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Re: Kiyan Maeve-Marga
Kiyan - 05.04.2006, 09:11Kiyan Maeve-Marga
(( Hoffe es ist ok, wenn ich meine Fantasie ein wenig ... schweifen lasse und die Worte fließen lasse ... Kommentare sind erwünscht ! ))
Schon bei der Bedeutung ihres Namens hatte Kiyans Mutter wohl ihr Schicksal bestimmt. Solche Gedanken schossen der jungen Kiyan wie so oft in den letzten Nächten durch den Kopf. Eine Priesterin, dessen Name soviel wie "berauschende Perle" bedeutete, konnte doch nur von einem dominanten, machtgierigem und natürlich egoistischer Hexenmeister als Sklavin genommen werden, da half auch der Priesterhafte, lichterne Name "Dana" oder das neue, mütterliche und fürsorgliche Verhalten zu der jüngsten Tochter Karya nichts. Ein Schnauben glitt über ihre Lippen, während sie sich in ihrem Bett zur Seite drehte, um die Schatten die das Mondlicht an die Decke warf nicht mehr betrachten zu müssen. "Vermessenes Weib ... sieht nicht ihr eigenes Glitzern in den Augen ... Sklavin ihrer eigenen Gelüste ... pah!" murmelte das Mädchen vor sich hin.
Diese Beschreibung würde wohl auch auf ihre älteste Schwester zutreffen, die allerdings nicht so unterwürfig war wie ihre Mutter, sondern offensichtlich ihren Vater genoss - in allen Bereichen. Ihre Mutter hätte so viel verhindern könnte, wenn sie es gewollt hätte. Schon allein der Name des Mannes, der sie verführte, war Warnung und Besiegelung: "Cyril", was übersetzt "Gebieter" bedeutete. Während ihre Mutter immer noch glaubte, Opfer dieses Mannes zu sein, der sie entführt und 4 Mädchen mit ihr gezeugt hatte, wusste Kiyan, dass dies nur ein Selbstbetrug war, wie auch die Heirat der beiden nur zur Tarnung gedient hatte, um die Machenschaften des Vaters zu verschleiern und nicht hingerichtet zu werden.
Kalirya, die Älteste, war das Abbild ihres Vaters, ignorierte man die blonden Haare die sie von ihrer Mutter geerbt hatte, was Machtgier gleichermaßen wie Egoismus und Lust betraf. Allerdings hatte sie unerwartet einen Dorn vor vielen Nächten ins Fleisch bekommen, so anschmiegsam und lustvoll sie auch war. Das Feuer, dass in Kiyan aufgrund ihrer Lebenslust brannte, faszinierte den Vater viel mehr, als die Lüsternheit ihrer Schwester. Und eines hatte Kiyan gelernt, wenn man Macht hatte, dann konnte man sich alles nehmen, was man wollte und alles tun, was man wollte. Ihr Vater war ein sehr guter Lehrer gewesen, denn er hatte ihre Mutter, ihre Schwester und auch sie genommen.
Viele Tage und Nächte gab es nun für Kiyan nur noch ein Ziel: Macht … Zusammen mit Schmerz und ihren Fähigkeiten der Konzentration, Kontrolle sowie Täuschung sollte dies auf immer ihr Leben bestimmen.
Re: Kiyan Maeve-Marga
Kiyan - 29.04.2006, 23:59
(( tja, Leute, da ich euch vielleicht schon ein wenig neugierig gemacht habe, hier das nächste Kapitel von Kiyans Vergangenheit ... :) Kommentare sind weiterhin erwünscht ^.^ schließlich kann sich ne Schriftstellerin nur mit Kritik verbessern ... wobei ich ja momentan Abi hab und ... wenn ich meine Fähigkeiten nicht voll nutzen kann, verzeiht es mir ... ))
Denk an mich
Der ausdruckslose Blick des jungen Mädchens glitt über die Straße, in der sich Menschen an Elf oder auch Zwerg und Gnom drängte um seinen Geschäften nachzugehen. Manchmal musste sie ihre Augen schließen, damit die Arroganz und die glänzende Rüstung so mancher Krieger sie nicht blendete. „Was für ein Haufen …“ murmelte sie vor sich hin, während ihre Füße über den Rand der Brücke baumelten und ihre Finger geschickt mit einem Dolch spielten. Für diese Leute hatte Kiyan nur ein verächtliches Lächeln übrig oder auch ein berauschendes, je nachdem, ob sie diesen ach so tollen vorwiegend männlichen Krieger gerade bestohlen hatte oder nicht. Heute hatte sie es allerdings noch nicht versucht, weshalb ihr ein spitzbübisches Grinsen über die Lippen huschte als einige Helden vertieft in eine Diskussion über bevorstehende Abenteuer und heftig gestikulierend hinter ihr über die Brücke schritten. „Die kommen genau richtig, bevor ich hier weiter den Fischen zusehe“ waren ihre Gedanken, während sie geschmeidig und leise von dem Brückengeländer glitt um den Helden nachzulaufen.
