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Alle Beiträge und Antworten zu "Mountain of Secrets"
Re: Mountain of Secrets
Scarlett - 25.09.2008, 17:03Mountain of Secrets
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Dieser Berg ist, wie sein Name schon sagt, sehr geheimnisvoll. Manche meinen, hier leben die Geister der verstorbenen. Einige behaupten hier Stimmen gehört zu haben. Doch ist all dies wahr? Überzeug dich selbst.
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 05.10.2008, 01:35
Das, was einigen hier in der Vergangenheit wie die Stimmen Verstorbener erschienen ist – und was sicher auch eine Empfindung ist, die in der Zukunft noch einige Pferde ereilen wird – hat Shagrath längst als das Heulen des Windes in den Spalten und klaffenden Schluchten des Berges abgetan.
Schon seit geraumer Zeit sucht er sich seinen Weg auf diesem entlang und weder die Dunkelheit der Nacht, die nur spärlich von einigen blinkenden Sternen erhellt ist, noch die die heftigen Atemzüge seiner selbst, die seinen Lungen immer wieder einen Schwall neuer Luft zuführen, hält ihn auf.
Was ihn hinter dem Berg erwartet weiß er nicht, und doch setzt er seinen Weg wie elektrisiert von Erwartungen und Atmosphäre fort, zumal die dünner werdende Luft die Ahnung aufkommen lässt, den Gipfel beinahe erreicht zu haben. Kleine Steine knirschen unter den harten, dunklen Hufen des Hengstes, der sich geschickt seinen Weg durch das ihm unbekannte Terrain sucht.
Der Wind, der ihm dabei klangvolle Unterhaltung liefert, zerrt bisweilen neckisch an der dunklen Mähne und dem gleichfarbig schwarzen Schweif, und er ist nicht unglücklich, dass er von hinten kommt, so dass er wenigstens davon bei seinem Weg aufwärts nicht noch zusätzlich behindert wird.
Trotzdem ist er froh, als der Gipfel endlich erreicht ist und er sich dem Abstieg gegenüber sieht. Keinem, den er sofort auf sich nimmt, so dass er stattdessen erst mal stehen bleibt und den Kopf hebt, um das Gefühl zu genießen, wie der kühle Nachtwind um den erhitzten Körper spielt und ihm eine Art der Erfrischung beschert, wie es allenfalls Wasser noch besser könnte.
Re: Mountain of Secrets
Lamia - 05.10.2008, 01:53
Die Luft sang an jenem fernen Abend ein seltsames Lied, ein solches, das in den Ohren widerhallte, in den Körper eindrang und ihn von innen hinaus einnahm. Es stimmte Lamia etwas freundlicher, etwas sinnlicher auf das gleichmäßige Schlagen des eigenen Schweifhaares konzentriert und auch etwas sicherer, was ihren Weg betraf, nicht etwa dessen kurz bevorstehendes Ende, welches sie nicht erwarten konnte, nicht wollte, nicht versuchte zu sehen, sondern einfach nur die Eindirnglichkeit jedes Steines ihrem Blickfeld entgegen schlug, aufmerksam zu sein.
So heuchtelte die Welt ihr die sonnengebrannte, nachtgekühlte Ruhe vor, indem sie eine Umgebung aus Stein und Fels errichtete, die silbrig golden glänzende ( ja glänzende! xD) Stute in sich aufnahm, umschloss und keinem Blick mehr frei gab.
Es war ein schmales Stückchen, welches sie entlang ging, bergauf die Richtung, irgendwo, gegen Süden, ihre Orientierung ihr verriet, doch sicher konnte sich der kühle Geist in solch einer Nacht nicht mehr sein, gewiss nicht.
Der Wind trieb ihr schneidend ins Gesicht, die feinen Züge ihrer trockenen Mimik entlang fahrend, ebenso ausgedürstet wie die Kehle in ihrem Hals, mündend in einen leeren, hungernden Magen, nicht von solch einem Gefühl getrieben, sondern eher nur von etwas Nebensöchlichem angespornt, den beschwerlichen Anstieg zu wagen.
