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Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
red-74 - 05.04.2006, 16:58Melanie C Die natürliche Reaktion
Melanie C
Die Natürliche Reaktion [19.02.03]
"I turn to you - like a flower leading towards the sky, I turn to you, cause you're the only one", so klang vor über zwei Jahren der Refrain eines wunderbaren Popsongs. Der sprach für sich und, ja, zog weitere catchy Follow-ups hinter sich her - wie zum Beispiel die Ballade "How Did We Fall?" Keine Einwände, das war alles Pop, war alles genauso zugänglich wie nachvollziehbar, alles super. Dieser Tage rollt mit "Here It Comes Again" der erste Teil der nächsten Reihung weiterer Single-Triumphe an. Alles bleibt mal wieder super. Artikel fertig.
Wohl kaum, wohl kaum. Denn schließlich handelt es sich bei der Verantwortlichen für jene shiny Mitsing-Perlchen mit Melanie C.
um das Ex-Sporty-Spice, deren Vita auch gerade in Bezug auf Medienhetze gegenüber dem weiblichen Körper außerhalb der Magerbeauty-Normen ziemlich drastische Momente besitzt. So mündete seinerzeit (zu Beginn ihrer Solo-Aktivitäten) die Hilflosigkeit diverser Pop-Medien gegenüber Sporty, die diesem strikten Ideal nicht mehr wie zu Hochzeiten der Spice Girls entsprach und jetzt vermeintlich fett war, in eine mehr als chauvinistische Demontage ihres Images. Aus Sporty wurde Porky Spice. Und nach angewidertem Aberkennen ihres Hetero-Fetisch-Charakters blieb somit nur noch das Bild der unbegehrenswerten Lesbe. Das Attribut "unbegehrenswert" sei an dieser Stelle bewusst hinzugefügt, da der (männliche Hetero-) Fetisch ja durchaus in Bezug auf lesbische Frauen auch heftig voyeuristisches Begehren kennt. Was gerade die mittlerweile hyperschmuddelige Inszenierung von und mit t.A.T.u. klarstellt.
Aber Melanie C. soll hier natürlich keineswegs über eine verheulte Opferrolle kommuniziert werden. Hey, immerhin war sie eins der Spice Girls, die Mädchengruppe der Neunziger, die bewies, dass nicht nur fünf tanzende Typen on top of the world kommen konnten. Und deren laut hörbar mitgeschwungenes Role-Model-tum für eine neue Generation junger Frauen gern mal als Bubblegum-Version von Riot Grrrl gelesen wird. Okay: ziemlich bubblegum. Aber eben auch irgendwie: ein emanzipatorisches Moment. Oder doch nicht? Zur Feier ihres neuen Albums jedenfalls lud sich Mel C., die mit Abstand Erfolgreichste des Post-Spice-Girls-Kuchens, die eigentlich auf dem kompletten "Melanie" besteht, Presse ein. Um interviewt zu werden. Und wir hatten ja sowieso einige offene Fragen zum Gestern und Heute. Klar, wir wollten also so was von dabei sein. Schließlich gibt es ja eben neben "Congratulations, Melanie, what a good popsong" und "What should I worry about the group, I'm satisfied and a solo-artist by now" diverse zeitgenössische und hysterische Schauplätze zu durchqueren. Und Melanie Chisholm sollte uns führen.
