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Re: Chronik eines Kriegers (Teil 3.1)
Ashmodai - 23.07.2008, 16:52Chronik eines Kriegers (Teil 3.1)
Grimmig hob Ashmodai seine Axt. Er holte weit aus und schlug mit aller Gewalt zu. Doch kein Blut spritze, die Genugtuung eines tot zu Boden fallenden Gegners blieb aus. Lediglich das Holz des Baumes splitterte unter seinem Hieb weg. „Stell dir einfach vor, du hackst auf Menschen ein!“ hatte Xolonash gesagt. Aber was wusste ein Magier schon von Kriegsführung und vom Kampf von Angesicht zu Angesicht. Außerdem war der Troll bei Thrall und den anderen Darkspear geblieben und war nicht in diesem furchtbaren Wald gefangen. Bäume fällen war und blieb eine Arbeit für mindere Peons und diesen Rang hatte der Krieger schon lang nicht mehr inne. Er war ein Grunzer der Horde und seine Aufgabe sollte es sein, den Feinden der Orcs die Köpfe von den Schultern zu trennen.
Ironischerweise war genau dies der Grund, wieso er und die restlichen Warsongs nun im Wald von Ashenvale Holz hacken mussten. Nach der Wiedervereinigung mit Thrall hatte Grom Hellscream und der Rest des Warsong-Clans die Befehle des Kriegshäuptlings missachtet und die Menschen gegen dessen Willen angegriffen. Ashmodai legte seine ganze Kraft in den nächsten Axt-Hieb, mit dem er versuchte seinen Zorn abzubauen. Er war nicht auf Thrall wütend, sondern viel mehr auf sich selbst und die Glut die in ihm und den Warsong-Orcs glomm. Schon immer war Hellscreams Clan sehr kriegersich und zu schnell ließen sie sich von ihrem Blutdurst übermannen.
Er verwarf den Gedanken und versuchte wieder die mentale Abgestumpftheit eines Peons zu erreichen. Damals war es ihm ein leichtes gewesen stundenlang zu arbeiten. Er hatte einfach nicht darüber nachgedacht und einfach seinen Dienst verrichtet. Doch dies gelang ihm heute nicht mehr. Der Krieger hoffte inständig auf ein neues Auftauchen dieser merkwürdigen Elfenwesen, die versucht hatten das Lager des Clans zu überfallen. Es waren große dunkelhäutige Elfinnen gewesen, nicht vergleichbar mit den bleichen hochnäsigen Magie-Fanatikern von Quel’Danas. Diese Nachtelfen waren deutlich geschickter im Gebrauch von Klingenwaffen, Speeren und Pfeil und Bogen. Die Orcs hatten die Angreifer zurückgeschlagen und nach einiger Zeit auch ihr Hauptquartier entdeckt, von dem die Angriffe gestartet wurden. Ashmodai traute seinen Augen kaum, als er die gewaltigen, lebenden Bäume sah, die die Elfen bewohnten. Zwar waren es ernst zu nehmende Gegner, aber nach einer gewissen Zeit gaben auch diese Urtume den Äxten der Orcs nach und die Nachtelfen wurden vernichtend geschlagen. Nun war alles ruhig und die Warsongs widmeten sich wieder dem Sammeln von Holz. Wieder hatte der Blutdurst seinen Tribut an den Orcs gefordert. Wären sie nicht so wild und unbarmherzig gewesen, so hätten sie vielleicht noch länger ihren Spaß mit den fremden Wesen gehabt. Nun aber kehrte wieder die verhasste Monotonie ins Lager ein.
Plötzlich tauchte ein Peon hinter dem Krieger auf, der ihn und die anderen Holzfäller zu Hellscream zurückrufen sollte. Ashmodai legte sich die einfache und unausgewogene Peonaxt über die Schulter und ging langsam zum Lager zurück. Es war ein weiter Weg, denn rings um das Lager war eine Einöde gerodeten Waldes entstanden. Nach einiger Zeit versammelten sich die Orcs um ihren Häuptling, der auf einem Stapel dicker Holzstämme stand, welcher in der Mitte des Lagers angehäuft war. „Krieger der Warsong“ schrie er seinen Gefolgsleuten seine übliche Begrüßung zu. „Ich habe beschlossen, dass wir weiter in den Wald von Ashenvale ziehen. Sollten diese Nachtelfen zurückkehren haben wir keine ausreichende Verteidigung, wenn alle ihre Arbeiten so weit entfent vom Lager verrichten!“
Die Menge der Orcs jubelte ihren Anführer zu, denn alle waren es leid hier abzuwarten, bis Thrall kam und sie von ihrer Strafarbeit erlöste. Ashmodai sah in Hellscreams Augen außerdem, dass der Häuptling definitiv keine Angst vor den Elfen hatte, sondern sie mit dem weiteren Eindringen in den Wald nur noch weiter herausfordern wollte. Dem Klingenmeister dürstete es nach Blut und obwohl es nicht im Interesse des Kriegshäuptlings lag, ging es Ashmodai nicht viel anders.