Es war eine innerliche Unzufriedenheit, die sie empfand, die sich missfallend an ihren Herzschlag heftete, den Rythmus beschleunigte.
Mit jedem Schritt, jeder Muskelaktivität und Ansträngung ein neuer Impuls gesetzt, ein wehmütiger, so spürte es sich an, der ihr die kühle Durchsichtigkeit in die Lunge trieb, tief hinein, den Körper zu reinigen bedacht, wieder hinauseifernd, fühlbar die Wärme entreisend, die der hitzige Körper produzierte, im kläglichen versuch dem herbstlichen Nachtwind zu trotzen.
Eine Unwissenheit der Reise ins Gesicht gemeiselt, kam sie schließlich stöhnend udn keuchend am Gipfel des steinernen Gebildes an, froh, die Strapaze hinter sich zu wissen, mühsam enttäuscht, einen weiteren Weg beschreiten zu müssen, um endlich dorthin zu gelangen - irgendwohin.
Eine stramme Gestalt ihren Seitenblick erfüllend, wendete sie zaghaft das kleine, etwas gedrungenere Haupt, den offenen, neugierigen Blick, noch beinahe leer vor Ansträngung geknächtet, und sah ihn die wissenden Augen eines Hengstes.
ihr unbekannt und fremd, aber glaubte sie doch zu erkennen, etwas unter seinem Huf blitzen zu sehen. Ein grünes Ärmchen, schmal und zierlich, empor ragend, in ein neues Leben auf unerbitterlichem Untergrund - eine Pflanze.
Leben, könnte man sagen, würde man auch, wenn man - Lamias Blicken folgend - nicht zu sehr mit der Statur des Wesens beschäftigt gewesen wäre.
Sanft schnaubte sie ihre Frage der Ankunft des männlichen Artgenossens heraus, den Blick starr gehalgten, naiv wie sie war, kaum beweglich.
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 05.10.2008, 02:16
Wie den meisten Pferden so ist auch Shagrath ein sensibel ausgeprägter, feiner Geruchssinn zueigen – doch der Wind kommt aus der falschen Richtung, als dass er Lamia frühzeitig bemerken würde. Nicht ohne eine gewisse Neugier sucht er mit seinem Blick die Dunkelheit zu durchdringen und zu erkennen, was für ein Land sich ihm am Fuße des Berges eröffnen wird, und ein tiefer Atemzug wird mit einem vernehmlichen Seufzen entlassen, als er erkennt, dass er bis Tagesanbruch würde warten müssen, oder den Abstieg eben doch noch jetzt wagen.
Eine Entscheidung ist nicht gefällt, als er das rechte Bein vornimmt und den Kopf senkt, um kurz an einer juckenden Stelle zu knabbern – und damit wird dem Gewächs, das unter seinem Huf zu sprießen begonnen hat, mehr Raum geboten, um sich zu entfalten.
Die Geschwindigkeit mit der es das tut, ist unnatürlich und geradezu unwirklich – vielleicht das, was man auf dem Hügel dieses Berges erwarten würde, doch Shagrath erfüllt es nicht mit Erstaunen. Stattdessen spitzt er nur die Ohren und begutachtet die kleine Blume aufmerksam, die nebst einigen Blättern auch eine Knospe entwickelt, um sich dann doch zu verhalten, wie man es erwarten würde: Sie öffnet ihre Blüte nicht. Stattdessen trotz sie Wind und Dunkelheit und hält ihre grazile Schönheit verborgen, um sie erst bei Tage zu präsentieren… und vielleicht dann gesehen zu werden.
Shagrath schnaubt leise und wirbelt ob der Nähe seiner Nüstern zum Boden damit etwas Staub auf, bevor er den Kopf wieder hebt und sein Blick direkt auf die mittlerweile sichtbare Lamia fällt.
