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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Lara Daniels Forum: Bandlife Forenbeschreibung: It's just life.... aus dem Unterforum: Geschichten...?! Antworten: 1 Forum gestartet am: Sonntag 06.07.2008 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Suche nach einem Namen und einem Ende! Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 8 Monaten, 3 Tagen, 16 Stunden, 9 Minuten
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Re: Suche nach einem Namen und einem Ende!
Lara Daniels - 22.07.2008, 17:43Suche nach einem Namen und einem Ende!
Also ich hab folgendes Problem. Wie die Überschrift schon sagt, fehlt meiner Geschichte nicht nur ein Name (was ja nicht schlimm ist) ihr fehlt auch noch das Ende (was viel Schlimmer ist!)
Das ganze sollte ursprünglich einmal eine Kurzgeschichte werden, doch irgendwie hab ich mich so mit dem Ende verhaspelt, dass es schlicht und einfach nicht mehr passt und das es auch total unpassend ist. Direkt ein Ende hab ich sowieso noch nicht, da ich einfach aus einer Laune angefangen habe zu schreiben.
Nun ist meine Frage:
Hat jemand von euch eine Idee, wie es weitergehen könnte?
Langsam ging Lílíal über die verdreckte Straße. Die Sonne war schon fast untergegangen und nur noch die letzten Strahlen am Horizont verrieten dem Betrachter die Anwesenheit des Himmelskörpers. Dreckig war es hier. Die Rillen der Abflussleitungen waren von Unrat bedeckt und ihr Gestank schlug Lílíal ins Gesicht. Die Stirn ekelhaft kraus gezogen, ging das Mädchen weiter. Sie war gehüllt in einen schwarzen Umhang, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass ihre schwarze Haarpracht sowie ihre leuchteten Smaragd grünen Augen verdeckt blieben.
Still war es zu dieser Zeit in der Stadt. Die Frauen und Kinder schliefen schon lange und nur einige betrunkene Männer schlichen über die Straße hinüber zu den Schenken. Das Gebrüll einer Streiterei wehte zu Lílíal hinüber, doch sie kümmerte sich nicht darum. Sie hatte anderweitige Dinge zu tun.
Endlich war Lílíal angekommen. Das Haus vor ihr warf ihr eine bedrohlichen Schatten entgegen und jedes Mal, wenn Lílíal vor dem Haus angekommen war, lief ihr ein Schauer der Bedrohlichkeit über den Rücken. Unwillkürlich ging sie einen Schritt zurück und holte ein paar Mal tief Luft, ehe sie das Gebäude betrat.
Wie immer schien alles verlassen zu sein. Die Eingangshalle war leer und auf der Treppe – die hinauf in die oberen Stockwerke führte - lag eine Zentimeter dicke Staubschicht, die, so schien es, schon seit Ewigkeiten nicht mehr angerührt worden war. Mit federnden Schritten setzte Lílíal ihren Weg durch das alte Gemäuer fort. Wie immer ließ sie sich im Kaminzimmer in den großen Ledersessel sinken und wartete ungeduldig.
Die Minuten schienen sich schier endlos in die Länge zu ziehen, doch irgendwann wurde ihr warten belohnt. Madren, die etwas verrückte Hausherrin erschien in Kaminzimmer und ließ sich ihr gegenüber in einen der bequemen Ledersessel sinken.
Lílíal hatte großen Respekt vor Madren. Zwar war diese schon etwas älter, doch ihre Anmutigkeit und Schönheit schiene niemals zu enden. Doch Madren hatte eine Schwäche. Männer. Zu oft hatte sie schon einen Ehegatten gehabt und jeder, der ihr nicht gefallen hatte, war sofort in die Klinge gelaufen. Manchmal hatte Lílíal diesen Part übernommen, ab und an tötete Madren ihre gebrauchten Kerle aber selbst.
