Kurzgeschichte

Forum der Vampirclans Fallen Angels und Warriors of Fallen Angels
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    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 15.06.2008, 20:03

    Kurzgeschichte
    Ich hab mich mal an einer Kurzgeschichte versucht, hier ist der erste Teil. Einige von euch kommen drin vor, wäre schön, wenn ihr mir ein wenig feedback geben würdet. Wenn es gefällt, setze ich sie fort.
    Sie ist aus der Sicht Refreshers geschrieben:

    ***

    Angst. Kennt ein Vampir die Angst?
    Ja… Ich weiß, was Angst ist. Kenne ihre Auswirkungen. Wie sie den Verstand lähmt und das Opfer in ein hilfloses, zitterndes Etwas verwandelt.
    Ich sehe die Auswirkungen der Angst jede Nacht. In den Augen der Menschen, in den Augen der Wölfe. Es ist an der Zeit, Angst zu verbreiten. Gleich hier, an diesem Ort, in dieser Villa, auf der anderen Seite der Straße. Wie sagt man so schön? Der Wolf hetzt die Meute. Normalerweise. Aber was ist hier schon normal, in Nächten wie dieser. In solchen Nächten wie heute hetzt die Meute den Wolf.
    Oder genauer gesagt: Das ganze verdammte Rudel.
    Dieses Rudel der Lykanthropen, wie sie sich so gerne auf ihren Partys im Rausch der Drogen nennen, hat uns den Krieg erklärt, hat uns gejagt, unsere jungen, unerfahrenen Gefährten geschlagen, gedemütigt, ausgeraubt.

    In dieser Nacht tragen wir den Krieg zu ihnen zurück.

    Wir sind zu sechst, hier draußen. Und ihre Wolfsschanze, ihr Clandomizil, liegt direkt vor uns.
    Der Regen, dieser ständige, unaufhörliche Regen, ist wie eine Wand aus Wasser, rinnt über die Dächer dieser konspirativen Villa, stürzt scheppernd durch die Regenrinnen der Türme, aus den Mäulern der dämonisch wirkenden Wasserspeier, sammelt sich im Hof, der hinter den hohen Mauern verborgen liegt.
    Die eigentlichen Wölfe sind nicht da. Noch nicht. Nur ihre Helfer sind in dem Haus – und ihr Lebendfutter. Aber wir wissen, dass ihre Ankunft kurz bevor steht. Während sie ihren Geschäften nachgehen, sind unsere Wächter ihnen auf der Spur. Lassen sie nicht aus den Augen, folgen ihnen im Verborgenen, im ständigen Katz und Maus Spiel mit ihren eigenen Wächtern. Müssen wir auch tagsüber das Licht der Sonne meiden, so wissen wir doch gut Bescheid über ihre Aktivitäten, wie sie die Fäden ziehen in der Unterwelt der Menschen, versuchen unsere eigenen Geschäfte zu durchkreuzen.
    Wir warten verborgen. Da ist Marcus van Sciver, fast gelangweilt wirkend und wie immer im tadellos sitzenden Anzug gekleidet wie ein Gentleman, steht er im Schutz eines Häusereingangs lässig an die Wand gelehnt.
    Da ist Dayaks, unser Clanführer, nebst seiner besseren Hälfte Tortura Blonda, beide in einer schwarzen Limousine abwartend, welche neben all den anderen schwarzen Limousinen die hier parken verblüffend unsichtbar wirkt. Und da sind Morena Naljar und Dalmon von Treska, irgendwo, die Flanken des Gebäudes absichernd. Als hätte sie die Nacht verschluckt entziehen sie sich meinen Blicken, obgleich wir alle genaustens über die Positionen der jeweils anderen Bescheid wissen.
    Ich selbst, Refresher genannt, habe den undankbarsten Job. Weder ein Häusereingang, noch eine Limousine geben mir Schutz vor dem Regen. Ich kauere durchnässt auf einem Dach, das mir den besten Blick auf des Gegners Domizil gewährt. Während wir hier im Regen warten, tobt drüben eine Party. Der Lärm dringt an meine Ohren, ich sehe sie durch die Fenster tanzen. Es ist eine dieser Vollmondpartys, die die Wölfe so gerne geben, für die meisten der eingeladenen Menschen wäre es eine dieser „Never come back Barbecue-Partys“. Sicherlich würde keiner von den geladenen Gästen einen Grund oder auch nur die Gelegenheit haben, sich über die Speiseauswahl zu beschweren. Aber vielleicht machen sie ja auch einen von ihnen zu einem der ihren.
    Ein zweifaches Knacken in meinem Kopfhörer. Ein Zeichen Morenas, dass sich auf ihrer Seite etwas tut. Tatsächlich nähert sich kurz darauf eine schneeweiße Stretchlimousine, fährt durch das große Tor der Villa. Die Türen werden geöffnet und ein Mann steigt gefolgt von spärlich bekleideten Damen aus, schnell umringt von dienstbaren Geistern, die Schirme aufspannen. Der Kerl sieht aus, als wäre er einem billigen Rap-Video entsprungen. Kaum ein Wolf, der nicht der Versuchung glitzerndem Diamantenschmucks erlegen wäre. Über Funk höre ich Dayaks amüsiert schmunzeln. „Sleider Bull Dog“. Tatsächlich. Sein Name passt zu seiner Erscheinung. Er ist der Anführer eines Rudels von Wölfen, die sich die „Vampir-Schlachter“ nennen und mit denen wir vor einiger Zeit einen kleineren Disput hatten.
    Tortura betrachtet ihn verächtlich. „Vermutlich ist er hier um neue Bündnisspartner zu finden.“ Wieder ein Knacken im Ohr, gefolgt von Dalmons leiser Stimme. „Sie kommen.“



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 15.06.2008, 20:29


    Wahnsinnig gut geschrieben.... Fortsetzung folgt hoffentlich bald...

    Sind wir 2 schon ganz scharf drauf...

    Genial!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Dayaks und Tortura



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 15.06.2008, 20:42


    Das sag ich ihm auch immer, dass er ein absolutes Talent dafür hat. :P



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 15.06.2008, 20:47


    Ja das ist wirklich nicht abzuweisen. Werde ihm noch die gewünschten Charakterbeschreibungen zusenden, sobald Tia im Bett ist.
    Dann bin ich ja mal auf die Fortsetzung gespannt...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 04:26


    nich schlecht Herr Specht^^
    ... mehr! ... XD



    Re: Kurzgeschichte

    littelwitch - 16.06.2008, 13:35


    WOW

    freue mich schon daruaf mehr von dir zu lesen
    ist sehr spannend und naturgetreu geschrieben
    man liest sich richtig in die situation hinein/denkt man wäre in der geschichte ......................



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 14:34

    2. Teil
    Freut mich, dass es euch gefällt :) Hier der 2. Teil:

    ***

    Angelina und Nagakura schwebten in großer Gefahr und waren sich darüber sehr wohl bewusst. Der Saal, in dem sie sich befanden, war gefüllt mit über 400 Personen. Der Großteil bestand aus so genannte Familiars - Menschen, die mit den Wölfen gemeinsame Sache machten, sei es weil sie hofften, durch einen Biss selbst geadelt zu werden oder um schlicht Geschäfte mit ihnen zu machen. Der Rest war lediglich als Futter eingeplant.
    Nagakura tat, als würde er an seinem Cocktail nippen und blickte sich an der Bar stehend um. Der sicherlich 5 Meter hohe Saal, dessen Decke aus einer Glaspyramide bestand, welche das Licht des Vollmondes am Himmel darüber noch zu verstärken schien, wurde beherrscht von einer mittelgroßen Bühne, auf der die Band "Rammstein" brachial die Tanzenden in Ekstase versetzte und mit Pyrotechnik die Luft wortwörtlich zum flimmern brachte. Das diese Band hier höchstpersönlich für Stimmung sorgte, überraschte Nagakura nicht im mindesten. Das Haus, in dem sie sich befanden, war sehr, sehr mächtig. Sie konkurrierten zwar noch mit anderen Häusern um die Vormachtstellung, aber ihr Anführer, Black Hawk genannt, war der mächtigste Wolf überhaupt in diesem Teil der Welt und seine Kontakte erstreckten sich über mehrere Länder.
    Angelina stupste ihm in die Seite und deutete auf eine Gruppe Menschen, die keine 5 Meter von ihnen entfernt standen. Der Polizeichef unterhielt sich angeregt mit dem Bürgermeister und dem obersten Richter - keine Frage: Dieses Fest war elitär und wer hier war und am Ende nicht verfüttert wurde, gehörte zu den höheren 1000 Personen der Stadt. Erschreckend wie weit der Einfluss dieses Wolfshauses mittlerweile zu reichen schien.
    Um so erstaunlicher, dass bislang keiner der Wölfe zu erblicken war. Lediglich ihre menschlichen Wachen hielten sich mehr oder weniger diskret im Hintergrund, machten aber keine Anstalten zu verbergen, dass sie mit automatischen Waffen ausgerüstet waren. Letztere sorgten bei den beiden nicht wirklich für Bedenken, wirklich verwunden konnte man Wölfe und Vampire nur mit speziellen Waffen, zumeist speziell gefertigten Klingen. Und eben diese vermisste Nagakura schmerzlich. Sie an diesen Ort zu schmuggeln war unmöglich gewesen, die Sicherheitsvorkehrungen der Wölfe waren beachtlich. Kaum hatte sich der Saal gefüllt, waren in den Türrahmen UV-Strahler eingeschaltet wurden, die ein neuerliches Passieren dieser Pforte für Vampire schlicht unmöglich machte - wenn sie nicht gerade Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 500 trugen. Die Frage, warum diese Strahler erst eingeschaltet worden waren, nachdem die Gäste den Saal betreten hatten, war das wirklich beunruhigende. Wurden sie erwartet? Wollte man Gefangene? Oder schlicht sicherstellen, dass niemand sonst in den Saal kam?
    Links und rechts in den Ecken des Saals erblickten sie weitere, große Strahler. Sollten diese auch eingeschaltet werden und ihr UV-Licht verstrahlen, würde es hier ziemlich ungemütlich werden. Einen fairen Kampf konnten sie hier an diesem Ort wahrlich nicht erwarten.
    Es war langsam an der Zeit, die nächste Phase des Plans einzuleiten und Nagakura blickte auf seine Uhr. Der ganze verdammte Plan beruhte in erster Linie auf dem Aspekt der Überraschung und dem Stolz der Wölfe - hier würden sie einen Angriff am wenigsten erwarten.

    ***

    Währenddessen lag ich flach auf den Boden gepresst auf dem Dach des Hauses und beobachtete fünf Schatten, die in halsbrecherischer Geschwindigkeit und doch geschmeidig über die Dächer der Stadt sprangen. Ein Teil des Rudels näherte sich aus der Richtung von Dalmons Position der Villa, eigentlich nur wahrnehmbar, sobald ihre Körper im Mondlicht erhellt wurden. Ich roch sie nun deutlich und die Frage brannte in mir, ob sie mich ebenso wittern konnten. Und tatsächlich, kaum hatte der erste von ihnen den Dachfirst keine 30 Meter von mir entfernt erreicht, verharrte er und schien Witterung aufzunehmen. Auf seinem Rücken trug er eine mächtige Waffe, eine beidhändig zu führende sichelförmige Klinge, die sie „Vampirschlitzer“ nannten. Ich hörte mein Herz schlagen und meine Hand klammerte sich an den Griff meines Schwertes. Doch der Wolf machte nicht den Eindruck, als hätte er mich bemerkt. Statt mich anzugreifen, reckte er den Kopf und ließ ein markerschütterndes Heulen erklingen, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten. Aus dem inneren der Villa erklang eine Antwort und mit einem Satz verschwand der Unheimliche und die anderen vom Dach. Ich erhob mich und näherte mich der Kante des Daches, sah gerade noch wie das letzte Fellknäuel in einer Pforte der Begrenzungsmauer verschwand. Das Rudel war nach Hause gekommen und wir hatten keine Gelegenheit, unsere Freunde im inneren darauf hinzuweisen.

    ***

    Bescheidenheit war keine Tugend der Wölfe, dass schien offensichtlich, da Black Hawk und seine Gefährten zu den Klägen von „Hier kommt die Sonne“ in den Saal marschierten. Die Party war noch nicht auf ihrem Höhepunkt, denn sie hatten sich ihre menschliche Gestalt für diesen Auftritt gewählt. In Anzüge aus feinstem Tuch gehüllt wären sie auch auf jeder anderen Festlichkeit nur durch ihr gutes Aussehen aufgefallen und keiner hätte geglaubt, dass sie in Wahrheit Werwölfe waren. Sie marschierten ohne Beachtung durch das Licht des Vollmondes, dass durch das Glas der Pyramide schien und entgegen dem Glauben der meisten Menschen keine Verwandlung auslöste. Diese Wesen konnten sich wie es ihnen gefiel und sehr schnell wandeln. So wie es ihnen beliebte. Sie schüttelten Hände, genossen die Aufmerksamkeiten und ließen ihre Blicke begehrlich wandern. Nagakura verfolgte besorgt den Blick, den einer der Wölfe Angelina schenkte, sie mit Blicken regelrecht auszog. Es war Charon, bei weitem kein Unbekannter. Wenn er jetzt die Maskerade durchschaute, dann wurde es ernst. Doch da er seinen Blick nicht von ihren Beinen losreißen konnte und im nächsten Augenblick von Victoria „angebellt“ wurde, konnte Angelina den Augenblick nutzen und aus seinem Blickfeld verschwinden. Ein kurzer Blickkontakt zwischen Nagakura und Angelina und beide wussten, dass sie nun beginnen mussten. Tanzend wandelte Angelina in die Richtung der Wand, über der in einer Höhe von ca. 3,50 Meter eine Balustrade verlief, auf der die Showeffekte für die Band koordiniert wurden. Stand sie im einen Augenblick noch unterhalb, so war sie blitzschnell mit einem Sprung verschwunden und oben mit den Schatten verschmolzen.
    Nagakura blickte zu den Überwachungskameras und hoffte, dass diese Aktion nicht bemerkt worden war. Aber da er nun eh nur warten und hoffen konnte, dass es ihr schnell gelingen würde, den Überwachungskontrollraum zu finden und auszuschalten, stellte er sein Glas auf die Bar und zog ein junges Mädchen zu sich. Ein kurzer Blick in ihre Augen und ihr Widerstand war erloschen. Er würde ein wenig mit ihr tanzen und wenn Angelina Erfolg hatte, konnte er hier beginnen.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 14:51


    Echt toll zum Lesen! Bin gespannt wie es weiter gehen wird! Freut mich, meinen Namen in deiner Story wiederzufinden! :oops:



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 16.06.2008, 15:02


    weiter weiter weiter.-....



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 17:28


    Uhhhhh, spannend... ^^ weiter weiter weiter!
    ... Noch ein Künstler unter uns! *zweiten Strich mach* XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 19:14


    ui... bin au dabei :D *gespannt is*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.06.2008, 22:46

    Teil 3
    ***

    Marcus van Sciver stand im Schatten des Häusereingangs und blickte auf einen Ring, den er am Ringfinger seiner rechten Hand trug. Schlichtes Silber, mit einem fast winzig erscheinenden Rubin.
    Er dreht ihn an seinem Finger. Vielleicht würde er ihn einschmelzen, aus ihm eine Kugel formen und sie Black Hawk in den Schädel pusten.
    Ein Geräusch rechts von ihm ließ ihn aufhorchen.
    „Hallo, Dalmon“.
    Er erkannte ihn sofort an der Art und Weise, wie er sich bewegte. Er stand ganz einfach plötzlich neben ihm, als wäre er aus dem Schatten aufgetaucht. Marcus beobachtete die Fenster des Domizils, während er redete:
    „Wer sichert jetzt die Flanke?“
    „Latitius.“
    Dalmons Stimme war ebenso wie die von Marcus gerade so laut, dass sie das Geräusch des Regens übertönte.
    Marcus nickte. „Gut“.
    Dalmon blickte nun ebenfalls auf einen identischen Ring, den auch er am rechten Ringfinger trug und blickte fragend.
    Marcus schüttelte den Kopf. „Es dauert halt seine Zeit.“

    ***

    Angelina ließ sich Zeit. Sie arbeitete sich systematisch vor, gründlich und überlegt. Von der Balustrade aus war es allzu leicht gewesen, an der Sicherheitsvorkehrung vorbei zu kommen. Entweder war das gesamte Sicherheitskonzept nur halbherzig aufgestellt worden, weil man nicht damit rechnete, dass der Gegner sich hierher wagen würde, oder aber es war entschärft worden um den Helfern beim Konzert die Arbeit zu erleichtern. Sie musste nur um die Ecke biegen und fand sich kurz darauf auf einem Damen-WC wieder. Verglichen mit der aristokratischen Würde, die sie von Domizil der Vampirhäuser gewohnt war, erschien ihr das gesamte Gebäude eher wie die Bude eines Junggesellen. Sie entdeckte ein Fenster, öffnete es und blickte hinaus. Sie befand sich leicht oberhalb der Glaspyramide in einem Zimmer des Turmes. Ohne zu zögern zwängte sie sich aus dem Fenster und befand sich kurz darauf außerhalb, kletterte geschickt über einen Sims, hangelte sich höher und einen weiteren Klimmzug später genügte ein kräftiger Schlag, um ein gekipptes Fenster zu öffnen. Der Raum dahinter war dunkel, aber das stellte kein Problem dar. Die Sinne der Vampirfrau waren wie geschaffen für die Dunkelheit. Eine Abstellkammer, hier wurde sie nicht fündig, daher schlich sie weiter. Ein Flur mit drei Türen. Es waren Schlafräume und schon im ersten wurde sie fündig – im doppelten Sinne. Das erste was sie fand, war eine Waffe. Ein Hattori Hanso Schwert stand an die Wand gelehnt, damit wusste sie umzugehen. Jetzt fühlte sie sich gleich Welten besser und völlig Herr der Lage. Die zweite Entdeckung zauberte endgültig ein Lächeln auf ihr Gesicht. Ein Laptop. Sie schaltete es ein und kurz darauf wurde ein Passwort abgefragt. Es interessierte sie nicht. Stattdessen griff sie an ihre Halskette, an der ein kleines Medallion baumelte. Sie zog daran und das Schmuckstück teilte sich mit leisem Klicken in eine USB-Schnittstelle, die sie an dem Laptop anschloss. Sie griff an ihren rechten Ringfinger und rückte auf den kleinen Rubin, der augenblicklich die Farbe von Rot auf Grün wechselte.

    ***

    Totura Blonda blickte nervös von dem kleinen silbernen Ring mit rotem Stein an ihrer rechten Hand zu Dayaks, der völlig entspannt mit einem kleinen, roten Schweizer Taschenmesser spielte. Gerade wollte sie was sagen, als bei beiden die Farbe der Steine ihrer Ringe auf Grün wechselte und keine 2 Sekunden später bei Dayaks das Handy klingelt. Mit einem metallischen Klicken schnappte es auf und Queen's Double meldete sich: „Wir sind online!“
    Dayaks blickte zu Tortura, schob entspannt ein Kaugummi in seinem Mund von rechts nach links und sprach ins Handy: „Initiiere das Virus.“
    Keine 20 Meter entfernt taten Marcus und Dalmon das gleiche, wie Tortura neben Dayaks: Sie luden mit einem metallischen Klicken ihre automatischen Waffen durch.

