnell weiter :lol: :lol:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 14.02.2009, 14:51
ah okee! wohne eher auf dem land und kenne mich mit dem bauern auch etwas aus, aber eben, dass habe ich noch nie gehört!
aber da bin ich mal gespannt! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 14.02.2009, 14:53
icha uch... schnell weiter :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 14.02.2009, 23:45
okidokee, dann kommt auch schon der nächste teil! ...
(@ angi: ja, auf die sache mit den larven bin ich durch zufall gestoßen und es passte ganz gut in meine vorstellungen ... also wie gesagt, das kommt bald, wahrscheinlich im nächsten kapitel, also ein paar teile weiter ;) )
„Was! Soll ich sie trocken zaubern, oder was?“, fragte er. „Die trocknen hier draußen nicht so schnell. Und übers Feuer können wir sie schlecht hängen. Außerdem“, fügte er hinzu, „wie willst du denn überhaupt ,nach Hause’ kom-men? Ich denke, du bist an einem Ort gelandet, den du nicht kennst?“
Sie griff mit beiden Händen in ihr Haar und stieß einen kurzen, verzweifelten Schrei aus. „Das gibt es doch alles nicht! Das gibt es doch alles nicht!“, sagte sie. „Das kann doch alles nicht sein!“ Wieder spürte sie die Angst in sich aufsteigen. Wie war sie bloß hergekommen und warum war sie hier? Was wollte dieser Typ und was hatte sie mit ihm zu tun? Er hatte ihr zwar nun mehr oder weniger das Leben gerettet, aber nur, nachdem er es selbst in Gefahr gebracht hatte. Es gab keinen Grund, länger hier zu bleiben. Auf der anderen Seite gab es aber auch keine Möglichkeit, zu ver-schwinden, nicht zuletzt weil ihre Klamotten noch nass und kalt waren.
„Na komm“, sagte Onyx nun sanfter und fasste nach ih-rem Handgelenk. „Setz dich wieder hin – das nutzt doch jetzt auch alles nichts. Morgen sehen wir weiter, in Ord-nung?“
Sie ließ sich von ihm zu Boden ziehen, setzte sich in den Schneidersitz und stützte ihren Kopf in die Hände. Sie war völlig erschöpft. Erst, als die Tränen durch ihre Finger auf ihre nackten Beine tropften, bemerkte sie, dass sie weinte.
Onyx saß betreten neben ihr und schaute ihn die Flam-men. Ein verkohltes Holzstück brach in der Mitte durch und knisternde Funken stieben auf. Was war ihm da nur passiert? Wer war dieses Mädchen? Celina hieß sie, wenn er sie bei den Männern aus dem Dorf richtig verstanden hatte. Wie kam Celina hierher, wenn sie es selbst nicht wusste? Was machte ein Mädchen wie sie, das Schminke im Gesicht und einen merkwürdigen Glitzerstein im Bauch trug und noch dazu mit unbekannten Begriffen um sich warf, hier, in diesem Land? Stammte sie aus einer der Städte weiter au-ßerhalb? Hatte sie vielleicht ihr Gedächtnis verloren? In diesem Fall wäre es ja zu verstehen, dass sie am laufenden Band Fragen stellte. Vielleicht musste er versuchen, ihr ein bisschen mehr Verständnis entgegenzubringen.
„Ich kann ja versuchen, es dir zu erklären“, sagte er auf einmal leise. „Also, wer ich bin und warum wir Hals über Kopf geflohen sind.“
Celina sah auf. „Im Ernst?“, fragte sie und versuchte, forsch zu klingen, was ihr aber gänzlich misslang.
Onyx biss sich auf die Unterlippe. Da hat mein Mund mal wieder schneller gedacht als mein Kopf, dachte er missmu-tig. Ich muss vorsichtig sein.
„Na ja“, begann er, „es stimmt schließlich in gewisser Weise wirklich, dass ich immer ablenke. Dabei ist es eigent-lich gar kein großes Geheimnis oder so. Ich habe bloß keine Lust, in irgendetwas verwickelt zu werden.“ Das war sogar die Wahrheit. Zumindest fast. Denn eigentlich steckte er sowieso mittendrin.
Celina sah ihn misstrauisch an. Doch dann nickte sie und wischte sich mit den Händen die Tränen vom Gesicht. „O-kay. Das wäre immerhin schon mal ein Anfang“, sagte sie. Sie hielt die Finger näher ans Feuer. Es war bereits richtig heiß geworden und ihr Körper fühlte sich nicht mehr an wie ein unbeweglicher Eisklotz. Onyx hatte wirklich Recht gehabt mit den nassen Kleidern – hätte sie sie noch an, würde sie wahrscheinlich immer noch frieren. Auch ihm war wärmer geworden, doch er sah trotzdem so aus, als wäre ihm recht unbehaglich zumute.
Er war wieder in Schweigen verfallen, doch sie traute sich nicht, nachzuhaken, aus Angst, er könnte wieder ein Ab-lenkungsmanöver versuchen.
Nach einiger Zeit begann er zu reden.
„Weißt du, eigentlich ist es ganz einfach“, sagte er. „Der Neffe unserer Königin“ – Celina hob die Augenbrauen bei dem Wort ,Königin’, obwohl es sie eigentlich nicht allzu sehr überraschte, zu allem Unglück auch noch in einer Mo-narchie gelandet zu sein – „der Neffe unserer Königin heißt auch Onyx.“ Er hielt inne, fuhr jedoch kurz darauf fort: „Er wird vermisst. Weil er ... etwas angestellt hat, ist er geflo-hen.“
Wenn Onyx log, wurde er immer rot, doch da der Feuer-schein die Farben verfälschte, konnte Celina es nicht sehen.
„Und nun hast du Angst, mit ihm verwechselt zu werden und suchst lieber gleich das Weite?“, kombinierte sie.
„Na ja, schon“, brummte er.
„Aber machst du dich dadurch nicht erst recht verdäch-tig?“, fragte sie. „Wäre es nicht besser, die Sache zu klären?“
„Du kennst die Landsleute nicht!“, protestierte er. „Das würde Tage dauern, und so viel Zeit habe ich nicht.“
Celina überlegte, wie weit sie sich vorwagen konnte. Doch dann dachte sie sich, dass es sowieso egal war. Es konnte eigentlich kaum schlimmer werden als es jetzt schon war.
„Ich glaube eher, dass du der Gesuchte bist und deshalb abhauen musst“, mutmaßte sie und warf ihm einen ab-schätzenden Blick zu.
„Nein!“, entgegnete er sofort. „Ich bin nicht der Neffe der Königin.“ Celina fragte sich, warum seine Stimme so bitter klang. Sie schüttelte verwirrt den Kopf.
„Du hast wirklich eine komische Art, Fragen zu beant-worten.“
„Du hast überhaupt keine Frage gestellt.“
„Und du bist ein Haarspalter“, gab sie zurück.
„Ein – was?“
„Na ja, ein Haarspalter, Erbsenzähler, was auch immer.“
„Aah ja.“ Er nickte wissend. „Du meinst, ich bin spitzfin-dig?“
„Oder so“, seufzte sie. „Wie du meinst.“
Plötzlich stieg erneut Wut in ihr hoch. „Du hast es schon wieder gemacht“, rief sie. „Ich sag’s ja, immer lenkst du ab.“
Er zuckte die Schultern. „Na und? Diese Gabe kann recht nützlich sein.“
„Sie trägt aber nicht gerade dazu bei, dass die Leute dich mögen“, entgegnete sie.
