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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Arianha Forum: Gefährten des Nordwindes Forenbeschreibung: Allianzforum und Theramore Koordination aus dem Unterforum: Bardenlichtung Antworten: 1 Forum gestartet am: Dienstag 15.05.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Aris Geschichte Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 5 Monaten, 23 Tagen, 22 Stunden, 37 Minuten
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Re: Aris Geschichte
Arianha - 04.10.2008, 16:09Aris Geschichte
Huhu
Ich hab mich mal ein bisschen daran versucht, Aris Vergangenheit aufzuschreiben. Das ist mein erstes Werk, also fänd ichs ganz nett, wenn ihr mich ein bisschen konstruktiv kritisieren könntet, was ich an meinem Schreibstil und so verbessern sollte. Ich will die Geschichte ja schließlich so gut wie möglich schreiben *g* (Es ist erst der Anfang der Geschichte, aber ich dachte, ich hol mir lieber mal recht früh ein Feedback ein, bevor ich alles umschreiben muss)
Liebe Grüße, Ari
Soo Teil 1 der Geschichte:
Es war ein Morgen, wie jeder andere auch. Arianha saß in ihrem Kleid auf der Fensterbank, zitternd, bei geöffnetem Fenster. In der Ferne konnte sie im Dunst die vielen kleinen Türmchen der Stadt entdecken. Sehnsüchtig betrachtete sie die blühende Landschaft und die weißen Mauern, die sanft von der aufgehenden Sonne beschienen wurden. Wie wäre es, eines Tages dort oben, in einem der Türmchen zu sitzen und die erwachende Stadt zu betrachten, umrandet vom sanften Grün der Landschaft? Morgens nichtmehr von den Hühnern geweckt werden, sondern von den Arbeitern, die geschäftig durch die Straßen eilen. Und vielleicht hätte sie ja sogar...
Unsanft wurde sie von einem harschen Ruf ihrer Mutter aus ihren Träumen gerissen: „Nun mach schon, Mädel, wir warten nicht ewig auf dich!“. Mit einem letzten traurigen Blick auf die schöne Aussicht rutschte Arianha vom Fensterbrett, schnappte sich ihre Schürze und lief die Treppe herunter.
„Herrje, du weißt doch, dass dein Bruder pünktlich bei der Wache sein muss! Nun hilf schon, den Wagen aufzuladen, und mit so unordentlichen Zöpfen können wir nicht in die Stadt fahren!“
Mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht kam ihr älterer Bruder durch die Tür. „Naa, Schlafmütze? Hast du mal wieder davon geträumt, Prinzessin zu werden?“
„Nicht doch, Timon“ kam es auch schon von der Mutter. „Setz ihr nicht noch Flausen in den Kopf, du weißt doch, wie gerne sich junge Mädchen von sowas den Kopf verdrehen lassen. Und nun kommt, beide, wir müssen los, sonst kommen wir noch zu spät zum Wachbeginn.“
Umständlich kletterte Arianha auf die Ladefläche der Kutsche, während ihr Bruder neben der Mutter auf dem Kutschbock Platz nahm. Die ganze Fahrt über wetterte die Mutter leise über Erntewidrigkeiten, Nachbarn und die Preise in der Stadt.
Leise seufzend legte das junge Mädchen hinten auf der Kutsche den Kopf in den Nacken und betrachtete die vorbeiziehenden Baumkronen, an denen sich die Blätter sanft im Wind bewegten.. Wie recht ihr Bruder doch gehabt hatte, dachte sie bei sich betrübt. Alles gäbe sie, um diesem Leben entfliehen zu können. Die parteiische Mutter, die sie doch nur als faules Gör ansah, der Vater, der ganz in seiner Arbeit als Bauer aufging und kaum mehr als einen knappen Blick für sie übrighatte, und der Bruder, der gerade bei der Stadtwache ausgebildet wurde. Eines Tages würde er eine schmucke Rüstung tragen und in der Stadt wohnen können, während sie einen Mann heiraten müsste, jemand aus der Nachbarschaft, mit einem anständigen Beruf, wie ihre Mutter immer betonte. Falls sich für die Träumerin überhaupt einer finden ließe. .
