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Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Alex - 10.04.2006, 19:09Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Endlich war es soweit. Der Tag des Spiels war da und wie zum Spiel nach Marburg reisten auch diesmal wieder 7 (in Worten: Sieben) Fans im Bus zum Auswärtsspiel. Diesmal ging es ja nur nach Wasserburg, ein Katzensprung.
Pünktlich um acht Uhr morgens (an einem Sonntag, gähn) waren auch fast alle da, nur der Bus kam ein wenig später, aber kurz danach ging es los auf weite Fahrt. Diesmal ohne Schnee, nur mit einem kleinen Stau kurz vor Pforzheim und ein paar vernachlässigbaren Pausen. Nur der Beginn verzögerte sich ein wenig, als wir feststellen mussten, dass man schon einige Umwege in Kauf nehmen muss, will man Sonntagfrüh eine offene Bäckerei finden. Aber alles wurde gut.
Interessant übrigens, als wir nördlich von München an der Allianz-Arena vorbeifuhren. Anderthalb Stunden vor Beginn des Zweitligaknallers zwischen 1860 München und dem SV Wacker Burghausen (mithin fast ein Derby) war die Autobahn zu, glücklicherweise nur die andere Seite der Autobahn, wir konnten bequem vorbeifahren. Ganz nettes Gebäude, erinnert an ein Schlauchboot (laut Holger), aber nicht an ein Fußballstadion. Aber das sollte uns auch heute nicht interessieren. Auch Mitfahrer Uwe kümmert sich erst in vier Wochen um dieses Gebäude, wenn er es mit dem FCS besucht.
Nachdem wir dann irgendwann tatsächlich in dem kleinen Städtchen am Inn angekommen und auch direkt vor die Halle gefahren waren, ging es dann erst mal in das angeschlossene Bistro, den Treff der Wasserburg Lions, wo wir auch den einen oder anderen Bekannten vom Top4 wiedersahen. Nach einigen Getränken bzw. fester Nahrung (lecker Spinatknödel oder Hähnchenkeulen) begaben wir uns dann auf unsere Plätze hinter dem Korb in der Nähe der Royalsbank und freuten uns auf das Spiel. René vertiefte die in Schwabing begonnene Trommelausbildung und irgendwann ging das Spiel dann los.
Und wie es losging.
Nach vier Sekunden führte Wasserburg 2:0, nach 15 Sekunden hatte Isabelle ausgeglichen, nach 30 Sekunden führte Wasserburg 4:2, nach ca. 45 Sekunden hatte uns Lesley mit einem Dreier in Führung gebracht. Dann drosselten die Damen das Tempo ein bisschen und entschlossen sich, ein wenig zu verteidigen. Es gelang den Royals, sich abzusetzen (Lesley verwandelte auch ihren zweiten Dreier, Katja konnte auch den einen oder anderen draufpacken), die Würfe saßen, auch Zuzi schraubte in höchster Zeitnot einen Dreipunktwurf in die Reuse, und wenn wir am Ende des Viertels in den noch verbleibenden vier Sekunden ein wenig schneller gewesen wären, dann hätte Lesleys Zweier noch gezählt, leider war er eine Sekunde zu spät dran, aber mit einer überraschenden 27:15 Führung für unser Team ging es in die kleine Pause.
Im zweiten Viertel begannen die Mädels ein wenig ruhiger, punkteten dann aber wieder und verteidigten weiter ordentlich, gaben den Spielabschnitt nur knapp mit einem Punkt ab (Keke Tardy sei Dank, die die Gastgeberinnen in dieser Phase des Spiels am Leben erhielt) und nahm einen 11-Punkte-Vorsprung mit in die Kabine. Das Leben war schön, die Fans zufrieden, Wolfgang, der Fanclubchef der Wasserburg Lions kam zu uns und war zwar nicht am Boden zerstört, doch zumindest etwas ratlos ob der guten Leistung der Saarlouiserinnen und der ausbaufähigen Vorstellungen des Heimteams. Aber er gab noch nichts verloren. Wir jedenfalls stiegen in den Bus und fuhren fröhlich nach Hause. Ein toller Sonntag.
Ach nein, das Spiel ging ja noch weiter. Verflixt. Und jetzt durften die Gastgeberinnen auf den guten Korb spielen. Nun denn, wir ließen uns zunächst von den übrigens durchgängig schwarzhaarigen Jungs und Mädels vom TC Inn-Casino e.V. ablenken, die einige lateinamerikanische Tänze vorführten. Hübsch anzusehen, das. Schließlich begann die zweite Halbzeit. Die war dann nicht mehr ganz so hübsch anzusehen.