    ***

    Nagakura löste sich aus der Umarmung der jungen Menschenfrau, lächelte sie an, küsste ihr die Hand und bat sie, dass sie ihn kurz entschuldigen wolle. Dann schlenderte er scheinbar in Richtung der Toiletten, bewegte sich dann aber seitlich versetzt in Richtung eines einzeln stehenden Wachmannes, für den er sich nach genauer Beobachtung entschieden hatte.
    Während um ihn herum die Party im vollen Rausch tobte und sich die Bässe mit seinem Herzschlag zu synchronisieren schienen, fokussierte er sich völlig auf diesen Wachmann, der an die Wand gelehnt dem tollen Treiben zusah. In der Wahrnehmung Nagakuras erschienen die Tanzenden, die Lichter, der Wachmann - einfach alles – wie in Zeitlupe abzulaufen. Deutlich nahm er jede Einzelheit des Wächters wahr, seinen Stahlhelm, der Knopf im Ohr, die grün schimmernden Augen, der Drei-Tage-Bart, der Finger lang am Abzug, das Schulterstück umgeklappt, der Sicherungshebel des Schnellfeuergewehrs auf „Gesichert“.
    Im gleichen Augenblick, als der Stein des Ringes von Grün auf Blau wechselte, erlosch mit einem Knacken abrupt das Licht, die Musik, die Stimmung. Während alles und jeder die Luft anzuhalten schien, explodierten die angespannten Muskeln Nagakuras, er schnellte hervor, schneller als es das Auge eines Menschen wahrnehmen konnte, rammte dem verdutzten Wachmann aus der vollen Bewegung den Ellbogen gegen die Kehle und die Schulter gegen den Brustkorb, entwand ihm noch während der Wachmann röchelnd durch die Luft flog das Sturmgewehr, verschob - sich um die eigene Achse drehend - den Sicherungshebel von „Gesichert“ auf „Feuerstoss“ und schoss eine Dreiersalve auf einen weiteren Wachmann, der keine 10 Meter entfernt in die Brust getroffen zusammensackte und zwei weitere Salven blind auf die letzten Positionen von Wachmännern vor dem Stromausfall.
    Augenblicklich brach Panik unter den Menschen aus, während tief unten im Keller zwei große, kompakte kinetische Energiespeichersysteme ein Notstromaggregat zum Leben erweckten, dass trotz der verzweifelten Bemühungen von Queen's Double in der ganzen Villa die Notbeleuchtung aktivierte, die UV-Strahler in den Türen reaktivierte und in den Ecken des Saals die großen UV-Flutlichter einsatzbereit machte. Nagakura nahm wahr, wie die Wachmannschaften sich von der Panik der Gäste anstecken ließen und blind das Feuer eröffneten, viele der Menschen von Kugeln getroffen zusammensackten. Nagakura wechselte im Laufschritt die Position und gab Salven auf die großen Flutlichter ab, ehe die Bedienmannschaften ihm Ärger machen konnten und wendete sich der Tür zu, durch die er die Verstärkung erwartete. Ein Wachmann tauchte vor ihm auf und legte auf ihn an, doch wieder schnellte er vor, an der Mündung des knatternden Schnellfeuergewehrs vorbei und rammte ihm den Kolben seines eigenen Gewehrs ins Gesicht. Wieder legte er an, bereit mit gezielten Salven die UV- Barriere der Tür zu zerschießen, als er von hinten gepackt, emporgehoben und gegen die Wand geschleudert wurde, von der er abprallte und benommen liegen blieb. Der Werwolf, der geifernd über ihm stand, zog eine mächtige, zweiblättrige Streitaxt und knurrte nur ein Wort: „Nagakura“.

    ***

    Von meiner erhöhten strategischen Position konnte ich – ganz der Stratege - verfolgen, wie sich auf die Sekunde genau Marcus und Dalmon im Vollsprint auf das Tor der Villa zu bewegten, gleichzeitig Dayaks den Motor seiner schwarzen Limousine aufheulen ließ und auf das Tor zu raste. Zwei Wachen standen dort und versuchten, das Tor zu verschließen, wurden aber sofort von Dalmon unter Feuer genommen, der in seinem sprint zwar nicht traf, sie aber in die Deckung zwang und Dayaks so ermöglichte, auf den Hof durchzubrechen. Durch das Hauptportal der Villa rannten nun panisch die ersten Partygäste in den Hof und lösten völlige Verwirrung aus. Von einem Fenster aus eröffnete eine weitere Wache das Feuer auf den Wagen, Tortura versuchte aus den geschlossenen Auto heraus den Schützen unter Feuer zu nehmen und ihn in die Deckung zu zwingen, doch da sie neben dem Schwertkampf eher ihre Zähne oder Fingernägel im Kampf bevorzugte, versagte ihr das Gewehr den Dienst und die Kugeln der Wache fetzten über die Motorhaube und brachten den Kühler des BMW zu Explosion. Dayaks reagierte geistesgegenwärtig und brachte den Wagen trotz auslösender Airbags sicher zum stehen, Marcus erreichte das Tor, schaltete schnell und zwang den Fensterschützen in die Deckung.
    Hinter mir auf dem Dach waren alle Wächter unserer Gefährten vereint und drängten, ihren Gefährten zur Hilfe zu eilen – ich hatte meine liebe Not sie als Reserve zurückzubehalten. So entging mir, dass die ersten Wölfe – Odin und Faolan – auf dem Hof erschienen, beide ihre „Vampirschlitzer“ in der Hand. Dalmon und die wie aus dem Nichts aufgetauchte Morena wussten, dass die Gewehre nun nutzlos waren, warfen sie zur Seite und zogen ihre Schwerter blank, waren kurz darauf in heftige Nahkämpfe auf engstem Raum verwickelt. Ein mächtiger, zweiköpfiger Wächter sprang mit einem kraftvollen Satz durch eine der geschlossenen Scheiben und warf Dayaks um der sich aus dem Auto befreit hatte, rollte sich über den Boden ab, wollte gerade wieder auf ihn zuspringen, doch Latitius griff ins Kampfgeschehen ein und feuerte eine Art Schrottgewehr ab, dass allerdings keine Kugeln, sondern ein Netz verschoss, dass unter derart starker elektrischer Spannung stand, dass es einen Elefanten umgehauen hätte. Ein zweiköpfiger Wächter ist allerdings kein Elefant sondern ein Wesen der Niederhölle, mehr als einen kurzen Zeitgewinn brachte es nicht – es war an der Zeit. Mit einem Pfiff entfesselte ich eine Horde von 10 Wächtern, die hechelnd und geifernd losstürzten uns sich ins Kampfgetümmel warfen – keine Sekunde zu spät, denn nun hatten sich die Verteidiger organisiert.

    ***

    Während das Hauptkampfgeschehen sich auf dem Hof der Villa verlagerte und beide Parteien immer mehr Kämpfer dort zusammenzogen, sich die Partygäste verzweifelt zu retten versuchten und Nagakura nicht weniger verzweifelt mit einem Gewehr und dem Rücken zur Wand die Axtschläge des Charon parierte, telefonierte Angelina entspannt mit Queen's Double, die im eignen Domizil vorm Rechner saß und sich ins System des Bloodpacks gehackt hatte, nun alle Daten und Baupläne der Villa auf drei Monitoren vor sich hatte. Sie dirigierte Angelina zielsicher an allen Sicherheitssystemen und Fallen vorbei und schloss sicherheitshalber hinter ihr die Türen, bis sie ins Allerheiligste des Hauses gelangte, den privaten Gemächern Black Hawks.



    Re: Kurzgeschichte

    littelwitch - 16.06.2008, 23:03


    wow

    kann es kaum erwarten
    bis es weitergeht.................... :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 04:13


    :D nich schlecht ... oh ich wiederhole mich XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 09:42


    Einfach hammers!



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 14:42

    Und weiter im Text:
    ***

    Als in der gesamten Villa nach der Virusattacke von Queen's Double das Sicherheitssystem zusammenbrach und Nagakura als Ablenkungsmanöver das Feuergefecht im großen Ballsaal der Villa eröffnete, standen dem Polizeichef die Haare zu Berge. Kaum war das Licht ausgefallen und die ersten Garben peitschten durch die Luft, da wurde er von seinen Sicherheitsleuten zu Boden gerissen, die von allen Seiten zu ihm und den anderen Schutzpersonen eilten und sternförmig absicherten. Eine Dreiersalve von Nagakura beantwortete ein Sicherheitsmann, der grob in die Richtung feuerte, aus der er den feindlichen Beschuss vermutete und tötete so unabsichtlich einen der Personenschützer des Bürgermeisters, was alle nur im Schein des Waffenfeuers erahnen konnten. Die Beamten waren für solche Fälle geschult, sie waren sogar darauf geschult, eine Attacke eines ausgewachsenen Werwolfs abzuwehren, aber trotzdem brach zumindest im Ansatz Panik aus. „Officer am Boden!“ „Nr.1 unter Feuer! Nr.1 unter Feuer!“ Die Funkfrequenz brach unter dem Stimmgewirr fast zusammen. Trotz Dunkelheit gelang es den Sicherheitsleuten, sich sternförmig in Richtung Ausgang zurückzuziehen und panische Partygäste nicht unter Feuer zu nehmen. Als aber einer der Werwölfe sich verwandelte und infernalisch heulte, feuerten drei von ihnen ihre gesamten Magazine auf das Wesen der Nacht ab. Dieser wurde zu Boden geschleudert, ignorierte aber die Menschen, richtete stark blutend die Aufmerksamkeit auf Nagakura und sprang mit drei Sätzen zu ihm.
    Der Bürgermeister, der oberste Richter und der Polizeipräsident beobachteten noch, wie der Wolf einen Schützen emporhob und gegen die Wand schleuderte, dann wurden sie von den Sicherheitsleuten durch die Tür in Richtung Treppenhaus geschubst. Dort sprang die Notbeleuchtung an und der Chief war wieder in der Lage, klar zu denken. Er riss sein Handy aus der Tasche und war kurz darauf mit der Zentrale verbunden. „Schicken sie alles was verfügbar ist, zu meiner Position! JEDEN MANN!“


    ***

    Auf dem Vorhof der Villa war die Hölle entfacht worden und es stand schlecht für uns. Dalmon und Morena kämpften Rücken an Rücken, hatten nicht mehr Platz, als ihre Drakonenschwerter ihnen verschaffen konnten. Marcus, Dayaks und Tortura sahen sich einer Übermacht ausgesetzt, Latitius hatte hinter dem Autowrack Stellung bezogen und feuerte mit zwei Pistolen abwechselnd auf die verschiedenen Fenster der Villa, um die Sicherheitskräfte unten zu halten, die sich im inneren des Hauses verschanzt hatten und den BMW nach und nach in einen Schweizer Käse verwandelten. Ich lag mit dem Gewehr im Anschlag auf dem Dach, feuerte unterstützend auf die Fenster, stimmte mich mit Queens Double ab und versuchte mir so ein Bild der Lage zu machen. Angelina war kurz vor dem Ziel und es ging ihr gut, aber von Nagakura wussten wir nichts, außer seiner letzten Position: Dem Ballsaal. Eigentlich hätte er sich unter die flüchtenden Partygäste mischen und hier im Hof zu uns stoßen sollen.
    Irritiert stellte ich fest, dass ich mich an einer eigenen Patronenhülse verbrannt hatte, die von einem beachtlichen Berg abgefeuerter Hülsen an meinen Ellbogen gerollt war. Leise fluchend warf ich das leere Magazin aus, führte mein vorletztes in die Waffe und lud sie durch. „Refresher: Muni am Ende. Was ist mit Nagakura?“
    Dayaks parierte einen harten Schlag Angua von Überwalds und rammte ihr die Schulter gegen die Brust, was sie zurücktaumeln ließ und ihm einen kurzen Moment verschaffte, um sich Überblick zu verschaffen.
    „Er muss noch oben sein!“ Wieder wurde er attackiert und antwortete mit einer Finte, gefolgt von einem harten Schlag gegen ihre Schwerthand.
    „Wir müssen ihm helfen!“
    Morena Naljar traf Sleipnir mit voller Härte und sah ihn bewusstlos zusammenbrechen. Sie wollte gerade seinen Wächter attackieren, doch da das Herrchen gerade eine Auszeit nahm, verschwand der apokalyptische Wolfshund mit einem Satz in der Dunkelheit. Der Weg zum Eingang und damit zum Treppenhaus lag urplötzlich frei vor ihr.
    „Ich hole ihn!“ Mit einem Satz spurtete sie los, mehr als ein
    „Nein! Warte!“
    konnte Dalmon nicht mehr rufen, denn er war gezwungen die Angriffe Faolans zu parieren.
    Ich sah, wie einer der feindlichen Wächter zum Sprung auf Morena ansetzte und feuerte vom Dach aus mein gesamtes Magazin auf die Bestie ab - und schon im nächsten Moment verbiss sich Morenas eigener Wächter Askaban in diesem Gegner.
    Keine Sekunde später war Morena in der Pforte verschwunden und ich wechselte erneut fluchend das Magazin. Gerade wollte ich durchladen, als urplötzlich ein Schatten vor mir in die Höhe schoss, mich am Kragen packte, durch die Luft wirbelte und mich gegen einen der Kamine schleuderte. Der Aufprall drückte mir die Luft aus den Lungen. Ruffy, der selbsternannte Advokat des Teufels.
    Nun gut. Ich zuckte die Schultern, zog mein Schwert und stand auf.
    „Ich hatte eh keine Munition mehr.“

    ***

    Das Schwert mit beiden Händen in der Vorhalte und leicht gebückt näherte sich Angelina einer großen, massiven Eichentür, die zu ihrer Verwunderung nur angelehnt stand.
    Leise flüsterte sie in ihr Headset: „Und du bist sicher, dass ich hier richtig bin?“
    Am anderen Ende der Leitung reagierte Quenns Double mit leicht genervten Unterton, da Angelina ihr diese Frage heute sicherlich schon zum 20. Mal gestellt hatte und warf einen kurzen Seitenblick auf einen der vielen Fernsehmonitore, der Aufnahmen einer Webcam zeigte, welche gegenüber des Polizeipräsidiums positioniert war und starke, ausrückende Einheiten abbildete:
    „Ja, ich bin völlig sicher. Beeile dich, wir bekommen gleich Besuch.“
    „Ok…“
    Angelina stupste die schwere Tür mit dem Fuß auf. Es herrschte Zwielicht, aber für Angelinas Augen war das Chaos in dem Raum offensichtlich. Kleidungsstücke lagen am Boden, dass große Doppelbett zerwühlt… ein strenger Geruch hing in der Luft… und dann klang aus dem Nebenzimmer, das sich an dieses Schlafzimmer anschloss, ein markerschütternder Schrei.
    Ehe Angelina überhaupt reagieren konnte schossen zwei mächtige Werwölfe in den Raum – und fielen übereinander her!
    Verblüfft sah sie zu, wie Black Hawk und Sleider Bull Dog, der Clanführer der Vampir-Schlachter, sich ineinander verbissen hatten und einander durch die Gegend schleuderten.
    In ihrem Headset hörte sie Quenny immer wieder fragen: „Was ist da los? Angelina! Was ist da los?“
    Angelina war zu verblüfft um zu antworten.
    „Ich… dass…“
    Black Hawk schleuderte Sleider quer durch das Zimmer gegen die Wand und wurde sich Angelinas bewusst.
    „Was? Du? Du hier? Du wagst es…“
    Mit vor Wut rot glühenden Augen und pochenden Halsadern machte er einen Schritt auf Angelina zu – doch das war die Gelegenheit, auf die Sleider nur gewartet hatte. Als wäre es ein Spielzeug, schleuderte er das gewaltige, massiv aus Eiche gebaute Bett auf Black Hawk - und begrub ihn mit einem scheppernden Knall darunter und Angelina gleich mit.
    Der Anführer des Bloodpack sprang vor Wut brüllend auf und wuchtete das Bett zur Seite.
    Doch der kurze Augenblick der Konfusion hatte Sleider gereicht. Angelina und Hawk sahen, wie er eine kleine Schatulle unter dem Arm hielt, triumphierend lachte und im nächsten Augenblick mit einem Sprung über das Fensterbrett in der Nacht verschwunden war.
    Black Hawk stand wie von Donner gerührt – dann sprang er mit einem gewaltigen Satz ebenfalls durch das Fenster und nahm die Verfolgung auf.
    Angelina saß verdattert auf dem Boden und blickte sich um.
    „Das ist mir auch noch nicht passiert…“
    „Was? Was ist dir noch nie passiert?“ quäkte es aus dem Kopfhörer des Headsets, welches an ihrer Brust herunter baumelte.
    Sie steckte es wieder in ihr Ohr und stand auf.
    „Sleider Bull Dog ist uns zuvorgekommen.“
    „Was?!?“
    „Er hat etwas geklaut… eine Schatulle.“
    Angelina stieg über die Trümmer des Bettes und sah aus dem Fenster, entdeckte aber weder Hawk noch Bull Dog. „Was auch immer da drin war, es scheint wichtig zu sein. Black… oh scheiße..“
    Ihr Blick fiel auf den Hof, auf dem zwei ihr unbekannte Werwölfe sie entdeckt hatten, mit einem Satz an die Mauer hechteten und die steile Wand erklommen.
    Sie schloss das Fenster und begann zu rennen.

    ***

    5 Straßen entfernt hatten Maorra und Andrej Yunfator von Queens Double ihr Startzeichen erhalten und jagten komplett in schwarze Motorradkleidung gehüllt mit mörderischer Geschwindigkeit auf einer Yamaha „FZ1 Fazer“ durch die Straßen zu der ihnen zugeteilten Position. Maorra hatte Mühe, sich auf dem Beifahrersitz zu halten, denn Andrej holte alles aus der Maschine heraus und legte sich auf den engen Straßen sehr hart in die Kurven.
    Als sie die Stelle erreichten, zitterten ihr die Knie, aber das merkte keiner, zumal weder bei ihm noch bei ihr die Anstrengung hinter den schwarzen Visieren der Helme erkennbar war.
    Geschickt fischte Maorra eine kleine Fernsteuerung aus einer ihrer Jackentaschen und wartete ab. Die Anspannung war so groß, dass keiner von beiden etwas sagte, nur die Rennmaschine unter ihnen vibrierte im Leerlauf. Der Konvoi der Polizei-Mannschaftswagen näherte sich mit hoher Geschwindigkeit, Blaulicht und heulenden Sirenen und bog nun in die Allee ein, in der die beiden lauerten.
    „Warte…“
    Andrej`s Stimme war völlig ruhig, gedämpft durch den Motorradhelm.
    Maorras Herz schlug so schnell wie noch nie. Ein Rattern lag in der Luft – ein Polizeihubschrauber flog in geringer Höhe über dem Konvoi, der nun die von Bäumen gesäumte Straße entlang raste.
    „Warte…“
    Der Konvoi näherte sich der Mitte der Straße.
    „JETZT! JETZT! JETZT!“
    Mit einer schnellen Bewegung drückte Maorra eine Taste und löste eine Kettenreaktion von Explosionen aus – links und rechts der Straße explodierte eine Reihe von Sprengsätzen und fällte Baum um Baum, die nun alle quer auf die Straße fielen, zwar wie durch ein Wunder keine Polizeiwagen unter sich begruben, die Straße aber vor, hinter und mitten im Konvoi effektiv versperrten. Einige Mannschaftswagen schafften es zu bremsen, andere krachten in die Baumstämme, wieder andere krachten ineinander.
    Andrej stieß ein Triumphgeheul aus, jagte den Gang rein und gab Gas, dass der Hinterreifen der Maschine durchdrehte. Maorra lies die Fernbedienung fallen, klammerte sich an Andrej fest und die beiden jagten los – sofort dicht verfolgt vom Hubschrauber der einem Rachengel gleich halsbrecherisch manövrierte.

    ***

    Mit einem Satz war Morena im Haus und hastete die Treppe hinauf, die auf halber Höhe eine scharfe links Kurve machte. Sie hechtete um die Ecke und blieb wie vor Donner gerührt stehen – ihr entgegen kam die Gruppe um den Polizeipräsidenten. Die Sicherheitsleute sahen ihr Schwert in der Hand und eröffneten ohne zu zögern das Feuer, die Kugeln hämmerten in Morenas Brust und warfen sie rücklings die Treppe hinab und brachial gegen eine Wand, wo sie geistesgegenwärtig aber halb wahnsinnig vor Schmerz zur Seite rollte und Deckung fand. Diese Kugeln konnten sie nicht töten, aber schmerzen konnten sie ihr bereiten. Der Schmerz war so groß, dass Wut in ihr hoch kochte und das Adrenalin in ihrem Blut sorgte dafür, dass der Vampir aus ihr hervorbrach, die Augen leuchteten infernalisch rot, die Zähne wuchsen ihr wie vor dem Biss. Das Tier, der Dämon in ihr brach sich fast seinen Weg, aber dann hatte sie sich wieder unter Kontrolle.
    „Nein... mit Essen spielt man nicht!“
    Die Polizisten näherten sich vorsichtig der Ecke, feuerten abwechselnd Salven, da sie befürchteten, dass das noch nicht alles gewesen war.
    Morena griff an ihren Gürtel und holte eine Rauchgranate hervor, zog den Sicherungsbügel und warf ihn um die Ecke, wo von einer Sekunde zur anderen schwefelgelber Qualm die Sicht versperrte und in dem engen Treppenhaus das Atmen für die Cops fast unmöglich wurde. Als Antwort erhielt Morena die nächste, sehr energisch vorgetragene Salve, einen mörderischen Kugelhagel, den die Polizisten nun in Verzweiflung entfesselten. Morena griff in den Schaft ihrer Motorradstiefel und zog ein Jagdmesser blank, welches einst ihrem Vater gehört hatte. Mit diesem hatte er da einst in Kanada einen Bären zerlegt… Mit zwei beherzten Schnitten durchtrennte sie die Schnürsenkel, schob sich die schweren Stiefel von den Füssen, streift die Socken ab, klemmte sich das Messer zwischen die Zähne und ihr Schwert zurück in die Rückenscheide. Dann sprang sie hoch, vollführte in der Luft einen halben Salto, hing wie eine Fliege an der Decke und rannte auf diese Weise im Schutz des Rauches über die ahnungslosen Polizisten hinweg. Mit Schuhen hätte sie keinen Halt gefunden – ein eindeutiges Argument, auch mal barfuss unterwegs zu sein. Sie erspähte den letzten Polizisten, sprang hinter dem hustenden Mann zu Boden und schlug ihn lautlos mit dem Knauf des Messers zu Boden. Sie angelte sich seine Waffe und hastete weiter in Richtung des Ballsaals. Dalmon würde stinksauer sein, dass sie schon wieder neue Schuhe kaufen musste.