Er lächelte. „Tja“, sagte er. „Wenn jemand die Gaben ei-nes anderen nicht achtet, ist er erstens egoistisch und zwei-tens selbst schuld.“
„Wieso das?“
„Weil er es verpasst, sich mit dem Menschen anzufreun-den, der ihm vielleicht einmal helfen könnte.“
Celina runzelte die Stirn. Was sollte das nun wieder hei-ßen? Wollte er einfach nur, dass sie freundlich zu ihm war, falls sie ihn irgendwann noch einmal brauchen sollte? Sie bezweifelte es. Oder wusste er etwas, das sie nicht wusste? Sie beschloss, nicht darauf einzugehen.
„Erzähl weiter“, sagte sie. „Wie kommst du hierher be-ziehungsweise was hast du an dem Maisfeld gemacht? Wie lange irrst du schon als Jäger durch die Wälder?“
„Das sind ziemlich viele Fragen auf einmal“, sagte er und hob abwehrend die Hände. „Könntest du es nicht ein biss-chen einfacher machen für einen Menschen, der Fragen ausweicht?“ Er grinste.
„Entschuldigung“, seufzte Celina. „Also, zu allererst: wie alt bist du eigentlich?“
„Gut, das ist nicht so schwer. Ich bin vor kurzem neun-zehn geworden. Und du?“
„Fast achtzehn“, antwortete sie. Er nickte grinsend. Wa-rum hatte sie nicht einfach siebzehn gesagt?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 16.02.2009, 17:52
stimmt.... weiter!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 16.02.2009, 18:01
weiter, weiter, weiter!!!!!!!!!! BIIIIIIIIIIIIIIIIIIITTEEEEEEEEEEEEEEE, ja??????????? :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 16.02.2009, 18:07
klar wenn sie on is vllt....^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 16.02.2009, 21:20
cool, jetzt hat man mal etwas über onyx erfahren!
der neffe der königin...
das könnte noch ziemlich spannend werden! =)
bin mal gespannt! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 16.02.2009, 22:30
:lol: ich acuh
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 17.02.2009, 23:01
hey, liebe leute, hier kommt was neues...!
(und danke euch allen!)
„Okay, nächste Frage“, sagte sie schnell, bevor er wieder einen seiner Kommentare abgeben konnte. „Wie kommt es, dass du ein einsamer Jäger geworden bist?“ Sie glaubte, bei dem Wort ,einsam’ ein Schatten über sein Gesicht huschen zu sehen, doch sie war sich nicht sicher.
Er unterdrückte ein Seufzen. „Na gut, da du anscheinend nicht eher Ruhe geben wirst, kann ich auch gleich von vor-ne anfangen.“ Er wechselte die Position, stützte sich nach hinten auf seine Hände und streckte die Beine aus, sodass seine noch in leichten Lederschuhen steckenden Füße nur um Haaresbreite von den heißen Flammen entfernt waren. Aus irgendeinem Grund fing Celinas Fragerei an, ihm Spaß zu machen. Vielleicht war er wirklich einsam.
„Ich bin als Sohn eines Bauern aufgewachsen“, begann er und fragte sich, wie viel er ihr erzählen konnte, ohne sich weiter verdächtig zu machen. Womöglich konnte sie sich einige Dinge zusammenreimen, wenn sie zu viel wusste – dumm schien sie nicht zu sein. „Mein Vater war kein armer Schlucker, wie du vielleicht jetzt denkst, sondern ein wohl-habender Landwirt. Er besaß einige Ländereien und baute vorwiegend Mais an – das ist unser Grundnahrungsmittel.“ Er warf ihr einen prüfenden Blick zu und bemerkte, dass sie ihn aufmerksam ansah. Schnell schaute er wieder in die Flammen. „Als ich sechzehn war, beschloss er, mich als Krieger ausbilden zu lassen – und so kam ich zur Armee. Es gefiel mir dort nicht gerade gut, besser gesagt ging es mir grottenschlecht und nach zwei elenden Jahren haute ich ab. Seitdem ziehe ich durch die Wälder und verdiene mir mein Brot durchs Jagen.“ Er versuchte ein Lächeln. „Ende der Geschichte“, sagte er leichthin.
„Moment“, sagte Celina, „eins verstehe ich nicht.“
Onyx verdrehte die Augen. Er hätte sich ja denken kön-nen, dass sie noch Fragen hatte.
„Wieso wollte dein Vater dich nicht zu seinem Nachfol-ger machen? Ist das im ... Ist das nicht so üblich mit den Söhnen?“ Beinahe hätte sie ,im Mittelalter’ gesagt.
„Ja, schon, aber mit den ältesten“, erwiderte er zögernd.
„Ach so, du hast noch einen älteren Bruder?“, fragte sie neugierig.
„Nicht mehr“, rutschte es ihm heraus. Er hätte sich ohr-feigen können.
„Was? Wieso das denn?“ Verwundert blickte Celina ihn aus ihren grünen Augen an.
„Er ist tot“, antwortete er in einem schroffen Ton, der ihr ganz klar bedeutete, das Thema fallen zu lassen.
Trotzdem wagte sie noch eine Frage zu stellen. „Und dei-ne Mutter?“ Ihre Stimme war leise und vorsichtig.
Er schüttelte genervt den Kopf. „Ich weiß gar nicht, wa-rum ich überhaupt angefangen habe, dir irgendetwas zu erzählen. Du gibst ja doch keine Ruhe“, entgegnete er mit unterdrücktem Zorn.
Celina senkte beschämt den Kopf. „Tut mir leid“, mur-melte sie. Das Thema Familie war schließlich auch bei ihr ein wunder Punkt.
„Ja, das sollte es auch“, sagte er heftig. „Da versucht man, dir zu helfen, und was kommt dabei heraus? Eine unver-schämte Frage nach der anderen!“
Sie hob beschwichtigend die Hände, verwundert, dass er derart aufgewühlt auf ein paar Fragen reagierte. Wenn man ihr gegenüber eine taktlose Bemerkung fallen ließ, sich je-doch dafür entschuldigte, war die Sache meistens erledigt.
„Hey, was hab ich denn so Schlimmes gemacht? Dass ich nach deiner Mutter frage, kann doch wohl so furchtbar nicht sein!“
„Weißt du, was dein Problem ist?“, fragte er und blickte sie direkt an. Sie sah die Wut in seinen Augen aufblitzen. „Du denkst nicht nach, bevor du jemanden anklagst! Ohne auch nur ein bisschen zu überlegen, stellst du gewissenlos Fragen und erwartest, dass sie dir alle beantwortet werden, so unangenehm sie auch sein mögen! Das ist egoistisch, weißt du das?!“
„Ach ja?! Und du bist kein Egoist oder was?“, rief sie. „Wie würdest du das denn nennen, wenn man anderen etwas vorlügt, um sie nach der eigenen Nase tanzen zu las-sen? Du tust gerade so, als sei ich eine Marionette und ziehst wie ein Verrückter an den Fäden – den ganzen Tag schon machst du das so!“
„Ach so, du trägst mir die kleine Bootsfahrt immer noch nach“, er nickte wissend und lächelte arrogant.
„Kleine Bootsfahrt? Wie soll ich das denn verstehen, wenn du mir was vorgaukelst, obwohl es um mein Leben geht?“ Sie hatte sich erregt nach vorne gebeugt und deutete mit der Hand auf sich. „Um mein Leben, ja!“
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 18.02.2009, 14:34
boah.... das ist ja echt mies. schnell weiter grinsi...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 18.02.2009, 16:40
Kann schon beide seiten verstehen, aber der is schon voll arrogant! Bin gespannt wie es weitergeht!!! ;)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 18.02.2009, 21:00
also soooo arogant finde ich den gar nicht ich mein ich kann verstehen was in ihm vor geht und warum er so reagiert.....
