Geschichten unter dem Dreiviertelmond

Die letzten Kinder des Roten Mondes
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  • Forum: Die letzten Kinder des Roten Mondes
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    Re: Geschichten unter dem Dreiviertelmond

    aalisha - 09.06.2008, 21:23

    Geschichten unter dem Dreiviertelmond
    Ausgefuchst
    by Speaks-with-Courage (2004)

    Der von Wundbrand und Maden zerfressene Kadaver eines Hirsches verbreitete einen bestialischen Gestank, eine Mischung aus Leichengeruch und dem bedrohlichen Aroma von Blausäure. Etwas hatte dem Tier die Sehnen an allen Gliedmaßen zerfetzt und dann mit Klauen oder Zähnen die Augen aus den Höhlen gerissen.

    Am Anfang der Jagd hatte Roland noch gezweifelt... Silberlied, der Galliard, der Falkner des Mondes, dem Silberfangrudel, bei dem er untergekommen war, musste doch sicher symbolisch gesprochen haben. Böse Geister hatte er erwähnt, Geister, die in die reale Welt übertreten könnten um grausige Taten zu begehen. Diese Vermutung wich aber sehr bald dem ganz klarem Verständnis, dass es tatsächlich Wesen auf dieser Welt gab, die bestenfalls in Horrorfilmen etwas zu suchen hätten.

    Und eines dieser Wesen sollte Roland nun aufspüren und niederstrecken - ihm war dabei mehr als mulmig, denn die Fotos, die Silberlied ihm gezeigt hatte, zeigten wahre Abscheulichkeiten - so verwackelt sie auch waren, vielleicht tat die Unschärfe sogar nur ihr übriges, um die schleimigen Monster aus Knochen und Zähnen noch unirdischer aussehen zu lassen.

    Der Welpe würgte. Das Ganze war ein bischen viel für einen vierzehnjährigen Sohn einer Adelsfamilie (auf die er trotz des intensiven Zuredens seiner Rudelgefährten noch immer nicht stolz war). Er versuchte seine Finger zu entspannen, damit er schnell reagieren könnte, sollte sich die Lage als bedrohlich erweisen; und begann, im Umkreis des Kadavers nach Spuren zu suchen.

    Die kleinen Krallenspuren im weichen Lehm hätten gut von einem Dachs oder einem Hund stammen können... die silbrig glänzende Schleimspur, von der ein süßlicher Geruch irgendwo zwischen Kühlschrank und Erbrochenem ausging, aber wohl eher nicht! Er hatte endlich eine Fährte gefunden, die frischer war als die anderen im Gebiet. Er würde das Monster finden.

    Der etwa einen Fuß breite Schleimfilm zog sich fast durchgängig entlang der Fährte, Roland wagte nur zögerlich zu Mutmaßen, was genau die Spur hinterließ... der Bauch? Drüsen? Speichel? Seine Gedanken wurden schlagartig unterbrochen als der Wind drehte und ihm aus der Richtung, aus der die Spur hinter einem kleinen Hügel verschwand, ein beißender Chlorgeruch entgegenschlug - mitten im Wald!

    Die wilde Mülldeponie, zu der die glitzernde Spur führte, war ein schockierender Anblick. Neben einigen gelben Säcken mit Hausmüll und etwas Bauschutt hatte irgendjemand hier Chemieabfälle verklappt, ringsum waren die Bäume eingegangen und schwarze, mit neongelben Totenköpfen beschriftete Plastikkanister lagen kreuz und quer verstreut zwischen den Müllsäcken. Mehrere von ihnen waren bedrohlich aufgebläht, viele andere waren offenbar schon in der Sommerhitze der letzten Wochen geborsten.