11 Punkte Vorsprung, das heißt es reicht, wenn man halbwegs mit den Innstädterinnen mitpunktet und weiter konsequent verteidigt, dann kann es zur Sensation reichen. Aber die mittlerweile zweistellige Gästeanhängerschar sah sich plötzlich in das zweite Viertel vom berühmten Halbfinalspiel gegen Schwabing zurückversetzt. Vorne wollte gar nichts mehr klappen, hinten konnte Wasserburg Punkt um Punkt von der einstmals beruhigenden Führung abknabbern. Als nur noch drei Punkte Vorsprung übrig waren, konnte Desiré noch einmal für Hoffnung sorgen, als sie einen Dreier verwandelte, doch kurz danach war es geschehen, Anne Breitreiner, Diana Pop und Wanda Guyton hatten das Spiel innerhalb weniger Minuten gedreht. Die Royals konnten noch mal auf 59:59 ausgleichen, aber dann war es vorbei. Mit 3 Punkten Rückstand ging es in den Schlussabschnitt, dort zogen die Einheimischen dann langsam aber sicher fort und ließen sich auch nicht davon abhalten, dass z.B. Wanda Guyton bereits Mitte des dritten Viertels ihr viertes Foul kassierte. Das fünfte wurde ihr halt nie gepfiffen, ein Nachtreten von Breitreiner blieb ungeahndet, aber das soll keine Kritik an den Referees sein. Bitte nicht falsch verstehen. Auch wenn ich persönlich der Meinung war, dass die beiden Unparteiischen gerade in der Auslegung der Schrittfehlerregel streckenweise recht penibel pfiffen, lag es nicht einmal ansatzweise an ihnen, dass in der zweiten Hälfte nichts lief. Diese kurzen Ausführungen dienen lediglich der Chronistenpflicht :wink:
Tja, und dann war das Spiel irgendwann wirklich vorbei. Am Ende stand ein viel zu deutlicher Sieg mit 15 Punkten für den Favoriten, aber lieber so als unglücklich mit einem Punkt zu verlieren. Am kommenden Samstag wird es nicht einfach sein, den Ausgleich zu schaffen und die Wasserburgerinnen im fünften Aufeinandertreffen in dieser Saison endlich einmal zu schlagen, aber möglich ist es allemal. Und dann, ja dann ist alles drin in einem entscheidenden dritten Spiel. Hoffentlich schaffen die Mädels das. Dann gibt es auch Teil 2 zu dem Bericht :lol:
Was bleibt noch? Die Wasserburg Lions riefen zum traditionellen Nachtisch, einer kleinen Talkrunde im bereits erwähnten Bistro mit Wolfgang als Moderator und den beiden Trainern als Gästen, und das ließ sich unsere kleine Gruppe natürlich nicht entgehen. Trainer René Spandauw bekam den von den Lions versprochenen Joghurt, da die Royals in den Playoffs die Dolphins ausgeschaltet hatten, eine ganze Palette voll, die die Rückfahrt nur zum Teil überlebte, und einen selbstgebackenen Kuchen, verpackt in den Saarlouiser Farben. Der Trainer bedankte sich und kündigte an, nächste Woche gerne noch mal wieder zu kommen. Dem kann sich der Fanclub nur anschließen. Nichts würde uns mehr freuen, als hier noch mal hinzufahren. Die Fahrt an sich ist zwar nicht so der Reißer, aber das herzliche Ambiente und die freundlichen Fans sind allemal eine Reise wert (oder zwei). War super.
Die Heimreise verlief recht angenehm. Wir fuhren an der nun blau erleuchteten Allianz-Arena vorbei, ein beeindruckender Anblick, das muss man schon zugeben. Aber selbst wenn der Dauerregen und die Dunkelheit den Holger ein wenig nervten, ließ er es sich nicht nehmen, die komplette Rückfahrt selber am Steuer zu sitzen. Vorbildlich, das. Da ließ sich auf den billigen Plätzen auch gut schlafen. Ja, und kurz nach halb drei Uhr morgens war der Spuk dann vorbei, der Bus wieder abgegeben, und alle daheim.