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 18.02.2009, 21:23
Ja aber er pflaumt sie immer voll an...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 18.02.2009, 21:25
also ich finde ihn auch nicht unbedingt arrogant!
celine ist ja shcliesslich auch nicht unbedingt die freundlichkeit in person!
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 19.02.2009, 15:31
okay okay ich nehm das arrogant ja zurück... :wink: aber mich würde er total auf die Palme bringen!...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 20.02.2009, 11:57
ich find das iwie richtig interessant, was ihr euch für gedanken macht - ich merk das ja gar net sooo genau, wenn ich die geschichte schreibe ...
muss allerdings zugeben, dass die beide schon ein bisschen ... special sind (würd sagen, das wort arrogant triffts in gewissem sinne schon, noname ;) ), aber man kann sich ja ändern .... egal, however, :D also, hier gehts weiter ...:
Onyx öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch dann schloss er ihn wieder. Es hatte ja doch keinen Sinn, diesem Mädchen etwas begreiflich zu machen.
„Ach, denk doch was du willst“, murmelte er, nun wie-der ruhiger. „Aber vergiss nicht, was ich gesagt habe, ir-gendwann wirst du es schon erfahren, was dir deine ewige Anklagerei bringt.“ Damit stand er auf und wandte sich abrupt von ihr ab.
In Celina brodelte es. Wie konnte er nur so ignorant und selbstgefällig sein? Erst brachte er sie beinahe um, dann erzählte er ihr in drei Sätzen sein Leben und meinte, das sei nun eine Erklärung für sein Verhalten, und jetzt nannte er sie auch noch eine Egoistin. Und sie musste sich eine Un-verschämtheit nach der anderen bieten lassen – sie war vollkommen abhängig von ihm, weil sie sich kein bisschen auskannte und alleine in dieser ... dieser Wildnis wahr-scheinlich keine zwei Tage überlebt hätte.
Wütend starrte sie ins Feuer, das leise knisterte. Ihre Au-gen folgten den Funken, die in glühenden Punkten und Fäden ein einzigartiges Schauspiel vor dem dunklen A-bendhimmel vollführten.
Onyx sortierte seine Sachen. Zumindest gab er das vor. Wie konnte dieses Mädchen nur? Noch nie hatte er sich so beleidigt gefühlt. Vor allem, da ihm irgendwas in seinem Innern sagte, dass sie Recht hatte.
Aber er hatte schließlich einen Grund für seine Geheim-niskrämerei – Onyx war sich sicher, dass Celina ihn verste-hen würde, wenn sie es wüsste. Nur durfte sie es nicht wis-sen.
Andererseits konnte auch er Celina verstehen, wenn sie ihn mit Fragen löcherte. Was hätte er in ihrer Situation wohl gemacht? Er wagte nicht, sich weiter mit dieser Frage zu beschäftigen.
Celina spürte auf einmal die Müdigkeit wie Blei auf ihren Lidern. Sie musste sich anstrengen, um die Augen offen zu halten.
„Ich will schlafen“, murmelte sie erschöpft. „Ich kann nicht mehr.“ Sie ließ den Kopf auf die Knie sinken und schloss die Augen. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter.
„Hey“, sagte Onyx und er klang um einiges sanfter als vorher. Offensichtlich hatte er sich wieder beruhigt oder tatsächlich eingesehen, dass er sie zu Unrecht beschuldigt hatte. „Du kannst jetzt nicht einfach im Sitzen einschlafen. Komm, wir breiten die Decke auf dem Boden aus, vielleicht ist sie jetzt einigermaßen trocken – dann können wir schla-fen gehen“, fügte er versöhnlich hinzu. Celina nickte nur, bewegte sich jedoch nicht vom Fleck.
Onyx seufzte und holte die Decke herüber, um sie auf dem vom Feuer angewärmten Boden auszubreiten. „Na komm schon.“ Er rüttelte sie am Arm.
Celina gab einen grunzenden Laut von sich. „Mmmh.“ Sie ließ sich einfach zur Seite fallen und rollte sich auf die Decke ohne die Augen zu öffnen.
„Pass auf!“, rief er und warf sich zu ihr, um sie abzufan-gen, bevor sie in die Glut rollte.
Sie öffnete erschrocken die Augen, blickte auf die rot glü-henden Kohlen und dann in sein Gesicht. „Oh“, sagte sie nur, rückte ein Stück vom Feuer ab und rollte sich auf der Decke zusammen. Sie war so müde, so furchtbar müde.
Ich krieg ein Geschwisterchen, war ihr letzter Gedanke, bevor sie einschlief.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 20.02.2009, 19:10
also ich kann celina echt verstehen... ich meine, sie ist einer anderen "Welt" gelandet oder Zeitdimension oder was auch immer....... hat keine Ahnung was passiert ist, hat grade eben nur ganz knapp überlebt und dann kommt dieser, dieser, dieser..... Lackaffe und macht sie auch noch fertig!!!!!!! :? Der hat sich grad seeeeeehr unbeliebt gemacht bei mir..... :? aber wie du schon sagtest.... :D menschen können sich ändern....wenigstens war er jetzt ein BISSCHEN nett.......... :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 20.02.2009, 19:13
aaaach übrigens....... wieso kannst du denn so früh einen Teil reinstellen????? Kommt ihr von der Schule aus immer an nen Computer?????? oder...... :roll:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 20.02.2009, 19:38
wir nie
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 20.02.2009, 20:59
also ich mag beide!
und wenn sie immer gut auskommen würden, dann wäre es ja nicht lustig! ;-)
und so erfährt man wenigtens ein bisschen über onyx!
wenn auch nicht gerade viel! ;-)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 20.02.2009, 21:39
Sayuri hat folgendes geschrieben: aaaach übrigens....... wieso kannst du denn so früh einen Teil reinstellen????? Kommt ihr von der Schule aus immer an nen Computer?????? oder...... :roll:
*hihi*, neenee, ich hab net geschwänzt :) bei uns geht nur dieses jahr das karnevalswochenende von freitag bis dienstag, voll knaller!! :tanz:
und dann konnt ich halt schon schön ins internet ... :lach062
@alle: ja, klar, das macht auch schon spaß, das alles zu schreiben mit dem streiten und den beleidigungen :D ...
aber manchmal haben die ja auch beide so ihre gründe ... :pfeif:
(hach, iwie machts mir echt wieder spaß, an der story zu schreiben, dank euch!!!) :knuddel:
:vielposten:
und ich mag diese ganzen smileys *lach* :n182:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 20.02.2009, 23:27
das ist gut grinsi.. schön weiterschreiben.1!! :lol:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 24.02.2009, 23:30
hallo liebe leute!
da ich jetzt sieben wochen lang nicht im forum sein werde - ich mache bei sieben-wochen-ohne mit, der fastenzeit und verzichte aufs internet (siehe www.7wochenohne.de ) , stell ich nur kurz einen längeren teil rein ... :)
also bis in sieben wochen, vllt hab ich die story dann ja schon fertig ;)
so, hier der neue teil:
Der See
Das leise Zwitschern eines Vogels weckte sie. Schlaftrun-ken wollte sie sich auf die andere Seite drehen und fuhr erschrocken auf, als sie feuchte Kälte im Gesicht spürte.
Sie war geradewegs in taunasses Gras gerollt. Ein leiser, kühler Windhauch traf ihre Haut und sie konnte einen Auf-schrei nicht unterdrücken, als sie bemerkte, dass sie nichts als Unterwäsche trug. Ihre Füße waren eingefroren.