Die Peons hatten einen Teil des gefällten Holzes schon weiterverarbeitet, es zurecht gesägt und gewaltige Wagen daraus gebaut, auf die nun der Rest des Rohstoffs geladen wurde. Thrall hatte den Warsongs zu diesem Zwecke einige Kodos mitgegeben, die diese Wagen ziehen sollten.
Nach kurzer Zeit waren sie auf dem Weg. Sie folgten einer Art unbefestigten Straße in Richtung Norden, die sie tiefer in Ashenvale hinein führte. Ab und zu war der Weg von Bäumen versperrt, doch Hellscream hatte ein Abkommen mit ein paar Goblin-Shreddern getroffen, die die Hindernisse mit Leichtigkeit aus dem Weg schafften.
Nach drei Stunden blieb der Konvoi plötzlich stehen. Ashmodai, der weiter hinten die Wagen schützte wusste nicht wieso, aber Hellscreams gewaltiger Schrei ließ ihn augenblicklich die Waffen ziehen und in Kampfstellung wechseln. Wenige Minuten verharrten sie kampfbereit, doch nichts geschah. Langsam ließen die Orcs die Waffen sinken. Ashmodai eilte zum vordersten Wagen um von seinem Häuptling neue Befehle zu erhalten. Als er am ersten Wagen angekommen war wusste der Krieger, was passiert war. Mitten auf dem Weg prangte eine Mahnung der Nachtelfen. Es war ein abgetrennter Orc-Kopf, der auf einem Speer aufgespießt war. Der Verantwortliche für diese Schändung eines gefallenen Kriegers war nicht weit. Ein Räuber der Warsong hatte ihn scheinbar gesichtet und mit einem seiner Netze gefangen. Nun stand die Elfe Hellscream gegenüber, umringt von etwa 20 schwer bewaffneten Grunzern. „Ihr werdet nicht damit durchkommen, Fremdlinge. Ihr besudelt diesen Wald und Cenarius wird euch dafür strafen!“ schrie sie den Orcs selbstbewusst entgegen. Dann plötzlich verschmolz ihre Silhouette mit der Umgebung und Schatten schien sie zu umhüllen, bis sie vollkommen verschwunden war. Unruhe entstand zwischen den Orcs und einigen schien Ratlosigkeit in den Gesichtern zu stehen. Grom Hellscream hob beschwichtigend die Hand und fing dann höhnisch an zu lachen. „Was glaubt ihr, wen ihr vor euch habt, Elfe!“ Der Klingenmeister spuckte das Wort mit einem Ton aus, der spöttischer hätte nicht sein können! „Ich rieche euch. Ich rieche euer Blut und ich rieche die Furcht in euch, die nun aufkeimt, da ihr wisst, dass ihr euch nicht vor mir verstecken könnt.“ Der Klingenmeister hob seine Axt Blutschrei und schritt in die Mitte es Kreises, wo die Nachtelfe vor wenigen Sekunden noch stand. Er machte eine ruckartige Bewegung und war auf einmal ebenfalls verschwunden. Diesmal ging kein Raunen durch die Masse der Orcs, denn sie wussten über die Fähigkeit ihres Häuptlings bescheid. Wie aus dem nichts tauchte Hellscream wieder auf, die Nachtelfe in einem unbarmherzigen Griff, sodass ihre Füße verzweifelt in der Luft strampelten. „Ich bin Grommash Hellscream, Weib! Ich bin der erste Klingenmeister der orcischen Horde. Und wer auch immer dieser… Cenarius sein mag. Ihm wird dasselbe Schicksal ereilen wie euch!“ Mit diesen Worten warf er die Elfe von sich und griff seine Axt mit beiden Händen. Das Spitzohr war blitzschnell wieder auf den Beinen und zog zwei lange, geschwungene Schwerter. Entschlossen schritt Hellscream auf sie zu. In seinen Augen loderte das Feuer der Legion, die Macht, die ihm seit jeher innewohnte, die er jedoch als einziger Orc zu kontrollieren vermochte. Er holte aus und schwang seine Axt nach der Elfe. Diese machte eine flinke Bewegung zur Seite und für den Augenblick schien es, als könne sie dem mächtigen Hieb ausweichen. Doch wie von einer höheren Macht geführt erreichte Blutschrei das Ziel und beendete das Leben der Nachtelfin. Blut spritze in die Höhe und der Körper fiel leblos zu Boden, während der Kopf noch eine Sekunde durch die Luft flog.
