Orpheleus - Schatten

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    Re: Orpheleus - Schatten

    Nishtimelech - 10.06.2008, 22:53

    Orpheleus - Schatten
    Und die Geschichte meines depressiven Barden gleich hinterher^^

    ----------

    Das Lächeln eines rothaarigen kleinen Mädchens, dann Dunkelheit. Kichernde Stimmen. Er öffnete langsam die Augen und blickte an die Zimmerdecke. Es war Sommer, Mitte Juli, selbst nachts sanken die Temperaturen kaum. Ihm war eiskalt. Eine fast abgebrannte Kerze flackerte auf dem Tisch neben ihm. Minutenlang starrte er ratlos und mit abwesendem Blick in die Flamme, seine Gedanken leer und unbestimmt. Fetzen von Erinnerungen versuchten die Leere zu füllen, der Dunkelheit ein Bild zu geben, zu verstehen. Eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm, die ihm zum Abschied zuwinkte. Eine Gruppe von Abenteurern, ein düsterer unheimlicher Ort. Ignorierte Warnungen. Ein Weg ins Ungewisse. Licht. Zerstörung. Tod. Eine Stimme. Dunkelheit.
    Er setzte sich auf und schloss die Augen wieder. Als wäre seine Erinnerung einfach abgerissen. Sie hatten ihn gefunden. Elf Jahre waren vergangen. Elf Jahre, so lang wie ein einziger Augenblick und gleichzeitig wie die Ewigkeit. Elf Jahre ohne Erinnerungen. Die Kerze flackerte wieder. Ein Schatten huschte an der Wand entlang. Er zuckte zusammen, sein Blick auf die Wand gerichtet. War das nur Einbildung gewesen? Der Schein der Flamme wurde stärker, spiegelte sich in den Fenstern. Angespannt fixierte er die Wand hinter der Kerze, wo der Schatten verschwunden war. Nichts. Langsam wich die Anspannung aus seinem Körper. Hier war nichts. Er wollte sich gerade abwenden, als sein Blick noch einmal auf die Kerze fiel. Für einen Moment war er wie gelähmt. Das Feuer war erloschen. Und doch war es nicht dunkel geworden.
    Ein eisiges Gefühl stieg aus den Tiefen seines Unterbewusstseins auf, zu schwach für eine Erinnerung, aber stark genug, um etwas in ihm zu wecken. Angst. Qual. Und wieder diese Stimme. Endlich habe ich dich gefunden. Zitternd presste er sich an die Wand, die Bettdecke fest umklammert. Aus den Schatten löste sich eine Gestalt, die ihm seltsam vertraut war. Er schloss die Augen wieder, wollte nicht sehen, nichts mehr fühlen. Die Stimme der Schattengestalt durchdrang die Dunkelheit seiner Gedanken. Hast du Angst? Ein leises, höhnisches Kichern. Hast du wirklich geglaubt, es wäre vorbei? Törichter Mensch. Es kostete ihn einige Überwindung, wieder hinzusehen. Ein Feuerschein ließ die Schatten verblassen, eine blutrote Flamme brannte in der Luft. Er konnte den Blick nicht mehr abwenden, die lodernden Funken fesselten sein Bewusstsein. Die Form der Flamme veränderte sich, wurde zur Andeutung eines Körpers, die entfernte Schrecken wachrief, ein schwaches Abbild eines Gefühls, an das er sich nicht mehr richtig erinnern konnte. Arme leidende Seele, deine Verzweiflung macht uns nur noch stärker. Die Flamme glühte auf, und er glaubte fast, eine Hitze zu spüren, die kein Feuer der Welt erzeugen konnte. Es gibt keine Rettung mehr für dich. Er wird dich finden, du kannst ihm nicht entkommen.
    Kälte. Grenzenlose, tiefdunkle Kälte. Er lag auf einem Steinboden, über ihm ein schwarzer, erdrückender Schatten. Er blickte auf. Undeutlich sah er die Konturen eines Kriegers, wie durch einen Nebelschleier. So lange habe ich gewartet. Er war es. So lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Er war die Stimme. Die Stimme, die ihn jede Nacht in seinen Träumen quälte. War das ein Traum? Oder eine verschüttete Erinnerung, die sich aus seinem Unterbewusstsein nach oben kämpfte? Der Krieger kniete sich neben ihn, seine goldenen Augen funkelten erwartungsvoll. Du hast etwas, das mir gehört. Eine kalte, geisterhafte Hand strich ihm durch die Haare. Ich will es haben, und ich werde es bekommen. Der letzte Satz war kaum mehr als ein Flüstern, sanft und bedrohlich. Hinter dem Krieger bewegte sich etwas, er konnte nichts erkennen, doch er wusste, dass es die Schatten waren, diese Schatten. Jeder Laut, den sie von sich gaben, riss winzige Löcher in den Schleier, der über seinen Erinnerungen lag, setzte Bruchstücke frei, die kein Ganzes ergeben wollten. Für einen Moment sah er seine Familie vor sich, glaubte die Freude seiner Tochter, die liebevolle Umarmung seiner Verlobten zu spüren, dann wurde das Bild dunkler und das Lachen der Schatten erstarb. Alles, was blieb, war Stille.