Schwungvoll schmiss das noch etwas jüngere Mädchen ihre Kapuze zurück. Ihre smaragdgrünen Augen schienen im Kerzenschein zu leuchten und ihr kohlschwarzes Haar fiel in leichten Wellen ihre Schultern hinab. Einige Strähnen hingen ihr ins wunderschöne Gesicht und umrahmten ihre Gesichtszüge schmeichelhaft. Schon viele junge Burschen hatte Lílíal mit diesem Aussehen betört, doch in der Regel hatte sie nichts übrig für feste Beziehungen. Die eine oder andere Liebschaft war in Ordnung, doch eigendlich hatte Lílíal gar nicht vor sich zu binden, geschweige den die Zeit dafür. Ihre Job bei Madren nahm dafür viel zu viel Zeit in Anspruch.
Nachdem Lílíal und Madren die anfänglichen Höflichkeiten ausgetauscht hatten, kam die Hausherrin auch schon zum geschäftlichem Teil: „Mich ermüdet es, ständig die Reden ihrer Lordschaft Leara zu hören. Es wäre Angebracht wenn du ihr Blut ein wenig verdünnen könntest, Lílíal.“
Natürlich verstand das Mädchen, sofort was gemeint war und nickte nur zustimmend. Es würde ein leichtes werden für sie. Die beiden Frauen schwiegen lange und irgendwann erschien Virgina in der Tür. Ohne ein Geräusch zu machen, tapsten die Samtpfoten der Katze über den Marmorboden. Anmutig sprang das Tier zu Madren auf den Schoß, rollte sich zusammen und ließ sich von ihr kraulen. Virgina war das einzige Geschöpf, das es länger als ein paar Wochen mit Madren ausgehalten hatte. Genau genommen hielt sie sogar den Rekord. Seit vier Jahren war sie schon das Haustier der Herrin. Selbst Lílíal hatte es nicht so lange ausgehalten. Auch wenn sie die Frau ihr gegenüber gewissermaßen als Ziehmutter betrachtete und auch eine Zeit lang bei ihr gewohnt hatte, war Lílíal doch nicht viel mit ihr zusammen gewesen. Die Freiheit zog sie immer wieder hinaus aus der Stadt und in den Wald. Mit Tieren konnte man weitaus besser reden als mit Menschen.
„Nun denn, Lílíal, du weißt was du zu tun hast!“, riss Madren das Mädchen aus den Gedanken. Leicht erschrocken stand sie auf und verbeugte sich knapp vor ihrer Ziehmutter. „Ich werde das erledigen.“
Die Sonne war schon lange verschwunden. Es war kälter geworden und Lílíal schlang den langen schwarzen Mantel eng um ihren Körper, um sich ein wenig zu wärmen. Starr war ihr Blick gen Himmel gerichtet. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die Wolken sich vor den hellen Vollmond schoben und somit der Weg frei war, für das Attentat. Endlich war auch der letzte Schimmer des Planeten verschwunden und die Finsternis legte sich auf die Dächer der Stadt.
Anmutig kletterte sie über die Rinne des Hauses unter ihr und sprang auf das Ziegeldach des nächsten Hauses. So setzte sie ihren Weg fort, bis sie vor dem Gewünschtem Haus stand.
Flach legte sich das Mädchen auf den Bauch, eine Hand an dem kühlen Knauf ihres Schwertes, die andere angewinkelt und dicht an ihren Körper gedrängt. Die flache Handfläche lag auf den groben Dachplatten des Hauses unter ihr. Ihr ganzer Körper war angespannt und bereit zum Sprung, in das Fenster ihr gegenüber. Sie müsste nur warten bis die Wachen unaufmerksam waren …
… leise schlich sie durch die kühlen Gänge des Hauses. Es war ein leichtes gewesen durch das Fenster in das Haus zu gelangen. Viel zu leicht. Vermutlich würde sie ihren Adrenalinstoß schon bekommen, sobald sie versuchte wieder unbemerkt zu verschwinden.
Lílíal wusste genau wo das Zimmer von Leara war. Also setzte sie zielstrebig ihren Weg fort, immer weiter und weiter in das Gebäude hinein. Schließlich stand sie vor der dicken Tür. Es war eine Tür aus einem robustem und schwerem Holz. Überall waren Verzierungen und Eingravierungen von Blumen und abstrakten Formen. Es war eine Tür die man sonst nur vor prunkvollen Gebäuden sah, vor Königsschlössern oder vor Grafschaften.
Kein Wunder das Madren Leara nicht ausstehen konnte. Das ganze stank förmlich nach Überheblichkeit.