Sie brauchte einen Moment, um ihre Gedanken zu ord-nen und sich zu orientieren. Dann registrierte sie erleichtert, dass Onyx nicht zu sehen war.
Sie wollte aufspringen und ihre Anziehsachen holen, be-vor er wiederkam, doch ihre Knochen und Muskeln protes-tierten schmerzhaft und sie fiel stöhnend auf die Decke zu-rück. Am Abend zuvor hatte sie gar nicht bemerkt, wie sehr die ungewohnten Anstrengungen und die abenteuerliche Flussfahrt ihr wirklich zugesetzt hatten.
Celina rieb sich die schmerzenden Beine. Als sie wie zu-fällig einen Blick auf ihre Hand warf, sah sie einen Bluts-tropfen, der an ihrem Finger herunterlief. Schnell schaute sie auf ihr Bein und erkannte eine frische Verletzung – ei-nen etwa zehn Zentimeter langen Schnitt, der sich an ihrer Wade entlang zog. Nun begann die Wunde auch ein wenig zu ziepen.
Wann war das passiert?
Zur Kontrolle untersuchte sie auch Bauch, Arme und Rü-cken genauer, doch sie fand nichts außer einigen Blutergüs-sen. Ansonsten hatte sie nur einen furchtbaren Muskelkater.
Mit einem leichten Ächzen stand sie wieder auf und fluchte leise, als sie den neuerlichen Schmerz im Knöchel spürte.
„Na na, das wollen wir aber nicht gehört haben“, rief eine amüsierte, mittlerweile wohlbekannte Stimme plötzlich. Mit einem Lächeln auf den Lippen trat Onyx zwischen den Bäumen hervor.
Celina raffte schnell ihre Sachen zusammen, die inzwi-schen glücklicherweise trocken waren, und zog sich die Hose über ihre geschundenen Beine.
„Oh Mann, mir tut alles weh“, klagte sie.
„Sei froh, dass du überhaupt noch lebst“, erwiderte Onyx ernst.
Celina verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Ja, mein Gott“, murmelte sie genervt.
„Und bitte hör auf, Gott zu lästern, klar?“ Jedes Lächeln war aus Onyx Blick verschwunden. „Ihm hast du das schließlich zu verdanken!“
„Eben“, sagte sie spöttisch, „Gott habe ich zu verdanken, dass ich an diesem verlassenen Ort bin und mich kaum noch bewegen kann.“
„Du weißt genau, was ich meinte“, entgegnete er kalt.
Sie senkte den Blick. Natürlich wusste sie es, sie wusste es ganz genau. Vielleicht sollte sie wirklich einmal aufhören, immer nur das Schlechte zu sehen.
„Hier“, sagte Onyx nun wieder freundlich, „ich habe Frühstück mitgebracht.“
Jetzt erst sah Celina, was er über der Schulter trug – einen Hasen, dessen braunes, weiches Fell blutdurchtränkt war und der schlaff an Onyx’ Seite herunterhing. Angeekelt fuhr sie zurück.
„Ich habe hier im Wald vor einiger Zeit Fallen aufgestellt. Wir haben Glück gehabt – eins der Karnickel ist gerade frisch hineingestolpert.“
„Das ist ja widerwärtig!“ Celina wandte schnell den Blick ab, als Onyx den toten Hasen von der Schulter nahm und auf einen Stein legte.
„Nein, es ist natürlich“, sagte er leichthin und zückte ein Messer, um das Tier zu verarbeiten.
„Natürlich? Ein von Blut tropfendes Haustier zu Frühs-tück zu verarbeiten? Das nennst du natürlich? Mal ganz davon abgesehen, dass ich zum Frühstück niemals Fleisch esse, ist mir jetzt echt der Appetit vergangen.“
Er zuckte nur mit den Schultern.
Celina zog sich ihre Bluse über den Kopf. Ein Jammer, dass sie keine Dusche und kein Deo hatte. Sie hasste es, sich dreckig und stinkend zu fühlen. Aber da Onyx sicher auch nichts dergleichen hatte, waren sie immerhin schon zu zweit. Vielleicht war es in dieser Welt ja so wie im acht-zehnten oder neunzehnten Jahrhundert, wo die Adligen sich einfach jeden Morgen einparfümierten, um den Ge-stank zu überdecken, und die Ärmeren einfach selbstver-ständlich vor sich hinmüffelten. Sie rümpfte die Nase.
Da sie nicht davon ausgehen konnte, an diesem Abend wieder zu Hause zu sein, würde sie Onyx wohl fragen müs-sen, wo sie sich am Abend waschen konnte. Wenigstens war es warm genug, um draußen zu baden.
Überhaupt musste Celina zugeben, dass das Wetter sich von seiner besten Seite zu zeigen schien. War gestern noch alles feucht gewesen, so war der Tag heute strahlend und frisch – das Gras leuchtete Grün, die Vögel zwitscherten in den Bäumen, deren Blätter das Licht der Sonne reflektier-ten, die von einem wolkenlosen Himmel schien ...
Und der Blick ins Tal war unbeschreiblich. Selten hatte Celina ein so wunderbares Fleckchen Erde gesehen. Wenn dies überhaupt in Fleckchen Erde war, dachte sie, und die-ser Gedanke ließ einen Schatten über ihr Gesicht gleiten.
Sie warf einen schnellen Blick zu Onyx, um sich zu ver-gewissern, wie weit er mit seiner Arbeit war. Als sie sah, wie er dem armen Tier das Fell abzog, fasste sie einen Ent-schluss.
„Onyx?“
Er blickte auf. „Ja?“
„Gibt es hier in der Nähe vielleicht einen Ort, an dem ich mich waschen kann?“ Sie wollte bloß weg von hier, von diesem Tiertöter und dem blutigen Etwas, weg von der wunderbaren Aussicht, die die Situation mit ihrem Zauber nur noch abstoßender machte. Außerdem wusste sie nicht, wie sie es in diesem Zustand bis zum Abend aushalten soll-te.
Er zuckte die Achseln, während er mit dem Messer han-tierte, das ekelerregende Geräusche hervorrief. Celina musste ein Würgen unterdrücken.
„Die Thura hat hier in der Nähe einen Ausläufer, der in einen kleinen See mündet. Der eignet sich einigermaßen zum Baden, zumal das Wasser einigermaßen sauber ist und es keine gefährlichen Tiere gibt.“
„Äh, aber es gibt dort Tiere?“, fragte sie skeptisch.
„Natürlich, was hast du denn gedacht?“ Er grinste. „Von Wasserschnecken bis zu mittelgroßen Fischen ist alles vor-handen.“
Ach du meine Güte, dachte Celina. Aber wenn sie sich dort waschen konnte ... Sie musste ja nicht gleich ganz hi-neingehen.
„Okay“, entschied sie, „und wo finde ich diesen See?“
Onyx, der ihre Miene genau beobachtet hatte, konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. „Du gehst einfach in diese Richtung.“ Er wies mit dem linken Arm in den Wald. Seine Hand war rot von Blut. „Immer geradeaus, dann müsstest du von selbst draufstoßen.“
Sie nickte. Da fiel ihr etwas ein. „Äh, Onyx“, begann sie, „was war denn das gestern mit den Wölfen?“
Er errötete leicht und winkte ab. „Ach, hier gibt es gar keine Wölfe. Zumindest nicht in diese Gegend.“ Er konnte sich selbst nicht erklären, warum er das am Tag zuvor ge-sagt hatte. Hätte er sie einfach allein gehen lassen, wäre alles wie immer, er müsste sich nicht mit einer zickigen Gö-re rumschlagen und könnte weiter seines Weges gehen. Wie immer. Einsam und allein.
