Der letzte Kampf

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    Re: Der letzte Kampf

    kikuma - 25.07.2008, 11:17

    Der letzte Kampf
    Rauch steigt aus dem Wald empor, das letzte Zeichen das es hier einst Leben gab. Die Erde verbrannt und voller heisser Asche. Es ist totenstill, es regt sich kaum ein Lüftchen. Doch beim genauen Hinhören ist ein gedämpftes Stampfen zu vernehmen. Es scheint als würde noch jemand Leben. Der Satyr knurrt bedrphlich, als er die Taurin sieht, die sich ihm nähert. Er murmelt einen dunklen Zauber, doch ehe er ihn wirken kann trifft ihn ein Blitzschlag. Wütend zischt er dunkle Worte, doch die Taurin widersteht ihm und schickt selber einen Feuerball los. Der Satyr duckt sich unter weg und rennt auf diese verdammte Shalu zu, bearbeitet sie mit seinen messerscharfen Krallen. Es verbitterter Kampf tobt, und endlich fällt der Satyr. Doch auch die Taurin ist schwer verletzt und das Leben weicht aus ihrem Körper. Der Wald füllt sich mit Leben, Stimmen und Schritte hallen überall her.
    "Mutter" die Stimme klingt jung und überaus besorgt.
    Wolkenwind strafft ihren Körper und bittet den Wind ihrer Tochter zu zeigen, wo sie ist..es bleibt nicht mehr viel Zeit. Sie nimmt die Kette von ihrem Hals, das Amulett glimmert warm. Mit geschlossenen Augen spricht sie die Worte der alten, längs vergessenen Sprache. Für einen Moment erhellt sich der Platz und dann ist es wieder dunkel und staubig, die Taurin fällt zu Boden.
    Lyreesa spürt wie der Wind ihre Wange streichelt und leise zu ihr spricht. Angst überfällt sie. Nicht jetzt, bitte jetzt noch nicht. Mutter darf nicht sterben. "Ich weiss wo Wolkenwind ist, folgt mir." Lyreesa führt die wenigen Überlebenden zielstrebig. Eigentlich ist sie zu jung um zu kämpfen, fast ein Kind noch..aber die Geißel fragt nicht nach dem Alter, sie zerstört alles Lebende. Endlich erreicht sie denn Körüer ihrer Mutter, wo er liegt ist die Erde nicht verbrannt, aber sie regt sich nicht mehr.
    "Mutter..nein..bitte du darfst nicht sterben." Tränen fliessen über das junge Gesicht.
    Wokenwind regt sich, reicht Lyreesa die Kette. "Versprich mir....*röchelt leise* das...du es..dem Kind...gibst..du wirst..wissen...welchem..."
    Lyreesa versucht aufmunternd zu lächeln. "Das wirst du selber machen, du wirst es überstehen" Ihr Blick schweift zu dem Heiler, der die Wunden ihrer Mutter versorgt. Bedauernd schüttelt er den Kopf.
    "Tochter des Herzens...bitte..." Der Atem von Wolkenwind ist kaum hörbarbar. "Das Wissen...muss..weiter..."
    Lyreesa nimmt schnell die Kette und umarmt ihre Mutter. "Ich verspreche es dir, ich werde sie weiterreichen." Zorn mischt sich in ihre Gedanken. Diese verdammten Dämonen und ihre Helfer.
    "Vergiss ...nie...Rache ist...keine..keine..." Wolkenwind hustet Blut in hohem Schwall.
    Lyreesa wiegt ihre Mutter sanft, unterdrückt ihre Agst und ihre Wut. "Ich werde nicht vergessen was du lehrtest, ich werde dich nicht enttäuschen." Liebevoll hält sie ihre Mutter in den Arm und murmelt leise Worte. Wolkenwind lächelt sanft, und dann ist das restliche Leben versiegt.
    "Lyreesa, ihr könnt nichts mehr für sie tun. Wir müssen weiter und den anderen berichten. Wir dürfen keine Zeit verlieren."
    "Ich kann sie nicht hierlassen, wir müssen sie mitnehmen." Lyreesa klingt trotzig und resignierend zugleich. Sie weiss, das es keine Zeit zum Trauern gibt. Langsam löst sie sich von ihrer geliebten Mutter, verschliesst deren Augen und kniet dann nieder um ein Gebet an die Natur zu schicken. Inständig bittet sie sie um Kraft für ein neues Leben. Dann legt sie ihre Hand auf den Boden, ein grüner Lichtschimmer fliesst von ihr in die Erde. Sie kann es spüren, ein neues Leben erwacht. Ein kleines Samenkorn beginnt unter ihrer Hand aufzugehen, feine Wurzeln graben sich tief in die Erde, sehr tief um an das verborgene Wasser zu kommen. Ein Schößling wächst hervor, klein aber stark genug um alles zu überdauern und zu wachsne..und um den Körper ihrer Mutter zu schützen. Langsam erhebt sich Lyreesa, hängt sich die Kette um und wendet sich an die staunenden Begleiter. "Brechen wir auf" Eilig verlässt sie den Ort, bleibt plötzlich stehen und wirft einen letzten Blich auf ihre Mutter, die inzwischen von den Wurzeln des Baumes sanft umfangen ist.
    "Leb wohl"
    Lyreesa läuft den anderen hinterher. Nun liegt es an ihr, das Land zu verteidigen und die Geschichten ihres Volkes zu bewahren.