Ihre bisherige Erfahrung mit Tarnen und Schleichen war für ihre Verhältnisse schon sehr gut, doch im Vergleich zu der Erfahrung des Kriegers tölpelhaft. Deshalb wäre es auch nicht verwunderlich gewesen, wenn der Held sie gepackt und der Stadtwache übergeben hätte, aber auch Helden hatten Schattenseiten. Wendig folgte Kiyan den Helden bis in ein düsteres Lokal, versuchend ihnen und ihren Taschen mit leisen Schritten immer näher zu kommen. Doch wie sollte sie ihnen näher kommen, wenn sie auf einmal verschwunden waren und überhaupt keine Person in diesem Raum mehr ersichtlich war? Für einen Moment blinzelte sie und dieser Moment reichte aus, dass sie am Arm gepackt und herumgerissen wurde während ihre Ohren ein spöttisches, leicht amüsiertes Lachen der drei Männer vernahm. „Sieh an! Ein hübsches, junges Ding!“ meinte der erste, der Krieger, während sein Blick abschätzend über ihren Körper glitt. „Angehende Schurkin … oder hat man dich auf uns angesetzt?“ meinte der zweite, augenscheinlich der Rüstung nach ein Paladin, der aufgrund seines Kommentars schallend zu lachen begann, in das die anderen beiden mit einstimmten. Nur der dritte, der ruhigste war nun aus dem Schatten getreten, deshalb zweifelsohne ein Schurke, um sie ebenfalls mit einem Blick zu bedecken. Kiyans Lippen verzogen sich zu einem verächtlichen Grinsen und ihre Augen bekamen ein leicht manisches Funkeln, ehe sie rau antwortete: „Denkt ihr, ich kenne diesen Blick nicht?“ und sich über die Lippen leckte. Nun doch etwas verwundert hoben sich die Augenbrauen der Männer, ehe sie noch raunend in das Ohr ihres Halters hinzufügte: „Ihr wollt mich haben …“
Endgültig ein wenig von seiner Konzentration beraubt wurde sein Griff lockerer, was Kiyan dazu nutzte in seine reagierende Männlichkeit zu treten und ihn sich vor Schmerzen keuchend krümmen zu lassen. „Pech, dass du heute keine Rüstung trägst, Kleiner!“ kam es über ihre schmunzelnden Lippen, das ihr jedoch schnell schwand als ihre Füße nicht von der Stelle kamen und ihr die Luft abgewürgt wurde. Bis knapp vor die Türe war sie gekommen, da hatten sich die starken Finger des Schurken um ihren Hals gelegt und sie hochgehoben. Ein leises Keuchen, dass in ein Lachen überging war von Kiyan zu vernehmen, als sie am Boden vor dem Krieger landete. „Du findest es also witzig, Schmerzen zu bereiten …“ zischte er zwischen den zusammengepressten Lippen hervor während er sich mithilfe des Paladins ein wenig erhob „ … aber wir werden sehen, wie es dir gefällt, wenn wir dir Schmerzen bereiten, ehe du der Stadtwache übergeben wirst!“ Daraufhin erntete Kiyan aufgrund ihres spöttischen Lachens nur eine Ohrfeige, ehe sie den Krieger erregend anfunkelte und sich schnurrend das Blut von ihrer Lippe leckte. Die Verwunderung der Männer war zwar groß, dennoch bekam das Mädchen nur ein tiefes Grollen aus der Kehle des Kriegers zu hören, dass sich mit dem Reißen ihres Hemdes vermischte. Wehren konnte sich Kiyan nicht, als ihre Brust schmerzhaft zusammen gepresst wurde und sich die Zähne des Mannes in die Spitze bohrten, denn der Schurke hielt ungerührt ihre Handgelenke brutal fest während der Paladin seinen Blick abwandte, als würde er nichts erkennen. Kein krümmen und aufbäumen half, ihr Keuchen und ihre Laute verhallten ungehört und selbst dass auf ihn gespuckte Blut schien den Mann nur noch aktiver zu machen, bis er plötzlich inne hielt und von ihr abließ. Knurrend packte er den Schurken am Kragen und zog ihn mit als er aus dem Lokal stapfte, davon murmelnd dass das noch ein Nachspiel hätte.
