Die gesammelten Bücher Azeroths

Luna Argenti
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    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:21

    Die gesammelten Bücher Azeroths
    Nachstehend das Wissenswerte was einfach oder auch nicht nachzuschlagen ist wenn man die Augen offen hält



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:22


    Aegwynn und die Drachenjagd


    Fundorte

    * Die königliche Bibliothek
    * Das scharlachrote Kloster

    Während politische Beziehungen und Rivalitäten unter den sieben Menschennationen wuchsen und schwanden, ließ die Reihe der Wächter in ihren Anstrengungen zum Schutz gegen das Chaos niemals nach. Im Lauf der Jahre gab es viele dieser Wächter, doch nur einer erhielt jeweils die Macht von Tirisfal. Eine der letzten Wächterinnen jener Zeit tat sich als besonders mächtige Kriegerin gegen die Schatten hervor.

    Aegwynn, ein ehrgeiziges Menschenmädchen, errang die Approbation des Ordens und erhielt den Mantel der Wächterschaft. Aegwynn hetzte Dämonen, wo immer sie ihnen begegnete, und löschte sie aus, stellte aber oft die Autorität des von Männern dominierten Rates von Tirisfal in Frage.

    Sie glaubte, dass die alten Elfen und älteren Menschen, die den Rat bildeten, zu sehr in ihren Denkweisen erstarrt und nicht weitsichtig genug wären, den Konflikt mit dem Chaos endgültig zu beenden. Sie war der endlosen Diskussionen und Debatten überdrüssig und wollte ihren Herren und Mitstreiter mit jeder Faser ihres Körpers von ihrer eigenen Tüchtigkeit überzeugen, daher schätzte sie in entscheidenden Situationen Tapferkeit manchmal höher ein als Weisheit.

    Je besser sie die kosmische Macht von Tirisfal meisterte, desto deutlicher wurde sich Aegwynn einer Anzahl mächtiger Dämonen bewusst, die den eisigen Kontinent Northrend heimsuchten. Aegwynn zog in den fernen Norden und verfolgte die Dämonen bis in die Berge. Dort fand sie heraus, dass die Dämonen einen der letzten noch existierenden Großdrachenclans jagten und den alten Kreaturen die ihnen innewohnende Magie aussaugten.

    Die mächtigen Großdrachen, die vor den expansionistischen Gesellschaften der Sterblichen geflohen waren, übertrafen die dunkle Magie der Legion nicht an Stärke. Aegwynn griff die Dämonen an und machte ihnen mit Hilfe der edlen Großdrachen den Garaus. Doch als der letzte Dämon von der Welt verbannt wurde, brach im Norden ein gewaltiger Sturm aus.

    Eine riesenhafte finstere Fratze erschien am Himmel über Northrend. Sargeras, der Dämonenkönig und Lord der Brennenden Legion, erschien vor Aegwynn und loderte vor höllischer Energie. Er ließ die junge Wächterin wissen, dass die Zeit von Tirisfal zur Neige ginge und die ganze Welt sich bald der Macht der Legion beugen müsse.

    Die stolze Aegwynn fühlte sich dem drohenden Gott gewachsen und entfesselte ihre Macht gegen Sargeras' Avatar. Es fiel Aegwynn auffällig leicht, den Dämonenlord mit ihren Kräften anzugreifen und seine materielle Hülle zu töten. Da Aegwynn befürchtete, Sargeras' Geist könnte noch verweilen, schloss sie die zerschundene Hülle seines Körpers in einer der alten Hallen von Kalimdor ein, die nach der Zerstörung des Brunnens der Ewigkeit auf den Meeresgrund gesunken war.

    Aegwynn sollte nie erfahren, dass sie genau nach Sargeras' Plänen gehandelt hatte. Unwissentlich hatte sie das Schicksal der Welt der Sterblichen besiegelt, denn als sein Leib starb, hatte Sargeras seinen Geist in Aegwynns geschwächten Körper transferiert. Sargeras hauste viele Jahre in den dunkelsten Winkeln ihrer Seele, ohne dass die junge Wächterin auch nur die geringste Ahnung davon hatte.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:26


    Alter Hass - Die Kolonialisierung von Kalimdor


    Fundorte

    * Gadgetzan
    * Scholomance

    Die sterblichen Völker errangen zwar den Sieg, doch ihre Welt war vom Krieg verwüstet. Die Geissel und die Brennende Legion hatten die Zivilisationen von Lordaeron so gut wie vernichtet und waren mit ihrer Arbeit auch in Kalimdor fast zu Ende. Nun galt es, Wälder zu heilen, Zwistigkeiten beizulegen und neue Heimatländer zu besiedeln. Der Krieg hatte tiefe Wunden bei allen Völkern hinterlassen, doch sie verbündeten sich selbstlos und versuchten einen Neuanfang, dessen erster Schritt der brüchige Waffenstillstand zwischen der Allianz und der Horde bildete.

    Thrall führte die Orcs zum Kontinent Kalimdor, wo sie mit Hilfe ihrer Taurenbrüder eine neue Heimat schufen. Die Orcs liessen sich in dem Land nieder, das sie Thralls ermordetem Vater zu Ehren Durotar nannten, und begannen mit dem Wiederaufbau ihrer einst ruhmreichen Gesellschaft.

    Nach dem Ende des dämonischen Fluchs wandelte sich die Horde von einem kriegerischen Moloch zu einem lockeren Verbund, in dem Überleben und Wohlstand höher geschätzt wurden als Eroberungen. Mit Unterstützung der edlen Tauren und der listenreichen Trolle des Darkspear-Stammes sahen die Orcs einer neuen Ära des Friedens in ihrem Land entgegen.

    Die verbliebenen Streitkräfte der Allianz unter Jaina Proudmoore liessen sich im Süden von Kalimdor nieder, an der Küste der Marschen von Dustwallow errichteten sie die Hafenstadt Theramore. Dort bemühten sie sich, die Menschen und die mit ihnen verbündeten Zwerge, in einem Land zu überleben, das stehts feindselig für sie bleiben sollte. Die Verteidiger von Durotar und Theramore wahrten zwar den nervösen Waffenstillstand untereinander, doch die Brüderlichkeit der Kolonien sollte nicht von langer Dauer sein.

    Der Frieden zwischen Orcs und Menschen fand ein jähes Ende, als eine gewaltige Flotte der Allianz in Kalimdor eintraf. Die mächtige Flotte unter dem Befehl von Grossadmiral Daelin Proudmoore (Jainas Vater) hatte Lordaeron verlassen, bevor Arthas das Königreich zerstöre. Admiral Proudmoore suchte nach Monate der Entbehrung auf See nach Überlebenden der Allianz.

    Proudmoores Armada stellte eine schwere Bedrohung für die Stabilität der Region dar. Als gefeierter Held des Zweiten Krieges war Jainas Vater ein unerbittlicher Gegner der Horde und fest entschlossen, Durotar dem Erdboden gleichzumachen, bevor die Orcs in dem Land Fuss fassen konnten.

    Der Grossadmiral stellte Jaina vor eine schreckliche Wahl: ihn im Kampf gegen die Orcs zu unterstützen und ihre neuen Verbündeten zu verraten oder den eigenen Vater zu bekämpfen und den brüchigen Frieden zu erhalten, den Allianz und Horde endlich erreicht hatten. Nach langem und gründlichem Nachdenken entschied sich Jaina für Letzteres und half Thrall, ihren hasserfüllten Vater zu besiegen.

    Leider fiel Admiral Proudmoore im Kampf, bevor Jaina sich mit ihm aussöhnen oder beweisen konnte, dass die Orcs keine blutgierigen Monster mehr waren. Als Dank für ihre Loyalität liessen die Orcs Jainas Streitmacht unbehelligt nach Theramore zurückkehren.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:30


    Angriff der Drachenschwärme


    Fundort

    * Eisenschmiede

    Damit zufrieden, dass Ordnung auf die kleine Welt gebracht worden und ihre Arbeit getan war, bereiteten sich die Titanen darauf vor, Azeroth zu verlassen. Vor ihrem Aufbruch jedoch wiesen sie noch der größten Spezies dieser Welt die Aufgabe zu, Kalimdor zu behüten, sollte je etwas den perfekten Frieden bedrohen. In jenem Zeitalter existierten viele Drachenschwärme.

    Fünf Drachenclans gab es, die Macht über ihre Brüder ausübten. So beschlossen die Titanen, die aufblühende Welt in die Obhut dieser fünf Clans zu geben. Die größten Mitglieder des Pantheons erfüllten jeden Anführer eines Clans mit einem Teil ihrer Macht. Diese majestätischen Großdrachen (nachfolgend aufgeführt) wurden unter der Bezeichnung Große Aspekte oder Großdrachenaspekte bekannt.

    Aman'Zhul, der Hochvater des Pantheons, spendete einen Teil seiner kosmischen Macht dem gewaltigen Bronzegroßdrachen Nozdormu. Der Hochvater ermächtigte Nozdormu, die Zeit selbst zu hüten und die sich ewig kreuzenden Pfade von Vorbestimmung und Schicksal zu bewachen. Der stoische, ehrbare Nozdormu bekam den Beinamen der Zeitlose.

    Eonar, die Schützerin allen Lebens bei den Titanen, gab einen Teil ihrer Macht dem roten Leviathan Alexstrasza. Fortan wurde Alexstrasza Lebensbinderin genannt und sie beschützte unermüdlich alle lebendigen Geschöpfe auf der Welt. Wegen ihrer großen Weisheit und grenzenlosen Liebe zu allen Lebewesen krönte man Alexstrasza zur Drachenkönigin und machte sie zur Herrscherin ihrer Art.

    Eonar segnete auch Alexstraszas jüngere Schwester, den wendigen grünen Großdrachen Ysera, mit einem Teil des Einflusses der Natur. Ysera versank, an den Wachtraum der Schöpfung gebunden, in eine ewige Trance. Unter dem Namen 'die Träumerin' behütete sie aus ihrem grünen Reich, dem Smaragdgrünen Traum, die wachsenden Wildgebiete der Welt.

    Norgannon, der Bewahrer der Lehre und Meistermagicus der Titanen, gewährte Malygos, dem blauen Großdrachen, einen Teil seiner unglaublichen Macht. Fortan hieß Malygos Zauberwirker, Wächter der Magie und des verborgenen Arkanums.

    Khaz'goroth, der Former und Weltenschmied der Titanen, gab einen Teil seiner riesigen Macht dem mächtigen schwarzen Wyrm Neltharion. Der großherzige Neltharion, fortan als Erdwärter bekannt, erhielt die Herrschaft über die Erde und die tiefen Regionen der Welt. Er verkörperte die Kraft der Welt und fungierte als größter Unterstützer von Alexstrasza.

    Solchermaßen ermächtigt erhielten die Fünf Aspekte die Aufgabe, die Welt in Abwesenheit der Titanen zu schützen. Nachdem die Großdrachen bereit waren, ihre Schöpfung zu verteidigen, verließen die Titanen Azeroth für immer. Zu ihrem Unglück dauerte es nicht lange, bis Sargeras von der Existenz der neugeborenen Welt erfuhr...



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:32


    Arathor und die Trollkriege


    Fundort

    * Das scharlachrote Kloster

    Während die Hochelfen unter dem brutalen Ansturm der Trolle ums Überleben kämpften, bemühten sich die versprengten nomadischen Menschen von Lordaeron, ihre eigenen Stammesländer zu konsolidieren. Die Stämme der frühen Menschen überfielen gegenseitig ihre Siedlungen und gaben nichts auf Ehre oder Zusammenhalt des Volkes.

    Doch ein Stamm, Arathi genannt, erkannte, dass man die zunehmende Gefahr durch die Trolle nicht mehr ignorieren konnte. Die Arathi wollten alle Stämme unter ihrer Herrschaft vereinen, damit sie sich den Kriegsmeuten der Trolle mit einer Einheitsfront entgegenstellen konnten.

    Im Lauf von sechs Jahren gelang es den Arathi, die rivalisierenden Stämme zu überlisten und zu unterwerfen. Nach jedem Sieg boten die Arathi dem eroberten Volk Frieden und Gleichheit an. Auf diese Weise sicherten sie sich die Loyalität der Besiegten. Schließlich setzten sich die Arathi aus vielen verschiedenen Stämmen zusammen und verfügten über ein riesiges Heer.

    Da die Kriegsherren der Arathi der festen Überzeugung waren, dass sie gegen die Kriegsmeuten der Trolle und, falls erforderlich, sogar gegen die einsiedlerischen Elfen bestehen konnten, beschlossen sie, in der südlichen Region von Lordaeron eine mächtige befestigte Stadt zu errichten. Dieser Stadtstaat namens Strom wurde zur Hauptstadt von Arathor, der Nation der Arathi. Je mehr Arathors Wohlstand wuchs, desto mehr Menschen reisten über den riesigen Kontinent und suchten Schutz und Sicherheit in Strom.

    Die unter einem Banner vereinigten Stämme der Menschen begründeten eine starke, optimistische Kultur. Thoradin, der König von Arathor wusste wohl, dass die geheimnisvollen Elfen in den Ländern des Nordens unablässig von den Trollen belagert wurden, wollte sein Volk aber keiner Gefahr aussetzen, indem er einsiedlerische Fremde verteidigen half. Viele Monate vergingen, bis Gerüchte über eine angebliche Niederlage der Elfen von Norden eintrafen. Aber erst als erschöpfte Botschafter aus Quel Thalas in Strom eintrafen, wurde Thoradin klar, wie groß die Gefahr, die von den Trollen ausging, wirklich war.

    Die Elfen ließen Thoradin wissen, dass die Armeen der Trolle riesig waren und die Trolle ganz gewiss die Südländer angreifen würden, wenn sie Quel Thalas erst einmal zerstört hatten. Die verzweifelten Elfen, die dringend militärischer Unterstützung bedurften, willigten hastig ein, bestimmte auserwählte Menschen den Umgang mit der Magie zu lehren, falls diese ihnen gegen die Kriegsmeuten beistanden.

    Thoradin, der jeder Form von Magie misstrauisch gegenüberstand, sagte den Elfen in Ermangelung von Alternativen, seine Hilfe zu. Unmittelbar danach trafen Elfen-Zauberhexer in Arathor ein und unterwiesen eine Gruppe Menschen im Gebrauch der Magie.

    Die Elfen stellten fest, dass die Menschen im Umgang mit der Magie zwar ungeübt waren, aber eine erstaunliche natürliche Affinität dafür besaßen. Einhundert Menschen wurden in die Grundzüge der magischen Geheimnisse der Elfen eingeführt; nicht mehr, als unbedingt erforderlich waren, um gegen die Trolle zu kämpfen. Als die Elfen überzeugt waren, dass ihre menschlichen Schüler im Kampf nützlich sein konnten, verließen sie Strom und reisten mit den mächtigen Armeen von König Thoradin nach Norden.

    Die vereinigten Armeen von Elfen und Menschen stießen am Fuß des Alteracgebirges auf die überlegenen Kriegsmeuten der Trolle. Die Schlacht währte viele Tage, aber die unerschütterlichen Armeen von Arathor blieben unermüdlich und wichen keinen Schritt vor dem Ansturm der Trolle zurück. Den Elfenlords schien die Zeit reif, die Macht ihrer Magie gegen den Feind zu entfesseln.

    Hundert Menschenmagier und eine Vielzahl von Zauberhexern der Elfen riefen die Wut des Himmels herab und ließen Feuer auf die Armee der Trolle regnen. Die Elementarfeuer verhinderten, dass die Trolle ihre Verletzungen heilen konnten, und verbrannten ihre geschundenen Leiber von innen heraus.

    Dann endlich stoben die Armeen der Trolle auseinander und wollten fliehen, doch Thoradins Soldaten hetzten sie und metzelten sie bis auf den letzten Mann nieder. Von dieser Niederlage erholten sich die Trolle nie mehr; ihre Tage als starke Nation waren endgültig gezählt. In der Gewissheit, dass Quel Thalas sicher war, schworen die Elfen der Nation Arathor und dem Geschlecht des Königs Thoradin ihre Treue. Menschen und Elfen lebten fortan Jahrhunderte lang in friedlicher Verbundenheit.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:33


    Archimondes Rückkehr und die Flucht nach Kalimdor


    Fundorte

    * Das scharlachrote Kloster
    * Die Nijelspitze
    * Ratschet

    Als Kel-Thuzad wieder geheilt war, führte Arthas die Geißel südwärts nach Dalaran. Dort fiel dem Lich das mächtige Zauberbuch von Medivh in die Hände, mit dessen Hilfe er Archimonde zurück in die Welt holte. Von diesem Moment an begann Archimonde höchstselbst die letzte Invasion der Legion. Nicht einmal die Hexer der Kirin Tor konnten verhindern, dass Arthas` Streitkräfte Medivhs Buch stahlen, und so hatte Kel-Thuzad bald alles, was er brauchte, um seinen Zauber auszuführen.

    Nach zehntausend Jahren erschienen der mächtige Dämon Archimonde und sein Wirtskörper erneut auf der Welt Azeroth. Doch Dalaran war nicht ihr letztes Ziel. Auf persönliches Geheiß von Kil´Jaeden folgten Archimonde und seine Dämonen der untoten Geißel nach Kalimdor, um den Weltbaum Nordrassil zu vernichten.

    Inmitten dieses Chaos erschien ein einsamer, mysteriöser Prophet auf der Bildfläche und bot den sterblichen Völkern seine Unterstützung an. Dieser Prophet war kein anderer als Medivh, der letzte Wächter, der auf wundersame Weise aus dem Jenseits zurückgekehrt war um sich von früheren Sünden reinzuwaschen. Medivh erzählte der Horde und der Allianz von den drohenden Gefahren und beschwor sie zur Zusammenarbeit.

    Nach Generationen voller Hass wollten die Orcs und Menschen davon nichts wissen. Medivh musste sich um jedes Volk einzeln kümmern und es mit Prophezeiungen und Tricks über das Meer ins legendäre Land Kalimdor locken. Bald stießen Orcs und Menschen auf die lange verborgene Zivilisation der Kaldorei.

    Unter Führung von Thrall mussten die Orcs auf der Reise durch das Ödland von Kalimdor eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen. Sie schlossen zwar Freundschaft mit Cairne Bloodhoof und seinen mächtigen Taurenkriegern, aber viele Orcs erlagen dem dämonischen Kampfrausch, der sie schon seit Jahren verseuchte. Grom Hellscream, Thralls größter Offizier, verriet die Horde sogar indem er seinen niederen Instinkten gehorchte.

    Als Hellscream und seine loyalen Warsong-Krieger durch die Wälder von Ashenvale schlichen, stießen sie auf die alten Nachtelfen-Schildwachen.
    In der Überzeugung, dass die Orcs zu ihrer kriegerischen Lebensweise zurückgekehrt waren, kam der Halbgott Cenarius herfür um Hellscream und seine Orcs zu vertreiben. Doch im Banne von übernatürlichem Hass und Wut konnten Hellscream und seine Orcs Cenarius töten und den alten Wald verderben.

    Zu guter Letzt stellte Hellscream seine Ehre wieder her, indem er Thrall half, Mannoroth zu besiegen, jenen Dämonenlord, der die Orcs ursprünglich mit dem Fluch seines Hasses und seiner Wut belegt hatte. Durch Mannoroths Tod wurde der Blutfluch der Orcs schließlich beendet.

    Während Medivh noch die Orcs und Menschen von der Notwendigkeit einer Allianz zu überzeugen versuchte, kämpften die Nachtelfen auf ihre eigene heimliche Weise gegen die Legion. Tyrande Whisperwind, die unsterbliche Hohepriesterin der Nachtelfen-Schildwachen, kämpfte verzweifelt, um zu verhindern, dass die Dämonen und Untoten die Wälder von Ashenvale überrannten. Tyrande wurde klar, dass sie Hilfe brauchte, daher zog sie aus, die Druiden der Nachtelfen aus ihrem tausendjährigen Schlummer zu wecken.

    Tyrande rief ihren einstigen Geliebten Malfurion Stormrage und schaffte es, ihre Verteidigung zu stärken und die Legion zurückzuschlagen. Mit Malfurions Hilfe erhob sich die Natur selbst und wehrte sich gegen die Legion und die verbündete Geißel.

    Auf der Suche nach weiteren Druiden im Großen Schlaf fand Malfurion das alte Gefängnis im Grabhügel, wo er seinen Bruder Illidan angekettet hatte. Überzeugt, das Illidan ihnen gegen die Legion beistehen würde, befreite Tyrande den Bruder ihres Geliebten. Tatsächlich unterstützte Illidan sie eine Zeit lang, doch dann floh er, um seine eigenen Pläne zu verfolgen.

    Die Nachtelfen wappneten sich und kämpften voll grimmiger Entschlossenheit gegen die Brennende Legion. Die Legion suchte noch immer nach dem Brunnen der Ewigkeit, seit langem Quell der Stärke des Weltbaums und Herz des Königreichs der Nachtelfen. Sollte ihr geplanter Angriff auf den Weltbaum von Erfolg gekrönt sein, würden die Dämonen die Welt buchstäblich in Stücke reißen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:34


    Aufstieg der Blutelfen


    Fundort

    * Darnassus

    Zu diesem Zeitpunkt hatte die Geißel der Untoten Lordaeron und Quel'Thalas schon weitgehend in die toxischen Pestländer verwandelt. Nur noch wenige Enklaven existierten, in denen die Allianz Widerstand leistete. Eine der Gruppen, die fast ausnahmslos aus Hochelfen bestand, wurde vom letzten Spross der Sunstrider-Dynastie angeführt: Prinz Kael'thas.

    Kael, selbst ein fähiger Hexer, wurde der schwindenden Allianz überdrüssig. Die Hochelfen trauerten ob des Verlustes ihrer Heimat und beschlossen, sich ihrem gefallenen Volk zu Ehren Blutelfen zu nennen. Doch während sie sich versuchten, die Geißel in Schach zu halten, litten sie schwer darunter, vom Sonnenbrunnen, der Quelle ihrer Macht, abgeschnitten zu sein.

    Im verzweifelten Bemühen, ein Heilmittel gegen die vererbte Magiesucht seines Volkes zu finden, wagte Kael das Undenkbare: Er bekannte sich zum hochgeborenen Erbe seiner Vorfahren und tat sich mit Illidan und seinen Naga zusammen, um eine neue Kraftquelle der Magie aufzutun. Die restlichen Befehlshaber der Allianz bezeichneten die Blutelfen als Verräter und schlossen sie auf ewig aus ihren Reihen aus.

    Kael und seine Blutelfen sahen keinen anderen Ausweg mehr, als Lady Vashj ins Fremdland zu folgen und dort gegen die Aufseherin Maiev zu kämpfen, die Illidan wieder eingefangen hatte. Den vereinigten Naga- und Blutelfenheeren gelang es, Maiev zu besiegen und Illidan aus ihrem Griff zu befreien. Im Fremdland scharte Illidan daraufhin seine Streitkräfte für einen zweiten Schlag gegen den Lich-König und dessen Festung Eiskrone um sich.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:35


    Aufstieg der Horde


    Fundort

    * Eisenschmiede

    Unter dem heimlichen Einfluss von Gul'dan und seinem Schattenrat wurden die Orcs immer aggressiver. Sie erbauten gewaltige Arenen, wo die Orcs ihre Kriegerfertigkeiten in Kämpfen auf Leben und Tod schulten. Während dieser Zeit sprachen sich die Oberhäupter mehrerer Clans gegen die zunehmende Verrohung ihres Volkes aus.

    Einer dieser Häuptlinge, Durotan vom Frostwolf-Clan, warnte davor, dass die Orcs Sklaven von Hass und Wut werden würden. Doch seine Worte trafen auf taube Ohren, da stärkere Häuptlinge wie Grom Hellscream vom Warsong-Clan vortraten und ein neues Zeitalter der Kriegführung und Unterwerfung verkündeten.