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 17.06.2008, 14:56


    oh man weiter...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 17:11


    ***

    Dayaks parierte eine Attacke Anguas und machte einen Schritt auf sie zu, so dass die beiden Waffen funken stoben, drehte sich in den Gegner, versetzte ihr ein harten Schlag gegen das Gesicht und brach ihr die Nase. Anuga röchelte und taumelte erschöpft einen Schritt zurück, was ihr einen schweren Treffer Dayaks einbrachte und sie brach vorne über zusammen. Er blickte sich um. Der Kampf hatte lange gedauert und sie waren dabei zu verlieren. Er fischte eine kleine Flasche hervor und setzte sie an die Lippen. Mit jedem Schluck des Lebenselexiers fühlte er sich lebendiger. Das Problem war: Der Gegner hatte mehr davon und er sah immer wieder stark angeschlagende Wölfe im inneren der Villa verschwinden und erfrischt wiederkommen. Es bestand kein Zweifel, dass sie die größeren Reserven hatten und in offener Schlacht waren diese Wölfe eh eine Nummer zu groß. Er aktivierte seinen Sprechfunk:
    „Refresher?“
    Er blickte zurück und sah mich in einen Kampf auf Leben und Tod auf dem Dach verwickelt, letzten Endes gab das wohl den Ausschlag:
    „Quenny: Es wird Zeit für das Taxi!“

    ***

    Morena erreichte den Ballsaal und wäre um ein Haar fast durch das Licht der UV-Lampen gelaufen, bemerkte es aber gerade noch rechtzeitig. Sie blickte in den Saal und sah Nagakura regungslos auf dem Boden liegen. Außer weiteren regungslosen Körpern herrschte eine gespenstische Ruhe. Sie legte die Maschinenpistole an und zerschoss im kompletten Rahmen die Lampen, gerade als die letzte erlosch, hörte sie die MP leer klackern und warf sie achtlos beiseite. Sie zog ihr Schwert und betrat den Saal. Auch weiterhin lag er ruhig und verlassen da. Vorsichtig nach allen Seiten spähend lief sie zu Nagakura und kniete sich neben ihn, als hinter ihr etwas hart aufschlug. Morena sprang auf und führte eine harte Attacke mit dem Schwert aus der Drehung – und wurde mit einem harten PLING pariert. Angelina stand ihr gegenüber. Sie war auf dem gleichen Weg zurückgekehrt.
    „Ruhig… Entspann dich…“
    Und mit Blick auf Nagakura:
    „Wie geht es ihm?“
    „Er ist un-tod.“
    „Sehr witzig. Schaffen wir ihn raus, hinter mir sind zwei Wölfe.“
    Morena zog eine kleine Flasche von ihrem Gürtel ab. „Warte, ich habe noch einen Trank. Besser er kann laufen, als das wir ihn tragen.“

    ***

    Quenns Double drückte die Kurzwahltaste 2 an ihrem Handy und hatte kurz darauf Victoria von Lamia in der Leitung:
    „Ok, hol sie da raus.“
    „Bin schon unterwegs.“
    In einer Tiefgarage, drei Blocks entfernt vom Domizil des Bloodpack starteten Victoria und nach ihr auch Luzifer und Molly die Motoren von drei handelsüblichen Taxis und verließen schnell, aber unauffällig ein Parkhaus. Auf den Rücksitzen lagen versteckt Gilmor, Pitchblack und Blade mit Sturmgewehren. Victoria war auf das schlimmste gefasst, aber die Straßen der Route waren frei. Weder Straßensperren, Rettungswagen noch Feindkräfte erschwerten ihr das Leben. Eigentlich ungewöhnlich, dass ein Plan so gut funktionierte.
    Es änderte sich schlagartig als sie in die Straße zum Domizil erreichten, in der sie mit Vollgas fuhren und vor dem Tor mit quietschenden Reifen stehen blieben. Gilmor, Pitchblack und Blade sprangen hinter die Wagen und schossen Deckungsfeuer. Dayaks und Tortura hatten Marcus van Sciver unter den Armen gepackt und liefen auf das Taxi zu, Morena und Angelina trugen Nagakura mehr, als das er laufen konnte, Refresher und Latitius trugen Dalmon. Links und rechts an ihnen vorbei stürmten die Wächterwesen und verschwanden in der Nacht – der gesamte Clan befand sich auf dem Rückzug. Keine Sekunde zu spät, den nun erschienen das Stakkato von Hubschrauberrotoren in der Luft. Die Polizei war im Anmarsch. Die Bewusstlosen und Verwundeten wurden in die Taxis verfrachtet und dort mit bereitstehenden Tränken versorgt, der Rest teilte sich auf die verschiedenen Wagen auf. Dayaks brüllte: „Trennen und sammeln wie vereinbart!“ Dann schlugen die Türen zu und die Taxis machten sich auf getrennt geplanten Routen auf den Weg zum Sammelpunkt.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 17:22


    Einfach genial! :-)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 17:43


    XD die Story ist echt genial...

    Und meine Lieblingsstelle bisher:
    "Dalmon würde stinksauer sein, dass sie schon wieder neue Schuhe kaufen musste."

    looool :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 18:26


    wenns fertig is druck ich mir des aus :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 18:33


    Queen's Double hat folgendes geschrieben: "Dalmon würde stinksauer sein, dass sie schon wieder neue Schuhe kaufen musste."

    :wink: Ja, halt typisch Frau.



    Re: Kurzgeschichte

    Marcus van Sciver - 17.06.2008, 19:17


    Verdammt... woher kennt der meine Vergangenheit?




    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 17.06.2008, 19:50


    Wow - die perfekten Bilder :) Da hat uns wohl doch einer abgelichtet ^^



    Re: Kurzgeschichte

    littelwitch - 18.06.2008, 00:23


    des liest sich wie ne süssigkeit
    man wird süchtig danach...................



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 04:42


    zum thema schuhe sach ich nur eins...
    Warum nimmt sie nich einfach welche wo man die Sole mitm Reißverschluss abmachn kann? XD
    Weis blöde idee :oops:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 09:52


    ***

    Black Hawk war nackt, zerschunden und kochte innerlich vor Wut.
    Letzteres mochte man ihm nicht anmerken, wie er so da saß, im Schein des Mondes auf dem Dach der mittelalterlichen Kathedrale und im Kreis der Wasserspeier. Dies war sein Lieblingsort außerhalb des Wolfsbaus, irgendwie fühlte er sich hier wohl. Von hieraus konnte man fast die gesamte Stadt überblicken und jedes Wolfsgeheul vernehmen.
    Er war trotz des Mondlichts in seine menschliche Gestalt zurückgefallen und seine Gedanken kreisten fieberhaft um diesen Abend, der so gut begonnen hatte und dann ins Chaos abgedriftet war.
    Ausgerechnet dieser Stümper von Bull Dog hatte ihm diese Niederlage zugefügt und ihm die Unterlagen abgejagt. Wie konnte er es wagen, mit den Blutsaugern gemeinsame Sache zu machen? Wenn diese Unterlagen in die Hände der Vampire gerieten, war alles in Gefahr, wofür er so lange gearbeitet hatte.
    Und dann ausgerechnet das Pack der Gefallenen! In seinem Haus! In seinen Räumen!
    Sie waren schwach, er würde sie jagen und hinwegfegen, sie vernichten!
    Er betrachtete seinen blutigen Arm. Die Wunden schlossen und regenerierten sich langsam.
    Aber bevor er sie ausrotten würde, musste er die Unterlagen wieder in seine Hände bekommen – koste es was es wolle.
    Sleider Bull Dog war ihm heute Abend entkommen und er hatte nicht viel Zeit.
    Aber er würde erfolgreich sein!
    Er musste es einfach...

    ***

    Dan Attkins war seit 20 Jahren Hubschrauberpilot. Er hatte im Krieg Einsätze geflogen, bei der Polizei und bei der Brandbekämpfung. Aber er konnte nicht glauben, was ihm der Monitor seiner Wärmebildkamera da zeigte. Deutlich erkannte er die Hitze des Motors, der Reifen und der Bremsbeläge des Rennmotorrads, aber die beiden Fahrer auf ihr mussten die verdammt besten Wärmeisolationsanzüge der Welt tragen. Man könnte sagen, der Fahrer und der Beifahrer waren verdammt cool. Cool wie die Leichen der Cops, die sie auf dem Gewissen hatten.
    Sollte der Fahrer auf den Gedanken kommen, abzusteigen und zu Fuß zu flüchten, waren seine Chancen so schlecht nicht. Aber solange er weiter mit Vollgas durch die Stadt jagte, zog sich das Netz der Straßenspeeren immer weiter zu. Dan Attkins war ein verdammt erfahrener Mann und liebte seine Arbeit. Sie würden die beiden Terroristen stellen und den Tod der 5 Polizisten rächen.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 13:26


    ***

    Wenn es etwas gab, was Sleider Bull Dog wirklich richtig gut konnte, dann war das rennen. Obwohl er diese Schatulle bei sich trug, war es ihm ein leichtes gewesen, Black Hawk auf einer trotz allem mörderischen Flucht über die Dächer der Stadt zu entwischen.
    Jetzt, just in diesem Augenblick, konnte er ihn weit entfernt in der Nacht den Mond anheulen hören. Bestimmt hockte er wieder auf der alten Kirche und hoffte, er würde in seinen Gesang mit einstimmen und seine Position preisgeben.
    Welch ein Narr er doch war.
    Sleider grinste, als er die Schatulle im Mondlicht betrachtete. Der Abend hatte eine unerwartete Wendung genommen. Als Bittsteller war er in den Bau des Bloodpaks gekommen, um einen „Pakt der Wölfe“ zu schließen. Hawk hatte ihn freundlich empfangen, sie führen Krieg gegen die verhassten Engel, die seinem Rudel so zugesetzt hatten und als er die Erfolgsbilanz gegen die Gefallenen sah, da lachte sein Herz.
    Und da war diese Frau, wunderschön… Hawk hatte seine Glut für sie erkannt, ihn in den Arm genommen und zugeflüstert: „Sie ist schön, nicht wahr? Nimm sie Dir – ich schenke sie Dir heut Nacht!“ Dann hatte er ihm und ihr den Weg gewiesen zu den privaten Gemächern – einen Wolf ins Allerheiligste! Auf dem Weg zu einem Fahrstuhl war ihm ein junger Familiar aufgefallen und er kannte sein Gesicht. Die Leidenschaft seiner Begleitung für ihn hatte ihn abgelenkt, aber im Fahrstuhl wurde ihm klar: „Das ist Nagakura!“
    Er hatte die Frau wirklich begehrt und sie hatte seine Leidenschaft geschürt… er würde sie nehmen und dann Nagakura ans Messer liefern, so viel Zeit blieb allemal.
    Doch als er mit ihr in der Kammer war, dass Licht ausfiel und Schüsse zu hören waren, da hatte er schnell geschaltet und die Möglichkeiten erkannt.
    Die Schatulle der Ältesten! Sie musste hier sein! Aber nein, so unvorsichtig konnte doch keiner sein… Aber wenn doch? Ein Schlag und die Frau schwieg. Nackt wie er war schlich er durch die Gänge und fand nach einer unendlich lang scheinenden Zeit die Gemächer Hawks.
    Von seinem Schlafzimmer führte ein Rundbogen zu seinem Arbeitszimmer und da stand sie – offen auf dem Tisch. Nicht im Tresor, nicht in einem Geheimfach – nein – einfach auf dem Schreibtisch. Verschlossen, gut. Aber frei sichtbar!
    Als er sie gerade in den Händen hielt, hörte er das Knurren Hawks. Er hatte wohl doch die Gefahr erkannt und war hierher geeilt. Der Kampf war hart gewesen, Hawk zu besiegen kaum möglich doch wieder hatte er Glück – diese da Luna stand urplötzlich mit dem Schwert in der Hand in der Tür. Warum – darauf konnte er sich wahrlich keinen Reim machen.
    Aber das war auch egal. Er hatte die Kiste! Er hatte die Macht! Grinsend öffnete er einen Eingang in eine alte U-Bahn-Station, die nicht mehr genutzt wurde und feilte gedanklich an seiner Siegesrede, die er dem Rudel halten würde.
    Sleider der Siegreiche kehrte heim!



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 18.06.2008, 15:14


    Wie sind sowas von fasziniert von der Story... wow...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 16:50


    Das ganze Gebäude mit schwarzem Aluminium verkleidet, die Fassade mit 16.100 Fenstern versehen: der derzeit höchste Wolkenkratzer der USA, der Sears Tower in Chicago, stellte wahrlich einen würdigen Tagungsort für „The House of Erebus“ dar. Gewidmet dem griechischen Gott der Finsternis, trafen sich hier die obersten Vertreter jener Häuser, welche vom alten, reinen Blut der Ahnen geleitet wurden. Es war die Aristokratie der Vampire, die Herrschaft des weltweiten Adels.
    Hoch oben, in einem Teil des Towers, der niemandem zugänglich war, der nicht mindestens ein geborener Vampir war und in Räumen, dessen Existenz keinem Sterblichen bekannt war, stand in einem fensterlosen Raum aus feinstem Marmor ein Konferenztisch aus schwarzem Glas. 14 Unsterbliche saßen sich hier gegenüber, ein jeder ein Repräsentant aus einem anderen Teil der Welt. Ihre Konferenzen fanden in der Regel jährlich statt und das seit tausenden von Jahren. Es waren Zeitzeugen von Geschehnissen am Tisch versammelt, die in der Geschichtsschreibung bereits in Vergessenheit geraten war.
    Doch dieses Treffen war außerordentlich und die Stimmung gereizt. Es stand viel auf dem Spiel. Die Lycaner waren stark wie lange nicht mehr und nun war etwas wahrhaft außerordentliches geschehen.
    Seit ewigen Zeiten versuchten die Wissenschaftler des Vampirgeschlechts die bekannten Teile der Sammlung des Autors Aristotèle de Laurent zu entschlüsseln, die gemeinhin als „Das Buch Nod“, bekannt geworden waren, des sagenumwobenen Buches voll uralten Wissens. Diese Schriften waren, einfach ausgedrückt, die Bibel der Vampire. In ihnen steckte verschlüsselt „das Geheimnis der ganzen Wahrheit“.
    Die ersten Vampire – die Ahnen - erinnern sich an ihre ersten Nächte, sprachen aber nicht darüber. Jüngere hatten Geschichten gehört, glaubten aber wohlweislich nicht daran. Wirklich gesehen oder gar gelesen, hatte aber niemand der jüngeren dieses sagenumwobene Buch voll uralten Wissens jemals.
    Die bekannten Fragmente wurden gehütet wie ein Augapfel und alleine der Besitz eines einzigen Blattes konnte aus einem Habenichts einen sehr reichen Mann machen – oder einen toten Mann.

    Es war ein Schlüssel zur Macht.

    Und nun waren in Europa 10 Seiten aus dem Dunkel der Ewigkeit ans Licht gekommen. Keiner wusste, wo her sie kamen, keiner wusste was darauf geschrieben stand und keiner konnte sagen, ob es Originale waren oder Fälschungen. Das einzige was man wusste war, dass man es unmöglich dulden konnte, dass dieses Wissen in die Hände der Lycaner fiel – und genau das war offenbar passiert. Die Boten, welche die Dokumente in einer Schatulle transportiert hatten, waren trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen überfallen und getötet worden. Die Leichen wiesen Bisswunden auf und in den Wunden wurde zweifelsfrei Speichel von mindestens drei Lycanern nachgewiesen.
    Anhand der Speichelproben hatte man drei der Attentäter schnell identifiziert und lokalisiert. Doch alle drei waren angeblich bei einem Autounfall verstorben und die Leichen sehr schnell - zu schnell -verbrannt worden. Die Spur der Fragmente verlor sich somit in Europa.

    Der Rat brauchte entgegen alter Gewohnheiten nicht lange, um zu einer Entscheidung zu kommen. Es wurde beschlossen, der Angelegenheit höchste Dringlichkeit und Priorität einzuräumen. Dem Orden des geheiligten Blutes, einem Ritterorden der Vampire und zugleich eines der mächtigsten Häuser, wurde der Befehl erteilt, sich der Sache anzunehmen und die Blätter in ihren Besitz zu bringen - oder sie zu vernichten.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 18:55


    ***

    Dan Attkins blickte an Bord des Polizeihubschraubers besorgt auf die Tankanzeige und wollte gerade um Ablösung bitten, als die Stimme seines Lotsen aus dem Kopfhörer quakte:
    „Bodenkontrolle an Bravo 4: Sie wurden vom Polizeipräsidenten persönlich ermächtigt, nach eigenem Ermessen zur Gefahrenabwehr Mittel der Gewalt einzusetzen.“
    „Hier Bravo 4, bestätige Freigabe von Bordwaffen.“
    Er blickte zu seinem Co-Piloten Ron:
    "Bringen wir es zu Ende".

    Andrej wusste, dass es nicht endlos so weitergehen konnte. Bislang hatte er Glück gehabt, aber seit 10 Minuten hatten sich drei Streifenwagen an sie gehängt und verfolgten sie hartnäckig. Drei Mal hatte der führende Streifenwagen versucht, ihnen mit der Stoßstange einen Schlag zu verpassen, drei mal verdankte er es der Motorleistung seiner Yamaha, dass er die Gefahr im letzten Moment abwenden konnte. Doch nun tat sich was. Er sah die Streifenwagen zurückfallen und den Hubschrauber näher kommen. Maora wagte einen Blick über die Schulter und sah, dass in der geöffneten Seitentür des Hubschraubers ein Schütze die Waffe auf sie richtete und brüllte:
    „Andrej – DIE SCHIESSEN!“
    Andrejs Gedanken rasten in seinem Kopf – rechts von ihm ging eine Seitenstraße ab und er riss die Maschine in eine harte Kurve in der sie fast das Gleichgewicht verloren - und schon meinte er neben sich die Einschläge von Kugeln förmlich zu spüren.
    Die Straße folgte einem Anstieg und führte auf eine Brücke – eine Brücke voller Autos. Ein Stau, der sich an einer Straßensperre der Polizei gebildet hatte. Verzweifelt versuchte er die Maschine auf den Bürgersteig zu reißen, doch der erwischte den Bordstein fast frontal und die entstehenden Kräfte waren viel zu stark. Die Welt schien in Schmerz zu explodieren und alles um die beiden drehte sich unendlich schnell im Kreis, als sie sich mit der Maschine überschlugen und über die Brüstung der Brücke geschleudert wurden. Ein harter Aufschlag, Kälte, Dunkelheit - Aus.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.06.2008, 21:15


    ... mitreißend^^



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 18.06.2008, 22:49


    Na, nicht gerade eine Gute-Nacht-Geschichte aber einfach spannend.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 07:18


    Tortura Blonda hat folgendes geschrieben: Na, nicht gerade eine Gute-Nacht-Geschichte aber einfach spannend.