Laut ratterte die Kutsche durch das Tor. Im Marktviertel war bereits ein lärmendes Treiben, viele Bauern stellten ihre Stände für den wöchentlichen Markt auf. „Bis heute Abend dann“ rief Timon, während er vom Wagen sprang. Ohne einen weiteren Blick zurück lief er zur Burg. Auch er schien froh zu sein, dem bäuerlichen Leben der Mutter zu entkommen.
„Du bist ja schon wieder in Gedanken!“ kam es auch schon von der Mutter. „Mädel, so geht das nicht, du kannst doch nicht den ganzen Tag nur träumen. Ich hoffe doch, dass du diese Flusen von deinem Bruder nicht angenommen hast. Prinzessin, pah! Es wäre besser für dich, du passt jetzt auf, bevor ich dir das Tagträumen austreiben muss!“
Arianha wandte stumm den Blick zu Boden und begann damit, das Gemüse zum Verkauf herzurichten. „Es reicht“ sagte das braunhaarige, sommersprossige Mädchen zu sich. „Heute, heute ist es soweit.“ Keiner hätte ihr ihren Plan ansehen können, am wenigsten die Mutter, die mit geschäftigem Blick kleine Schildchen an ihr Gemüse steckte und den vorbeiziehenden Leuten ein freundliches, jedoch aufgesetztes Lächeln zuwarf.
Das leise Zittern von Arianhas Händen, die Blicke, die sie um sich warf, all das interessierte hier niemanden, und doch zuckte sie jedesmal vor Angst zusammen, wenn der Blick eines Passanten über sie glitt. „Jetzt bloß nicht auffallen!“ sagte sie sich immer wieder, wie eine Beschwörungsformel „Bald hast dus ja, bald bist du sie los!“
Dies war ihr Wunsch, der sich schon in früher Kindheit unbewusst geäußert hatte. Damals, als sie noch normal war, so normal jedenfalls, wie dies ein kleines, unwilliges Mädchen sein kann. Ihre Mutter hatte wenig Freude an dem Mädchen, dass bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Wald lief, um sich auf einem Baum zu verstecken und auf den Prinz zu warten, von dem sie in so vielen Märchen gehört hatte. Dort saß sie oftmals stundenlang und erträumte sich eine neue Welt, eine andere, in dem sie nicht ein Mädchen aus einer ärmlichen Bauersfamilie war, sondern eine zukünftige Dame, mit Zukunft, Chancen.. Bis heute hatte es ihre Mutter nicht geschafft, ihre diese Träume auszutreiben – nicht, dass sie es nicht retlich versucht hätte.
