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Re: Bankenkrise
tobias - 05.10.2008, 08:07Bankenkrise
Da ich nicht ganz so gut in der Wirtschaft bin, würde ich Euch bitten, mir ein wenig die Bankenkrise zu erklären. Irgendwie verstehe ich da nicht so ganz die Zusammenhänge.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege: In den USA haben die Banken viele Kredite an Leute vergeben, die Eigenheime bauen wollten und das zu sehr guten Konditionen, sprich geringe Zinsen. Da haben natürlich viele Leute zugegriffen, weil sie meinten, sie machen ein gutes Geschäft. Im Laufe der Zeit haben sie aber gemerkt, daß ihr Geld wohl doch nicht reicht bzw. sie es für dringendere Fälle (Lebensunterhalt, Krankheit usw.) brauchen, so daß die Häuser nicht fertig gebaut wurden bzw. nun leer stehen. Die amerikanischen Banken bekommen vielfach die Kredite nicht zurück gezahlt und gehen pleite.
Da es anfangs nach einem guten Geschäft aussah, haben auch ausländische Banken (auch viele deutsche!) mitspekuliert (wie geht das eigentlich?) und sind somit ebenfalls auf die Nase gefallen, brauchen riesige Finanzspritzen oder müssen Konkurs anmelden. Was ist eigentlich mit dem Geld der Sparer und Anleger? Ist das jetzt weg?
Ich bitte um ein wenig Aufklärung... :oops:
Tobias
Re: Bankenkrise
tosa34 - 06.10.2008, 05:30
Lieber Tobias,
Mir ist die ganze Misere auch nicht ganz klar, aber mit den Hypotheken war das so: die Banken boten Hypotheken mit ganz geringem Zinssatz, und lockten so viele Käufer an, die meinten, sich diese Monatsraten ohne weiteres leisten zu können. Sie lasen leider nicht das Kleingedruckte. Da stand nämlich, dass die Zinsen nach einer gewissen Zeit geändert werden könnten. Und das taten sie, indem sie in die Höhe schossen bis die Raten in's Unerschwingliche kletterten.
So wurden viele Leute reingelegt, die sich nur ein Häuschen kaufen oder bauen wollten. Dazu kamen dann die, die überhaupt keine Vorstellung hatten von dem, was sie sich leisten konnten. Und da die Banken nicht mehr wie früher dafür verantwortlich waren, die Leute zu beraten und ihnen ehrliche Auskunft zu geben (danke, liebe Republikaner!) übernahmen sie sich. Dazu noch die steigende Arbeitslosigkeit, die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten, und schon saßen viele in der Patsche. Und auch die Banken, die nicht ahnten, dass es so schlimm gehen würde.
Die Banken behalten ja nicht die Hypotheken, die sie ausstellen, sondern verkaufen sie an alle Finanzinstitute weiter, und so verbreitete sich die Krise und auch das Ausland beteiligte sich daran. Jetzt will also hier die Regierung viele der schlechten Hypotheken kaufen und mit niedrigerem Zinssatz neu schreiben und dadurch den Käufern ermöglichen, doch in ihrem Haus zu bleiben.
Das ist nun recht vereinfacht, aber mehr verstehe ich auch nicht davon.
Lieben Gruss,
Tosa.
Re: Bankenkrise
tobias - 06.10.2008, 13:33
Danke für die Erklärung! So kommt langsam Licht in mein Dunkel!
Tobias
Re: Bankenkrise
karin - 10.10.2008, 21:37
Und nun der schwarze Freitag. Börse in Wien, Moskau und in Teilen Asiens machten dicht. Seit der Krise ist der Dow Jones um mehr als ein Drittel eingebrochen, unser DAX um fünfundzwanzig Prozent.
Was soll nun werden?
LG Karin :)
Re: Bankenkrise
la-piccola - 11.10.2008, 20:55
Karin, machs wie ich- ich hab meine Milliönchen unter der Matratze.... :lol:
Re: Bankenkrise
tosa34 - 12.10.2008, 02:30
Liebe Karin,
wir können nur hoffen, dass all die Köpfe, die da in Washington zusammengesteckt wurden, einen Plan machen konnten. Diese ganze Geldwirtschaft, die so sehr auf Kredit gebaut ist, scheint wie ein Kartenhaus zusammen zu fallen.
Lass' uns aufs Beste hoffen!
Lieben Gruss,
Tosa.
Re: Bankenkrise
tosa34 - 24.01.2009, 03:45
Seit der letzten Diskussion im Oktober hat sich die Lage ja leider nur verschlechtert. Wie sieht es denn bei Euch in der engeren Umgebung aus?
Hier macht ein Geschäft nach dem anderen zu. Zum Teil große Ketten mit Filialen im ganzen Land, und zum Teil (wesentlich schmerzhafter) örtliche Betriebe. So hier das Restaurant/Bäckerei Heinemann, das in Milwaukee vier Filialen hatte, aber nur hier. Eine davon war in der Innenstadt, und erst 1960 durften Frauen dort essen. Bis dahin waren es nur Geschäftsmänner. Ich ging mal aus Versehen hinein, als ich in der Stadt arbeitete. Wurde sehr höflich, aber entschieden, hinauskomplimentiert. Ich sollte doch lieber in einer der Vorortsfilialen essen. Und eine 82jährige Buchhandlung, die auch ein paar Zweigstellen hat. Beide haben irgendwie das Bild von Milwaukee geprägt. Bei den grossen nationalen Ketten tut es mir weniger leid.
Alle Obdachlosenheime in der Stadt sind überfüllt, zum Teil von Familien, die ihr Haus verloren haben. Die Suppenküchen und Lebensmittelverteilstellen sind völlig überfordert. Jeder zittert um seine Stellung.
Hoffentlich wird's bald besser!
Lieben Gruß, Tosa.
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