    Kil'jaeden wusste, dass die Clans der Orcs fast bereit waren, musste aber ihrer uneingeschränkten Loyalität sicher sein. Im Geheimen ließ er den Schattenrat Mannoroth den Zerstörer beschwören, die lebende Inkarnation von Zerstörung und Wut. Gul'dan rief die Häuptlinge aller Clans zusammen und redete ihnen ein, dass Mannoroths tosendes Blut sie ganz und gar unverwundbar machen würde.


    Auf Betreiben von Grom Hellscream tranken alle Clan-Häuptlinge, ausgenommen Durotan, und besiegelten damit ihr Schicksal als Sklaven der Brennenden Legion. Darüber hinaus dehnten die ahnungslosen, von Mannoroths Wut angesteckten Häuptlinge diese Unterwerfung auf ihre ahnungslosen Brüder aus.

    Die Orcs wurden vom Fluch dieses neuen Kampfrauschs verzehrt und wollten ihre Wut an jedem auslassen, der sich ihnen in den Weg stellte. Gul'dan spürte, dass seine Zeit gekommen war, und vereinigte alle rivalisierenden Clans zu einer einzigen unaufhaltbaren Horde.

    Wohl wissend, dass einige Häuptlinge wie Hellscream und Orgrim Doomhammer nach Alleinherrschaft trachten würden, ernannte Gul'dan einen Kriegshäuptling, der als sein Handlanger über diese neue Horde gebieten sollte. Blackhand der Zerstörer, ein besonders verrohter und tückischer Kriegsherr der Orcs, sollte Gul'dans Marionette sein. Unter dem Befehl von Blackhand ging die Horde gegen die einfältigen Draenei vor.


    Im Lauf weniger Monate rottete die Horde fast alle Draenei aus, die auf Draenor lebten. Nur eine Hand voll verstreute Überlebende konnten dem alles vernichtenden Zorn der Orcs entrinnen. Gul'dan berauschte sich an seinem Sieg und pries Macht und Kraft der Horde. Aber er wusste, ohne Gegner würde die Horde in ihrer nicht enden wollenden Gier nach ruhmreichen Siegen sich selbst mit endlosen internen Kämpfen zerfleischen.

    Kil'jaeden wusste, dass die Horde endlich bereit war. Die Orcs waren die stärkste Waffe der Brennenden Legion geworden. Der listenreiche Dämon gab diese Erkenntnis an seinen wartenden Meister weiter, worauf auch Sargeras zustimmte, dass die Zeit endlich reif wäre für seine Rache.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:36


    Beyond The Dark Portal


    Fundorte

    * Die königliche Bibliothek
    * Das scharlachrote Kloster
    * Burg Nethergarde

    Nur wenige Monate nach der Vollendung von Nethergarde fügten sich die Energien des Dunklen Portals zusammen und öffneten ein neues Tor nach Draenor. Die verbliebenen Orc-Clans stürmten unter der Führung des großen Schamanenältesten Ner`Zhul abermals nach Azeroth. Sie wollten einige magische Artefakte stehlen, die Ner`Zhuls Macht noch vergrößern sollten, und schmiedeten den Plan, neue Portale in Draenor zu öffnen, um ihrer todgeweihten roten Welt für immer entfliehen zu können.

    König Terenas von Lordaeron schickte seine Armeen in der Überzeugung, dass Ner`Zhul eine neue Offensive gegen die Allianz plante, nach Draenor um die Bedrohung durch die Orcs ein für alle Mal zu beenden. Unter Führung von Khadgar und General Turalyon kam es überall in der brennenden Landschaft zu schweren Zusammenstößen zwischen den Streitkräften der Allianz und den Orcs. Doch nicht einmal mit Unterstützung der Elfen-Waldläuferin Alleria, des Zwergs Kurdran und des Soldatenveteranen Danath konnte Khadgar verhindern, dass Ner`Zhul Portale zu anderen Welten öffnete.

    Die ungeheuren, von den konvergierenden Energien der Portale ausgelösten magischen Stürme begannen, die verwüstete Welt auseinander zu reißen. Ner`Zhul gelang in Begleitung seiner treusten Bediensteten die Flucht durch eines der Portale, während Khadgar sich verzweifelt bemühte, seine Kameraden nach Azeroth zurückzubringen. Obschon ihnen bewusst war, dass sie dann auf der sterbenden Welt gefangen wären, fassten Khadgar und seine Kameraden den selbstlosen Entschluss, das dunkle Portal zu zerstören, damit Azeroth durch die brutale Vernichtung von Draenor keinen Schaden nehmen sollte.

    Wie es scheint, konnten die Helden das Portal zerstören und Azeroth retten - doch bleibt abzuwarten, ob sie dem Todeskampf von Draenor zu entkommen vermochten oder nicht.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:36


    Bürgerkrieg in den Pestländern


    Fundorte

    * Süderstade
    * Das scharlachrote Kloster
    * Eisenschmiede

    Ner´Zhul, der Lich-König, wusste genau, wie knapp bemessen seine Zeit war. In seinem Gefängnis im Frost-Thron argwöhnte er, dass Kil´Jaeden seine Agenten herschicken würde, um ihn zu vernichten. Der Schaden, den Illidans Zauber verursachte, hatte den Frost-Thron entzweigerissen: dadurch verlor der Lich-König Tag für Tag an Macht. Im verzweifelten Bemühen, sich zu retten, rief er seinen größten sterblichen Diener an seine Seite, den Todesritter Prinz Arthas.

    Arthas war, obwohl ihn die Schwäche des Lich-Königs seiner Macht beraubte, in Lordaeron in einen Bürgerkrieg verstrickt. Die Hälfte der stehenden Streitmacht der Untoten putschte, unter Führung der Banshee Sylvanas Windrunner, um die Herrschaft über das Reich der Untoten an sich zu reißen. Arthas, den der Lich-König gerufen hatte, war gezwungen, die Geißel seinem Offizier Kel´Thuzad zu überlassen, als der Krieg in den Pestländern eskalierte.

    Schließlich und endlich übernahmen Sylvanas und ihre rebellischen Untoten (die �Verlassene� genannt wurden) die zerstörte Hauptstadt von Lordaeron. Die Verlassenen errichteten ihre eigene Bastion unter der verwüsteten Stadt und schworen, dass sie die Geißel besiegen und Kel´Thuzad und seine Diener aus dem Land jagen würden.

    Geschwächt, aber fest entschlossen, seinen Meister zu retten, traf Arthas in Northrend ein, wo er bereits von den Naga und Blutelfen erwartet wurde. Er lieferte sich nebst den Verbündeten Nerubern einen Wettlauf mit Illidans Truppen zum Eiskrone-Gletscher, um den Frost-Thron zu verteidigen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:38


    Der Fall des Imperiums


    Fundort

    * Beutebucht

    Abgesehen von ihrer nebulösen Herkunft steht jedoch fest, dass die Nachtelfen kurz nach Entdeckung des Brunnens der Ewigkeit an die Macht gelangten. Wiewohl die Trolle versuchten, sie an der Ausweitung ihrer Territorien zu hindern, errichteten die Nachtelfen ein mächtiges Reich, das sich rasch über das urzeitliche Kalimdor ausbreitete. Mit schlagkräftigen Magien, die sich die abergläubischen Trolle nie hätten träumen lassen, schafften die Nachtelfen mühelos, was den bösen Aqir versagt geblieben war: Sie führten den Untergang der beiden größten Weltreiche herbei.

    Die Nachelfen schalteten systematisch Verteidigung und Nachschubwege der Trolle aus. Da die Trolle der zerstörerischen Magie der Nachelfen nichts entgegenzusetzen hatten, erlagen sie dem Ansturm. Die Nachtelfen erwiesen sich in jeder Hinsicht als ebenso listenreich und blutrünstig wie die wilden Trolle - und zogen sich damit auf ewig deren Hass und Verachtung zu. Die Reiche Gurubashi und Amani zerbrachen binnen weniger Jahre.

    Schließlich fielen die Nachtelfen jedoch den arkanen Feuern zum Opfer, die sie beherrschen wollten. Ihr tollkühner Einsatz der Magie hatte die Brennende Legion auf die Welt gelockt. Die Dämonen zerstörten die Zivilisation der Nachtelfen zu großen Teilen. Es gibt zwar keinerlei Aufzeichnungen, dass die Legion eine der beiden Troll-Zivilisationen angriff, wahrscheinlich ist jedoch, dass auf dem gesamten Kontinent gekämpft wurde.


    Am Ende dieses schrecklichen Konflikts - der als 'Krieg der Urtume' bezeichnet wird - implodierte der Brunnen der Ewigkeit. Die resultierende Druckwelle zerschmetterte die große Landmasse von Kalimdor. Das Zentrum des riesigen Kontinents versank im Meer, zurück blieben nur einige Bruchstücke von Kontinenten.

    Aus diesem Grund existieren noch heute große Teile der Reiche Amani und Gurubashi in den Ländern Quel'Thalas und Stranglethorn. Die Azj'Aqir-Königreiche Azjol-Nerub und Ahn'Qiraj haben ebenfalls bis heute in Northrend und Tanaris überlebt.

    Beide Troll-Zivilisationen erholten sich von der ungeheuren Zerstörung, die über ihre urzeitliche Welt gekommen war. Die unermüdlichen Trolle bauten ihre verwüsteten Städte wieder auf und schickten sich an, einen Teil der einstigen Macht zurückzuerobern.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:39


    Der Krieg der Spinne


    Fundort

    * Das scharlachrote Kloster

    Während Thrall seine Brüder in Lordaeron befreite, baute Ner`Zhul das Zentrum seiner Macht in Northrend aus. Eine große Zitadelle wurde über dem Eiskrone-Gletscher errichtet, um die wachsenden Legionen der Untoten aufzunehmen. Doch ein schattenhaftes Reich stellte sich dem zunehmenden Einfluss des Lich-Königs entgegen.

    Das alte unterirdische Königreich Aziol-Nerub, das von einem Volk böser humanoider Spinnen gegründet worden war, schickte ihre Elite-Kriegerwache aus, um Eiskrone anzugreifen und dem irren Machtstreben des Lich-Königs ein Ende zu bereiten. Zu seinem großen Ärger musste Ner`Zhul feststellen, dass die bösärtigen Neruber nicht nur gegen die Seuche, sondern auch gegen seine telepathische Beeinflussung immun waren.

    Die Spinnen-Lords der Neruber befehligten unermessliche Streitkräfte und verfügten über ein unterirdisches Netzwerk, das sich fast über die halbe Breite von Northrend erstreckte. Mit ihrer Taktik, die Festungen des Lich-Königs anzugreifen und sich sofort wieder zurückzuziehen, vereitelten sie immer wieder seine Bemühungen, sie auszuschalten. Schließlich gewann Ner`Zhul seinen Krieg gegen die Neruber durch schiere Erschöpfung. Mit Unterstützung der bedrohlichen Schreckenslords und seiner zahllosen untoten Krieger fiel der Lich-König in Aziol-Nerub ein und ließ die unterirdischen Tempel über den Köpfen der Spinnen-Lords einstürzen.

    Die Neruber waren zwar immun gegen seine Seuche, doch Ner`Zhuls zunehmende nekromantische Kräfte ermöglichten ihm, die Kadaver der Spinnenkrieger wiederzuerwecken und seinem Willen zu unterwerfen. Als Anerkennung ihrer Zähigkeit und Furchtlosigkeit übernahm Ner`Zhul die eigenwillige Architektur der Neruber für seine eigenen Festungen und Gebäude.

    Da er sein Königreich nun unangefochten beherrschte, begann der Lich-König mit den Vorbereitungen für seine wahre Mission. Mit seinem grenzenlosen Bewusstsein drang der Lich-König in die Länder der Menschen ein und rief jede dunkle Seele, die bereit war ihm zuzuhören



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:41


    Der Krieg der Urtume


    Fundort

    * Das scharlachrote Kloster

    Die unbekümmerte Anwendung der Magie seitens der Hochgeborenen sandte Schockwellen vom Brunnen der Ewigkeit aus durch das große dunkle Jenseits. Die herausströmenden Energiewellen wurden von schrecklichen fremden Wesen gespürt. Sargeras - der Großfeind allen Lebens, Verwüster der Welten - fühlte die mächtigen Wellen und wurde zu ihrem fernen Ursprung hingezogen.

    Als er die urzeitliche Welt Azeroth erkundete und die grenzenlose Energie des Brunnens der Ewigkeit spürte, wurde er von einem unstillbaren Hunger erfüllt. Der große, dunkle Gott der Namenlosen Leere beschloss, die aufstrebende Welt zu zerstören und ihre Energien für sich zu beanspruchen.

    Sargeras sammelte seine gewaltige Brennende Legion und machte sich zur ahnungslosen Welt Azeroth auf. Die Legion bestand aus einer Million kreischender Dämonen, samt und sonders aus den entlegensten Winkeln des Universums gerissen, und die Dämonen gierten nach Eroberungen. Sargeras` Offiziere, Archimonde der Entweiher und Mannoroth der Zerstörer bereiteten ihre höllischen Diener auf den entscheidenen Schlag vor.

    Königin Azshara erlag in der schrecklichen Ekstase ihrer Magie der unentrinnbaren Macht von Sargeras und willigte ein, ihm Zutritt zu ihrer Welt zu gewähren. Sogar ihre hochgeborenen Bediensteten ergaben sich der unausweichlichen Verderbnis der Magie und beteten Sargeras als ihren Gott an. Um ihre Verbundenheit mit der Legion zu beweisen, unterstützten die Hochgeborenen ihre Königin dabei ein weites, wirbelndes Portal in den Tiefen des Brunnens der Ewigkeit zu öffnen.


    Kaum waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, begann Sargeras mit seiner katastrophalen Invasion von Azeroth. Die Krieger-Dämonen der Brennenden Legion stürmten durch den Brunnen der Ewigkeit in die Welt und belagerten die schlafenden Städte der Nachtelfen. Unter der Führung von Archimonde und Mannoroth schwärmte die Legion über ganz Kalimdor aus und ließ nur Asche und Elend hinter sich zurück.

    Die Dämonen-Hexenmeister riefen die sengenden Höllenbestien herbei, die wie Meteore in die anmutigen Türme der Tempel Kalimdors krachten. Eine Bande brennender blutrünstiger Killer, Verdammniswache genannt, marschierte über Kalimdors Felder und schlachtete alles ab, was sich ihr in den Weg stellte. Meuten wilder, dämonischer Teufelshunde zogen ungehindert durch das Land. Die tapferen Krieger der Kaldorei griffen zwar zu den Waffen, um ihre alte Heimat zu verteidigen, mussten aber Zoll für Zoll vor dem Ansturm der Legion zurückweichen.

    Malfurion Stormrage blieb es überlassen, Hilfe für sein bedrängtes Volk zu finden. Stormrage, dessen Bruder Illidan selbst die Magie der Hochgeborenen praktizierte, war erbost über die zunehmende Verderbtheit der Oberschicht.
    Malfurion brachte Illidan dazu, von seiner gefährlichen Besessentheit abzulassen, und machte sich auf die Suche nach Cenarius um Widerstandskämpfer um sich zu scharen.
    Die wunderschöne junge Priesterin Tyrande willigte ein, die Brüder im Namen von Elune zu begleiten. Insgeheim waren Malfurion und Illidan beide in die idealistische Priesterin verliebt, doch Tyrandes Herz gehörte allein Malfurion. Illidan missfiel die zarte Romanze zwischen seinem Bruder und Tyrande, doch er wusste, sein Herzleid war nichts im Vergleich zu den Schmerzen seiner Sucht nach Magie.


    Illidan, der von den stärkenden Energien der Magie abhängig geworden war, unternahm jede Anstrengung, den fast überwältigenden Wunsch nach neuerlicher Nutzung der Energien des Brunnens in sich zu unterdrücken. Mit Hilfe Tyrandes geduldiger Unterstützung konnte er sich beherrschen und seinem Bruder helfen, den einsiedlerischen Halbgott Cenarius zu finden.

    Cenarius, der auf den hochheiligen Moonglades auf dem fernen Berg Hyial lebte, willigte ein, den Nachtelfen zu helfen, indem er die alten Großdrachen suchte und ihre Hilfe erbat. Die Großdrachen, die von dem großen roten Leviathan Alexstrasza angeführt wurden, willigten ein, ihre mächtigen Clans zu schicken und sich den Dämonen und deren infernalischen Meistern entgegenzustellen.

    Cenarius rief die Geister der verzauberten Wälder herbei, stellte eine Armee von alten Baummännern zusammen und führte sie als seine Infantrie in einen verwegenen Kampf gegen die Legion. Als die Verbündeten der Nachtelfen auf Azsharas Tempel und den Brunnen der Ewigkeit marschierten, brach allumfassender Krieg aus. Trotz der Stärke der neuen Verbündeten wurde Malfurion und seinen Mitstreitern klar, dass die Legion nicht allein durch Kampfkraft besiegt werden konnte.


    Während der titanische Kampf in Azsharas Hauptstadt tobte, wartete die getäuschte Königin nervös auf die Ankunft von Sargeras. Der Lord der Legion bereitete sich darauf vor, die verwüstete Welt durch den Brunnen der Ewigkeit zu betreten. Als sich sein unvorstellbar riesiger Schatten der brodelnden Oberfläche des Brunnens näherte, rief Azshara ihre mächtigsten Anhänger unter den Hochgeborenen zu sich. Nur wenn sie ihre vereinte Magie zu einem einzigen Zauber bündelten, konnten sie ein Portal erschaffen, das groß genug für Sargeras sein würde.

    Während der Kampf auf Kalimdors brennenden Feldern wütete, nahmen die Ereignisse eine schreckliche Wendung. Einzelheiten des Vorfalls gingen im Laufe der Zeit verloren, aber man weiß, dass Neltharion, der Großdrachenaspekt der Erde, während eines entscheidenden Gefechts gegen die brennende Legion den Verstand verlor, Flammen und Wut loderten aus seiner dunklen Haut empor. Der brennende Großdrache gab sich selbst den Namen Deathwing, wandte sich gegen seine Brüder und vertrieb die restlichen Großdrachenclans vom Schlachtfeld.

    Deathwings unerwarteter Verrat erwies sich als so verheerend, dass sich die fünf Großdrachenclans nie mehr davon erholten. Alexstrasza und die anderen verwundeten und bestürtzten edlen Großdrachen mussten ihre sterblichen Verbündeten im Stich lassen. Malfurion und seine Gefährten überlebten den folgenden Ansturm der hoffnungslos überlegenden Gegner nur mit Müh und Not.


    Malfurion war überzeugt, dass der Brunnen der Ewigkeit die einzige Verbindung der Dämonen mit der materiellen Welt darstellte, und plädierte für seine Zerstörung. Dieser unverwartete Vorschlag entsetzte seine Gefährten, die wussten, dass der Brunnen die Quelle ihrer Unsterblichkeit und Macht war. Tyrande indessen sah ein, wie weise Malfurions Theorie war und brachte Cenarius und seine Gefährten dazu, Azsharas Tempel zu stürmen, um eine Möglichkeit zu finden, den Brunnen zu verschließen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:42


    Der Weltbaum und der Smaragdgrüne Traum


    Fundort

    * Das scharlachrote Kloster

    Viele Jahre arbeiteten die Nachtelfen unermüdlich daran, ihre alte Heimat so gut es ging wieder aufzubauen. Der Wald wuchs über den Ruinen der Tempel und Straßen, während sie neue Gebäude zwischen den grünen Bäumen und schattigen Hügeln am Fuße des Hyjal errichteten. Mit der Zeit kamen dann auch die Großdrachen, die die große Teilung überlebt hatten, aus ihren geheimen Verstecken.

    Alexstrasza die Rote, Ysera die Grüne und Nozdormu der Bronzene schwebten über den friedlichen Tälern der Druiden und betrachteten die Früchte der Arbeit der Nachtelfen. Malfurion, der zu einem Erzdruiden mit großer Macht geworden war, begrüßte die mächtigen Großdrachen und erzählte ihnen von der Erschaffung des neuen Brunnens der Ewigkeit.

    Die großen Drachen reagierten beunruhigt auf diese Neuigkeit und mutmaßten, dass die Legion eines Tages wiederkehren und die Welt abermals angreifen könnte, solange dieser Brunnen existierte. Malfurion und die drei Großdrachen schlossen einen Pakt, den Brunnen zu schützen und sicherzustellen, dass die Lakaien der Brennenden Legion nie wieder einen Weg in diese Welt finden sollten.

    Alexstrasza die Lebensbinderin legte eine einzelne verzauberte Eichel im Herzen des Brunnens der Ewigkeit ab. Die durch die zauberkräftigen magischen Wasser aktivierte Eichel keimte und wuchs zu einem riesigen Baum heran. Die Wurzeln des gewaltigen Baumes wuchsen aus dem Wasser des Brunnens und seine grüne Krone schien das Dach des Himmels selbst zu berühren.


    Der imposante Baum sollte ein ewiges Symbol der Verbundenheit der Nachtelfen mit der Natur sein und seine Leben spendenden Energien sollten mit der Zeit auch den Rest der Welt heilen. Die Nachtelfen gaben ihrem Weltbaum den Namen Nordrassil, was in ihrer Sprache so viel wie "Krone des Himmels" bedeutete.

    Nozdormu der Zeitlose belegte den Weltbaum mit einem Zauber, der gewährleistete, dass kein Nachtelf Opfer von Krankheiten werden konnte, solange der kolossale Baum stand.

    Ysera die Träumerin verzauberte den Weltbaum ebenfalls, indem sie ihn mit ihrem Reich verband, der Astraldimension, die Smaragdgrüner Traum genannt wurde. Der Smaragdgrüne Traum, eine in ewiger Veränderung begriffene Geisterwelt, existierte außerhalb der Grenzen der materiellen Welt. Aus dem Traum heraus regelte Ysera das Auf und Ab der Natur und den evolutionären Weg der Welt.

    Die Druiden der Nachtelfen, Malfurion eingeschlossen, waren durch den Weltbaum mit dem Traum verbunden. Als Teil ihres mystischen Pakts willigten die Druiden ein, Jahrhunderte am Stück zu schlafen, damit ihre Seelen auf den unendlichen Traumpfaden von Yseras Reich wandeln konnten. Es bekümmerte die Druiden zwar, so viele Jahre ihres Lebens für den Großen Schlaf zu opfern, aber sie hielten sich selbstlos an ihren Teil der Abmachung mit Ysera.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:43


    Der Zorn des Seelenschinders


    Fundort

    * Beutebucht

    Die langen Jahrhunderte nach der großen Teilung der Welt waren für das Volk der Trolle nicht leicht. Hungersnöte und Angst waren in den verwüsteten Königreichen an der Tagesordnung. Die Gurubashi-Trolle griffen zu verzweifelten Mitteln und suchten Unterstützung bei alten mystischen Kräften. Beiden Königreichen der Trolle war der Glaube an ein großes Pantheon primitiver Götter zu Eigen, doch die Gurubashi gerieten in den Bann des Dunkelsten.

    Hakkar der Seelenschinder, ein übler, blutrünstiger Geist, hörte den Ruf der Trolle und beschloss, ihnen zu helfen. Hakkar teilte mit den Gurubashi seine Geheimnisse des Blutes und half ihnen, ihre Zivilisation über weite Teile von Stranglethorn und bestimmte Inseln der südlichen Meere auszuweiten. Hakkar hatte ihnen zwar große Macht beschert, doch forderte er unablässig mehr für seine Mühe.

    Der blutrünstige Gott forderte täglich, dass ihm Seelen geopfert würden. Er träumte vom Zugang zur materiellen Welt, auf dass er das Blut aller sterblichen Kreaturen verschlingen könnte. Bald wurde den Gurubashi klar, mit was für einer Kreatur sie sich da eingelassen hatten - und sie wandten sich gegen ihn. Die stärksten Stämme erhoben sich gegen Hakkar und seine loyalen Priester - die Atal'ai.


