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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Ashmodai Forum: Büchse der Pandora Forenbeschreibung: Clan-Forum aus dem Unterforum: Lagerfeuer Antworten: 1 Forum gestartet am: Dienstag 15.04.2008 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Chronik eines Kriegers (Fortsetzung Teil 2) Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 8 Monaten, 18 Tagen, 12 Stunden, 11 Minuten
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Re: Chronik eines Kriegers (Fortsetzung Teil 2)
Ashmodai - 07.07.2008, 21:54Chronik eines Kriegers (Fortsetzung Teil 2)
Ashmodai legte die schwere Zweihandaxt auf die Brust seines gefallenen Freundes. Der Krieger war auf einem breiten Scheiterhaufen aufgebahrt und wartete friedlich auf das Feuer, das ihn entgültig von dieser Welt tilgen würde. Brorgil und Ashmodai hatten sich - den Lehren von Thrall und Drek'Thar folgend - geschworen, einander beim Tod dem Feuer zu übergeben, dem Element, dem beide sich am meisten verbunden fühlten. Üblicherweise übernahmen die Schamanen des Stammes die Bestattungen, doch auf Ashmodais Bitte hin, seinen Schwur zu erfüllen, erlaubte Thrall es dem Krieger seinen Freund selbst den Flammen zu übergeben.
Jeden Moment hoffte er, dass Brorgil wieder die Augen öffnen würde um wieder an seiner Seite zu kämpfen. Doch sie blieben geschlossen. Nur sie und ein leichter Grauton der Haut zeugten vom Ableben des Orcs, denn das Blut wurde von seinem Körper gewaschen und die tiefe Wunde in seiner Brust wurde vom prachtvollen Wappen der Warsong verdeckt, welches ihn als Krieger der Horde auf der Reise ins Jenseits rühmen sollte.
Ashmodai verweilte einen kurzen Moment schweigend neben seinem Kameraden, dann zündete er mit einer Fackel das trockene Stroh zwischen den dicken Holzbalken an, legte sie neben den Leichnam seines Freundes und kehrte still zur Menge der zuschauenden Orcs zurück. Thralls mitfühlendes Nicken sagte mehr als tausend Worte, doch auch dies half dem Krieger nicht seinen Schmerz über den erlittenen Verlust besser ertragen zu können.
Einen Augenblick verweilten die Versammelten noch und sahen zu, wie das Feuer die Gefallenen langsam in sich aufnahm, dann wandte Thrall sich finsteren Blickes um und schritt zum Lager zurück. Ashmodai und die anderen folgten ihm langsam ohne einen Blick zurück zu werfen. Es war ein symbolischer Akt, das vergangene Ruhen zu lassen und sich der Zukunft zu stellen, was auch immer diese bringen würde. Im Lager nahm die Truppe Aufstellung um den Worten ihres Kriegshäuptlings zu lauschen, der nun auf einen Wagen geklettert war, damit man ihn besser sehen konnte.
“Für uns alle ist es eine Reise ins Ungewisse,” rief er laut zu seinen Gefolgsleuten, die ihm aufmerksam zuhörten. “Auch wenn uns der Krieg hier wieder heimsucht bin ich sicher, dass es richtig war hier her zu kommen! Denn neben den Menschen sind wir auch anderen Völkern begegnet.” Der Blick des Schamanen wanderte zum Banner der Warsong, unter dem auch Ashmodai sich postiert hatte. “Krieger des Warsong-Clan, neben den Tauren, die ihr ja nun schon kennen gelernt habt, trafen wir auf unserer Reise nach Kalimdor auf einen Stamm Trolle, die sich selbst Darkspear nennen. Und mit Freuden darf ich euch verkünden, dass ihr Anführer VolJin hier her unterwegs ist um ein Bündnis zu besiegeln!”
Die Masse der Orcs jubelte ihrem Anführer zu, der sie zufrieden ansah. “Meine Krieger, meine Brüder! Verzagt nicht unter der Anwesenheit der Menschen in diesen Landen, sondern führt mit mir die Horde zu neuem Ruhm! - Und nun lasst uns den Darkspear einen Empfang bereiten, der sie Wissen lässt, dass uns kein Feind den Mut und den Lebenswillen nehmen kann! Bringt die Fässer heran!”