Making The Band
Rückblickend war Anfang der Neunziger die Heirat von affirmativem Pop und gestenreich integrem Rock schon beschlossene Sache, wenngleich beide Seiten sich dereinst noch hasserfüllt beäugten. Grunge bewies auf der einen narzisstisch, trotzig, tumb und mitunter auch clever, wie viel Marktpotenzial in Subversion steckt, und verdonnerte den klassischen Phil-Collins-Mainstream mit großem Getöse in die zweite Reihe. Auf der anderen lag vitaler wie stigmatisierter Teen-Pop, dem man Szene-mäßig nun wirklich wenig zutraute - außer, die Größe dissidenter Rock-Heroen noch besser durch die eigene Niedrigkeit in Ästhetik und Inhalt zur Schau zu stellen. Dort aber schlummerte ein riesiges Potenzial bzw. war bereits schon einiges los. Nach den New Kids On The Block und in der aktiven Zeit von Take That. Ein Movement, das von Grunge und sonstigem Underground der Zeit markig abgelehnt wurde. Schließlich war man selbst ja eher ein proto-franziskanischer Bettelorden, der Verzicht gegenüber Materiellem und dafür das Annehmen von Leid predigte. Da passten offen mit großen Plattenfirmen kollaborierende Jungs, die auch noch gut aussahen, nicht rein. Die bekamen ja sogar die Mädchen. Teen-Pop wuchs mit viel Neid zu beachtlicher Größe heran. Und eben auch mit schonungslos entgegengebrachter Liebe.
So machten immer neue Typen-Bands die Runde, wobei der sonst eher geheim gehaltene, weil obszöne Umstand des Gecastet-Seins (man denke an Milli Vanilli, Boney M., The Monkees) mittlerweile offensiv zur Schau gestellt wurde. "Siehste mal!" und "Verrat", krächzte Grunge in angewidertem Reflex. Boygroups wurden trotzdem das Ding und die heiße Liebe von Millionen junger Mädchen. Ihr Limit war in der neu geordneten Welt der Neunziger nur noch ökonomischer Natur. Heißt: Höchstens konnten sich junge Frauen irgendwo auf der Welt diesen Luxus, Popmusik zu verfolgen oder zu empfangen, nicht leisten. Aber ansonsten hingen alle tief drinnen, deren Geräte westliche Global-Popstar-Players reinkriegten. Nur halt immer in Form von getunten Typen.
Während sich Teen-Pop über lange Zeit, bis zum Spice-Girls-Start-up-Mega-Hit "Wannabe" von 1996, nur über Typen als Akteure und Projektionsflächen definierte, war man da in Seattle und Umgebung schon früher viel weiter. Here we go again: Riot Grrrl hieß da die Parole und ist wohl bei den meisten schon mal vorbeigetickert, doch gerade im Zusammenhang mit dem Phänomen Spice Girls ist es gar nicht wichtig genug, zu erkennen, was in der Kleinstadt Olympia für ein dichtes Fundament für die euphorische Rezeption der britischen Girlband gemauert worden war. Nicht dass das geplant gewesen wäre. Denn die Riot Grrrls, deren bekanntestes Aushängeschild (wider Willen) heute Kathleen Hanna von Le Tigre ist, wurden Anfang der 90er aktiv als Reaktion auf die Mackertum-durchtränkte Indie-Rock-Szene, in deren testosteronigen Posen sich die musikbegeisterten Frauen nicht wiederfanden.
Und irgendwann auch nicht mehr wollten, sondern einfach ihr eigenes Ding auffuhren. Die Devise für Bands wie Bikini Kill, Bratmobile, Heavens To Betsy und viele andere KünstlerInnen, deren Namen nie fett gefeaturt wurden, war: DIY, mach es selbst, ohne scheiß Angst vor Dilettantismus-Vorwürfen. Learning by doing. Netzwerke bilden, der dick verbrüderten Jungs-Szene was entgegenhalten. Mit Missbrauch und alternativen Body-Images und sexuellen Identitäten fertig werden, gerne auch durch provokantes Schocken der Umwelt. Und klar, auch Sexismus und Paternalismus waren zu bekämpfen, z. B durch Women-only-Moshpits, stereotype Frauenbilder wurden hervorgeholt und durch eigene Inszenierungen gebrochen, z. B. durch niedliche Mädchenoutfits und Over-the-top-Hausfrauenkleider, und vor allem wurde sich durch zahllose persönliche Fanzines, Workshops und Conventions gegenseitig geholfen. Und nicht der Presse. Die verstand nicht, warum sie ausgeschlossen wurde, weil sich die so wütenden wie hübschen jungen Girls doch so gut verkaufen ließen. Sprach trotzdem, klassisch clueless, vom neuen Girlism, der das ehemals pejorative Wort "Girl" zu neuen Ehren gebracht habe, und reduzierte diese Erkenntnis auf Fashion-Accessoires wie Haarspangen, Kinderkleidchen und verschmierten Lippenstift.