Ein Anblick, der weder Freude noch Abneigung erzeugt – und genau diese Unschlüssigkeit zeigt das kurze Spiel seiner Ohren. Eines wird nach hinten gedreht, lauscht weiter dem heulenden Wind und sondiert auch andere Geräusche, während das andere gespitzt ist und bereit, aufzufangen, was die Stute vielleicht von sich gibt.
Dass er hier überhaupt auf ein anderes Pferd trifft, überrascht ihn und das sicher auch, da es bereits einige Wochen her ist, dass er auf einen Artgenossen getroffen ist. Doch die Überraschung weicht einer leisen Freude, und wo das <Endlich> noch ein eigener Gedanke ist, ist das leise: „Schön, mal wieder auf jemanden zu treffen“, für Lamia zu vernehmen.
Re: Mountain of Secrets
Lamia - 05.10.2008, 02:33
Dass sich so schnell ein Wortlaut hindurchringt zu den fein wandelnden Ohren der Fuchsstutem, wundert sie etwas, nur kurz, aber doch. So auch ihr Ausdruck entblößt ein aufgeregtes Lied, welches zuckt, oft und schnell, der Pupille doch keine Information zu entwenden, sich das schmeichelnde Gesicht zu einer neugierigen Aufhellung wendet.
So ernimmt sie des Hengstes Stimme, wie sie sich in die Haut der Stute pflanzt, dort gedeiht, so schnell und flink und hartnäckig, beinahe wie ein häufchen Unkraut, eine Krankheit, etwas Schlechtes, und dennoch besessen von solch Schönheit, unvorstellbar.
So wagt sich das kleinwüchsig Tier heran, näher, an die Bewegung des Neuen, sein Atmen, sein Spiel mit der Gestik, heran, in seine Wärme eindringend.
Schnaubt die Stute ein beschwicht'gend Wort, es klang beinahe wie eine ferne Entschuldigung für ihr Auftreten, ihr Stören.
So steht sie nun vor Ihm, beinahe schon, könnte man vermuten, noch ein wenig Platz zwischen den beiden hitzigen Leibern, zwischen den zwei pumpenden Körpern. Und schon entsteht eine Kommunikation, eine von diesen, die man glaubt zu empfinden, wenn man einsamen Weges geht, den Wind in den Flanken kitzeln spürt, zu glauben vermag, er wolle einem eine Botschaft darbieten, einem etwas beichten, aber dann wieder nur einsame Leere fühlen, sagt man sich beschwichtigend- "Ich habe mit der Luft gesprochen."
Würde Lamia nicht selbst ab und zu von solchen Moment völlig eingenommen sein, könnte sie jetzt mit einem Lächeln ihre Gedanken abtun, sie ein späteres Mal vielleicht wieder aufnehmen, aber stattdessen beschäftigt sie nun dieses Thema, auch, wenn sie es nun bei Seite schieben 'muss'.
"Gleichfalls, kann man da nur antworten.", ein flüchtiger Freudenschein auf den zarten Lippen, welche sich noch zögerlich zu einem schmalen Strich vereinen, zusammengepresst.
"Welcher Grund mag wohl einen Hengst eurer Statur hierher verschlagen. Nicht, dass ich etwas an Eurem Aussehen abschätzen würde, was Ihr mir nicht noch zeigen mögt.", sie sieht nur die wohlenden Augen des Gegenübers, in Gedanken versunken ein starrer Anblick.
Doch dann wirft sie all dies hinaus, aus dem Fenster hinfort und schüttelt sanft ihre Haupt, die langen, glatten Goldsträhnen den Hals hinab flatternd.
Die Pupillen ein Ziel in der undurchdringlichen Dunkelheit fixierend, wieder dem Hengstbild zugewandt.