Hammertour. Kurz und anstrengend, aber auf alle Fälle den Aufwand wert. Wollen wir hoffen, dass es am Samstag klappt, dann gibt´s am Ostermontag: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 2: Die Rückkehr!
Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Alex - 18.04.2006, 18:17Mit dem Fanclub nach Wasserburg –kurzes Zwischenspiel in Sls
Mit dem Fanclub nach Wasserburg – kurzes Zwischenspiel in Saarlouis
Okay okay, es ist keine Auswärtsfahrt, aber der zweite Teil des Berichts, der gleich folgt, war nur möglich durch einen kleinen Zwischenstopp am Ostersamstag in der Stadtgartenhalle. Die Royals wollten und mussten die Serie ja erst mal ausgleichen, bevor dann am Ostermontag eine eventuelle Überraschung in Angriff genommen werden konnte. Dazu bedurfte es lediglich eines Sieges gegen die Wasserburgerinnen, die im fünften Aufeinandertreffen der Saison endlich „fällig“ sein sollten.
Und so begannen unsere Mädels dann auch. Bereits nach 15 Sekunden eröffnete Zuzi Polónyiová den Reigen mit einem Dreipunktspiel (dass es ihre einzigen Punkte bleiben sollten, fiel dann nicht mehr ins Gewicht), Desiré Almind legte nach und schnell führten die Royals mit 7:0, bevor Anne „wer sonst?“ Breitreiner mit einem Dreier die Gäste ins Spiel brachte. Es sollte ihnen nicht viel helfen, die Royals scorten weiter mit schöner Regelmäßigkeit und verteidigten hinten gut. Vor allem die Dreier fielen in der Anfangsphase, besonders Lesley DuBois überzeugte mit einem Dreier von der linken Seite, einem Dreier aus der Mitte und einem Dreier von halbrechter Position. Nach dem ersten Viertel stand eine 11-Punkte-Führung zu Buche.
Nun gut, das hat nicht wirklich viel zu sagen, wie das dritte Viertel im ersten Spiel gezeigt hat (persönliche Anmerkung: Seufz). Und in der Tat konnten die Gäste ein wenig verkürzen und das zweite Viertel mit 3 Punkten zu ihren Gunsten entscheiden. Dann kam das ominöse dritte Viertel. Und es begann denkbar ungünstig, mit zwei erfolgreichen Dreiern von Anne „schon wieder die“ Breitreiner. Aber diesmal konnten die Royals zurückschlagen und ebenfalls hin und wieder Punkte einstreuen. Vor allem Desiré Almind lief in dieser Phase des Spiels heiß und hielt gut dagegen. Bis auf 39:43 war Wasserburg ran, da hatten sie ihr Pulver verschossen. Zum Ende des dritten Viertels lag Saarlouis mit 48:39 vorne, und im Schlussabschnitt trafen die Gäste dann alles außer den Korb. Ungewohnt viele Fehlschüsse, deutlich weniger Rebounds, und die Royals zogen langsam aber sicher immer weiter weg. Einzig Barbie Csipkó mit zwei Dreiern und Anne „da ist sie ja schon wieder“ Breitreiner hielten einigermaßen dagegen, konnten aber den am Ende vielleicht etwas zu deutlichen Sieg unserer Mädels nicht mehr verhindern. So viel Jubel war nie.
Endlich hatten wir sie mal besiegt. Und dann geschah das vermutlich größte Wunder an diesem Abend: Es fanden sich in der Tat ausreichend Fans, die die Spandauw-Schützlinge zum entscheidenden Spiel an den Inn begleiten wollten, so dass ein (Klein-)bus gemietet werden konnte. Dass dann am Montag in dem Bus nur die üblichen Verdächtigen nebst unseren Gästen aus Wuppertal Platz nahmen und der Rest durch jugendliche Basketballer aufgefüllt wurde, während sich wieder etliche Erwachsene im Privat-PKW auf die 550 km nach Wasserburg begaben, sei hier nur am Rande erwähnt. Obwohl, warum eigentlich? Ständig mosern einige, dass die Fahrten mit dem Fanbus so teuer seien, und dann fahren sie lieber 1100 km mit dem Auto (Spritkosten? Stress? Selbst schuld) und verteuern damit die Fahrt für die anderen. Das muss und kann besser werden.
Zumindest nächste Saison. Denn zum Spiel um Platz 3 wird es keinen Bus geben. Danke an dieser Stelle an Holger für die ganze Organisation. Huch, das kommt doch eigentlich erst im zweiten Teil.