Schnaubend und leicht stöhnend, weil ihr Körper schmerzte, richtete sich Kiyan auf bevor ein leises Lachen ihren Lippen entglitt. Ja, sie war gerade dem entkommen, was sie heute Abend ohnehin wieder erwarten würde. „Wie passend …“ flüsterte sie als sie einen zierlichen jungen Mann entdeckte, der vor ihr stand. „Magst wohl auch ein Stück vom Kuchen abhaben, richtig?“ spöttelte sie und ließ ihn ihre Zähne bei einem höhnischen Grinsen erkennen als sie ihr Hemd ironisch anbietend wieder öffnete. Stumm kniete sich der Mann vor sie, klemmte sich seinen Stab zwischen Unterarm und Oberarm am Ellbogen ein und hielt mit einer Hand den Stoff zusammen, während die andere begann ihn zu nähen. Kiyan seufzte entnervt, um sich nicht anmerken zu lassen wie verwundert sie im ersten Moment gewesen war und schnaubte: „Ach ich soll wohl nicht halbnackt zur Stadtwache, verstehe“ Doch auch auf das reagierte der junge Mann nur mit einem angedeutetem Lächeln, ehe sein Werk beendet war und er sich zum Gehen wandte. Das schallende Lachen von Kiyan holte ihn jedoch ein und er hielt für einen Augenblick inne, um ihren neckischen Worten zu lauschen: „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich hier verharre und auf sie warte, oder?“
Als der Mann wortlos den Kopf schüttelte packte ihn Kiyan am Arm und riss ihn herum, um ihn scharf anzusehen, zu mustern. In ihren Augen spiegelten sich Verachten gleichermaßen wie Misstrauen und Neugierde. „Soll das heißen, du wartest darauf, dass ich mich bei dir erkenntlich zeige, wenn du mich eines Tages brauchen kannst?“ knurrte sie ihn an, doch auch darauf neigte sich der Kopf des jungen Mannes nur ein wenig mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. Als sich seine Lippen öffneten, um seine doch helle, aber rau-männliche Stimme zu erheben, zuckte Kiyan zurück und starrte ihn an: „Nein, denn ich bezweifle, dass wir uns je wieder sehen“ Endgültig von Argwohn geschüttelt, fauchte sie ihn an: „So? Na dann kannst du mir ja ruhig deinen Namen verraten, oh großer Retter!“, worauf er mit einem amüsierten, leisen Lachen antwortete. Knurrend verschränkte Kiyan ihre Arme vor der Brust und ließ ihre Augen scharf beobachtend auf ihm ruhen, folgte ihn mit vorsichtigen Schritten, als er zu einem Stuhl nahe des ausgegangenen Feuers trat und sich niederließ. „Ramon“ flüsterte er, während seine Hand rot zu glühen begann und er einen Feuerball auf das Holz schoss, und somit das Glimmen wieder zum Feuer entfachte. „Ramon, der Magier“ lachte Kiyan und lehnte sich lässig neben die Feuerstelle „So, so, wie amüsant!“ „Ist es das?“ erwiderte er sanft und hob seinen Blick um ihr in die Augen zu sehen, worauf Kiyan den Blick erwiderte und verschärfte bevor sie mit den Schultern zuckte. „Zufällig weiß ich, dass Ramon soviel wie kluger Schutz bedeutet“ grinste sie ihn an, wischte sich dabei das Blut von den Lippen und spuckte ein wenig davon ins Feuer „aber ob es klug war, mich zu beschützen, finde ich das amüsante daran“
An diesem Abend führte Kiyan zum ersten Mal eine richtige Unterhaltung mit einem anderen Menschen, der auch ein Mann war, wobei sie sich nicht erinnern konnte sich jemals richtig mit irgendeinem Wesen außer Tieren unterhalten zu haben, abgesehen von diesem jungen Magier namens Ramon, den sie nach diesem Abend noch öfter in diesem Lokal traf, um seinen Worten, seinen Geschichten über seine Abenteuer und seine Magie zu lauschen. Die Veränderung, die sie dabei durchlief, bemerkte auch ihre Umwelt und vor allem ihr Vater, der ihr eines Tages unauffällig folgte. Die Kiyan, die er dort sah, lachend, scherzend und scheinbar glücklich machte ihn rasend und ein Gefühl von rasender Eifersucht und Tobsucht erfassten ihn. Sie war sein, würde immer ihm gehören und niemals einem anderen. „Du wirst sehen, Jungchen, was du davon hast, mir in die Quere zu kommen“ murmelte er beschwörend, teuflisch grinsend und mit einem blutdürstigen Funkeln in den Augen. Und bald sollte der Tag kommen, wo der Plan ausgereift war und Kiyan begreifen würde, was wahre Macht bedeutete.