    Re: Der letzte Kampf

    kikuma - 25.07.2008, 11:55

    Ein besonderes Kind
    Lyreesa wandert unruhig von einem Zelt zum anderen, hält ab und zu inne und streichelt über ihren prallen Bauch. Bald wird es kommen, das vierte Kind. Die werdene Mutter lächelt und gestattet sich eine kleine Pause zum Träumen. Und schon tritt sie ein, in den Ort an dem es so ist als wenn nie ein Lebewesen es besudelt hätte. Entspannt lässt sie ihren Geist wandern, wenn sie nur länger verweilen könnte, aber das Kind kommt bald. Plötzlich zieht es in ihrem Unterleib, und das Stechen holt sie in die Wirklichkeit zurück. Starke Arme unfangen sie. "Liebste, was machst du nur. Du solltest dich ausruhen. Es gibt genug Tauren die sich um die Alten und Kranken kümmern können. Du musst etwas ruhen."
    Lyreesa schmiegt sich in die Arme ihres Mannes, nur um sich dann zu lösen und unruhig weiter zu gehen. Schleichhuf lächelt verständnisvoll. Er hat das ganze schon dreimal miterlebt. "Ich werde der Hebamme Bescheid geben. und du entferne dich nicht vom Lager. Wenn Zentauren Späher hierher senden bist du eine zu leichte Beute." Allein der Gedanke, das seiner Geliebten etwas passieren könnte lässt ihn erschauern und er wendet sich schnell zum gehen.
    Lyreesa nickt, doch ist sie mit ihren Gedanken woanders. "Mutter..wie gerne hätte ich dich bei jetzt bei mir." Plötzlich spürt sie einen sanften Windhauch, der ihr Gesicht zu streicheln scheint. "Danke" Lyreesa wandert zum Rand ihres Lagers. Hier ist sie sicher, doch etwas treibt sie an, diesen Ort zu verlassen. "Einige Schritte kann ich mich wohl entfernen" Gesagt getan wandert sie weiter bis zum nahen Fluß, der Schatten eines großen Baumes lädt zum Ausruhen ein. Noch während sie darauf zugeht spürt sie wieder das Stechen, das ihr fast den Atem nimmt. Und wieder und wieder. Panik steigt in ihr auf. Wäre sie doch daheim geblieben. Die Schmerzen steigen ins unermessliche. Lyreesa wankt, kann sich gerade noch an dem Stamm festhalten. Sie spürt wie Flüssigkeit ihre Beine herunterläuft und sich das neue Leben nach draußen drängt. Wütend und verzweifelt reisst sie ihren Kilt entzwei. noch nie war sie bei einer Geburt alleine. Als sie erneut wankt wird sie plötzlich gehalten. Es bleibt keine Zeit zum Wundern, denn die Wehen werden immer stärker. Sanft wird sie zu Boden gelegt..nein die Erde kommt näher..Lyreesa will etwas sagen, kann sich aber nur auf die Geburt konzentrieren. Und dann - so schnell wie es began - enden die Schmerzen und ein kleines Wesen schreit empört in die Welt. Lyreesa schnauft vor Anstrengung, will sich dem Kind zuwenden, doch ist sie zu geschwächt. Sie schliesst die Augen um Kräfte zu sammeln, als sie das Kind in ihren Armen spürt. "Danke" Sie legt das Kind an ihre Brust, und während es zufrieden nuckelt, greift sie nach einem Stoffetzen. Sie blickt sich nach dem Helfer um..aber niemand ist da. Lyreesa versucht such aufzusetzen, und als sie es nicht ganz schafft spürt sie wieder die Hilfe - und entdeckt das es die Äste des Baumes sind die ihr zur Hilfe eilen. Tränen steigen in ihr auf, als sie ein Gespräch zum Dank spricht. Plötzlich entdeckt sie einen kleinen Waserlauf, der direkt neben ihr fliesst, der ganz sicher vorher nicht da war. Sie taucht den Stoffetzen hinein und wischt ihre Tochter sauber. Das Neugeborene blickt ihre Mutter an. Wieder spürt Lyreesa den zärtlichen Wind, die Wärme der Erde, das fröhliche Glucksen des Wassers. Noch nie hat sie es so stark wahrgennommen, und als sie in das friedliche Gesicht ihrer Tochter blickt steigt in ihr eine Ahnung auf. Wie um es zu bestätigen leuchtet die Kette auf, die sie einst von ihrer Mutter erhielt. Erschüttert nimmt sie die Kette ab und will sie ihrer Tochter anlegen, als das Amulett noch heller strahlt und das Licht in das Neugeborene fliesst, und sich dann vollständig auflöst.
    Lyreesa wiegt ihr Kind sanft. "Kikuma, du wirst Kikuma heissen." Das Neugeborene schliesst die Augen und schläft ein, so als wäre es zufrieden mit den Namen.