Langsam öffnete Lílíal die Tür. Ihre Haare standen im Nacken auf und ihre Muskeln traten aus der Hand hervor. Eine Schweißperle kullerte über ihre Stirn. Nirgendwo war eine Wache, das ganze war zu einfach. Beinahe schon verdächtig. Die Wachen die im Hof vor dem Haus einfach weggegangen waren, die leeren Gänge des Hauses …
Da lag Leara. Doch sie war nicht die schöne Gestallt an die Lílíal sich erinnerte. Ihre Haut war blass und ihre Lippen blau. Doch das merkwürdigste war, das sie wach war. Aus weit aufgerissenen Augen starrte sie neben etwas das neben Lílíal zu sein schien. Ihre Augen waren getrübt. Ein undurchdringbarer Schleier lag über ihrem Blick und man sah sofort, dass sie nicht ganz bei Sinnen waren. Außerdem fehlten ihr einige Finger und all ihre Gliedmaßen waren merkwürdig verkrümmt. Ein Zucken ging durch die komplett verstümmelte Gestallt die auf der Bettstatt ruhte. Ein Krampf nach dem anderem zog sich durch den kompletten Körper. Ein beißend, stechender Geruch von Unrat stach Lílíal in die Nase. In dem ganzem Zimmer klebte der Geruch des Todes und das Verderben der Lordschaft schwebte in der Luft.
Ein Keuchen drang über Learas Lippen, als ein erneuter Krampf durch ihre Glieder fuhr. Unbewusst wich die sonst so selbstsichere Kopfgeldjägerin einen Schritt zurück. Nach allem was sie wusste war das Antoniusfeuer ansteckend und sie verspürte gerade nicht die unbeschreibliche Lust an einem schmerzhaftem Tod zu sterben. Doch trotzdem zwang das Mädchen sich einen zaghaften Schritt auf Leara zuzumachen. In der selben Bewegung zog sie mit der rechten Hand blank. Eigentlich war es nicht gerecht einen hilflosen Menschen einfach zu töten. Doch schließlich würde Lílíal ihr somit weitere Qualen ersparen.
„Wenn du sie jetzt umbringt, muss ich das nicht mehr tun!“
Wie von einer Tarantel gestochen fuhr Lílíal herum. Die tiefe Männerstimme hinter ihr hatte sie total erschreckt und kam für sie unerwartet. Abwehrend hob sie ihr Schwert und richtete es auf das Herz des Mannes vor ihr. Es war der Sohn von Leara. Ein gut aussehender junger Kerl. Er war fast einen Kopf größer als sie, hatte hellblaue, klare Augen und lange braune Haare die mit einem schlichtem schwarzem Band nach hinten gebunden waren. Seine Kleidung war einfach: Braune Beinkleider und ein weißes aus grobem Stoff gewebtes Leinenhemd. Er hatte ebenfalls blank gezogen. Sein Schwert ruhte locker in seiner rechten Hand und wahr eher defensiv auf sie gerichtet.
„Verzeiht mir. Welch unhöfliches Benehmen, meinerseits“, sprach der Bursche weiter. Seine Stimme war sehr tief und rau und klang männlich. „Mein Name ist Lord Landen von Schrammstein. Wenn es euch beliebt könnt ihr mich Landen rufen.“
Er lächelte und entblößte eine reihe weißer Zähnen. Vollkommen ungewöhnlich in einer Zeit in der man von Zahnseide und Mundpflege nicht viel wusste. Natürlich war Landen des Adels, doch solch gerade Zähne wahren wahrlich ein Geschenk des Himmels.
„Darf ich auch euren Namen erfahren?“
„Mein Name ist Lílíal.“
„Nun den, Lílíal, dürfte ich auch erfahren was ihr in dem Schlafgemach meiner teuren Mutter zu suchen habt?“
Was für eine unnötige Frage. Es war wohl kaum zu übersehen was Lílíal vorgehabt hatte. Selbst wenn er ihr Schwert nicht beachtete würde ihm doch der lange schwarze Mantel Antwort genug sein. Doch sie spielte das Spiel weiterhin mit.
„Nein, das dürft ihr nicht“, antwortete Lílíal kalt.