    Von dem schrecklichen Krieg, der zwischen Hakkars Anhängern und dem Rest der Gurubashi-Stämme ausbrach, wird nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert. Das aufstrebende Reich zerbrach an der zwischen dem wütenden Gott und seinen aufsässigen Kindern entfesselten Magie. Als der Kampf bereits aussichtslos schien, konnten die Trolle Hakkars Avatar doch noch vernichten und ihn von der Welt verbannen.

    Sogar seine Atal'ai-Priester wurden schließlich aus der Hauptstadt Zul'Gurub vertrieben und mussten in den unerforschten Sumpfländern im Norden ein karges Dasein fristen. In diesen schattigen Marschen erbauten sie einen großen Tempel für Atal'Hakkar, ihren gefallenen Gott, wo sie das Werk ihres Meisters fortsetzen konnten ...

    Der Rest der Gurubashi-Stämme ging getrennte Wege, nachdem ein Bürgerkrieg ihre Länder verheert hatte. Die Stämme der Skullsplitter, Bloodscalp und Darkspear zogen aus, um sich Gebiete in den ausgedehnten Dschungeln von Stranglethorn zu erobern. Zwar herrschte nun ein brüchiger Friede in dem zerbrochenen Reich, doch gab es nicht wenige, die von einer Prophezeiung sprachen, nach der Hakkar eines Tages wiedergeboren und die Welt an diesem Tag ganz verschlingen würde.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:44


    Die Allianz von Lordaeron


    Fundorte

    * Die königliche Bibliothek
    * Eisenschmiede

    Lord Lothar scharte die Überreste der Armeen Azeroths nach der Niederlage bei der Burg Stormwind um sich und begann einen gewaltigen Exodus über das Meer ins nördliche Königreich Lordaeron. In der festen Überzeugung, dass die Horde die gesamte Menschheit unterwerfen würde, sofern man ihr keinen Einhalt gebot, trafen sich die Anführer der sieben Menschennationen und vereinten ihre Völker zur Allianz von Lordaeron.

    Zum ersten Mal seit fast dreitausend Jahren wurden die entzweiten Nationen von Arathor wieder unter einem Banner vereinigt. Lord Lothar, der Oberkommandierende der Streitmacht der Allianz, bereitete seine Armeen auf die Ankunft der Horde vor.

    Mit Unterstützung seiner Offiziere Uther Lightbringer, Admiral Daelin Proudmoore und Turalyon konnte Lothar auch die halbmenschlichen Völker Lordaerons von der drohenden Gefahr überzeugen. Die Allianz sicherte sich die Unterstützung der stoischen Zwerge von Ironforge und einer kleinen Zahl Hochelfen aus Quel'Thalas.

    Die Elfen, die zu jener Zeit von Anasterian Sunstrider geführt wurden, interessierten sich kaum für den bevorstehenden Konflikt. Aber sie waren verpflichtet, Lothar zu helfen, denn er war der letzte Nachfahre des Geschlechts der Arathi, das den Elfen in früheren Zeiten beigestanden hatte.


    Die Horde stand zu dieser Zeit unter dem Kommando von Kriegshäuptling Doomhammer. Sie brachte Oger von ihrer Heimatwelt Draenor herbei und konnte auch die neutralen Waldtrolle von Amani auf ihre Seite ziehen. Daraufhin begann die Horde einen gewaltigen Feldzug mit dem Ziel, das Zwergenkönigreich Khaz Modan und die südlichen Ausläufer von Lordaeron zu unterwerfen, und dezimierte mühelos jegliche Opposition.

    Die epischen Schlachten des Zweiten Krieges reichten von groß angelegten Scharmützeln zur See bis zu verlustreichen Materialschlachten in der Luft. Irgendwo hatte die Horde ein mächtiges Artefakt namens Dämonenseele gefunden und damit die alte Drachenkönigin Alexstrasza versklavt. Die Horde drohte, sie würde Alexstraszas kostbare Eier zerstören, und zwang sie so, ihre erwachsenen Kinder in den Krieg zu schicken. Die edlen roten Großdrachen sahen keinen anderen Ausweg, als für die Horde zu kämpfen, und so kämpften sie.

    Der Krieg tobte auf den Kontinenten Khaz Modan, Lordaeron und Azeroth selbst. Als Teil ihres Feldzugs im Norden brannte die Horde das Grenzland von Quel'Thalas nieder und sorgte so dafür, dass die Elfen die Sache der Allianz endgültig unterstützten. Im Verlauf des Konflikts wurden auch die größeren Städte und Metropolen Lordaerons verwüstet. Lothar und seinen Verbündeten gelang es jedoch die Feinde auf Distanz zu halten, obwohl keine Verstärkung eintraf und sie zahlenmäßig unterlegen waren.


    Dann aber brach in den letzten Tagen des Zweiten Krieges, als der Sieg der Horde über die Allianz schon fast sicher schien, ein schrecklicher Zwist zwischen den beiden mächtigsten Orcs von Azeroth aus. Als Doomhammer gerade das letzte Gefecht gegen die Hauptstadt von Lordaeron vorbereitete - ein Angriff, der den kläglichen Resten der Allianz den Todesstoß versetzt hätte -, verließen Gul'dan und seine Anhänger ihre Posten und stachen in See.

    Der bestürzte Doomhammer, der durch Gul'dans Verrat fast die Hälfte seiner Streitmacht verloren hatte, war zum Rückzug gezwungen und verlor damit seine größte Chance auf einen Sieg über die Allianz.

    Der machtgierige Gul'dan, darauf versessen, Gottstatus zu erlangen, begann eine verzweifelte Suche nach dem versunkenen Grabmal von Sargeras, in dem er das Geheimnis der höchsten Allmacht verborgen glaubte. Gul'dan, der seine Orc-Mitstreiter bereits dazu verdammt hatte, Sklaven der Brennenden Legion zu werden, dachte nicht weiter an seine Verpflichtung gegenüber Doomhammer.

    Mit Unterstützung der Clans der Stormreaver und der Twilight-Hammer gelang es Gul'dan, das Grabmal von Sargeras vom Meeresboden emporsteigen zu lassen. Als er jedoch die alte, überflutete Gruft öffnete, warteten dort nur wahnsinnige Dämonen auf ihn.


    Doomhammer trachtete derweil danach, die pflichtvergessenen Orcs für ihren Verrat zu bestrafen, und schickte seine Streitmacht los, Gul'dan zu töten und die Abtrünnigen wieder zurückzubringen. Für seine Tollkühnheit wurde Gul'dan von den wahnsinnigen Dämonen, die er befreit hatte, in Stücke gerissen. Nach dem Tod ihres Anführers unterlagen die abtrünnigen Clans Doomhammers wütenden Legionen schon nach kurzer Zeit.

    Die Rebellion war damit zwar niedergeschlagen, doch gelang es der Horde nicht, sich von den schrecklichen Verlusten zu erholen, die sie erlitten hatte. Gul'dans Verrat hatte der Allianz nicht nur Hoffnung gegeben, sondern auch die Zeit, sich neu zu formieren und Vergeltung zu üben.

    Lord Lothar begriff sehr schnell, dass Unstimmigkeiten die Horde entzweiten, scharte seine letzten Truppen um sich und drängte Doomhammer nach Süden zurück ins verwüstete Zentrum von Stormwind. Dort kesselte die Streitmacht der Allianz den Rest der Horde in der vulkanischen Festung Blackrockspitze ein. Lord Lothar fiel zwar am Fuße der Blackrockspitze im Kampf, doch sein getreuer Mitstreiter Turalyon scharte die Kräfte der Allianz zur elften Stunde um sich und trieb die Horde in die tiefen Sümpfe des Elends.


    Es gelang Turalyons Streitkräften, das Dunkle Portal zu zerstören - jenes mystische Portal, das für die Orcs die Verbindung zu ihrer Heimatwelt Draenor darstellte. Nachdem die Horde damit von Verstärkung aus Draenor abgeschnitten war und durch interne Unstimmigkeiten gelähmt wurde, hatte sie der mächtigen Allianz nichts mehr entgegenzusetzen.

    Die verstreuten Orc-Clans wurden schnell zusammengetrieben und in Internierungslager gesperrt. Es schien nun zwar, als wäre die Horde endgültig besiegt, aber viele blieben skeptisch, ob der Friede wohl von Dauer sein würde. Khadgar, inzwischen ein berühmter Erzmagier, brachte das Oberkommando der Allianz dazu, die Festung Nethergarde zu bauen, um die Ruinen des Dunklen Portals zu bewachen und zu gewährleisten, dass keine weiteren Invasionen von Draenor aus erfolgten.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:46


    Die Alten Götter und die Ordnung von Azeroth


    Fundorte

    * Scholomance
    * Eisenschmiede

    Die Titanen bemerkten offenbar nichts von Sargeras' Absicht, ihre zahllosen Werke zu vernichten, und zogen weiter von Welt zu Welt, um ihnen Form und Ordnung zu geben, wie es ihnen rechtens erschien. Auf ihrer Reise stießen sie auf eine kleine Welt, die ihre Bewohner später Azeroth nennen sollten.

    Als die Titanen über das urzeitliche Land zogen, begegnete ihnen eine Anzahl feindseliger Elementargeistwesen. Diese Elementargeister, die ein Volk unvorstellbar böser Wesen verehrten, das nur die Alten Götter genannt wurde, schworen einen Eid, dass sie die Titanen vertreiben und ihre Welt vor der metallenen Berührung der Invasoren behüten würden.

    Beunruhigt angesichts des bösen Charakters der Alten Götter, erklärte das Pantheon den Elementargeistern und ihren dunklen Meistern den Krieg. Die Armeen der Alten Götter wurden von den mächtigsten Offizieren der Elementargeister befehligt: Ragnaros der Feuerlord, Therazane die Steinmutter, Al'Akir der Windlord und Neptulon der Gezeitenjäger.


    Ihre chaotischen Streitkräfte lieferten sich auf der ganzen Welt Gefechte mit den kolossalen Titanen. Zwar waren die Elementargeister viel mächtiger, als Sterbliche es sich ausmalen können, dennoch vermochten ihre vereinten Streitkräfte die mächtigen Titanen nicht aufzuhalten. Einer nach dem anderen fielen die Lords der Elementargeister und ihre Kriegsmacht löste sich auf.

    Das Pantheon zerschmetterte die Zitadellen der Alten Götter und kettete die fünf bösen Gottheiten tief unter der Oberfläche der Welt an. Da die Macht der Alten Götter die Elementargeister nicht mehr in der materiellen Welt verankerte, wurden sie auf eine abgrundtiefe Ebene verbannt, wo sie in alle Ewigkeit unter sich bleiben sollten. Nach dem Verschwinden der Elementargeister beruhigte sich die Natur und eine Zeit der friedlichen Harmonie brach an. Als die Titanen sahen, dass die Gefahr gebannt war, machten sie sich an die Arbeit.


    Die Titanen gaben einer Anzahl von Völkern die Fähigkeit, ihnen bei der Neugestaltung der Welt zu helfen. Damit die unauslotbaren Höhlen unter der Erde gegraben werden konnten, erschufen die Titanen die zwergenähnlichen Irdenen aus magischem, lebendem Stein. Um Meere auszuheben und Land vom Meeresboden aufsteigen zu lassen, schufen die Titanen die gigantischen, aber sanftmütigen Meeresriesen. Viele Äonen lang bewegten und formten die Titanen die Erde, bis zuletzt ein einziger perfekter Kontinent übrig blieb.

    Im Zentrum dieses Kontinents schufen die Titanen einen See flimmernder Energien. Der See, den sie Brunnen der Ewigkeit nannten, sollte der Quell des Lebens dieser Welt sein. Seine kraftvollen Energien sollten die Gebeine der Welt nähren und dem Leben ermöglichen, im fruchtbaren Boden des Landes Wurzeln zu schlagen. Mit der Zeit gediehen Pflanzen, Bäume, Monster und Kreaturen jedweder Art auf dem urzeitlichen Kontinent.

    Als die Dämmerung am letzten Tage ihrer Arbeit anbrach, nannten die Titanen den Kontinent Kalimdor: "Land des ewigen Sternenlichts".



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:48


    Die erweiterten Annalen von Darrowshire


    Fundort

    * Die westlichen Pestländer

    Die Annalen von Darrowshire

    Darrowshire, benannt nach dem Darrowmeresee im Westen, ist ein Dorf, das sich an das Vorgebirge Lordaerons schmiegt. Bekannt für seine bescheidenden, aber hart arbeitenden Bewohner, führte Darrowshire ein Schattendasein in der Geschichte Lordaerons, bis der Zweite Krieg ausbrach.

    In diesem Krieg wurden Helden geboren. Und viele Helden ließen ihr Leben.



    Die Schlacht um Darrowshire

    Die Schlacht um Darrowshire ereignete sich in der Mitte des Zweiten Krieges, als Streitkräfte der Geißel durch Lordaeron tobten. Darrowshire wurde von der Hauptstreitmacht der Allianz abgeschnitten. Doch eine Kompanie Soldaten, ein Kontingent Paladine der Silberhand und eine standhafte Gruppe hiesiger Milizen unter ihrem Anführer Captain Joseph Redpath hielt in der Stadt stand.

    Die ersten Angriffe der Geißel waren eher harmlos. Kleine Gruppen marodierender Skelette und Kadaver durchstreiften die Außenbezirke des Dorfs und wurden mit Leichtigkeit besiegt.

    Die Geißel spürte die Hartnäckigkeit der Verteidiger und zahlte in gleicher Münze zurück. Schon bald nach der ersten Welle von Angriffen tauchte eine zweite auf. Champion-Ghuls, Bediente des Ghul-Lords Horgus, strömten mit wildem Geschrei von den Bergen herab und überrannten die belagerten Verteidiger Darrowshires.

    Die Verteidiger waren geschwächt, wurden jedoch durch Paladine abgelöst, Jünger der Silberhand. Ihr Anführer David Crokford stammte aus Darrowshire. Er brachte seine Anhänger ins Dorf, als er von dem bevorstehenden Angriff erfuhr, und zusammen mit den Verteidigern gelang es ihnen, die Bedienten von Horgus aufzuhalten.

    Als Horgus sich höchstpersönlich in die Schlacht stürzte, traf er auf Davil. Viele Minuten lang kämpften sie, und Davil ging am Ende siegreich hervor, erlitt jedoch eine tödliche Verletzung und starb kurz, nachdem er den Ghul-Lord besiegt hatte

    Die Schlacht ging weiter und Captain Redpath führte seine Milizen mutig an. Der Kampf wäre vielleicht sogar gewonnen worden, wäre der Captain nicht durch den Todesritter Marduk der Schwarze verderbt worden.

    Mitten im Getümmel ritt Marduk auf Redpath zu, entriss ihm durch schwarze Magie seinen Geist und verwandelte ihn in einen bösen Schatten des tapferen Captains.

    Durch den verderbten Captain Redpath breitete sich danach dessen bösartige Besudelung unter den Verteidigern Darrowshires aus, die prompt ihre Verbündeten verrieten und ermordeten. Dann wandten sie sich der Stadt Darrowshire zu und töteten alle, die sich in ihren Häusern versteckten.

    Die verbliebene Armee der Geißel sowie der verderbte Geist Captain Redpaths verließen danach das verheerte Dorf Darrowshire und drangen nach Lordaeron vor, um im Zweiten Krieg noch mehr Schmerz und Tod zu verbreiten.



    Das Schicksal von Horgus dem Verheerer

    Horgus der Verheerer fiel in der Schlacht um Darrowshire. Aber das Böse in ihm war noch nicht versiegt. Die siegreichen Streitkräfte der Geißel bargen seinen Schädel vom Schlachtfeld bei Darrowshire und nahmen ihn mit sich, um alles Leben, dem sie begegneten, in Angst und Schrecken zu versetzen.

    Tage später wurde die Kompanie der Geißel, in deren Händen sich der Kopf befand, von den Paladinen der Silberhand besiegt. Horgus' Kopf wurde im Blackwoodsee versenkt.



    Das Schicksal von Marduk dem Schwarzen

    Marduk überlebte den Zweiten Krieg und sorgte durch sein elendes, runenübersätes Schwert für Tod und Leid. Marduk lebt zwar heute noch, sein Schwert jedoch ging während einer Schlacht in der Nähe von Corins Kreuzung verloren. Ein Zwergen-Captain zerschmetterte das Schwert auf seinem verzauberten Schild und vertrieb Marduk vom Schlachtfeld, womit er den Kampf zu Gunsten der Allianz entschied.

    Marduks Schwert versank in der Erde und verderbte sie. Es fraß eine Schlucht in das Land, die heute als die 'Infektnarbe' bekannt ist.



    Das Schicksal von Davil Lightforge

    Davil Lightforge starb in der Schlacht um Darrowshire, doch sein Mut gereichte der Allianz während des gesamten Krieges zum Vorbild.

    Sein Buch, genauer gesagt Paladinbuchband, wurde später von Truppen des scharlachroten Kreuzzugs wiedergefunden. Es befindet sich jetzt im Rathaus im vom scharlachroten Kreuzzug kontrollierten Hearthglen, wo es eifrig von Kreuzfahrern studiert wird, die von Davils Kraft profitieren wollen.



    Das Schicksal von Joseph Redpath

    Joseph Redpath wurde während der Schlacht um Darrowshire getötet. Sein Geist wurde verderbt und nahm eine neue Gestalt an, und diese neue Kreatur brachte großes Übel über Lordaeron.

    Bei Gahrron's Withering, östlich von Andorhal, wurde der verderbte Redpath schließlich durch Streitkräfte der Allianz besiegt. Sein Schild liegt noch immer in der Nähe der Scheune des verseuchten Bauernhofs, und Diener der Geißel werden noch immer von diesem Andenken an seine Bösartigkeit angezogen.



    Das Schicksal von Carlin Redpath

    Carlin, der Bruder Captain Joseph Redpaths, gehört zu den Opfern der Schlacht um Darrowshire. Doch obwohl er schreckliche Wunden davongetragen hatte, starb er nicht.

    Tage nach der Schlacht griffen ihn Agenten der Argentumdämmerung auf, als er, geschwächt von Durst und Fieber, in der Nähe von Corins Kreuzung umherirrte. Sie pflegten seine Wunden und brachten ihn zur Kapelle der Hoffnung des Lichts.

    Dankbar für ihre Barmherzigkeit schloss sich Carlin den Reihen der Argentumdämmerung an und führt jetzt einen Rachefeldzug gegen die Geißel.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:49


    Die Geburt des Lich-Königs


    Fundort

    * Dunkelhain

    Ner'zhul und seine Anhänger betraten die wirbelnden Nether-Welt, die Astralebene, die alle Welten im Großen Dunklen Jenseits verbindet. Leider warteten Kil'jaeden und seine dämonischen Diener dort bereits auf sie. Kil'jaeden, der geschworen hatte, sich wegen seiner trotzigen Weigerung an Ner'zhul zu rächen, riss den alten Schamanen gnadenlos und langsam in Stücke.

    Kil'jaeden ließ den Geist des Schamanen am Leben und unversehrt, auf das Ner'zhul deutlich spüren sollte, wie sein Körper verstümmelt wurde. Zwar flehte Ner'zhul den Dämon an, seine Seele zu befreien und ihm den Tod zu gewähren, doch der Dämon erwiderte grimmig, das der Blutpakt, den sie vor langer Zeit geschlossen hatte, nach wie vor Gültigkeit habe und Ner'zhul immer noch einen Zweck zu erfüllen habe.


    Da es den Orcs nicht gelungen war, die Welt für die Brennende Legion zu erobern, war Kil'jaeden gezwungen, eine neue Armee aufzustellen, um Chaos über die Königreiche von Azeroth zu bringen. Diese neue Armee durfte nicht in dieselben kleingeistigen Rivalitäten und Kämpfe untereinander verfallen, die die Horde geplagt hatten. Sie musste verbissen und gnadenlos das eine Ziel ihrer Mission verfolgen. Diesmal konnte sich Kil'jaeden keinen Misserfolg leisten.

    Kil'jaeden hielt Ner'zhuls Seele hilflos in Stasis, gab ihm aber eine letzte Chance, der Legion zu dienen oder aber ewige Folterqualen zu erdulden. Abermals ließ sich Ner'zhul unbedacht auf einen Pakt mit dem Dämon ein. Ner'zhuls Seele wurde in einen eigens geschaffenen Block aus Eis von der Härte eines Diamanten gesperrt. Eis, das aus den entlegensten Regionen der wirbelnden Nether-Welt herbeigeschafft worden war.



    In seinem tiefgefrorenen Sarg spürte Ner'zhul, wie sein Bewusstsein sich zehntausendfach ausdehnte. Von der chaotischen Kraft des Dämons verdorben, wurde Ner'zhul zu einem spektralen Wesen von unauslotbarer Macht. In diesem Augenblick verschwand der Orc namens Ner'zhul für immer und der Lich-König war geboren.

    Ner'zhuls loyales Gefolge aus Todesrittern und Shadowmoons wurde ebenfalls von der Chaosmagie des Dämons verwandelt. Die bösen Zauberer wurden in Stücke gerissen und als skelettartige Lichs wiedergeboren. Der Dämon hatte dafür gesorgt, dass Ber'zhuls Anhänger ihm selbst im Tode treulich dienen würden.


    Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, erläuterte Kil'jeaden die Mission, für die er den Lich-König erschaffen hatte. Ner'zhul sollte eine Seuche von Tod und Schrecken über Azeroth bringen, die die menschliche Zivilisation für alle Zeiten ausrotten würde. Alle, die an der grauenhaften Seuche starben, würden als Untote wiederaufstehen und ihre Seelen sollten für alle Zeiten Ner'zhuls willen unterworfen sein.

    Kil'jaeden versprach, wenn Ner'zhul seine Aufgabe meistern und die Menschheit vom Antlitz der Welt tilgen könnte, dann würde er den Fluch von ihm nehmen und ihm einen neuen, gesunden Körper geben.

    Obwohl Ner'zhul einwilligte und offenbar darauf brannte, seine Rolle zu spielen, hegte Kil'jaeden Zweifel an der Loyalität seines Handlangers. Dass er dem Lich-König keinen Körper gab und ihn in dem Kristallsarg gefangen hielt, sicherte vorerst sein gutes Benehmen, aber der Dämon wusste, dass er wachsam sein musste und ihn niemals aus den Augen lassen durfte. Aus diesem Grund rief Kil'jaeden die Elite-Wachen seiner Dämonen herbei, damit sie Ner'zhul bewachen und gewährleisten sollten, dass er seine grauenhafte Aufgabe erledigte.

    Tichondrius, der mächtigste und verschlagenste unter den Schreckenslords, stellte sich der Herausforderung: ihn faszinierte das Ausmaß der Seuche und das beispiellose Potenzial zum Volkermord des Lich-Königs.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:50


    Die Geißel von Lordaeron


    Fundorte

    * Das scharlachrote Kloster
    * Beutebucht

    Nach langen Monaten der Vorbereitung riskierten Kel´Thuzad und sein Kult der Verdammten schließlich den ersten Schlag, indem sie die Seuche des Untodes in Lordaeron freisetzten. Uther und die anderen Paladine untersuchten die infizierten Regionen in der Hoffnung, sie könnten eine Möglichkeit finden, die Seuche einzudämmen. Doch die Seuche bereitete sich allen Anstrengungen zum Trotz weiter aus und wurde zur Zerreißprobe für die Allianz.