    Re: Der letzte Kampf

    kikuma - 20.08.2008, 18:27

    Druidenschamane
    Das Taurenkind sitzt regungslos mit halbgeschlossenen Augen am Flußufer, in der Hand eine Schnurr haltend. Daneben, im Wasser steht ein Geflecht in dem einige Fische gefangen sind. Das Mädchen weiss, das es genug für ihr Stamm ist, und beinahe unverschämt die Erdenmutter um weitere Beute zu bitten..aber sie hofft und wartet auf den einen Fisch..jenen den ihr Bruder verlor wegen ihrer Unachtsamkeit. Noch immer ist er erbost darüber und spricht kein Wort mit ihr. Und aus diesem Grund schleicht sie Nacht für Nacht aus dem Lager um zu fischen...
    Die Sonne schickt ihre ersten warmen Strahlen über das Land, und die Kleine weiss, das sie zurückgehen sollte, aber dieses mal wird sie nicht ohne den richtigen Fisch gehen.
    Ihre Gedanken wandern zu ihren älteren Brüdern, die alle groß und stark sind, sogar ihre jüngere Schwester kann ihr schon auf den Kopf gucken. Während sie ihren Gedanken nachhängt scheint sich die Landschaft zu verändern. Erstaunt legt die Shalu die Schnurr beiseite und tritt verwundert näher. Wo der Fluß eben noch floß, liegt ein Wald vor ihr, so schön und die Luft so rein. Es ist, als hätte noch kein Lebewesen Hand an der Natur gelegt. Innerlich von Frieden erfüllt streift sie durch die Welt, ohne jegliches Zeitgefühl, als sie plötzlich spürt, das sie beobachtet wird..