Das Feuer in den Augen des Klingenmeisters schwand und wurde wieder zu dem allgegenwärtigen Glühen, das ihn stets kennzeichnete. „Erweist diesem Orc die letzte Ehre und verbrennt den Leichnam der Elfe. Spießt ihren Kopf auf dem Speer auf. Wir werden unser Lager hier aufschlagen!“
Die Orcs johlten ihre Begeisterung heraus, denn es war klar, dass sie hier der Krieg erwartete und nicht die monotone Arbeit, zu der sie verpflichtet worden waren.
Dieses Mal wurde die Arbeit den Peons überlassen und die Krieger wurden entweder zum Wache halten abgestellt oder durften sich im errichteten Lager ausruhen, in dessen Mitte der abgeschlagene Nachtelfenkopf prangte. Ashmodai saß am Feuer und biss herzhaft in ein großes Stück Eberfleisch, was von einigen weiblichen Orc-Peons zubereitet wurde. Es war bei den Orcs keineswegs so, dass sich nur die Frauen um das Essen kümmerten. Es gab auch starke Orc-Kriegerinnen, angeblich gab es sogar in vergangenen Zeiten weibliche Clan-Häuptlinge. Doch die Arbeit des Holz Hackens war eher etwas für die kräftiger und stämmiger gebauten männlichen Grünhäute.
Ashmodai nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Wasserschlauch, als sich eine schlanke Gestalt neben ihn setzte. „Na großer Krieger? Gönnst du dir eine Pause?“ Kaibra lächelte ihn freundlich an. Ashmodai verschluckte sich und musste heftig husten, worauf die Orcin laut zu lachen anfing.
„Diese Elfen werden nicht lange mit ihrem Angriff warten!“ antwortete der Krieger und wies zum abgeschlagenen Nachtelfenkopf in der Mitte des Lagers. „Du solltest auch etwas essen, damit du nach dem Marsch wieder zu Kräften kommst!“
„Damit ich zu Kräften komme?“ fragte sie mit gespielter Empörung. „Du solltest lieber nicht so viel essen, Ashmodai, sonst verfetten deine Muskeln und wir müssen dich demnächst auf einem der Wagen transportieren!“ Liebevoll grinste sie ihn an. Ashmodai mochte diese Frau. Sie hatten sich vor wenigen Tagen im Kampf gegen die Menschen im Brachland kennengelernt, als sie dem Krieger ihre Faust ins Gesicht hieb, weil dieser ihr einen Menschen vor der Nase weggeschnappt und diesem seine Äxte zwischen die Rippen getrieben hatte. Sie hatte eine sehr weibliche Figur und trotzdem zeugten ihre deutlich sichtbaren Muskeln von einer Kraft, wie sie nur ein Grunzer der Horde haben konnte.
„Das wird so schnell nicht passieren!“ erwiderte er und reichte ihr seinen Wasserschlauch. Kaibra nahm einen tiefen Schluck aus dem Lederbehältnis und gab ihn dann an den Krieger zurück. „Meinst du wir haben mit schwerem Widerstand zu rechnen?“ fragte der Orc und strich mit seinem Daumen über die Klinge einer seiner Äxte.