    Ist ja auch ne Geschichte über Werwölfe und Vampire :wink:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 10:14


    ***

    „Heilige Maria, Mutter Gottes…“ Dan hatte gesehen, wie beide Körper der Fahrer hinaus in die Dunkelheit geschleudert wurden und wie das Motorrad in einer Wolke aus Gischt hart auf dem Wasser des Flusses aufschlug.
    Ron blickte mit offenem Mund in das Licht des Suchscheinwerfers, als er die Wasseroberfläche absuchte und Dan die Maschine knapp über dem Fluß kreisen liess.
    „Das kann keiner überlebt haben… kein Mensch schafft so was…“
    Auf dem Monitor der Wärmebildkamera war immer noch deutlich das Wrack des Motorrades zu erkennen, dessen Motor dort unter Wasser langsam die Farbe von rot zu blau wechselte und schließlich nicht mehr vom Wasser zu unterscheiden war.
    Wieder quäkte der Funk: „Bravo 4, kehren sie zur Basis zurück. Die Wasserwacht ist unterwegs.“
    Dan blickte ein letztes mal auf den Fluss, dann drehte er ab und kehrte zurück zur Basis.

    ***

    Maora wurde aus dem Sitz gerissen und durch die Luft gewirbelt. Instinktiv kugelte sie sich katzengleich zusammen und machte einen Buckel – und im selben Augenblick war sie unter Wasser. Benebelt merkte sie, wie das Wasser unter ihren Anzug und in den Helm schoss, sich das Futter des Helmes mit Wasser füllte und sie kopfüber nach unten zog.
    Oder zog es sie nach oben? Wo war oben? Lichter kreisen über ihr und ihr gesamter Körper schien zu brennen… Sie löste den Helm und streifte ihn ab, strampelte um ihr leben und auf die kreisenden Lichter zu. Hustend und spuckend durchstieß sie die Wasseroberfläche, sah den Polizei-Heli abdrehen, zwei weitere kreisen und ein Boot in der Ferne mit kreisenden Suchscheinwerfern auf sie zuhalten. Wo war Andrej – da! Er kroch am Ufer aus dem Wasser und brach dort zusammen. Sie kalkulierte die Strömung und begann mit kraftvollen Zügen zu schwimmen.



    Re: Kurzgeschichte

    littelwitch - 19.06.2008, 13:18


    hut ab
    des sprudelt ja nur so aus dir raus....................... :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 13:24


    Tja, manchmal sitzt man da und nichts fällt einem ein. Und dann irgendwann findet dich eine Geschichte die geschrieben werden will und fliesst durch dich hindurch. :wink:



    Re: Kurzgeschichte

    littelwitch - 19.06.2008, 14:15


    na dann
    net aufhalten lassen
    weiterschreiben...............



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 20:33


    Der Morgen graute. Drei Taxis sausten durch das Zwielicht und ließen das Wasser in den Pfützen der Straße empor spritzen. Dalmon betrachtete die zwischen den Bäumen auftauchenden Türme ihres Domizils, dass er spaßeshalber „Angel Manor“ getauft hatte.
    Die Scheibenwischer quietschten auf der Windschutzscheibe, als Daykas mit einer Fernbedienung die großen Flügel des schmiedeeisernen Tores zur Einfahrt des Grundstücks öffnete. Die hohen Mauern, die das gesamte Anwesen umgaben, wirkten als währen sie Jahrhunderte alt, doch tatsächlich hatte Dayaks sie gerade erst erbauen lassen und waren eine effektive Abwehr gegen die Feinde des Hauses.
    Die Zeit drängte. In wenigen Minuten würde das Tageslicht zu einer tödlichen Gefahr werden. Keiner der Fahrer verlangsamte das Tempo, so das der Kies in der Einfahrt hart gegen die Böden der Fahrzeuge schlug, bis sie die asphaltierte Abfahrt in die Tiefgarage erreichten.
    Dayaks sprang als erster aus dem Wagen und eilte in Richtung der Aufzüge, wo ihm Sanchez, einer der treusten Familiars und persönlicher Bediensteter Torturas und Dayaks, mit einer angedeuteten Verneigung erwartete. Er zog Mantel und Handschuhe aus und warf sie Sanchez zu. „Sind Maora und Andrej bereits hier?“
    „Ich fürchte nein, Herr.“
    „Verstehe.“ Er drückte einen Knopf, woraufhin sich die Aufzugtüren hinter den beiden schlossen und die Kabine sie direkt in die Einsatzzentrale brachte, in der Queens Double hinter einer Vielzahl von Monitoren und TV-Bildschirmen saß. Letztere zeigten sowohl Aufnahmen von versteckt installierten Webcams überall in der Stadt, als auch Bilder der Überwachungskameras des Anwesens. Auf einem zentral angebrachten, überdimensional großen Flachbildmonitor liefen Bild in Bild diverse TV-Stationen und brachten die
    BREAKING NEWS. Ein Reporter von CNN war vor Ort und stand auf der Straße, in der Rettungskräfte damit beschäftigt waren, verletzte aus den Polizeiwagen zu befreien. Eine Hand am Ohr und das Mikrophon dicht vor dem Gesicht, berichtete er atemlos:
    „Heute Nacht wurde die Stadt von einem schweren Anschlag erschüttert. Man geht davon, dass die Mafia versucht hat, in einer lange und sorgfältig vorbereiteten Aktion mit einem geziehlten Enthauptungsschlag das Leben des Bürgermeisters, des obersten Richters und des Polizeichefs auszuschalten. Bei schweren Gefechten mit Sicherheitskräften in der Innenstadt wurden zahlreiche Menschen getötet und verwundet. Genaue Zahlen liegen uns noch nicht vor, aber anscheinend wurde auch ein Nervengift eingesetzt, denn zahlreiche Gäste der Party, auf der der Bürgermeister zugegen war, berichteten über wilde Tiere. Offensichtlich löste das Nervengift schwere Halluzinationen aus. Hinter mir sehen sie eine der Hauptzufahrtsstraßen in Richtung des umkämpften Gebäudes, wo die Terrorristen zahlreiche Bäume gesprengt haben, offensichtlich um die Polizei und Rettungskräfte vom Tatort fernzuhalten. Auch hier gab es zahlreiche Tote und wie wir soeben erfahren haben, wurden an zwei weiteren Zufahrtsstraßen nicht detonierte Sprengsätze gefunden, die offenbar mit einer Fernbedienung gezündet werden sollten. Der Polizeipräsident hat bis auf weiteres aus Sicherheitsgründen eine Ausgangsspeere für den gesamten Stadtbezirk ausgesprochen.
    Die Täter sind flüchtig, allerdings konnten zwei mutmaßliche Täter verfolgt werden.“
    Die Kamera wechselte auf Aufnahmen aus einem Hubschrauber, die den Fluss zeigten, auf dem mehrere Polizeiboote kreuzten und das Wasser mit Scheinwerfern absuchten.
    „Zwei der Täter lieferten sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei und stürzten nach einem schweren Unfall mitsamt ihres Motorrades in den Fluss.“
    Tortura erschien zusammen mit Dalmon und Morena hinter Dayaks. Tortura stockte der Atem, als sie in Zeitlupe die Bilder vom Unfall Andrejs und Maoras immer und immer wieder gezeigt bekamen. Sie hielt sich die Hand vor dem Mund, als der Sprecher verkündete:
    „Die Polizei geht nicht davon aus, dass einer der beiden Täter diesen Unfall überlebt haben könnte, auch wenn die Leichen bislang noch nicht geborgen wurden. In ca. zwei Stunden wird auf einer eigens eingeräumten Pressekonferenz des Polizeipräsidenten Stellung zu den Vorkommnissen bezogen. Bis dahin gebe ich ab ins Studio. Fox Meyer, CNN.“
    Dayaks betätigte auf einem Pult einen Schalter und der Ton verstummte. Er blickte zu Queeny.
    „Hast du was von ihnen gehört?“
    Sie schüttelte den Kopf. „Nichts. Keine Nachricht und auch kein Notsignal.“
    Dayaks blickte zu Boden, dann wieder zum Fernseher und wischte sich die nassen Haare aus dem Gesicht.
    „Im Augenblick können wir nichts tun. Entschuldigt mich.“
    Er nahm Tortura in den Arm und ging mit ihr in Richtung des Wohnflügels.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 21:04


    he Dalmon hast du schoma versucht n Buch zu schreiben?
    Ich würds kaufen :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 21:26


    Nagakura hat folgendes geschrieben: he Dalmon hast du schoma versucht n Buch zu schreiben?

    Das hab ich ihm schon sehr oft gesagt und es ist schön, dass das auch mal von einer anderen Seite kommt. :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 19.06.2008, 21:39


    Danke :)



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 19.06.2008, 22:01


    na da bin ich ja mal gespannt, was ich mit Dayaks im Wohnflügel so mache... *lach*

    Kann mich nur anschließen... schreib ein Buch... bzw. schreib hier einfach fleißig weiter, druck es aus und lass daraus n Buch machen...

    Ich glaube ich spreche im Namen aller, wenn ich sage: Wir sind stolz darauf einen Schriftsteller im Clan zu haben... !!!



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 20.06.2008, 12:12


    Bereits seit dem Mittelalter hatten die Menschen begonnen, ihre Häuser mit Kellern zu versehen. Am Anfang waren es schlicht Lagerräume, die über das gesamte Jahr die Nahrungsvorräte bei konstanter Temperatur hielten. Mit aufkeimen des Bürgertums gab es fast kein Haus mehr, dass keine unterirdischen Räume sein eigen nannte.
    In den Bombennächten des Weltkrieges wurden viele dieser Häuser zerstört, die Menschen nutzen die Keller als Notbunker, brachen Verbindungswände ein, wenn sie verschüttet wurden. Aus dieser Not wurde eine Tugend. Ein unterirdisches Netz entstand. Es gab Verbindungen zu öffentlichen Bunkern, zu U-Bahn-Tunneln, zur Kanalisation, zu Bergwerkschächten in denen Kohle gefördert wurde, zu den Reservoirs der Wasserversorgung.
    Es entstand eine Stadt unter der Stadt. Während des Krieges und in den Wirren der Nachkriegszeit blühte hier unten der Schwarzmarkt, der Schmuggel, später selbst der kalte Krieg.
    Die Amerikaner gruben Tunnel, um die Russen zu belauschen, die Russen gruben Tunnel, um die Amerikaner zu belauschen. Es gab Gefängnisse, Depots und Grabstädten. Vieles war geheim, vieles war vergessen, da Baupläne in Bombenhagel verbrannt waren und die Menschen, die sie bauten verstorben oder getötet worden waren.
    Es gab mehrere Ebenen, die untersten waren größtenteils mit Grundwasser voll gelaufen – aber nicht alle. Manche waren frei gepumpt worden. All jene Kreaturen, die hier unten lebten, waren alles, aber nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Aber sie alle wussten vier Dinge sehr genau:

    1. Es gibt Werwölfe
    2. Es gibt Vampire
    3. Sie führen Krieg gegeneinander
    4. Hier unten herrschen die Wölfe

    Hier, wo kein Mondlicht schien, hatten sie sich zurückgezogen, als der Krieg gegen die Vampire und die Menschen fast verloren war. Hier unten keimte die Widerstandszelle, hier unten formten sich die widererstarkten Lycaner. Viele Rudel lebten heute in Saus und Braus wie Black Hawk und das „Bloodpack“, aber hier unten war die Tradition der Lycaner noch immer stark.
    Hier unten lebte Sleider Bull Dog und seine Gang der Vampir-Schlachter.

    Im Schein nackter Glühbirnen hastete Sleider durch die Gänge, die zu seinem privaten Gemächern führten. Er war in seiner menschlichen Gestalt unterwegs, nackt, stellte seine Wunden offen zur Schau, die er im Kampf erlitten hatte und genoss die anerkennenden Blicke der Männer und die zum Teil unverholen lüsternen Blicke der Frauen beim Anblick seiner Männlichkeit. Unter dem Arm trug er die Schatulle, fragen blockte er brüsk ab. „Später!“ Er erreichte seine Wohnung und eine Wache öffnete ihm grüßend die schwere Eisentür. Er trat ein in seine Wohnung. Niemand, der mit verbundenen Augen hierher gebracht worden wäre, hätte vermutet, dass er sich unter der Erde befand. Die Wohnräume boten jeglichen Komfort einer modernen Wohnung, dazu Licht, Luft und Behaglichkeit. Gewiss, die Fenster waren Monitore, aber daran mochte sich nur stören, der sich diesem Umstand deutlich bewusst machte. Die Räume erstreckten sich über zwei Ebenen, die über eine weit geschwungene Treppe miteinander verbunden wurden.

    Er stellte die Schatulle auf den Schreibtisch, warf sich einen Morgenmantel über, goss sich einen Whisky in ein Glas und setzte sich. Es war eine Schatulle, wie sie typisch war für die Ahnen der Blutsauger. Sie wies eine dreifache Sicherung durch verschiedene vierstellige Zahlräder aus.
    Die Zahlen waren nacheinander einzugeben. War die Schatulle grober Gewalt ausgesetzt oder gab man einmal zu oft die falsche Kennung ein, wurde im inneren eine Säurekapsel zerbrochen, die den Inhalt zerstörte.
    Ohne Code würde es schwer werden, ranzukommen. Aber sie hatten Spezialisten für solche Fälle.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 20.06.2008, 21:50


    ***

    Maora kämpfte. Die Strömung war stark und die Suchscheinwerfer der Polizeiboote und der Helikopter der TV-Stationen saßen ihr im Nacken. Mit kräftigen Schwimmzügen näherte sie sich dem Schemen einer großen Pappel, unter der sie Andrej zuletzt gesehen hatte und der ihr jetzt als Geländemarke diente.
    Sie schwamm seitlich versetzt, nutzte so die Strömung geschickt aus. Als sie mit den Knien über spitze Steine schrammte, wurde ihr bewusst, dass sie sich bereits im Flachwasser befand, stürzte hoch, fiel lang hin, rappelte sich wieder auf und watete auf das Ufer zu.
    Sie blickte sich um.
    „Verdammt!“
    Eines der Polizeiboote hatte begonnen, dass Ufer mit dem Scheinwerfer abzuleuchten und näherte sich schnell ihrer Position.
    Da lag Andrej. Die schwarze Kleidung ließ ihn im Zwielicht wie einen Schatten wirken. Zwielicht? Auch das noch, gleich würde es hell werden! Und ohne Helm würde das übel für sie ausgehen. Sie stürzte neben im zu Boden und schnappte nach Luft, erbrach sich fast vor Anstrengung, husten und körperlichen schmerzen.
    „Andrej… ANDREJ!“
    Er rührte sich nicht. Sie rappelte sich auf und rüttelte ihn. Keine Reaktion. Sie drehte ihn auf den Rücken und klappte das Visier seines Helmes hoch. Er hatte die Augen geöffnet, der Blick war starr.
    Sie legte den Kopf auf seine Brust. Nichts.
    „Oh, verdammt…“
    Das Boot näherte sich immer weiter.
    Hektisch blickte sie sich um und sah mit einem Anflug von Panik die Sonne über den Häusern aufgehen. Da! Rechts von ihr, ragte ein Abflussrohr aus der Böschung in den Fluss. Sie schätzet den Durchmesser auf weniger als einen Meter… Es würde reichen müssen!
    Sie zog Andrej am Arm in eine sitzende Position, eilte hinter ihn, griff unter seinen Achseln hindurch mit beiden Händen seinen Arm und zog ihn ins Wasser.
    Doch das Polizeiboot war da und das Rohr zu weit weg.
    Sie hatten sie erwischt! Sie war wie gelähmt, als der Kegel des Suchscheinwerfers auf sie zuschoss – doch im letzten Moment bewegte er sich von ihr weg, als ob der Bediener etwas überprüfen wollte. Als er Sekunden später über die Position der beiden streifte, war dort nicht mehr zu sehen als Kreise im Wasser.

    ***

    Ihre Lungen brannten. Sie musste jetzt atmen! Prustend schoss sie durch die Wasseroberfläche. Es war so hell, dass ihre Augen schmerzten. Dampf stieg von ihrer Haut auf. Es tat weh, so unendlich weh! Andrej hielt sie noch immer umklammert, erst jetzt merkte sie, dass ein Stück Metall eines Spiegels der Yamaha aus seiner Brust ragte…
    Da! Das Rohr! Sie schleppte Andrej, sie zog ihn, sie kämpfte, weinte, biss sich durch – und dann war sie im Rohr, zog Andrej hinein, ins Dunkel, immer weiter in diese herrliche Dunkelheit.
    Das Rohr war schmal, dass Wasser strömte. Stimmen von Polizisten – sie mussten am Ufer in der Nähe des Rohres sein. Weiter, tiefer hinein. Es stank bestialisch. Aber sie hatte keine Wahl. Dort, plötzlich ein Steg neben ihr. Sie wuchtete Andrej hoch, es dauerte eine Ewigkeit. Schließlich hatte sie es geschafft, zog sich selber raus aus dem Dreck, lehnte sich an die Wand und atmete durch. Sie lauschte. Ein Rauschen. Es war die ganze Zeit da, aber erst jetzt nahm sie es bewusst war. Da rauschte Wasser aus einem Gully rechts neben ihr. Sie stand auf – Regenwasser. Sie stellte sich unter den Strahl und wusch sich den groben Dreck runter.
    Sie fand zu sich, erlangte wieder die Kontrolle. Andrej, sie musste sich um ihn kümmern. Sie kniete sich neben ihn. Das Metall steckte in seiner Brust, aber nicht in Herznähe. Keine Atmung… Sie ergriff das Endstück und riss es aus ihm. Er brauchte jetzt Blut, aber sie hatte keinen Trank bei sich. Sie atmete tief durch und biss sich selber kurz entschlossen in ihr eigenes Handgelenk, ließ ihre Blutstropfen auf seine Lippen tropfen, in seinen Mund. Endlose Momente vergingen. Sie befürchtete schon, dass es nicht helfen würde und ihr wurde schwindelig, doch da schlug er die Augen auf und leckte sich die Lippen. Seine Stimme war mehr ein flüstern: „Danke…“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 09:48


    ***

    Ich hatte genug gesehen. Die Berichte im Fernsehen drehten sich im Kreis, da nun bis zur Pressekonferenz eine Informationssperre verhängt worden war und daher immer und immer wieder die spektakulären Bilder des Unfalls gezeigt wurden sowie Aufnahmen eines der Partygäste. Er hatte mit seinem Handy das Konzert Rammsteins gefilmt. Verwackelte und überbelichtete Bilder zeigten Frontman Lindemann inbrünstig singen, dann Schüsse, schreie. Menschen die rennen, die Band, die sich zu Boden wirft, von der Bühne robbt. Wildeste Spekulationen des Kommentartors. Es reichte mir. Ich ging in Richtung unseres Gemeinschaftsraumes, Molly kam mir entgegen und nickte mir freundlich zu.
    „Hallo, Refresher.“
    „Hi Molly“.
    Der Raum war groß, mehrere Sofas und Sessel gruppierten sich um einen Kamin, in dem ein herrliches Feuer brannte und zum verweilen einlud, doch ich trug immer noch meine Rüstung, mein Schwert, war pudelnass vom Schweiß und Regen. Kurz entschlossen durchquerte ich den Raum und betätigte einen verdeckten Schalter. Die Fahrstuhltüren, die so raffiniert getarnt waren, glitten zur Seite. Ich trat ein und kurz darauf war ich im Wohnflügel.
    Wir alle hatten da draußen unsere eigenen Behausungen, aber Dayaks stellte uns auch hier Zimmer zur Verfügung, die es an nichts vermissen ließen.
    Ich wohnte gerne hier, hier fühlte ich mich sicherer, geborgen in der Gemeinschaft und genoss den Service der dienstbaren Geister, der Familiars.
    Sie lasen uns jeden Wunsch von den Augen ab, in der Hoffnung unsterblich gemacht zu werden. Ein Mann mittleren Alters kam mir auf dem Gang entgegen, gekleidet in einen weißen Laborkittel, ein Laptop unter dem einen, ein Bündel Akten unter dem anderen Arm.
    Es war der Professor. Kein Familar im eigentlichen Sinne.
    „Hallo Refrescher.“
    „Hi, Doc.“
    Lächelnd ging er an mir vorüber. Er wollte nicht gewandelt werden, oder besser: Noch nicht.
    Er war hier um zu forschen. Wissen zu sammeln, über das Virus, dass uns zu dem machte, was wir waren. Was uns diese enormen Kräfte verlieh und diese Schwächen.
    Dayaks hatte ihn zu uns geholt, weil auch er ein Suchender war. Er wollte Antworten.
    Der Professor sollte uns helfen, stärker zu werden.
    Ich erreichte meine Räume und zog meinen Daumen über den Scanner. Die Tür sprang auf und ich trat ein. Mein erster Gang führte mich zu meinem Rechner und ich ließ meine Musik laufen. Ich stellte mein Schwert in den Waffenständer, drückte die Ruftaste und begann die Schnallen meiner Rüstung zu öffnen. Es waren eine Menge Schnallen und meine Hände waren kalt und steif, so dass es mir schwerfiel. Ruffy, dieser Schweinehund, war ein harter Gegner gewesen und hatte mich wohl für einen Squashball gehalten. Seine Kampftaktik bestand darin, mich immer wieder emporzuheben und gegen diverse Wände zu schleudern.
    Die wenigen Attacken seines Schwertes hatten aber gesessen und meine Rüstung hing mir an vielen Stellen zerfetzt vom Körper. Es klopfte an der Tür.
    „Jup!“
    Die Tür öffnete sich und Arian trat ein.
    „Sie haben gerufen, junger Herr?“
    „Ja… einen moment.“
    Ich löste die letzte Schnalle, streifte den Brustpanzer ab und legte ihn auf einen Tisch.
    „Er muss repariert werden, bitte bringe ihn zu „Q“.“
    „Q“ war der Spitzname unseres Ausrüsters, der sowohl für die Rüstungen, als auch für das Schmieden der Schwerter zuständig war. Wir hatten schon seit langer Zeit aufgehört, Waffen von dubiosen Schiebern in der Stadt zu kaufen.
    „Aber gern, Herr Refresher.“
    „Danke. Grüß ihn von mir und sag ihm bitte, dass er die Rüstung hier und hier verstärken muss.“
    Ich deutete auf zwei Stellen, die Ruffy immer wieder gezielt attackiert hatte.
    Arian nickte.
    „Noch etwas. Ich werde jetzt zu Bett gehen. Sollte etwas neues über Andrej und Maora bekannt werden, dann weckt mich bitte.“
    „Sehr wohl. Ich wünsche eine angenehme Tagruhe.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 11:23