    Das röchelnde Schlürfen, das aus einem Erdloch am anderen Ende dieses Schandflecks drang, zog Rolands Aufmerksamkeit auf sich, und langsam - große Bögen um die prallen Gefahrgutkanister machend - ging der Junge auf das Loch zu. Mit einem lauten, erst zögerlichen, dann bestimmten ‘schhhhhhhhhinggggg’ zog er das Rapier aus der selbstgebastelten Scheide an seinem Gürtel. Das Schlürfen erstarb, um bald von einem Scharren, einem schleimigen Röcheln und feuchtem Klatschen ersetzt zu werden. Es schien näher und näher an den Ausgang des Erdlochs zu kriechen.

    Roland taumelte erschrocken ein paar Schritte nach hinten, verlor dabei beinahe seine Waffe. So etwas hatte er nicht erwartet! Diese... Kreatur war ein unglaublich scheußliches Etwas, das selbst in seinen grausamsten Alpträumen nicht hätte existieren dürfen. Es kroch fast wie ein Waran oder eine Echse auf tatzenbewehrten Beinen, die wegen Arthrosen, nässenden Wunden und Gicht fast nicht als solche erkennbar gewesen wären. Sein aufgedunsener, von ledriger Haut bedeckter Bauch pulsierte, als würde sich etwas darin rühren. Ein paar wenige Fetzen dessen, was wohl einmal das rostrote Fell des Tieres gewesen war, klebten noch an dieser Unterhaut, die einen glitschigen, silbrigen Schleim abzusondern schien. Etwas weiter oben war das Fell noch dichter, wenn auch von eitrigen Geschwüren durchsetzt, die große Büschel von Haaren zu stinkenden Knäueln verklebten. Die Lunte des Wesens war zu einem knorrigen, unbrauchbaren Glied degeneriert.

    Auf dem Hals, der etwas zu lang und dürr schien und auf dessen Oberseite zwei knochige Dornen die Haut durchstachen, saß der gräßliche Kopf der Kreatur, die sich mit etwas Phantasie als ehemaliger Fuchs bezeichnen ließ. Das Fell an den Ohren war komplett ausgefallen, die Blutgefäße pulsierten unheilsvoll unter der gräulichen Haut, als könnten sie jederzeit platzen. Auf der Stirn des Wesens klaffte eine Wunde, durch die man eine Art drittes Auge auf der darunterliegenden, von Blut und Eiter umgebenen Hirnmasse liegen sehen konnte - es schien sich sogar zu bewegen. Die beiden ursprünglichen Augäpfel der Bestie waren trübe und aus den Tränendrüsen siffte eine schwarze, zähflüssige Masse. Aber das Erschreckendste waren die gut zehn Zentimeter langen Zähne des besessenen Tieres, die sich durch die vom Wundbrand zerfressenen Lefzen der gegenüberliegenden Kiefer bohrten und das Maul grotesk weit gespreizt hielten.

    Mühselig das Rapier wieder fester greifend, und leise fluchend, dass er nur eine Stich- und keine Hiebwaffe, wie einen Säbel besaß, begann der junge Garou sich der Kreatur anzunähern, die ihn bald darauf giftig anfauchte und eine drohende Haltung annahm, die blinden Augen bläulich glühend, das dritte in einer brodelnden Suppe aus Blut und Eiter schwimmend und auf Roland fixiert.

    Degenwulf stach zu....



    Re: Geschichten unter dem Dreiviertelmond

    aalisha - 09.06.2008, 21:24


    Remembrance
    by Folgt-dem-Wind (2004)

    Nicht mehr da... niemals mehr... niemals wieder...