    " Wo ist Kikuma?" Donnerhuf zuckt die Schultern. "Was weiss ich wo sie steckt, es ist mir egal." Schleichhuf fixiert seinen Erstgeborenen mit einem scharfen Blick. "Sie ist deine jüngere Schwester - geh und such sie! Und komm nicht ohne sie wieder." Donnerhuf setzt zu einer Antwort an, besinnt sich aber eines Besseren und macht sich murrend auf die Suche. Kikuma..so eine seltsame Tauren muss ausgerechnet seine Schwester sein, so ein zierliches, kleines Ding, eine Schande für die Familie. Sie kann nicht einmal ein Schwert oder eine Axt halten, ein Stock ist ihre Waffe. Schnaubend setzt Donnerhuf seine Suche fort. Schnell entdeckt er ihre Spuren und folgt ihnen bis zum Flußufer. Widerstrebend anerkennend mustert er die gefangenen Fische, stubst dann Kikuma unsanft an, damit sie mitkommt. Sie reagiert nicht. Verärgert will er an ihren Schultern rütteln, als die Erde bebt und ihn umwirft. Blitzschnell springt er auf und rennt zurück zum Lager. Dort angekommen erzählt er alles seinen Eltern, die sich sofort auf den Weg machen.

    Das Taurenmädchen schaut sich suchend um, wer es beobachten könnte. Sie verspürt keine Furcht, ist sich sicher, das es keine bösartige Kreatur sein kann. Sie sieht einen Schatten der davonhuscht und folgt ihm..bis zu einer Lichtung...wo ein grüner Leviathan sitzt und sie aus halbgeschlossenen Augen anblickt.

    Schleichhuf betrachtet seine Tochter nachdenklich, ein Verdacht keimt in ihm auf, aber das ist schlichtweg unmöglich. Er schüttelt den Kopf. Unmöglich! Ein Blick auf seine Frau zeigt ihm, das sie einen ähnlichen Schluß gezogen haben muss. Sanft küsst sie ihre Tochter auf die Stirn und umarmt dann Schleichhuf. "Du musst auf uns achtgeben. Ich werde versuchen sie zu finden, ich hoffe es ist noch nicht zu spät. Wie konnte das nur passieren?" Liebevoll drückt er Lyreesa an sich. "Pass auf dich - auf euch - auf." Langsam löst sie sich von ihm, setzt sich neben ihre Tochter und entspannt sich, während ihr Geist sich in den smaragdgrünne Traum begibt.l

    "Kikuma, du bist keine Druidin und wagst es dennoch in mein Reich einzudringen?" Die Stimme klingt volltönend, ernst aber nicht aggressiv. Die Tauren kann ihren Blick nicht von den Drachen lösen. "Verzeiht....ich...ich...plötzlich war da...und dann..." Kikuma verhaspelt sich. Sie hat viel gelesen und viel gelernt, nur nicht wie man sich einem Drachen gegenüber verhält und mit ihm spricht.

    Lyreesa entdeckt schnell die Spur ihrer Tochter und folgt ihr mit rasenden Herzen. Als sie die zwiten Spuren entdeckt macht ihr Herz eine Sprung und sie beschleunigt ihre Schritte.

    Der Drache schnaubt. "Willst du sagen, das du nicht versucht hast in meine Welt einzudringen, und das es einfach passierte?" Kikuma nickt schwach, kann den goldenen Blick nicht standhalten und blickt zu Boden. Der Schwanz des Leviathans peitscht hin und her. "Vor langer Zeit erlaubte ich den Druiden herzukommen - nur Druiden! Selbst ausgebildeten fällt es schwer sich hier zurechtzufinden....was mache ich nur mit dir?" Aufmerksam wird Kikuma beobachtet, gemustert, eingeschätzt.