    ***

    Tortura Blonda stand unter der Dusche. Normalerweise wäre Dayaks wie selbstverständlich zu ihr gegangen, doch jetzt im Augenblick war er viel zu aufgewühlt und in Sorge.
    Er hatte seine Kampfmontur in eine Ecke geworfen und sich statt ihrer Shorts und Turnschuhe angezogen, stellte sich auf sein Laufband und stellte das Programm so ein, dass es nach 30 Sekunden die höchste Geschwindigkeit erreicht hatte.
    Das Geräusch seiner schnellen Schritte glich eher dem Stakkato eines „Scooter“-Songs, als dem eines Joggers. Dieses Gerät war mit dem Antritt eines Vampirs, seiner Ausdauer und seinem Tempo eigentlich überfordert.
    Während er rannte, blickte er zur Wand. Sie war über und über tapeziert mit dem Angriffsplan, den er, Marcus und Dalmon wochenlang ausgetüfftelt hatten.
    War es das alles Wert gewesen? Hatten sie Erfolg gehabt? War es eine Niederlage?
    Das Primärziel hatten sie verfehlt, anderseits hatten keine gesicherten Informationen überhaupt die Anwesenheit der Schatulle bestätigt. Sie hatten den Angriff um zwei Wochen vorverlegen müssen, alleine auf die wagen Informationen hin, die der Kontaktmann ihnen hatte zukommen lassen. Immerhin: Das zweite Ziel, den Krieg dorthin zu tragen, wo es Hawk richtig weh tat, hatten sie erreicht. Das Maora und Andrej jetzt vermisst wurden, rückte den inneren Anzeiger in Dayaks allerdings von „Unentschieden“ auf „Niederlage“. Sobald es dunkel werden würde, würden er sie finden, aber bis dahin musste er warten.

    Sein Handy, welches er in einer seiner Beintaschen der Shorts trug, störte ihn beim laufen, so das er die Geschwindigkeit des Laufbandes zurücknahm und es auf ein Regal neben sich legte.
    „Schon müde, alter Mann?“
    Tortura stand nackt im Türrahmen und lächelte ihn spötisch an.
    Dayaks zwinkerte ihr zu und jagte das Tempo des Bandes wieder hoch.
    Er hatte viel erreicht, in den letzten Jahren. Als er gewandelt wurde, hatte er keine Ahnung gehabt von der Welt. Er hatte nicht mal an Vampire geglaubt, bis zu dem Augenblick, in dem ihn einer der Vampir Ältesten die Zähne in den Hals grub und ihn wandelte.
    Tagelang war er verzweifelt durch die Stadt geirrt, bis er sich mit seiner Situation arrangiert hatte. Er wusste nichts über Vampire, bis auf das, was Hollywood an Dummheit unter die Menschen streute. Er hatte beschlossen, dass beste aus seiner Lage zu machen. Nicht wissend, dass es Menschen gab, die Jahrzehnte freiwillig dienten, um sich das Recht auf eine Wandlung zu verdienen, war ihm das Glück widerfahren, in jungen Jahren zum Vampir gemacht worden zu sein. In den besten Jahren für eine Wandlung. Er hatte Tortura Blonda das gleiche Geschenk gemacht, sie zu sich geholt, ihrer Liebe Unsterblichkeit verliehen.
    Sie dankte es ihm und half nach und nach weitere Gefährten um sich zu scharen. Sie wurden stärker, gründeten diese Gemeinschaft, begannen dieses Haus zu bauen und es nach und nach zu erweitern. Aber sie alle waren Menschen gewesen, Unwissende dazu. Sie verfügten anfangs weder über Kontakte, Wissen oder Mittel. Aber nach und nach bauten sie ihr Netzwerk auf, zapften Informationen ab, tauschten ihr Wissen aus.
    Und dann traf Dayaks auf den Professor. Schnell hatten beide erkannt, welche Chancen der jeweils andere ihnen eröffnete. Dayaks bot ihm ein Labor und die Möglichkeit, die Vampire zu erforschen. Der Professor versprach, die Ergebnisse seiner Forschung exklusiv in den Dienst des Hauses zu stellen.
    Schnell zeigte sich der Wert dieser Partnerschaft. Sie lernten ihre Schwächen kennen, ohne die Erkenntnis mit dem Leben zu bezahlen.
    Es war schwer, einen Vampir zu töten. Aber UV-Strahlung, Knoblauch und Silber waren ihre Achillesfersen. Zudem mussten sie Blut saugen, um ihren Mangel an Hämoglobin auszugleichen.
    Einige dieser Schwächen aller Vampire hatte der Professor in die Stärken dieses Hauses umgewandelt. Knoblauch in hohen Dossierungen führte bei Vampiren zu einem anaphylaktischen Schock, einem tödlichen Kreislaufversagen infolge einer allergischen Reaktion. Doch der Professor hatte ein Antiallergikum in Tablettenform entwickelt.
    Mit Einnahme von zwei Tabletten täglich waren nicht nur die Italiener selbst auf ihre Speiseliste gerückt, nein, sie konnten sich nun auch bedenkenlos eine Pizza bei ihm bestellen.
    Normales Essen! Es linderte nicht ihren Blutdurst, aber es war ein enormer Schritt.
    Sie tauften das Mittel Lucullus, nach dem römischer Senator und Feldherr, der für seine grandiosen Gastmähler berühmt geworden war und verkauften es exklusiv an ausgewählte Häuser der Ahnen. Diese Arznei war ihre Geldquelle geworden und hatte enorm viele Türen geöffnet. Das Maß an Bekanntheit, dass Dayaks in den hohen Häusern weltweit widerfahren war, war enorm. Sein Haus der „Gefallenen Engel“ war rasch größer geworden, zeitweise bis zu 27 Vampire hatten sich um ihn gescharrt und waren ihm gefolgt. Einige wohnten gar hier, machten dies Haus zu einem Forum des Gedankenaustausches und der Geselligkeit. Sie berichteten von ihren Erfahrungen, von ihren Siegen, wo welche Wölfe zu finden waren und wo sie reiche Beute gemacht hatten. Andere schauten hin und wieder vorbei, wohnten aber außerhalb, wieder andere trugen nur das Wappen der Engel, blieben aber unsichtbar in den Schatten der Nacht, unterstützen das Haus durch gelegentliche Informationen und Geldspenden.
    Und hatten ihm letzten Endes auch die Informationen über die Schatulle in die Hände gespielt.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 14:03


    Also der Absatz über die Italiener... LOL!
    Wobei die Griechen ja auch nicht mit Knofi sparen... ;-)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 15:55


    ***

    Auf der anderen Seite des Flügels war auch Marcus van Sciver in seine Räume zurückgekehrt und warf seine Waffe missmutig aufs Bett. Er hasste es, jemanden zurück lassen zu müssen. Aber noch mehr hasste er es, nichts tun zu können.
    Da klopfte es an der Tür. Er öffnete sie und blickte blickte in die entschlossenen Gesichter
    Dalmons und Nagakuras.
    „Bist du müde oder bist du bereit für einen Kampf?
    Dalmon warf Marcus einen Motorradhelm mit schwarzem Visier zu.
    Marcus betrachte ihn und lächelte.
    "Nur wir drei?"
    Nagakura grinste und deutete auf sein Ohr.
    "Nur wir drei und Quenny."
    „Ich dachte schon, ihr kommt nicht mehr!“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 22:59


    Also echt wie im Fernsehn... an den spannenden stellen kommt immer werbung ^^"
    Quenny, scho wieder überstunden XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 23:04


    *Kaffee aufsetzt*
    Kann los gehn! XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 23:12


    wenn ich wiederkomm will ich aun tässchen... mit milch und zucker bitte. kriegst au was als gegenleistung :wink:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 23:24


    Gegenleistung?!? :shock:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 21.06.2008, 23:48


    nuja z.B. ich bring dir ma frühstück, ne kleine massage sowas in der art halt^^



    Re: Kurzgeschichte

    Marcus van Sciver - 22.06.2008, 08:54


    BOAH....



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 22.06.2008, 11:54


    Andrej und Maora saßen dicht nebeneinander an die Wand gelehnt auf dem Steg. Sie beobachte schweigend, wie er versuchte, eines der beiden Handys zu reparieren. Doch er schüttelte den Kopf. Schon der Aufprall auf dem Wasser hatte seinem schwer zugesetzt, dass Wasser aber hatte beiden den Rest gegeben. Fluchend warf er sein Handy gegen die Wand.
    „So bekommst du es sicher nicht wieder in Gang.“
    „Keine Chance, dass hat nur noch Schrottwert!“
    Sie schwiegen eine Weile zusammen und hingen ihren Gedanken nach. Beiden war klar, dass sie in der Falle steckten, so lange es draußen nicht dunkel wurde und die Polizisten sich endlich wieder ihrem Kaffee & Donuts zuwenden würden.
    Der Abfluss führte rechts von ihnen weiter in die Dunkelheit. Möglicherweise gab es dort einen Ausweg in eine Tiefgarage oder einen anderen Ort, an dem sie sicher vor dem Licht waren. Andrej war sehr schwach und sein Blutdurst enorm. In solchen Momenten des Hungers fiel das Denken zunehmend schwerer.
    Hier, unter Tage, waren sie im Reich der Wölfe und sie hatten keine Waffen gegen sie dabei.
    Maora verfügte nur über eine 45er Browing mit 7 Schuss in der Waffe und 2 Reservemagazinen, Andrej immerhin eine Heckler & Koch MP5K, die er verdeckt neben seinem Rückenprotektor getragen hatte. Die MP war eine Sonderanfertigung und 325mm kürzer als das Standartmodel. Sie war sehr beliebt, widerstandsfähig, handlich und mit ihren Kaliber 9mm Parabellum gegen Werwölfe völlig nutzlos. Ebensogut konnte er Kiesel nach ihnen werfen.
    Ein schauriges, langgezogenes Heulen ließ beide herumfahren und schärfte ihre Sinne. Es war ein Wolf und er war nah.
    Maora griff Andrejs Hand.
    „Wir müssen hier weg!“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 22.06.2008, 13:37


    Der Fahrstuhl fuhr dem Keller entgegen, der die Werkstatt und den Fuhrpark beheimate.
    Nagakura, Marcus und Dalmon standen nebeneinander, alle drei die Arme vor der Brust verschrängt, ein jeder mit einem Lutscher im Mund und beobachteten die Anzeige des Fahrstuhls, die sich ihrem Ziel näherte.
    Marcus fragte, ohne seinen Blick von der Anzeige abzuwenden:
    „Was ist mit Dayaks?“
    Dalmon wippte unbehaglich auf den Fußsohlen.
    „Zu gefährlich, dem Oberhaupt darf nichts passieren.“
    „Verstehe. Sind genug Motorräder für uns…“
    Dalmon schüttelte den Kopf.
    „Zu auffällig, bei der ganzen Polizei und Presse da draußen. Wir könnten nicht mal Waffen mitnehmen.“
    Nagakura beugte sich vor und blickte ebenso wie Marcus Dalmon verwundert an.
    „Und wie sollen wir sonst rauskommen? Mit Motorradkleidung in nem Auto?“
    Die Fahrstuhltür öffnete sich und Hannes, genannt „Q“ stand direkt vor ihnen, grinsend und einen Zigarello- Stump im Mundwinkel.
    „Ich dachte schon, ihr würdet nicht kommen!“
    Dalmon grinste Marcus und Nagakura an und streckte seinen Arm in Richtung der Tür:
    „Nach Euch.“

    ***

    Hannes war der geborene Automechaniker, Bastler und Tüftler. Er war kein Vampir, er war kein Familair und gehörte dennoch zur Familie. Morenas großer Bruder war hier, weil Morena hier war und er hier das tun konnte, was er am liebsten tat: Dinge reparieren, Dinge bauen und auf seine Schwester aufpassen. Zum Teufel, mit Vampiren zusammenzuarbeiten, dass wäre ihm im Traum nicht eingefallen. Aber es hatte sich so ergeben.
    Er führte die drei in seinem alten, ölverschmierten orangefarbenen Bundeswehroverall vorbei am stattlichen Fuhrpark der Autos und Motorräder hin zu einem LKW, der über einer Wartungsgrube stand. Grinsend blieb er vor dem LKW stehen, fischte ein Feuerzeug hervor und zündete seinen Zigarello an.
    Dalmon betrachtete das Fahrzeug. Der 7,5 Tonner war äußerlich ein gewöhnlicher Lastkraftwagen. Eine Fahrerkabine ohne Schlafstelle, getrennt vom Laderaum, der keine Fenster auswies, nur eine abgedunkelte Luke in der Decke und den Schriftzug eines Telekommunikations- Netzbetreibers, der mit magnetischen Tafeln befestigt war und notfalls schnell ausgetauscht werden konnte.
    „Ist er fertig?“
    Hannes nickte brummend.
    Nagakura und Marcus blickten fragend.
    „Was soll das?“
    Dalmon grinste. „Das, Gentlemen, ist unser Plan B. Unsere mobile Observations-Zentrale und unsere Rettungskapsel, falls wir tagsüber das Domizil verlassen müssen.“
    Marcus seufzte, doch Dalmon winkte ab.
    „Folgt mir.“
    Sie gingen um das Fahrerhaus und betraten die Wartungsgrube, zogen die Köpfe ein und im Schein von Wartungslampen unter dem Fahrzeug bis unter die Mitte des Laderaumes, wo eine Leiter in eine Falltür mündete. Dalmon zögerte nicht, sondern stieg sie sofort empor. Marcus folgte und auch Nagakura kletterte hinterher. Er fand sich in einem kleinen Raum wieder, dessen Seiten mit Kontrollmonitoren vollgestopft waren.
    Queeny und Hannes hatten hier Stunden verbracht und alles so hergerichtet, dass es Queens Double an nichts fehlte. Sie war hier voll operationsfähig und alles war bereit online zu gehen.
    Sollte jemand den Wagen kontrollieren und die Hecktüren öffnen, würde er bis zur Decke Palleten mit technischen Ersatzteilen vorfinden. Sollte man nicht den Wagen leerräumen, mit Spiegeln über die Paletten fahren oder das ganze verdammte Ding röntgen, würde man nicht vermuten, was sich darin wirklich verbarg.
    Hinter den Paletten fanden sich übereinander Feldbetten, eine Sitzreihe und selbst eine kleine Küche war vorhanden. Alles eng, aber alles da. Marcus füllte sich an ein U-Boot erinnert. „Und wie sollen wir sie so finden?“
    Hannes, der ebenfalls in den Wagen geklettert war betätigte einen Hauptschalter und die Monitore und Computer erwachten zum Leben. An den Seiten versteckt angebrachte Kameras erlaubten einen Rundumblick. Er trat an einen Schalter und zoomte in den Ausschnitt eines Pin-Up-Girls, dass 20 Meter entfernt an der Wand hing.
    Marcus zog seinen Lutscher aus dem Mund.
    „Und die ganze Lightshow läuft über eine Autobatterie?“
    Hannes klopfte gegen die Paletten, die den rückwertigen Teil begrenzten.
    „So was in der Art. Brennstoffzellen. Unsere kleine Nautilus hier läuft umweltschonend mit der gleichen Technik wie ein modernes deutsches U-Boot und das notfalls wochenlang.“
    Marcus pfiff durch die Zähne, Nagakura hindoch blickte skeptisch.
    „Und wenn sie uns Löcher in die Außenwand ballern, dann werden wir geröstet?“
    „Extraleichte Panzerung zum Schutz der wertvollen Fracht.“
    „Schön und gut. Aber wer fährt die Kiste?“
    „Ich!“
    Nash steckte seinen Kopf durch die Bodenluke. Als Familiar brauchte er das Sonnenlicht nicht zu fürchten.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 22.06.2008, 18:54


    ***

    Eine Stunde später passierte Nash mit dem „Nautilus“ getauften LKW eine der Straßensperren der Polizei ohne Probleme. Er war froh, dass es nur ein 7,5 Tonner war uns nichts größeres, zum einem, weil er keinen LKW-Führerschein hatte und seine Lizenz für dieses Baby noch ausreichte und ihm so eine Gelegenheit bot, sich auszuzeichnen. Zum anderen wären sie mit einem größeren Vehikel einfach nicht durch die engen Straßen gekommen. Nervös Kaugummi kauend, lauschte er über seinem Knopf im Ohr den Gesprächen im Laderaum.
    Dort wurde heftig diskutiert, wo Maora und Andrej sein konnten, wenn sie den Crash überlebt haben sollten. Quenns Double verfolgte online Funkverkehr und Videodateien der Polizei, während die drei Herren sich mit der Kameraführung vertraut machten.
    Nagakura blieb skeptisch.
    „Das ist ja alles ganz nett hier, aber ich fürchte, viel erreichen werden wir damit nicht.“
    Dalmon blickte ihn über die Schulter an: „Warum?“
    „Ganz einfach – weil wir nur sehen können, was im nahen Umfeld rund um den LKW zu sehen ist. Sehr nett, wenn man an Straßenkaffees vorbei fährt…“ – er zoomte eine Schönheit an, doch Nash bog um eine Ecke und sie verschwand – „…aber wenn dieses Unikum hier nicht auch noch schwimmen kann, dann können wir höchstens von einer Brücke aus nen Blick riskieren. Und die beiden könnten kilometerweit von der Strömung abgetrieben worden sein.“
    Dalmon nickte. „Du hast Recht und es stimmt. Schwimmen oder fliegen können wir nicht.“
    Nagakura stutzte. „Ja, und nun?“
    Quenns Double kicherte und zwinkerte ihm zu. „Ich hab noch ein Ass im Ärmel.“ Sie deutete auf eine kleine Tastatur mit meheren Joysticks und Schiebereglern.
    Nagakura stand auf und schaute es sich an. „Was ist das?“
    Queeny griff sich einen Kaffeebecher und grinste:
    „Das ist unser fliegendes Auge.“
    Nagakura pfiff leise. „Hat Q das gebastelt?“
    Dalmon löste seinen Sicherheitsgurt und angelte sich ebenfalls einen Kaffee. „Nein. Er hat mit einem Modellhubschrauber rumexperimentiert, aber „das Auge“ ist ein wenig besser. Wir haben es von den Cops selber und es… uns ausgeliehen.“
    Nagakura schmunzelte, als Dalmon fortfuhr.
    „Sie nutzen es zur Überwachung, besonders bei Fußballspielen. Es ist eine fliegende Drohne. Leicht zu steuern, GPS, Kamera mit Zoom aus bis zu 3000 Metern, leiser als eine elektrische Zahnbürste. Und so klein, dass man es nicht bemerkt.“ Er griff in ein Fach und reichte ihm ein Bild:



