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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Mortis Finis - Ferry Forum: Marauder Forum Forenbeschreibung: Hier ist das Reich der Tunichgute aus dem Unterforum: Muggelecke Antworten: 4 Forum gestartet am: Montag 03.10.2005 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Das Ende vor Augen Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 10 Monaten, 11 Tagen, 20 Stunden, 21 Minuten
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Re: Das Ende vor Augen
Mortis Finis - 17.04.2006, 21:29Das Ende vor Augen
Das Ende vor Augen
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Es war ein normaler Apriltag gewesen! Regnerisch, feucht und durchwachsen, wie es eben den April auszeichnet. Keiner konnte ahnen, dass dieser Tag einiges verändern sollte. Erst recht nicht Josh!
Für Josh war der Tag bisher verlaufen wie immer. Er kam von der Spätschicht und schlich direkt ins Bad, wo er wie immer, den Frust und Stress des Tages mit ein paar angenehmen Wogen warmen Wassers wegwaschen wollte. Doch dort begann es auch schon, ohne, dass es Josh zu deuten wusste. Er konnte seinen Frust nicht abwaschen. Der Stress klebte an ihm, wie frischer Harz aus einem gerade verwundeten Baum. In dicken Tropfen schien er an ihm herabzulaufen.
Er wusch, er rieb, er ließ heißes und kaltes Wasser über seinen Körper fließen, aber es half nichts. Die Erinnerungen, des Tages waren immer noch genauso präsent wie in der Arbeitszeit. Er sah immer wieder den armen Kerl, den sie hatten auf den OP-Tisch zurücklassen müssen. Ein kleiner Junge, ein Mercedes hatte sein Ende bedeutet. Die Blutung war zu stark gewesen und die Medizin zu schwach. Letztendlich gab es keine Lösung für die Ärzte und für den Jungen nur den Tod.
Nach Minuten des Waschens und Reibens, gab Josh auf. Niedergeschlagen schlich er aus der Dusche und betrachtete sich im Spiegel. Er war alt geworden mit den Jahren, aber diesmal sah er noch älter aus.
Was hatte die Zeit bloß vor mit ihm? Josh konnte es nicht beantworten, wie auch? Keiner wusste was die Zeit mit einem vor hat. Jedoch weiß jeder, dass sie irgendwann einmal endet. Nur Josh wusste es nicht. Zitternd vor Kälte zog er sich an und setzte sich vor dem Fernseher. Er wollte noch ein wenig ausruhen, bevor er sich noch eine späte Mahlzeit zusammenschnippeln würde. Unruhig auf seinem Sessel hin und herrutschend schaltete er durch die Kanäle! Nichts, was ihm interessierte. Hin und wieder blieb er an einer Reportage hängen. Es ging um Autounfälle. Interessiert schaute er zu, wie sie eine junge Frau aus einem Auto bargen! Sie lebte, nur der Fahrer hatte es nicht geschafft. Aber natürlich zeigten sie den toten Fahrer nicht, es war ja noch keine Zwölf. Dennoch interessierte Josh die Reportage, mehr als er gedacht hätte. Als auch diese Reportage zuende war und das restliche Programm nichts mehr zu bieten hatte, ging Josh in die Küche.
Er glaubte nicht wirklich Hunger zu haben, also legte er sich vorerst lustlos ein paar Scheiben Brot zurecht. Er wollte gerade ein wenig Butter draufschmieren, als ihn schlagartig ein schierer Hunger überfiel. Er wollte mehr und so dauerte es nicht lange und vor Josh kochten Kartoffeln, ein dickes Steak lag in der Pfanne und Bohnen süß sauer, brutzelten in einer anderen.
Als alles fertig war, dekorierte Josh nur für sich einen prächtigen Tisch und begann das Essen runterzuschlingen. Es schmeckte ungewöhnlich gut. Als wäre es nicht von ihm. Josh konnte noch nie so gut kochen, aber dieses eine mal war es ihm vorzüglich gelungen.
Satt und gut gestärkt für den Rest des Abends, ging er zum Telefon um seine Freundin zu fragen, ob sie noch etwas machen wollten. Ein paar Minuten redeten sie, nur lachen konnten sie irgendwie nicht, dann verabredeten sie sich fürs Kino. Josh sagte „Tschüß“ und legte auf. „Tschüß“? Josh hielt inne! Er sagte normalerweise nie „Tschüß“! „Auf Wiedersehen“, aber nie etwas anderes. Komisch kam es ihm vor, aber es war halt nichts weltbewegendes, auch wenn ihm dieser Abschied diesmal äußerst schwer gefallen war.