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 05.10.2008, 02:52
Auch wenn das letzte Zusammentreffen mit einem Artgenossen für den Hengst recht lang zurück liegt – es ist doch nicht so lange her, als dass er nun völlig verunsichert wäre. Dementsprechend bleibt er stehen, als Lamia ihren müden Beinen noch ein paar Schritte zu ihm hinauf abverlangt, um sich das flache Bergplateau mit ihm zu teilen. Auch dagegen hat er nichts einzuwenden und an das Heulen und Pfeifen des Windes hat er sich längst gewöhnt, so dass nun beide Ohren freundlich und aufmerksam gespitzt der Stute zugewandt sind, während nichts an seiner Haltung auch verborgene Aggressionen hindeutet – oder auch nur einen unsteten Charakter, der seine scheinbare Freundlichkeit vielleicht noch umschlagen lassen könnte.
Im Gegenzug scheint er auch von der schmalen Fuchsstute nichts Böses zu erwarten, so dass er ihr zwar nicht entgegen geht, doch den von ihr gewahrten Abstand schließlich damit überbrückt, dass er den Kopf vorreckt und seine Nüstern an das weiche, schimmernde Fell und den darunter liegenden, warmen Körper drückt, auf Höhe ihrer Schulter. Und so gibt es eine Stelle an ihrem Körper, an dem für einen Moment der kühle Wind nicht mehr entlang streift und stattdessen der neugierige Sog der Atmung eines Artgenossen zu verspüren ist, gleichermaßen wie das warme Ausatmen, um noch einmal ihre Witterung tief einsaugen zu können.
Sein: „Hm“, ist nicht mehr als ein nachdenklicher, nichts sagender Laut, doch ihre Anwesenheit erfüllt ihn mit Zufriedenheit – während die seine eine solche bei der Umgebung auszulösen scheint, denn während dieser kurzen Phase des flüchtigen Kennenlernens durchbrechen zwei weitere Pflanzen den von der Sonne ausgedörrten Boden. Fraglich, woher sie hier Nährstoffe und Feuchtigkeit beziehen, doch nicht sehr viel später stehen sie mit ausgebildeten Blütenknospen da und sind bereit, den neuen Tag zu begrüßen.
„Es ist nicht mehr als ein Gefühl gewesen, das mich in diese Richtung und an diesen Ort gezogen hat“, gibt er zur Antwort. „Und ich möchte wetten, es ist auch nicht mehr gewesen, was dich dazu bewogen hat, heute Nacht hier herauf zu kommen.“
Er setzt sich selbst in Bewegung und geht halb um die kleiner gewachsene Stute herum, um doch nur wieder neben ihr zum Stehen zu kommen, mit der Ausnahme, dass er nun in die gleiche Richtung sehen kann, wie sie. In die, aus der er kam. Und einen Moment lang tut er das auch. Dann allerdings wendet er sich wieder seiner unverhofften Gesellschaft zu.
Re: Mountain of Secrets
Lamia - 05.10.2008, 03:12
Seine Bewegungen fließen an ihr vorbei, als hätte die Nacht selbst ihn dazu angestiftet, sie zu tun, auszuführen, was sie will, und in Gegenleistung stehen mochte wohl die Geborgenheit, welche die Finsternis ihm gab.
Es ist wohl nur das einsame Gefühl ihres unregelmäßigen Herzrythmuses, welcher ihre Augen in dermaßen starker Genauigkeit seinen Linien folgen lässt, den flüchtigen Schritten, die sie als solche wahrnimmt, die Nacht mit den wachen Blicken durchbrechend, sich ständig auf die warme Stelle ihrer Brust konzentrierend. Ihre Nüstern beben, als er ihren Geruch einzuziehen vermag, in den ihrigen Sinneszellen sich eine Sinnflut Hormone freizusetzen wagte, den ganzen Leib durchflutend, jedes Äderchen mit der neuen Information preisend, auf dass sie ebenfalls die Nase reckt, ein gieriger Zug ihres Atems seine Identität verrät.