    „Sie nennen es „Sensocopter“.“ Dalmon wendete sich wieder dem Monitoren zu. „Nash? Bitte fahre über die Brücke und dann die erste Rechts. Dort fangen wir an.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 22.06.2008, 19:26


    ***

    Um dem Kind einen Namen zu geben, nannten sie das fliegende Auge schlicht „Argus“, wie das Ungeheuer mit den hundert Augen aus der griechischen Sage, dass in alle Richtungen schauen konnte, zumal immer nur ein einziges Auge von ihm schlief.
    Während Nash den Wagen in Bewegung hielt, startete Quenns Double Argus und kämpfte erst mal mit der Steuerung. Sie hatte es am Computer geübt, aber wirklich mit ihm zu arbeiten, war dann doch was anderes.
    Gegen den Wind war es schwer vorwärts zu kommen, aber Quenny nutzte geschickt die Windschatten der Häuser, bis sie endlich den Fluss erreicht hatte.
    „So, hier sind sie über die Brüstung und in das Wasser gestürzt.“
    Marcus betrachtete eine Aufzeichnung der Fernsehnachrichten und versuchte die Aufschlagpunkte auf das reale Bild des Argus zu übertragen. Er deute auf einen Punkt im Wasser.
    „Ich glaube, Maora ist hier eingetaucht. Kannst du den Argus da über dem Wasser schweben lassen? Dann müssten wir ungefähr ihren Blickwinkel haben und können sehen, wohin sie eventuell geschwommen sind.“
    Quenny nickte. „Ich versuche es, aber hier über dem Wasser ist der Wind sehr stark.“
    Der Argus näherte sich der Wasseroberfläche und schwebte schließlich knapp über den Wellen. Deutlich konnte man die Strömung erkennen.
    Sie blickten zu beiden Seiten des Ufers, doch nichts war an den Ufern zu erkennen, dass deutlich ins Auge sprang.
    Sie seufzte: „Wenn wir Pech haben, schwamm Maora auf die linke und Andrej auf die rechte Seite… Wir müssen die Ufer absuchen.“
    „Nein.“ Nagakura betrachtete die Luftaufnahmen, die ihm Google Earth per Internet frei Haus lieferte und zoomte auf einen Abflussrohr, keine 500 Meter in Strömungsrichtung entfernt. „Wenn, dann könnten sie hier überlebt haben. Es ist der einzige Abfluss im Umkreis von einem Kilometer, der groß genug ist, das ein Mensch hinein kann.“
    Queeny blickte fragend: „Woher willst du das wissen?“
    Jetzt grinste Nagakura: „Ich hab Google gefragt. Hier: Ein Zeitungsbericht aus der lokalen Presse. Letzten Sommer sind hier 2 Jungs ertrunken, die dort gespielt haben.“
    Marcus nickte. „Schauen wir es uns an.“
    „Keine Chance.“ Queeny hatte den Argus bereits auf Höchstgeschwindigkeit getrieben und schoss mit Rückenwind auf das Rohr zu, dass dank Zoom deutlich zu erkennen war.
    „Darin kann ich nicht navigieren.“
    Marcus klopfte ihr auf die Schulter und blickte Dalmon in die Augen. „Ich meinte auch nicht das Spielzeug. Wir gehen selber rein und schauen nach.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.06.2008, 11:07


    ***

    Die Bodenluke des LKW wurde zur Seite geklappt und ein behelmter Kopf blickte kopfüber aus ihr hinaus.
    „Der Kanaldeckel ist zwei Meter vor uns, leicht rechts.“
    Nash fuhr langsam vor und korrigierte nach rechts.
    Marcus Stimme im Funk war völlig ruhig, als der Deckel genau unterhalb der Lucke war: „Stop! Alles klar! Gebt mir das Eisen.“
    Nash stopte den Wagen und schaltete das Warnblinklicht ein.
    Dalmon, der wie alle komplett in schwarze Lederkleidung inklusive Helm gekleidet war, reichte Marcus das Spezialwerkzeug der Stadtwerke, dieser öffnete den Schacht, zog den Kanaldeckel beiseite.
    „Okay, wir gehen rein.“
    Dalmon und Nagakura entsicherten ihre Waffen und sprangen ohne zu zögern nacheinander lang gestreckt, die Gewehre mit vor der Brust verschränkten Armen und die Schwerter in der Rückenscheide, durch die Öffnung des LKW und verschwanden in der Dunkelheit des Gully.
    „Wenn du den Kontakt verlieren solltest oder schlimmeres, alarmiere Dayaks, dass wir in Wolftown sind!“
    Er griff sich einen Rucksack und warf ihn durch das Loch, griff einen weiteren und ließ ihn ebenfalls durch das Loch fallen, während die Nachtsichtgeräte an den Gewehren Nagakuras und Dalmons die ersten Bilder auf den Monitoren zeigten.
    „Bis später!“ Markus warf den letzten Rucksack nach unten und kletterte hinterher. Als er auf der Leiter im Schacht halt hatte, zog er den Gully über sich in seine alte Position.
    Quenny seufzte leise: „Bis später…“
    Nash gab Gas und fädelte sich wieder in den Verkehr ein.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.06.2008, 15:29


    Wow, ich wiederhole mich zwar, aber auch ich finde, dass du echt ein Buch daraus machen solltest, ich würde es kaufen. 8)


    ________________________

    Blut ist die Währung der Seele, Blut zu saugen bedeutet sich die völlige Existens des Wesen zu eigen zu machen.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.06.2008, 19:10


    spannung!! XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.06.2008, 22:41


    ***

    Tortura lag in Dayaks Arm geschmiegt. Sie waren verschwitzt, lagen auf dem zerwühlten Bett in ihrem Zimmer.
    Die Gedanken schossen durch seinen Kopf, Bilder wie Blitze, Stimmen die nachhallten wie leise abklingender Donner.
    Immer und immer wieder ging er die letzten Stunden in Gedanken durch.
    Tortura Blonda fuhr mir ihrem Fingernagel über seine Brust:
    „Ein Goldstück für deine Gedanken…“
    „Ich frage mich, was Andrej und Maora jetzt wohl gerade tun…“
    Tortura setzte sich auf und blickte ihn an. „Sie sind erfahren und stark. Sie sind auch nicht zum ersten mal auf sich alleine gestellt.“
    Dayaks spielte mit einer ihrer Haarsträhnen, stand auf und warf sich einen Morgenmantel über.
    „Komm… lass uns was essen gehen. Ich habe Durst.“
    Tortura lächelte und schlüpfte in ihre Kleider, während Dayaks einen verdeckten Schalter an seinem Schreibtisch betätigte.
    Eine geschickt verborgende Tür öffnete sich und brachte eine kleine Wendeltreppe zum Vorschein.
    „Darf ich bitten?“ Er reichte ihr die Hand.
    „Wir haben einen neuen Wein auf unserer Karte.“
    Tortura ergriff lächelnd seine Hand.
    „Was hat er verbrochen? Ist es ein Mörder?“
    Die Tür schloss sich lautlos hinter ihnen, als sie die Treppe in die private Speisekammer der Gefallenen Engel hinabstiegen.
    Dem härtesten Knast, den diese Stadt kannte.
    Hier waren die Wächter, die Richter und die Henker die gleichen Personen.
    Und die Gerechtigkeit lag ihnen im Blut.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 24.06.2008, 15:29


    ***

    Sie arbeiteten sich lautlos vor, sich gegenseitig absichernd. Marcus ging vorweg, die Waffe im Anschlag, Dalmon wenige Meter hinter ihm, nach rechts und links absichernd, wenn sie eine Abzweigung passierten und immer darauf achtend, dass es keine Schächte in der Decke gab, von wo aus sie angegriffen werden konnten. Nagakura hatte den härtesten Part, da er die ganze Zeit rückwärts ging und sie nach hinten absicherte. Schließlich tauschten sie alle 10 Minuten die Positionen, um es erträglicher zu machen und die Wachsamkeit zu erhalten.
    Es roch erbärmlich nach dem Unrat der Stadt, aber alles betäubend für die geschärften Vampirsinne war der penetrante Wolfsgeruch.
    Sie redeten kein Wort, während sie sich durch das Labyrinth der Gänge und Schächte vorarbeiteten. Mehrmals vernahmen sie das Heulen eines Wolfes, welches vielfach als Echo von den Wänden wiederhallte und es enorm erschwerte, die Position abzuschätzen. Zwei mal gingen sie in Deckung, als sie Stimmen hörten und einmal liefen Männer mit Fackeln an ihnen vorbei, ohne von ihnen entdeckt zu werden.
    Marcus öffnete leise den Klettverschluss, mit dem die Abdeckung seiner elektronischen Karte am Handgelenk befestigt war. Er blickte zu Dalmon und deutete per Handzeichen an, dass ihr Zielort – der Gang zum Abflussrohr in den Fluß – hinter der nächsten Biegung lag. Auf ein weiteres Zeichen hin setzten sie die Rucksäcke ab, in denen sie ihre Helme sowie tageslichttaugliche Anzüge für Maora und Andrej verstaut hatten.
    Dann rückten sie weiter vor. Ratten liefen ihn völlig ohne Scheu zwischen den Füßen. Schließlich endete der Steg, auf dem sie liefen. Niemand da. Innerlich fluchend richtete sich Dalmon auf, als Marcus ein Zeichen gab, in eine Ecke deutete und dann mit Zeige und Mittelfinger seiner linken Hand auf seine Augen.
    Dalmon folgte dem Wink und entdeckte an der gegenüberliegenden Wand ein zerstörtes Handy auf dem Boden liegen. Mit einem Sprung aus dem Stand über den Wasserkanal hinweg war er dort.
    Das war möglicherweise das Handy Andrejs. Die Speicherkarte war noch enthalten. Er entfernte sie und steckte sie ein. Zu viele Informationenwaren darauf, um sie hier liegen zu lassen.
    Zumindest Andrej war hier gewesen, so viel war nun sicher. Raus konnten sie nicht, es war ja immer noch taghell. Sie waren irgendwo in der Dunkelheit verschwunden und untergetaucht in den Gängen von „Wolftown“.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 24.06.2008, 18:14


    Spannend!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    ___________________________
    Blut ist die Währung der Seele. Blut zu saugen bedeutet sich ein Wesen ganz und gar einzuverleiben...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 25.06.2008, 22:56


    *enzugserscheinungen bekommt* mehr, muss weiterlesen! :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 25.06.2008, 23:02


    Hätte ich heute geschrieben, dann wären wir mit Deutschlandfahnen durch Wolftown gezogen :lol:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 25.06.2008, 23:05


    wär bestimmt lustich geworden. *lach*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 26.06.2008, 10:24


    Seh ich auch so...!!!!

    ______________________________

    Deutschland!!!!!!



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 26.06.2008, 21:59


    ***

    Der sonnenüberflutete Piazza della Signoria in Florenz spiegelte sich in den silbern verchromten Gläsern der Sonnenbrille, die neben der Tasse Cappuccino und der sorgfältig gefalteten Ausgabe der „La Gazzetta dello Sport“ lag.
    Sowohl die Sonnenbrille als auch die Sportzeitung gehörten Tom Perish, der entspannt das Telefon am Ohr und die weibliche Bedienung im Auge hatte.
    Letztere war Gina Roghi, 24 Jahre alt, bildhübsch und finanzierte sich ihr Jurastudium mit dem Kellnern. Sie genoss die Blicke des Mannes am Tisch sehr. Noch nie hatte sie einen so eindrucksvollen Mann gesehen.
    Dunkelhäutig, extrem muskulös, groß von Statur, darüber hinaus charismatisch und gutaussehend – Tom Perish wirkte wie eine Urgewalt auf sie. Ein direkter Blick in seine Augen genügte um ihr die Knie weich werden zu lassen.
    Sie konnte nicht ahnen, dass er in der Tat eine Urgewalt war.
    Wenn sie geahnt oder es auch nur in Erwägung gezogen hätte, dass es Werwölfe gab, dann hätte sie sich wohl gedacht, dass dieser Tom einer von ihnen sein musste.
    Wenngleich seine Statur dem Vergleich mit einem Bären gerechter geworden wäre, war ihm der Wolf förmlich anzusehen.
    Hätte sie darüber hinaus gewusst, dass er just in diesem Augenblick – als er ihr frech zuzwinkerte – mit einem lässigen „Con piacere, padrone.“ einen Auftrag entgegennahm, dem der Rat der Lycaner niemand geringeren als dem besten Kämpfer in ihren Reihen erteilen würde, dann wäre Tom Perish sicherlich nicht ihre fantastischste sexuelle Erfahrung geworden - und ihre letzte.
    Tom hinterließ keine Spuren ihrer Leiche und auch keinerlei Spuren, dass er überhaupt in diesem Hotelzimmer gewesen war. Er war ein Profi durch und durch. Einem Profi der Spurensicherung wäre vielleicht nur aufgefallen, dass dieser Raum zu sauber war, zu klinisch rein.
    Daher zog Tom einen kleinen Beutel aus seinem Koffer und hinterließ einige Haare im Abfluss der Dusche, des Waschbeckens und auf dem Bett, darüber hinaus einige Hautschuppen.
    Der ehemalige Besitzer dieser Proben erfreute sich bester Gesundheit und lebte in Palermo. Möglicherweise würde er bald Besuch von Interpol bekommen. Vielleicht aber auch nicht.
    Tom blickte auf seine Armbanduhr. Noch vierzig Minuten bis zum Abflug der Maschine, der ersten, die er hatte bekommen können. Hätte sein Auftraggeber zehn Minuten früher angerufen, hätte er die Mittagsmaschine nehmen können und Gina Roghi würde noch leben.



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 26.06.2008, 22:08


    Meeeeehr...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 26.06.2008, 22:14


    was 10 min so alles ausmachen können :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 27.06.2008, 10:15


    ***

    Plötzlich war er da. Der halbnackte Wolf war in seiner menschlichen Gestalt unterwegs, aber sein Geruch enttarnte ihn augenblicklich als Lycaner.
    Marcus, Dalmon und Nagakura reagierten wie eine Einheit - wie ein Mann - und eröffneten augenblicklich versetzt stehend das Feuer.
    Sie hatten Schalldämpfer auf ihren Maschinenpistolen und jede dritte Kugel war Leuchtspurmunition, so dass der durchsiebte Körper des völlig überrumpelten Lycaner zum leisen Klicken der Nachladeautomatik und im Schein der Munition gespenstisch tanzte und dann zusammenbrach.
    Ein deutlicher Vorteil der Vampire gegenüber den Wölfen bestand darin, dass sie sich nicht erst verwandeln mussten, während die Wölfe ihre wahre Stärke erst durch den schmerzhaften Prozess der „Geburt“ erlangten, die in der Regel zwischen 8 und 15 Sekunden andauerte.
    Marcus, der in aller Ruhe auf den Wolf zuschlenderte und sein Schwert zog, wusste das natürlich und wartete ab, bis die Verwandlung zum Wolf abgeschlossen war, ehe er der Existenz mit einem Stich ins Herz und einer Drehung der Klinge ein Ende setzte.
    Starb ein Vampir, zerfiel sein Körper zu Asche, Lycaner hingegen fielen zurück in ihre menschliche Gestalt.
    Angewidert registrierte Marcus, wie sich die ersten Ratten dem Leichnam näherten.
    Er zog ein Taschentuch und reinigte die Klinge seines Schwertes.
    „Gehen wir. So werden wir sie nicht finden und heute Abend haben wir einen wichtigen Geschäftstermin.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 28.06.2008, 14:32


    MEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEHHHHHHHHHHHHHHHHHRRRRRRR!!!!!!!!!!!!!

    _______________________________________
    Blut zu saugen bedeutet, sich die gesamte Existens eines Lebens einzuverleiben.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 30.06.2008, 20:20


    Öhm Dalmon ich hätte nen Rangvorschlag für dich...
    Barde
    Hierzu ein kleiner Auszug aus Wikipedia:
    "Als Barden bezeichnet man im deutschsprachigen Raum Dichter und Sänger ..."
    und hier der passende Link:
    wikipedia.de Stichwort Barde

    Natürlich gilt dieser Vorschlag auch für littlewitch :mrgreen:



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 30.06.2008, 22:44


    Hmm, Dalmon also da wirste einiges zu schreiben haben nach deinem Urlaub.... bekommen ja schon Entzugserscheinungen... :twisted:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 01.07.2008, 08:02


    Und ich erst.... :cry: :cry: :cry: :cry:
    _______________________________________
    Blut zu saugen, bedeutet sich die gesamte Existenz eines Wesen einzuverlieben....



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 01.07.2008, 15:27


    Och, ich hab ein wenig was geschrieben, das poste ich morgen Abend, wenn wir wieder da sind.

    Ich hab jetzt auch endlich mein Konzept fertig :)



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 01.07.2008, 16:27


    Jaupi bald wieder Lesestoff... lach



    Re: Kurzgeschichte

    [~FA~] Dayaks - 01.07.2008, 18:14


    Wahnsinnig gut geschrieben.... freu mich schon auf heute abend Grins

    Dayaks



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 01.07.2008, 21:23


    Wir sind zwar erst Mittwoch Abend wieder zu Hause, aber hier kommt schon mal ein kleiner Appetittanreger:

