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Re: Soldatenkinder
Anonymous - 28.03.2006, 20:18Soldatenkinder
Banner, im Winde weht,
sauber und stolz,
Streitmacht Parade geht,
mit Gewehren, aus Holz.
Kinder in Uniform,
so jung in den Jahren,
sprengt jede Menschennorm,
was wird ihnen widerfahren?
Flinte im Anschlag,
ist nicht mehr geschnitzt,
mancher nach Haus mag,
es wird zur Front geflitzt!
Keine Parade, kein großes Fest,
jetzt wird verreckt,
für den Diktatorenrest!
Die Fahne zerfetzt,
so liegt sie im Schlamm,
zwischen toten Kindern,
auf dem Schützengrabendamm.
Kein Spielzeugauto,
kein Teddybär,
nur fragende Augen,
vom Kinderheer.
Re: Soldatenkinder
Maraiah - 28.03.2006, 20:23
Hi Peter.
Das passt schön zu meinem Thema. Krieg findet auf so vielerlei Art statt. Allein schon, wenn wir die Kinder unter Druck setzen, dann machen wir Krieg. Kein Kinderlachen mehr. Nur traurige Augen, Bauchweh, Schmerz und Schwere ...
... krieg findet überall um mich rum statt. Schwer dem mit Frieden zu begegnen.
Gut, dass wir die reele Form des Krieges hier nicht erleben, zur Zeit.
Re: Soldatenkinder
Anonymous - 29.03.2006, 16:32
Ja, Krieg ist etwas fürchterliches, für alle Seiten. Vorwiegend unsere Kinder werden, wenn sie "einen Krieg" überleben für immer traumatisiert sein. Gerade jene, die "unsere" Zukunft sind!
Re: Soldatenkinder
Maraiah - 29.03.2006, 19:00
Peter hat folgendes geschrieben: Ja, Krieg ist etwas fürchterliches, für alle Seiten. Vorwiegend unsere Kinder werden, wenn sie "einen Krieg" überleben für immer traumatisiert sein. Gerade jene, die "unsere" Zukunft sind!
Da sagst du was sehr treffendes: Meines Erachtens weiß das keine Generation besser als unsere (meine). Unsere Eltern sind ja alle Kriegskinder. Meine Mutter zb. ist 1941 geboren und hat heute eine ausgeprägte Sozialphobie und dermaßen Ängste, dass sie nicht mehr klar denken kann, weil das nie behandelt worden ist ...
Mein Vater ist 1945 geboren und hat die Nachkriegszeit mit einer alleinerziehenden traumatisierten Mutter erlebt, die den Krieg ganz intensiv durchlebt hat...
... und das sind die Menschen, die uns dann "erzogen" "begleitet" haben und deren Ängste wir dann heute kompensieren ... so geht das immer weiter ... irgendwie.
Warum hast du so sehr ein Thema damit ? Mir fällt das auf, dass viele deiner Gedichte davon handeln ?
Re: Soldatenkinder
Anonymous - 31.03.2006, 20:39
Mir geht es ähnlich Mara. Meine Eltern waren in den Kriegsjahren Kinder, Heranwachsende.
Meine Mutter z.B. wurde während eines Bombenangriffs auf Kassel im Weinbergbunker fast verschüttet.
Du hast recht, da bleibt etwas sehr viel hängen!
Über dieses Thema schreibe ich, weil es zu schnell, zu leicht in Vergessenheit geraten ist. Zwar erinnert man sich an Kriege, an Verzweiflung, an Bruchstücke, aber das alles sehen wir, z.B. in den Medien und schalten ab, wenn wir es möchten, ohne uns ernstere Gedanken darüber zu machen.
Über dieses Thema schreibe ich, weil ich ein sehr sensibler Mensch bin, gerade wenn es um Unrecht, um Tot, um Vergewaltigungen des Lebens geht,...meinem Sternzeichen eigentlich gar nicht gerecht :roll
Und ob Du es glaubst oder nicht, manchmal habe ich Tränen wärend der Verse schreiben in den Augen.
In diesen Momenten könnte ich sofort meinen Rucksack packen und würde liebend gern zum "Gesehenen oder Gelesenen" eilen, ihm, ihr, oder denjenigen helfen und ihre Peiniger am Hals fassen und lange, lange schütteln!
Einer meiner größten Wünsche wäre es, wenn wir alle "zusammen" leben könnten, damit ich/wir nie wieder auf solch Gedanken kämen!
Re: Soldatenkinder
Lonny - 31.03.2006, 21:27
Mein Vater ist 1899 geboren und hat als Jugendlicher den ersten und als Mann den zweiten Weltkrieg miterleben müssen.
Leider verstarb er, als ich erst elf Jahre alt war
und damals war ich einfach noch zu klein um ihn zu fragen nach seinen Erlebnissen.
Ich weiß nur, dass er in Kriegsgefangenschaft in Sibirien war und abgemagert heim kam - mehr auch nicht.
Ich weiß aber auch nicht, ob er hätte reden wollen.....???
Re: Soldatenkinder
Maraiah - 02.04.2006, 15:03
Mein Opa war auch in Sibirien. Er hat nie davon erzählt, nur einmal - als er bei einem der unzähligen Streits darüber, ob man Essen wegschmeißt, wenn es angeschimmelt, alt ist, mit einer seiner Töchter so wütend war, dass es ihm wohl rausgerutscht ist.
Ich mochte meinen Opa sehr. Er war für mich immer ein besonderer Mensch. Er hatte viel Humor, lachte viel, war sehr zufrieden mit allem und fügsam, genügsam. Ich denke, dass es von diesen Erlebnissen gekommen ist, über die er nie sprach. Er sah das Leben danach mit völlig anderen Augen und nichts von unseren alltäglichen Reiberein, Problemen konnte ihn tangieren. Ich habe ihn nie diskutieren gesehen, außer mit seinen Töchtern, wenn es ums Waschen oder ums Essen ging *lol ... oder darum, dass er seine Taschentücher zum Waschen rausrücken sollte ... *hihi ... meine Mutter und ihre Schwester fanden das wohl nicht witzig, ich schon. Ich liebte diesen alten Mann und ich hab ihm stundenlang zuhören können, wenn er von früher erzählte ...
Er hatte eine Kriegsverletzung und Splitter im Körper, die hierhin und dahin wanderten. Aber die konnten ihn ebenso wenig umbringen, wie eine offene TB - er stand auch aus dem Koma wieder auf und lebte noch sehr lange bei meiner Tante. Erst als man ihn verpflanzte nach Norddeutschland hat es ihn dann umgehauen, er war aber auch weit über die 80 mittlerweile ...
Er hat auch noch 2 Kriege miterlebt.
Re: Soldatenkinder
Lonny - 02.04.2006, 21:03
danke für deine Antwort!
Ich habe duch das hohe Alter meiner Eltern meine Großeltern nicht mehr kennenlernen können.
Eigentlich sollte ich ein Auto werden...
also meine Eltern hatten für eines gespart
und hatten mit solch einem "Unfall" wie mir überhaupt nicht mehr gerechnet
und dann meldete ich mich an
und sie haben das Geld für mich = Babyzimmer und so
gebraucht
und meine Schwester fand das damals unmöglich ,denn sie hatte grade ihren Führerschein bestanden und sich so sehr auf das Auto gefreut .
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