Zwischenspiel Ende.
Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Alex - 18.04.2006, 23:56
Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 2
Und schon wieder an den Inn. Aber wir wollten das ja so. Holger hatte, wie erwähnt, einen kleinen Bus organisiert und ausreichend voll bekommen. Neben den üblichen Verdächtigen (ohne Joanna, da kam wieder die Ausrede mit Familie und Ostern, tja, Pech gehabt) und zwei Gästen aus Wuppertal (hallo) wurde der Bus dann gefüllt mit den Teufelstrommlern in Form von einem knappen Dutzend junger Basketballer aus Saarlouis. Wo waren die anderen Erwachsenen, die mitwollten? Die fuhren im eigenen PKW. Warum nicht mit dem Bus? Weil das zu teuer ist. Warum ist das so teuer? Weil da so wenige mitfahren. Ein Teufelskreis, den wir hoffentlich dann nächste Saison mal durchbrechen können. Die Wahl lag in diesem Fall zwischen 31 Euro (28 Euro für Fanclubmitglieder) im Bus oder 1100 km im Auto selber fahren. Da die Kosten je nach Spritverbrauch nicht wirklich klein sind, lohnt sich eine solche Tour eigentlich höchstens mit fünf Leuten im Auto, und über die Bequemlichkeit einer solchen Fahrt braucht man eigentlich keine Worte zu verlieren ganz zu schweigen von dem Stress des selber stundenlang am Steuer Sitzens (ist das richtig formuliert? Sieht komisch aus). Der Holger kann ein Lied davon singen. Aber ich schweife ab.
Am Ostermontag um kurz vor halb sieben kam dann der Kleinbus aus dem fernen Simmern, und nachdem alles eingeladen war (unzählige Trommeln und sonstiges Gepäck) ging es dann los gen Bayern. Die Strecke war frei, dennoch dauerte die Fahrt reichlich lange, mehr dazu bei der Rückfahrt. Nachdem übrigens auch für die dritte Pause nur ein Parkplatz angesteuert wurde und kein Rasthof mit der Möglichkeit etwas zu essen, gab es Proteste von hinten, dass man doch Hunger hätte. Also wurde auf dem Parkplatz nicht ausgestiegen, die Fahrt ging weiter, leider kam kein richtiger Rasthof mehr, bis wir hinter München die Autobahn verließen und so kehrten wir in einem kleinen Restaurant am Wegesrand ein. Da sich aber nur einer was zu essen holte, und auch das zum Mitnehmen, konnte die Fahrt zügig fortgesetzt werden. Und knapp zwei Stunden vor Spielbeginn waren wir dann auch schon an der Halle.
Während sich nun die Jugendlichen geschlossen in den in Sichtweite wartenden McD begaben, vertrieben wir uns die Zeit im Bistro mit leckerem Essen, netter Bedienung, die wir schon vom letzten Mal her kannten und einigen kühlen Getränken, bevor es dann in die Halle in unsere Ecke ging. Für die knapp 30 Mitgereisten wurde neben der Saarlouiser Bank hinter dem Korb eine ganze Ecke gesperrt. Leider war das Aufhängen der zahlreich mitgenommenen Transparente etwas schwieriger als erhofft. Vor allem, als es die Jugendlichen wagten, das von den Fans unterschriebene Tuch über die vor ihnen stehende Werbebande zu hängen, tat sich ein Mann als Saalschutz hervor. Der einzige unfreundliche Wasserburger, den ich bisher getroffen habe. Naja, alle anderen sind ja sehr nett, da lassen wir uns den Gesamteindruck nicht von diesem Typ trüben.
Eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn lud uns der Wolfgang dann übrigens noch zu einem kleinen Ausflug zur „Schönen Aussicht“ ein, da soll es, nun ja, halt eine schöne Aussicht geben. Die Zeit war aber ein wenig knapp und die meisten hatten dafür keinen Kopf mehr, das können wir aber gerne nächste Saison nachholen. Und irgendwann begann dann das Spiel.