Eines Tages, als sie schon älter war und es wiedereinmal geschafft hatte, sich von der Arbeit zu drücken und vor dem drohenden Ärger in den Wald zu entkommen, änderte sich schlagartig alles. Ein Unwetter war aufgezogen, lange ersehnt von den Bauern, und wegen dem aufkommenden kalten Regen hatte sie sich in einer kleinen Höhle, kaum mehr als ein Überhang, versteckt. „Mist, ist mir kalt“ fluchte sie. „Ein Königreich für ein Feuer!“ Eine gewöhnliche Floskel, die sie schon tausende Male davor benutzt hatte – und nichts passiert war. Was sie ja auch nicht wirklich erwartet hätte. Doch dieses Mal fing ein kleiner Zweig vor ihr Feuer, erst nur eine kleine Flamme, die doch schnell wuchs und auf die umliegenden feuchten Zweige daneben übergriff. „Was zum ...?“ Erschrocken betrachtete sie das kleine Feuerchen, dass jetzt auf eine angenehme Größe gewachsen war. Hektisch blickte sie sich um, doch nichts war in der Nähe, was ein solches Feuer verursacht haben konnte. „Aber..“ stotterte sie und starrte das Feuer vor sich an. „Was..?“ fragte sie verwirrt und nahm sich einen kleinen Ast, um damit in die verwirrenden Flammen zu stupfen. „Woher kommst du?“ fragte sie eindringlich, als sie ihre Sprache wiedergefunden hatte. Sie hatte nicht mit einer Reaktion gerechnet, und doch flammte das Feuer kurz auf, wie um ihr etwas zu sagen. „Äh.. was? Ich.. ich verstehe nicht so ganz“, sagte sie zu dem Feuer, wobei sie sich doof vorkam, in etwa so, als erwarte man von einem Feuer eine Antwort. Was sie ja auch tat. Das Feuer flackerte auf, auf eine ungeduldige Art, und griff dann auf den Ast in ihrer Hand über und brannte langsam auf sie zu. Mit kindlicher Neugierde behielt Arianha den Ast in ihrer Hand und betrachtete die Flammen, die, wie aus Zauberhand, kurz vor ihrer Hand haltmachten. „Wow“, seufzte sie und sah gebannt auf die Flammen.
„Komisch..“ murmelte sie. „Das ist wirklich merkwürdig.. Woher nur kommt diese Flamme? Und wieso brennen die nassen Äste so gut? Zuhause klappt das doch nie, wenn ich mal versucht habe, mit feuchtem Holz zu feuern. Ob das Wasser diesem Feuer wohl nichts ausmacht?“ Langsam stand sie auf, den Blick fest auf den Ast in ihrer Hand gerichtet, auf dem das Feuer munter weiterbrannte. „Wenn ich es in den Regen halte..“, sagte sie leise zu sich und machte vorsicht einen Schritt nach vorne. Der Regen war noch stärker geworden und prasselte ungnädig auf ihren Kopf und ihre Kleidung, die schon nach ein paar Sekunden komplett durchnässt war. Zitternd vor Kälte sah sie staunend auf den Ast in ihrer Hand: Er brannte weiter, als wäre nichts gewesen. Lediglich an dem leisen Zischen, das von den Tropfen auf den heißen Ast ausgelößt wurde, merkte man überhaupt den Regen.
„Das.. das ist ja wie Magie!“ , stotterte sie vor Kälte und Aufregung. „Das glaubt mir doch zuhause niemand.. Hier gibt es keine Magier, Magier kommen nur in reichen Familien vor, mächtig, edel, nicht in einem abgelegenen Waldstück wie diesem..“, murmelte sie leise die Worte, die ihr von ihrer Mutter so oft eingetrichtert wurden, um ihre sehnlichen Wünsche zu zerstreuen. In Gedanken versunken setzte sich das junge Mädchen wieder unter den Vorsprung und wartete darauf, dass der Regen nachließ.
Als der Regen endlich vorbei war und die Wolken am Himmel verschwanden, war es Abend. Schnell huschte Arianha durch den von der untergehenden Sonne rot angestrahlten Wald. „Mist, mist, mist!“ seufzte sie leise. „Das gibt Ärger!“ Trotzdem schlich sich ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht, als sie daran dachte, wie ihre Eltern wohl auf die Geschichte reagieren würden. Ihre Mutter und ihr Vater standen bereits auf dem Hof, als sie aus dem Wald gerannt kam. Beide starrten wütend das verdreckte Mädchen an, das mit einem Lächeln im Gesicht auf sie zukam. „Was zum...?“, sagte Arianhas Vater, als sie strahlend mit einem brennenden Stöckchen vor ihm stand. „Das glaubt ihr mir nieee, was ich gerade gesehen habe..“, sagte das Mädchen glücklich. „Dieser Ast, der hat von ganz alleine Feuer gefangen, es war wirklich niemand außer mir da, und ich hatte doch auch keine Feuersteine dabei, und dann, dann hat er..“, sagte sie außer Atem.