    Während die Reihen der Untoten Lordaeron heimsuchten, nahm Prinz Arthas, der einzige Sohn von Terenas, den Kampf gegen die Geißel auf. Arthas gelang es zwar, Kel´Thuzad zu töten, aber die Reihen der Untoten schwollen dennoch mit jedem Soldaten an, der bei der Verteidigung seines Landes fiel. In seiner ohnmächtigen Wut auf diesen scheinbar unaufhaltbaren Feind griff Arthas zu immer extremeren Maßnahmen, um ihn zu besiegen. Schließlich warnten seine Kameraden ihn, dass er im Begriff wäre, seine Menschlichkeit aufzugeben.


    Arthas` Furcht und Entschlossenheit wurden ihm zuletzt zum Verhängnis. Er spürte dem Ursprung der Seuche bis nach Northrend nach, um der Gefahr für immer ein Ende zu machen. Doch stattdessen wurde Prinz Arthas schließlich selbst ein Opfer der schier unermesslichen Macht des Lich-Königs. In dem Glauben, sein Volk damit retten zu können, ergriff Arthas die verfluchte Runenklinge Frostmourne.

    Das Schwert gewährte ihm zwar unauslotbare Macht, aber es stahl ihm seine Seele und verwandelte ihn in den größten der Todesritter des Lich-Königs. Nach dem Verlust seiner Seele und nicht mehr bei Sinnen führte Arthas die Geißel gegen sein eigenes Königreich. Am Ende schließlich ermordete Arthas gar seinen eigenen Vater, König Terenas, und zertrat Lordaeron unter den eisernen Absätzen des Lich-Königs.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:52


    Die Gründung von Quel'Thalas


    Fundort

    * Scholomance

    Die von Dath'Remar angeführen Nachtelfen verliessen Kalimdor und forderten die Stürme des Mahlstroms heraus. Viele, viele Jahre zogen ihre Flotten durch die Trümmer der Welt und entdeckten Geheimnisse und verlorene Königreiche. Dath'Remar, der den Namen Sunstrider (oder "der bei Tage wandelt") angenommen hatte, suchte Orte mit erheblicher Ley-Energie als neue Heimat für sein Volk.

    Schliesslich landete seine Flotte an der Küste des Königreichs, das die Menschen später Lordaeron nennen sollten. Die Hochelfen zogen landeinwärts und fanden eine Siedlung im ruhigen Tirisfal. Einige Jahre später verloren viele von ihnen nach und nach den Verstand. Man stellte die Theorie auf, dass etwas Böses unter diesem speziellen Teil der Welt hauste, doch konnte nie jemand den Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte beweisen. Die Hochelfen gaben ihr Lager auf und zogen weiter nordwärts in ein anderes Land mit starker Ley-Energie.

    Als die Hochelfen das zerklüftete Bergland von Lordaeron durchquerten, wurde ihre Reise immer gefahrvoller. Da sie von den Leben spenden Energien des Brunnens der Ewigkeit abgeschnitten waren, erkrankten viele in dem kalten Klima oder verhungerten. Die gravierendste Veränderung war jedoch, dass sie ihre Unsterblichkeit und auch ihre Immunität gegen die Elemente verloren.


    Ihre Grösse nahm ein wenig ab und ihre Haut verlor den charakteristischen violetten Farbton. Und trotz aller Härten begegneten sie vielen wundersamen Kreaturen, die man nie zuvor in Kalimdor gesehen hatte. Darüber hinaus stiessen sie auf Stämme primitiver Menschen, die in den alten Wäldern jagten. Die grösste Bedrohung freilich, der sie begegneten, waren die gefrässigen und arglistigen Waldtrolle von Zul'Aman.

    Die moosbewachsenen Trolle konnten verlorene Gliedmassen regenerieren und schwere Verletzungen heilen, entpuppten sich jedoch als barbarisches, böses Volk. Das Reich Amani erstreckte sich über den grössten Teil des nördlichen Lordaeron und die Trolle kämpften verbissen, um unerwünschte Fremde von ihren Grenzen fern zu halten. Die Elfen entwickelten eine tief empfundene Abscheu gegen die tückischen Trolle und töteten sie ohne Gnade, wenn sie ihnen begegneten.

    Nach langen Jahren fanden die Hochelfen schliesslich ein Land, das Kalimdor gleichkam. Tief in den Wäldern im Norden des Kontinents gründeten sie das Königreich Quel'Thalas und schworen, ein mächtiges Reich aufzubauen, neben dem sich das ihrer Kaldorei-Vettern unbedeutend ausnehmen sollte. Leider fanden sie bald heraus, dass sie Quel'Thalas auf einer alten Trollstadt erbaut hatten, die den Trollen immer noch heilig war. Schon nach kurzer Zeit griffen die Trolle die Siedlungen der Elfen in grosser Zahl an.


    Die störrischen Elfen wollten ihr neues Land aber keinesfalls aufgeben und hielten die wilden Trolle mit der Magie des Brunnens der Ewigkeit in Schach. Unter Führung von Dath'Remar konnten sie die Amani-Kriegsmeuten besiegen, die ihnen eins zu zehn überlegen waren. Einige Elfen jedoch gedachten der alten Warnungen der Kaldorei und fürchteten, der Einsatz der Magie könnte die Aufmerksamkeit der Brennenden Legion geweckt haben.

    Aus diesem Grund beschlossen sie, ihre Länder mit einer schützenden Barriere zu verbergen, hinter der sie aber dennoch an ihren Verzauberungskünsten arbeiten konnten. Sie errichteten eine Reihe monolithischer Runensteine an verschiedenen Stellen rund um Quel'Thalas, die die Grenzen der magischen Barriere kennzeichneten. Die Runensteine schirmten die Magie der Elfen nicht nur gegen ausserdimensionale Bedrohungen ab, sondern hielten auch die abergläubischen Kriegsmeuten der Trolle fern.

    Im Lauf der Zeit wurde Quel'Thalas zum strahlenden Monument der Anstrengungen der Hochelfen. Die atemberaubenden Paläste wurden im selben architektonischen Stil wie die alten Hallen von Kalimdor errichtet und dennoch harmonisch in die natürliche Beschaffenheit des Landes eingefügt. Quel'Thalas war zu dem funkelnden Edelstein geworden, der den Elfen vorgeschwebt hatte.


    Die Synode von Silvermoon wurde als herrschende Macht über Quel'Thalas gegründet, doch die Sunstrider-Dynastie bewahrte sich ein Quäntchen politische Macht. Die aus sieben der bedeutendsten Hochelfenlords bestehende Synode setzte sich für die Sicherheit der Elfenländer und Elfenvölker ein. Die Hochelfen blieben von ihrer schützenden Barriere umgeben, schlugen die alten Warnungen der Kaldorei in den Wind und nutzten ihre Magie weiterhin ausufernd in fast allen Aspekten ihres Lebens.

    Fast viertausen Jahre lang lebten die Hochelfen friedlich in der Abgeschiedenheit und Sicherheit ihres Königreichs. Doch die rachsüchtigen Trolle gaben nicht so leicht auf. Sie schmiedeten Ränke in den Tiefen ihrer Wälder und warteten darauf, dass die Zahl ihrer Kriegsmeuten wuchs. Schliesslich stürmte eine mächtige Trollarmee aus dem Schatten der Wälder und belagerte abermals die leuchtenden Türme von Quel'Thalas.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:53


    Die grünen Hügel des Schlingendorntals


    Fundort

    * Schlingendorntal

    Die Grünen Hügel des Schlingendorntals
    von Hemet Nesingwary

    Dafür, dass es unser erster Tag war, lief es Heute eigentlich erstaunlich gut. Wir verbrachten einen Großteil der Zeit mit den Vorbeitungen für den Bau eines Basislagers. Ich hatte den idealen Ort dafür am Fischwasserzulauf eines Flusses ausgemacht. Den alten verlassenen Docks nach zu urteilen, war dieser Ort sogar einmal bewohnt gewesen. Doch die einstigen Bewohner sind längt Vergangenheit.

    Für diese Expedition habe ich Ajeck Rouack und Sire S.J. Erlgadin um mich geschart. Zudem steht mir mein getreuer Diener Barnil Stonepot zur Seite. Ich habe an der Seite Ajecks Vaters gar manche Schlacht zur Verteidigung der Allianz gefochten. Sie jetzt erwachsen zu sehen, berührt mich eigentümlich. Ihr Vater hat sie gut in der Waffenkunst unterrichtet. Sie geht so geschickt mit dem Bogen um, dass ich mich frage, ob Elfenblut in ihren Adern fließt.



    Sire S.J. Erlgadin entstammt dem menschlichen Adel. Sein Vater war der für seine Großzügigkeit bekannte Graf Erlgadin. Der Graf war es, der sich während des Wiederaufbaus von Sturmwind nach dem zweiten großen Krieg für bessere Arbeitsbedingungen für die Steinmetzgilde einsetzte.


    In den Jahren nach dem Verrat Sturmwinds an der Steinmetzgilde erfüllte die Rolle, die der Adel im Königreich spielte, Sire Erlgadin zunehmend mit Gram. Er wollte die Stellung, die er von seinem Vater im Oberhaus geerbt hatte, nicht länger wahrnehmen.



    Aber ich schweife ab. Dies hier soll ja keine politische Abhandlung oder Biografie werden. Vielmehr geht es hier um meine Erfahrungen mit der Großwildjagd in den grünen Hügeln des Schlingendorntals.

    Wir standen beim ersten Sonnenstrahl auf. Barnil machte das Frühstück.

    Mir fiel auf, dass Ajeck irgendwie irritiert wirkte. Wir hatten einen langen Weg vor uns und unsere Jagd versprach ziemlich gefährlich zu werden. Eine einzige Unachtsamkeit konnte schlimme Folgen haben. Doch Ajeck konnte ihren Blick anscheinend nicht von Barnil wenden, der am Flussufer ein paar Sachen auswusch.

    Gerade als ich fragen wollte, ob Ajeck denn nicht an der heutigen Jagdstrategie interessiert sei, griff sie nach ihrem Köcher, zog einen Pfeil heraus und schoss ihn just auf unseren armen Barnil ab. Aber der Schuss galt gar nicht Barnil. Denn als der offenen Mundes einen Schritt zu Seite machte, trieb ein großer Flusskrokilisk an die Oberfläche.

    Ajecks Pfeil steckte genau zwischen seinen großen Augen.



    Wir gingen Richtung Westen durch das Dickicht des Urwaldes. Langsam und vorsichtig bahnten wir uns den Weg durch das Unterholz. Der Morgen verging und nichts passierte. Nicht einmal ein Lufthauch regte sich im Tal. Bis zum Nachmittag hatte sich Unruhe in unserer Expedition breit gemacht. Barnil ließ es an der für einen Jäger so wichtigen Vorsicht mangeln. Er stapfte ziemlich ungeschickt vor sich hin und trat oft auf trockenes Laub oder herabgefallene Zweige.

    Nach einem solchen Fehltritt legte Erlgadin Barnil die Hand schwer auf die Schulter, Ajeck und ich schauten beiläufig. Wir dachten, Erlgadin würde Barnil ob seiner Unvorsichtigkeit endlich einmal die Leviten lesen. Aber Erlgadin wies mit einer langsamen Kopfbewegung in Richtung eines umgestürzten Baumes ganz in der Nähe. Zwei stechend schwarze Augen über einem Maul voller rasiermesserscharfer Zähne starrten uns an.

    Es handelte sich um eine männlichen Schlingendorntiger. Ehe ich auch nur nach meiner Büchse greifen konnte, hatte Erlgadin schon einen Armbrustbolzen abgefeuert. Der Bolzen verfehlte sein Ziel und traf den Tiger nur in der linken Flanke. Er versuchte zu fliehen, aber die Wunde war zu schwer. Das Wildtier taumelte noch eine Sekunden angeschlagen herum, ehe Barnil ihm mit seiner Wurfaxt den Gnadenstoß versetzte.



    Danach waren wir alle in Hochstimmung. Barnin gab eine Runde Met für alle aus. Aber die Freude sollte nicht lange währen, denn als wir den Kadaver für den Rücktransport zum Stützpunkt fertig machten, hörten wir unvermittelt ein fürchterliches Heulen. In all den Jahren habe ich noch nie etwas so Schreckliches gehört.

    Auf einer felsigen Anhöhe über uns hob sich gegen das Licht der untergehenden Sonne die Silhouette der größten Raubkatze ab, die ich je gesehen habe. Ich gab einen Schuss in Richtung des Tiers ab, das sich davon aber unbeeindruckt zeigte. Die Raubkatze ließ erneut ein Knurren ertönen, lauter noch als beim ersten Mal, und verschwand.

    Wir packten unsere Sachen und kehrten gut gelaunt ins Lager zurück.



    Ich hatte meinen Begleitern versprochen, dass wir am nächsten Tag Panther jagen würden, da deren Felle in Azeroth sehr gefragt sind. Diese Nachfrage lässt sich nur damit erklären, dass all die fähigen Jäger, Fallensteller und Pelzhändler fort sind und ihr Leben im Namen der Allianz lassen.

    Ajeck und Sire Erlgadin waren ganz erpicht darauf zu lernen, wie man Zwergengewehre einsetzt. Daher hatte ich die beiden Menschen angewiesen, ihre primitiven Distanzwaffen im Stützpunkt zu lassen. Barnil und ich statteten sie also mit den besten Feuerwaffen aus Eisenschmiede aus.



    Wir hielten uns nach Süden und folgten einigen frischen Pantherspuren. Kurz darauf kamen wir an eine Klamm, die von einer phantastischen Hängebrücke überspannt wurde. Ich musste sofort an Branns eindrucksvolle Beschreibungen des Gebiets denken, als ich diese technische Wunderwerk sah. Es wurde oft behauptet, die einheimischen Trolle seien primitiv und ungebildet, doch als ich auf dieses handwerkliche Meisterwerk blickte, erkannte ich mit einem Mal das außerordentliche Können, mit dem die Erbauer der Trolle das schier unüberwindliche Hindernis überwunden hatten.

    Bald darauf spürte Ajeck im Südwesten den Panther auf. Leise schlichen wird weiter, die Flinten im Anschlag. Das Knacken von den Zweigen im Unterholz ließ uns aufhorchen. Da war etwas. Ein Blick genügte, um mich mit Barnil zu verständigen. Er nahm langsam die Flinte herunter. Dieser Abschuss war nicht für uns bestimmt. Er sollte unseren menschlichen Freunden gehören. Unzählige Panther waren schon von unseren Flinten zur Strecke gebracht worden. Dieser hier würde von den Menschen erlegt.

    Ajeck und Sire Erlgadin standen unbeweglich und hielten ihre Flinten auf das dichte Buschwerk unter den sanft schwingenden Bäumen gerichtet. Die Mittagssonne brannte auf uns nieder. Ein kleiner Scheißtropfen rann an Erlgadins Schläfe herab, als er den Hahn spannte. In dem Moment, als der Hahn einrastete, teilte sich mit einem Mal das Dickicht und ein großer schwarzer Panther � ein schönes Exemplar � preschte hervor.



    Die Menschen nahmen den Panther aufs Korn, während dieser am Waldrand entlanglief. Die Läufe ihrer Flinten bewegten sich absolut synchron. Barnil warf mir einen drängenden Blick zu, aber ich schüttelte verneinend den Kopf. Diese Jagd war für die Menschen und nicht für Barnil und mich. Erlgadin feuerte, doch er verfehlte den Panther. Auf den starken Rückstoß des Gewehrs war er nicht gefasst.

    Die Büchse ruckte heftig zurück. Er verriss den Schuss seitwärts und geriet mit dem Lauf just unter Ajecks Flinte. Ajeck ihrerseits hatte genau diesen Moment abgepasst, um abzurücken. Der Schuss verirrte sich irgendwo in die Bäume. Ein Schwarm Vögel flog kreischend aus dem Blätterdach auf und flatterte aufgeregt in alle Himmelsrichtungen davon. Eine Wolke Pulverdampf stieg über einem Baum auf, fassungslos sahen wir mit an, wie ein gewaltiger Ast geradewegs auf den flüchtenden Panther fiel und ihm das Rückgrat brach.



    Im Laufe der Wochen vergrößerte sich unser Bestand an Panther- und Tigerfellen immens. Daher entschied ich, dass wir uns einem neuen Ziel zuwenden sollten: Raptoren. So dankbar die Menschen auch für die Schießübungen waren, die Barnil und ich mit ihnen machten, sie wollten doch von der Benutzung der Feuerwaffen Abstand nehmen. Ajeck kam mit ihrem fein gearbeiteten Bogen weit besser zurecht und Sire Erlgadin verließ das Lager ohnehin nie ohne seine stabile Armbrust.

    Wir machten uns beim ersten Tageslicht in Richtung Süden zu den Tkashi-Ruinen auf. Barnil äußerte sich zwar besorgt, dass wir auf Mitglieder des Blutskalpstamms treffen könnten. Ich erinnerte ihn dran, dass die Blutskalpe mehr mit der Vernichtung des verfeindeten Schädelspalterstamms beschäftigt waren. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass Barnil alles andere als beruhigt war. Ich für meinen Teil vertraute jedoch auf meine geladene Flinte, einen Ranzen Schießpulver und die drei versierten Jäger neben mir und machte mir keine Gedanken über einen möglichen Hinterhalt.

    Ich stand vor einer riesigen Höllenbestie auf dem Schlachtfeld und die Armee der brennenden Legion näherte sich von allen Seiten. Dagegen wirkt eine Bande Trolle so harmlos wie ein Kaninchen in den Hügeln von Dun Morogh.

    Wir passierten die Tkashi-Ruinen ohne Zwischenfall, worüber insbesondere Barnil sehr erleichtert war. Die Gruppe ging weiter westwärts Richtung großes Meer und streifte die Ruinen von Zul'Kunda im Süden. Als wir die Steilküste erklommen, sahen wir ihn: unseren ersten Raptor.

    Das Tier nahm uns noch nicht einmal wahr. Das einzige, was es von der Expedition mitbekam, war eine Kugel zwischen seinen Augen.

    Sire Erlgadin ließ ein herzlichen "Hurra!" ertönen und Ajeck nickte mir anerkennend zu. Ich kramte in meiner Tasche, weil ich mir zur Feier des Tages ein Pfeifchen gönnen wollte. Barnil kletterte auf die Anhöhe hinauf, um den Kadaver des Raptors zu holen. Außerst zufrieden betrachtete ich das tote Vieh.



    Die Freude über den Erfolg währte jedoch nicht lange. Denn als ich zum Horizont blickte, sah ich auf dem Hügel genau über dem armen Barnil gleich mehrere Silhouetten.

    "Lauf, Barnil!", schrie ich. Ajeck, Sire Erlgadin und ich feuerten aus allen Rohren auf die heranstürmenden Raptoren und deckten sie mit Kugeln, Pfeilen und Bolzen ein. Einer der Raptoren ging tödlich getroffen zu Boden.

    Unsere hastig abgefeuerten Schüsse ermöglichten Barnil die Flucht. Barnil stolperte den Hügel wieder hinunter und schloss sich uns erneut an. Wir schlugen uns in den Urwald, wobei das Rudel Schmetterschwanzraptoren jede unserer Bewegungen genau verfolgte.

    Aus Jägern waren Gejagte geworden.



    Ich führte die Gruppe in Richtung Meer und hoffte, dass wir an der Küste Schutz vor den Raptoren finden würden. Doch in unserer Hast waren wir zu weit nach Norden abgekommen und befanden uns auf einer gefährlich hohen Erhebung. Das war ein Fehler und ich war schuld. Plötzlich standen wir vor steil abfallenden Klippe, die Raptoren nur noch ein paar Schritte hinter uns.

    Ich trat langsam mit erhobener Flinte vor. Ich hatte diese mutigen Jäger ins Verderben geführt. Also wollte ich auch bei ihrer Verteidigung sterben. Schmetterschwanzraptoren sind besonders angriffslustig und bekannt für ihren unstillbaren Blutdurst. Zudem waren sie uns zahlenmäßig weit überlegen. Doch ich wollte verdammt sein, wenn sie mich und meine Kameraden töten könnten, ohne dabei selbst Verluste zu erleiden.

    Ajeck und Sire Erlgadin machten ihre Waffen bereit und gaben mir seitlich Deckung, während wir mit dem Rücken zum Wasser standen. Barnil seufzte ergeben und zog seine Axt. Die Schmetterschwanzraptoren waren schon ganz nah. Sie wurden langsamer, sie pirschten sich an ihre Beute heran. Wussten sie doch, dass wir ihnen nicht mehr entkommen konnten.



    Da geschah das Unglaubliche: neben uns hörten wir plötzlich das erschreckende Gebrüll des großen weißen Tigers. Augenblicklich drehten die Raptoren ab und stoben in alle Richtungen davon. Wir sahen nur einen weißen Blitz, als der Tiger an uns vorbeischoss und sich auf einen der Raptoren stürzte, Befehle waren unnötig. Wir alle vier wussten, dass es galt, die Beine in die Hand zu nehmen.

    Wir rannten so schnell es ging und ohne Pause zurück zum Basislager. Abends saßen wir noch lange still ums Lagerfeuer herum, wussten wir doch nur zu gut, dass wir unser Leben allein einer merkwürdigen Wendung des Schicksals zu verdanken hatten. Das sind die Risiken eines Großwildjägers. Man spielt mit dem Schicksal, wenn man es herausfordert. Und doch bekommt jeder von uns irgendwann die messerscharfen Zähne seines Schicksals zur spüren. Dieser Zwerg hier ist einfach nur froh, dass dieser Augenblick ihn nicht auf den grünen Hügeln des Schlingendorntals ereilt hat.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:55


    Die Lethargie der Orcs


    Fundort

    * Das Brachland

    Monate vergingen und immer mehr Orcs wurden gefangen genommen und in die Internierungslager gesteckt. Aufgrund zunehmender Überfüllung der Lager war die Allianz gezwungen, neue Lager auf den Ebenen südlich des Alteracgebirges zu erbauen. Damit er die ständig wachsende Anzahl der Lager ordentlich unterhalten und versorgen konnte, erhob König Terenas eine neue Steuer von den Nationen der Allianz.

    Neben steigenden politischen Spannungen wegen Grenzstreitigkeiten sorgte speziell diese neue Steuer für zunehmende Unruhe. Es hatte den Anschein, als würde der Pakt, der die Nationen der Menschen in ihrer dunkelsten Stunde zusammengeschweißt hatte, jeden Moment zerbrechen.

    Inmitten des politischen Aufruhrs bemerkten zahlreiche Lageraufseher eine beunruhigende Veränderung an den gefangenen Orcs. Im Laufe der Zeit hatten Fluchtversuche und selbst Kämpfe unter den Gefangenen deutlich nachgelassen. Die Orcs wurden in zunehmendem Maße verschroben und lethargisch.


    Es war kaum zu glauben, aber die Orcs - die einst als das aggressivste Volk auf Azeroth betrachtet worden sind - schienen ihren Kampfeswillen vollkommen eingebüßt zu haben. Diese seltsame Lethargie stellte die Führer der Allianz vor Rätsel und forderte zunehmend Tribut unter den immer schwächer werdenden Orcs.

    Spekulationen, wonach eine seltsame, nur auf Orcs übertragbare Krankheit die merkwürdige Lethargie bewirkte, machte die Runde. Doch Erzamgier Antonidas von Dalaran stellte eine andere Hypothese auf. Antonidas erforschte das Wenige, das man über die Geschichte der Orcs wusste, und fand heraus, dass sie seit Generationen bereits unter dem verderblichen Einfluss dämonischer Mächte standen.

    Er mutmaßte, dass die Orcs schon vor der ersten Invasion von Azeroth von diesen Mächten missbraucht worden waren. Dämonen hatten ganz eindeutig das Blut der Orcs verunreinigt, was den Bestien wiederum unnatürlich übersteigerte Stärke, Belastbarkeit und Aggression bescherte.