    Der nasskalte Herbstwind wehte Dean die Haare in sein Gesicht. Er bemühte sich nicht sie wegzustreichen, nahm es nicht einmal wirklich zur Kenntnis. Seine Augen brannten. So lang schon starrten sie ziellos ins Leere. Jedes Gefühl für Zeit war längst in dem dämmerigen Zwielicht versunken, dass sich wie ein Schwamm in seinem Inneren ausbreitete und alle Gefühle gierig in sich aufzusaugen schien. Nicht mehr da... So oft waren diese Worte durch Deans Verstand gezogen, dass sie ihm fast wie ein vertrautes Mantra erschienen. Ein Mantra, an dem man sich festhalten konnte. Wenigstens irgendein Halt. Etwas, das ihn davor bewahrte, nicht in die Schwärze zu versinken, die am Rande seines Verstandes waberte. “Komm doch, lass dich fallen, einfach fallen, es ist so leicht, gib doch einfach auf” schien sie ihm zuzuflüstern. Das erste mal seit Stunden kniff Dean die Augen fest zusammen, schüttelte leicht den Kopf. Ein leises Keuchen kam über seine Lippen. Sobald er die Augen geschlossen hatte waren sie wieder da. Die Bilder! Die Augenblicke, die sich wie aus Feuer in sein Gedächtnis gebrannt hatten. Kampflärm! Knurren und Schreie! Dunkelheit, nur leicht von Lunas sanfter Hand berührt und die im Kampf sich gegenüberstehenden Gestalten, die sich im Zwielicht abzeichneten. Vier von ihnen in den majestetischen Kriegsgestalten der Garou. Die anderen bizarre Karikaturen menschlicher Körper, mit grauer, ölig schimmernder Haut, Dornen und Furunkel überzogen, die Extremitäten, die sich zuckend und sich windend gegen die Krieger Gaia zur Wehr setzten grotesk verlängert. Der Kampf dauerte nicht lang. Schnell waren die Fomorer besiegt. Doch war dies ein blosses Kinderspiel gegen das, was dann zwischen den Bäumen hervorbrach. Wieder schüttelte Dean den Kopf, als könne er den Anblick so aus seinem Gedächtnis herausjagen. Doch das Unvermeidliche folgte, so wie es die ganzen letzten zwei Tage über gewesen war... Der Kampf gegen die Bestie schien ewig zu dauern. Plötzlich wurde Dean von einem der dornenbewehrten Tentakel der Bestie getroffen und einige Meter weit nach hinten geschleudert. Benommen sah er Hunts-with-laughter nach vorn stürzen, gerade auf den Tentakel der Bestie zu, der gerade auf Dean niedergestürzt war. Ein singendes Aufblitzen seiner Klaive und einer der schuppigen Arme der Kreatur fiel zu Boden. Blitzschnell ließ er sich zur Seite fallen, rollte sich unter einem anderen der um sich schlagenden Tentakel weg und näher auf die Bestie zu. Alles ging in Bruchteilen von Sekunden vor sich und trotzdem streckten sie sich in Deans Erinnerung zu endlosen Ewigkeiten. Hunts-with-laughter sprang hoch, ließ die Klaive in einem Bogen aus silbernem Licht um sich kreisen und schlug sie der Kreatur mit einem wilden Schrei tief in die Brust hinein. Das Ding kreischte auf, begann ziellos und wild um sich zu schlagen. Hunts-with-laughter sprang zurück, doch zu spät. Einer der riesigen Dornen traf ihn mit einem mächtigen Schlag in den Rücken, einen Moment, bevor die Bestie leblos in sich zusammenfiel....

    Hunts-with-laughter stand dort, bewegungslos. Ein fast ungläubiger Ausdruck zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Sein Blick traf den von Dean. Starr vor Schrecken blickte Dean auf seinen Gefährten. Dunkle Flecke begannen sich auf dem Brustfell des Galliards abzuzeichnen. Ein dünnes Rinnsal Blut erschien auf den Lippen des Garou, als seine Beine zu zittern begannen. Endlich befreit von dem lähmenden Schrecken rannte Dean auf ihn zu, konnte Hunts-with-laughter gerade noch auffangen, als seine Beine nachgaben und er stürzte. Nur einen Moment später starb er in Deans Armen. Langsam füllten sich Deans Augen mit den Tränen, die er seit Laughters Tod nicht hatte weinen können. Endlich zerbrach das bleierne Band, das sich seit jenem Moment um seine Brust gelegt hatte und der Schmerz um seinen verlorenen Rudelbruder, der fast in der Lethargie der Hoffnungslosigkeit untergegangen wäre, brach sich Bahnen. Dean schlug die Hände vors Gesicht, fiel nach vorn auf seine Knie. Ein bitteres Brennen rann seine Kehle hinauf und einen Moment später verließ ein klagendes Heulen die Kehle des roten Wolfes, zu dem er wurde. Die einsame Stimme klang lang und klar in den Schluchten und Hängen wieder.