„Das will ich doch hoffen!“ erwiderte die Grenzerin „Wir hatten lange keine echte Herausforderung mehr und ein bisschen Blutvergießen hebt doch die Stimmung um einiges!“ Sie blickte den Krieger einen Augenblick aus ihren dunklen Augen an und deutete dann auf die beiden Wachtürme im Südwesten des Lagers. „Dort wird es beginnen!“ sagte sie schließlich und ihr Blick wurde ernst. „Frag mich nicht woher ich das weiß, aber ich fühle es.“
Die Peons hatten auf zwei kleinen Hügeln Wachtürme errichtet, die nun von insgesamt etwa einem dutzend Bogenschützen besetzt waren. Sie dienten zum Schutz einer Furt, die über einen kleinen nach Süden fließenden Strom führte. Dahinter schien der Wald eine undurchdringliche Mauer zu bilden, als ob die Bäume jedem Lebewesen selbst den Weg versperren wollten. Dennoch ging aus dem Dickicht eine seltsame Bedrohung aus, die keiner wirklich zu deuten, jeder im Lager allerdings zu fühlen vermochte.
„Ich fühle es auch… Wir werden es bald sehen, Kaibra. Doch manchmal wünschte ich…“ In diesem Moment erklang ein Aufschrei vom nördlichen der beiden Wachtürme. Sofort fuhren die beiden Grunzer herum um zu sehen, wie ein von einem Pfeil durchbohrter Orc aus der Höhe herabviel und mit einem dumpfen Schlag auf dem harten Boden aufschlug. Sie zogen ihre Waffen und stürmten zu den Türmen um den Angreifern entgegenzutreten. Auch andere Krieger eilten herbei um den Nachtelfen einen gebührenden Empfang zu bereiten. Weitere Pfeile flogen aus dem Dickicht, doch die meisten Verteidiger - nun auf die Angriffe vorbereitet - wichen den ungezielten Geschossen geschickt aus. Plötzlich bewegte sich die Wand der Bäume und ein gewaltiger Urtum schritt auf die Orcs zu. Hinter ihm erschienen zwei Nachtelfen, die auf schwarzen Panthern ritten und kunstvolle Klingenwaffen trugen. Dann tauchten immer mehr Angreifer auf. Weitere Reiterinnen erschienen zwischen den Bäumen und auch seltsame Mischwesen, die den Zentauren ähnelten, standen den Angreifern bei.
Kaibra grinste Ashmodai mit glänzenden Augen an. „Na dann zeig mal, was du kannst, großer Krieger!“ Einen lauten Kriegsschrei brüllend stürmte sie auf die Feinde zu und Ashmodai tat es ihr gleich. Eine Nachtelfe schleuderte ihre Klingenwaffe nach ihm, während ihr schwarzer Panther mit seinen scharfen Klauen sein Bein traf und vier blutende Risse hinterließ. Zorn loderte in den Augen des Kriegers auf, seine Wildheit war geweckt. Mit dem ersten Axthieb trennte der Orc die Pranke des Panthers ab, die ihn gerade verletzt hatte. Die Nachtelfe wurde unter dem sich vor Schmerzen windenden Tier begraben. Eine weitere Reiterin ritt auf ihn zu, doch sie hatte die Geschicklichkeit des Kriegers unterschätzt. Der Grunzer sprang behände zur Seite und schwang dabei seine rechte Axt weit vom Körper entfernt nach der Angreiferin. Die Waffe traf die Elfe in die Brust, sodass sie mit aller Gewalt von ihrem Panther gerissen wurde, der nun ziellos umherirrte. Ashmodai eilte weiter den Angreifern entgegen, als ein gewaltiges, brennendes Geschoss über ihm herflog, den gewaltigen Urtum traf und diesen in Brand steckte. Ein Blick zum Orc-Lager hinter ihm verriet den Einsatz der orcischen Katapulte, die in Öl getränkte Steine auf die Nachtelfen abfeuerten.
Dann stellte sich eines der zentaurenähnlichen Wesen dem Grunzer gegenüber. Mit großem Geschick wich es den Hieben der beiden Äxte aus und stieß immer wieder mit ihrem langen Speer nach dem Orc, der diese jedoch stets zu parieren wusste. Ein Pat entstand, doch beim nächsten Speerstoß der Kreatur ergriff Ashmodai die Waffe und entriss diese der Angreiferin mit aller Kraft. Entsetzt von der Entwaffnung, schaffte es das Wesen nicht dem nun folgenden Speerwurf auszuweichen. Die Spitze der Waffe traf das Geschöpf in die Schulter. Vor Schmerzen schreiend stellte es sich auf die Hinterhufe, worauf ihm der Krieger seine Äxte in den Unterleib hieb. Blutige Gedärme quollen aus der klaffenden Wunde. Das Wesen ging zu Boden und wurde schließlich vom Krieger enthauptet. Blutverschmiert sah sich Ashmodai nach weiteren Feinden um. Er erschrak, als er sah wie viele Orcs schon unter dem Angriff gefallen waren, doch erkannte er auch, dass der Warsong-Clan langsam die Oberhand gewann und die Nachtelfen weiter zurück in den Wald trieb.