Von den Karren, die von gewaltigen Echsenähnlichen Kreaturen gezogen wurden, die die Tauren Kodos nannten, hievten einige Peons große Fässer herab, die allem Anschein nach bis zum Deckel mit Eberschnaps gefüllt waren. Die Orcs brüllten vor Freude über diese angenehme Überraschung und johlten dem Kriegshäuptling ihre Begeisterung zu. Lediglich Ashmodai, dem der Kampf eine tiefe innere Wunde zugefügt hatte, blieb still und betrachtete das Geschehen. Schließlich erblickte er Grommash Hellscream, der sich neben Thrall gesellt hatte und mit diesem sprach. Ashmodai näherte sich den beiden und wurde sofort von Thrall erkannt. “Ashmodai, seid nicht zu traurig über euren Verlust. Ihr seid ein starker Krieger und früher oder später wird eure Rache kommen!”
“Lieber früher, als später!” entfuhr es dem Orc, der sich sofort für die respektlose Anmerkung schämte und den Kopf senkte.
Anstatt jedoch Disziplin zu fordern lächelte der Kriegshäuptling ihn nur an. “Ihr tragt euren Verlust mit Fassung und davor habe ich großen Respekt. Ihr wisst was Tarethas Tod mich tun ließ. Aber nennt mir Euren Wunsch, damit ich euren Schmerz zumindest geringfügig lindern kann.”
Ashmodai blickte grimmig gen Norden und zeigte auf den Durchgang zwischen den Palisaden des Lagers. “Lasst mich Wache halten. Sollten die Menschen noch einmal kommen will ich, dass das erste Blut an meinen Äxten klebt!” Demonstrativ zog er eine seiner Waffen um seine Entschlossenheit zu unterstreichen. Der Krieger und sein Häuptling sahen die Waffe an, dann ergriff Thrall wieder das Wort.
“Einverstanden, aber geht vorher noch zur Schmiede und lasst euch die Klingen schärfen. Die Rüstungen, die ihr damit zerschlagen habt, ließen sie wohl etwas schartig werden.”
Ashmodai musste zustimmen, verbeugte sich tief und lief zur Schmiede, wo er seine Waffen abgab. Während er wartete gönnte er sich einen halben Laib Brot und eine große Keule gebratenen Ebenenschreiter um sich zu kräftigen. Aus dem Augenwinkel sah er, dass die Gesandtschaft der Trolle eingetroffen war und mit Thrall und Hellscream in einer der Hütten des Lagers verschwand. Die Darkspear erschienen Ashmodai deutlich schmächtiger als die Waldtrolle ZulJins, mit denen er im zweiten Krieg schon gegen die Menschen und Elfen kämpfte. Lediglich einer von ihnen wirkte etwas breiter, doch die Robe und die tief ins Gesicht gezogene Kapuze ließen darauf schließen, dass es sich bei diesem Troll auch nicht um einen Krieger handelte. Still fragte sich der Orc, wie groß die Hilfe dieses Stammes wohl einzuschätzen war.
Schließlich trat der Schmied neben ihn und reichte ihm seine frisch geschärften Äxte, die nun auch vom Blut der Menschen gereinigt waren, das bis eben noch an ihnen haftete. Der Krieger postierte sich sofort am Eingang des Lagers um Ausschau nach möglichen Feinden zu halten, doch alles schien ruhig. Ashmodai zog einen Dolch aus seinem Gürtel und ritzte vier dünne Kerben in den Griff seiner rechten Axt. Zwei weitere ritzte er in den Griff der linken Waffe. Es war die Anzahl der getöteten Feinde mit der entsprechenden Waffe und mehr ein persönliches Ritual, als eine Tradition seines Volkes. Er blickte seine Kingen an und verfiel in Gedanken. Bald würde er neue Waffen brauchen, da das Holz des Griffs schon fast bis zur Klinge eingekerbt war. Dies war sein drittes Paar Äxte seit sie durch das Dunkle Portal nach Azeroth kamen. Es waren die ersten Waffen, die er in Freiheit führte… ohne den Willen der Legion und es widerstrebte ihm seiner Tradition nachzukommen und sie zu ersetzen. Er müsste sich etwas einfallen lassen. Vielleicht wäre es möglich, dass…
Ein Schatten huschte an ihm vorbei. Sofort schärften sich die Sinne des Kriegers und Zorn durchfuhr ihn. Wie konnte er nur so unaufmerksam sein? Die Waffen gezogen blickte er in die Dunkelheit, doch sehen konnte er nichts. Plötzlich schien hinter einem Gebüsch ein Licht, dass der Krieger nicht zu deuten vermochte. Kampfbereit starrte er das Gehölz an um dann zu sehen, wie sich ein kleines Feuer davor bildete und sich plötzlich, wenn auch langsam auf ihn zu bewegte und eine glühende Spur auf dem Boden hinter sich herzog. Magie… immer schneller bewegte sich das Feuer zu ihm hin, sein Herz begann schneller zu schlagen und seine Muskeln spannten sich in ungewisser Erwartung, was nun kommen würde. Dann auf einmal blieb die Flamme stehen, keinen Meter vor ihm. Ashmodai untersuchte das Feuer skeptisch bis es plötzlich erlosch.