Ihr Gehirn mochte die Nachricht der Geruchszellen speichern, schnell und effizient in den sanften Denkwölbungen. Und aus der nahen vergangenheit zurückgekehrt, erkennt sie wieder den Hengst neben sich. Seinen aufragenden, braunen Körper, sehr nahe spürend, denkt sie sich in einem flüchtigen Augenblick, doch dann sieht sie in klare Augen seiner slebst und ist vorerst ruhig und wohlig gelassen in der Seele.
"Möchten Sie die Warheit sprechen, so hatte ich wirklich nur eine kleine Ahnung meines Weges, nämlich die, dass ich irgendwann ankommen würde. Vorerst zumindest. Und wahrlich, ich scheine an einen neuen Punkt gelangt.", der Ton ihrer Stimme wogte beruhigend, den höhnenden Wind überwirkend, verdrängend aus den Gedanken, welche sich um die Geräusche kreisend mit der Welt herum beschäftigen.
Die zarten Blumengewächse zu den Hufen, erkennbar, so deutlich im Silberschein, und dennoch eine Unwahrscheinliche Art innewohnend, wartend, bis man sie entdecken sollte, im nächsten Morgengrauen.
"Und welch Name darf in meine Erinnerungen eingehen, als der Ihrige?", sie traut sich nicht, die zaghafte Duze anzunehmen, die er ihr entgegen gebracht hat. Noch nicht.
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 05.10.2008, 04:41
Dass kurze Ohrenspiel des Hengstes ist ein Ausdruck von beinahe allgegenwärtig gepflegter Aufmerksamkeit und nicht etwa Nervosität, und doch schafft Lamia es mit ihrer erneuten Äußerung, sich Shagrath’ ungeteilte Aufmerksamkeit wieder zu sichern. Zeugend davon die beiden zu ihr gewandten Ohren und auch der Blick des Hengstes ruht auf ihr – um dann das Ohrenspiel wieder aufzunehmen.
Ein Schnappen ist dann das Geräusch, das sich kurz über den pfeifenden Wind hinweg setzt, doch es gilt ihm selbst, nicht ihr, und so trifft sein Maul mit eingerolltem Hals die eigene Brust. Auch dort juckt es und die Linderung währt nur kurz, was ein leises Knirschen zur Folge hat, von dem nicht mit Sicherheit zu sagen ist, ob seine Zähne es erzeugen, oder kleine Steine, die unglücklich unter einem der acht anwesenden Hufe liegen.
Der Wind stiehlt die Geräusche direkt von ihrer Quelle und zerreißt sie, so dass sie zwar zu vernehmen, aber nicht zuzuordnen sind. Und lautlos geht das Wachsen von einigen Flächen dunklen Mooses vonstatten, das den kargen Boden stellenweise unter sich begräbt und aus dem vielleicht sogar bald zartes Gras werden wird.
Der Hengst hebt den Kopf ein weiteres Mal und hält die weit geöffneten Nüstern direkt in den Wind, um kurz darauf wieder zu Lamia zu sehen und Neugier und Versuchung zu erliegen, erneut an dem warmen Körper der Fuchsstute zu schnuppern.
„Was immer dich hier herauf getrieben hat, mir ist es recht“, bemerkt er und auch in diesen Worten liegt keine Drohung. „Mir hat man den Namen Shagrath gegeben, und dir ?“
Seine Nase wandert ein Stückchen höher an ihren Hals und wieder atmet er tief ein und aus, wobei ersteres Informationsdurst verrät und das zweite Zufriedenheit.
„Schön“, gibt er leise von sich. „Dass ich das letzte Mal Gesellschaft hatte, ist schon eine ganze Weile her. Wie ist es mit dir ? Bist du allein unterwegs, oder werde ich bald auch auf andere treffen ?“
Dann würde sich die gewählte Richtung nicht als falsch erweisen. Denn auch wenn er Einsamkeit nicht fürchtet, so entspricht sie doch nicht seinem Wesen und würde nicht grundlos bewusst gewählt werden.