Er verscheuchte diese Gedanken. Jetzt hatte sich das so-wieso erledigt. Was geschehen war, ließ sich nicht mehr rückgängig machen.
Celina sah ihn prüfend an, entschied sich dann aber, nicht nachzuhaken.
„Du hast nicht zufällig Seife oder so etwas in der Art?“, wagte sie zu fragen.
Onyx wies mit dem Kopf auf seinen Rucksack. „Doch, in meiner Tasche ist ein Stück. Ein Handtuch gibt es auch, das ist glücklicherweise über Nacht getrocknet.“
Celina atmete erleichtert auf. Sie konnte es kaum erwar-ten, den ganzen Dreck des vergangenen Tages von ihrem Körper zu waschen, Fische hin oder her.
Mit wenigen Handgriffen öffnete sie den Rucksack und schaute hinein. Obenauf lag das Handtuch; sie zog es her-aus. Es war erstaunlich weich. Darunter lagen einige Dinge, die sie im Dunkel des Rucksacks nicht erkennen konnte. Mit der Hand versuchte sie, die Seife zu ertasten. Dabei stieß sie mit den Knöcheln an etwas Spitzes. Überrascht hob sie es ins Licht.
Es schien eine Art Waffe zu sein – ein kunstvoll gearbeite-tes Eisengerät, das schwer in der Hand lag. Es sah aus wie eine kleine Sonne, mit Zacken nach allen Seiten und einer eisernen Spirale in der Mitte. Die Zacken waren enorm spitz. Ganz schön gefährlich, dieses Kunstwerk, dachte Ce-lina.
„Hey, was machst du da?“ Onyx hatte von seiner Arbeit aufgesehen und den Wurfstern in ihrer Hand entdeckt. „Was soll das, ich dachte, du wolltest Seife haben?“, rief er ärgerlich. Er legte den Hasen zur Seite und sprang auf. Mit wenigen Schritten war er bei ihr.
„Hier“, sagte er und holte das Seifenstück mit einem Griff aus dem Rucksack. „Und jetzt gib mir den Wurfstern zu-rück!“
„Wurfstern?“, fragte Celina entgeistert und blickte auf die Waffe in ihrer Hand. „Du wirfst dieses spitze Ding auf Menschen?!“
„Gib her“, sagte er wütend.
Sie sah ihm in die Augen und bemerkte noch etwas ande-res als nur Ärger in ihnen: Verzweiflung. Angst. Unsicher-heit. Ohne ein Wort gab sie ihm den Wurfstern zurück, griff nach der Seife und erhob sich. Das Handtuch über der Schulter, machte sie sich auf den Weg in die Richtung, in die er gezeigt hatte.
Sie warf einen Blick auf das helle Seifenstück in ihrer Hand. Dort, wo er es berührt hatte, hatten seine Finger blu-tige Spuren hinterlassen.
Onyx sah ihr mit gemischten Gefühlen hinterher. Mit einem Mal fühlte er sich mies. Er behandelte sie völlig will-kürlich und ungerecht. Doch sie war nicht ganz unschuldig daran. Noch nie hatte es jemand geschafft, so viele Erinne-rungen und Gefühle in ihm heraufzubeschwören. Es tat so weh.
Als er sicher war, dass Celina ihn nicht mehr sehen konn-te, holte er die anderen beiden Wurfsterne aus seinem Rucksack. Mit ausdruckslosem Blick betrachtete er sie. Wie kunstvoll sie gearbeitet waren. Jeder sah anders aus, war bis ins kleinste Detail ausgeklügelt.
Er wusste gar nicht, warum er sie nicht vernichtet hatte. Vielleicht hätte er sie auch verkaufen können. Aber dann hätte man ihn sicher ...
Nein! Er musste damit aufhören. Das Leben ging weiter. Zumindest für mich, dachte er bitter und eine Träne lief an seiner Wange entlang. Sie tropfte auf seine Hand und hin-terließ eine helle Spur in dem angetrockneten Blut.
So schnell wie mit ihrem schmerzenden Knöchel möglich, lief Celina durch den Wald. Sie konnte es nun kaum noch erwarten, endlich den See zu finden. Dies war der erste Lichtblick seit – ja, seit wann? Wie lange war es her, dass sie durch das Maisfeld gerannt und in diese ‚andere Welt’ oder was auch immer dies hier darstellen sollte, gelangt war? Sie versuchte zu rechnen. Es konnte keine vierundzwanzig Stunden her sein, doch es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Sie seufzte.
Alle Bilder, Gedanken und Gefühle stürzten plötzlich auf sei ein. Was war da bloß passiert?
Der Abend im Jugendcafe, Chrissy, Maren und Max; ihre Mutter, die ihr beichten musste, dass sie ein Kind erwartete, Raphael und Nadia in seinem Arbeitszimmer; der Spazier-gang mit Rufus, ihre Kurzschlussreaktion – das alles schien Wochen her zu sein.
Ihre Eltern mussten außer sich sein vor Sorge. Doch sie saß hier fest, mit einem Jungen, der nicht wusste, was er wollte, der unter Gefühlsschwankungen litt und unmöglich einzustufen war. Sie wusste nicht, ob sie ihm vertrauen konnte oder lieber Angst vor ihm haben sollte. Seinem Blick nach zu urteilen, sollte sie eher zu letzterem tendieren. Auch seine eigenartigen Waffen waren eher Angst einflö-ßend. Doch hätte er sie umbringen wollen, hätte er das längst tun können, zum Beispiel, als sie in dieser Nacht wie ein Stein geschlafen hatte.
Zwischendurch war er aber auch richtig freundlich und sanft. Dann gefiel er ihr sogar auf eine gewisse Art. Doch im nächsten Moment zerstörte er alles mit seinem wütenden Blick, seiner zornigen Stimme. Und dann seine komischen Bemerkungen über Egoismus und Dankbarkeit ...
Celina verstand die Welt nicht mehr. Wie auch? Vielleicht war das hier ja gar nicht die Welt! Bei diesem Gedanken musste sie fast lachen. Was blieb ihr anderes übrig, als sich so gut es ging mit ihrer Situation zurechtzufinden und in der nächsten Stadt alles zu versuchen, nach Hause zurück-zukommen? Allerdings konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie sie das anstellen sollte.
Laub raschelte unter ihren dreckverkrusteten Schuhen. Irgendwo sang ein Vogel sein Lied. Einige Zweige knack-ten, als sie über sie hinweg stieg. Sie sah sich suchend um. Weit konnte der See nicht mehr sein. Und tatsächlich – schimmerte da nicht etwas zwischen den Bäumen?
Celina beschleunigte ihre Schritte und war bald an der Stelle angelangt, die sie gesehen hatte. Vor ihr fiel der Waldboden schräg ab und tauchte in einen dunklen See, dessen Oberfläche in der Sonne spiegelte. Die vorwitzigen Lichtstrahlen, die durch die grünen, hohen Baumkronen gedrungen waren, malten skurrile Muster auf das Wasser.
Der See war von eher zweifelhafter Schönheit, fand Celi-na. Vor allem konnte sie nicht glauben, dass das Wasser sauber war – nicht einmal am Rand konnte man den Grund sehen. Sollte sie Onyx einfach vertrauen und ... Andererseits floss von der linken Seite der Flussarm in den See – er be-kam also ständig neues, sauberes Wasser zu der braunen Brühe. Aber ob das viel ausmachte?
Sie sah sich misstrauisch um. War es überhaupt sicher, dass sie hier niemand beobachtete?