    Antonidas stellte die Theorie auf, dass die allgemeine Lethargie der Orcs keine Krankheit, sondern die Folge einer Reaktion auf den Entzug jener vergänglichen Hexenmeistermagien war, die sie zu furchteinflößenden, blutrünstigen Kriegern gemacht hatte.

    Die Symptome waren zwar klar, doch gelang es Antonidas nicht, ein Heilmittel für den momentanen Zustand der Orcs zu finden. Viele seiner Magierkollegen vertraten ohnehin die Meinung, dass es nicht klug wäre, ein Heilmittel für die Orcs zu suchen. Einige angesehene Führer der Allinaz stimmten dem zu. Antonidas machte sich weiter Gedanken über den rätselhaften Zustand der Orcs und kam zu dem Ergebnis, dass nur eine spirituelle Heilung in Frage käme.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:56


    Die neue Horde


    Fundort

    * Die Sümpfe des Elends

    Aedelas Blackmoore, der oberste Aufseher der Internierungslager, wachte in seiner Gefängnisfestung Durnholde über die gefangenen Orcs. Einem bestimmten Orc galt sein besonderes Interesse: dem Waisenkind, das er fast achtzehn Jahre zuvor gefunden hatte. Blackmoore hatte den jungen Orc als seinen Lieblingssklaven aufgezogen und ihm den Namen Thrall gegeben. Blackmoore brachte dem Orc alles über Taktik, Philosophie und Kampf bei. Thrall wurde sogar zum Gladiator ausgebildet. Die ganze Zeit über versuchte der verderbte Aufseher aus dem Orc eine lebende Waffe zu machen.

    Trotz seiner harten Jugend wuchs der junge Thrall zu einem starken, scharfsinnigen Orc heran und wusste tief in seinem Herzen, dass er nicht bis an sein Lebensende das Dasein eines Sklaven fristen wollte. Während er heranwuchs, erfuhr er von seinem Volk, den Orcs, die er nie kennen gelernt hatte: Nach ihrer Niederlage waren die meisten Orcs in Internierungslager gesperrt worden. Man munkelt, dass Doomhammer, der Führer der Orcs, aus Lordaeron entkommen war und sich verborgen hielt. Nur noch ein einziger abtrünniger Klan agierte im Geheimen und versuchte sich den aufmerksamen Blicken der Allianz zu entziehen.



    Der erfindungsreiche, wenn auch noch unerfahrene Thrall beschloss, aus Blackmoores Festung zu fliehen und nach seinesgleichen zu suchen. Im laufe seiner Wanderschaft besuchte Thrall die Internierungslager und sah, wie seltsam verzagt und lethargisch sein einst mächtiges Volk geworden war. Da er hier die stolzen Krieger nicht fand, auf die er gehofft hatte, machte Thrall sich auf, den letzten unbesiegten Orc-Häuptling zu finden, Grom Hellscream.

    Ständig von den Menschen gejagt, hatte sich Hellscream den unbeugsamen Kampfeswillen der Horde bewahrt. Mit Unterstützung seines getreuen Warsongklans führte Hellscream einen Guerillakrieg gegen die Unterdrückung seines bedrängten Volks. Unglücklicherweise fand Hellscream nie eine Möglichkeit, die internierten Orcs aus ihrer Trägheit zu reißen. Unter dem Einfluss von Hellscreams Idealismus entwickelte der leicht zu beeinflussende Thrall eine starke Zuneigung zur Horde und ihrer Kriegertradition.


    Auf der Suche nach der Wahrheit über seine eigene Herkunft reiste Thrall nach Norden, um den legendären Frostwolfklan zu finden. Thrall fand heraus, dass Gul'dan die Frostwölfe in den Anfängen des Ersten Krieges verbannt hatte. Und er erfuhr, dass er Sohn und Erbe des Orc-Helden Durotan war, des wahren Häuptlings der Frostwölfe, der vor fast zwanzig Jahren in der Wildnis ermordet worden war.

    Unter den Augen des ehrwürdigen Schamanen Drek'Thar studierte Thrall die alte Schamanenkultur seines Volkes, die unter der Herrschaft des üblen Gul'dan in Vergessenheit geraten war. Mit der Zeit wurde Thrall ein mächtiger Schamane und nahm seinen Platz als Häuptling der verbannten Frostwölfe ein. Mit der Macht der Elemente selbst ausgerüstet und von dem Drang beseelt, sein Schicksal zu finden, brach Thrall auf, um die gefangenen Klans zu befreien und sein Volk von der dämonische Verderbnis zu heilen.


    Bei seinen Reisen traf Thrall auf den alten Kriegshäuptling Orgrim Doomhammer, der seit vielen Jahren als Einsiedler lebte. Doomhammer, der ein enger Freund von Thralls Vater gewesen war, schloss sih dem jungen Visionär an, um mit ihm zusammen die gefangenen Klans zu befreien. Mit Unterstützung vieler der alten Häuptlinge gelang es Thrall letztendlich, die Horde neu zu beleben und seinem Volk eine nue spirituelle Identität zu geben.

    Als Symbol der Wiedergeburt seines Volkes kehrte Thrall in Blackmoores Festung Durnholde zurück und vereitelte die Pläne seines einstigen Herren, indem er die Internierungslager belagerte. Doch der Sieg hatte seinen Preis: Bei der Befreiung eines Lager fiel Doomhammer im Kampf.

    Thrall nahm Doomhammers legendären Kriegshammer an sich, legt seine schwarze Rüstung an und wurde der neue Kriegshäuptling der Horde. In den folgenden Monaten zerstörte Thrall kleine, aber findige Horde die Internierungslager und vereitelte alle Anstrengungen der Allianz, ihrer listenreichen Strategie etwas entgegenzusetzen. Von seinem besten Freund und Mentor Grom Hellscream ermutigt, machte Thrall es sich zur Aufgabe, dass kein Orc jemals wieder Sklave sein sollte.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:56


    Die Schildwachen und die lange Wacht


    Fundort

    * Beutebucht

    Nach der Abreise ihrer abtrünnigen Vettern konzentrierten sich die Nachtelfen wieder darauf, ihre verzauberte Heimat zu sichern. Die Druiden spürten, dass abermals die Zeit des Großen Schlafes heranrückte, und bereiteten sich darauf vor, zu schlafen und ihre Liebsten und Familien zurückzulassen.

    Tyrande, die zur Hohepriesterin der Elune geworden war, flehte ihren geliebten Malfurion an, sie nicht wegen Yseras Smaragdgrünem Traum zu verlassen. Doch Malfurion war durch seine Ehre gebunden, den unsteten Traumpfaden zu folgen, verabschiedete sich von der Priesterin und schwor, dass sie nie getrennt sein würden, solange sie ihre Liebe hatten.

    Tyrande blieb es nun allein überlassen, Kalimdor vor den Gefahren der neuen Welt zu schützen. Zu diesem Zweck versammelte sie eine kampfstarke Truppe aus dem Kreis ihrer Nachtelfen-Schwestern um sich. Die furchtlosen, bestens ausgebildeten Kriegerinnen, die sich der Verteidigung Kalimdors verschrieben hatten, wurden Schildwachen genannt. Zwar zogen sie es vor, allein durch die schattigen Wälder von Ashenvale zu streifen, schufen sich aber viele Verbündete, auf die sie sich in Notzeiten verlassen konnten.



    Der Halbgott Cenarius blieb in der Nähe der Moonglades am Berg Hyjal. Seine Söhne, die Bewahrer des Hains genannt wurden, behüteten die Nachtelfen und halfen den Schildwachen regelmäßig dabei, den Frieden im Land zu wahren. Selbst die scheuen Töchter des Cenarius, die Dryaden, ließen sich immer häufiger sehen.

    Die Aufgabe, über Ashenvale zu wachen, beschäftigte Tyrande ohne Unterlass, doch ohne Malfurion an ihrer Seite war sie einsam und freudlos. Im Lauf der vielen Jahrhunderte, in denen die Druiden schliefen, wuchs ihre Angst vor einer zweiten Invasion der Dämonen ins Unermessliche. Sie konnte das beunruhigende Gefühl nicht abschütteln, dass die Brennende Legion noch da draußen sein könnte, jenseits des Großen Dunkels der Firmamente, um Rachepläne gegen die Nachtelfen und die Welt Azeroth zu schmieden.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:57


    Die Schlacht von Grim Batol


    Fundort

    * Eisenschmiede

    Derweil kämpften die versprengten Überreste der Horde in den vom Krieg gebeutelten Südländern um das nackte Überleben. Zwar konnten Grom Hellscream und sein Warsong-Clan sich der Gefangennahme entziehen, Deadeye und sein Bleeding-Hollow-Clan jedoch wurden eingekesselt und in die Internierungslager von Lordaeron gebracht. Trotz dieser verlustreichen Aufstände hatten die Aufseher der Lager bald wieder die Kontrolle über ihre ungebührlichen Schützlinge.

    Eine große Streitmacht der Orcs jedoch streifte noch immer ohne Wissen der Allianz frei durch die nördlichen Wüsten von Khaz Modan. Der Dragonmaw-Clan unter Führung des berüchtigten Hexenmeisters Nekros kontrollierte mit Hilfe eines alten Artefakts namens "Dämonenseele" die Drachenkönigin Alexstrasza und ihren Drachenschwarm. Mit der Drachenkönigin als Geisel stellte Nekros in der verlassenen - und, wie manche behaupten, verfluchten - Wildhammer-Festung Grim Batol heimlich eine Armee auf.

    Nekros hatte vor, seine Streitmacht und die mächtigen roten Großdrachen gegen die Allianz ins Feld zu schicken, und hegte die Hoffnung, die Horde damit wieder zu vereinen und die Eroberung von Azeroth fortzusetzen. Seine Vision freilich wurde nicht Wirklichkeit: Einer kleinen Schar von Widerstandskämpfern unter dem Menschenmagier Rhonin gelang es, die Dämonenseele zu zerstören und die Drachenkönigin aus Nekros' Bann zu befreien.

    In ihrer Wut zerstörten Alexstraszas Großdrachen Grim Batol bis auf die Grundmauern und äscherten den größten Teil des Dragonmaw-Clans ein. Nekros' hochfliegende Pläne der Wiedervereinigung waren endgültig gescheitert, als Truppen der Allianz die überlebenden Orcs zusammentrieben und in die wartenden Internierungslager warfen. Die Niederlage des Dragonmaw-Clans bedeutete das Ende der Horde und des wütenden Kampfrausches der Orcs.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:58


    Die Sieben Königreiche


    Fundort

    * Scholomance

    Strom diente weiterhin als zentrale Nabe von Arathor, doch auf dem gesamten Kontinent Lordaeron entstanden weitere neue Stadtstaaten wie Dalaran. Gilneas, Alterac und Kul Tiras entstanden als erste Stadtstaaten, und auch wenn sie alle ihre eigenen Bräuche und Gewohnheiten hatten, fügten sie sich doch der Oberhoheit von Strom.

    Unter den wachsamen Blicken des Ordens von Tirisfal wurde Dalaran zum wichtigsten Ausbildungszentrum für Magici im ganzen Land. Die Magokraten, die Dalaran regierten, gründeten die Kirin Tor, eine spezialisierte Sekte, die jeden Zauber und jeden magischen Gegenstand, den die Menschheit bis dahin kannte, erforschen und katalogisieren sollte.



    Gilneas und Alterac wurden zu starken Verbündeten von Strom und stellten gewaltige Armeen auf, die die südlichen Bergregionen von Khaz Modan erforschten. In dieser Zeit begegneten Menschen erstmals dem alten Zwergenvolk und besuchten die höhlenartige unterirdische Stadt Ironforge. Menschen und Zwerge weihten einander in viele Geheimnisse der Metallbearbeitung und Ingenieurskunst ein und entdeckten eine gemeinsame Neigung zum Kämpfen und Geschichtenerzählen.

    Der Stadtstaat Kul Tiras, auf einer großen Insel südlich von Lordaeron gegründet, entwickelte eine blühende, auf Fischfang und Schifffahrt basierende Wirtschaft. Mit der Zeit baute Kul Tiras eine mächtige Flotte von Handelsschiffen, die auf der Suche nach exotischen Waren zum Kaufen und Verkaufen in alle bekannten Länder segelte. Doch obwohl die Wirtschaft von Arathor florierte, verfielen nach und nach ihre stärksten Elemente.



    Im Lauf der Zeit sannen die Lords von Strom darauf, ihre Anwesen in die fruchtbaren Nordländer von Lordaeron zu verlegen und die kargen Gebiete im Süden zu verlassen. Die Erben von König Thoradin, die letzten Nachfahren des Geschlechts der Arathi, traten dafür ein, dass Strom nicht aufgegeben werden sollte, und zogen damit den Unmut weiter Teile der Bevölkerung auf sich, die ebenfalls auf Wanderschaft gehen wollten.

    Die Lords von Strom, die im ungezähmten Norden Reinheit und Erleuchtung finden wollten, fassten den Entschluss, ihre alte Stadt hinter sich zu lassen. Weit entfernt gründeten die Lords von Strom nördlich von Dalaran einen neuen Stadtstaat, den sie Lordaeron nannten. Der gesamte Kontinent übernahm schließlich den Namen dieses Stadtstaats. Lordaeron wurde zu einem Mekka für alle religiös motivierten Pilger und solche, die inneren Frieden und Sicherheit suchten.



    Die Nachfahren der Arathi, die in den verfallenden Mauern des alten Strom geblieben waren, fassten den Entschluss, über die Felsengebirge von Khaz Modan nach Süden zu ziehen. Nach vielen Jahreszeiten fand ihre Reise schließlich ein Ende und sie ließen sich in der nördlichen Region des Kontinents nieder, den sie Azeroth nennen sollten. In einem fruchtbaren Tal gründeten sie das Königreich Stormwind, das bald zu einer autarken Macht wurde.

    Die wenigen Krieger, die in Strom geblieben waren, wollten weiter ausharren und die alten Mauern ihrer Stadt bewachen. Strom war nicht mehr der Mittelpunkt des Reiches, entwickelte sich aber zu einer neuen Nation, die Stromgarde genannt wurde. Jeder Stadtstaat für sich brachte es zu Blüte und Wohlstand, aber das Reich Arathor war definitiv zerfallen. Da jede Nation ihre eigenen Bräuche und Überzeugungen entwickelte, hatten sie bald kaum noch etwas gemeinsam. König Thoradins Vision einer geeinten Menschheit war endgültig vergessen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 21:59


    Die Verbannung der Hochelfen


    Fundort

    * Darnassus

    Im Lauf der Jahrhunderte erlebte die Gesellschaft der Nachtelfen eine Blüte und expandierte über den gesamten neuen Wald, den sie Ashenvale nannten. Viele der Geschöpfe, die es vor der großen Teilung im Übermaß gegeben hatte, wie zum Beispiel Furbolgs und Stacheleber, tauchten wieder auf und breiteten sich im Land aus. Unter der gütigen Führerschaft der Druiden genossen die Nachtelfen eine Ära des beispiellosen Friedens und der Ruhe unter den Sternen.

    Doch viele der ursprünglichen Hochgeborenen wurden unruhig. Genau wie Illidan vor ihnen, verspürten sie Entzugserscheinungen nach dem Verlust ihrer geliebten Magie. Sie waren versucht, die Energien des Brunnens der Ewigkeit anzuzapfen und ihren magischen Ritualen nachzugehen. Dath'Remar, der dreiste Anführer der Hochgeborenen, verspottete die Druiden in aller Öffentlichkeit und nannte sie Feiglinge, weil sie die Magie nicht nutzten, die ihnen rechtmäßig zustünde.

    Malfurion und die Druiden ließen Dath'Remars Argumente unbeachtet und warnten die Hochgeborenen, dass jegliche Anwendung von Magie mit der Todesstrafe geahndet werden würde. In ihrer Unbelehrbarkeit riskierten Dath'Remar und seine Anhänger einen vergeblichen Versuch, die Druiden zur Rücknahme ihres Gesetzes zu veranlassen, und entfesselten einen schrecklichen magischen Sturm über Ashenvale.



    Die Druiden brachten es jedoch nicht fertig, so viele ihrer Art zu töten, daher beschlossen sie, die unverbesserlichen Hochgeborenen aus ihrem Land zu verbannen. Dath'Remar und seine Anhänger waren froh, dass sie ihren konservativen Vettern den Rücken kehren konnten, gingen an Bord einiger eigens angefertigter Schiffe und stachen in See. Keiner von ihnen wusste, was sie jenseits der Gewässer des tosenden Mahlstroms erwarten würde, doch sie brannten darauf, eine neue Heimat zu finden, wo sie ihre geliebte Magie ungehindert ausüben konnten.

    Die Hochgeborenen oder "Quel'dorei", wie Azshara sie früher einst genannt hatte, landeten schließlich an der Küste des östlichen Landes, das die Menschen Lordaeron nennen sollten. Sie hatten vor, ein eigenes magisches Königreich zu gründen, Quel'Thalas, und der nächtlichen Lebensweise und Mondanbetung der Nachtelfen abzuschwören. Von nun an wollten sie sich der Sonne zuwenden und nur noch "Hochelfen" genannt werden.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:00


    Die Wächter von Tirisfal


    Fundort

    * Die königliche Bibliothek

    Nachdem die Trolle aus den Nordländern vertrieben waren, versuchten die Elfen von Quel'Thalas, ihre ruhmreiche Nation wieder aufzubauen. Die siegreichen Armeen von Arathor kehrten in die Südländer Stroms zurück.

    Die Menschen von Arathor erlebten eine Blütezeit des Wachstums. Doch Thoradin befürchtete, das Reich könnte zerfallen, wenn es sich zu sehr ausdehnte, und achtete darauf, dass Strom stets der Mittelpunkt des Reiches Arathor blieb. Nach vielen Jahren des Reichtums und Wohlstands verstarb der mächtige Thoradin hochbetagt. Nun stand es Arathors jüngerer Generation frei, das Reich über die Grenzen von Strom hinaus auszudehnen.

    Die anfänglichen einhundert Magi, die von den Elfen den Umgang mit der Magie gelernt hatten, stärkten ihre Macht und studierten die mystische Disziplin des Zauberwirkens in allen Einzelheiten. Diese Magi waren damals wegen ihres starken Willens und ihrer edlen Gesinnung ausgewählt worden. Sie hatten ihre Magie behutsam und verantwortungsbewusst ausgeübt. Doch dann gaben sie ihre Geheimnisse und Kräfte an eine jüngere Generation weiter, die weder die Härten des Krieges noch die Notwendigkeit von Zurückhaltung kannte.

    Diese jüngeren Magici praktizierten Magie aus Eigennutz, nicht verantwortungsvoll zum Wohle ihrer Mitbürger.



    Als das Reich wuchs und neue Länder erobert wurden, zogen auch die jungen Magici in die Südländer. Die Magici setzten ihre mystische Macht ein, beschützten ihre Brüder vor den wilden Tieren des Landes und ermöglichten die Gründung neuer Stadtstaaten in der Wildnis. Doch je größer ihre Macht wurde, desto selbstgefälliger und isolierter vom Rest der Gesellschaft wurden sie.

    Der zweite arathorische Stadtstaat Dalaran wurde in den Ländern nördlich von Strom gegründet. Viele angehende Hexer ließen die Enge von Strom hinter sich und reisten nach Dalaran, wo sie ihre neuen Kräfte ungehindert einsetzen konnten. Diese Magici errichteten mit ihren Fertigkeiten die verzauberten Türme von Dalaran und gingen begeistert ihren Studien nach.

    Die Bürger von Dalaran duldeten die Unternehmungen der Magici und ließen unter dem Schutz der Verteidiger und ihrer Magie eine blühende Wirtschaft entstehen. Doch als mehr und mehr Magici ihre Kunst ausübten, wurde die Realität um Dalaran herum dünn und bekam Risse.



    Die düsteren Agenten der Brennenden Legion, die verbannt worden waren, als der Brunnen der Ewigkeit zusammenbrach, wurden durch das unbedachte Zauberwirken der Magici von Dalaran in die Welt zurückgeholt. Zwar traten diese vergleichsweise schwachen Dämonen nicht in großer Zahl auf, stifteten aber auf den Straßen von Dalaran nicht wenig Verwirrung und Chaos.

    Die meisten Begegnungen mit Dämonen blieben vereinzelte Vorfälle und die herrschende Magokratie tat alles, um sie vor der Öffentlichkeit zu vertuschen. Die mächtigsten Magici wurden ausgeschickt, um die flüchtigen Dämonen einzufangen, nicht selten jedoch konnten sie den einsamen Agenten der mächtigen Legion nicht das Wasser reichen.

    Nach einigen Monaten argwöhnten die abergläubischen Bauern, dass ihre zaubernden Herrscher etwas vor ihnen verheimlichten. Gerüchte über eine Revolution machten in den Straßen von Dalaran die Runde, während die paranoiden Bürger den Motiven und Bräuchen der Magici, die sie einst bewundert hatten, in zunehmendem Maße misstrauten. Die Magokraten fürchteten, dass die Bauern sich erheben und dass Strom gegen sie vorgehen könnte, und wandten sich an die einzige Gruppe, von der sie sich eine Lösung ihres Dilemmas versprachen: die Elfen.



    Als die Elfen durch die Magokraten von Dämonenaktivität in Dalaran erfuhren, entsandten sie hastig ihre mächtigsten Hexer in die Länder der Menschen. Die Elfen-Hexer studierten die Energieströme in Dalaran und erstellten detaillierte Berichte über sämtliche Dämonenaktivitäten, derer sie gewahr wurden. Sie kamen zu der Schlussfolgerung, dass zwar nur wenige Dämonen durch die Welt streiften, die Legion selbst jedoch eine ernst zu nehmende Gefahr bleiben würde, solange die Menschen weiterhin mit den Kräften der Magie spielten.

    Der Rat von Silvermoon, der über die Elfen von Quel'Thalas herrschte, schloss einen geheimen Pakt mit den Magokratenlords von Dalaran. Die Elfen weihten die Magokraten in die Geschichte des alten Kalimdor und der Brennenden Legion ein, eine Geschichte, die noch immer eine Bedrohung für die Welt darstellte. Sie ließen die Menschen wissen, dass sie ihre Bürger vor den heimtückischen Agenten der Legion beschützen mussten, wenn sie weiterhin Gebrauch von der Magie machen wollten.

    Die Magokraten schlugen vor, einen einzigen sterblichen Helden zu ermächtigen, der ihre Kräfte nutzen und einen immer währenden geheimen Krieg gegen die Legion führen sollte. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Mehrzahl der Menschen nie etwas von den Wächtern oder der Gefahr durch die Legion erfahren durfte, damit es nicht aus Angst und Paranoia zu Aufständen kam. Die Elfen willigten in den Vorschlag ein und gründeten einen Geheimbund, der die Auswahl des Wächters überwachen und mit dazu beitragen sollte, dem Erstarken des Chaos in der Welt einen Riegel vorzuschieben.

    Der Geheimbund hielt heimliche Treffen in Tirisfal ab, wo die Hochelfen Lordaeron erstmals besiedelt hatten. Sie nannten den Geheimbund die Wächter von Tirisfal. Die sterblichen Helden, die zu Wächtern erkoren wurden, erhielten die unglaublichen Kräfte der Elfen- und der Menschenmagie. Es sollte immer nur jeweils einen Wächter geben, dieser jedoch mit solch enormen Kräften ausgestattet, dass er die Agenten der Legion im Alleingang zurückdrängen konnte, wo immer er ihnen begegnete.


    So groß war die Macht des Wächters, dass nur der Rat von Tirisfal die Befugnis erhielt, mögliche Nachfolger für das Amt zu wählen. Wann immer ein Wächter zu alt oder des geheimen Krieges gegen das Chaos überdrüssig wurde, wählte der Rat einen neuen Helden und kanalisierte die Wächterenergie unter sorgsam kontrollierten Bedingungen in diesen neuen Agenten.