Bevor ich jetzt zu dem Spiel komme, rege ich mich erst noch kurz über die Schiedsrichter auf, damit ich das hinter mir habe: Sie waren nicht wirklich gut. Im ersten Spiel hatten sich die Unparteiischen auf Schrittfehler bei Spielerinnen in Blau eingeschossen, in diesem Match hatten sie es mit der Drei-Sekunden-Regel. Wäre ja schön, wenn darauf geachtet würde, das würde die Zahl der Rebounds von Wanda Guyton vermutlich um einiges nach unten drücken, aber seltsamerweise wurde wieder nur bei dem Team in Blau darauf geachtet. Meine Theorie ist ja, dass nach drei Sekunden abgepfiffen wird, aber wenn es der Spielerin gelingt, fünf oder sechs Sekunden in der Zone zu stehen, dann ist das wieder in Ordnung. Den Royals wurde das im Spiel viermal abgepfiffen, davon mindestens einmal noch vor Ablauf der drei Sekunden, den Wasserburgerinnen dreimal, davon zweimal in der nur noch für die Statistik relevanten Schlussphase, als die Einheimischen bereits mit 18 bis 22 Punkten führten. Interessanterweise übrigens kein einziges Mal gegen Wanda Guyton, meist gegen Eszter Biro.
Über die Interpretationen darüber, was ein Foul ist und was nicht, gehen die Meinungen naturgemäß auseinander, auf jeden Fall war es so, dass Wanda Guyton mal wieder Mitte des dritten Viertels ihr viertes Foul gepfiffen bekam und sie dennoch beim Schlusspfiff noch immer auf dem Feld stehen konnte, was meine Theorie bestätigt, dass sich einige Spielerinnen einfach nicht rausfoulen können, auch wenn sie es versuchen. Dass zwei Spielerinnen der Gastgeber kleine Nickligkeiten hinter dem Rücken der Referees aber vor den Augen der Gästefans verteilten, mag auch nur ärgerlich sein, aber es gab auch eine Reihe von offensichtlichen Fehlentscheidungen (ja, auch manchmal zu unseren Gunsten), die einen dann doch auf die Palme brachten. Stellvertretend sei hier eine Reboundsituation unter dem Wasserburger Korb genannt, in der sich Desiré ins Getümmel stürzte, den Ball Diana Pop ans Bein warf, von dort ging er dann ins Aus. Logische Konsequenz war natürlich ein Einwurf für Wasserburg.
Aaaaaaaaber, bevor das jetzt noch weiter ausartet, nein, die Schiris waren nicht Schuld. Ich habe schon schlechtere gesehen (Schwabing liegt für mich noch immer auf Platz 1 in der Beziehung). Sie haben das Spiel nicht wirklich so stark beeinflusst, dass sie es gekippt hätten. Wasserburg war von Anfang an die aggressivere Mannschaft und „wollte es einfach mehr“ als die Royals, die zu Beginn ein wenig verkrampften und dann permanent einem Rückstand hinterherliefen. Ich will die Leistung des TSV in keinster Weise schmälern oder es auf dritte schieben, sondern einfach nur Dampf ablassen. Jetzt, wo dieser Teil des Berichts vorbei ist, fühl ich mich wohler. Puh. Ansonsten bitte das kursiv gedruckte ignorieren. Tut einfach so, als hätte ich das nicht geschrieben. :lol:
Zum eigentlichen Spiel: Es fing nicht gut an für die Royals. Bereits mit dem ersten Ballbesitz konnte Anne „kann die nicht mal jemand bremsen?“ Breitreiner die ersten Punkte ganz leicht erzielen, und das war ein Zeichen für das, was in den nächsten Minuten folgen sollte. Vorne lief es nicht rund, Freiwürfe wurden verworfen, dass es eine wahre Pracht war (3 von 8 von der Linie im ersten Viertel), dafür trafen die Gastgeberinnen bei fast jedem Angriff. Über 8:0 und 12:3 zogen sie davon, dass einem schon Angst und Bange wurde. Dann aber klappte es vorne und hinten etwas besser und kurz vor Ende des Spielabschnittes gelang es Lynda Guy bei einem 15:17 Rückstand Barbi Csipkó an der Mittellinie den Ball abzunehmen, aber anstatt ihn aufzunehmen und per einfachem Korbleger den Ausgleich zu erzielen, konnte Anne „ist die denn überall?“ Breitreiner sich dazwischen werfen, schließlich entwickelte sich aus dem anfänglichen Tempogegenstoß ein Halbfeldangriff, der nicht zum Erfolg führte, und mit einem kleinen Rückstand ging es in die erste Pause. Die Fans waren noch zuversichtlich, sah es doch zwischenzeitlich nach einem Desaster aus, aber zwei Punkte sind aufzuholen.
