Der Tempel der Goettin Rahja

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    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 09.06.2008, 13:32

    Der Tempel der Goettin Rahja
    Hier kommen Geweihte und ihre Entourage unter, solange sie in der Stadt weilen.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 09.06.2008, 13:57


    pp: Spielbeginn

    Ein sanfter, kühler Wind fuhr durch rotes, dichtes Haar, wirbelte es ein wenig auf und ließ es dann auf bloße unbedeckte Schultern fallen, deren Hautfarbe kostbarem Alabaster glich. Eine schlanke, aber kräftige Hand ruhte an einer Halbsäule aus weißem Marmor und hatte sich seit Minuten nicht bewegt. Grüne, geheimnisvolle und ein wenig katzenhaft anmutende Augen blickten aus einem schmalen, aristokratischen Gesicht hinaus in den beginnenden Morgen, während eines der roten Rosenblätter sich aus dem Strauß loeste, der auf einem kleinen Tisch neben der Tür stand und sich auf der schwarzen, weiten Hose aus Seide verfing, die der Mann trug. Seit vielen Minuten schon stand er unbeweglich an derselben Stelle und blickte von der Position aus in den schoenen Innenhof des Tempels, über dem gerade die Sonne aufging.
    Obwohl nichts äußerlich darauf hinwies, spiegelten sich in den Augen des Mannes viele Dekaden derischer Jahre, die er hatte vorbeiziehen sehen, die ihn berührt und schließlich doch zurückgelassen hatten und allein jene Besonderheit, dass er unter den seinigen auserwählt war, hatte ihn zu einem der wenigen Hexenmeister der Tulamidenlande werden lassen. Es handelte sich dabei um eine Position, die viele Türen oeffnete, aber auch große Verantwortung mit sich brachte und jene Verantwortung war es nun, die Linien in das ansonsten makellose Gesicht Ciaran Adajanos malten, während er darüber nachdachte, was ihm heute Nacht zugetragen worden war.

    Er hoerte hinter sich das Rascheln von Stoff und drehte den Kopf ein wenig, um einen Blick auf den schlafenden Rahjakavalier zu werfen, der ein Lächeln auf den Lippen hatte, während er träumte. Ciaran reiste mit ihm nun schon viele Jahre lang und wenn es nach ihm ging, würde sich das auch nicht ändern. Da er selbst bis auf die Verpflichtungen in seinem Zirkel nichts hatte, das ihn band, stoerte es ihn nicht Rhithan bei seinen Aufträgen zu begleiten oder an den Orten zu verweilen, die dem Kavalier am Besten gefielen. Im Moment eben Belhanka.
    Jetzt aber hatten sich die Dinge ein wenig verschoben und Ciaran spielte zum ersten Mal seit langer Zeit mit dem Gedanken ausnahmsweise einmal ihre Reiseroute nach seinem Willen zu beugen. Im Moment hatte Rhithan ohnehin keinen Auftrag, daher hoffte er, dass sein Gefährte ihn verstehen würde.

    Er hatte sich heute Nacht darauf gefreut, viele bekannte Gesichter wiederzusehen und das war auch geschehen, aber einer hatte gefehlt.
    Malathay.
    Bei ihm handelte es sich um einen der wenigen und selten vorkommenden Hexer Aventuriens, der vor einigen Jahren in den Zirkel aufgenommen worden war und seitdem stets fleißig und neugierig gelernt hatte- aber nun war er nicht erschienen. Zuletzt, so hatte ihm eine Schwester zugetragen, hatte man von ihm in Corhop gehoert. Aber wo war er nun und weshalb war er zu diesem doch stets wichtigen Treffen nicht erschienen?
    Ciaran hatte gelernt sich im Laufe seines langen Lebens auf seine Intuition zu verlassen und diese signalisierte ihm nun, dass etwas nicht so war wie es sein sollte, dass etwas nicht stimmte und pflanzte eine nagende und bohrende Unruhe in den Hexenmeister, die dieser nicht ignorieren wollte.
    Was hatte Malathay abgehalten zu kommen?
    Ciaran wollte es wissen aus persoenlichen Gründen und weil er die Verantwortung für seinen Zirkel trug. Dafür aber musste er Nachforschungen anstellen und damit würde er gerne, so schnell es ging, beginnen.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 09.06.2008, 17:15


