Gänge

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    Re: Gänge

    Jaslyn - 04.10.2008, 14:01

    Gänge
    cf: Quartiere / Trevor und Hope

    Jas verließ das Briefing mit klaren Anweisungen. Über deren Sinn dachte sie nicht nach. Sie kehrte in den Raum zurück, indem ihre Einheit auf weitere Instruktionen wartete. Max lag auf einer der Pritschen und sammelte seine Kräfte. Noriko schärfte ihre Krallen, Lane – der Neue – kam auf sie zu.
    “Geht es los?“, fragte er mit einer erregten Vibration in der Stimme. Es war sein erster großer Einsatz und dann noch nicht einmal eine Order ihrer Befehlshaber, sondern ein Coup gegen diese.
    Jas nickte knapp und ging zu dem Zweitürigen Spind, indem ihre Ausrüstung untergebracht war. Im Vorbeigehen tippte sie Max an die Schulter, damit er aufstand. Noriko folgte schweigend Jas Bewegungen, wie sie sich für den Einsatz ausrüstete. Sie kämpfte ohne viele Waffen, sondern setzte gezielt Geschmeidigkeit und Schnelligkeit ein. Auch Jas war dem Kampfstil mit den bloßen Händen nicht abgeneigt. Im Team aber musste sie für beinah jede Eventualität ausgerüstet sein.
    “Ich bin aufgeregt.“ Lane war der Gesprächigste in ihrem Team. Er zog seine Schutzweste über und war dabei, alle Riemen und Verschlüsse zu schließen. Das dauerte bei ihm noch immer etwas länger als bei ihnen allen. Max war unlängst beim Laden seiner Maschinenpistole und damit fertig. Das einrasten des Magazins lenkte davon ab, dass niemand eine Antwort gab.
    Sie waren alle eingespielt. Unruhe und Spannung, wie in den anderen Gruppen gab es unter Jas Führung nicht.
    Sobald sie fertig waren, folgten die drei Soldaten Jas, die nicht die Größte unter ihnen war. Aber bei weitem verfügte sie über den zielstrebigsten Blick.
    Während Hope und ihre Team, wie auch Sams Team zu den Aufzügen gingen, bog Jas in einen lang gezogenen Gang, der zu den Laborräumen der obersten Ebene führte. Max, Lane und sie hielten die Waffen geladen vor sich. Das Zeichen zur Entsicherung hatte sie noch nicht gegeben. Noriko schlich sich geschmeidig aus der Deckung zur Tür und überlistete die Elektronik, der Rest des Teams gab ihr Deckung. Keine wusste, was genau sie dahinter erwarten würde. Alle Läufe auf die doppelte Tür gerichtet, offenbarte das leise, gleitende Geräusch nur die rote Notbeleuchtung. Zwei Soldaten lagen bewusstlos – oder tot, Jas kümmerte sich wenig darum – auf dem Boden. Sie gab das Handzeichen, weiter zu gehen.
    An der nächsten Gabelung, nachdem sie das Lager passiert hatten, aus dem Miley und Hazel Vorräte holen würden, winkte sie Noriko und Lane nach links. Sie selbst nahm Max mit, wie sie es sehr oft tat. Zwar arbeitete ihre Einheit weniger wie ein Team. Aber eben deshalb waren sie für solche Nacharbeiten besonders effektiv. Noriko und Lane sichteten den Labortrakt. Gegen Jas Erwartung war das Gehege der Wölfe geöffnet. Max und sie stolperten über eine große Zahl Leichen aus einem rüde geführten Kampf.
    Die Wölfe also waren ausgebrochen. Sie tippte an den Sender für das Funkgerät, den sie am Kragen ihrer Uniformen trugen. Noriko meldete sich mit einem zischenden Laut, den man hätte schnell mit Funkstörungen zwischen den Felswänden verwechseln können.
    “ Bei uns alles sauber.“, meldete Jas und wartete auf Norikos Rückmeldung.
    “ Code 445, alles clean.“
    “Wir treffen uns vereinbart!“ Mit einem weiteren Tippen an den Kragen verstummte das rauschen. Jas Augen suchten Max, der sich aufmerksam umgesehen hatte. Die Geschmeidigkeit eines Raubtieres lag in seinem Gang, mit dem er den Kontrollraum eines der künstlichen Biotope abschritt.