Aber leider begann das zweite Viertel wie das erste, durch einfache Körbe von Wanda „ich bin auch noch da“ Guyton und Anne „kann die mal jemand auswechseln?“ Breitreiner erarbeiteten sich die Innstädterinnen einen deutlichen Vorsprung, den die Royals, mangels der sonst üblichen Dreierserien, kaum verkürzen konnten. Kurz vor Ende der ersten Hälfte wieder eine symptomatische Szene für das heutige Spiel: 11 Sekunden vor Schluss kann Saarlouis auf 8 Punkte verkürzen. Mit dem nächsten Angriff können die Wasserburgerinnen aber wieder treffen durch Eszter Biro, in Szene gesetzt von einer gut aufgelegten Diana Pop, die Royals haben noch knapp vier Sekunden Zeit für eine Antwort, aber der versuchte lange Pass in die gegnerische Hälfte wird abgefangen, und am Ende kann man froh sein, dass es bei dem 10-Punkte Rückstand geblieben ist.
Nun gut, 10 Punkte kann man aufholen, das hat Wasserburg ja im ersten Spiel gezeigt. Aber leider beginnt auch der dritte Abschnitt wie die ersten beiden, die Punkte kommen zunächst wieder von den Einheimischen, diesmal nicht von Anne „ich sitze auf der Bank, dann treffe ich auch nicht“ Breitreiner, sondern von ihren Kolleginnen, die den Vorsprung kontinuierlich ausbauen auf zwischenzeitlich über 20 Punkte, nach 30 Minuten steht es dann 59:40. Und da das Wunder im vierten Viertel ausbleibt, Wasserburg ein wenig das Tempo und einige Stammspielerinnen rausnimmt, können die Royals die Niederlage immerhin in erträglichen Grenzen halten. Eine deutliche Klatsche mit 30 Punkten wäre aber auch nicht gerechtfertigt gewesen. Am Ende waren es 14 Punkte Differenz, allerdings taten es die Saarlouiserinnen den Wasserburgerinnen von zwei Tagen vorher gleich und lagen die komplette Spielzeit hinten (abgesehen von den ersten ca. 6 Sekunden). Desiré Almind war auch in diesem Spiel nicht zu stoppen, aber eine Spielerin allein kann es nicht richten. Auch Anne Breitreiner gewinnt ja die Spiele nicht allein für den TSV, auch wenn das hier vielleicht ab und an den Eindruck macht ;)
Was bleibt von der Serie? Beide Teams dominierten je anderthalb Spiele, SLS Spiel 2, WBG Spiel 3, lediglich Spiel 1 wurde von beiden Teams geführt. Und da reichte leider die gute erste Saarlouiser Hälfte nicht zum Sieg, da die zweite Hälfte der Gastgeberinnen seinerzeit besser war. Insgesamt ein wenig unglücklich verloren, aber ganz ohne Zweifel ist das bessere Team weitergekommen, keine Frage. Die Royals haben aber gezeigt, dass sie mit den ganz Großen mithalten können. Wenn man bedenkt, dass dem Team vor der Saison kaum die Playoffs zugetraut wurden, eine ganz gute Leistung ;)
Nun gilt es, gegen Freiburg, wo ja noch die ein oder andere Rechnung offen ist (beide Spiele verloren, auswärts nur mit einem Punkt), die Saison gut abzuschließen, und dann könnte die beste Saison der Vereinsgeschichte eingestellt werden. Aber selbst, wenn das nicht klappen sollte, immerhin ist Freiburg die zweitbeste Mannschaft der Saison gewesen und nur durch einige Ausfälle nicht ins Finale gekommen, war es trotzdem eine Superleistung der Mädels, die gar nicht genug gewürdigt werden kann. Die Fans sind unheimlich stolz auf die Truppe, da kann ich mich dem Olaf nur anschließen, es ist ein Quell nie versiegenden Vergnügens, bei ihnen zuzusehen. Und so langsam scheint es ja auch in Saarlouis durchzusickern, dass sich ein Besuch bei einem Spiel der Damen lohnt. Nächste Saison in der Stadtgartenhalle sollte sich das Zuschauerniveau halten wenn nicht steigern können.