Das war der Nährboden, auf dem ein ökonomisches Erfolgskonzept wie die Spice Girls gespenstisch perfekt geriet, aber dennoch: Ist es nicht besser, dass ein 11-jähriges Mädchen in der Provinz im Musik-TV anhand der Spice Girls zumindest ein Modell weiblicher Autonomie vorgeführt bekommt, als dass es vermutlich niemals etwas von den (massen-) medienkritischen Riot Grrrls hören oder sehen wird? Sprach eine kluge Autorin und hatte natürlich Recht.
Melanie sagt zu den Gegebenheiten, warum sie gerade auch als Girls in so großem Stil abräumen konnten - statt, wie offenbar lange bei Mädchen-Bands befürchtet, abzulosen: "Klar, bis zu uns gab es nur Boy-Bands als Big-Sellers. Die Mädchen waren lediglich die, die die Alben kaufen sollten. Mit den Spice Girls änderte sich das. Aber das halte ich nicht für unseren individuellen Verdienst. Vielmehr hatte es sich doch überall ergeben, dass Frauen in Berufe und in die Szenen strömten und dort ganz einfach auch ihr Ding machten. Und genauso war die Zeit damals einfach überreif für eine Gruppe nur mit Mädchen. Man kann sagen: Wir waren eine natürliche Reaktion."
Frauen / Sport
Die Spice Girls machten die Welt dann jedenfalls zweifelsfrei verrückt, riefen in den kühnsten Momenten ihrer Regentschaft sogar die "Spiceworld" aus. Auf eine All-Girl-Band hatten anscheinend wirklich alle gewartet. Und trotz der scheinbar ausdefinierten Produktrealität solch gecasteter Bands schienen hier die inhaltlichen Sackgassen, die sich bezüglich Caught In The Act, Boyzone oder der mittlerweile auch angetretenen Backstreet Boys auftaten, nicht richtig zu gelten. Irgendwie waren in all der glamourösen und kunterbunten Dynamik der Spice Girls doch ein paar zusätzliche Türen offen. Denn jenseits der auch schon fetischisierten Ultra-Vermarktbarkeit stand hier das emanzipatorische Moment.
Allein schon durch diesen geplatzten Knoten, den der Aufstieg der Girls beschrieb. Allein dadurch, dass die Millionen Mädchen, die das anging, so leidenschaftlich zeigten, dass sie eben nicht nur Bock hatten, als Jubel-Perserinnen anzuhimmeln, sondern dass sie sich vielmehr weibliche Role-Models in diesem System ersehnt hatten. Mädchen, die wie sie waren und die plötzlich Geltung fanden, ja, eine exponierte Rolle in all dem Trubel spielen durften. Ohne gleich irgendwelche total unerreichbaren Superstars wie Madonna oder Topmodels wie Schiffer sein zu müssen. Im Vordergrund stand daher auch beim Casting, fünf characters zu finden, die greifbar blieben. Dass sie extra nicht over the top Schönheitsideale verkörpern sollten, sondern das girl next door, das trotz Hübschheit real war und dem vor allem die beste Freundin näher stand als der Lover, wie es in "Wannabe" ganz simpel und doch fast schon Tabubruch-mäßig solidarisch abgefeiert wurde.