Re: Mountain of Secrets
Lamia - 06.10.2008, 11:23
Sie verfolgte das Fliegen der Vögel, einen Moment verwundert, solch samtschwarzes Flügelschlagen hier oben auf solch einem verlassenen Berg zu entdecken, dann doch wieder der Anwesenheit des Hengstes Shagrath gewahr, und dessen bewusst, dass er Leben anzuziehen schien, egal welches.
Ein warmes Schnauben ihren Rachen verlassend, in die Welt hinaus stobend, gegen die Backen des Braunen, kurz nachdem sie die Nüstern vorgereckt und mit Begierde eine Berührung provuziert hatte. Ob aus Wissensdurst, der sie tränkte, oder etwas anderem, dass ihr Unterbewusstsein befallen hatte, wusste sie nicht genau, doch aktionierte sie recht selbstbewusst und zielstrebig, eine innere Ruhe durch Shagrath erhalten.
Das Grün um sie herum, in den ersten, sanften Morgenstrahlen ausbreitend, verwunderte sie nun nicht mehr. Ganz im Gegnteil! Sie seufzte zufrieden, nahm das Maul wieder an ihren eigenen Körper und ihre meertiefen Augen verfolgten faszinierend wie sich die Blumenköpfe erhoben, dem Licht entgegen, und ihre wunderschönen Blüten zur Schau stellten.
Weiß erstrahlte nun der Boden rund herum, wie ein wild spielender Sternenhimmel am Tage, rund herum um die beiden Pferdeleiber verbreitet, den kahlen, strammen Felsen sanft umrahmend.
"Der Wortlaut, den meine Mutter mir zuteilte, lautet Lamia." Ein flüchtiger Blick in den Himmel, dem Sonnenball entgegen, nichts erkennend, die langen Wimpern blitzen lassend, die Lieder flatternd. Ein Spiel, welches die kleine Fuchsstute gerne spielte, eine Gewohnheit. Das Fell wurde von rötlich gelben Strahlen überleuchtet, ließ jedes einzelne Härchen erkennbar werden. Den stahlbraunen Körper von Shagrath ebenfalls in all seine Schattenseiten wandelnd, jeden Muskel durch tiefe Dunkelheit am Leibe unterstreichend.
"Lang ist es her, dass ich meine Freunde gesehen habe, und dennoch bin ich mir sicher, sie bald wieder zu finden.", Ihr Blick wanderte wieder zu dem des Hengstes, ihn umfassend, seine Aufmerksamkeit stehlend. "Einst gehörte ich einer Herde an, eine weiße, bezaubernde Leitstute meine beste Freundin, doch ich weiß nicht, was geschah, nachdem ich sie für einige Zeit verließ. Seitdem habe ich niemanden mehr gefunden. Sie haben sich anscheinend zerstreut, wie winzige Insekten im Morgenwind hinausströmen, die Welt zu erkunden, nur mit dem einen Unterschied, dass wir Nachts nicht mehr zusammenfanden.", der Atem wie Seide ihre Lungenflügel durchziehend, in jeden Bluttropfen den Sauerstroff injizierend, wie eine Infusion an einem Kranken hängt, um seine Glieder beweglich und das Herz schlagfähig zu machen. Aber es wirkte nicht unnatürlich und krank, sondern naturgegeben, richtig.
"Kurz, die Herde, der ich zugehörig war, ist zerstört, denke ich, aber den Gedanken aufzugeben, sie wieder entstehen zu lassen, wäre ein Verrat an den Beziehungen, die uns verbinden. An unserer gemeinsamen Vergangenheit.", sie wand den Blick ab, auf den Bodne starrend, den ausspreizenden Armen der Pflanzen folgend, die sich wie Unkraut vermehrten, verlängerten und alles unter sich begruben, was einst kalter Fels war. Lamia schämte sich, in den Gedanken versunken, so viel von ihrer alten Herde geschwärmt zu habe. Leere Worte, dachte sie für sich, und war wütend, nicht selbst schon etwas unternommen zu haben, dies zu ändern.