Aber genug der Bilanz, es fehlen ja noch zwei Teile des Tages. Der Höhepunkt für die Fans war sicherlich der traditionelle Nachtisch der Wasserburg Lions, die Interviewrunde, in der diesmal beide Trainer aus Saarlouis zu Gast waren, René und Mariusz. Nach einer kurzen Spielanalyse kam Wolfgang dann auch gleich zur Sache und fragte nach der im Spieltagsheft aus Saarlouis angesprochenen Zukunft des Coaches, die dieser auch beantwortete. Bevor es aber was Offizielles zu vermelden gibt, werde ich dazu nichts weiter sagen, sondern gleich zum anderen Höhepunkt dieses Abends weitergehen: René Spandauw imitiert Rafael van der Vaart, einen Landsmann und Fußballprofi beim Hamburger SV. Die Art und Weise, wie er den Fußballer bei einer Missetat nachmachte, sich dabei auf den Boden warf und beinahe noch den Tisch des Moderators umgeworfen hat, hehe, man kann es nicht beschreiben, da muss man dabei gewesen sein. Nicht nur René sondern der ganze Saal lag am Boden, es war herrlich. Vielleicht stellt Holger noch ein Bild dazu ins Forum. Zumindest im Fanclub-Mitgliederbereich.
Am Schluss folgte nur noch die Heimfahrt. Dass der Bus nicht der Schnellste war, war eine Sache. Dass die beiden Busfahrer allerdings die Ruhe weghatten, ließ die Fahrt seeeehr lang werden. Ich bin noch nie so oft im Ort überholt worden wie auf der Hin- bzw. Rückfahrt zwischen München und Wasserburg. Durchschnittsgeschwindigkeit im Ort ca. 35 km/h, außer Orts vielleicht 65 km/h, auf der Autobahn gerne mal 90 km/h, da hat das Fahrzeug ja auch den günstigsten Verbrauch. Im Baustellenbereich wurde dann wieder auf 65 runterbeschleunigt, am Berg ging es nicht selten unter die 50er Grenze. Vieeeel später waren wir dann doch noch in Saarlouis angekommen, für mich ging es dann über Luxemburg zurück in die Eifel, und um zehn vor fünf war ich auch schon daheim.
Auch diese Fahrt hat sich trotz aller Widrigkeiten wieder gelohnt. Glückwunsch an den verdienten Sieger und die netten Fans aus Wasserburg, größtes Lob an die Royals, aufrichtigen Dank an Holger für die Organisation, wen hab ich vergessen? Egal, dass muss jetzt reichen. Gute Nacht.
Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Olaf - 19.04.2006, 02:59
Herrlich, Herrlich und nochmal Herrlich! Diese Berichte sind eine Wonne für das lesende Auge! :lol:
In der Präzision zu vergleichen mit einem verwandelten Dreier in der Schlußsekunde, der nach einem 2 Punkte Rückstand noch den Sieg einbringt! Natürlich für die Royals :-)
Einfach nicht zu toppen!
Daher mal ein ganz dickes LOB und Besten Dank an den schreibenden Fan-Kollegen Alex, für diese und weitere Berichte, an denen wir uns immer so informieren und vergnügen dürfen.
Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Alex - 21.04.2006, 23:32
Gerade bemerke ich noch ein kleines Detail von der Rückfahrt, das ich bisher schamhaft verschwiegen habe. Auf vielfachen Wunsches eines Fanclubmitgliedes (Olxf07, Name von mir geändert) leuchtete die Allianz-Arena an diesem Ostermontag in Kaiserslautern-Rot. Oder war es Bayern-Rot? Egal. Dem Olaf (huch, jetzt hab´ ich´s doch verraten) hat´s gefallen, es wurden auch reichlich Fotos geschossen. Sieht man ja nicht alle Tage.
Re: Mit dem Fanclub nach Wasserburg – Teil 1
Olaf - 22.04.2006, 00:16
Alex hat folgendes geschrieben:Gerade bemerke ich noch ein kleines Detail von der Rückfahrt, das ich bisher schamhaft verschwiegen habe. Auf vielfachen Wunsches eines Fanclubmitgliedes (Olxf07, Name von mir geändert) leuchtete die Allianz-Arena an diesem Ostermontag in Kaiserslautern-Rot. Oder war es Bayern-Rot? Egal. Dem Olaf (huch, jetzt hab´ ich´s doch verraten) hat´s gefallen, es wurden auch reichlich Fotos geschossen. Sieht man ja nicht alle Tage.
Ich würde sagen, dieses kräftige, leuchtende Rot war Bayern-Rot!
Kaiserslautern-Rot geht mehr in die Richtung blass-rosa!
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