    Generation um Generation verteidigten die Wächter die Menschenmassen in den Ländern Arathor und Quel'Thalas gegen die unsichtbare Bedrohung der Brennenden Legion. Arathor blühte auf und gedieh, derweil die Ausübung der Magie im gesamten Reich Verbreitung fand. In der Zwischenzeit hielten die Wächter sorgsam nach Spuren dämonischer Aktivität Ausschau.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:01


    Die Zwillingsimperien


    Fundort

    * Beutebucht

    Vor rund 16.000 Jahren (lange bevor die Nachtelfen törichterweise den Zorn der Brennenden Legion beschworen) herrschten die Trolle über den größten Teil von Kalimdor (das damals noch ein einziger Kontinent war). Es gab zwei Trollreiche, das Reich der Gurubashi im südöstlichen Dschungel und das Reich Amani in den zentralen Wäldern.

    Es gab kleinere Stämme, die weit im Norden lebten (in der Region, die wir als Northrend kennen). Die Stämme gründeten eine kleine Nation, die Gundrak hieß, aber nie Größe oder Wohlstand der südlichen Reiche erlangte.

    Die Reiche Gurubashi und Amani hegten keine Sympathien füreinander, führten aber selten Krieg. Zu jener Zeit war ein drittes Reich ihr größter gemeinsamer Feind - die Zivilisation Azj'Aqir. Die Aqir waren intelligente Insektoiden, die die Länder weit im Westen beherrschten. Diese intelligenten Insektoiden waren enorm expansionistisch und unglaublich böse. Zwanghaft wollten die Aqir alles Leben, ausgenommen Insekten, von den Feldern Kalimdors tilgen.

    Die Trolle kämpften viele tausend Jahre gegen sie, konnten aber nie einen echten Sieg über die Aqir erringen. Schließlich zerbrach das Königreich der Aqir dank der Hartnäckigkeit der Trolle in zwei Teile, denn seine Bewohner flohen und gründeten separate Kolonien weit im Norden und Süden des Kontinents.



    Zwei Aqir-Stadtstaaten entstanden - Azjol-Nerub in der nördlichen Wüste und Ahn'Qiraj in der südlichen Wüste. Die Trolle vermuteten zwar weitere Aqir-Kolonien unter Kalimdor, konnten ihre Existenz aber nie beweisen.

    Nachdem die Insektoiden in die Verbannung getrieben waren, normalisierte sich das Leben in den beiden Trollreichen wieder. Ihrem bedeutenden Sieg zum Trotz wuchs ihre Zivilisation nicht nennenswert über die ursprünglichen Grenzen hinaus. Aber in alten Schriften ist von einer Splittergruppe von Trollen die Rede, die sich vom Reich Amani abspalteten und ihre eigene Kolonie im Herzen des dunklen Kontinents gründeten.

    Dort entdeckten diese tapferen Pioniere den kosmischen Brunnen der Ewigkeit, der sie in Wesen mit ungeheurer Macht verwandelte. Einige Legenden deuten an, dass diese abenteuerlustigen Trolle die ersten Nachtelfen gewesen sein könnten, doch wurde dafür nie ein Beweis gefunden.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:02


    Eiskrone und Frost-Thron


    Fundorte

    * Das scharlachrote Kloster
    * Scholomance

    Kil´Jaeden beförderte Ner´Zhuls Sarg aus Eis wieder in die Welt Azeroth. Der gehärtete Kristall schoss über den Nachthimmel und landete auf dem einsamen arktischen Kontinent Northrend, wo er sich tief in den Eiskrone-Gletscher eingrub. Der durch den brutalen Absturz verformte und beschädigte gefrorene Kristall erinnerte an einen Thron und Ner´Zhuls rachsüchtige Seele regte sich bald in seinem Innern.

    Aus der Enge seines Frost-Throns sandte Ner´Zhul sein riesiges Bewusstsein aus und berührte die Gedanken der Bewohner von Northrend. Ohne große Mühe gelang es ihm, die Gedanken der zahlreichen eingeborenen Kreaturen, darunter Eistrolle und wilde Wendigos, zu versklaven und ihre bösen Brüder unter seinen wachsenden Einfluss zu bringen. Seine übersinnlichen Kräfte schienen fast grenzenlos und er nutzte sie, um eine kleine Armee aufzustellen, die er in den verschlungenen Labyrinthen des Eiskrone-Gletschers verbarg.



    Während der Lich-König unter ständiger Beobachtung durch die Schreckenslords seine wachsenden Fähigkeiten meisterte, entdeckte er eine entlegene Menschensiedlung am Rande der großen Drachenverseuchung. Ner´Zhul beschloss aus einer Laune heraus, seine Kräfte an den arglosen Menschen zu erproben.

    Er schickte eine Seuche des Untodes, deren Ursprung tief in dem Frost-Thron lag, in die arktische Eiswüste hinaus. Allein Kraft seines Geistes kontrollierte er die Seuche und brachte sie mitten in das Menschendorf. Binnen drei Tagen waren alle in der Siedlung tot, doch wenig später standen die toten Dorfbewohner als Zombie-Kadaver wieder auf. Ner´Zhul konnte ihre Seelen und Gedanken spüren wie seine eigenen.

    Durch die tosende Kakophonie in seinen Gedanken wurde Ner´Zhul noch mächtiger, als würden in diese Seelen mit dringend benötigter Nahrung versorgen. Er stellte fest, dass es ein Kinderspiel war, die Aktionen der Zombies zu steuern und sie nach seinen Wünschen zu lenken.

    Während der nächsten Monate experimentierte Ner´Zhul weiter mit seiner Seuche des Untodes, indem er jeden menschlichen Bewohner von Northrend damit infizierte. Da seine Armee der Untoten mit jedem Tag wuchs, wusste er, dass der Tag seiner wahren Prüfung näher rückte.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:03


    Folgen des Zweiten Krieges


    Fundorte

    * Darnassus
    * Das scharlachrote Kloster
    * Burg Nethergarde

    Nach dem verheerenden zweiten Krieg gegen die Orc-Horde hatten Schock und Demoralisierung die Allianz von Lordaeron fest im Griff. Die blutrünstigen Orcs hatten sich unter ihrem mächtigem Kriegshäuptling Orgrim Doomhammer nicht nur durch die Zwergenländer von Khaz Modan gekämpft und dabei eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, sondern obendrein viele der wichtigsten Provinzen von Lordaeron völlig zerstört. Es gelang den grausam wütenden Orcs sogar, das entlegene Elfenkönigreich Quel Thalas zu verwüsten, bevor ihrem Rasen endlich Einhalt geboten werden konnte.

    Die Armeen der Allianz unter Führung von Sire Andvin Lothar, Uther Lightbringer und Admiral Daelin Proudmoore drängten die Orcs nach Süden in das verwüstete Land Azeroth - das erste Königreich, das dem gnadenlosen Ansturm der Orcs zum Opfer fiel.

    Den Streitkräften der Allianz gelang es unter Sire Lothar, Doomhammers Clans aus Lordaeron zu vertreiben und in das von den Orcs beherrschte Land Azeroth zurückzudrängen. Lothars Streitkräfte umzingelten die Blackrockspitze, die vulkanische Zitadelle der Orcs, und die belagerten Verteidiger.

    In einem letzten Aufbäumen befahlen Doomhammer und seine Offiziere einen tollkühnen Ausbruch aus der Zitadelle. Mitten auf der brennenden Steppe entflammte dann die Schlacht, als sie auf Lothars Paladine trafen.
    Doomhammer und Lothar lieferten sich einen titanischen Zweikampf, bis die beiden mächtigen Krieger erschöpft und verwundet darniedersanken. Mit knapper Not gelang es Doomhammer, Lothar zu besiegen, doch der Tod des großen Helden hatte nicht die Wirkung, die sich der Kriegshäuptling erhofft hatte.



    Turalyon, Lothars engster Vertrauter unter den Offizieren, hob Lothars blutbefleckten Schild auf und scharte seine von Trauer geschüttelten Brüder zu einem erbitterten Gegenangriff um sich. Unter den zerfetzten Standarten von Lordaeron und Azeroth schlugen Turalyons Truppen das Gros von Doomhammers verbliebener Streitmacht in einer ruhmreichen, aber schrecklichen Schlacht.

    Den verwundeten, versprengten Überlebenden der Orcs blieb nichts anderes übrig, als zur letzten Bastion der Orc-Macht zu fliehen - dem dunklen Portal.

    Turalyon und seine Krieger jagten die verbliebenden Orcs durch die verpesteten Sümpfe des Elends in die verwüsteten Lande, wo das Dunkle Portal stand. Und dort, am Fuße des kolossalen Portals, trugen die dezimierte Horde und die unerbittliche Allianz die letzte und blutigste Schlacht des zweiten Krieges aus.

    Die zahlenmässig unterlegenden und vom Fluch ihres Kampfrauschs geblendeten Orcs fielen zwangsläufig der Wut der Allianz zum Opfer. Doomhammer wurde gefangen genommen und nach Lordaeron gebracht, derweil man seine versprengten Clans zusammentrieb und nach Norden jagte - zurück nach Lordaeron.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:03


    Ironforge - Das Erwachen der Zwerge


    Fundorte

    * Eisenschmiede
    * Tanaris Desert

    In alten Zeiten, als die Titanen Azeroth verlassen hatten, formten ihre Kinder, die Irdenen genannt, weiterhin die tiefen Abgründe der Welt. Die Irdenen kümmerten sich nicht weiter um die Belange der Völker an der Oberfläche, sondern wollten nur die dunklen Tiefen der Erde erforschen.

    Als die Welt nach der Implosion des Brunnens der Ewigkeit zerrissen wurde, waren die Folgen für die Irdenen immens. Die Irdenen, die sich unter den Schmerzen der Erde krümmten, verloren weitgehend ihre Identität und schlossen sich in den Kammern aus Stein ein, in denen sie erschaffen worden waren. Uldaman, Uldum, Ulduar... das waren die Namen der alten titanischen Städte, wo die Irdenen Gestalt und Form angenommen hatten. Fast achttausend Jahre lang ruhten die Irdenen in Frieden tief unter der Welt.

    Was die Irdenen weckte, ist unklar, auf jeden Fall erwachten sie schließlich irgendwann aus ihrem selbst gewählten Schlummer. Nun mussten die Irdenen feststellen, dass sie sich im Laufe ihres Schlafs sichtlich verändert hatten. Ihr harter Felspanzer war zu glatter, weicher Haut geworden, ihre Macht über Steine und Erde war geschwunden. Sie waren sterbliche Wesen geworden.



    Die Letzten der Irdenen, die sich nun Zwerge nannten, verließen die Hallen von Uldaman und zogen hinaus in die erwachende Welt. Doch da die Sicherheit und Wunder tiefer Orte sie nach wie vor betörten, gründeten sie ein gewaltiges Königreich unter dem höchsten Berg des Landes.

    Sie nannten ihr Land Khaz Modan oder "Berg von Khaz", dem titanischen Former Khaz'goroth zu Ehren. Als sie ihrem Titanenvater einen Altar errichteten, schufen die Zwerge eine mächtige Schmiede im Herzen des Berges. Von diesem Tage an trug die Stadt, die um diese Schmiede herum wuchs, den Namen Ironforge oder "Eisenschmiede".

    Die Zwerge, die für ihr Leben gern Edelsteine und Gestein formten, suchten in den umliegenden Bergen nach Reichtümern und kostbaren Mineralien. Da sie mit ihrer Arbeit unter Tage zufrieden waren, kümmerten sich die Zwerge nicht um die Angelegenheiten ihrer Nachbarn an der Oberfläche.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:05


    Kel´Thuzad und das Entstehen der Geißel


    Fundorte

    * Süderstade
    * Das scharlachrote Kloster

    Es gab eine Hand voll mächtiger Individuen, die weit verstreut auf der ganzen Welt den mentalen Ruf des Lich-Königs in Northrend hörten. Unter ihnen war auch Kel´Thuzad, Erzmagier von Dalaran, eines der ältesten Mitglieder der Kirin Tor, des herrschenden Rats von Dalaran. Aufgrund der Hartnäckigkeit, mit der er die verbotene Kunst der Nekromantie studierte, war er jahrelang als Sonderling betrachtet worden.

    Er war besessen von dem Wunsch, alles über die Welt der Magie und ihre dunklen Wunder zu wissen, und frustriert ob dessen, was er für die altmodischen und phantasielosen Denkweisen seiner Kollegen hielt. Als er den Ruf aus Northrend vernahm, setzte der Erzmagier seine gesamte, nicht unerhebliche Willenskraft ein, um mit der geheimnisvollen Stimme in Kontakt zu treten. In der Überzeugung, dass der Kirin Tor zu zimperlich war, Macht und Wissen der dunklen Künste zu nutzen, machte er sich daran, von dem übermächtigen Lich-König alles zu lernen, was er nur konnte.

    Kel´Thuzad ließ sein Vermögen und seine einflussreiche politische Position zurück, schwor den Kirin Tor ab und verließ Dalaran für immer. Von der beharrlichen Stimme des Lich-Königs in seinen Gedanken angetrieben, veräußerte er seinen gesamten riesigen Besitz und lagerte sein Vermögen ein. Allein reiste er zu Wasser und zu Lande viele Meilen, bis er schließlich die eisige Küste von Northrend erreichte.

    Der Erzmagier, fest entschlossen, den Eiskrone-Gletscher zu erreichen und dem Lich-König seine Dienste anzubieten, durchquerte die durch den Krieg verwüsteten Ruinen von Aziol-Nerub. Kel´Thuzad sah Ausmaß und Wucht von Ner`Zhuls Macht aus erster Hand. Ihm wurde klar, dass es nicht nur weise, sondern obendrein wahrscheinlich höchst fruchtbar wäre, sich mit dem geheimnisvollen Lich-König zu verbünden.



    Nach monatelangen Reisen durch das lebensfeindliche arktische Ödland gelangte Kel´Thuzad schließlich zum dunklen Eiskrone-Gletscher. Mutig näherte er sich Ner`Zhuls dunkler Zitadelle � und erschrak, als die untoten Gardisten ihn stumm passieren ließen, als würde er erwartet.

    Kel´Thuzad stieg tief in das kalte Erdreich hinab und gelangte so zum Grund des Gletschers. Dort warf er sich in der endlosen, düsteren Eishöhle vor dem Frost-Thron auf den Boden und bot seine Seele dem dunklen Lord der Toten an.

    Der Lich-König war zufrieden mit seinem jüngsten Diener. Er versprach Kel´Thuzad Unsterblichkeit und große Macht als Gegenleistung für Loyalität und Gehorsam. Kel´Thuzad, den es nach dunklem Wissen und Macht gelüstete, akzeptierte seine erste große Mission: Er sollte in die Menschenwelt ziehen und dort eine neue Religion gründen, die den Lich-König als Gott verehren sollte.

    Damit der Erzmagier seine Mission besser erfüllen konnte, ließ Ner´Zhul Kel´Thuzads Menschsein unangetastet. Der betagte, aber dennoch charismatische Hexer sollte seine Kräfte der Illusion und Überzeugung nutzen, um die unterdrückten, geknechteten Massen von Lordaeron in einen Zustand von Vertrauen und Glauben zu ziehen. Und nachdem er ihre Aufmerksamkeit geweckt hatte, würde er ihnen in einer neuen Vision zeigen, wie die Gesellschaft aussehen könnte - und eine neue Galionsfigur, die sie ihren König nennen konnten.

    Kel´Thuzad kehrte verkleidet nach Lordaeron zurück und verwendete in den kommenden drei Jahren sein gesamtes Vermögen und seine Gedankenkraft darauf, eine geheime Bruderschaft gleich gesinnter Männer und Frauen ins Leben zu rufen. Diese Bruderschaft, die er Kult der Verdammten nannte, versprach ihren Akolyten gesellschaftliche Gleichstellung und ewiges Leben auf Azeroth als Gegenleistung für ihre Dienste und Gehorsam gegenüber Ner´Zhul.

    Im Lauf der Monate fand Kel´Thuzad viele eifrige Freiwillige für seinen neuen Kult unter den erschöpften, überlasteten Arbeitern von Lordaeron. Es fiel Kel´Thuzad überraschend leicht, dieses Ziel zu erreichen: den Glauben der Bürger an das heilige Licht zum Glauben an Ner´Zhuls dunklen Schatten zu verwandeln. Während der Kult der Verdammten wuchs und sein Einfluss zunahm, achtete Kel´Thuzad akribisch darauf, seine Aktionen vor den Regierenden von Lordaeron verborgen zu halten.



    Nach Kel´Thuzads Erfolg in Lordaeron traf der Lich-König letzte Vorbereitungen für seinen Großangriff gegen die menschliche Zivilisation. Ner´Zhul füllte seine Seuchenenergien in eine Reihe tragbarer Artefakte, die "Seuchenkessel" genannt wurden, und befahl Kel´Thuzad, die Kessel nach Lordaeron zu bringen, wo sie in den zahlreichen vom Kult beherrschten Dörfern versteckt werden sollten.

    Die von den getreuen Kultisten beschützten Kessel sollten als Seuchengeneratoren fungieren und die Seuche unter den ahnungslosen Bürgern der Landstriche und Städte nördlich von Lordaeron verbreiten.

    Der Plan des Lich-Königs ging voll und ganz auf. Viele der nördlichen Dörfer von Lordaeron wurden fast auf der Stelle verseucht. Bürger die sich mit der Seuche ansteckten, starben, um als willige Sklaven des Lich-Königs wiederaufzuerstehen, genau wie in Northrend.

    Die Kultisten unter Kel´Thuzad waren begierig darauf, zu sterben und in den Diensten ihres dunklen Lords ihre Auferstehung zu erleben. Sie bejubelten die Aussicht auf Unsterblichkeit in einem Dasein als Untote. Und je mehr die Seuche sich ausbreitete, desto mehr wilde Zombies erstanden in den Nordlanden. Kel´Thuzad betrachtete die wachsende Armee des Lich-Königs und nannte sie "die Geißel", denn bald schon sollte sie zu den Toren von Lordaeron marschieren und die Menschheit ausrotten.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:07


    Kil'Jaeden und der Schattenpakt


    Fundort

    * Stratholme

    Etwa zu der Zeit von Medivhs Geburt auf Azeroth brütete Kil'jaeden der Betrüger in der wirbelnden Nether-Welt inmitten seiner Anhänger düster vor sich hin. Der listenreiche Dämonenlord schmiedete auf Geheiß seines Meisters Sargeras Pläne für eine zweite Invasion der Brennenden Legion in Azeroth.

    Diesmal würde er keine Fehler dulden. Kil'jaeden überlegte sich, dass er eine neue Streitmacht brauchte, um Azeroths Verteidigung zu schwächen, bevor die Legion wieder einen Fuß in die Welt setzen konnte. Wenn die sterblichen Völker, wie zum Beispiel die Nachtelfen und Großdrachen, gezwungen wären, dieser neuen Bedrohung zu begegnen, wären sie zu schwach, um ernsthaften Widerstand zu leisten, wenn die wahre Invasion der Legion begann.

    Etwa zu dieser Zeit entdeckte Kil'jaeden die fruchtbare Welt Draenor, die friedlich inmitten des Großen dunklen Jenseits schwebte. Draenor, Heimat der schamanistischen, in Clans organisierten Orcs und der friedliebenden Draenei, war ebenso idyllisch wie groß.

    Die edlen Clans der Orcs streiften durch die offenen Prärien und frönten dem Jagdsport, während die erfinderischen Draenei simple Städte in den hohen Klippen und Gipfeln der Welt bauten. Kil'jaeden wusste, dass Draenors Bewohner ein gewaltiges Potenzial hatten, der Brennenden Legion zu dienen, wenn man sie entsprechend erziehen konnte.

    Kil'jaeden sah, dass von den beiden Völkern die kriegerischen Orcs anfälliger für die Verderbnis der Legion wären. Er zog Ner'zhul, den Schamanenältesten der Orcs, in seinen Bann, so wie Sargeras in früheren Zeiten Königin Azshara verblendet hatte. Der Dämon missbrauchte den listigen Schamanen als Überträger und verbreitete Kampflust und Blutrausch unter den Clans der Orcs.



    Nicht lange, und aus dem spirituellen Volk waren blutrünstige Monster geworden. Kil'jaeden drängte Ner'zhul und sein Volk zum letzten Schritt: Sie sollten sich ganz auf Tod und Krieg konzentrieren. Doch der alte Schamane, der spürte, dass sein Volk auf immer und ewig Sklaven des Hasses sein würde, widersetzte sich dem Befehl des Dämons.

    Durch die Weigerung Ner'zhuls frustriert, suchte Kil'jaeden nach einem anderen Orc, der sein Volk der Legion in die Hände spielen würde. Schließlich fand der gerissene Dämonenlord den willigen Anhänger, den er gesucht hatte - Ner'zhuls ambitionierten Lehrling Gul'dan. Kil'jaeden versprach Gul'dan unaussprechliche Macht als Gegenleistung für seinen unbedingten Gehorsam.

    Der junge Orc wurde zu einem fleißigen Schüler der Dämonenmagie und wuchs zum mächtigsten sterblichen Hexenmeister aller Zeiten heran. Er unterrichtete andere junge Orcs in den arkanen Künsten und trachtete danach, die schamanistischen Traditionen der Orcs zu tilgen. Gul'dan zeigte seinen Brüdern eine neue Form der Magie, eine schreckliche neue Macht, die nach Verdammnis roch.

    Kil'jaeden, der seine Macht über die Orcs festigen wollte, half Gul'dan dabei, den Schattenrat zu gründen, eine geheime Sekte, die die Clans manipulierte und die Anwendung von Hexenmeistermagie in ganz Draenor förderte. Mehr und mehr Orcs bedienten sich der Hexenmeistermagie, bis die blühenden Felder und klaren Bäche von Draenor schwarz wurden und abstarben. Nach und nach verwitterten die weiten Prärien, die einst über Generationen Heimat der Orcs gewesen waren; zurück blieb nur karger roter Boden. Die dämonischen Energien töteten die Welt nach und nach.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:08


    Krieg der drei Hämmer


    Fundort

    * Eisenschmiede

    Die Zwerge von Ironforge lebten lange Jahre in Frieden. Aber ihre Gesellschaft wurde zu groß für die Enge ihrer Bergstädte. Der mächtige Hochkönig Modimus Anvilmar regierte die Zwerge zwar gerecht und weise, doch in der Gesellschaft der Zwerge waren drei starke Fraktionen entstanden.

    Der Bronzebeard-Clan, der von Than Madoran Bronzebeard beherrscht wurde, stand treu zum Hochkönig und stellte die traditionellen Verteidiger von Ironforge. Der Wildhammer-Clan unter Than Khardros Wildhammer bewohnte die Vorgebirge und Felsspalten am Fuß des Berges und strebte nach mehr Einfluss in der Stadt.

    Die dritte Fraktion, der Dunkeleisen-Clan, wurde von dem Zauberhexer-Than Thaurissan beherrscht. Die Dunkeleisen-Zwerge verbargen sich in den dunkelsten Schatten unter dem Berg und schmiedeten Ränke gegen die Bronzebeard und Wildhammer.



    Eine Zeit lang wahrten die drei Fraktionen einen brüchigen Frieden, doch als Hochkönig Anvilmar in hohem Alter verschied, kam es zu offenen Spannungen. Die drei herrschenden Clans entfesselten einen Krieg um die Herrschaft über Ironforge. Viele Jahre tobte der Bürgerkrieg der Zwerge unter der Erde. Schließlich trieben die Bronzebeard, die über das größte stehende Heer verfügten, die Dunkeleisen-Zwerge und Wildhammer in die Verbannung.