„Ach, ist ja doch alles egal“, sagte sie laut und sah sich nach einer Stelle um, an der sie leichter ins Wasser kommen konnte. Mit langsamen Schritten ging sie um den See her-um, bis sie an eine kleine Einbuchtung kam, die unbewach-sen war und wo der Boden somit nur aus feuchter, dunkel-brauner Erde und kleinen Steinchen bestand.
Celina atmete noch einmal tief durch und zog sich die Bluse über den Kopf. Sie warf ihre Klamotten einfach auf die nasse Erde – die musste sie sowieso noch waschen. Das Handtuch legte sie obenauf, damit es trocken blieb.
Dann trippelte sie mit der Seife in der Hand die Uferbö-schung hinunter. Der Boden war allerdings nasser als sie gedacht hatte, und kurz bevor sie den Rand des Sees er-reicht hatte, rutschte sie weg. Mit einem spitzen Schrei platschte sie vornüber in eiskaltes Wasser.
Glücklicherweise war es nicht tief. Und trotz der Kälte tat es gut, Wasser am Körper zu spüren, das sie nicht brutal mit sich riss und von Felsen gespickt war. Außerdem fühlte sie sich hier sicherer. Sie konnte sich zwar nicht vorstellen, dass Onyx irgendein Perverser war, der ihr folgte und ihr beim Baden zusah, doch trotzdem war der Blickschutz, den das dunkle Wasser bot, sehr angenehm.
Ohne sich aufzurichten, paddelte sie in Hockstellung wei-ter in den See hinein, bis das Wasser ihr im Stand bis zur Brust ging. Dann begann sie, sich ausgiebig zu waschen.
Es tat so gut, den ganzen Dreck vom Körper zu spülen – die Schminke, die Erde, den Geruch des Feuers, das Gefühl der Larven auf der Haut ...
Scheinbar aber auch noch etwas anderes, dachte sie seuf-zend, als sie die rote Farbe an ihrer Hand bemerkte, wäh-rend sie sich, so gut es mit dem Seifenstück ging, die ver-filzten Haare wusch. Ihre Tönung hielt Onyx Seife anschei-nend nicht stand.
Na ja, was soll’s, dachte sie, solange Onyx mich mit mei-ner natürlichen Haarfarbe noch erkennt und nicht glaubt, ich wäre eine Gestaltenwandlerin oder so etwas ...
Wer wusste schon, was es hier in dieser Welt sonst noch alles gab. Überhaupt ging diese ganze Sache über ihre Vor-stellungskraft. Ob sie jemals herausfinden würde, wie das passiert war? Ob sie jemals zurückkehren würde?
Ihr stiegen die Tränen in die Augen.
„Mensch, Celina, du hast in den letzten Stunden echt ge-nug geheult“, rief sie wütend und schlug mit der Hand aufs Wasser. Unter der Oberfläche bewegte sich ein langer Schatten hektisch von ihr weg.
Entsetzt machte Celina einen Satz zur Seite. Die Fische!, dachte sie erschrocken. Sie hatte gar nicht mehr an die Tiere gedacht.
Schnell machte sie, dass sie den Schaum aus ihren zer-zausten Haaren bekam und schwamm zurück zum Ufer.
Dort schnappte sie ihre Kleider und hockte sich wieder ins Wasser, um sie zu waschen.
Erst als sie damit fertig war, fiel ihr auf, dass sie ja nun nichts Trockenes zum Anziehen hatte. Warum konzentrier-te sie sich auch nicht richtig?
Kopfschüttelnd hängte sie ihre Sachen über einen niedri-gen Ast, trocknete sich ab und wickelte sich dann in das Handtuch ein, dass glücklicherweise groß genug war. Dann setzte sie sich auf einen Baumstumpf in der Nähe und starr-te auf das Wasser. Was hinter ihr im Wald vor sich ging, beachtete sie gar nicht.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 25.02.2009, 13:55
woha toll.. weiter!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 25.02.2009, 16:24
och manno ich will nich sieben wochen lang warten... :(
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 25.02.2009, 17:57
tja.... kann man nich tivel ändern....
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 25.02.2009, 20:07
OH GOTT!!!!! wie sollen wir denn diese 7 wochen durchhalten??????!!!!! *verzweifelt guck ?????? naja..... ich wünsch dir aber viel Spaß und gutes Gelingen.... trifft es das???? ;-)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 25.02.2009, 21:20
@ Sayuri: habe ich mich eben vorher auch scho gefragt, was man da so schreibt! aber ja, sie weiss ja sicher wie wir es meinen! =)
der teil war auf jedenfall wieder echt cool! =)
mal sehen ob ich die 7 wochen aushalte!
aber wenn du es ohne internet aushälst, werde ich es sicher so lange ohne ein neuer teil von dir aushalten! (hoffe ich jedenfalls! ;-) )
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 26.02.2009, 15:16
also ich kann desniccht^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mayamausi96 - 06.04.2009, 16:05
coole geschichte!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 07.04.2009, 14:28
haste noch immer keienn titel?
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 14.04.2009, 18:18
Hallihallo, da bin ich wieder!!! :D
Hab euch vermisst ;)
Und einen neuen Teil geschrieben, ich hoffe, es gefällt euch - trotz der langen Auszeit =)
Überfall
Celina summte leise vor sich hin. Sie versuchte, mit ihrer Stimme auszudrücken, was sie empfand – die Verwirrung, die Angst und Verzweiflung und gleichzeitig die Verwun-derung über die Schönheit dieser Natur. Aus diesen Ge-danken entstand eine unruhige Melodie, die mal hoch, mal tiefer war und die immer lauter wurde.
Doch mit einem Mal hatte sie das Gefühl, beobachtet zu werden. Sie stockte. Ein Adrenalinstoß fuhr durch ihren Körper und sie drehte sich rasch um. Nichts. Da war nie-mand.
Nur der Wind raschelte in den Bäumen und in einer Baumkrone bewegten sich die Blätter, als ein Vogel aufstob und davonflog. Im Hintergrund plätscherte das Wasser des Sees.
Celina fröstelte. Es hatte sich verblüffend real angefühlt.
Immer wieder drehte sie sich nach allen Seiten um, damit ihr keine Bewegung, kein Geräusch entgehen konnte.
Doch nach einer Weile beruhigte sich ihr Herzschlag wieder. Warum war sie bloß so schreckhaft?
Sie zuckte die Achseln. Einbildung ist auch ’ne Bildung, dachte sie.
Sie nahm die Melodie wieder auf und nun sang sie, um sich selbst zu beruhigen, wie gestern am Maisfeld.
Einige Zeit später erhob sie sich und sah nach ihren Kla-motten, die im lauen Wind hin und her schaukelten. Die Bluse war schon fast wieder trocken, nur die Sweatjacke war noch klitschnass und ihre Jeans fühlte sich kalt und klamm an. Ihre Unterwäsche war bereits gänzlich getrock-net. Mit flinken Bewegungen zog sie sie über.
Er war leise. Seine weiche, lederne Kleidung und die Mokkassins machten nicht das geringste Geräusch, wenn er sich bewegte. Nur wegen des Laubes, das den Waldboden bedeckte, musste er aufpassen. Vor allem musste er besser auf Zeroa achten.
Als er wenige Minuten zuvor den Griff um Zeroas Hals-band gelockert hatte und der große Wolfshund einen gro-ßen Satz nach vorne machen wollte, hätte sie sie beinahe entdeckt.
Nun hockte er im Unterholz und beobachtete, wie sich das Mädchen anzog, wieder in ihr Handtuch wickelte und sich auf den Stein hockte. Erleichtert registrierte er, dass sie erneut anfing zu singen. Er musste zugeben,dass sie eine schöne Stimme hatte, doch wenn man allein im Wald war, war es wirklich unheimlich dumm, alle anderen Geräusche zu übertönen.