„Welch eine Schande. Ihr seit so ein hübsches Mädchen und nun muss ich euch das Leben aushauchen.“
„Versucht es!“ Augenblicklich spannten die Muskeln ihrer rechten Hand sich an und sie schob ihren rechten Fuß nach hinten um einen sicheren Stand zu haben. Landen lächelte und ging wie ein Skorpion auf sie zu. Sein Schwert blitze auf und fuhr dann auf Lílíal Hüfte nieder. Doch das Mädchen war nicht dumm. Mit einem flinkem Schritt zur Seite wich sie dem Schwertstich aus und vollführte ein halbe Drehung um Landen ihr Schwert in die Schulter zu stechen. Dieser ging geschickt in die Hocke und wich dem Stich einfach aus. Lílíal nutze die Chance und versuchte seinen ungeschützen Hals zu treffen, doch Landen fuhr mit seiner Klinge hoch und drückte den Angriff nach oben weg.
Sie musste einen Ausfallschritt nach hinten machen, der ihrem Gegner die Zeit gab sich aufzurichten und somit ihren Vorteil nahm.
Landen blieb nun sehr defensiv und die zwei Kämpfer fingen an sich zu umkreisen. Natürlich niemals soweit das Lílíal durch die Tür flüchten könnte.
Der Kampf schien sich in die Länge zu ziehen. Beide Kontrahenten schienen ausgeglichen zu sein und irgendwann tropften den zwei Schweißperlen von der Stirn.
Nach einem weiterem erfolglosem Gefechtsaustausch brach Landen plötzlich in schallendes Gelächter aus. Lílíal konnte nicht verstehen was daran so komisch war. Doch es machte sie rasend. Mit voller Wucht trat sie zwei Schritte auf ihn zu und schwang das Schwert über ihren Kopf nieder, direkt in seinen Bauch. Landen konnte gerade so seine Klinge hochreißen und den Stich abwehren. Im Hintergrund hörte sie das Reißen von Kleidung, scherte sich aber nicht darum. Nur sein Hemd war kaputt, ihn verwundet hatte sie ihn nicht. Also setzte Lílíal erneut zum Angriff über. Die Klingen der beiden waren nur verschwommen sichtbar, so schnell ging ihr Schlagaustausch. Landen hatte die Stirn angestrengt kraus gezogen und schlug jetzt fester zu als vorher. Nach jeder Parade tat Lílíals Arm mehr weh. Sie war schneller als der Edelmann, doch er war stärker.
Lílíal holte aus und wollte seine Schulter durchbohren, doch Landen konnte mit seiner flachen Klinge abwehren. Er riss das Schwert herum, schlug sie mit dem Knauf seines Schwertes. Ein lautes Klirren und Lílíal spürte die kalte Klinge an ihrem Hals. Sie hatte verloren. Landen hatte sie entwaffnet.
Fassungslos schaute sie auf, in ein paar hellblaue Augen die sie anfunkelten.
„Das war es dann wohl, teure Lílíal.“
„Nur zu, tötet mich. Lasst eure Klinge niederfahren und beendet diese Schmach.“
Wieder lachte Landen. „Was hätte das für einen Nutzten für mich? Nein. Ich habe nicht vor euch zu töten. Vielmehr fordere ich eure Hilfe.“
Lílíal runzelte die Stirn, hörte aber aufmerksam zu. Welch andere Wahl hätte sie auch schon gehabt? „Was ist euer begehren?“
„Ich will das ihr meine Mutter tötet.“
„Das ist ja jetzt wohl ein schlechter Scherz?!“
„Keineswegs.“ Zu ihrer vollkommenen Überraschung trat Landen zwei Schritte zurück, hob ihr Schwert auf und gab es ihr.