    Khardros und seine Wildhammer-Krieger zogen durch die Barrierentore von Dun Algaz nach Norden und gründeten auf dem fernen Gipfel Grim Batol ihr eigenes Reich. Dort erlebten die Wildhammer eine Blütezeit und konnten ihre Schatzkammern wieder füllen. Mit Thaurissan und seinen Dunkeleisen-Zwergen meinte es das Schicksal nicht so gut. In ihrer Verbitterung und Wut nach der Niederlage schworen sie Ironforge Rache. Thaurissan führte sein Volk weit in den Süden, wo sie im malerischen Redridgegebirge eine Stadt gründeten (der er seinen eigenen Namen gab).

    Der über viele Jahre hinweg angehäufte Wohlstand ließ die Dunkeleisen-Zwerge den Groll gegen ihre Vettern nicht vergessen. Auch die lange seit damals vergangene Zeit half nicht, die Herzen zu erweichen. Thaurissan und sein Zauberhexerweib Modgud begannen Feldzüge gegen Ironforge und Grim Batol. Die Dunkeleisen-Zwerge wollten ganz Khaz Modan für sich beanspruchen.

    Die Armeen der Dunkeleisen-Zwerge rückten gegen ihre Vettern vor und hätten um ein Haar die Festungen beider Königreiche vernichtet. Schlussendlich jedoch führte Madoran Bronzebeard seinen Clan zu einem entscheidenden Sieg über Thaurissans Armee von Zauberern. Thaurissan und seine Diener flohen zurück in ihre sichere Stadt und ahnten nichts von den Geschehnissen in Grim Batol, wo es Modguds Armee nicht besser gegen Khardros und seine Wildhammer-Krieger erging.



    Als Modgud gegen die feindlichen Krieger vorrückte, wandte sie ihre Kräfte an, um Furcht in ihren Herzen zu säen. Schatten folgten ihrem Gebot, dunkles Getier kroch aus den Tiefen der Erde empor und jagte die Wildhammer in ihren eigenen Hallen. Schließlich durchbrach Modgud die Tore und belagerte die Festung selbst. Die Wildhammer kämpften verzweifelt, Khardros selbst schritt durch das Schlachtengetümmel, um die Zauberhexerin und Königin zu erschlagen.

    Als ihre Königin gefallen war, flohen die Dunkeleisen-Zwerge vor der Wut der Wildhammer. Sie eilten nach Süden zur Festung ihres Königs, trafen unterwegs jedoch auf die Armeen von Ironforge, die zur Unterstützung von Grim Batol gekommen waren. Die verbliebenen Streitkräfte der Dunkeleisen-Zwerge wurden zwischen den beiden Armeen aufgerieben und vollkommen vernichtet.

    Danach wandten sich die vereinten Armeen von Ironforge und Grim Batol nach Süden, um Thaurissan und seinen Dunkeleisen-Zwergen endgültig den Todesstoß zu versetzen. Sie waren noch nicht weit gekommen, als sich Thaurissan in seinem Zorn zu einem Zauber von katastrophalen Ausmaßen hinreißen ließ. Thaurissan wollte einen übernatürlichen Diener beschwören, der seinen Sieg gewährleisten konnte, und rief die alten Mächte an, die unter der Welt schliefen. Zu seinem Entsetzen war die Kreatur, die erschien, weitaus schrecklicher als er es sich in seinen kühnsten Alpträumen ausgemalt hätte, und sie führte letztlich seinen Untergang herbei.



    Ragnaros der Feuerlord, der unsterbliche Herr und Meister aller Feuer-Elementargeister, war von den Titanen verbannt worden, als die Welt noch jung war. Als Thaurissan Ragnaros durch seinen Ruf befreit hatte, begann dessen Existenz erneut... in einer feurigen Eruption. Ragnaros' apokalyptische Wiedergeburt auf Azeroth zerschmetterte das Redridgegebirge und ließ im Zentrum der Verheerung einen lodernden Vulkan entstehen.

    Der Vulkan, der den Namen Blackrock erhielt, grenzte im Norden an die Sengende Schlucht und im Süden an die Brennende Steppe. Thaurissan wurde ein Opfer der Kräfte, die er entfesselt hatte, und seine überlebenden Brüder wurden von Ragnaros und seinen Elementargeistern versklavt. Sie hausen bis auf den heutigen Tag in den Tiefen des Blackrock.

    Als König Madoran und König Khardros die schrecklichen Verwüstungen und Feuersbrünste sahen, die in den Bergen im Süden ausbrachen, ließen sie ihre Armeen anhalten und kehrten schnellstens in ihre Königreiche zurück, da sie nicht den furchtbaren Zorn von Ragnaros auf sich ziehen wollten.

    Die Bronzebeards kehrten nach Ironforge zurück und bauten ihre prächtige Stadt wieder auf. Die Wildhammer kehrten nach Grim Batol zurück. Doch Modguds Tod hatte den Ruch des Bösen in der Bergfestung hinterlassen und die Wildhammer fanden sie unbewohnbar vor.



    Verbitterten Herzens beklagten sie den Verlust ihrer geliebten Heimat. König Bronzebeard bot den Wildhammern ein Refugium in Ironforge an, aber die Wildhammer weigerten sich standhaft. Khardros führte sein Volk nach Norden in die Länder von Lordaeron. Die Wildhammer ließen sich in den dichten Wäldern des Hinterlandes nieder und gründeten die Stadt Aerie Peak, wo die Wildhammer im Einklang mit der Natur lebten und sogar ein Bündnis mit den mächtigen Greifen der Gegend eingingen.

    Da sie Beziehungen und Handel mit ihren Vettern aufrechterhalten wollten, bauten die Zwerge von Ironforge zwei gewaltige Brückenbögen, der so genannte Thandol-Übergang, um die Kluft zwischen Khaz Modan und Lordaeron zu überbrücken. Durch den beiderseitigen Handel brachten es beide Königreiche zu Wohlstand. Nach dem Tod von Madoran und Khardros ließen ihre Söhne gemeinsam zwei große Statuen zu Ehren ihrer Väter errichten.

    Die beiden Statuen wachten über den Pass in die Südländer, die im Kielwasser von Ragnaros' sengender Präsenz vulkanisch geworden waren. Sie dienten als Warnung für alle, die Eroberungspläne gegen die Königreiche der Zwerge hegten, und als Mahnung, welch hohen Preis die Dunkeleisen-Zwerge für ihre Verbrechen zahlen mussten.

    Die beiden Königreiche blieben einander einige Jahre eng verbunden, doch die Schrecken, die sie in Grim Batol sahen, hatten die Wildhammer sehr verändert. Sie lebten jetzt oberirdisch an den Hängen von Aerie Peak, anstatt ein gewaltiges Reich im Inneren des Berges zu schaffen. Die ideologischen Differenzen zwischen den beiden verbliebenen Zwergenclans ließen sie schließlich getrennte Wege gehen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:10


    Legenden der Gurubashi, Band 3


    Fundort

    * Die königliche Bibliothek

    LEGENDEN DER TROLLE, BAND III
    Der Stein der Gezeiten

    Niedergeschrieben von
    Erzmagier Ansirem Runeweaver
    Dalaran

    EINLEITUNG

    Das alte Gurubashi-Reich war die Quelle vieler faszinierender Legenden, die zweifellos in engem Zusammenhang mit der unmittelbaren Umgebung stehen, zumal Untersuchungen religiöser und sozialer Praktiken eine enge Verbundenheit mit der Natur ergeben haben.

    Ich habe mich eingehend befasst mit Aspekten ihrer Natternverehrung in den früheren Bänden dieser Studie füge ich an dieser Stelle noch eine Untersuchung der interessanten und einzigartigen Beziehung der Trolle zum Meer an.


    DAS GROSSE MEER

    Das Gurubashi-Reich wurde von drei Seiten vom Meer begrenzt. Da überrascht es nicht, dass dem Wasser in ihrer Gesellschaft eine herausragende Bedeutung zukam. Denn während die Trolle ohne Probleme große Gebiete ihres Dschungelreichs durchstreifen und kontrollieren konnten, entzog sich ihnen das Meer. Das Meer war groß und unermesslich und deshalb eine beunruhigende Nachbarschaft für die mächtigen Trolle.

    Es sollte an dieser Stelle vermerkt werden, dass die jüngsten Entdeckungen vermuten lassen, dass die Trolle wenig Interesse an der Erforschung der Länder jenseits des Großen Meeres hatten. Während sich Spuren verschiedener Trollarten in ganz Azeroth, Khaz Modan und Lordaeron fanden, tauchten in den neu entdeckten Ländern von Kalimdor oder auf den Inseln der südlichen Meere nur wenige Zeugnisse ihrer Kultur auf. Ob dies nun als Zeichen dafür gewertet werden kann, dass die Trolle ihre angestammten Behausungen nicht verlassen wollten, oder ob sie einfach nicht in der Lage waren, die Technologie für solche Reisen zu entwickeln, wird Gegenstand weiterer Forschungen und Analysen sein, die den Rahmen meiner Ausführungen hier sprengen würden.

    Aber ihre Präsenz lässt sich nicht leugnen und neue Funde in den weitläufigen Troll-Ruinen in Stranglethorn verdeutlichen einen bislang unbekannten und undokumentierten Aspekt in ihrer Beziehung zum Meer.


    DER STEIN DER GEZEITEN

    Jüngste Entdeckungen bei der Erforschung der Troll-Ruinen im Stranglethorn-Tal haben einen Bezug zu einem Objekt mit dem Namen "Stein der Gezeiten" deutlich werden lassen. Wenn man verschiedene Fragmente der Troll-Legenden zusammensetzt, entsteht daraus ein ziemlich vollständiges Bild von diesem Stein und seiner Bedeutung für das alte Gurubashi-Reich.

    Es scheint, als verleihe der Stein der Gezeiten seinem Träger die Macht über das Wasser in seinen verschiedensten Formen - Flüsse, Regen und eben die Gezeiten. Weil es so viele Geschichten um den Stein der Gezeiten gibt, habe ich daraus geschlossen, dass es sich dabei um eine Manifestation des Wasserlords, eines mächtigen Elementargeists der Meere, handelt. Wie und warum ein solches Objekt dem Wasserlord entrissen werden und den Trollen in die Hände fallen konnte, ist eine weitere Frage, die mir Rätsel aufgibt.


    DER FÜRST DER GEZEITEN

    Der Stein der Gezeiten kam in die Welt der Trolle und verschwand wieder aus ihr, ganz wie die Gezeiten des Meeres, die ihm seinen Namen gegeben haben. Niemals blieb er länger als eine Generation in den Händen eines Trolls. In den Legenden der Trolle heißt es, dass, als der Stein der Gezeiten zum ersten Mal ins Gurubashi-Reich kam, er von einem Trollkrieger gefunden worden sei, der am Strand von Stranglethorn entlangwanderte. Er stieß auf einen merkwürdigen blauen Stein, in dem milchigweiße Schlieren und Streifen waberten. Fasziniert von dem Stein, nahm der Krieger ihn mit und ging weiter.

    Im Laufe der Zeit erkannte der Krieger, dass er durch den Stein das Wasser beherrschen konnte. Er konnte damit Wasser-Elementargeister, also vollständig aus Wasser bestehende Wesen, beschwören. Zu dieser außergewöhnlichen Leistung sind normalerweise nur die mächtigen Magier der Kirin Tor fähig.

    Der Krieger reiste nach Zul'Gurub, ins Herz des Reichs, um dem Imperator seine neu gewonnenen Fähigkeiten zu zeigen. Nachdem er seine Macht im Zentrum der imperialen Hauptstadt demonstriert hatte, bekam er auch leicht eine Audienz bei Hofe. Der Guribashi-Imperator zeigte sich rasch beeindruckt von der Macht des Steins. Er verlieh dem Krieger einen ehrenhaften Posten bei Hofe, nannte ihn den "Fürst der Gezeiten" und wies ihn an seinen alten Namen zu vergessen.

    Jahrelang diente der Fürst der Gezeiten dem Gurubashi-Reich. In der Schlacht beschwor er die geknechteten Wasser-Elementargeister, und er änderte den Lauf des Wassers in Stranglethorn zum Wohle des Reichs. Aber mit den Jahren zog sich der Fürst der Gezeiten immer mehr zurück und blieb oft lange Zeit dem Hofe fern.

    Er versteckte sich vor den allzu neugierigen Augen bei Hof. Denn an die Fähigkeiten, die ihm der Stein der Gezeiten verliehen hatte, war auch ein Fluch geknüpft. Während die Jahre vergingen, wurde der Fürst der Gezeiten immer weniger. Mit jedem Kommen und Gehen von Ebbe und Flut verblasste der Fürst der Gezeiten mehr. Er verlor seine Korporalgestalt, tauchte auf und verschwand, bis er schließlich am Ende seines Lebens an jenen Strand zurückkehrte, an dem er einst den Stein gefunden hatte. Dort ging er einfach ins Meer und tauchte nie mehr auf.



    Generationen später wurde der Stein der Gezeiten erneut an die Küste von Stranglethorn gespült und ein neuer Fürst der Gezeiten wurde erwählt, denn der Troll brachte den Stein nach Zul'Gurub. So ging es Generationen weiter: Der Stein kam mit den Gezeiten und der Fürst der Gezeiten ging mit ihnen.

    Noch heute erreichen uns immer wieder Berichte vom Stein der Gezeiten aus allen Teilen der Welt, aber es erstaunt doch immer wieder, dass ein Objekt von solcher Macht mit solcher Regelmäßigkeit auftaucht, und man fragt sich, wer dahinter steckt.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:13


    Sonnenbrunnen - Der Fall von Quel'Thalas


    Fundort

    * Eisenschmiede

    Obwohl Arthas nunmehr alle Menschen getötet hatte, die er jetzt als seine Feinde betrachtete, quälte ihn immer noch der Geist von Kel'Thuzad. Der Geist flüsterte Arthas ein, dass er für die nächste Phase der Pläne des Lich-Königs wiederbelebt werden müsse. Zu diesem Zweck müsse Arthas Kel'Thuzads Überreste zum mystischen Sonnentempel bringen, der im ewigen Königreich der Hochelfen Quel'Thalas verborgen lag.

    Arthas und seine Geißel erstürmten Quel'Thalas und belagerten die Elfen, deren Verteidigung immer schwächer wurde. Sylvanas Windrunner, Waldläufer-General von Silvermoon, kämpfte tapfer, aber Arthas löschte die Armee der Hochelfen letzlich dennoch aus und kämpfte sich bis zum Sonnenbrunnen durch. Als grausame Geste seiner Überlegenheit erweckte er sogar Sylvanas besiegten Leichnam wieder als Banshee, verflucht, im endlosen Untod in den Diensten der Eroberer von Quel'Thalas zu stehen.

    Zuletzt tauchte Arthas Kel'Thuzads Überreste in das heilige Wasser des Sonnenbrunnens. Die starken Wasser der Ewigkeit wurden zwar durch diese Tat verunreinigt, Kel'Thuzad jedoch als zauberkundiger Lich wiedergeboren. Nachdem er als Wesen mit jetzt weitaus größerer Macht wiederauferstanden war, erläuterte Kel'Thuzad die nächste Phase der Pläne des Lich-Königs.

    Als Arthas und seine Armee der Toten endlich südwärts zogen, war kein einziger Elf in Quel'Thalas mehr am Leben. Das ruhmreiche Heimatland der Hochelfen, das mehr als neuntausend Jahre überdauert hatte, existierte nicht mehr.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:13


    Nebel der Dämmerung


    Fundort

    * Donnerfels

    Vor dem Zeitalter der Erinnerung atmete die gütige Erdenmutter auf die goldenen Nebelschleier der Morgenröte. Wo die bernsteinfarbenen Wolken sich niedersenkten, entstanden endlose wogende Felder von Weizen und Gerste. Das war das Füllhorn ihres Wirkens - der große Korb des Lebens und der Hoffnung.

    Die Augen der Erdenmutter lächelten auf das Land, dem sie das Leben eingehaucht. Ihr rechtes Auge, An'she (die Sonne), spendete dem Land Licht und Wärme. Ihr linkes Auge, Mu'sha (der Mond), erfüllte die ruhelosen Kreaturen der Dämmerung mit Frieden und Schlaf. So groß war die Macht ihres Blickes, dass die Erdenmutter mit jeder Drehung des Himmels eines ihrer träumenden Augen schloss. Auf diese Weise verwandelte ihr liebevoller Blick den Tag zur Nacht, und die erste Dämmerung war da.

    Als das rechte Auge die güldene Morgenröte beschien, breitete die Erdenmutter ihre sanften Hände über die schimmernden Ebenen. Wo der Schatten ihrer Arme auf die reiche Erde fiel, erhob sich ein edles Volk. Die Shu'halo (die Tauren) erhoben sich, um ihrer liebenden Mutter zu danken und ihr ihre Gebete zu schenken. Dort, in den endlosen Feldern der Dämmerung, schworen die Kinder der Erde ihre Treue und versprachen, bis zur letzten Verdunkelung der Welt ihren Namen zu preisen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:14


    Trauer der Erdenmutter


    Fundort

    * Donnerfels

    Als die Kinder der Erde durch die Felder der Dämmerung streiften, lauschten sie dem dunklen Flüstern aus den Tiefen der Erde. Das Flüstern erzählte den Kindern von der Kunst des Krieges und des Verrats. Viele der Shu'halo ließen sich von den Worten des Schattens verführen und wandten sich der Bosheit und Verschlagenheit zu. Sie stellten sich gegen ihre unverdorbenen Brüder, auf dass sich ihre Unschuld langsam in den weiten Ebenen ihres Landes verlor.

    Die Erdenmutter, deren Herz schwer war ob der Not ihrer Kinder, konnte es nicht ertragen mit anzusehen, wie sie vom geraden Wege abfielen. In ihrem Kummer riss sie sich die Augen aus und warf sie in den Himmel, wo sie noch heute am endlosen, sternenübersäten Firmament dahinziehen. An'she und Mu'sha wollten die Trauer des jeweils anderen lindern, konnten jedoch immer nur dem schwachen Schein des anderen am fernen Himmel folgen. Noch heute haschen sich die Zwillinge mit jeder Umdrehung der Erde.

    Obwohl sie blind war, konnte die Erdenmutter sich doch nicht lang von der Welt ihres Herzens abwenden. Sie lauschte den Winden und hörte alles, was von den Feldern der Dämmerung an ihr Ohr getragen wurde. Ihr großes Herz war immer bei ihren Kindern - und ihre liebende Weisheit hat sie nie verlassen.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:14


    Der weiße Hirsch und der Mond


    Fundort

    * Donnerfels

    Die Erdenmutter erfüllte die mutigen Herzen ihrer reinen Kinder mit der Liebe zur Jagd. Denn die Kreaturen der ersten Dämmerung waren wild und gefährlich. Sie verbargen sich vor der Erdenmutter, suchten Zuflucht in den Schatten und an den rauen Orten des Landes. Die Shu'halo jagten diese Bestien, wo immer sie sich auch versteckten, und zähmten sie mit dem Segen der Erdenmutter.

    Einer der großen Geister entzog sich ihnen jedoch. Apa'ro (unter den Nachtelfen als Malorne bekannt) war ein stattlicher Hirsch mit schneeweißem Fell. Sein Geweih stieß bis ans Himmelszelt und das Stampfen seiner mächtigen Hufe war selbst bis in die tiefsten Tiefen der Erde zu vernehmen. Die Shu'halo trieben Apa'ro in einen Winkel der erwachenden Welt - und zogen die Schlinge enger, um den stolzen Hirsch zu fangen.

    Der große Hirsch versuchte zu entkommen und sprang hinauf in den Himmel. Doch als seine Flucht schon geglückt schien, verfing sich sein mächtiges Geweih in den Sternen und kam nicht mehr los. So sehr er auch kämpfte und um sich trat, konnte Apa'ro sich doch nicht aus dem Firmament befreien. Dort fand ihn Mu'sha, als sie ihrem Bruder An'she zur Dämmerung folgte. Mu'sha sah den mächtigen Hirsch kämpfen und verliebte sich auf der Stelle in ihn.

    Mu'sha schloss einen Handel mit dem großen Hirsch ab - sie würde ihn aus den Fesseln der Sterne befreien, wenn er sie lieben und ihre Einsamkeit beenden würde.

    Mu'sha liebte Apa'ro und empfing ein Kind von ihm. Das Kind, ein Halbgott, wie manche behaupteten, wurde in den schattigen Wäldern der Nacht geboren. Sie nannten es Cenarius, und er wandelte auf dem Sternenpfad zwischen der erwachenden Welt und dem Königreich des Himmels.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:15


    Waldlord und die ersten Druiden


    Fundort

    * Donnerfels

    Mit der Zeit wuchs Cenarius heran und seine Statur war so stattlich wie die seines stolzen Vaters. Der große Jäger war den Bäumen und auch den Sternen wie ein Bruder, er streifte durch die weite Welt und sang die harmonischen Lieder der Dämmerung. Alle Kreaturen verneigten sich vor seiner Anmut und Schönheit - niemand war so klug wie der Sohn des Mondes und des weißen Hirschs.

    Irgendwann freundete sich Cenarius mit den Shu'halo an und erzählte ihnen von der Welt, die sich drehte. Die Kinder der Erde erkannten ihn als Bruder und schworen, ihm dabei zu helfen, die Felder des Lebens zu bestellen und für die Lieblingskreaturen ihrer großen Erdenmutter zu sorgen.

    Cenarius brachte den Kindern der Erde die Sprache der Bäume und Pflanzen bei. Die Shu'halo wurden zu Druiden und vollbrachten große magische Taten, um das Land wieder gesund zu pflegen. Über viele Generationen jagten die Shu'halo an Cenarius' Seite und beschützten die Welt vor den Schatten, die sich unter ihnen regten.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:16


    Hass der Zentauren


    Fundort

    * Donnerfels

    Als die Nebel der Dämmerung verflogen und das Zeitalter der Erinnerung voranschritt, zog der Halbgott Cenarius seiner eigenen Wege auf den Feldern der Welt. Die Shu'halo waren traurig, weil er fortging, und vergaßen viel von dem Druidenwissen, das er sie gelehrt hatte. Im Lauf der Generationen vergaßen sie auch die Sprache der Bäume und der wilden Kreaturen des Landes. Das dunkle Flüstern aus den Tiefen der Welt drang erneut an ihr Ohr.

    Obwohl die Kinder der Erde nicht auf das böse Flüstern hörten, befiel ein schrecklicher Fluch die umherziehenden Stämme. Aus den schwarzen Landen im Westen kam eine Horde mörderischer Kreaturen - die Zentauren. Die Zentauren, Kannibalen und Verheerer, fielen wie eine Seuche über die Shu'halo her. Die Kriegerhelden und die Jäger kämpften mit dem Segen der Erdenmutter in ihren Herzen, aber sie konnten die Zentauren nicht besiegen.

    Die Shu'halo waren gezwungen, das Land ihrer Vorfahren zu verlassen und von da an bis in alle Zeit als Nomaden durch die endlosen Ebenen zu ziehen. Mag sein, dass eines Tages die Hoffnung zurückkehrt - und dass die verstreuten Stämme der Shu'halo irgendwann eine neue Heimat in den liebenden Armen der Erdenmutter finden.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:34


    Die Geschichte von Morgan Ladimore

    Morgan Ladimore war ein große, edler Ritter. Er kämpfte für die Unschuldigen, Armen und Gepeinigten. Lange Jahre wirkte er eifrig in den abgelegenen Gebieten von Azeroth. Er linderte das Leid der Darbenden und bestrafte die Vergehen der Übeltäter.

    Im Sommer seines achtzehnten Jahres heiratete er eine junge Frau namens Lys. Sie liebten sich innig und bekamen drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter.

    Morgan war 32, als der Krieg in Lordaeron ausbrach. Morgan wurde zum legendären Paladin Uther Lightbringer abkommandiert, um an dessen Seite gegen die Orcs und die Untoten zu kämpfen. Morgan zog in den Krieg und glaubte Frau und Kinder zu Hause in Sicherheit.