Dann jedoch tauchten weitere Nachtelfen auf, begleitet von zwei Urtumen, die nun ihrerseits gewaltige Felsbrocken nach den Katapulten und Wachtürmen der Horde warfen. Einer der Felsen traf einen wichtigen Stützpfeiler eines Wachturms. Laut begann die Holzkonstruktion unter der eigenen Masse zu knacken, bis schließlich weitere Pfeiler brachen und der ganze Turm in sich zusammen brach. Nur wenige Sekunden später wurde ein Katapult durch einen weiteren Felsen zerstört. Die Trümmer der Belagerungswaffe flogen Umher und eines der Ölfässer kippte um, sodass die brennbare Flüssigkeit geradewegs auf eine Feuerstelle innerhalb des Lagers zufloss und sich schließlich entzündete. Ein Inferno entstand und Ashmodai wusste, dass es nun mehr war als ein einfaches Gefecht. Diese Nachtelfen waren wohl in der Lage sie zu besiegen und sie mussten alles geben um ihr eigenes Leben zu retten. Ashmodai stürzte sich auf die Urtume und hackte wie wild auf sie ein. Auch Hellscream hieb wie wild auf dem lebenden Baum ein, nachdem er die Zahl der nachgerückten Nachtelfen auf ein zu vernachlässigendes Maß dezimiert hatte. Der Häuptling blickte sich um und erspähte die brennenden Überreste des ersten Urtums, der unter dem Feuer der Katapulte gefallen war und ergriff ein brennendes Stück Holz, was er direkt in die Krone des noch stehenden Baumes warf. Sofort fing das dichte Laub Feuer, welches sogar schnell auf den zweiten Urtum übergriff, da diese sich zu nah aneinander aufhielten und die Funken somit überspringen konnten. Dröhnende Geräusche von sich zu gebend stürzten sich die Urtume in den Fluss um das Feuer zu löschen, doch dort wurden sie von den Äxten der Orcs erwartet und zu Kleinholz verarbeitet. Als sich die Bäume nicht mehr bewegten suchte Ashmodai das Schlachtfeld nach weiteren Feinden ab. Die letzten Nachtelfen zogen sich gerade in den Wald zurück und mit großer Erleichterung erblickte der Grunzer auch Kaibra, die gerade ihre Axt aus dem gespaltenen Schädel einer Nachtelfin zog. Dann fiel sein Blick auf Grommash Hellscream, der kurz seine lodernden Augen schloss um wieder zur Ruhe zu kommen. Schließlich gab er den Befehl den Nachtelfen zu folgen um diese nun entscheidend zu schlagen.
Alle Orcs stürmten in den Wald und eine Elfe nach der anderen hauchte ihr Leben unter den Klingen der Horde aus. Schließlich waren alle flüchtenden Elfen niedergestreckt und die die Orcs betraten eine etwa 40 mal 40 Schritt große Lichtung. Eine beunruhigende Stille ergriff den Wald um sie herum als plötzlich einer der Orcs begann vor schmerz zu schreien. Eine gewaltige Wurzel war aus der Erde ausgetreten und hatte das Bein des Kriegers umwickelt und mit einer Urgewalt zerquetscht. Nun Zogen sich die Wurzeln in die Erde zurück, ihr Opfer mit sich reißend. Der Orc brüllte vor Schmerz, als sein rechtes Bein nun vollständig im Erdreich verschwunden war und sein bulliger Körper wie ein Anker wirkte, sodass das Bein letztendlich mit einem letzten Ruck vom Unterleib abriss. Die Warsongs hatten das Geschehen fassungslos mit angesehen und vermochten sich nun auch nicht zu rühren, als eine bedrohlich klingende, tiefe Stimme erklang: „Närrische Orcs! Was wagt ihr es mir gegenüber zu treten! Verschwindet aus diesem Wald, oder der Zorn der Natur selbst wird euch zermalmen, wie euren kleinen Freund hier!“
Hellscream hatte seine Fassung als erstes zurückerlangt. Seine Augen funkelten vor Zorn und Trauer über das, was man einem seiner Grunzer angetan hatte. „Zeigt Euch, Nachtelf, oder traut ihr euch nicht einem Orc von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten?“ brüllte der Klingenmeister dem unsichtbaren Feind entgegen.