„Tötet sie. Dann hab ich ein besseres Gewissen. Meine Mutter leidet und ihr Tod ist unabwendbar. Ich will ihr die letzten Schmerzen ersparen, gräusel mich aber davor selber Hand an zu legen.“
Lílíal nickte wissend. Sie musste nicht lange überlegen. Wenigsten könnte sie dann ihren Auftrag ausführen und in Frieden sterben. Herzlos trat sie an das Bett von Leara, die bereits in tiefe Bewusstlosigkeit gefallen war. Statt Leara mit dem Schwert zu enthaupten, zog sie einen Dolch. Der ließ sich leichter säubern, als ein mit Blut besudeltes Schwert. Ohne mit der Wimper zu zucken rammte sie den Dolch genau in das Herz der schlafenden Lordschaft. Der Stich war absolut tödlich und Leara starb sofort. Blut färbte das schlichte weiße Nachtgewand rot und breitete sich schnell aus, bis die komplette Brust eingefärbt war. Der metallisch, salzige Geruch stieg ihr in die Nase und nachdem Lílíal ihren Dolch an der Bettdecke gesäubert hatte, drehte sie sich rasch um.
Landen ging an ihr vorbei und kniete sich neben der toten Frau nieder. Mit einer Hand strich er ihr zärtlich die schweißnassen Strähnen aus dem Gesicht. Mit der anderen legte er die Bettdecke über die hässliche Stichwunde und deckte seine Mutter liebevoll zu. Die Hände legte er über die Decke und faltete sie zusammen. Erstaunt erkannte Lílíal die einst schöne Frau in der Leiche wieder. All ihre Muskeln waren entspannt und mit den geschlossenen Augen sah sie so friedlich aus. Wie ein kleine Kind, dass gerade tief und fest schlief und wundervolle Träume hatte.
Ganz leise stecke Lílíal ihr Schwert zurück. Sie war bedacht darauf, kein Geräusch zu machen. Warum, wusste sie selber nicht. Sie hatte nur einen kleinen Gedanken in ihrem Hinterkopf, der ihr sagte, dass jedes falsche Geräusch diese traute Szene zerstören würde. Aus einem weitrem Impuls trat sie einige Schritte auf Landen zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Landen schien sie nicht einmal wahrzunehmen, geschweige den, dass er ihre Hand spürte. Die Minuten verstrichen und als Landen sich erhob kam es Lílíal wie Stunden vor, die sie da so gekniet hatten, wenn es auch nur Minuten gewesen sein mussten.
Landen drehte sich langsam um und schaute dann direkt in Lílíals Augen. Ihre Hand lag noch immer auf seiner Schulter und langsam ließ sie sie hinunter gleiten, zurück auf ihren Schwertknauf. Still sahen sich die beiden an. Lílíal wagte es nicht sich zu bewegen, denn sie hatte Angst. Wovor wusste sie selber nicht, doch sie spürte eine klammernde Kälte, die sie zu umschließen drohte, sobald sie den Blick von ihm want. Stille umhüllte die zwei und was dann geschah, war einfach zu schnell. Sie sah nur noch Landens braune Haare in ihrem Gesicht bevor sie die Augen schloss und die Arme um seinen Hals schlang. Ihre Lippen berührten sich immer wieder und wieder.
Als Lílíal erwachte, drehte sie sich stöhnend auf die andere Seite. Erschrocken stellte sie fest, das sie nackt bis auf die Haut war. Mit einem Ruck setzte sie sich auf, schlang die Decke um ihren Leib und sah sich hektisch um. Landen grinste sie an. Er stand nur in einer Hose vor ihr und war wohl gerade dabei gewesen sich ein Hemd zu suchen. Alle Erinnerungen der letzten Nacht kamen in ihr auf und sorgen für einen Schauer des Unfassbaren. Was hatte sie bloß getan?
„Was ist denn mit dir los, Liebste? War ich etwa so schlecht, dass du über Nacht alles verdrängt hast?“ Schamlos grinste er weiter. „Klang aber anders ...“
Mit aller Ehre die sie noch hatte, strafte sie die Schultern und warf die Bettdecke zurück. Würdevoll stieg sie aus dem Bett und suchte ihre Kleidung zusammen, die quer verteilt im ganzem Raum lag. Landen war schon fertig und musterte sie heiter. Intensiv versuchte sie seine Anwesenheit zu verdrängen und ignorierte ihn einfach, selbst als er auf sie zu kam um sie in den Arm zu nehmen. Wie beiläufig schob sie ihn zur Seite und band sich schnell – wenn auch unordentlich – das Haar zusammen.