    Schließlich verstummte Dean. Ein tiefes Seufzen verließ seine Brust. Der Schmerz war immer noch präsent, aber es war ihm, als wäre das zentnerschwere Gewicht von seinen Schultern genommen. Als könnte er endlich wieder in die Zukunft blicken ohne zu verzweifeln. Noch einmal schloss er die Augen. Nein, er war nicht der einzige, der jemanden verloren hatte. Und er war nicht der einzige, der Hunts-with-Laughter einen Bruder genannt hatte. Es wurde Zeit, dass er sich endlich zusammenriss und sich nicht wie ein Welpe vor der Welt versteckte. Dean erhob den Kopf. Die dunklen Wolken hatten sich gelichtet und waren jetzt in das gelb-rote Licht der Abendsonne getaucht. Ein Windhauch ging durch die Bäume und ließ einen Tanz aus herbstlich glitzernden Blättern über den Himmel ziehen. Nein, er würde sich nicht besiegen lassen. Noch nicht! Nicht solange noch Hoffnung für Gaia bestand. Dean sprang auf und begann in schnellen Sätzen in Richtung des Caerns zu laufen. Heute Nacht würde er endlich wieder an dem Platz sein zu dem er gehörte. Bei seinem Rudel. Und er würde die Geschichte seines Bruders erzählen, um ihm endlich die Ehre zu geben, die er verdiente.
    Die Geschichte von Hunts-with-laughter, Galliard der Fianna.



    Re: Geschichten unter dem Dreiviertelmond

    aalisha - 09.06.2008, 21:25


    Nacht der Tränen
    by Loneworld (2004)

    Ein unbekannter Galliard erzählte einmal diese Geschichte, als er die Nacht in einem Caern verbachte, in dem viele Garou ein ignorantes Verhalten an den Tag legten:

    “David saß am Lagerfeuer und lauschte den Geschichten, die Morgenröte erzählte. Um ihn herum hatte sich sein Rudel mit ihren Spielgefährten versammelt. Sie waren heute siegreich gewesen und hatten erneut die Tänzer zurückgeschlagen. Heute Nacht sollte gefeiert werden, denn diesmal war der Sieg viel besser ausgefallen als zuvor. Und jeder anwesende Garou verlor sich in den Geschichten ihrer begangenen Heldentaten. Die Bastarde und ein paar Blutsgeschwister waren zur Wache eingeteilt, sodass alle Garou feiern konnten.

    Niemand maß dem langsam aufziehenden Nebel eine Bedeutung bei und keiner hörte die lautlosen Schreie der Wachen. Niemand lauschte den Geistern, die panisch um Hilfe riefen: alle waren gefesselt durch die brillante Erzählung des Galliard der Red Tallons. Der Nebel trug einen süßlichen Geruch von faulendem Fleisch mit sich und erschwerte die Atmung, wie die Sicht und alle nahmen ihn erst bewusst wahr, als er die Worte von Morgenröte verhüllte und undeutlich werden ließ.