Aber er würde sie ja gleich sehen. Er zog sich um, machte sich hübsch, fast ungewöhnlich hübsch fürs Kino und ging nach draußen. Er sog die Luft noch einmal tief ein und stieg ins Auto, die Gedanken fest an seine Freundin, steuerte er dem Wagen vom Hof und in die Dunkelheit.
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Ich würde mich über Reviews sehr freuen! :D
MfG Mortis Finis
Re: Das Ende vor Augen
Mortis Finis - 27.04.2006, 17:58
Anfangs war die Geschichte zwar nur als Kurzgeschichte geplant, aber jetzt hab ich mich doch noch hinreißen lassen, dank einer gewissen Ferry, ein weiteres Kapitel hinzuzufügen!
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Der verschwindende Nebel
Josh führte seinen Wagen souverän! Es war ein alter Wagen. Ein Golf so ziemlich der erste seiner Baureihe. Er wusste, dass er sich hätte längst einen neuen leisten können, aber er wollte kein anderes Auto! Er fuhr es seit er Achtzehn war und nie hatte es ihn im Stich gelassen. Irgendwie hatte er einfach das Gefühl er wäre mit diesem Auto verwachsen. Würde es irgendwann einmal nicht mehr laufen, würde auch ein Teil von ihm sterben. Noch wusste er nicht, wie recht er damit hatte und wie falsch er doch lag.
Josh war noch nicht weit von seiner Wohnung entfernt, als es wieder zu regnen begann. Blitze zuckten durch die Luft und Donner grollte! Die Welt rund um Josh schien zu toben und zu schimpfen. Als schreie sie Klagelieder gegen ihn. Es war stockduster und seine Scheinwerfer konnten kaum den Weg ausleuchten, so sehr schüttete es aus den Wolken. Dennoch fuhr Josh weiter. Er kannte den Weg und außerdem fuhr er ja vorsichtig.
Dieser Gedanke ging Josh gerade durch den Kopf, als er etwas zu sehen glaubte. Im Blitzfeuer vor ihm, meinte er einen Mann gesehen zu haben. Er schien ihn warnen zu wollen, doch wovor. Wieder ein Blitz und er sah nichts. Die Straße war leer. Josh rief sich zur Vernunft. Da war nichts und da konnte auch nichts sein, redete er sich ein und dennoch blieb ein kleiner Zweifel.
Ein berechtigter Zweifel, denn in diesem Moment geschah es. Der Golf fuhr zu schnell in ein Schlagloch und Josh verlor die Kontrolle. Hart trat er auf die Bremsen, doch das alles verschlimmerte die Sache nur noch. Er schleuderte über die Fahrbahn, sein Kopf schlug gegen das Seitenfenster, Scheiben barsten, als die Welt plötzlich völlig aus den Fugen geriet und sich zu drehen begann. Das Auto überschlug sich und polterte, einem Abhang hinunter. Alles drehte sich, doch Josh bekam davon nichts mehr mit.
Für ihn schien die Zeit stillzustehen. Bilder liefen vor seinem Auge hinweg. Er sah den Jungen, der verblutet war, die Reportage über die Junge Frau und den Mann, der es nicht geschafft hatte. Er erinnerte sich an sein letztes Essen.
Was hat die Zeit bloß mit mir vor?
Die Frage erschallte in seinen Ohren und er wusste jetzt, was sie mit ihm vorhatte. Er würde sterben. Er hatte die Anzeichen nicht erkannt, doch jetzt sah er sie. Der Junge, der von einem Auto niedergerafft worden war, der Mann, der in seinem Auto starb. Sein letztes Essen, es schmeckte ihm einfach zu gut. Fast mit einem Lächeln nahm er diesen Gedanken war. Doch eines störte ihn. Er hatte sich nicht verabschiedet. Er hatte nicht auf Wiedersehen gesagt. Oder doch?
Er erinnerte sich an das Gespräch mit seiner Freundin. Es war ernst, kein Lacher und dann? Dann hatte er „Tschüß“ gesagt. Tschüß sagte alles. Nicht auf Wiedersehen, waren die richtigen Worte gewesen. Nein, ein einfaches „Tschüß“ ohne Wiederkehr. Er fing an zu weinen. Unwillkürlich erinnerte er sich an die schönen Zeiten mit seiner Freundin, seiner Familie und Freunden. Wie gerne hätte er sie doch alle noch einmal umarmt.