    “Wir gehen!“, raunte Jas in harschem Befehlston. Alles Andere erreichte Max nicht. Sie war extra davon unterrichtet worden, dass der Soldat seine Probleme mit dem Gehorsam hatte, ohne dass es ihm an Disziplin mangelte. Also war sie darauf eingegangen. Ihr robuster Führungsstil machte den Soldaten lenkbar. Max richtete die Aufmerksamkeit auf sie. Ihre Waffe gesichert, fiel sie schnell in einen ausdauernden Laufschritt, der ihnen allen antrainiert worden war. Am vereinbarten Treffpunkt wartete sie nur wenige Minuten auf Noriko, Lane lief dicht hinter ihr.
    “Gebiet gesichert.“, meldete Lane in seinem Abschlussbericht.
    Jas erklärte in kurzen Worten und mithilfe eines Pads, auf dem der Bauplan der nächsten Ebene abgebildet war, ihr weiteres Vorgehen. “Erstes Ziel ist der Überwachungsraum. Sind wir dort, teilen wir uns auf. Zu öffnen ist der Block Hunde.“ Sie warf einen Blick zu Max und Lane. “Ihr übernehmt das.“ Ihr Finger tippte auf den nächsten Block. “Stinktiere übernimmt Noriko. Es müssen einige Sicherheitsbarrieren umgangen werden.“ Sie reichte Noriko eine unscheinbare Plastikkarte. “Rachel hat sie besorgt. Damit sollten die Schleusen passierbar sein.“ Dann erklärte sie schnell, sie öffne den Block Katzen und kontrolliere die Labore der Ebene.
    “Nehmen wir den Aufzug!“, befahl Jas und während sie auf diesen warteten, unterwies sie ihr Team darin, was sie mit den befreiten Mutanten tun sollten.
    “Gefahr wird eliminiert. Prämisse hat die Schonung unserer Ressourcen.“
    Der Aufzug, in dem sie zu viert standen, setzte sich mit einem Ruck in Bewegung.
    “Was sollen wir tun, wenn sie uns folgen.“ Lane wartete auf eine Antwort. Jas drehte sich zu ihm. In ihren dunklen Augen flackerte eine nüchterne Härte.
    “Es sind keine passenden Instruktionen vorhanden.“
    Lane schwieg darauf, die Türen des Fahrstuhls öffneten sich. Sobald die vier Specialsoldiers sichtbar waren, wurde eine Salve Schüsse auf sie abgegeben. Sie konterten. Zwei Soldaten hatten sich im Gang vor dem Fahrstuhl verbarrikadiert. Sie waren nicht die einzigen und es dauerte länger als veranschlagt, bis das Team Blue den Überwachungsraum erreicht hatte. Der dagegen war so gering besetzt, dass eine Blendgranate und schnelle Schläge das Personal außer Gefecht setzten.
    Bevor ihr Team ausschwärmte, hielt Jas noch einmal inne.
    “ Team Blue trifft sich nicht erneut. Ab jetzt ist jeder auf sich gestellt. Treffpunkt ist Ebene drei.“
    Jas lud ihre Waffe durch. “Wickelt alles schnell ab.“
    Ohne ein weiteres Wort lief Team Blue auseinander. Das Areal des Katzenblocks war dunkel. Wahrscheinlich hatte ein Schusswechsel den Stromkreislauf unterbrochen. Zwar sah sie genügend in der Dunkelheit, aber der Kegel der Taschenlampe unterstützte ihre Sinne, so dass sie schneller vorstoßen konnte.
    Die Labore auf dieser Ebene waren allesamt leer. Sie verstaute einige Medikamente in dem schwarzen Rucksack auf ihrem Rücken. Länger hielt sie sich nicht auf.
    Sobald sie vor dem Block angekommen war, zerstörte eine Salve aus ihrer MP die Steuerkonsole. Der ausgelöste Alarm tauchte auch diese Sektion in rotes Licht. Jas schloss die Kabel in der Konsole kurz, dann öffnete sich die Tür mit einem zögerlichen Knarren halb. Als sie die Tür ganz aufgedrückt hatte, wurde sie von mehreren Augenpaaren aus der Dunkelheit heraus beobachtete. Sie befanden sich hinter eine Wand aus Spiegelglas. Als ahnten sie mit einem siebten Sinn, was auf sie zukam, folgten sie Jas Gang. Sie warf den Mutanten einen argwöhnischen Blick zu und machte sich dabei an dem Mechanismus zum Öffnen des Geheges zu schaffen.
    Sie nahm die Duftmarken der anderen Mutanten wahr. Die Mischung war nicht zu vergleichen mit derer aus den Einsätzen, die sie bestritten hatten. Sobald Jas die Tür geöffnet hatte, trat sie einen Schritt zurück.