„Nachtelf?“ ein dröhnendes Lachen hallte durch den Wald, was gleichermaßen überrascht als auch höhnisch klang. Plötzlich erwachten die Bäume am Rande der Lichtung und stellten sich drohend vor den Orcs auf. Aus dem Schatten der Bäume erschien schemenhaft eine gewaltige Silhouette, weit größer als die eines Nachtelfen. Erst dachte Ashmodai einen berittenen Riesen zu erkennen, doch dann erkannte er, dass es sich um eine Kreatur handelte, die ihn an die zentaurenähnlichen Wesen, die er gerade noch bekämpft hatte, erinnerte. Es war ein gewaltiger Hirsch mit dem muskulösen Oberkörper eines Elfen. Der Kopf des Geschöpfs war von einem gewaltigen Geweih geziert. Das Gesicht ähnelte ebenfalls dem eines Nachtelfen, doch wirkten die Züge deutlich härter und älter. „Ich bin Cenarius, der Halbgott! Der Hüter von Ashenvale und Wächter über Kalimdor!“ dröhnte den Orcs die mächtige Stimme entgegen. „Ich warne euch noch einmal! Verlasst diesen Wald oder ihr werdet meinen Zorn spüren!“
Hellscream war die Wut ins Gesicht geschrieben, das Feuer der Legion loderte in seinen Augen. Er hielt seine Axt Blutschrei mit eisernem Griff in den Händen, sodass die Knöchel weiß unter der grünen Haut hervortraten. Seine Muskeln waren gespannt und er schien selbst einen Augenblick mit seiner Fassung zu ringen. Schließlich blickte er den Halbgott mit unbarmherzigen Blick an. „Seid nicht zu überheblich, Halbgott!“ spie er die Bezeichnung heraus. „Auch ihr werdet sehen, dass ihr bluten könnt und wir werden es sein, die euch den Kopf von den Schultern trennen!“ Mit dieser Drohung gab der Klingenmeister den Befehl zum Rückzug. Ashmodai und Kaibra hatten sich den schwer verletzten Orc über die Schultern gehängt und eilten den anderen Orcs zurück zum Lager nach.
Die nächsten Stunden blieben ruhig. Ashmodai und Kaibra waren bei dem verletzten Grunzer geblieben, um ihn von den Schmerzen abzulenken, die ihn zusätzlich noch bei der Verarztung seiner Wunden erwarteten. Der Beinstumpf wurde mit hochprozentigem Eberschnaps und einer glühenden Eisenplatte desinfiziert und dann mit firschen Leinenverbänden verbunden. Trotz der Schmerzen gab der verletzte Krieger keinen Laut von sich. Vielmehr war sein Blick betrübt und voller Trauer.
„Du wirst deine Rache bekommen! Wir werden dieses Pack vernichten, das verspreche ich dir!“ Ashmodais Worte erreichten nicht den gewünschten Effekt. Stattdessen funkelte der Orc ihn zornig an. „Und wie soll ich mich bitte ohne mein Bein an diesem Halbgott rächen? Auf meinem übrig gebliebenen Bein um ihn rumhüpfen und nach ihm schlagen?“
„Beruhige dich, Saresh!“ sagte Kaibra in besänftigendem Tonfall. „Du sollst nicht deine letzte Schlacht geschlagen haben! Sieh dir Drek‘Thar an! Er ist blind und einer der mächtigsten Orcs der Horde!“
Beschämt blickte Saresh zu Boden. „Es tut mir Leid. Es ist nur… der Kampf mit der Axt war das einzige, was ich in meinem Leben je perfektioniert habe. Es ist schwer, wenn man seiner Beweglichkeit beraubt wird.“
„Wenn wir eines von unserem Kriegshäuptling gelernt haben,“ erwiderte Ashmodai, „dann doch, dass alles Schlechte auch etwas Gutes mit sich bringt! Wenn du deinen weiteren Weg nicht alleine findest, so wird er dich dorthin leiten! Du wirst noch großes leisten, mein Freund!“