    Voller Schrecken bemerkten die Krieger Gaia’s die Heimtücke mit der der Feind diesmal zugeschlagen hatte, denn sie konnten einander nicht mehr sehen. Aus dem Nebel heraus schnitten Klauen durch die entsetzte Schar, und verschwanden wieder, blutige Leichen zurücklassend. Die Garou heulten im Zorn auf und schlugen auf die Schatten ein sobald sie ihrer gewahr wurden. Blutig und lange dauerte die Schlacht, denn die Gegner mussten sich erstmal zeigen. David hatte sein Rudel zusammengerufen und stand mit all seinen Untergebenen Rücken an Rücken, einen Kreis bildend, der ihre Partner schützte. Er rief jeden seiner Freunde dazu auf, nicht dem Rufen der Schlacht zu folgen und den Roten Schleier zurückzudrängen, wusste er doch, dass so ihre Partner ihr Leben verwirkt hätten. Randall rief ihr Totem, doch der Nebel verschluckte auch die spirituelle Verbindung, er kappte die Garou vom Umbra und ihrer Unterstützung ab. Das einzige Geräusch, das durch den Nebel nicht gedämpft wurde waren die Todesschreie der mutigen Krieger Gaias. David verlor immer weiter die Kontrolle über sein Rudel, sie alle wurden durch die Schreie in den Wahnsinn getrieben. Immer wieder brach der Ring zusammen und jedesmal wurde er kleiner bis schließlich nur noch David Randall und Freudiger Wind übrig waren und sich gegen die Schatten zur Wehr setzten. Sie alle bluteten schon aus tiefen Wunden und beteten zu Gaia und Luna um die Kraft, dieses Gemetzel zu überstehen. Stunde um Stunde verging in erbitterter Verteidigung des Platzes um das Feuer, völlig ausgelaugt schlugen sie weiter auf die immer wieder auftretenden Schatten ein, doch dann klarte das ganze Bild plötzlich auf, und noch während David seinen letzten Schlag führte erkannte er das Gesicht von Harald, einem Rudelmitglied, welches im Nebel den Kreis verlassen hatte... Er versuchte den tödlichen Hieb abzubrechen, doch war er zu langsam und schwach um seine eigene Klaue zurückzureißen und sah nur noch das Erkennen in Haralds Augen bevor diese erloschen.

    Auf dem Versammlungsplatz krümmten sich noch einzelne Garou, andere standen schwer atmend und realisierend auf der nun wieder lichten Fläche. Doch viele der Verteidiger waren unter ihren eigenen Klauen gefallen. Zu viele um den Caern vor einem Angriff zu schützen und alle stehenden Überlebenden stießen ein ohrenbetäubendes Geheul der Trauer an. Ein Ton voller Selbstvorwurf ob ihrer eigenen Ignoranz erfüllte den gesamten Wald. Alle Blutsverwandten waren unter ihren Klauen gefallen, denn der Nebel hatte verhindert, dass sie einander erkannten...

    Die Klage um die Toten und die Warnung vor dem Nebel wurde laut in alle Windrichtungen verstreut... So hatte eine Nacht geschafft, was Jahre der Belagerung nicht erreicht hatten...

    Ihr wollt wissen, ob der Caern dem nächsten Angriff standhielt? Nun, das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden...”



    Re: Geschichten unter dem Dreiviertelmond

    aalisha - 09.06.2008, 21:26


    Racoons Torch
    by Tibor aka Merciful Hunter who slides on the Ice

    Lasst mich nun beginnen mit meiner Geschichte, die ich euch zu erzählen habe. Vor noch wenigen Monden, es müssen derer ein Dutzend gewesen sein, begab es sich, dass ein Himmelskörper, leuchtend wie die Augen des Fenris bei Nacht, seinen Schweif über das Firmament ziehen ließ. In eben jener sternenklaren Nacht, die mich so sehr an die Heimat erinnerte, war das Rudel Rakoons Torch von Flash auf das Dach des zweiten Turms des Welthandelszentrums gerufen worden. Der Grund dieser Zusammenkunft wurde ihnen zunächst verschwiegen. Doch schon bald, nachdem der Komet aufgetaucht war, löste sich ein Teil dieses und stürzte mit ungeheuerlicher Geschwindigkeit gen Erde. Der Schein des Splitters war, als hätte Gaia selbst alle Farben, die sie je geschaffen in , um diese als glitzernden Staub im Licht des gleiten zu lassen. Einen Augenblick hielten sie alle inne, um dieses, ja dieses wahrhaftige Wunder zu betrachten.