    Das Gewehr schussbereit haltend, wartete sie auf die Befreiten. Aber die ließen auf sich warten. Von draußen Drangen die Geräusche von mehreren Menschen in den Raum, die durch die Gänge hetzten. An dem harten Laufgeräuschen hörte sie, dass es Soldaten waren. Ihre Waffen in den Händen klapperten. Das Gewebe ihrer Uniformen machte ein unverwechselbares Geräusch, wenn es aufeinander rieb. Gerade rechtzeitig drehte Jas sich und feuerte in der Bewegung, in der sie gleichsam mit weicher Geschwindigkeit aus dem Gefahrenbereich sprang. Sie konnte die Mutanten nicht warnen, da sie sonst verraten hätte, wo sie sich aufhielt. Im Kegel ihrer zu Boden gefallenen Taschenlampe bewegten sich Militärstiefel. Die Männer, gegen die sie zu kämpfen hatten, trugen auf ihren Gewehren Taschenlampen deren kleinen Lichtkegel systematisch den Raum absuchten. Drei Soldaten waren in diesem Kontrollraum. Die Silhouette eines Vierten zeichnete sich im Türrahmen gegen das rote Alarmlicht ab. Jas legte ihre Waffe leise auf den Boden. Plötzlich donnerten Schüsse in dem Raum und ein befreiter Mutant der sich aus der Zelle hervorgewagt hatte, fiel von Kugeln zerfetzt zu Boden. Autlos streifte Jas ihren Rucksack ab. Dann schlich sie um die drei Soldaten, die in der Mitte des Raumes standen. Sie warf ein Steinchen in die entgegengesetzte Richtung. Die Männer antworteten mit einem Blitzgewitter aus Schüssen. In dem Bruchteil von Sekunden, sprang sie zu der Gruppe und im bizarren Aufflackern der unplatzierten Schüsse malten sich Einzelbilder ab, in denen der Specialsoldier die drei Soldaten eine nach dem anderen ausschaltete. Dann blieb es dunkel. Die Luft roch nach heißem Metall und verschmortem Plastik. Den Mann in der Tür hatten die eigenen Männer niedergeschossen. Jas hockte zwischen den Leichen der Männer. Ein dumpfer Schmerz drang durch bis zu ihrem Bewusstsein, obwohl das Schmerzempfinden der Spezialsoldaten heruntergesetzt war. In Höhe ihrer Hüfte bildete sich auf der rechten Seite ein feuchter Fleck. Es roch nach ihrem Blut. Eine Kugel hatte sie getroffen. Die Zähne zusammenbeißend knurrte sie beim aufstehen. Sie schleppte sich an die verspiegelte Front aus Panzerglas, die ihr am nächsten war. Die Scheibe hatte bizarre Risse bekommen, war aber an keiner Stelle gesplittert. In einer kleinen Tasche suchte sie mit zitternden Fingern nach einer Tablette, die den Schmerz betäubte und den Blutverlust ausglich, indem sie den Körper aufputschte. Die kleine Pille schluckte sie hastig, wobei sie kämpfen musste, sie durch ihre trockene Kehle zu bekommen. Sie waren darauf geschult ihren Körper mental auch in extremen Situationen zu kontrollieren. Jas suchte in der Wunde mit den Fingern nach der Kugel. Aber es war ein glatter Durchschuss. Also hatte sie die erste Hilfe abgeschlossen, sobald sie sich einen Druckverband angelegt hatte. Alles Nötige dafür befand sich in dem Rucksack. Der lag aber in der anderen Ecke des Raumes. Die Soldatin wollte sich auf die Beine kämpfen, sackte aber wieder zusammen. Sie hatte einen tödlichen Fehler begangen, den Rucksack abzulegen. Das hätte ihr nicht passieren dürfen.
    Ihre Lider wurden schwer. In der Dunkelheit des Kontrollraumes drehte sie den Kopf zu der geöffneten Zellentür. Sie sah die Umrisse einiger Gestalten, die sich vorsichtig bewegten. Sie roch wieder den scharfen Katzengeruch, der von den Mutanten ausging. Intensiver, als jener bei ihren Kameraden. Die Schärfe konnte aber auch ein Streich ihrer Sinne sein.
    “Hey…“, flüsterte sie Kräfte sparend. Sie würden sie hören, wenn ihr Gehör so fein und ausgeprägt war, wie ihr eigenes.
    Auch wenn sie nicht wusste, was sie erwarten würde und keine Möglichkeit mehr hatte, sich zu verteidigen, bestand ihre einzige Überlebenschance darin, die befreiten Mutanten auf sich aufmerksam zu machen.

    tbc: Ebene 1 --> Block: Katzen



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