    ***

    Drei Stunden später stand Marcus van Sciver im Domizil des Clans am Turmfenster des Büros von Dayaks und betrachtete die letzten, nunmehr nicht mehr gefährlichen Strahlen des Sonnenuntergangs.
    Er hatte die Kleidung gewechselt, trug wieder einen Anzug.
    Niemand hätte vermutet, dass er vor kurzem noch durch die Eingeweide der Stadt geklettert war.
    Eine junge Frau trat neben ihn und lächelte ihm bezaubernd an, als sie ihm ein Kristallglas reichte und aus einer Karaffe blutrote Flüssigkeit einschenkte. Er erwiderte ihr lächeln und ließ seine Augen über ihre weiblichen Rundungen schweifen. Sie dankte es ihm mit einem Blick, der so feurig war, dass er einen Eisberg hätte schmelzen können. Dann drehte sie sich um und schritt zu Dalmon, reichte auch ihm ein Glas und füllte es.
    Marcus bemerkte, dass Dayaks dieser kleine Flirt nicht verborgen geblieben war und mit einem anerkennenden Gesichtsausdruck bewertet hatte.
    Das Clanoberhaupt saß hinter seinem Schreibtisch in einem Sessel zurückgelehnt und hatte die Fingerspitzen aneinander gelegt.
    „Darf ich euch Wendy vorstellen? Sie hat gerade erst den Vorzug der Wandlung erfahren und ist neu in unserer Mitte….“
    Dalmon, der mit übereinander geschlagenen Beinen in einem der Clubsessel das Glas entgegen genommen hatte, ergriff Wendys Hand, die ihn erstaunt anblickte und für einen Augenblick dachte, er würde ihr diese küssen wollen. Doch er drehte sie und entblößte ihr Handgelenk.
    Keine Tätowierung, die sie als Familiar auswies.
    Seine Frage brauchte nicht ausgesprochen zu werden, sie stand im Raum und Dayaks hatte mit ihr gerechnet:
    „Nein, sie war vor der Wandlung kein Familiar. Und doch hat sie mein Vertrauen.“
    Dalmon nickte schmunzelnd: “Willkommen, Wendy.“
    Wendy lächelte ein wenig schüchtern zurück und schaute zu Tortura Blonda, die hinter Dayaks stand und Wendy mit einem Blick würdigte, der zwischen Skepsis und einem Hauch von Misstrauen zu liegen schien. Ein Blick, dem sie jedem Neuling zukommen ließ. Besonders den weiblichen.
    „Und nun, Wendy, sei so nett und lass uns allein, wir haben etwas zu besprechen.“
    Sie nickte und verließ den Raum, nicht ohne Marcus einen weiteren Blick zu schenken.
    Als sich die Tür hinter ihr schloss, ergriff Dayaks das Wort.
    „Und? Habt ihr eine Spur von den beiden gefunden?“
    Marcus trat näher und legte die Chipkarten der Handys auf den Tisch.
    „Sie haben es bis in die Unterwelt geschafft, doch in Wolftown verliert sich ihre Spur. Wir hatten Kontakt mit den Wölfen, aber kein Lycaner ist noch in der Lage, darüber zu berichten.“
    Dayaks nickte.
    „Unsere Probleme spitzen sich langsam zu. Wir haben neue Spieler in der Stadt und es gibt etwas, was sie alle wollen. Wir hatten ohne es zu wissen die Finger im Spiel und nun vermuten einige, dass wir mehr wissen, als es tatsächlich der Fall ist.“
    Tortura zog eine Fernbedienung aus der Tasche und betätigte zwei Tasten.
    Die erste verdunkelte den Raum, die zweite ließ eine Leinwand nach unten fahren. Ein an der Decke verborgen installierter Beamer projizierte das Bild von Sleider Bull Dog an die Wand.
    „Als wir das Bloodpak überfielen, gelangte Sleider kurz vor uns in den Besitz des Gegenstands, von dem wir nicht mehr wissen, als dass er sich in einer Schatulle der Ältesten befindet. Angelina konnte die Schatulle zweifelsfrei identifizieren. Sleider verschwand damit in der Nacht, wurde von unserem Freund Hawk verfolgt und damit verliert sich die Spur in der Nacht. Aber dieser Gegenstand scheint ungemein wertvoll zu sein. Unsere Quellen berichten übereinstimmend, dass sich selbst das Haus Erebus damit beschäftigt hat.“
    Er ließ seine Worte wirken.
    Marcus schluckte.
    „Das Haus Erebus?“
    Dayaks Hand schwebte über dem Schalter, der das nächste Bild aufrufen würde.
    „Ich hatte dem ganzen auch nur wenig Glaubwürdigkeit beigemessen, aber vor einer Stunde übermittelte ein Mitarbeiter von Britisch Airways – einer unserer Familiars - folgendes Video vom Check-In-Schalter.“ Er drückte den Schalter und eine schwarz- weiß- Videosequenz einer Frau um die dreißig erschien auf der Leinwand. Ihre Schönheit war außergewöhnlich.
    Tortura quittierte das hörbare nach Luft schnappen von Marcus und Dalmon gleichermaßen mit einem spöttischen Lächeln.
    „Vergesst es, diese Dame spielt in einer anderen Liga.“
    Marcus machte einen Schritt auf die Leinwand zu und nippte an seinem Drink.
    „Warum?“
    Dyaks fuhr fort:
    „Weil diese junge Dame hier in Wahrheit sehr, sehr alt und überaus mächtig ist. Es ist Michelle Deveraux, auch besser bekannt als „Angel“. Sie ist Mitglied des „Orden des geheiligten Blutes“.
    Des mächtigsten aller Ritterorden der 12 Häuser.“
    Dalmon schluckte, als Michelle Deveraux in letzten Augenblick der Aufzeichnung direkt in die Kamera lächelte und zwinkerte.
    „Wenn das Haus Erebus einen derart mächtigen Agenten aussendet, dann muss das Artefakt in der Schatulle wahrhaft kostbarer Natur sein.“
    Dayaks verschränkte die Arme vor der Brust.
    „Und das ist noch nicht alles. Es scheint, als habe die Bruderschaft der Lycaner ebenfalls einen hochrangigen Agenten losgeschickt. Auch wenn uns noch keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen:
    Es ist meist so, dass Agenten wie unser Engel hier immer einen Schatten haben, der ihnen folgt und in der gleichen Liga spielt.
    Es scheint so, als wären wir in ein Spiel der Großen hineingeraten. Und das fatale an der Sache ist:
    Wir haben just in dem Augenblick angegriffen, als das Artefakt dort war. Jetzt sind wir zu einer Unbekannten in der Gleichung des großen Spiels geworden. Sie werden raus finden wollen, was wir tatsächlich wissen. Und sie werden keine Mittel scheuen, um an dieses Wissen zu gelangen. Die Frage ist, wie wir mit der Sache umgehen.“
    Marcus drehte sich zum Fenster und trank einen kräftigen Schluck.
    “Wir sollten dem ganzen Offensiv begegnen.“
    Tortura lachte, während Dayaks den Kopf schüttelte. „Sie ist zu stark für uns.“
    „Ich dachte auch nicht an einen Kampf.“
    Marcus lächelte.
    „Ich dachte eher an eine Party.“
    Dalmon nickte.
    „Ja, laden wir sie ein. Sie wird kommen und ihr Schatten wird die Anwesenheit so vieler fremder Gesichter in unserem Hause ebenfalls nutzen. So haben wir die Möglichkeit, sie auf unserem eigenen Terrain zu überprüfen.“
    „Auf gar keinen Fall hier in unserem Domizil!“ Dayks winkte ab.
    „Wir würden zu viel von uns Preis geben.“
    Tortura trat hinter Dayaks und begann ihm die Schultern zu massieren.
    „Dann mieten wir uns einen passenden Ort, an dem wir die Regeln bestimmen können und der nichts über uns preis gibt…“
    Dayaks genoss die Berührung und nickte mit geschlossenen Augen.
    „Ja… wir können uns eh nicht vor ihr verstecken… Aber sie und der Lycaner werden nicht die einzigen ungebetenen Gäste sein.“
    Er drückte ohne die Augen zu öffnen einen Knopf und der Beamer zeigte einen Mann mittleren Alters auf der Leinwand. Anzug, leicht graue Haare, Brille.
    Weder Dalmon noch Marcus sagte der Mann etwas.
    „Ein Lycaner?“
    Dayaks zog eine der Hände Torturas zu sich und küsste sie.
    „Nein, ein Sterblicher. Nicht mal ein Familiar. Nur ein Cop.“
    Marcus schmunzelte: „Und? Ist er ein Problem? Sollen wir ihn ausschalten?“
    Dayaks erhob sich und betrachte das Bild.
    „Das würde nichts bringen. Er ist der Chef einer gerade neu gegründeten Sonderkommission. Unser Feuerwerk auf der Party des Bloodpaks hat dem Bürgermeister und dem Polizeichef mächtig Angst eingejagt. Ihr hättet sie auf der Pressekonferenz sehen sollen… Es ist offensichtlich, dass beide auf der Gehaltsliste des Bloodpaks stehen. Sie gehören zu den Familiars von Hawk und auch wenn sie uns unisono als „Mafia“ bezeichnet haben – sie werden uns jagen und die Wölfe schützen. Und die Polizei ist uns bereits auf der Spur. Dank „Lucullus“ haben wir eine Menge Geld verdient und das hat die Aufmerksamkeit einiger Behörden hervorgerufen. Sie fragen sich, woher wir das Geld haben und wie sie an dem Vermögen teilhaben können.“
    Dalmon stellte sein Glas auf einen Beistelltisch.
    „Dann ist es an der Zeit, dass Projekt „Medusa“ in die zweite Phase treten zu lassen.“
    Dayaks pflichtete dem bei: „
    Ja, dass sehe ich auch so und das ist der Grund, warum Du und Marcus nicht an der Party teilnehmen werdet. Ich habe einen Spezialauftrag für euch.“
    Er gab Tortura einen Wink und sie betätigte erneut die Taste des Beamers.
    „Projekt Medusa: Was wir brauchen, ist ein zweites finanzielles Haupt, ein weiters Standbein. Eines was für die Menschen nachvollziehbar ist und mehr oder weniger seriös Geld in unsere Kassen spült. Etwas, was für die Steuerbehörden offensichtlich ist, was sie verstehen können, was sie kennen.
    Gleichzeitig sollte es unsere taktischen Optionen erhöhen. Und das ist es, was Medusa ausmacht.“
    Auf dem Bildschirm erschien ein Schiff.
    „Marcus, ich möchte, dass Du und Dalmon mit unserem Kontaktmann in Nassau Verbindung tretet und dieses ausgemusterte Forschungsschiff käuflich erwerbt. Es liegt dort, auf den Bahamas vor Anker. Kauf und Umbau werden unsere finanziellen Möglichkeiten weit auslasten, aber die nötigen Mittel stehen bereit. Wir werden das Schiff umbauen und außerhalb der 30 Meilen Zone vor den Küsten auf ihm ein Casino betreiben. Eine Spielhölle, ohne staatliche Restriktionen. Das Casino wird uns eine Menge zusätzliches Geld in die Kassen spülen, unsere Tarnung für den Reichtum sein und noch einen weiteren Aspekt abdecken.“
    Marcus griff nach der Karaffe und füllte sein Glas erneut.
    „Und der wäre?“
    „Zum einem: Das Schiff hat eine Menge Decks. Es bietet Platz für die Labore des Doktors und wir müssen nicht fürchten, dass eine Hausdurchsuchung alles aufdeckt. Ferner:
    Viele der Spieler sind von ihrem Naturell her rastlos. Wir können potenzielle Geldopfer mit dem Helikopter einfliegen. Es wird viele geben, die keiner vermissen wird. Die Bank gewinnt immer – auch die Blutbank, die wir im Bauch des Schiffes gründen.“
    Dayaks zwinkerte Tortura zu.
    „Hinzu kommt – unser neues Ausweichdomizil ist mobil und wir können alles kontrollieren, was sich im Umkreis von 15 Meilen nähert – egal ob zu Wasser, unter der Wasseroberfläche oder in der Luft und früh auf mögliche Bedrohungen reagieren.“
    „Allerdings“, Marcus nippte an seinem Glas, „können unsere Gegner unsere Aktivitäten auch gut nachvollziehen. Sie sehen, wann wir zum Schiff fahren und wieder hinweg.“
    „Das Schiff verfügt im Heck über einen Hafen, der aus der Luft nicht einsehbar ist. Sie werden nur erkennen, dass Barkassen an- und ablegen. Außerdem habe ich auch noch nicht vor, dieses Haus hier völlig aufzugeben. Es ist wie gesagt ein zweites Standbein und ein Ausweichplan, wenn uns hier der Boden zu heiß wird. Und es wird immer heißer… Zuerst waren es die nur Wölfe, dann die Polizei, jetzt die Agenten… und nicht zu vergessen: Die Dealer und ihre Ash- Junkies. Die Zahl unserer Feinde ist mannigfaltig und unsere Spielwiese ist voller Tücken.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 01.07.2008, 21:43


    Zitat: "Wir sind zwar erst Mittwoch Abend wieder zu Hause, aber hier kommt schon mal ein kleiner Appetittanreger:"

    jetz hab ich hunger :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 15:10


    ***

    Soho war schon seid Jahrhunderten das pulsierende Herz des Nachtlebens von London und die Szene dort legendär. Allerlei schillernde Persönlichkeiten aus der Medienwelt verkehrten dort und viele, die sich Zugang dazu versprachen.
    Angelina da Luna, Queens Double und Nagakura streiften als Nachtschwärmer getarnt die von ihnen so genannte „Touri Route Nummero Uno“ ab, ließen sich von der „Lab Bar“ in der Old Compton Street weiter treiben ins etwas weiter östlich gelegene „The End“ – ein überaus passender Name für zwei Niederländer, deren etwas aufdringlicher Charme Nagakura gegenüber in einer dunklen Seitenstraße etwas anders endete, als sie es gedacht hatten. Nagakura empfand den Geschmack des Blutes von Homosexuellen stets als ein wenig zu süßlich, wie er Queeny und Algelina mit einem Augenzwinkern mitteilte. Aber der viele Schmuck, den sie bei sich trugen, entschädigte mit reicher Beute.
    Sie folgten weiter den in den Reiseführern angeprisenen „angesagtesten Clubs“ und erleichterten vielen Ortsunkundigen den Bluthochdruck und die Reisebörse, wobei sie gewohnheitsmäßig nicht länger als zehn Minuten am gleichen Fleck und Opfer blieben. Die Cops, bei denen ihre Opfer meist am nächsten Tag Anzeige erstatteten waren in der Regel geschmiert oder Familiars und machten keinen übermäßigen Ärger.
    Völlig anders gestaltete sich dies mit einigen Gestalten, denen sie vor einer ihrer Lieblingsbars in Camden, dem "The Worlds End", begegneten.
    Angelina stupste mit dem Ellbogen Queeny in die Seite, als sie die drei Typen an einer Ecke stehend entdeckte. Nagakura sah, wie einer von ihnen eine kleine Ampulle aus einer Tasche seines Anoraks zog, sie drehte, mit dem Finger gegen sie schnippte und eine Substanz durch die Nase zog.
    Er wusste sofort, dass das keine normalen Junkies waren. Sie schnupften „Ash“, dem neusten Schrei auf der Party-Meile und einer der Geldquellen des Blood-Paks. Tötete man einen Vampir, zerfiel dieser zu Asche – zu 100 % „Ash“.
    Vampirasche, die ein Mensch in reinform durch die Nase inhalierte, verlieh diesem kurzzeitig sehr viel Kraft und was es noch beliebter machte: Es steigerte die fünf Sinne des Konsumenten in nie für möglich gehaltener Form. Der Orgasmus eines Ash- Junkies galt als der Ultimative, was den Wert der Asche in extremer Form steigerte. Und mit ihm die Tötung eines Vampirs.
    Seitdem diese Droge populär geworden war, durchstreiften zahllose Jäger bewaffnet mit Nachtsichtgeräten und die Nacht und aus Jägern wie Nagakura und Angelina wurde schnell die Beute.
    Dies führte dazu, dass viele junge Vampire fast nur noch jagen ließen, sofern es ihnen möglich war oder völlig auf Blutfarmen oder synthetisches Blut der Vampirclans zurück griffen.
    Bislang wussten die wenigsten der Junkies, was sie da wirklich inhalierten und es gab nur wenige von ihnen, da die Preise für Ash astronomisch waren. Aber jene, die es konsumierten, verkauften dem Teufel ihre Seele. Ash machte sofort abhängig. Es gab keine Probier- oder Missbrauchsphase. Einmal probiert und das alte Leben war Geschichte. Waren die Vampire süchtig nach Blut, so waren es die Asher nach der Asche. Dazu kam, dass der Körper seinerseits schnell verfiel, gelangte der Konsument nicht in regelmäßigen Abständen in den Besitz der Droge. Angelina und die anderen waren oft von zombieähnlichen Gestalten überfallen worden, die die nackte Sucht in einen Verzweiflungsangriff getrieben hatten. Es war ein perfider Schachzug der Wölfe, der Versuch die Beute der Vampire gegen ihre Jäger zu hetzen.
    Der Erfolg war bisher mäßig gewesen, dennoch verschwanden Queeny,Nagakura und Angelina lieber in den Schatten der Nacht. Asher auf dem Trip waren niemals zu unterschätzen.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 15:42


    guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 16:20


    "als Pärchen getarnt"

    :| hmm... o.o



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 16:32


    Queen's Double hat folgendes geschrieben: "als Pärchen getarnt"

    :| hmm... o.o

    Sieh an, welch Beziehungsgeflecht sich so offenbart :wink:

    Ich hab es mal in "Nachtschwärmer" geändert *g*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 16:34


    :oops: aber das hättest du doch wg. mir nich machen brauchen... XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 21:54


    och wie schnuckelig... jetz schämt se sich. :wink:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 03.07.2008, 22:05


    XD du bringst mich nur nochmehr in Verlegenheit!!!



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 03.07.2008, 22:27


    Ihr seid süß... :D

    Dalmon weiter weiter weiter



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 04.07.2008, 00:01


    :oops:
    Dalmon... bitte schreib weiter! XD



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 04.07.2008, 09:39


    ***

    Durst. Der Durst war überwältigend. Er war völlig dominierend, so dass sie zuerst nichts anderes wahrnahm als nur ihren Durst. Doch dann wurde Maora sich der absoluten, pechschwarzen Nacht um sie herum bewusst. Wo war sie? Ihr Kopf brummte und mit jedem Schlag ihres Herzens schien der Schmerz an- und abzuschwellen. Sie lag offensichtlich mit dem Rücken auf dem nackten Boden. In der völligen Dunkelheit betastete ihren Körper, aber was sie auch berührte, es tat ihr weh.
    Sie war halbnackt. Die Ausrüstung verschwunden. Panik keimte in ihr hoch.
    „Andrej?“ Sie stand vorsichtig und mit weichen Knien auf.
    „ANDREJ!“
    Keine Antwort. Nur stille, Dunkelheit und Kälte.
    „HALLO! Warum hört mich den keiner?“
    Dieser verdammte Durst!
    Mit ausgestreckten Armen tapste Maora durch die Dunkelheit, auf der Suche nach irgendwas, als plötzlich ein metallisches Knacken die Stille durchbrach und sich Licht in den Raum ergoss.
    Hell, unglaublich hell. Fauchend und geblendet sprang Maora aus dem Stand um einige Meter zurück, bis ihre Sinne sich langsam an die neue Situation gewöhnten.
    Sie hörte Schritte, sah zwei Gestalten schemenhaft auf sie zukommen.
    Ein Gitter trennte sie von ihr und das Licht war elektrischer Natur.
    Sie war gefangen.
    „Guten Abend, schönes Kind.“
    Die Stimme war männlich und Maora kam sie entfernt bekannt vor.
    „Wo bin ich?“
    „Ich fürchte, Du bist unter die Wölfe geraten, meine Kleine.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 04.07.2008, 10:55


    ***

    Mit einem durch ein Tuch gedämpften leisen Knall entkorkte Natascha Juon eine Champagnerflasche und füllte lächelnd die Gläser von Dalmon und Marcus.
    „Herzlich Willkommen an Bord der Privatmaschine unseres Gastgebers. Leider ist Mr. Abramowitsch derzeit geschäftlich verhindert, aber er wird in Nassau an Bord der Octopus zu uns stoßen. Bis dahin werden sie mit mir vorlieb nehmen müssen, wie ich befürchte.“
    Mit leisem klirren der Gläser und einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen stieß sie mit Marcus und Dalmon an.
    „Ich bin mit allen Fragen des Geschäftes vertraut und angewiesen, ihren Flug und ihren Aufenthalt so angenehm wie irgend möglich zu machen.“
    Sie wies mit einer einladenden Geste auf eine kleine gemütliche Sitzgruppe im Mittelteil der zweistrahligen Boing 767-300.
    Roman Abramowitsch war wirklich ein bemerkenswerter Mann. Er war Dalmon schon kein Unbekannter gewesen, als er noch ein Mensch gewesen war. Spätestens seit er den englischen Fußballclub Chelsea London für 210 Millionen Euro erworben hatte und seitdem konservativ geschätzte 764 Millionen Euro in den Club investiert hatte, war er der breiten, öffentlichen Masse bekannt geworden. Der russische Oligarch und Gouverneur der Region Tschukotka war die schillernste Ausprägung eines neuen Verständnisses von mächtigen Vampiren.
    Die meisten der Alten und Mächtigen zogen es vor, verdeckt und im Schatten ihre Fäden zu ziehen. Natürliche Unsterblichkeit in einer Welt der Sterblichen brachte immer auch Probleme mit sich. Wenn man in der Öffentlichkeit stand, war es ein Problem, offenkundig nicht zu altern. Doch in Zeiten scheinbar altersloser Hollywoodstars gab es einige, die sich mit einem Leben in der Abgeschiedenheit nicht mehr zufrieden gaben. Roman Abramowitsch kostete seinen Reichtum in vollen Massen aus. Die meisten Russen dachten, dass er in der chaotischen Zeit nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts durch unsaubere Mittel zu großem Reichtum und politischem Einfluss kam, tatsächlich aber war er schon zu Zeiten des Zaren sehr, sehr reich.
    Der zweitreichste Mann Russlands, dessen Vermögen laut Forbes auf 23,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, hatte sich eine mysteriöse Legende zusammengestrickt. Dieser zufolge waren seine Eltern früh gestorben. Seine Mutter bei einer Abtreibung, als er 18 Monate alt war, sein Vater erschlagen von einem Baukran, als er 4 war. Schon mit 21 Jahren als Student der Ingenieurswissenschaften gründete er eine Firma, die Fußbälle und Gummienten herstellte.
    Dann der Einstieg ins Ölgeschäft und heute, mit offiziell 52 Jahren, der zweitreichste Mensch der Welt.
    Er galt als: „Der Milliardär aus dem Nichts“ und Biografien über ihn wie die von Dominic Midgley nährten diesen Mythos. Er zog in einem Firmenimperium die Fäden, dass seinesgleichen suchte und spielte gleichzeitig den gelangweilten Milliardär. Im Jahre 2008 kaufte er Gemälde im Gesamtwert von 80 Millionen Euro. Er leistete sich einen bizarren Wettstreit um die längste Mega-Jacht der Welt, hatte den größten VIP-Jet der Welt, eben jene Maschine in der sie gerade Platz genommen hatten.
    Drei Schauspieler hatten sich im geheimen Operationen unterzogen und spielten sein Double, wenn sich Termine am Tag nicht vermeiden ließen.
    Roman Abramowitsch hatte alles, was man für Geld kaufen konnte. Aber eines hatte er nicht und das wollte er von dem Hause der Fallen Angels: „Lucullus“.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 04.07.2008, 20:24