    So wurde ihnen dann die Aufgabe zugetragen diesen Splitter im Namen Gaias zu finden und herzubringen. dass Kräfte des Wyrm vor Kurzem in dieses Gebiet eingedrungen waren. Natürlich konnten sie nur auf der Suche nach dem Stein sein. Der Leitwolf entschied, den Feind, der überall seine Wachen aufgestellt hatte nicht sofort anzugreifen. So beschworen die Katze und „Erzieht die Schande“ einen mächtigen Geist des Wassers, der die Wachen in dem Umbra ersäufte. Die anderen nutzten die Zeit, um das Kampfgebiet auszukundschaften. Es schien friedlich der Mond auf die ruhige nächtliche Landschaft, doch schon bald würde die Nacht erfüllt vom Klang des Krieges, denn unweit des Waldes in dem sie sich befanden hatte der Feind sein Lager aufgeschlagen. Sie wussten, dass er es war, denn kein Tier wagte sich an es heran und alle spürten sie die unheilvolle Aura, die von ihm ausging. Cleo beschloss ein waghalsiges Unternehmen und schlich sich unter ständiger Gefahr entdeckt und getötet zu werden inmitten des Lagers zu den beiden stählernen Monster, deren Geschützrohre im fahlen Licht des Mondes schimmerten. Diese Ungetüme, die auf dem Schlachtfeld den Gegner unter dem wütenden Grollen der Ketten begraben und ihn mit aller Härte zerschmettern, diese präparierte Cleo mit Sprengstoff, sodass sie sich nicht im Kampf um diese sorgen mussten. Überstürztes Handeln hätte den Tod und das Versagen des Rudels bedeutet.

    Diese vor Waffen und Soldaten starrende Festung galt es nun zu überrennen, denn der Stein befand sich schon in der Hand des Feindes. Der Angriff konnte beginnen. Um schnell ins Lager zu gelangen, schleuderte der Galliard den todesmutigen Ahroun des Rudels mit einem Kraftakt auf die Pforte des Lagers. So hatten sie den Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Mit aller Gewalt brach nun der Zorn der Krieger Gaias auf die Schergen des Wyrm hernieder. Sie metzelten sich in einem blutreichen Kampf durch die Reihen von schwer gerüsteten Soldaten, deren Kugeln die Luft füllten. Das Rudel tötete an die dreißig Feinde. Der Boden war getränkt vom Blut der Feinde und auch ihr eigenes Blut war geflossen, doch nicht ein Bruchstück dessen, was der Feind vergießen musste. Im Kern des Lagers angelangt, sahen sie sich nun dem fleischgewordenen Grauen gegenüber. Inmitten von stinkenden Kadavern der Feinde, dem Geruch des warmen Blutes in der Luft und den dampfenden Schwaden, die vom Boden aufstiegen standen sie. Sie waren keine Menschen, keine Tiere, keine Geschöpfe Gaias, es waren Tänzer der schwarzen Spirale, zwei waren es, denen das Rudel nun schwer verwundet gegenüberstand. Schwer waren ihre Glieder, schwer von den Silberkugeln, die in ihren Leibern steckten. Keiner, der am Boden lag wimmerte, keiner greinte, denn sie waren alle tot. Einer der Tänzer führte eine mächtige Klinge aus reinem Silber, die die Luft zum Singen brachte. Der andere war über und über von wulstigen Auswüchsen, die unregelmäßig pulsierend auf seiner Haut pochten, überwuchert. Einen Moment, nur einen kleinen Augenblick standen sie sich schweigend gegenüber. Als ein ohrenbetäubendes Geheul die Nacht erzittern ließ, als die Hiebe des Rudels auf die Tänzer herniederprasselten. Als ob der Himmel ihnen im Kampf beistünde donnerte und grollte er und entlud alle Energie, die er besaß in einem unwirtlichen Wolkenbruch. Trotz schwerer Verletzungen gelang es ihnen die Feinde niederzuringen, ohne dass sie dem Feind allem reinen Lebens nur einen Daumenbreit von Gaias kostbarer Erde kampflos gelassen hätten. Die Tänzer wurden zur Studie den Glaswandlern übergeben. Den Stein den sie gesucht hatten, überbrachten sie ihnen ebenfalls. Erfolgreich in ihrem Unternehmen und einen neuen Krieger auf der Seite Gaias, verließen sie das Gebiet der Katze und kehrten im Wissen Gaia einen Dienst erwiesen zu haben zurück zur Septe des Grünen.