    Lyreesa entdeckt die Lichtung und bleibt fassungslos stehen, als sie sieht mit wem ihre Tochter sich unterhält. All ihren Mut zusammennehmend eilt sie zu ihrer Tochter, stellt sich schützend vor sie und kniet dann nieder. "Herrin, vergebt meiner Tochter. Sie ist eine gute Shalu, bitte lasst Gnade walten, mächtige Ysera"
    Das Drachenweibchen zischt leise, geht einige Schritte auf und ab und schliesst dann die Augen für einen Augenblick. Als sie sie wieder öffnet fixiert sie Kikuma. "Ich spüre in dir den Respekt und die Liebe zur Natur wie zu allen Elementen. Ich sagte eins, das nur Druiden hier sein dürfen und natürlich mein Schwarm und die anderen Aspekte. Ich kann meine gesprochenen Worte nicht ungeschehen machen, und somit habe ich eine Entscheidung gefällt."
    Lyreesa wimmert leise "Sie ist noch ein Kind, sie wusste nicht was sie tat." Kikuma hingegen hebt ihren Kopf und blickt in die Augen des Drachen und was sie dort sieht lässt sie staunen.
    "Von nun an, Kikuma wirst du den Titel *Druidenschamane* innehaben und ich werde dich adoptieren, als wenn du mein eigen Fleisch und Blut bist. Somit hast du alle Rechte und auch Pflichten meines Schwarmes!" Kaum hat sie diese Worte gesprochen, haucht sie einen grünen Strahl gen Kikumas Brust. Über ihrem Herzen brennt sich das Abbild eines schlafenden Drachens ein. Kikuma hält ganz still und schluckt den Schmerz hinunter. "Von nun an bist du eine von uns und bist jederzeit willkommen. Nun werden wir in deine Welt gehen und den Schwur wiederholen. Du musst wissen, hier im smaragdgrünen Traum ist nichts so real wie in deiner Welt, aber ich werde dich das noch lehren."

    Kikuma blinzelt. Die Sonne, die sich im Fluß spiegelt, blendet sie. Was für ein Traum! Doch als ein riesiger Schatten über sie fällt und die grünen Schuppen das Sonnenlicht reflektieren, weiss sie das es kein Traum war. "Ysera" Der Leviathan haucht abermals einen grünen Strahl an Kikumas Herz, und wieder hält sie still. "Nun bist du gezeichnet in der Seele und am Körper, meine Tochter." Ysera breitet ihre Schwingen aus. "Wir sehen uns bald wieder!"
    Schleichuf blickt erschüttert zwischen seiner Frau und Tochter hin und her. Lyreesa schüttelt nur den Kopf. "Später"
    Ihre Eltern helfen Kikuma hoch, haken sich ein und bringen sie zum Stamm. Die junge Tauren lässt sich tief in Gedanken versunken führen, wissend das sie sich nun noch mehr von den anderen unterscheidet.