    ***

    Sie hatten auf dem Dach des gegenüberliegenden kleinen Geschäftes Stellung bezogen und lagen flach auf dem Bauch am Rand zur Straße.
    Sie beobachteten die Asher, welche noch immer im Schein der Laterne herumlungerten. Der, bei dem sie beobachtet hatten, wie er die Droge konsumierte, war vor einigen Minuten in der Nacht verschwunden, aber die anderen drei waren noch da und warteten scheinbar auf etwas.
    Nagakura lag in der Mitte zwischen Queens Double und Angelina da Luna, blickte durch ein „Hosentaschenfernglas“ mit Restlichtverstärker und flüsterte:
    „Wo die Junkies sind, sind auch die Dealer nicht weit.“
    Queenys Blick streifte unwohl über die anderen Dächer.
    „Und was willst du von denen? Das sind doch kleine Fische.“
    Nagakura lächelte boshaft. „Kleine Fische mit mächtig spitzen Zähnen!“
    Er schaute zu Queen´s Double und schlug klackend die Zähne aufeinander, als ob er sie fressen wollte.
    Sie verpasste ihm grinsend einen Ellbogenschlag in die Rippen.
    „Autsch… Wenn wir den Dealern folgen, führen sie uns vielleicht zur Quelle, zum Labor und den Jägern.“
    Angelina, die in Gedanken bei Maora an Andrej war, schlug den Kragen ihrer Jacke hoch. Einer der großen Vorteile des Vampirdaseins aus ihrer Sicht war, dass sie kaum noch fror.
    „Sollten wir nicht lieber zusehen, dass wir Andrej und Maora raus hauen, ehe wir hier neue Spielkameraden suchen?“
    Quenny seufzte. „Wenn wir ungefähr wüssten, wo sie sind und ob sie noch leben, hätte Dayaks schon längst was unternommen. So sind uns die Hände gebunden.“
    Angelina verzog verärgert das Gesicht.
    „Und was genau machen wir jetzt? Ihnen zu ihrem verdammten Labor folgen und den ganzen verdammten Block mitsamt den verdammten Bastarden in die Luft jagen?“
    Nagakura ließ verblüfft seinen kleinen Feldstecher sinken und schaute sie irritiert an.
    „Verdammt ja… Eigentlich hatte ich ja nur vor, das Labor ausfindig zu machen und dann die Kavallerie zu rufen, aber wenn du so heiß bist: Warum den Jungs den Feierabend versauen, dass bekommen wir schon alleine hin.“
    Queeny schnaubte ungläubig.
    „Ihr seid doch beide völlig bekloppt.“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 04.07.2008, 23:20


    Zitat: Queeny schnaubte ungläubig.
    „Ihr seid doch beide völlig bekloppt.“

    vielleicht :lol:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 06.07.2008, 19:17


    So geil!!! Dalmon du musst einfach weiterschreiben!!!!!!!!!!!! Ich will wissen was Maora passiert und ob sie das Labor nun finden und... Ach schreib weiter!!!!!!!!!! :o :o :o
    _____________________________________________________
    Blut zu saugen, bedeutet sich die gesamte Existenz eines Wesen einzuverlieben....



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 07.07.2008, 11:05


    Oh wär das schön, endlich nemme so schnell zu frieren! :D



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 08.07.2008, 21:07


    Warum kommt hier nix mehr? *grübel*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 08.07.2008, 21:53


    Geht bald weiter. Bin nur gerade anderweitig in Anspruch genommen.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 08.07.2008, 22:49


    Was beansprucht dich denn so? :P :P :P
    _____________________________________________
    Blut zu saugen bedeutet, sich die gesamte Existenz eines Lebens einzuverleiben...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 14.07.2008, 18:09


    *heul*
    *jammer*
    *schnief*


    Ich hatte soooooooooooo sehr gehofft, dass ich nach 3 Tagen Abwesendheit wieder was Neues zum Lesen finden würde.

    *todtraurig bin*

    :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 14.07.2008, 18:49


    * ne bloddy mary reich* ich auch



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 14.07.2008, 19:19


    *Angelina die Bloody Mary aus der Hand nimmt und dran nippt*

    Keine Sorge, geht bald weiter. :wink:

    Zu wenig Zitrone drin. *Angelina das Glas reicht*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 14.07.2008, 19:45


    [~FA~] Dalmon von Treska hat folgendes geschrieben: Zu wenig Zitrone drin. *Angelina das Glas reicht*

    danke für den hinweis Dalmon, werd mir zukünftig noch mehr mühe geben :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 14.07.2008, 19:53


    Man ist stets gerne zu Diensten ;)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 15.07.2008, 10:11


    Tja.. die Geschmäcker sind halt verschieden *gg* Danke Nagakura, ich mag sie mit zu viel Zitrone nicht so sehr...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 15.07.2008, 14:09


    *trotzdem immernoch traurig bin*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.07.2008, 12:15


    ***

    In einem abgedunkelten, muffig riechenden Raum standen zwei Männer vor einer Wand kleiner schwarz/weiß Monitore und beobachteten ihre Gefangenen, die in völliger Dunkelheit in ihren Zellen auf dem Boden kauerten.
    Zwölf Zellen, zwölf Gefangene. Einige waren Menschen, einige Werwölfe und zwei waren Vampire.
    Alle Gefangenen hatten eines gemeinsam: Sie wurden gefoltert, um zum reden gebracht zu werden.
    Sie verband der Hunger. Einige der Gefangenen waren schon so lange dem Hunger ausgesetzt, dass sie halb Tod waren, sie bekamen gerade genug, um am Leben zu bleiben und den verlockenden Duft der Mahlzeiten zu riechen, die vor ihren Zellen aufgebaut worden waren.
    Die beiden Männer hinter den Monitoren waren unauffällig gekleidet, sie waren es mittlerweile gewohnt in allen belangen unauffällig vorzugehen.
    In ihrer Jugend – und vor ihrer Wandlung zu Lycanern – hatten sie einen anderen Kleidungsstil bewahrt, einen weniger diskreten.
    Baseballschläger, Bomberjacke und Springerstiefel: All das gehörte der Vergangenheit an.
    Sie waren nun Skinheads ohne Glatze. Neonazis.
    Nur wer sich ein wenig auskannte, durchschaute sie bei genauerem Blick immer noch.
    Gungnir, dass Oberhaupt des Rudels, pfiff in Wahrheit auf dieses Versteckspiel. Er tat nur, was andere, mächtigere Wölfe ihm befahlen, um alle Vorteile abzugreifen, die sich ihm boten.
    Auf seinem Oberarm prangte eine Tätowierung mit seinem Kampfnamen aus der rechten Szene:
    „German Terror88“. Die „88“ waren ein Zahlencode. Die „8“ bezeichnete den achten Buchstaben des Alphabetes: „H“. Zusammen stand die „88“ für „Heil Hitler.“
    Er bleckte sich die Lippen. Der Zufall hatte ihm diesen beiden Vampire ins Haus gespült – frisch aus den Gedärmen dieser Stadt. Er hatte sofort geschaltet und erkannt, dass die beiden Personen, derren Motorradunfall und Sturz in den Fluß andauernd in den Nachrichten gewesen waren, in die Kanalisation entkommen sein mussten – und damit in seinen unmittelbaren Machtbereich.
    Sie hatten an dem Überfall auf das „Bloodpack“ teilgenommen – so viel stand fest. Und sie hatten auch ihre Namen herrausgefunden. Yunfator und Maora – beides Mitglieder des Hauses der „Gefallenen Engel“.
    Sie hatten hin und wieder Kämpfe gegen sie ausgetragen, allerdings immer mehr zufällige, nie waren sie gegen sie geplant vorgegangen und nie wurden sie gezielt angegriffen. Die „Gefallenen“ waren ein aufstrebendes Haus, neureich sicherlich, aber bei weitem kein Gegner für das Bloodpack.
    Und trotzdem dieser dreiste Angriff auf die zentrale dieses mächtigsten aller Wolfrudel.
    Aber was war der Grund? Es musste einen guten Grund dafür geben, dass die Vampire so hart und vor allen Dingen so öffentlich angriffen. Normalerweise fanden Kriege außerhalb eines breiten öffentlichen Interesses statt, spielten sich in den Schatten der Nacht ab.
    Sein Stellvertreter, dessen wahren Namen er noch nicht einmal kannte, stand neben ihm.
    Alle nannten ihn schlicht: DMaschine. Wahre Namen spielten keine Rolle mehr, wenn man als Wolf und Neonazi im Untergrund von London lebte.
    Dmaschine ergriff das Wort:
    „Was sollen wir mit ihnen machen?“
    Gungnirs Stimme klang eher wie ein knurren:
    „Wir müssen mehr über ihre Pläne rausfinden. Wenn der Hunger nicht reicht, foltere ihn vor ihren Augen. Vielleicht bricht sein Schmerz ihr schweigen.“
    Dmaschine nickte und ließ seine Fingergelenke knacken.
    „Und wenn sie gar nichts wissen? Wenn sie nur kleine Rädchen im Getriebe sind?“
    „Dann sterben sie halt. Aber ich denke…“
    Gungnir zog einen kleinen Zettel mit den Insignien der Fallen Angel aus der Tasche…
    „… ich denke, wir haben unseren nächsten Kriegsgegner gefunden….“



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.07.2008, 12:34


    ***

    Er war noch nicht sehr lange Vampir und er kam noch nicht richtig mit der neuen Situation klar. Das Leben in der Nacht, die Gier nach Hunger, die Trennung von seinen Eltern, seinen Freunden… Und die Aussicht, dass er für den Rest seiner Existenz das Gesicht eines 17 Jahre alten Jungen haben würde, all dass hatte seine Wut genährt und der Zorn hatte ihn die Kraft gegeben, einen Racheplan zu schmieden. Refresher hatte ihn gewandelt, ihm keine Wahl gelassen, hatte ihn aus seiner Welt gerissen. Gewiss, die Vampire hatten ihn bei sich aufgenommen. Aber nicht umsonst. Dayaks, van Sciver, von Treska – sie alle hatten ihn unter Druck gesetzt, Leistung gefordert. Tu dies, tu das, lass das sein. Er spukte in Gedanken an sie aus.
    Sie nannten ihn „B-L-A-D-E“, weil er angeblich so ähnlich aussah wie ein Daywalker, mit dem Marcus van Sciver anscheinend Ärger hatte, als er in den Vereinigten Staaten lebte.
    Nein, ein Daywalker war er nicht. Er konnte nicht bei Tag durch die Gegend spazieren und Vampire töten. Aber das- genau das - würden andere für ihn tun. Auch sie waren keine Daywalker im eigentlichen Sinne. Sie waren Asher. Menschen, die durch die Asche von Vampiren kurzzeitig ihre Fähigkeiten erlangten und auch bei Tage wandeln konnten.
    Blade schaute sich um. Dort standen sie, unter einer Laterne und warteten auf ihn.
    Er lächelte und überquerte die Straße.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.07.2008, 13:10


    ***

    Während sich Queeny und Angelina vom Rande des Daches zurückgezogen hatten und leise flüsternd Karten spielten um sich die Zeit zu vertreiben, hielt Nagakura weiter Ausschau nach den Dealern und hoffte, dass die Asher als Köder funktionieren würden.
    Angelina wurde das Spiel allmählich öde und wollte gerade vorschlagen, die Jagd doch lieber wieder auf die Menschen zu konzentrieren, als Nagakura regelrecht zusammenzuckte und nach Luft schnappte.
    Queens Double blickte irritiert zu ihm.
    „Alles okay? Oder hast du was gesehen?“
    Nagakura griff ohne das Fernglas von den Augen zu lösen in seine Beintasche und fischte sein Handy heraus.
    „Queeny, schnell! Hilf mir!“
    Er warf ihr das Handy zu, als sie und Angelina an die Dachkante gerobbt kamen.
    Er fischte ein Kabel aus seiner Tasche und führte das eine Ende in eine Schnittstelle am Fernglas ein, reichte das andere Ende des Kabels Quenny.
    „Schließ es an das Handy an und aktiviere den Camcorder.
    Es ist Blade, der mit den Ashern spricht!“
    Angelina pfiff lautlos durch die Zähne.
    „Das kann doch nicht wahr sein..."



    Re: Kurzgeschichte

    Tortura Blonda - 16.07.2008, 14:31


    Endlich mehr... hab schon Entzugserscheinungen...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.07.2008, 17:52


    sooooooooooooo spaaaannend ^^



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 16.07.2008, 20:05


    *rundum glücklich ist*



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.07.2008, 22:27


    ***

    Das Taxi hielt in einer Seitenstraße unweit der alten Villa, die immer noch von der Polizei großräumig abgesperrt und von Presseteams umlagert wurde.
    Black Hawk stieg äußerst spärlich bekleidet aus und nickte dem Fahrer zu. Auch wenn er kein Familiar war, so stand dieses spezielle Taxiunternehmen doch auf der Gehaltsliste der Lycaner und die Fahrer waren clever genug, bestimmte Dinge einfach nicht wissen zu wollen.
    Hawk überquerte die Straße und betrat einen Zeitschriftenladen, nahm sich mürrisch einige der Tageszeitungen von diversen Stapeln, ohne den Gruß des Verkäufers zu erwidern.
    Stattdessen forderte er ohne ihn eines Blickes zu würdigen:
    „Zigarre“
    „Aber gern“.
    Der alte Mann öffnete einen Humidor, entnahm eine handgerollte Zigarre und schnitt die Zigarrenköpfe mit einer kleinen Taschenguillotine ab und reichte sie Hawk. Er hob sie an die Nase und atmete ihren Duft ein, während der Verkäufer ein Streichholz anzündete und ihm das Feuer reichte.
    Nach einigen Zügen war Hawk zufrieden und trat hinter den Tresen, wo ihm der Verkäufer eine Falltüre öffnete. Hawk stieg die Zigarre schmauchend eine Treppe hinunter und gelangte in einen Gang, der durch flackernde Neonröhren erleuchtet wurde und in dessen Mitte ein Golfcar auf ihn wartete. Er warf die Zeitungen auf den Beifahrersitz und trat aufs Gas. Mit einem Surren beschleunigte der Elektromotor und brachte ihn nach wenigen Augenblicken zu einer Stahltür, die am Fuße der Umzäunung der alten Villa einen Fahrstuhl verschloss. Die Zigarre im Mund und das Bündel Zeitungen unter dem Arm blickte er in eine der Kameras. Eine Minute später öffnete sich die Stahltür und Victoria stand ihm mit einem Bademantel in der Hand gegenüber.
    „Hawk, Gott sei dank, wir waren schon in Sorge…“
    Er trat ein, reichte ihr die Zeitungen und warf sich den Mantel über, während sie den Fahrstuhl per Knopfdruck nach oben in Gang setzte.
    Hawk band sich den Gürtel des Morgenmantels zu:
    „Wie schlimm ist es?“
    „Es gab 12 Tote und Dutzende verletzte Sterbliche. Ein Virus hat uns völlig lahm gelegt, den gesamten Großrechner. Sie haben ihn über einen unserer Laptops im Wohnbereich eingespielt, an der Firewall vorbei. Keiner der VIPs wurde auch nur verletzt, aber sie sind verärgert. Das Gebäude hat teilweise einiges abbekommen und die Presse belagert uns. Die Spurensicherung ist immer noch im Gebäude, aber wir konnten bereits einige der Angreifer zweifelsfrei identifizieren. Es war eine Gruppe, die sich die…“
    „Schon gut,“ knurrte Hawk. „Es waren die Gefallenen.“
    Victoria nickte. „Die Fallen Angels, genau. Wir haben die meisten von ihnen bislang gejagt, ich hätte nie gedacht, dass sie…“
    „Und weiter? Was gibt es noch neues?“
    Der Fahrstuhl hielt rumpelnd und die Tür gab den Weg in die Garage des Anwesens frei, die Hawk und Victoria durcheilten und in einen anderen Fahrstuhl umstiegen, der in den Wohntrakt führte.
    „Du hast Besuch von einem alten Freund. Er wartet in deinem Büro auf dich.“
    Hawk fuhr herum und funkelte Victoria mit zornerfüllten Augen an.
    „Wie kannst du es wagen, meine Gemächer irgendwem zugänglich zu machen? Wer ist es?“
    Victoria war kreidebleich mit dem Rücken an die Wand des Fahrstuhls gerückt:
    „Er hat seinen Namen nicht…“
    Die Tür öffnete sich und Hawk war außer sich vor Zorn mit einem Sprung aus dem Fahrstuhl verschwunden. Er jagte während des Laufens die schmerzhafte Wandlung zum Wolf vollführend auf die Doppeltür seines Büros zu, stieß sie auf und sprang blind vor Wut auf den dunkelhäutigen Mann, der hinter seinem Schreibtisch saß und mit den Beinen auf dem Tisch seine Unterlagen lass.
    Doch anstatt ihm die Zähne in den Rachen zu schlagen, fand er sich urplötzlich im Würgegriff des ihm unbekannten Mannes wieder, der ihn am ausgestreckten langen Arm spöttisch grinsend so stark die Luft abdrückte, dass Hawk beinahe Schwarz vor Augen wurde. Hawks Krallen fetzten über den Arm des Unheimlichen, doch sie schienen seiner Haut nichts anhaben zu können.
    Mit einer lässigen Armbewegung schleuderte der Fremde Hawk schmunzelnd gegen die Wand über einem Sofa, auf dem er nach Luft schnappend liegen blieb.
    Der Fremde trat lächelnd vor ihn und entblößte seine Brust.
    Tom Perish trug auf der Brust das Siegel des Rates der Lycaner.
    Black Hawk kniete vor ihm nieder, beugte das Haupt und klemmte demütig seinen Wolfsschwanz zwischen seine Beine.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 18.07.2008, 22:52


    es wird wieder Spannend :)



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 22.07.2008, 23:18


    schon wieder vorbei??? jetzt ab ich so lange getrauert und nu? nix passiert, außer das hawki was auf die 12 kriegt... :( :( :(
    _______________________________________________________
    Blut zu Sauge bedeutet sich die gesamte Existenz eines Lebesn einzuverleiben...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.07.2008, 10:57


    Da ich derzeit nicht die Zeit habe, die Kurzgeschichte fortzuführen,
    hier aber auch keinen unnötig warten lassen möchte, erkläre ich das Projekt bis auf weiteres als beendet.

    Sollte jemand interesse haben, steht es ihm gerne frei, die Geschichte weiter zu schreiben.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.07.2008, 13:26


    Ich kann warten :)
    Muss ich mich halt mit zweitklassiger Literatur abfinden.



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.07.2008, 13:41


    :shock: :shock: :shock: :cry: :cry: :cry:
    Ich kann auch warten...

    Aber bitte schreib weiter... ich mein jetzt wo du dein Konzept fertig hast, wäre es doch schade, wenn das keiner zu lesen bekäme!!

    ist jedenfalls meine Meinung. ich denke mal, da werden mir alle zustimmen...

    Häng ich mich halt wieder an die Romane von Lara Adrain, jeder der die Mischung: Knisternde Erotik, dunkle Geheimnise, sexy Vampire und Krieg mag, sollte mal reinschauen...
    ________________________________________________________
    Blut saugen bedeutet sich die gesammte Existenz eines Lebens einzuverleiben...



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.07.2008, 14:08


    AAAHHHRRGGG!!!!!!!!!!!!!!!!
    *ohnmächtig umfall*
    :shock:
    *heul* *schnief* *jammer* *winsel
    :cry:
    Traurig bin..... ich hasse Storys die einfach in der Mitte aufhören. *schmoll*
    :(



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 23.07.2008, 14:45


    stell dir einfach vor das wärn Film im TV un es is grad Werbung :lol:



    Re: Kurzgeschichte

    Anonymous - 29.07.2008, 18:07


    Was bleibt uns schon übrig???
    _____________________________________________________
    Blut zu saugen bedeutet sich die gesamte Existenz eines Lebens einzuverleiben.



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    Bedeutung der Ränge im Clan - gepostet von Angelina da Luna am Freitag 09.05.2008



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