„Wo ist mein Schwert?“
„Sicher, in meiner Obhut. Du wirst es hier nicht brauchen.“
Trotz allem Widerspruch, nahm er sie in den Arm und küsste sie liebevoll, eher er das Gemach verließ und eine vollkommen verdutzte Lílíal zurückließ. Erst jetzt wurden ihr seine Worte klar und mit zwei großen Sätzen war sie an der Tür und versuchte sie aufzureißen. Sie war verschlossen und von draußen ertönte nur eine fremde Stimme, die zu bewegen versuchte, aufzuhören wilde Flüche auszustoßen und mit der Faust gegen die schwere Tür zu hämmern. Es hatte einen Sinn, nur mit blanken Fäusten würde sie die Tür nicht zerstören können und der Mann oder vielleicht auch die Männer – sie war sich nicht sicher wie viele Personen auf der anderen Seite standen – würden sie sicher nicht hinauslassen.
Leise fluchte Lílíal noch vor sich hin, doch schließlich ließ sie sich auf ihre Bettstatt nieder. Das Fenster war verschlossen und von draußen waren Gitter angebracht. Es gab keine Möglichkeit zu fliehen und sich ihrem Schicksal zu entziehen. Also übte Lílíal sich in tiefer Geduld.
Eine Woche verstrich, in der sie weder Neuigkeiten zu hören bekam, noch Landen sah. Es bereitet ihr Sorge und Verdruss, wenn sie an ihre Gefühle für ihn dachte. So etwas war erst einmal vorgekommen, doch noch nie in solchem Ausmaß. Damals war es ein einfacher Bauernjunge gewesen, den sie durch Zufall kennen gelernt hatte. Sie hatte ihre Gefühle Madren erzählt, die darüber sehr erbost gewesen war. Sie hatte den Jungen umbringen lassen und Lílíal gelehrt, sie dürfte sich niemals wieder in einen Kerl verlieben, da sie das schwach machen würde. Erst war das Mädchen sehr traurig über den Verlust des Jungen gewesen, doch irgendwann hatte sie selber erkannt, wie töricht es doch gewesen war, diesem Jungen verfallen zu sein. Es brachte ihr nur Scherereien ein und machte war ihre sonst einzige Schwachstelle in ihrem sonst so undurchdringlichem Wesen gewesen.
Lílíal lag auf dem Bett und dachte gerade über die Missstände nach, als sich die Tür öffnete. Sie schaute nicht einmal auf, es würde sowieso irgendein Kerl sein, der ihr Essen brachte. Morgens, Mittags und Abends brachte man ihr ein Tablett mit Brot, einer Karaffe Wein und ein wenig gebratenem Fleisch. Das war mehr als sie sonst aß und auch bei weitem besser als das was sie sonst gewöhnt war. Da sie keine Möglichkeit hatte sich körperlich zu betätigen hatte sie gar die Angst noch Gewicht anzusetzen. Die einzige Möglichkeit sich die Beine zu vertreten –außer Ruhelos in ihrem Zimmer auf und ab zu schleichen wie eine Raubkatze in einem viel zu engem Käfig – waren ihr morgendlicher und abendlicher Gang ins Bad. Morgens durfte sie sich das Gesicht waschen, die Haare kämmen und neue Gewänder anlegen, sowie sich ihre Notdurft erleichtern. Abends allerdings durfte sie nur letzteres. Immer wenn sie im Bad war, wurde sie von einer Frau beaufsichtig. Hätte man sie gefragt, Lílíal würde nichtmals ihren Namen nennen können. Doch die Frau war bis auf die Zähne bewaffnet und sah so mörderisch aus, dass Lílíal in ihrer Gegenwart nicht einmal daran dachte das Weite zu suchen. Sicher, sie war eine hervorhangende Kämpferin, konnte mühelos mit jedem Kerl mithalten, doch ohne Schwert war sie bloß wie ein kleines Kätzchen mit ausgefahren Krallen, dass eine viel größere Raubkatze anfauchte.
Die Person, die zum Zimmer hereinkam, stellte nicht wie üblich ihr Tablett mit ihrem Mittagsmahl auf den Tisch und verschwand, was Lílíal zum Aufschauen bewegte. Voller Überraschung erkannte sie Landen. Das Mädchen hatte geglaubt schier ewig eine Gefangene zu sein.
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