    Irgendwo in der Ferne erklang der Schrei eines Vogels. Verwirrt schaute er sich um. Er brauchte ein paar Sekunden, bis ihm bewusst wurde, dass er immer noch in seinem Zimmer war. Die Flamme war verschwunden. Er fühlte den weichen Stoff der Decke in seinen Händen, ein Gefühl, das ihn nur unwesentlich beruhigte. Es war keine Einbildung gewesen. Die Kälte, die Verzweiflung und die Schatten, all das war zu stark, zu wirklich gewesen. Erst jetzt bemerkte er, wie heiß es in seinem Zimmer war, nichts Ungewöhnliches um diese Jahreszeit, aber die Hitze hielt die Erinnerung an die Flamme zu sehr lebendig. Ein wenig benommen griff er nach dem Dolch, der auf dem Tisch neben der Kerze lag, und ging langsam auf die Tür zu, die zum Balkon führte. Er musste weg von hier, egal wie, obwohl er wusste, dass ihm das nicht helfen würde. Sie würden ihn nicht gehen lassen. Es gab keinen Ausweg mehr. Irgendwo warteten sie auf die nächste Gelegenheit. Es war noch lange nicht vorbei. Es würde nie vorbei sein, bis sie entweder bekamen, was sie wollten, oder bis sie seine Seele endgültig zerfetzt hatten. Es war nur eine Frage der Zeit. Das wusste er. Auch wenn er befreit worden war, vor fünf Jahren, auch wenn sie ihm noch so oft sagten, dass er in Sicherheit war, dass er nichts mehr zu befürchten hatte. Er wusste es besser.
    Die Nachtluft war nur unwesentlich kühler als die Luft in seinem Zimmer. Ihm war schwindlig, und er wusste nicht, ob das an der Hitze lag oder an der Gewissheit, dass er keine Chance gegen die Schatten hatte. Hilflos hielt er sich am Geländer fest; er fühlte sich so schwach, dass er kaum bemerkte, wie sehr er zitterte. Es war aussichtslos. Niemand konnte ihm mehr helfen. All seine Sinne waren bis zum äußersten gespannt, achteten auf das kleinste Geräusch und die winzigste Bewegung, doch das einzige, was er wahrnahm, war der Wind auf seiner schweißnassen Haut. Nur langsam schaffte er es, das Geländer loszulassen. Seufzend schloss er die Augen und lehnte sich gegen den warmen Stein. Er wusste, was ihn während der restlichen Nacht erwarten würde. Dieselben Alpträume wie immer. In einem unbewussten Versuch, sich abzulenken, nahm er den Dolch von einer Hand in die andere, beobachtete das Mondlicht, das sich in der Klinge spiegelte. Eine beruhigende Wärme durchströmte ihn, während er den Dolch weiter drehte, und ihm kam ein Gedanke. Es gab noch diesen einen Weg. Eine Wolke verdeckte den Mond und ließ das Licht auf dem Dolch verschwinden. Er lächelte. Es war eigentlich so einfach.

    -Ende-



    Re: Orpheleus - Schatten

    Ult1L0rD - 11.06.2008, 23:36


    aaaah, ne is klar, das les ich JEZ nichtmehr xD



    Re: Orpheleus - Schatten

    Nishtimelech - 12.06.2008, 08:15


    Was wie wo? Was liest du nicht mehr? Und warum nicht? O_o



    Re: Orpheleus - Schatten

    Ult1L0rD - 13.06.2008, 14:41


    Wah, hab versäumt, dass die uhrzeit nicht mit angezeigt wird vom post >.<
    es war 1:30 und ich hatte nächsten tag schule, was 6:30 aufstehen bedeutet ;)
    und da hatt ich nicht mehr so die motivation diesen text, sowie den anderen langen zu lesen, weiter nichts.
    Jez kann ichs lesen^^ (14:41 Uhr)



    Re: Orpheleus - Schatten

    Lina - 20.06.2008, 11:42


    hui ö.ö also ich muss sagen... nich schlecht, nishti!!~



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