Re: Kiyan Maeve-Marga
Kiyan - 30.04.2006, 17:09
So ... bevor ich mit den nächsten Kapiteln weiter komme, dachte ich, wäre es mal ganz nett, ein Familienbild hier her zu stellen ...
Nur den Vater und die jüngste Schwester sind nicht dabei, weil die 2 andre Leute als ich spielen *hihi* Na gut, Dana hab ich einfach mal kurz erstellt und wieder gelöscht, aber Kiyan, Kalirya und Kierya sind meine Chars ...
Re: Kiyan Maeve-Marga
Kiyan - 30.04.2006, 18:43
(( Juhuuu ^.^ wir nähern uns dem Ende ... na gut fast ... ich schätze nach diesem schaff ich den Rest in einem kapitel, bevor das wirkliche Ende und Endkapitel folgt ... in diesem Kapitel wird auch deutlich, wieso Kiyan nicht an das Licht glaubt und an das vermeintliche Gute ... sondern das Macht alles bedeutet ... ob ihr auch so manche Flüche erkennt? *hihi* ))
Sonnenuntergang – Licht und Schatten werden eins
Die Sonne ließ lange Schatten an der Wand tanzen, als Kiyan die Geräusche aus dem Nebenzimmer hörte, die ihr verrieten, dass ihr Vater beschäftigt war und wohl alle Hände voll zu tun hatte und sie nicht bemerken würde, wenn sie aus dem Haus schlich. Womit Kiyan allerdings nicht gerechnet hatte, was die Übelkeit die sie plötzlich überkam und sie zu einem Fenster stürmen musste um ihr letztes Essen zu begrüßen. Tief durchatmend lehnte sie sich hinaus und versuchte ihre Gefühle zu kontrollieren, denn das konnte nur eines bedeuten: sie wurde Mutter ihres eigenen Geschwisterchens. Allein der Gedanke rief einen erneuten Brechreiz hervor, dem sie nicht nachgeben konnte. Keuchend rutschte sie dann die Wand hinab und ließ sich sinken, riss ein Stück ihres Hemdes ab und wischte sich damit über ihre Lippen, die ein beinah wahnsinniges Lächeln zeigten ehe sie leise ein ebensolches Lachen hören ließen. „Du bekommst ein Kind“ vernahm sie nun eine sanfte Stimme, direkt neben sich, dessen dazugehörigem Gesicht sie nur teilnahmslos entgegen sah. „Kierya, freu dich, du wirst Tante … oder Schwester … oder wie nennt man so etwas?“ lachte Kiyan wieder leise verächtlich, stützte ihre Ellbogen auf ihre Knie und verbarg ihr lachendes Gesicht in ihren Händen, um ihre Tränen zu verbergen.