Tomboy
So ergaben sich die Nicks der fünf Mädchen. Ginger, Baby, Scary, Posh und eben Sporty. Wobei Melanie als Sporty es schon gut getroffen hatte. Immerhin konnte sie sich so in dem eher konventionellen Frauenbild, das ganz sicher hinter einer solch gefallsüchtigen Ambition wie "making a big all girl band" steckte, ein wenig freier bewegen. Ein wenig weniger, na, tussig als die zum Teil schon fast durchgeknallt chargierenden Kolleginnen. Ohne dass Melanie dabei Gefahr lief, aus der Rolle zu fallen. Und wenn man will, lässt sich gerade das Label "Sporty" sowie seine weiteren Bedeutungsebenen und die damalige Rezeption noch etwas detaillierter betrachten. Denn im Gegensatz zur 90er-sprichwörtlichen weiblichen Toughheit in einer man's world, die ja auch Ms. Madonna Bizeps Ciccone schon immer Trademark-mäßig vor sich her trug, wurde hier noch ein weiteres Türchen ganz sanft aufgestoßen: Von den weiblichen Identifikationsmodellen, die die fünf Frauen auf möglichst ausgewogene Weise mit ihren Rollen anboten und die postmodern versprachen, junge Mädchen dürften munter wählen und switchen, war die Rolle der Sporty am spannendsten. Hier wurde zwar noch gutes Aussehen, aber nicht mehr klassisch weiblicher Glamour 24/7 eingefordert. Mel C. verkörperte den sportlichen, in Unisex-Trainingshosen leicht androgynen Tomboy, der ganz sachte auch die Möglichkeit einer lesbischen bzw. einer nicht hetero-sexistischen Maßstäben unterworfenen Identität in sich hineinlesen ließ.
Ich und wie es wirklich war
Willkommen in der Illusion namens Gegenwart. 2003. Melanie C. sitzt vergnügt auf einer schönen Couch im Londoner Virgin-HQ namens "Kensal House". Das Anwesen mit der pompösen wie marmornen Pforte verbreitet innen drin einen sehr geschmackvollen, abgemilderten Landhaus-Stil. Alles ziemlich holzgetäfelt, alles ziemlich Empire. Durch die Schlitze des Fensterladens fällt Nachmittagssonne scheibchenweise auf das Ex-Spice-Girl. Sie sieht zufrieden aus, und ihr im Fernsehen bereits so hochgelobter Wiedereintritt "in a fantastic shape" ist gar nicht so schlimm, wie zuerst befürchtet werden musste.
Zwar hat sie sicher im Verhältnis zu den Strand-Bildern mit der Freundin, die ihr ja damals den bös gemeinten Lesben-Stempel aufdrückten, abgenommen, aber sie ist definitiv nicht vor Angst, Akzeptanz einzubüßen oder sonst nicht poppig und liebenswert genug zu sein, untergewichtig geworden. Ha! Was geht, Melanie? Sie spricht über ihre zweite Solo-Platte, die - wahrlich Zeit, es zu erwähnen - "Reason" heißt und die sie mit den unterschiedlichsten Knaller-Produzenten zur Hälfte in ihrer Heimat London und zur Hälfte in Los Angeles aufnahm. Als es um den Titel geht und das, was dahinter und im Vergleich zu ihrem Debüt "Northern Star" zu sehen ist, sportet Ex-Sporty ein paar keywords, die gerade zu Anfang von Interviews Sorgenfalten auf die Stirn der Fragenden legen. Sie sagt: "Ach, ich denke über so was nicht allzu viel nach. Für mich ist das neue Album zwar meine Sicht der Dinge. Aber I really don't believe in questioning things."
Aber Melanie lässt es neben dem Promo-Tagesgeschäft bezüglich der neuen Platte und entgegen dieses Postings, nicht alles hinterfragen zu wollen, auch zu, dass über den weiblichen Körper im Pop geredet wird und darüber, inwieweit man als gertenschlankes, erfolgreiches Teenie-Idol dabei doch noch die eine oder andere mit in die Magersucht reißt.