Gut, das war nur zu seinem Vorteil.
Rechts von ihm saß Zeroa und ließ das Mädchen nicht aus den Augen. Er konnte den Herzschlag des Tieres mit der Hand spüren. Die Anspannung des Wolfshundes war nur zu verständlich – schließlich war er darauf abgerichtet, zu töten. Tiere – und manchmal auch Menschen.
Er grinste hämisch. Leider war das heute nicht der Befehl, den er ihm geben sollte. Zu schade. Allerdings war er sich momentan nicht ganz sicher, wie er überhaupt handeln sollte. Dieses Mädchen machte ihnen einen schönen Strich durch die Rechnung. Aber es zu töten – das hätte sie be-stimmt nicht gutgeheißen, schließlich war es möglich, dass es etwas wusste, das ihnen helfen konnte.
Er kaute angestrengt auf seiner Unterlippe herum, bis er Blut schmeckte.
Was, wenn er das Mädchen als Köder benutzte? Seine Lippen verzogen sich zu einem fiesen Lächeln. Er arbeitete gerne mit Mädchen – er genoss ihre Angst, liebte ihre Zer-brechlichkeit.
Zeroa geht das genauso, dachte er grinsend und warf einen Blick auf seinen tödlichen Begleiter.
Sanft kraulte er ihm den Nacken.
Zeroas Grollen ging in dem Gesang des Mädchens unter.
Celina hielt inne. Was war das schon wieder? War da nicht etwas gewesen?
Sie sollte aufhören zu singen. Gegen ihre Beklemmung half es sowieso nicht wirklich.
Sie schauderte. So zuwider ihr Onyx Art manchmal auch war und so sehr sie das tote Kaninchen zum Frühstück ver-abscheute – länger wollte sie hier nicht bleiben, nasse Kla-motten hin oder her.
Sie stand auf und zog sich auch die restlichen Anziehsa-chen über. Dann raffte sie das Handtuch und die Seife zu-sammen und setzte sich in Bewegung.
Als das Mädchen sich erneut erhob und nun auch noch die anderen Klamotten anzog, fasste er einen Entschluss: jetzt oder nie!
Er richtete sich auf und schlich näher an den See heran. Nur noch ein paar Schritte, dann konnte er es riskieren, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dann hätte sie keine Chance mehr zu entkommen und es würde ein leichtes sein, sie zu schnappen. Er musste nur aufpassen, dass Zeroa dem Mädchen keinen Schaden zufügte, denn dann wäre sein Plan zunichte.
Doch er hatte nicht mit Zeroas eigenmächtigem Handeln gerechnet. Er war wieder einmal nicht aufmerksam genug.
Wie sollte er auch damit rechnen, dass das Tier sich selbstständig machen würde, wo es ihm doch sonst bedin-gungslos gehorchte?
Als sein Wolf sich mit einem gewaltigen Knurren losriss und auf das Mädchen zustürmte, war es bereits zu spät.
Das Knurren fuhr Celina bis ins Mark. Mit einem Schrei wirbelte sie herum und – ihr blieb fast das Herz stehen. Et-wa zwei Meter vor ihr, mit hochgezogenen Lefzen, kauerte ein großer, dunkelgrauer Wolf. Schritt für Schritt näherte sich das Tier. Sein tiefes Grollen ließ sie erzittern.
Celina spürte ihr Blut hart und schnell an ihren Schläfen und ihrem Hals pulsieren. Nein!, dachte sie. Nein! Nein!
Es war, als liefe alles in Zeitlupe ab. Wie der Wolf sich auf sie zubewegte, zum Sprung bereit, wie das Handtuch und die Seife ihr aus der Hand fielen ... Sie nahm jedes kleinste Detail wahr.
Von einem Baum zu ihrer Rechten löste sich ein Blatt und segelte langsam zu Boden. Ein Windstoß fuhr ihr leise säu-selnd durch die nassen Haare. Der Wolf fletschte die Zähne und seine Krallen bohrten sich in die feuchte Erde.
Und dann sprang er.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 14.04.2009, 19:00
Juhu, du bist wieder da! :D
*freu*
wir haben dich auch vermisst! =)
und der teil ist mal wieder super!
das wird echt immer wie spannender! *schauder*
hoffe mal, dieser typ kann seinen wolf i-wie noch zurückhalten oder so, damit er celina nichts tun kann!
obwohl, der meint es ja auch nicht gut!
ach, am bestern wäre es einfach, wenn onyx dazu kommen würde und sie retten würde! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 14.04.2009, 23:05
JAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!! du bist wieder daaaaa......!!!!!! :D und der neue teil ist wirklich super, kann ich nur zustinmmen....;) beim lesen hab ich auch die ganze zeit gehofft, dass onyx auftaucht......^^ du schreibst echt so fesselnd!!!!!!! :wink: :D :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mayamausi96 - 15.04.2009, 10:05
endlich gehts weiter :D .... der teil ist echt spannend, bitte schnell weiter *ganz lieb anguck* :wink:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 15.04.2009, 10:54
ja weiter!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Fruchtzwerg - 15.04.2009, 17:06
@ Grinsekatze: Du bist wieder da!!! :D :D
Und der Teil ist auch wieder supi.
Ich hoffe dass geht iwie doch noch gut aus.
Muss ja irgendwie, find ich. :wink:
Ich hoffe es geht ganz schnell weiter! :D
Ich bin schon gespannt wie ein Bogen. xD
Hach.. :lol:
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 17.04.2009, 12:05
*für ein happy end sei*
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
noname - 17.04.2009, 12:14
Wahnsinnig spannend und endlich gehts weiter ! Uah bitte schnell weiterschreiben!
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 17.04.2009, 12:17
ajf
auf jeden fall
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 17.04.2009, 21:43
obwohl ich mich auch voll hammers freu das du wieder da bist:
Warum endest du gerade an so einer spannenden Stelle
ich hab auch die ganze zeit gehofft das Onyx kommt... :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 20.04.2009, 14:06
udn hetue hat sie gebby!^^
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Sayuri - 25.04.2009, 22:56
uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii büdde, büdde weiter!!!!!!!!!!!!!!! Jaaaaaaaaa???????????????? :P :roll: :D :D
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mayamausi96 - 26.04.2009, 12:32
oh ja bitte bitte bitte...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 27.04.2009, 13:46
:lol: bitte! *fleh*
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 20.05.2009, 15:54
Hey ihrs! Sorry, dass ich so lange nix mehr geschrieben hab, ich hatte voll wenig Zeit und wenn ich mal Zeit hatte, hab ich was anderes gemacht :P Ich brauch für sowas immer ne "kreative Phase" :)
Okay, aber hier kommt ein neuer Teil - ist zwar nicht soo lang, aber immerhin etwas =)
Würd mich über ehrliche Kritik freuen, wisst ihr, ich hab in letzter Zeit, wenn ich schreibe, dauernd den Eindruck, dass mein Stil voll langweilig ist oder sowas. Jedenfalls kommts mir manchmal komisch vor und dann hängts mir zum Hals raus :?
Naja, hier erstmal der neue Teil:
Der Schrei blieb ihr in der Kehle stecken. Sie spürte die großen Pranken gegen ihren Oberkörper prallen und stürz-te zu Boden. Speichel spritzte ihr ins Gesicht und das Knur-ren war so nah und so laut, als käme es direkt aus der Erde.
Reflexartig riss Celina die Arme vors Gesicht, um sich zu schützen. Ihr Herz pochte wie wild.