    Jahre vergingen und der Krieg zog sich in die Länge. Morgan wurde Zeuge vieler schrecklicher Ereignisse, darunter der Auflösung der Paladine der Silberhand, des Todes von Uther und der Ausbreitung der Seuche. Vor dem Wahnsinn bewahrte ihn in all der Zeit allein das Wissen, dass er eines Tages wieder bei Frau und Kind sein würde.

    Morgan kehrte schließlich tatsächlich in seine Heimat zurück, aber dort war nichts mehr so, wie er es einst gekannt hattte. Die einst grünen Wälder waren jetzt verderbt und wimmelten nur so von Untoten und anderem finsteren Gezücht. Überall sah er zerstörte Häuser und Höfe und der Friedhof von Rabenflucht beherrschte die ganze Gegend. Ein entsetzter, fassungsloser Morgan ritt schließlich eiligst nach Hause zurück, fand dort jedoch nur Ruinen vor. Nicht ahnend was in seiner Heimat geschehen war, eilte er zum Dorf, wo er nicht nur Antworten zu finden hoffte, sondern auch seine Frau und seine Kinder.

    Doch Morgans Nachforschungen waren vergebens. Ein Priester in Dunkelhain, wie der Ort jetzt hieß, sagte, er solle auf dem Friedhof von Rabenflucht nach einem Grabstein suchen. Morgan wollte nicht glauben, dass seine Familie tot war und setzte seine Suche fort. Kein Haus und kein Hof im Dämmerwald ließ er aus - es war umsonst.

    Morgan ritt von Dunkelhain ins nahe Seehain, vielleicht war seine Familie ja geflohen. Auf dem Weg dorthin beschloss er wider besseres Wissen dem Friedhof von Rabenflucht einen Besuch abzustatten. Stundenlang ging Morgan zwischen den Gräbern umher, stieß auf zahlreiche Namen von menschen, die er einst kannte, und tiefe Wehmut überkam ihn. Dann fiel sein Blick auf ein kleines verwahrlostes Grab mit drei kleinen Grabsteinen darauf. Ein Frösteln überlief ihn, als er näher heranging. Morgan wischte den Staub vom ersten Grabstein um seine Inschrift sichtbar zu machen. Die eingravierten Buchstaben, die zum Vorschein kamen, bestätigten seine schlimmsten Befürchtungen.

    Lys Ladimore
    Geliebte Ehefrau und Mutter

    Morgans Vorahnungen schlugen in Bestürzung um und dann in Kummer. Er fiel weinend auf die Knie. Stundenlang starrte er auf dieses eine Grab, flehte den kalten Stein um Vergebung an und schluchzte Entschuldigungen. Dann, Stunden später, änderte sich sein Verhalten plötzlich und er begann um sich zu schlagen. Er zog sein Schwert und hämmerte damit wild auf die Grabsteine ein, wobei er voller Zorn brüllte. Er war blind vor Wut und schlug wild um sich, so dass drei Friedhofsbesucher auf ihn aufmerksam wurden. Als sie ihn zurückhalten wollten, richtete er seine Wut urplötzlich gegen sie und er beschimpfte die unschuldigen Friedhofsbesucher zuerst bevor er sie alle tötete.

    Später als sein Zorn verflogen war, erkannte Morgan was er getan hatte. Sein blutiges Schwert steckte in der Brust eines der Friedhofsbesucher. Völlig von seinem Gewissen übermannt zog Morgan ein Messer aus seinem Gürtel und rammte es sich selbst ins Herz.

    Morgan Ladimores Leichnam und die Leichen seiner drei Opfer wurden am nächsten Tag gefunden. Morgan wurde schnell und ohne jede Zeremonie in einem eiligst ausgehobenen Grab am RAnde des Friedhofs beigesetzt. Morgan hatte nicht nur Unschuldige getötet, was seinen Überzeugungen und seinr Natur vollkommen zuwider war. Er war ausch von Kummer überwältigt, weil er seine Familie nicht hatte retten können. Deshalb konnte er nicht in Frieden sterben, sondern musste fortan ein Dasein als Toter führen, der keine Ruhe fand.

    Wenige Tage später wurde sein Grab geschändet und seine Leiche war unauffindbar. Das Wesen, das einst Morgan gewesen ist. streift nun durch den Dämmerwald, sich in Selbsthass und Gram über den Verlust seiner Familie verzehrend. Mor`Ladim, wie sich das Wesen jetzt selbst nennt, streift blind vor Hass und Rachsucht wahllos tötend im Dämmerwald umher.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:36


    Jitters vollendetes Tagebuch

    Mein Tagebuch

    Der Schrecken der vergangenen Wochen ist so schlimm, dass ich daran zu zerbrechen fürchte. Vielleicht hilft es mir, nicht dem Wahn zu verfallen, indem ich das Unsägliche niederschreibe. Vielleicht ist es so etwas wie eine Beichte gegenüber einem stillen Gefährten oder eine Befreiung meiner Seele von dieser Gedankenpein, indem ich sie auf Papier banne. Ich habe zuvor bereits einmal ein Tagebuch geführt, doch befindet es sich jetzt an einem Ort, an den ich nicht zurückkehren kann. Also beginne ich von vorn. Aber dieses Mal beginne ich ganz am Anfang.


    Alles begann mit dem Fund dieser verfluchten Sense in der Mine mit dem bezeichnenden Namen Rolands Verdammnis. Ja, damit fing alles an. Davor war die Bruderschaft der Defias mit unserem Vorankommen in Duskwood ganz zufrieden. In der Zeit vor der Sense war dies hier ein friedlicher Ort wie etwa das Northshiretal.
    Aber seit ich den Griff dieser verdammten Sense aus dem Schutthaufen in der Mine ragen sah und es prompt nicht lassen konnte, sie - verflucht sei ich! - auch noch herauszuziehen, ist Rolands Verdammnis ein Ort des Todes!

    Hätte ich geahnt, was passieren würde, ich hätte mir lieber die rechte Hand abgehackt, als dieses runenverzierte Holz anzufassen! So viel Gejammer! Bislang hielt ich das immer für ein Vorrecht der Alten. Jetzt weiß ich, dass es nicht die Alten sind - die Hoffnungslosen sind es, die den Mantel des Bedauerns tragen müssen, weil sie ihn nicht von ihren grambedeckten Schultern streifen können oder wollen.
    Aber Schluss jetzt mit diesem traurig triefenden Tiefsinn! Ich muss mit der Chronik weitermachen...

    Nachdem ich die Sense herausgezogen hatte, lief ein kleines Beben durch die Mine. Das Licht unserer flackernden Fackeln verzerrte sich und wir schienen unsere Stimmen nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Manchmal donnerte das Flüstern eines Mannes so laut durch die Gänge, dass wir uns die Ohren zuhalten mussten, und dann wieder hörte man laute Rufe keine zwei Schritte weit.
    Das raubte uns die Nerven, aber wir hatten ohnehin nicht viel Zeit uns darüber aufzuregen. Denn das Schlimmste stand uns ja noch bevor: Die Worgs.

    Sie stürzten sich von allen Seiten auf uns, kamen aus versteckten Löchern zu unseren Füßen oder ließen sich von oben lautlos auf uns herabfallen. Die Hälfte der Männer fiel schon in diesen ersten panikerfüllten Minuten. Der Rest - darunter auch ich - versuchte zu fliehen. Ich rannte und hörte von allen Seiten, wie meine Brüder von Klauen und Zähnen zerrissen wurden. Ich hörte unzählige Schreie, die abrupt verstummten oder in einem Gurgeln erstarben.
    Nach allem, was ich weiß, bin ich der einzige Mensch, dem die Flucht von diesem Ort gelang.

    Ich kann nur raten, warum ich diese Nacht überlebt habe. Ich war immer schon vorsichtig, bin Schlägen ausgewichen und habe einen Bogen um Fallgruben gemacht. Daher kommt auch mein Spitzname Jitters. Vielleicht war es also der Hang zur Vorsicht, der mich gerettet hat...
    Oder es war tatsächlich diese Sense, die ich aus dem Geröll gezogen habe. An der Sense selbst kann es indes nicht liegen, denn die habe ich während meiner panischen Flucht verloren. Aber wenn ich es war, der die Worgs nach Duskwood führte, so haben sie mir vielleicht einen seltenen Gefallen getan. Verflucht sollen sie sein.

    Aber vielleicht bin ich auch dazu verurteilt zuzusehen, was durch much aus Duskwood werden wird. Vielleicht ist es mein Schicksal zuzusehen, wie die Worgs in dieses Land strömen, um es noch finsterer zu machen als es ohnehin schon ist.
    Sollte dies so sein, so ist es doppelt schlimm. Denn die Worgs sind nicht die einzige Macht, die nach Duskwood greift - auch die Satanskreaturen vom Gebirgspass der Totenwinde wollen das Land.
    Dies ist das nächste Kapitel meiner Geschichte und ich bete, dass es das Letzte ist.

    Nach meiner glücklichen Flucht aus Rolands Verdammnis versteckte ich mich im Heuschober eines Mannes mit Namen Sven. Ich verbrachte dort mehrere Tage und war dabei noch so voller Furcht, dass ich mich Sven und seiner Familie nicht ein einziges Mal zeigte. Aber aus dem, was ich von meinem Versteck aus sah, konnte ich schließen, dass es sich bei diesen einfachen Bauern um anständige Leute handelte. Hätte ich meinen Unterschlupf verlassen, wäre ich von diesen Leuten sicher mit offenen Armen aufgenommen worden. Aber Vertrauen zu fassen fällt mir schwer - und seit dem Schreck in der Mine umso mehr.
    Also hielt ich mich weiter verborgen. Das rettete mir das Leben.

    Einige Tage nach meiner Ankunft an der Scheune verließ Sven seinen Hof mit Ziel Darkshire. Er küsste seine Frau, lächelte seine Kinder an und versprach, bald mit Spielsachen und Süßigkeiten zurück zu sein. Der arme Mann. Es sollte das letzte Mal sein, dass er seine Familie lebend sah.
    Wenigstens haben sie glücklich voneinenader Abschied genommen. Und wenigstens starb seine Frau als Erste und musste den Tod ihrer Kinder nicht mit ansehen. Aber mir ist das kein Trost. Ich habe gesehen, was geschah, und es wird mich mein Leben lang verfolgen.

    Meine Hand zittert, wenn ich mich an jene Nacht erinnere, als Sven fort und seine Familie allein den schwarzen Reitern ausgeliefert war. Wieder mache ich mir Vorwürfe, denn ich war dort und hätte mich gegen jene Satanskreaturen vom Gebirgspass der Totenwinde erheben können. Aber mein Bedauern ist nicght wahrhaftig. Es ist das Bedauern, wie es jeden plagt, der eine Tragödie überlebt hat. Ich weiß, hätte ich mein Versteck verlassen, so wäre ich auch getötet und meine Leiche bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und in alle Himelsrichtungen verstreut worden.

    Aber auch wenn ich weiß, dass ich diesen schändlichen Mord nicht hätte verhindern können, einen Vorwurf kann ich mir nicht ersparen: Ich habe die schwarzen Reiter zu Svens Hof geführt. Meine Entdeckung der Sense hat nicht allein die Worgs auf Duskwood losgelassen, sondern auch die Reiter vom Gebirgspass der Totenwinde herangelockt.
    Das weiß ich genau, denn unmittelbar vor dem Mord stellten sie Svens Frau eine Frage, während sie ihre Kinder umklammert hielt und ihnen im Angesicht des nahen Todes wenigstens ein wenig Trost spendete.

    Die Sense von Elune, schrie einer der Reiter laut und schrill. Seine Stimme klang, als würde eine Axt an einem Stein geschliffen. Und das letzte Wort - Elune - krächzte er, als würde er daran ersticken.
    Furcht ergriff mich, als ich diese Stimme hörte, aber nicht allein ob ihres Klangs, nein ... ich wusste, von welcher Sense der Reiter sprach. Es musste sich um das verfluchte Ding handeln, das ich ein paar Tage zuvor unter den Steinen in Rolands Verdammnis hervorgezogen hatte. Danach suchten die schwarzen Reiter!
    Und deswegen musste Svens Familie sterben.

    Ich habe nie erfahren, wie Svens Frau eigentlich hieß. Ihr Mann und ihre Kinder nannten sie stets nur "Liebste", "Meine Liebe" oder "Mami". Aber ich wünschte, ich wüsste ihren Namen. Denn ich bin der Einzige, der ihre Tat an jenem Tag noch bezeugen kann. Und obschon sie nur eine Bauersfrau war, habe ich nie einem Mann oder eine Frau so beherzt handeln sehen.
    Natürlich wusste sie nichts von der Sense, aber als sie begriff, dass die Reiter danach suchten, fasste sie spontan einen Entschluss.
    Einen kühlen und klugen noch dazu, nur aufgegangen ist er nicht.

    Die Sense?, fragte sie ganz ruhig. "Natürlich weiß ich, wo sie ist. Wer hier wüsste das nicht?" Sie blickte die Reiter vollkommen ruhig an und, hätte ich nicht genau gewusst, dass sie von der Sense nichts ahnen konnte, ich hätte geschworen, sie sagte die Wahrheit.
    Ihr Wagnis schien sich auch auszuzahlen. Derselbe Reiter, der eben schon die Frage gestellt hatte, neigte den Kopf leicht zu ihr herunter und kreischte: "Wo?"
    "Ich werde Euch führen. Euch alle", erwiederte sie und ich konnte einen kleinen Hoffnungsschimmer in ihren Augen sehen.

    Aber es ist ein weiter Weg und meine Kinder wären uns nur hinderkuch. Wir müssen sie hier lassen.
    Ihr Trick war einfach, aber sind es nicht die einfachen Tricks, die die größte Aussicht auf Erfolg haben? Wenn alles gut ging, würde sie die Reiter vom Hof weglocken. Sie selbst wäre verloren, aber ihre Kinder gerettet. Und es würde klappen, solange nur die Reiter ihren Lügen Glauben schenkten.
    Ich war nie ein großer Anhänger des Lichts, aber in diesem Augenblick betete ich inbrünstig für Svens Frau, die sich so tapfer gegen die schrecklichen Reiter stellte.
    "Bitte!", betete ich, "Lass sie darauf herienfallen."

    Die Reiter standen still, wie versteinert, und sie begegnete ihren Blicken mit aller Ruhe. Dann sah einer der Reiter auf, als höre er einen Ruf aus der Ferne. Er nahm einen kleinen Edelstein aus der Satteltasche. Damit machte er eine Geste in Richtung der Frau. Ein Licht kroch von dem Reiter aus auf die Frau zu und verformte sich zu einer unerbittlichen weißen Hand. Sie starrte scheinbar ungerührt in das Licht, aber ich sah die Unsicherheit hinter der Fassade des Selbstvertrauens. Als die Hand sie erreicht hatte, griff sie mit langen Fingern nach dem Kopf der Frau.
    Und drückte zu.

    Svens frau stand steif wie ein Brett da und ihre Augen weiteten sich. Sie öffnete den Mund zu einem Schrei, brachte aber keinen Ton heraus. Nach einigen Augenblicken grausamer Folter ließ die Hand sie los und sie fiel auf die Knie. Der Reiter mit dem Schmuckstück saß aufrecht im Sattel und ließ dröhnend vernehmen:
    "Diese Frau lügt". Er sagte das mit einer Stimme, von der ich noch heute Alpträume bekomme. "Sie hat die Sense nie gesehen."

    Danach ließ der Reiter die Schultern sinken, als sein ein Geist aus ihm entwichen. Und dann sagte er mit der alten, schrillenden Stimme von zuvor die todbringenden Worte:
    "Der Lord hat gesprochen. Tötet sie."

    Ich kann nicht beschreiben, was danach geschah. Ich habe es deutlich vor Augen, aber meiner elenden Seele ist es noch immer nicht möglich niederzuschreiben, was sich in den folgenden, grausigen minuten ereignete.
    Ich kann nur schreiben, dass Svens Familie getötet wurde. Kurz darauf kehrte Sven an den Schauplatz des Schreckens zurück. Er war derart von Trauer übermannt, dass ich Angst hatte, mich ihm zu zeigen. Und ich fürchtete mich sogar davor, dass er mich finden würde, und floh aus meinem Versteck in der Scheune. Ich weiß nicht, wo Sven jetzt ist, aber ich bete, dass er eines Tages Frieden findet.

    In den darauf folgenden Wochen blieb ich aus Angst vor den Reitern nie allzu lange an einem Ort. Augenblicklich befinde ich mich in der verlassenen Stadt Rabenflucht und wie immer vertsecke ich mich. Ich weiß nciht, welche Kräfte sie gegen Svens Frau eingesetzt haben, aber ich weiß, dass ich gegen diese Kräfte nichts ausrichten kann und dass sie Duskwood auch weiterhin nach der Sense absuchen. Ich habe die Sense nicht mehr und ich danke dem Licht dafür, denn hätte ich sie noch, hätten sie mich längst gefunden. Aber auch so weiß ich tief in meinem Herzen, dass sie mich finden werden.

    Ich bin so müde.



    Re: Die gesammelten Bücher Azeroths

    Tyriandor - 10.10.2008, 22:47


    Teroni´s Tagebuch

    Ich habe mit diesem Tagebuch begonnen, um mir Notizen zu meinem Hilfsauftrag für das Eschental zu machen. Einige der jüngsten Ereignisse sind ziemlich mysteriös. Hoffentlich kann ich einiges davon enträtseln und so meinem Volk helfen. Zunächst möchte ich einige Fakten aufschreiben, damit ich sie später nicht noch vergesse.

    Ich habe vor kurzem herausgefunden, was an den Gerüchten über die Bemühungen des Hexers Dartol dran ist. Wo ich es einst für geradezu grotesk hielt, dass ein Mensch zu uns käme und von uns lernte, hat dieser Hexer, dieser böse Mann, nicht nur überlebt, er hat sich auch einiges von unserem Wissen angeeignet. Ich weiß noch immer nicht, wie...

    Ich habe nie herausgefunden, welche Ziele er verfolgt, sein Plan jedoch schien einfach: Mit Hilfe druidischer Magie wollte er sich die Furbolgs erst zu Freunden machen und sie dann unter seine Kontrolle bringen. Sollte er damit meinesgleichen schaden wollen oder andere finstere Ziele verfolgen, so hoffe ich, dass ich es herausfinde, ehe mein Weg endet. Jedenfalls war er bei der Umsetzung seiner Pläne durchaus erfolgreich. Wollte er seine Machenschaften zunächst an den Furbolgs ausprobieren, ehe er es bei meinem Volk versuchte? Hatten die Furbolgs etwas, das er begehrte? Wer weiß?

    Mit einem von ihm geschaffenen Gegenstand (einer Art Rute oder Stab) wollte er die Furbolgstämme im Eschental unterwandern. Irgendwann - und hier sind viele Dinge noch weitgehend unklar - ertappten ihn die Furbolgs dabei, wie er sie zu manipulieren suchte, damit sie sich gegeneinander wenden würden. Darüber wären die Elfen sicherlich ebenso erzürnt gewesen wie die Furbolgs - nur dass die Furbolgs wesentlich harscher reagierten und Dartol töteten. Zumindest zur damaligen Zeit waren die Furbolgs noch nicht die verderbten Wesen heutiger Tage. Sie waren intelligent und von klarem Verstand, ihr Verhältnis zu unserem Volk freundschaftlich.

    Ich habe die Hoffnung, dass ich die Macht der Rute dazu nutzen kann, unserem Volk und den Furbolgs zu helfen. Doch dazu muss es mir gelingen, die Rute mit Hilfe der Dryade namens Shael'dryn wieder zusammenzusetzen. Nicht alle Furbolgs sind verderbt. Einige leben noch und versuchen den Wald zu schützen. Als sie der Verderbnis anheim gefallen waren, sind einige Furbolgs geflohen, viele andere wurden getötet und wieder andere aus ihren Stämmen vertrieben. So habe ich etwa einen ehrenhaften Furbolg vom Stamm der Fäulnisklauen ausgemacht, der über dem [Mystralsee] lebt. Sein Name ist Krolg. Ich habe ihn tagelang beobachtet und denke, wenn ich mich ihm in Gestalt eines Furbolg nähern würde, könnte ich ihm helfen, die alten Bande zwischen unseren Völkern neu zu schmieden. Die Furbolgs töteten Dartol und teilten seine Rute in drei Teile, auf dass sie nie wieder gegen sie verwendet werden könnte. Die Suche war nicht einfach, aber jetzt habe ich eine Idee, wo diese Teile wahrscheinlich sind.

    Der Edelstein

    Der erste Teil der Rute ist ein leuchtender Edelstein, der in einem Schrein im Nordwesten des Eschentals versteckt wurde. Dieser Schrein ist vermutlich inzwischen verfallen. Er befindet sich in der Mitte des Falathimsees. Die Schildwachen berichten, dass der Schrein inzwischen von Murlocs bewohnt wird. Wenn sich der Edelstein also nicht mehr im Schrein befindet, hat ihn wahrscheinlich einer der Murlocs.

    Der Schaft

    Dieser Teil der Rute wurde den Treants in der Nähe jenes Gebiets übergeben, das jetzt Teufelswald heißt. Offenbar haben die Furbolgs ebenso wenig wie mein Volk geglaubt, dass solch wunderbare Wesen wie die Treants der Verderbnis anheim fallen könnten, die das Land überzogen hat. Meine Forschungen haben ergeben, dass die Wächter das Stück, verschlossen in einer Truhe, auf einer kleinen Lichtung aufbewahren. Um mehr herauszufinden, muss ich erst mit Shael'dryn sprechen. Shael'dryn ist eine Dryade, die den Mondbrunnen nordöstlich vom Irissee beschützt. Sie weigert sich, den Wald zu verlassen oder ihn der Verderbnis preiszugeben. Ich weiß, dass sie die Macht und das Wissen hat, die Rute zu reparieren, oder mir zumindest sagen kann, wie ich es selbst mache.

    Der Knauf

    Der Knauf der Rute wurde den Druiden von Dor'Danil gegeben. Allerdings gibt es dabei ein großes Problem: Die Druiden sind tot. Es wohnen jetzt nur noch ihre Geister in der Region und die sind nicht länger freundlich und nett. Möglicherweise sind weitere Nachforschungen notwendig. Ich bin nicht sicher, ob ich mächtig genug bin, die Geister meiner toten Sippe zu bekämpfen - ganz zu schweigen davon, in die Tiefen von Dor'Danil vorzudringen und diesen Knauf zu finden

    Anmerkung

    Während meiner Vorbereitungen in Astranaar habe ich kürzlich einen Zwergenjäger getroffen, der viel Zeit im Eschental verbracht hat, um meinem Volk zu helfen. Er kam aus einem Ort namens Sturmwind. Einmal haben wir uns abends bei ein paar Bier unterhalten und seine Erzählungen haben mir neue Hoffnung gemacht, den Knauf finden zu können... Er sagt, er sei inzwischen in ganz Dor'Danil gewesen und habe nirgends eine Truhe oder ein anderes Behältnis gesehen, das den Griff enthalten könnte. Weiter berichtet er von verfaulendem Schleim im Meer, der alles verschlingt, was kleiner ist als er selbst. Er hat gesehen, wie der Schleim ganze Tische, Skulpturen, Bären und sogar Gnome verschlang! Und dieser Schleim scheint zum größten Teil von magischen Gegenständen gespeist zu werden. Wenn die Truhe mit dem Griff also verzaubert war, dann hat sie vielleicht der Schleim verschlungen. Es ist ein Wagnis, aber andere Hinweise habe ich augenblicklich nicht. Sollte ich mehr herausfinden, werde ich die Einzelheiten hier niederschreiben, aber einstweilen suche ich weiter nach den Teilen der Rute und versuche, dem Eschental zu helfen.



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