    Re: Der letzte Kampf

    kikuma - 19.11.2008, 13:17


    Kikuma eilt hinaus. Sie hat genug von diesem Fest, von diesen vielen Tauren die aus allen Regionen hergekommen sind um das Frühlingsfest der Einigung zu feiern. Sie kann es kaum ertragen wie ihr Bruder sich vor den anderen Taurinnen brüstet..und noch weniger erträgt sie die vielen Augenpaare die sie prüfend mustern. Die Alten die an ihrem Wissen teilhaben wollen und die Jungen für die Kikuma absonderlich ist, schon aufgrund ihrer Größe und Statur. Sie wünscht sie könnte wieder im Zelt der Kinder schlafen doch das ist ihr nicht vergönnt, sie ist eine junge Frau und so muss sie zwischen den schnatternden und kichernden Taurinnen liegen die nur so von den Taurenmännern schwärmen.
    Endlich ist sie weit genug von dem riesigen Lager entfernt indem ein geschäftiges Treiben herrscht. Kikuma nimmt ihren Stab und beginnt einige Übungen, nicht wirklich um sich für einen Kampf zu trainieren, sondern sich durch die immerwährende Wiederholung zu entspannen.
    "Du musst den Stab mit der linken Hand weiter oben anfassen."
    Kikuma blickt sich erschrocken um. Sie hat nicht bemerkt das sich jemand genähert hat. Vor ihr steht ein großgewachsener Taure, dessen Muskeln gut sichtbar sind. Nur mit einem Lendenschurz bekleidet steht er mit verschränkten Augen da. Das Gesicht nachdenklich verzogen und mit leuchtenden grünen Augen beobachtet er sie.
    Halbherzig fasst Kikuma den Stab wie geheissen. Das hat ihr noch gefehlt das ihr wieder jemand versucht beizubringen wie man Waffen richtig benutzt.
    "Du solltest lieber einen Streitkolben und ein Schild nehmen, um deine schwachen Arme zu stärken."
    Kikuma lässt den Stab fallen und starrt den Tauren an. Aber in seinem Blick liegt nichts Gemeines oder Überhebliches. Widerstrebend muss Kikuma ihn Recht geben, das sie nicht besonders stark ist..und dennoch..es zu hören. Ungeduldig schüttelt sie den Kopf. Schon oft hat sie gehört das sie zu schwach, zu klein zu zart..zu anders ist. Warum also sollte es ihr dieses mal etwas ausmachen?
    "Kikuma, ich meine es nur gut. Nun schau nicht so. Ich glaube jeder kennt deinen Namen. Und damit ich nicht weiter im Vorteil bin..ich bin Ruyo Donnerblitz" Der Taure deutet eine Verbeugung an, offensicht amüsiert darüber das Kikuma ihn so verblüfft ansieht.
    "Da du jeden Tag hierherkommst habe ich mir erlaubt einige Waffen mitzubringen." Mit diesen Worten drückt Ruyo ihr einen Streitkolben und ein Schild in die Hand. Er zeigt ihr wie sie es richtig halten muss. Kikuma ist zu erstaunt um etwas zus sagen, sie folgt seinen Anweisungen ohne richtig zu bemerken was sie gerade macht. Als die Sonne die Landschaft in rotes Licht taucht nickt Ruyo anerkenend. "Ausdauernd bist du, aus dir kann noch etwas werden."
    Kikuma schnaubt leise. Was bildet er sich ein. Mit einer knappen Bewegung des Dankes dreht sich Kikuma um zurück zum Lager zu gehen. Ruyo ruft ihr lachend hinterher "Ich erwarte dich morgen um die gleiche Zeit:"
    Für Kikuma vergeht die Nacht viel zu langsam. Ihre Gedanken schwirren in ihrem Kopf. Warum ist Ruyo so nett? Ist das ein Trick um sie blosszustellen? Bestimmt hat ihr Bruder das eingefädelt. Als der Morgen anbricht macht sie ihre täglichen Aufgaben und geht dann zu ihrem Platz. Ruyo wartet schon auf sie, bereit ihr noch mehr beizubringen.
    So vergehen die nächsten Tage und die Vorbereitungen für das Fest sind abgeschlossen. An diesem Abend sollten die wirklichen Feierlichkeiten beginnen mit Tanz und Gesang. Die riesigen Trommeln sind aufgebaut und gespannt. Kikuma hat kein Interesse daran sich unter das Volk zu begeben..es wäre das erste Mal das sie mit den Erwachsenen tanzen dürfte, aber sie verspürt kein Interesse daran.
    Mit dem Sonnenuntergang beginnen die Tauren die Trommeln zu schlagen. Erstaunt legt Kikuma die Waffen zur Seite und lauscht. Ruyo stellt sich dicht neben sie, murmelt "Es ist magisch, nicht wahr?"