„Das wäre ich längst, hätte Kalirya ihre Kinder bekommen“ hauchte diese an ihr Ohr und legte eine Hand auf Kiyans Kopf, um scheinbar zufällig durch ihr pechschwarzes Haar zu streichen. „Was!?“ entfuhr es Kiyan und sie sprang hoch, die Hand ihrer älteren Schwester dabei gegen die Wand schlagend, was diese mit einem warmem Lächeln beantwortete, während sie ihre Hand rieb. „Kalirya hat die Vorzüge meiner Fähigkeiten entdeckt, Kleines.“ antwortete Kierya ruhig, doch Kiyan fauchte sie an: „Welcher Fähgikeiten!?“ Seufzend strich sich die angehende Hexenmeisterin durch ihr feuerrotes Haar und warf es danach in ihren Nacken, ehe sie Kiyan zuzwinkerte. „Die Fähigkeit, Seelen in Splitter zu bannen und ihre Kraft dann zu nutzen“ Die junge Schurkin begriff noch nicht, was dies zu bedeuten hatte, dennoch musste sie wieder auflachen – es gab eine Lösung, wenn sie es denn wollte. „Pah … jetzt weiß ich wenigstens, weshalb dieses Flittchen immer stärker wird“ schnaubte Kiyan herablassend und grinste Kierya an. „Ganz so einfach ist es nicht, da sie keinen direkten Kontakt zu meiner Macht hat. Sie kann die Kraft der Splitter nicht allein durch deren Nähe nutzen“ „Was soll denn das schon wieder heißen“ erwiderte die Jüngere entnervt. „Das soll heißen, dass sie die Splitter in sich aufnehmen muss, um ihre Kraft zu nutzen – in ihrem Körper“ Jetzt hob das junge Mädchen endgültig eine Braue und schüttelte den Kopf. Das musste sie nicht verstehen und im Moment wollte sie das auch nicht, denn jetzt wollte sie zu Ramon, weshalb sie der Älteren noch einmal zuwinkte und schließlich im Schatten verschwand. „Du wirst es bald begreifen müssen“ flüsterte die große Schwester in die Nacht, schloss für einen Moment die Augen bevor auch sie sich in ihr Zimmer für ihre Studien zurückzog. Sie ahnte bereits, was auf sie zukommen würde und wusste, dass ihr Vater es bald bereuen würde, ihr gegenüber so großzügig mit Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Person aber bemerkenswert gegenüber seinem Unterricht mit ihr gewesen zu sein.
Zuerst verlief der Abend ruhig, wieder unterhielt sich Kiyan scherzend mit Ramon doch früher oder später viel beiden auf, dass etwas in der Luft lag. Ramon führte seinen Zeigefinger an ihre Lippen, bedeutete ihr somit ruhig zu bleiben. Erklären konnte sich Kiyan nicht, was ihn dazu veranlasste und auch nicht ihre Unruhe, denn außer ihnen waren nur Mitglieder der Stadtwache bzw. einige Krieger des Lichts anwesend, alles Menschen, die ohnehin für ihren Schutz da sein sollten. Doch als Ramon seinen Umhang abwarf, seinen Stab in die Luft warf und mit einer gekonnten Bewegung fing und mit diesem einen Schurken K.O. schlug, der hinter ihm versteckt gewesen war wurde Kiyan stutzig. Niemand im Raum unternahm auch nur das Geringste, zuckte mit der Wimper oder schien irgendwie seiner Pflicht nachgehen zu wollen. „Kiyan, du solltest gehen“ warnte Ramon sanft, aber eindringlich, doch ihm wurde das Wort durch lautes Applaudieren abgeschnitten. „Das wird sie nicht, aber ich gratuliere dir, Ramon Adellard, deine Fähigkeiten sind wirklich … amüsant!“ Das blutrünstige Funkeln und das dazu passende dämonische Lachen ließen Kiyan das Blut in den Adern gefrieren. Als dann auch noch eine Hand über die Brust ihres Vaters strich, ehe Kalirya schnurrend hinter ihm hervor trat kroch ein kalter Schauer über ihren Rücken. „Ramon ...“ „Shhh, keine Angst. Ich lasse nicht zu, dass du wieder zu ihnen zurück musst“ erwiderte er mit einem liebevollen Lächeln und da begriff sie, dass er alles wusste, genau wie alle in dieser Stadt. „Aber“ sprach sie einen leisen Protest, doch er unterbrach sie zärtlich: „Er hat dich geschunden, wollte dass Dein Wille bricht, schlug mit Worten tiefe Wunden, hat zur Liebe dich gezwungen, hörte deinen Einspruch nicht und erkannte dabei das Ende nicht.“ Ramon stand vor ihr, beschützend, würde etwas dagegen unternehmen, dagegen ankämpfen, jetzt wo er sich sicher war, dass Kiyan bereit war, ihn dabei zu unterstützen.