    Ich danke dem Rudel, das von „Cleo“, dem Ragabash der Glaswandler angeführt wird, deren Entscheidungen keinen Makel erkennen ließen. „Richtet mit den Klauen“, den Ahroun, der Glaswandler, der im Kampf eine große Hilfe war und dessen jugendlicher Wagemut eine große Bereicherung war. „Erzieht die Schande“, Theurge der schwarzen Furien, die den Geist des Wassers bändigte und auch im Kampf ihren Mann stand. „Der gnadenvolle Jäger, der auf dem Eis gleitet“, Galliard der ruhmreichen Nachfahren des Fenris, der Gaia einen Dienst und dem Wyrm einen vernichtenden Schlag erteilen durfte. „Der Gefährte auf dem letzten Weg“, Philodox der Knochenbeisser. Der Katze, die sich als Krieger und Geisterbändiger bewiesen hat. Dem mächtigen Totem, Waschbär, dem wir im Kampf Ehre erwiesen haben und dessen Ruhm wir mehrten



    Re: Geschichten unter dem Dreiviertelmond

    aalisha - 09.06.2008, 21:27


    Sean McGeorge erzählt...
    by Loneworld (2004)

    Nach den politischen Entscheidungen, die auf jeder Septenversammlung getroffen werden, kam die Zeit der Lieder und Geschichten und Sean McGeorge wurde durch das Blut seines Stammes dazu berufen eine Geschichte seiner Vorfahren zu erzählen. Also erhob er sich von seinem Platz und ging in die Mitte zum großen Lagerfeuer um die volle Aufmerksamkeit seiner Septenmitglieder zu erhalten. Nachdem alle ihn wahrgenommen hatten und ihn erwartungsvoll anblickten, wobei sie untereinander tuschelten, und der ein oder andere dachte: “Ein Ahroun, der was erzählen will, das kann ja heiter werden“, begann Sean McGeorge seine Erzählung:

    „Ich möchte mich mit dieser Geschichte bei euch bedanken. Bedanken für eure freundliche Aufnahme in eure Septe. Nachdem mein Rudel gefallen war irrte ich ziellos zwischen vielen Septen hin und her, doch hier habe ich erneut eine Aufgabe gefunden.