Dann – so plötzlich, dass sie es selbst kam nachvollziehen konnte – packte sie die Wut. Mit aller Kraft kämpfte sie ge-gen das Gewicht des großen Wolfes an, der bisher keinerlei Anstalten gemacht hatte, seine Zähne einzusetzen. Ihre rechte Hand krallte sich in das zottige Fell an der Brust des Tieres, mit der Linken packte sie von oben seine Schnauze. Sie wusste nicht, wie sie darauf gekommen war oder woher sie die Kraft nahm, doch sie schaffte es, den wütenden Wolf zur Seite zu schieben. Kaum hatte sie sich aufgesetzt, sprang sie schon auf und rannte los, so schnell sie ihre Beine trugen.
Sie wusste genau, dass dies keine besonders kluge Ent-scheidung war, denn damit animierte sie das Tier erst recht zu einer Jagd, aber ...
In Bruchteilen von Sekunden hatte der Wolf sich aufge-rappelt und verfolgte sie in langen Sätzen.
In ohnmächtigem Zorn beobachtete er das Geschehen. Er konnte nichts tun, wenn er sich nicht verraten wollte. Was würde er von ihr zu hören bekommen! Er wollte nicht daran denken.
Niemals hätte er gedacht, dass dieses Mädchen zu sol-chem fähig wäre. Er hatte die stumme Wut gespürt, die von ihr ausging, als sie Zeroa in einer Bewegung beiseite gesto-ßen hatte. Fast musste er lächeln. Ihre Art gefiel ihr.
Doch was sollte er nun tun? Wenn er seinen Wolfshund rief, würde das Mädchen merken, dass ein Mensch dahinter steckte. So hatte er wenigstens noch eine Chance. Und wenn Zeroa das Mädchen gleich tötete ... nun, er musste ihr ja nichts davon erzählen, dass der Junge eine Begleiterin ge-habt hatte.
Celina lief so schnell wie sie noch nie in ihrem Leben ge-laufen war. Ihr Puls raste und ihre Füße flogen nur so über den Waldboden. Doch sie konnte dieses Tempo nicht mehr lange aushalten. Früher oder später würde dieses Monster sie einholen und dann? Sie riss den Kopf herum. Nur noch drei Meter Abstand!
Mit einem Mal verlor sie das Gleichgewicht. Sie war über einen dicken Ast gestolpert und schlug der Länge nach hin. Aus!, dachte sie noch. Jetzt ist es endgültig vorbei!
Der Wolf machte einen großen Satz.
Und dann traf ihn der Pfeil.
„Celina? Celina!“ In fliegender Hast kniete sich Onyx neben sie auf die Erde. „Celina?!“ Seine Stimme brach.
Mit den Händen umfasste er ihre Schultern und schüttel-te sie leicht. „Bist du in Ordnung? Celina!“ Er klang aufgeregt.
Celina stöhnte und öffnete die Augen. Ein sonnenge-bräuntes Gesicht mit beinah schwarzen, besorgten Augen hing direkt über ihr und versperrte ihr die Sicht. Es war wie ein Déjà-vue. Nur schlimmer. Und gleichzeitig besser.
„Onyx?“, murmelte sie. „Oh scheiße, mein Knöchel. Mein Kopf. Ooh ...“ Sie versuchte sich aufzusetzen und fasste sich an ihren schmerzenden Schädel.
„Du meine Güte!“
Dann erst registrierte sie, was passiert sein musste. „O-nyx! Mann, du hast mir grade das Leben gerettet!“ Sie lach-te rau. „Mensch, das war echt Rettung in letzter Sekunde!“
Er nickte und lächelte, doch er schien geschockt zu sein. „Ja, das kann man wohl sagen.“
Er drehte sich um und warf einen Blick auf das große, dunkle Tier, in dessen Seite einer seiner Pfeile steckte. Es bewegte sich nicht mehr, doch das Blut strömte unaufhaltsam aus der Wunde. Celina folgte seinem Blick und hat-te mit einem Mal wieder ein mulmiges Gefühl. Plötzlich musste sie an Rufus denken und stellte sich vor, wie er hier lag, ihr kleiner Liebling, und wie er elend ver-blutete ...
„Ist er – tot?“, fragte sie und musste sich räuspern, um den Kloß in ihrem Hals zu vertreiben.
Onyx zuckte die Achseln und schüttelte dann den Kopf. „Noch nicht.“ Aber als er ihr Gesicht sah, nahm er ihre Hand und zog sie vorsichtig hoch. „Komm“, sagte er leise, „wir holen schnell die Sachen und gehen zurück, in Ord-nung.“ Es klang eher wie ein Befehl als wie eine Frage.
Celina ließ sich ziehen. Mit einem Mal war sie unendlich müde. Jetzt, wo die Wirkung des Adrenalins nachgelassen hatte, fiel es ihr schwer, sich noch auf den Beinen zu halten. Doch Onyx hatte sich bei ihr untergehakt und stütze sie, wofür sie wirklich dankbar war.
So schnell wie möglich holten sie Onyx' Handtuch und die Seife und machten sich auf den Rückweg. Schon einige Zeit bevor sie das Lager erreichten, stieg Celina ein köstli-cher Duft in die Nase.
„Sag nicht, das ist das erbarmungswürdige Karnickel“, murmelte sie. Zu mehr war ihre Stimme noch nicht wieder fähig.
„He, du grinst ja schon wieder“, erwiderte Onyx leise und verzog die Lippen zu einem Lächeln. Er lenkte sie zwi-schen den Bäumen hervor auf die Lichtung, ließ dann ihren Arm los und trat in Richtung des Feuers. „Tadaa!", rief er und breitete demonstrativ die Arme aus. "Es gibt Frühstück!“ Dabei zog er eine so verrückte Gri-masse, dass Celina das Lachen nicht zurückhalten vermochte. Au-ßerdem konnte sie sich nun, da die mundgerechten Fleischstücke, die in einer kleinen Blechpfanne über den Flammen brutzelten, nicht im Entferntesten an das blutige, pelzige Wesen zuvor erinnerte, sogar mit dem Gedanken anfreunden, zum Frühstück Fleisch zu essen. Zumal es ein-fach wunderbar roch.
Seufzend ließ sie sich auf den Boden fallen. „Ich hoffe, es ist bald fertig. Ich sterbe vor Hunger!“
Onyx lächelte nur und verkniff sich zum allerersten Mal die ironische Bemerkung, die ihm auf der Zunge lag.
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Grinsekatze - 20.05.2009, 15:57
Achja, und ich habe gedacht, dass die Geschichte endlich mal einen Titel haben soll - mir ist noch kein besserer eingefallen, also ist eventuell nur vorübergehend :)
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
Angi90 - 20.05.2009, 18:18
deinen stil und langweilig?
niemals!!
der teil ist einfach wieder super geschrieben und total spannend! =)
echt gut ist onyx noch im richtigen moment aufgetaucht! =)
naja, aber mir tut der wolf trotzdem etwas leid! =(
liegt aber wahrscheinlihc daran, dass es meine lieblingstiere sind!
achja und der titel finde ich auch nicht schlecht! =)
lg
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 23.05.2009, 13:01
ja der titel is superhammer
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mayamausi96 - 24.05.2009, 20:43
find ich auch :D
der teil is auch total cool...
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
claudi - 25.05.2009, 16:03
*nick*
seh ich auch so
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mari - 28.05.2009, 18:19
ich finde den Titel auch voll toll
wer ist der Typ mit dem wolf?????*echtneugierigsei*
Re: (Name geändert) Die Sterne des Prinzen
mayamausi96 - 31.05.2009, 17:14
stimmt...
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
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