„Rührend, wirklich rührend. Ich bin wirklich gespannt darauf, wie du es schaffen wirst, gegen mich und Kalirya anzukommen.“ lachte er amüsiert, ehe sich sein Blick verdunkelte und er seiner Geliebten den Befehl zum Angriff gab. „Kiyan wird dir nämlich nicht helfen können!“ raunte Kalirya, ehe ihr Stab gegen Ramons prallte. Zu sehr auf Ramon konzentriert hatte Kiyan nicht bemerkt, dass der erste Angriff nicht von Kalirya ausging, sondern von ihrem Vater selbst. Auch Ramon bemerkte es erst, als Kiyans Knie nachgaben und sie schwach zu Boden sank und ihr Vater höhnisch lachte. So viel Kraft wie seine Muskeln hergaben schleuderte er Kalirya auf die Männer an der Bar, ehe er sich darauf konzentrierte ein Schutzschild um sich zu wirken – gerade rechtzeitig um selbst dem Fluch der Schwäche zu entgehen, den der Vater zuvor auf Kiyan gewirkt hatte. „Du bist stark Kiyan, halt durch.“ hauchte Ramon ihr zu, drehte sich um und fing gerade noch den Feuerball auf, den die ältere Schwester auf ihn geschleudert hatte. Innerlich wusste Ramon da bereits, dass er für Kiyan sterben würde, doch vielleicht würde sein größter Wunsch in Erfüllung gehen: Er wünschte sich nicht sehnlicher, als Kiyan genug Kraft zu geben, damit sie sich aus den Fesseln befreien konnten, die sie hielten und somit Freiheit erlangte – selbst wenn er dafür sterben musste. So sehr sich Kiyan auch bemühte, ihre Beine wollten sie nicht mehr tragen und es schien ihr, als würde ihr die Luft aus den Lungen gepresst während ihre Augen vor Schrecken geweitet zusehen mussten, wie Ramon durch den Raum gejagt wurde von Feuerbällen, Eis, dass versuchte ihn zu durchbohren oder am Boden festzufrieren und Flüchen, die ihn marterten und sich die Anwesenden hinter ihren Vater zurückzogen und das Schauspiel vermeintlich teilnahmslos und stumm beobachteten.
Kiyan sah genau, das ihre ältere Schwester und ihr Vaters ich mit Ramon nur amüsierten, wie ein Löwe seine ohnehin Tod geweihte Beute noch im Spiel jagte. Der Schutz von Ramon und dessen Kraft wurde mit jedem Angriff der beiden schwächer, doch die Kraft in seinen Augen ließ nicht nach genauso wie die ermutigenden, zärtlichen Blicke die er Kiyan immer und immer wieder zuwarf. Irgendwann schien es ihrem Vater dann doch zu reichen und sie wurde von einer Magie geschüttelt, der sie sich von Schmerz krümmen ließ und sich ihr Mageninhalt durch ihren Mund vor ihr entleerte. Ihr Vater begann nun sich scheinbar wirklich ernsthaft zu konzentrieren, hatte die Augen geschlossen und die Hände beschwörend gehoben. In einer für sie und Ramon fremden Sprache murmelte er Worte und von einem Augenblick auf den nächsten brach ein tosender Feuersturm wie ein Höllenfeuer um Ramon aus, sodass er seine Hände schützend vor seinem Gesicht verschränken musste. Das Geschrei aus dem tiefsten seiner Kehle ließ Ramon zitternd vor Schmerz und Furcht zusammen sinken und als ihr Vater auch noch die Hände beschwörend in seine Richtung hielt brach er endgültig zusammen.
Das Feuer um ihn herum verblasste und Kiyan wurde von dem Anblick, der sich ihr bot bis ins Mark erschüttert. Ramon, mit teilweiser verbrannter Kleidung, seine Haare klebten vor Schweiß auf seiner Stirn und sein Blick gepeinigt von Schmerz galt nur ihr, sein Lächeln voller Zärtlichkeit und Zuversicht. Als sie aufsprang um sich ihm zu nähern, spürte sie die erneute Einwirkung von Schatten auf sie und sie spürte, wie sie jegliche Kontrolle über ihren Körper verlor und reglos neben Ramon zu Boden sank, unfähig irgendetwas zu tun außer zu atmen, das bösartige Lachen ihres Vaters und ihrer Schwester im Ohr.
Doch was danach kam, würde Kiyan niemals vergessen: „Schnappt ihn und verbrennt ihn. Er ist ein Ketzer“ sprach Cyril zu den Stadtwachen und Anwesenden des Lichts, und diese gehorchten ihm. Ihre stummen Schreie verhallten ungehört und die, die sie beschützen sollten, beschützten sich selbst vor der Macht ihres Vaters und verbrannten den einzigen Menschen vor ihren Augen, der je zu ihr gestanden hatte.
Re: Kiyan Maeve-Marga
Anonymous - 22.06.2006, 12:42
Also das einzige was ich kritisieren würde ist dieser Zitat aus einem Text von Schandmaul - das ist aber geschmackssache denn ich mag Schandmaul nicht besonders - andere werden es mögen.
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