    Die Geschichte die ich erzählen werde handelt von einem meiner Stammesbrüder der schon vor langer Zeit in den Schlaf der Helden gesunken ist. Zu seinen Lebzeiten war er ein großer Held der Fianna, auch wenn nun seine Taten langsam in Vergessenheit geraten, denn wir leben im Zeitalter der Apokalypse und jede unserer Taten stellt viele frühere in die Schatten. Doch nun genug der Vorrede, meine Geschichte beginnt an einem nebligen Tag im Norden der Schottischen Highlands. Donald McGeorge nahm gerade sein Mittagsmahl in einem hastig errichteten Zelt ein, als der Theurge des Rudels, Brother-of-Trolls, ins Zelt stürzte und aufgeregt die Worte hervorstieß: „ER KOMMT!!“ Donald verlor keine Zeit und ließ das Essen sofort stehen. Er hatte mit Brother-of-Trolls hier im Tellurian auf die Ankunft des „Engländers“ gewartet. Der „Engländer“ war vor kurzem durch das schottische Dorf Kinnoch gezogen. Das Dorf war von ihm niedergebrannt und jeder Einwohner gehängt worden. Das war an sich normal, denn Schottland und England befanden sich im Krieg miteinander und England machte keine Gefangenen mehr, doch diesmal hatten sie die Leichen der Dorffrauen Spiralförmig auf dem Dorfplatz ausgelegt und sämtliche Augen ausgestochen. Zusätzlich hatte eine kurze Überprüfung von Brother-of-Trolls ergeben, das der Gestank des Wyrm über eine bloße englische Armee hinausging. Nachdem also „Fionn’s Call“ alle Toten den heiligen Flammen übergeben hatte und das Dorf vom Einfluß des Wyrms befreit worden war begab sich das Rudel auf die Jagd nach der Armee des Wyrms die in Gestalt der Engländer durch die Schottischen Lande spazierte. „Fionn’s Call“ hatte schon bald die Fährte der Armee gefunden, es war nicht schwer der Spur aus verbrannter Erde und abgenagten Knochen zu folgen, und schlich sich an den Feind heran. Brother-of-Trolls war mit Looks-past-Trees im Umbra unterwegs um sich dort ein Bild der Lage zu machen, und Donald schlich sich gemeinsam mit Ker i’dan und Neil McGregor im Tellurian an den Feind heran. Schon bald erblickten sie die missgeformten Gestalten von Fomori, doch bevor sie das Lager näher untersuchen konnten riefen Brother-of-Trolls und Looks-past-Trees mit der Kraft einer Gabe um Hilfe. Unverzüglich wechselte der Rest des Rudels ins Umbra. Dort erblickte Daniel seine Rudelmitglieder umringt von einer Hundertschaft an Scraglings. Und hundert weitere Plagen geisterten dort, wo die Armee sein sollte. Sofort stürzte sich das Rudel in die Schlacht. Dies war kein Zeitpunkt für lange Diskussionen. Das Rudel arbeitete sich aufeinander zu und bildete dann einen Kreis Mit einem Ruf des Sieges riefen sie alle die Gabe an, die sie durch einen Geist ihrer Vorfahren gelernt hatten. Sofort fing das Schlachtfeld feuer, als das Rudel nun in brennender Raserei durch die Horde an Plagen schritt und eine nach der anderen niedermähte. Nach einer endlos scheinenden Zeit des spritzenden Blutes verstarb auch die letzte Plage und vom einstmals stolzen englischen Heer war nichts mehr übrig. Nach erledigter Arbeit wurden wechselte das Rudel wieder ins Tellurian, wo sie alle Leichen verbrannten, doch der Anführer war nicht zu finden. Der zornige Aufschrei war noch über Meilen zu hören.

    Das Rudel erholte sich auf der Jagd nach ihrem Opfer von ihren erlittenen Wunden, Doch auch der „Engländer“ war nicht müßig gewesen und hatte erneut eine Armee gesammelt. Wieder ging das Rudel „Fionn’s Call“ gegen sie vor, und wieder entkam der „Engländer“. Die Jagd dauerte drei weitere Jahre bis zu der schicksalsträchtigen Meldung, das Er im Anmarsch war. Der Kampf ist nicht überliefert, doch waren am Ende der Schlacht viele Tote zu finden. Das Wort besagt, das die Jagd ihr Ende erst in den Tagen der Apokalypse findet und bis dahin der „Engländer“ mit seinen zwanzig getreuen von dem Rudel ‚Fionn’s Call“ gejagt wird. Sie sollen immer wieder hier auftauchen, und wer weiß....vielleicht werden sie auch bald an unserer Septe vorbeiziehen, denn die letzten Tage sind nahe...“

    Mit diesen Worten begab sich Sean McGeorge wieder auf seinen Platz und hörte sich dem Met zusprechend die anderen Geschichten an.



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