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Re: Ein Beispiel für eine Fehldiagnose!
Anonymous - 25.11.2008, 05:34Ein Beispiel für eine Fehldiagnose!
Durch Zufall fand ich dieses Forum, und gleich war wieder die Erinnerung da. Deshalb halte ich es für geboten, den Fall meines Sohnes hier einzustellen.
Im Alter von drei Jahren zeigte unser Jüngster ein auffälliges Gehverhalten, das war 1989. Seine Füße stellte er nach außen und bewegte die Beine in nach außen schwingender Art. Er konnte nur noch mit Mühe gehen und gar nicht mehr laufen.
Unser Hausarzt, ein Jugoslawe, überwies ihn an einen örtlichen Röntgenarzt, der bereits bei der ersten Aufnahme sicher war, dass hier Morbus Pertes vorläge. Es wurden noch zwei weitere Aufnahmen gemacht, die diese Diagnose in aller Deutlichkeit bestätigten. Die Aufnahmen haben wir noch.
Darauf wurde unser Sohn an einen Spezialisten für Kinderorthopädie, Professor am Kinderkrankenhaus der Universitätsklinik Essen, überwiesen. Dieser nahm eine gründliche Untersuchung vor und begutachtete auch die vorliegenden Röntgenbilder. Er bestätigte die Diagnose in einem ausführlichen Gutachten, das wir ebenfalls noch in Besitz haben.
Nach seinem Therapieplan wurde für unseren Sohn dann eine Schiene angefertigt, die bis zur Hüfte reichte und ihn ganz erheblich einschränkte. Uns wurde eröffnet dass er eine solche Schiene über mehrere Jahre tragen müsse.
Als die Gegenreaktion unseres Sohnes immer heftiger wurde und es kaum noch möglich war ihm die Schiene anzulegen, suchte meine Frau den Hausarzt auf, um von ihm Rat einzuholen. Dessen Ehefrau, eine ausgebildete Ärztin, die allerdings in Deutschland nicht praktizieren durfte, nahm sich des Falles an. Sie fragte nach einer Untersuchung ob unser Sohn mit Katzen in näheren Kontakt gekommen sei, was wir bejahen mussten. Sie äußerte den Verdacht eines durch Katzen übertragenen Infekts im Gehirn. Nachdem sie ihren Verdacht in der Fachliteratur abgeklärt hatte, schlug sie uns eine Therapie mit Antibiotika vor. In unserer Verzweiflung willigten wir ein. Unterbanden auch jeden Kontakt mit der Katze.
Nach etwa einer Woche waren die Symptome völlig verschwunden, unser Sohn ging und lief wieder völlig normal. Auch danach traten nie wieder Auffälligkeiten beim Gehen auf. Wir setzten dann die Benutzung der Prothese aus. Auch sonst war bei ihm eine bestehende Aggressivität und Antriebslosigkeit verschwunden.
Heute ist er 22 Jahre alt und hat ganz erkennbar keinen bleibenden Schaden an der Hüfte. Es ist völlig klar, dass es sich in diesem Fall um ein beeindruckendes Beispiel von Fehldiagnosen handelt. Ein für Ärzte typischer Fall, bei dem ein einmal aufgekommener Verdacht einseitig weiter verfolgt wird, ohne auch noch andere Möglichkeiten abzuklären.
Als er die Ausbildung zum Feuerwehrmann begann, wurde er noch einmal untersucht, da er diese Erkrankung genannt hatte. Es wurde keinerlei krankhafte Veränderung im Hüftgelenk festgestellt. Es wurde ihm jedoch auf Nachfrage versichert, dass dies der Fall sein müsste, wenn bei Morbus Pertes die Therapie abgebrochen wurde. Er kann also niemals daran erkrankt gewesen sein.
Einen bitteren Beigeschmack hat die Geschichte dadurch erhalten, dass diese Ärztin schließlich in Deutschland verurteilt wurde, weil sie keine ärztliche Tätigkeit hätte ausüben dürfen. Sie hatte jedoch eine ganz umfangreiche Erfahrung und war bereit allen in Frage kommenden Möglichkeiten nachzugehen. Uns sind auch weitere Fälle bekannt, in denen diese Ärztin eine andere Diagnose stellte und somit erfolgreich therapieren konnte, wo die Behandlung anderer Ärzte über lange Zeit zu keinem Ergebnis geführt hatte. Leider erfuhren wir von dem Verfahren gegen sie erst zu spät, sonst hätten wir uns gerne als Zeugen zur Verfügung gestellt.
Mir ist bewusst dass dieser Beitrag in diesem Forum verunsichern muss. Aber ich kann auch nicht umhin, diese Erfahrung so einfach zu verdrängen. Ich biete jedem die Einsicht in die vorliegenden Unterlagen an, der daran ein Interesse hat.
Re: Ein Beispiel für eine Fehldiagnose!
Wodenn - 25.11.2008, 12:08
Hallo Hubert,
schön, dass Dein Sohn auch nach 20 Jahren keine Auffälligkeiten mehr zeigt.
Ich habe keine Ahnung, wie genau die Bildgebung (Röntgen) vor 20 Jahren war und bin auch sonst ein medizinischer Laie, aber auf den heutigen Bildern meines Sohnes sehe ich selbst den scholligen Zerfall des Hüftkopfes. Es springt einem quasi ins Auge und ist sowas von eindeutig.
Wie wärs, wenn Du mal Herrn Strömich von der Deutschen Morbus Perthes Initiative kontaktierst.
Herr Strömich arbeitet mit diversen Perthes-Professoren zusammen, die den Fall Deines Sohnes vielleicht interessieren oder die Bilder nach so vielen Jahren einfach noch mal beurteilen könnten.
Viele Grüsse,
auch an den Feuerwehrmann :-),
Astrid
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