Aber die Zeit hat etwas anderes mit mir vor! und so ergab er sich in sein Schicksal, stumm weinend.
Das letzte was er fühlte war ein harter Ruck, der durch seinen Körper ging, als das Auto hart gegen einen Baum schlug. Kein Airbag, der ihn hätte retten können!
Die Zeit hatte ihre Pflicht getan.
Re: Das Ende vor Augen
Ferry - 15.05.2006, 11:57
Huhu Fini :knuddel:
uff man tu ich mich an diesem Rev. schwer. Ich hab schon bestimmt 3 Anläufe gestartet und es immer wieder gelöscht da ich immer das Gefühl habe den Nerv deiner Geschichte nicht zu finden und erst recht nicht zu treffen. Ich versuche es jetzt ein letztes Mal aber ich garantiere jetzt schon dafür das ich ihn wohl meilenweit verfehlen werde.
Ich nehme mal an das es um Schuld und Sühne geht?!? Da ich irgendwie nicht glauben kann das die Textoberfläche die ja augenscheinlich nur so vor Zeichen der mystischen Voraussehung strotzt deine Intention ist *ka*
Ich nehme einfach an das der frisch verletzte Baum der Josh mit seinem klebrigen Wundwasser bedekt das ultimative Bild der Schuld ist. Hätte er mehr für den Jungen tun können? Oder war er auch vorher schon einmal unaufmerksam? Oder klebt an ihm die Ungerechtigkeit der Welt?
Richtet er sich selbst? Oder geht es tatsächlich um einen religösen Hintergrund und alles dreht sich um die "göttliche Vorhersehung"
"Das letze Abendmahl", die Verabschiedung bei der Liebe, die Vorrausehung des Todes und das ergeben in die Zeit und sein vorgesehenes Schicksal... könnte man durchaus so auslegen.
Sühnt Josh nun seine Schuld oder die Schuld der Welt...? Das würde natürlich deinen Charaktär zum modernen Messias erheben und da fangen dann die Zweifel an, in mir aufzukeimen ob mein Interpretationsansatz nicht doch etwas weit hergeholt ist. :roll: Ich finde einfach keinen Textbeleg an dem ich mich für den einen oder anderen Weg entscheiden kann und der mir eine klare Richtung weist. Wahrscheinlich übersehe ich etwas elementares und stecke deshalb so fest aber so sehr ich versuche es zu finden um so tiefer versinke ich in der pradoxen Frage.
Ich beiß mir da echt die Zähne dran aus. Dies muss ich nun hier leider Gottes (jahaa Wortwitz :lol:) zugeben.
Dann mal zur Form :D (das kann ich wenigstens klar beurteilen *g*)
Ich finde es super das du noch ein zweites Chap angehängt hast das schaffte doch ein wenig klareres Bild und ließ mehr Platz für Theorien und Interpretationsansätze. :top:
Dein Erzählstil ist recht einfach aufgebaut was deinem Inhalt mehr Ausdruck und Schwierigkeit verleiht da du durch keine sprachlichen Spielereien tipps gibst. Bösseee! *lach* Wirklich gut überlegt und hervorragend gewählt. :top:
Vielleicht könntest du mir ja ein aus meiner verfahrenen Interpretatinssackgasse durch ein rerev. helfen. :roll:
Ganz liebe Grüße
Ferry
Re: Das Ende vor Augen
Mortis Finis - 15.05.2006, 22:31
Hi Ferry!
Naja, ganz getroffen hast du es nicht! :oops: Aber auch irgendwie schon. Mit deinen Ansätzen hast du komplett recht, aber man muss es einfach alles in einen Kontext setzen. :D
Göttliche Vorrausehung spielt genauso eine Rolle, wie die Schuld. Aber auch Ignoranz und Unglaube spielen eine Rolle und letztendlich ist es fast genauso wie an der Textoberfläche! :D
Das hört sich jetzt verwirrend an? Ist es auch. *lol* :D Ich musste mich gerade wieder selbst eindenken, welchen Gedankengang ich damals hatte, aber er sit doch noch wiedergekommen. :) :oops:
Wie gesagt, bring einfach mal alles zusammen und vor allem, lass nicht unbedingt das Offensichtliche außer Acht, denn manchmal interpretiert man einfach zu tief! ;)
Hdl Fini
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