Mit einer scharften Ohrfeige ihrer Mutter wurde sie zum Schweigen gebracht. „Wage es nicht nocheinmal, von der Arbeit davonzulaufen“, drohte ihre Mutter kalt. „Und mir dann auch noch mit so dreisten Lügen anzukommen!“ Der Vater nickte zustimmend und sah mit einer enttäuschten Miene auf das Mädchen herab, dass sich mit Tränen in den Augen die brennende Wange hielt und ihre Eltern erschrocken ansah. „Ich hätte wirklich nicht von dir gedacht, dass du dich mit so einer erlogenen Geschichte aus der Verantwortung ziehen willst. Ich dachte, wir hätten dir beigebracht, dass man sich seinen Eltern gegenüber nicht so respektlos verhält. Dafür wirst du die nächsten Tage Stallputzen, und wage es nicht, mir unter die Augen zu treten!“ Mit einem letzten verächtlichen Blick wandten sich die Eltern ab und ließen das enttäuschte, gedemütigte Mädchen draußen stehen. „Aber..“ flüsterte sie leise und starrte traurig in das kleine Feuer, in das zischend eine Träne von ihrer Nase tropfte. „Ich.. ich hab es doch gesehen!“
Es dauerte noch lange, bis sie verstand, dass das Feuer ihren Wünschen gehorchte. Wenn sie fror oder es unter dem strengen Blick ihrer Mutter mal wieder nicht hinbekam, mit dem Feuerstein ein ordentliches Kochfeuer zu erschaffen, brannten das Holz auf wundersame Art und Weise wie von selbst. Sie begann jedoch nicht noch einmal den Fehler, jemandem davon zu erzählen. Stolz betrachtete sie die kleine Flamme am Ende eines Stöckchens, die sie zum ersten Mal bewusst erschaffen hatte. „Meins“, flüsterte sie glücklich. „Du gehörst zu mir, Feuerchen.“
Nun, so lebte sie also, ein Mädchen mit großen Wünschen, Träumen, das dafür auf umso weniger Verständnis stieß. Das Feuer blieb ihr Geheimnis, ebenso wie der Plan, von ihren Eltern davonzulaufen. „Du bist noch zu jung!“, sagte sie sich immer wieder. „Ein kleines Mädchen, das wird doch niemand achten, ausrauben werden sie dich, oder noch schlimmeres!“ Die Schauergeschichten, die man sich immer wieder in ihrem Dorf von den nächtlichen Überfällen auf arme Reisende erzählte, taten ihr übriges dazu, Arianha noch einige Jahre bei ihren Eltern festzuhalten. Die anderen Kinder im Dorf fanden sie komisch, zugeknöpft, ja manche nannten das verschlossene Mädchen gar arrogant. „Die ist sich doch zu gut für uns!“ „Die passt hier nicht rein!“ „Die ist komisch, mit der möchte ich nicht spielen“ hörte man oft. Am Anfang war es schmerzlich für Arianha, hätte sie doch gerne jemanden gehabt, der sich genauso wie sie nach Freiheit gesehnte. Doch mit der Zeit spürte sie die Blicke garnicht mehr, die ihr immer folgten, wenn sie das Dorf betrat.
„Mit 15, dann kannst du arbeiten, notfalls als Dienstmagd“, dachte sie voller Hoffnung. „Hauptsachte, du bist erstmal weg von hier, weg von diesem Haus und diesen Leuten. In der Stadt wird sich bestimmt irgendwann die Möglichkeit ergeben, um mit einem gebildeten Mann über das Feuer zu sprechen.“ Sie klammerte sich an diese Hoffnung, die ganzen Jahre über, bis sie endlich alt genug war, alt genug, wie sie dachte, um für sich selbst zu sorgen.
So stand sie nun also auf dem Marktplatz, beim Karren ihrer Mutter, mit dem festen Beschluss, davonzulaufen. „Und keiner..“, dachte sie „..wird mich daran noch hindern können!“
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