Manah - Kindheit

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    Re: Manah - Kindheit

    Nishtimelech - 10.06.2008, 22:52

    Manah - Kindheit
    Ist mir jetzt erst aufgefallen, dass ich das hier noch gar nicht gepostet habe /sry

    Eine Szene aus Manahs Kindheit in Lighthalzen.

    ----------

    Sie hatte keine Zeit gehabt, sich etwas anzuziehen, und nun kroch die Kälte langsam unter ihr viel zu dünnes Nachthemd. Das Tuch, das sie am Fensterrahmen ihres Zimmers im dritten Stock festgebunden hatte, flatterte im Wind hin und her, und es erschien ihr wie ein Wunder, dass sie es überhaupt geschafft hatte, nach unten zu klettern. Ihre Arme schmerzten von der Anstrengung, aber sie achtete nicht darauf. Sie musste weg von hier, weg von diesem riesigen Haus, das ihr in der Dunkelheit immer mehr wie ein furchtbares Monster erschien. Die Stimme ihrer Mutter hallte in ihrem Kopf wider. "Sei ein braves Kind und bleib in deinem Zimmer." Ziellos irrte sie durch die Straßen, begleitet von Geräuschen, die sie nicht hören und Schatten, die sie nicht sehen sollte. In der perfekten Welt, vor der sie zu fliehen versuchte, existierte das alles nicht, durfte nicht existieren. In der perfekten Welt hatte man ein braves Kind zu sein und nachts in seinem Bett zu bleiben und so zu tun, als gäbe es keine Geräusche und keine Schatten. Dort bestimmten nur die Stimmen, die ihre Eltern sein sollten, was es gab und was nicht.
    Aber sie sind nicht deine Eltern, sagte eine andere Stimme, und sie wandte sich um und blickte in tiefste Dunkelheit. Ihr Herz schlug schneller, als die verzerrten Schatten auf sie zukamen, und dann tauchte der Mond hinter den Wolken auf und sie sah wieder nur die viel zu perfekten Straßen einer viel zu perfekten Stadt. In der Ferne hörte sie die Motoren des Luftschiffs, eine leise Ahnung von Freiheit. Aber ein Kind hatte mitten in der Nacht nichts am Flughafen verloren, und sie wusste, dass sie eingesperrt war in den Mauern dieser Hölle, die für ein braves Kind das Paradies zu sein hatte.
    Sie lief schneller, begann zu rennen, ohne zu wissen, wohin sie wollte. Zurück wollte sie auf keinen Fall, aber sie musste von hier verschwinden, irgendwohin, bevor jemand sie finden konnte. Ansonsten würde sie in ihren wohlbehüteten Alptraum zurückkehren und zukünftig mit der Gewissheit leben, dass jeder wissen würde, dass sie der Fehler im System war. Dass sie die seelenlose Perfektion störte, weil sie die Dinge sah und hörte, die in der perfekten Welt nicht akzeptiert wurden.
    Als sich der Geruch der Bäume veränderte, sah sie sich um und bemerkte, dass sie die Mauern der Stadt schon hinter sich gelassen hatte. Der Boden war weicher, unebener, natürlicher, und die Häuser, deren Lichter ihr aus der Ferne entgegenstrahlten, standen in keiner erkennbaren Ordnung zueinander. Zum ersten Mal, seit sie ihr Zimmer verlassen hatte - seit sie überhaupt dazu gezwungen wurde, in dieser verfluchten Stadt zu leben - fühlte sie sich sicher. Bis hierher waren ihr die Schatten gefolgt, aber jetzt wusste sie, dass sie nicht der Grund für ihre Angst waren. Die Geräusche um sie herum waren klarer, lebendiger, und sie ging auf die Lichter zu. Erst jetzt fühlte sie, wie müde sie war. Der Wind war kälter geworden, und das taube Gefühl in ihren Beinen nahm immer mehr zu.
    Schließlich hatte sie die Häuser fast erreicht. Ihre Schritte wurden langsamer, bis sie stehen blieb, zitternd vor Kälte und unfähig, auch nur ein paar Meter weiter zu gehen. Sie ließ sich gegen einen Stapel alter Holzkisten sinken, schloss die Augen und dachte ein letztes Mal an ihr altes Leben zurück, bevor sie vor Erschöpfung einschlief.

    -Ende-



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