Du musst ja jetzt nicht mehr das Label Sporty Spice erfüllen - empfindest du die Abwesenheit von diesem sehr körperbetonten Image als erleichternd? Und wie ging es dir überhaupt damit?
Ach, da habe ich mir auch nicht so viel Gedanken gemacht. Das waren ja nur Spitznamen, die sich ein britisches Pop-Magazin für uns ausgedacht hatte. War letztlich nur Spaß, ich habe das nie so ernst genommen.
Aber mal konkreter: Was ist denn deine Meinung über die Rolle des weiblichen Körpers im Popbiz? Gerade auch unter dem Primat der Vitalität und Sexualität?
Das ist natürlich echt ein schwieriges Issue ... Mir ist klar geworden, dass die Weiblichkeit mit unheimlich vielen Obsessionen belegt wird, die doch eigentlich gar nicht nötig wären. Und die ich auch ziemlich beschämend finde. Viele Frauen, die mir begegnet sind in der Zeit, leiden richtiggehend unter dem Druck, der auf ihnen ... oder wenn du so willst, auf ihrem Körper lastet. Ich finde, man sollte sich endlich einer neuen Obsession hingeben - und zwar der von Gesundheit. Dass es nicht mehr so darum geht, wie du aussiehst, sondern dass du dich healthy fühlst.
Kannst du dich denn von diesen Erwartungen so frei machen, die ja auch auf deinen Körper projiziert werden?
Ich fühle ganz klar den Druck, dass ich weiß, wenn ich nicht ein bestimmtes Aussehen oder Gewicht habe, werde ich kritisiert von Medien. Aber das ist nicht meine Motivation, dass ich mich fit mache. Ich will einfach gesund sein. Sicher möchte ich dabei auch gut aussehen - aber wer will das nicht? Ich versuche einfach auch, so weit es geht, mich von der öffentlichen Meinung über mein Aussehen und Gewicht fern zu halten.
Kann das funktionieren? Und wie gehst du mit dem Interesse der Medien an deinem Körper, deiner Privatsphäre um? Hat man da noch die Macht, etwas für sich zu behalten?
Viel Einfluss hat man wirklich nicht. Ich bemühe mich dann eben, es nicht persönlich zu nehmen. Aber es geht nicht immer. Und ich bin mir auch sehr wohl bewusst, dass ich eine Menge junger, noch in der Entwicklung befindlicher Fans habe - und damit auch so was wie ein Role-Model für viele bin ... Und auch wegen ihnen ist es meine Verantwortung, gesund zu sein. Und nicht diesem Schönheitsideal der Medien nachzugeben.
Was meinst du damit konkret?
Ich möchte mich einfach nicht untergewichtig vor die Leute stellen und so tun, als wäre das in Ordnung und erstrebenswert. Es gibt viele, die sich dem beugen und aufhören zu essen. Das ist ein riesen Problem überall. Aber das ist nicht meine Vorstellung von einem gesunden Körper.
Du verstehst damit deine Rolle und die deines Körpers tatsächlich als verantwortungsvoll gegenüber deinen Fans?
Sicher. Obwohl es auch nicht leicht ist. Plötzlich so etwas überhaupt erfüllen zu müssen. Wenn dein Lebensstil und auch deine Schwächen plötzlich nicht mehr nur dich angehen. Sondern eine Menge junger Frauen. Das macht es nicht leichter. Aber ich möchte eben alle ermutigen, gesund und glücklich zu werden.
Und wie fühlst du dich, wenn private Bilder von dir durch die Presse gehen? Gerade warst du doch in den Zeitungen im Urlaub mit deinem neuen Freund.
Na ja. So ist das halt. Du siehst Fotos von celebrities on holiday all the time. Das muss man nicht mögen, aber akzeptieren. Gerade als Frau, wenn man in Ferien ist und am Strand Bikini trägt, steht man im Zentrum des öffentlichen Interesses. Aber was soll man machen?