Dann wurde alles schwarz, nur einen Sekundenbruchteil, ein kurzes unangenehmes Gefühl durchzuckte die Glieder des Orcs und dann…
Hunger… instinktiv suchte Ashmodai den Boden ab, bis er ein kleines Büschel saftigen Grases fand, in dass er genüsslich hinein biss. Langsam kaute er das Grün, bis er es hinunterschluckte und einen weiteren Büschel aus dem Boden riss. Plötzlich wieder das unangenehme Gefühl…
Der Krieger hatte wieder seine Äxte in der Hand. Angewidert spuckte er das Gras aus, was er noch zwischen den Hauern stecken hatte, doch dann musste er laut lachen. Und sein Lachen wurde erwidert.
Aus dem verdächtigen Gebüsch trat der breit gebaute Troll, der VolJin begleitet hatte. “Tut mir Leid, mein Dickerchen, das wollte ich früher schon immer tun, nur hättest du mir wohl damals deine Äxte in den Leib gerammt! Aber du bist als Schaf doch genau so hässlich wie als Orc!” Der Troll schlug die Kapuze zurück und nun sah Ashmodai das erwartete bekannte Gesicht! “Xolonash, ich bin kurz davor, genau das jetzt zu tun! Aber ich freue mich dich zu sehen! Was tust du hier? Wo ist ZulJin?”
Der Troll setzte eine grimmige Miene auf und blickte gen Osten. “ZulJin ist in Zul Aman, wo er seinen kranken Plänen hinterher lechzt. Er ist verblendet von seinem Hass auf die Allianz und alles was lebt. Ich habe mein Volk verlassen!”
Ashmodai blickte Xolonash fragend an und musterte seinen alten Freund von oben bis unten. “Ich habe dich das letzte mal in Alterac gesehen, wenn ich mich recht erinnere. Wie lang ist das her? Und wie kommst du nun zu den Darkspear-Trollen?”
“Ich habe eine Expedition mitgemacht!” antwortete der Magier. “Diese Goblins scheren sich nicht um die Herkunft einer Person, solang sie nützlich sein kann! Ich bin mit einem Zeppelin durch die Welt geflogen bis ich der Reiserei müde war. Wir sind auf die Darkspear getroffen und diese haben mich aufgenommen. Und nun…” der Troll grinste sein Gegenüber an. “bin ich Diplomat zwischen unseren Völkern, da ich früher schon an eurer Seite gekämpft habe! Eine seltsame Fügung des Schicksals, nicht wahr?”
Erst jetzt wurde Ashmodai bewusst, wie absurd ihr Wiedersehen doch war. Aber er freute sich, seinen alten Gefährten wieder zu sehen und endlich vermochte etwas, die Trauer über Brorgils Tod zu vertreiben. “Solltest du denn nicht bei VolJin sein um das Bündnis zu schließen?”
“Das ist schon längst passiert!” Xolonash blickte den Orc grinsend an. “Anscheinend bin ich nun ein Bindeglied zwischen den Völkern geworden!”
“Anscheinend kämpfen wir nun wieder gemeinsam!” freute sich der Krieger. “Nun, ich würde gerne mit dir ein paar Krüge Eberschnaps leeren, aber ich habe mich für den Wachdienst gemeldet. Leistest du mir Gesellschaft?”
“Widerwillig, mein Dickerchen… du riechst streng!” Beide mussten laut über ihre üblichen Sticheleien lachen und sie hielten noch einige Stunden zusammen Wacht… doch alles blieb ruhig!
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