    Kikuma nickt und lauscht den Trommeln, beobachtet die Tanzenden am Feuer. Plötzlich spürt sie wie Ruyo seinen Arm um sie legt. Ohne Nachzudenken schmiegt sie sich an den Tauren. Merkwürdigerweise fühlt es sich richtig an. Als die beiden dicht aneinandergeschmiegt den Trommeln lauschen, merkt Kikuma das die Trommeln ihren eigenen Herzschlag wiedergeben. Langsam hebt sie ihren Blick und wird von Ruyo´s Augen magisch angezogen. Als seine Lippen ihre berühren scheint es als wäre sie endlich ganz. Zärtlich zieht er Kikuma zu Boden. Ohne ein Wort wechseln zu müssen verstehen sie sich, sind ihre Herzen im Einklang. Während sich ihre Körper sinnlich vereinen, scheint die Welt den Atem anzuhalten. Noch lange nachdem die Trommeln verklungen sind liegen die Liebenden aneinandergekuschelt und sehen sich an. Wissend das sie den Tauren fürs Leben gefunden haben.
    "Du musst aufwachen:" Die Stimme ist drängend, doch Kikuma mag ihr nicht nachgeben. "Ihr seid in Gefahr. Wach auf!" Kikuma reisst die Augen auf und ihr Blick fällt auf den schlafenden Ruyo. Wie freidlich er schläft. Von Gefahr keine Spur..oder doch? Kikuma schärft ihre Sinne und dann hört sie es. Hufgetrampel aber nicht von Tauren. Schnell zieht sie sich an und weckt Ruyo mit einem Finger auf den Lippen.
    "Zentauren sind auf den Weg hierher. Wir müssen die anderen warnen ehe die Kolkar hier sind."
    Ruyo nickt und schleicht ins Lager. Wenn sie die Trommeln schlagen sind die Zentauren gewarnt, die Tauren wären aber schlaftrunken. Was soll sie nur machen. Im stillen Einklang mit dem Wind lässt sie seine Macht durch das Lager wehen. Sie spürt wie die Tauren erwachen. Sie sendet ihrer Mutter eine Nachricht, und diese versteht sofort. Kikumas Geist wandert durch das Lager, erleichtert stellt sie fest wie die Tauren alle erwachen und sich lautlos zum Kampf rüsten. Und dann sind sie da - ein riesiges Heer voller Zentauren prescht auf das Lager zu. Kikumas Geist vereint sich mit ihren Körper. Sie bittet den Wind um Hilfe, und dieser schickt seine Böen gegen die Zentauren, die nun kaum von der Stelle kommen. Eine Trommel wird geschlagen und mit einem Ruf stürmen die Tauren los.
    "Es sind so wenige Tauren. Erdenmutter hilf." Kikuma hebt beide Hände in die Luft, ein Sturm entbrennt über die Köpfe der Zentauren, doch plötzlich brennt sich ein sengender Schmerz in ihren Kopf. Die junge Taurin versucht die Quelle des Schmerzes auszumachen und entdeckt eine kleine Gruppe Zentauren abseits von den anderen. Sie sind in bunten Tüchern gehüllt. Als der Größte unter ihnen ihren Blick bemerkt lacht er höhnisch und schickt einen Feuerball zu ihr. Nur knapp entrinnt sie diesem. Mit all ihrer Macht kämpft sie gegen die magischen Blitze und Stürme des Unbekannten, doch ist er ihr weit überlegen. Erschöpft sinkt sie auf die Knie. Aus den Augenwinkeln sieht sie einen mächtigen, alles vernichtenden Feuerball auf sie zufliegen, doch sie kann sich nicht bewege. Mit geschlossenen Augen wartet sie das unvermeindliche ab, doch es kommt nicht, stattdessen erklingt ein Aufschrei und es riecht nach verbrannten Fell. Kikuma öffnet die Augen und wünschte sie hätte es nicht getan. Ruyo liegt tot vor ihr. Unendlich zärtlich nimmt sie ihn in den Arm und weint. Gleichzeitig spürt sie in sich etwas Brodeln. Hasserfüllt schaut sie zu den Zentauren der ihr das Liebste genommen hatte. Von weiter Ferne hört sie Yseras warnende Stimme, doch sie dringt nicht zu ihr durch. Sie sammelt all ihre Kräfte und entfesselt das Verborgene in ihr..ein Feuerwall prescht auf den Zentauren, das letzte was sie sieht ehe der Feind verbrennt ist sein ungläubiger Gesichtsaudruck. Dann sinkt sie über Ruyo´s Leichnam zusammen, hofft das sie ihn auf der anderen Seite wiedersieht.
    Rauch, beissender Rauch und Gestank dringen in Kikumas Nase. Sie öffnet flackernd ihre Augen. sie lebt noch.."Nein.." Ihr Schrei hallt weithin. Jemand will sie von Ruyo lösen, doch sie klammert sich an ihn. Sanfte Hände schaffen es schliesslich sie fortzureissen. Jemand trägt die wimmernde Kikuma über Leichen und verbrannter Erde. Aber sie nimmt es kaum wahr. Alles was sich zu Leben lohnte wurde ihr genommen.
    "Shht Kleines, alles wird gut. Die Zentauren sind geflohen als ihr Zauberer verbrannte. Wir haben überlebt."
    Kikuma schliesst die Augen und wünschte sich, sie wäre tot.



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