(ich bin in der Schule, da schreibt sichs nicht so gut xD)
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 06.10.2008, 22:22
Shagrath wirft den Kopf auf und starrt den paar schwarzen Vögeln ebenfalls einen Moment hinterher, bevor er zwei Schritte weiter nach vorn trottet und aufmerksam den Weg hinab blickt, den er hier hinauf geklettert ist. Lauschend auf die Umgebung und zugleich auch Lamias Worte, deretwegen er schließlich den Hals nach hinten dreht, so dass er sie wieder ansehen kann.
„Deine Mutter hat dir einen schönen Namen gegeben, Lamia“, seine Antwort.
Und wieder knirschen ein paar kleine Steine im festen Grund, als er wendet und den eingenommenen Abstand zu ihr wieder überbrückt.
„Es wird hell“, bemerkt er überflüssigerweise, denn dass wird sie selbst sehen – besser als er sogar, denn er hat dem beginnenden Sonnenaufgang nun den Rücken zugewandt. Doch das erste, zarte Licht des Morgens, das über die Felsen flutet und vor allem das rötliche Fell der Fuchsstute richtiggehend aufleuchten lässt, gibt einen nicht minder schönen Anblick ab. Die meiste Zeit ruht sein Blick also auf ihr und erlaubt sich nur selten kurze Ausflüchte in Richtung des Waldes, während er ihrer Erzählung lauscht, und quittiert wird sie schließlich mit einem nichts sagenden Schnauben.
„Du suchst also deine Herde“, stellt er fest. „Vielleicht sollten wir zusammen gehen. Vier Augen sehen mehr als zwei.“ Und auch wenn er es nicht ausspricht, so teilt er doch in gewisser Weise Lamias abschließenden Gedanken – denn ein bisschen leer wirken ihre Worte wirklich und sie nicht, als habe sie bisher wirklich viel unternommen, um wieder zusammen zu führen, was einst als Herde verbunden war. Meinend, dass es besonders für eine junge Stute nur von Vorteil wäre, sich wieder im Schutz einer zuverlässigen Gemeinschaft einzufinden, erachtet er es nur als richtig, sie vielleicht noch ein, zwei Mal daran zu erinnern – damit sie wirklich wieder zu den anderen findet.
Er starrt wieder hinab zum Wald und macht Gebrauch von den beweglichen Ohren, um Geräusche aus tunlichst allen Richtungen aufzufangen. Dann kaut er ein wenig, wenn auch nichts im Maul ist, und auch die helle Zunge kommt zweimal kurz zwischen den dunklen Lippen hervor.
„Wollen wir den Abstieg wagen ? Ich würde gerne etwas Wasser suchen. Oder du zeigst mir, wo welches zu finden ist und danach helfe ich dir, etwas über den Verbleib deiner Herdenmitglieder heraus zu finden. Kommst du mit ?“
Noch während dieser Worte ist er an Lamia vorbei gegangen, zum Beginn des Weges, den die Fuchsstute ihrerseits über Nacht hinauf gekommen ist. Bei der letzten Frage allerdings steht er wieder und dreht abermals den Kopf zu ihr zurück.
Re: Mountain of Secrets
Lamia - 06.10.2008, 23:02
"Gerne, würd eich mit dir zusammen suchen.", sie freute sich, über die teilweiß unerhoffte, teilweiß schon erahnte Hilfe des Hengstes.
Sie ließ ihren goldenen Schweif im Licht tanzen, erfreute sich dem Funkeln das es gab, welches sie sah durch die Ritzen der Härchen hindurch, auf dem Boden blinkend.
Als sie die Schritte von Shagrath mit den ohren verfolgte, wandte sich auch langsam ihr Kof dem seinen, bewegenden Leibes zu. Sah seine eigene Art, die Umgebung zu fixieren, zu beobachten, und wollte mehr über ihn erfahren.