Mit diesen Worten verließen die beiden Grunzer den Verwundeten und setzten sich zusammen vor das Zelt des Kriegers. Ashmodai holte eine Schale mit Wasser aus dem nahen Fluss und begann sich mit einem Schwamm vom dunklen Blut der Nachtelfen zu reinigen. Er legte seinen Harnisch ab und langsam aber sicher wurde unter der Schicht von Blut und Dreck wieder die grüne Haut des Orcs sichtbar. Schließlich nahm Kaibra den schwamm und wusch damit den für ihn schwer zu erreichenden Rücken des Orcs. Obwohl das Wasser kalt war und die Tropfen, die den Rücken hinabliefen ihn kitzelten, genoss er die Berührung der Orc-Frau sehr und für einen Augenblick vergaß er die Strapazen des vergangenen Tages. Als sie fertig waren blickte Kaibra ihn freundlich an. „Entschuldige mich einen Augenblick, Ashmodai. Ich werde einmal in den Fluss springen, das geht schneller. In der Zeit kannst du ja deine Äxte bearbeiten!“
„Sei vorsichtig!“ meinte Ashmodai besorgt. „Du weißt nicht, wann diese Elfen wieder angreifen!“
„Ich kann schon auf mich aufpassen!“ entgegnete sie frech! „Ich bin in ein paar Minuten wieder da!“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging Richtung Westen. Nach kurzer Zeit war sie hinter den Trümmern des eingestürzten Turms verschwunden.
Ashmodai wühlte eine Weile in seinem Lager, bis er ein graues Leinentuch fand, es in der Schale mit dunkelrot gefärbtem Wasser tränkte und begann damit seine Äxte damit zu waschen. Als die Waffen vom Blut der Opfer befreit waren, nahm er einen kleinen Lederfetzen und trocknete die Klingen damit ab. Er ölte die Schneiden der Äxte sorgfältig ein und steckte sie danach in mit Hasenfell gefütterte Ledertaschen, die sein Freund Xolonash für ihn genäht hatte. Schließlich zog er sein Messer aus dem Stiefel und begann die Griffe seiner Waffen einzukerben. Sieben Gegner hatte er heute niedergestreckt und bei diesem Gedanken erfüllte sich sein Herz mit Stolz. Ja, er war ein starker Diener der Horde!
„Bist du schon fertig?“ Kaibras Stimme ließ ihn aus seinen Gedanken hochschrecken. Er drehte sich zu ihr um und sah sie im Licht der gerade hinter den Baumwipfeln untergehenden Sonne an. Die Kriegerin war noch durch und durch nass vom Wasser des Flusses und im Dämmerlicht hatte ihre Haut einen um so verführerischeren Grünton. Einen Augenblick sah Ashmodai die Orc-Frau nur sprachlos an. Er betrachtete ihren perfekt geformten, muskulösen, weiblichen Körper, die weichen Züge ihres Gesichts und die weißen, unversehrten Hauer. Sie war eine wahre Schönheit unter den Orcs!
„Was starrst du mich so an, großer Krieger?“ fragte sie schmunzelnd. „Gefalle ich dir etwa?“
Ashmodais Wangen färbten sich dunkel und er fühlte sich ertappt. Im Kampf hatte er alle Sinne beisammen, aber von der Weiblichkeit einer Frau ließ er sich übertölpeln. Nervösität machte sich in ihm breit und er spannte sich innerlich an, als die Grunzerin sich neben ihm niederließ.
Er legte die Äxte beiseite und sah beschämt zum Feuer in der Mitte des Lagers. Er zuckte innerlich zusammen, als Kaibra seine Hand nahm und sie in die ihre legte. Doch dann empfand er eine tiefe Entspannung, als er ihre warme Haut spürte. Verlegen blickte er sie an, die Wangen noch immer vor Scham in einem dunkelgrünen Ton gefärbt.
Kaibra erwiderte seinen Blick mit einem vielsagenden Lächeln und strich mit der anderen Hand über sein Gesicht. „Es ist alles gut, Ashmodai! Es ist alles gut!“ Mit diesen Worten verschwand die Sonne hinter den Baumwipfeln im Westen und die Nacht brach über das Lager der Warsong herein.
Re: Chronik eines Kriegers (Teil 3.1)
Kalef - 24.07.2008, 09:01
alter Schwede Ash... deine storys sind echt gut, aber ich hab jetzt ekige augen vom lesen....also wenn uns einer zutextet dann du *gg* aber ich bin schon neugiereig wie es weitergeht...
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