Also ist das für dich der price to pay und kein konstanter Kampf dagegen?
Nein. Weißt du. So ist es halt, berühmt zu sein. Ich will mich ja auch nicht beklagen. Du musst diesen Part so gut du kannst ignorieren.
Und der Rest
Fehlt in Bezug auf den chronologischen Ablauf noch der Split der Spice Girls und das fünffache Going-Solo, das nur Melanie zur Spitze führte. Nun. Zwischen Nachbarsmädchen-Sein und Weltruhm lagen wenige Wochen, und alles drehte sich in Rekordgeschwindigkeit. "Am präsentesten ist mir", sagt Melanie, "dass alles so schnell ging. Wenn ich jetzt so schaue, kann ich gar nicht glauben, part of it gewesen zu sein. 'Das war ich?' frage ich mich. Es waren ja drei Jahre - aber es kam mir höchstens wie ein paar Monate vor." Mit dem Aussteigen von Geri Halliwell war eigentlich schon alles gelaufen, der Vierer-Aufguss 2000 mit dem Album "Forever" glaubte sich seine Ewigkeits-Proklamation längst schon selbst nicht mehr und floppte nachhaltig. Die Mädchen waren zu der Zeit auch bereits alle mit ihren Gedanken bei der Solo-Karriere, wobei speziell Victoria Beckham und Mel B. mit unglaublich furchtbaren Platten glänzten. In diese Zeit fielen auch die Körper-Extreme der Girls: Melanie C. überschritt das Hungerleiderinnengewicht und galt als hemmungslos fett, während Victoria und Geri aufs Bedenklichste abmagerten. Was ihnen letztlich noch nicht mal den zweifelhaften Fame des chauvinistischen Common-Sense brachte.
Aber das ist wohl der typische Arbeitsablauf in den Massenmedien: Frauenkörper sollen bitte ja nicht die Unverschämtheit besitzen, zu viel Platz einzunehmen, sondern ganz dünn und damit fragil und fast "nicht-da" sein. Wehe jedoch, wenn die verbissen antrainierte Magerkeit dann ausgemergelt, sehnig, "irgendwie unweiblich" und hart wirkt, wie bei Geri: dann wird genüsslich der nächste Häme-Kübel ausgeschüttet und über "bony asses" gefeixt.
An Melanie C.s Musik perlte das alles ab. Sie wurde vollkommen zu Recht zum Mega-Seller der Post-Spice-Ära. Und stellt ihren Anspruch auf die Krone mit "Reason" erneut unter Beweis. Ihr Pop bleibt dramatisch wie lässig und ist geprägt von dem geilen britischen Akzent, der durch seine leicht underclassy Arbeiterinnen-Färbung so einladend authentisch klingt. Eben die glamouröse Entsprechung des Next-Door-Feelings. Zeit zu gehen. Und zu schreiben: Melanie hat eine neue Platte raus. Und statt magersexy verbreitet sie die Botschaft ihres neuen Götzen namens: "healthy". Alle Macht den Gesunden? Spooky. Ach, trotz all der tollen Songs und guten Laune fühlt man sich am Ende des Tages doch wieder wie Scary Spice.
Text: Sonja Eismann
Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
TheHace - 05.04.2006, 17:30Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
danke für's tippen ;)
kannte ich nur auszugsweise -warum auch immer
sehr interessant
Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
Jessy - 05.04.2006, 17:35
die einleitung kommt mir aber auch bekannt vor :D
danke yvonne :knuddel:
Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
littleangel - 05.04.2006, 17:56
danke :)
Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
Natalie - 05.04.2006, 18:08
Vielen Dank! :)
Re: Melanie C Die natürliche Reaktion
northern star - 05.04.2006, 18:45
habs gerade mal überflogen. danke!
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rostock 2003 - erledigt - gepostet von JCBack am Samstag 03.09.2005
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