"Ich...", sie zögerte nur einen Augenblick, ein Wimpernschlagen lang, dann fuhr sie mit Selbstsicherheit in der leicht kindlichen Stimme fort, "Ich werde dich zum ehemaligen Herdenplatz begleiten, am Rande eines silbergrünen Sees, schimmernd zu jeder Tageszeit, und ein guter Zufluchtsort, voll wunderbar sattem Futter und reichlich frischem Nass." Eine Freud eschwenkte in den Worten von lamia mit, ihre pupillen weiteten sich, die Helligkeit des Tages mit Freude empfangend, bereit für ein Abenteuer. Dennoch hoffend, dass alles gut funktionieren würde, und Shagrath vielleicht sogar helfen könnte, die Calms neu zu gründen.
Eine nicht zu untergrabende Hoffnung, musste man der kleinen Fuchsstute zugestehen.
Ihre kurzen, tanzenden Schritte, durch kleine, äußerst harte hufe getätigt, breiteten sich aus, wurden überall gehört, durch Knirschen unterstrichen und durch sanftes Aufprallen auf Frischem Moos getragen.
Geschmeidig bewegte sie sich an dem Stahlbraunen vorbei, lächelte ihm unverwandt zu und wandte dann den Blick voraus, in den Wald, schnaubte sanft und sah zurück zu Shagrath, aufmunternd, bestimmend, sie würde ihm die Führung bieten, bis sie dort angekommen waren.
"Nun los!", sie lächelte, ließ ihren kurzen, starken Hals zu rundem Schwung heranschwellen, drehte spielerisch das Genick, den Kopf, auffordernd zu einem Wettkampf, und trabte schwebend an, den Körper unerwartet leicht tragend, die eher kürzeren, zarten Beine in der Luft fliegend.
Sie schaufelte erst gar nicht, dann begannen die Vorderbeine wild zu schachten, den steilen Berg hinab, den Weg nicht rutschen wollend, zeigte sie eine seltsame, hochhackige Gangart. Eine Mischung aus taktklarem Pass und äußerst sicheren Tölttritten, noch nie so eindeutig bei ihr gesehen, schwebte sie hinunter, dem Blätterrauschen entgegen.
-> Herdenplatz der Calms... (Green Lake)
Re: Mountain of Secrets
Anonymous - 09.10.2008, 19:52
Der Blick des Hengstes bleibt den gewundenen Bergpfad hinunter gerichtet, von dem er nicht zu sagen weiß, wie lang er gut begehbar ist und ob er ihn noch schwer auf die Probe stellen würde, bevor er das Tal erreicht hätte. Doch sein Gleichgewichtssinn ist gut und über seine Trittsicherheit kann er sich auch nicht beklagen. Und nicht zuletzt ist Lamia dort herauf gekommen, so dass es einen Weg geben muss – ganz gleich, wie schwierig er vielleicht auch sein mag.
Allzu pessimistisch zu denken ist ohnehin nicht seine Art und was die Fuchsstute erzählt, erzeugt zwar keine Regung in Shagrath, doch seinem Blick wohnt eine latente Sehnsucht inne. Er antwortet ihr nicht, außer man möchte das auffordernde Brummeln als solches verstehen, und so wartet er lediglich darauf, dass die kleine Stute ihren Worten Taten folgen lässt und ihn hinunter führt, hin zu dem als so wunderschön beschriebenen Herdenplatz.
Und kaum dass Lamia vorbei ist und mit ihrem geschickten Abstieg beginnt, folgt Shagrath ihr, wenngleich er um einen gewissen Abstand bemüht ist, um sie nicht beide zu gefährden und vielleicht in die Tiefe zu reißen, sollte er stürzen. Sorgen, die unbegründet sind, und so ist das größte Problem, die staubige Luft atmen zu müssen, die Lamia und er beim Abstieg erzeugen. Sein Grund, unten erst mal kräftig abzuschnauben, bevor er die Ohren wieder spitzt und an der Fuchsstute orientiert ebenfalls in einem flotten Galopp fällt, um ihr hinterher zu jagen.
:arrow: Lamia hinterher
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