    Rhithan hatte in dieser Nacht tief und fest geschlafen, obwohl das Bett neben ihm leer geblieben war.
    Hin und wieder zog es Ciaran fort von ihm - etwas, woran er sich längst gewöhnt hatte, und auf das der Hexer ihn von Beginn an hingewiesen hatte.
    Sie beide hatten und lebten ihre Freiheit, und doch gehörten sie zusammen, vertrauten sie sich gegenseitig, obgleich es vieles gab, was sie voneinander unterschied.
    Ciaran hatte sich mit Leib und Seele seiner Göttin verschrieben, ebenso wie Rhithan sich der seinigen.
    Trotzdem funktionierte es zwischen ihnen, denn so wenig wie Rhithan sich beschwerte, dass Ciaran hin und wieder auf seine Hexennächte verschwand, so wenig störte sich Ciaran daran, dass er noch immer die Aufträge der Rahjakirche erfüllte.
    Er lächelte im Schlaf, als er das Gesicht Ciarans vor sich sah, und drehte sich zur Seite, streckte die Hand aus, nur um festzustellen, dass die Bettseite leer war.
    Ach ja richtig.
    Ciaran war ja gar nicht hier.
    Oder doch?

    Ein unbestimmtes Gefühl veranlasste ihn dazu, die Augen zu öffnen, und als er blinzelte, gewahrte er die Schemen einer Person in einiger Entfernung zu seinem Bett.
    Der leichte Geruch von Patchuli drang zu ihm herüber, und er sah rotes Haar wehen, das von einem zarten Lufthauch ergriffen wurde.
    Wieder legte sich ein Lächeln auf seine Lippen, und seine Augen glänzten.
    "Ciaran?" Fragte er in das Dämmerlicht des jungen Morgens hinein, und er setzte sich in seinem Bett auf.
    Er war früh zurück!
    Behende rutschte er aus dem Bett, schlang eine Decke um seine Hüften und trat dann auf seinen Geliebten zu, der an einer der Säulen stand wie eine Statue aus Marmor.
    Unwirklich, schön und perfekt.
    Und, wenn Rhithan seinen Gesichtsausdruck richtig interpretierte, besorgt.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 09.06.2008, 17:23


    Ciaran loeste seine Hand von der Säule und schlang sie um die Hüften des Mannes, um ihn sanft zu sich zu ziehen und einen Kuss auf die Stirn zu hauchen.
    "Guten Morgen, Rhithan." sagte er mit seiner rauen, dunklen Stimme leise und sah seinem Gefährten in die Augen. Auch wenn es für normale Menschen vielleicht nicht zu sehen war, konnte er jede noch so kleine Veränderung in ihnen erkennen, konnte sehen wie Wissen und Erfahrung in ihnen gewachsen waren und alleine der Glanz in ihnen Rhithans Gesicht anders wirken ließ, als noch Jahre zuvor bei ihrem Kennenlernen.

    "Hast du gut geschlafen?" fragte er weiter, während Rhithan seine Finger mit den seinen verflocht. Erneut wehte ein sanfter Luftzug ihm einige Strähnen des roten Haares ins Gesicht und die grünen Augen verschwanden kurz hinter einem Schleier aus Rot, durch den sie hier und da hindurchfunkeln konnten.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 09.06.2008, 17:47


    "Guten Morgen." Erwiderte Rhithan leise, ließ von seinem Freund an sich ziehen, und studierte dabei die alabasterfarbenen, feinen Züge.
    Ciaran hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn, und Rhithan schloss seine Hand um Ciarans, um dessen Finger zu küssen.
    Er sah unzufrieden aus.
    Aber selbst dann noch atemberaubend schön und anziehend.
    "Mh-mh." Gab er zur Antwort und er lächelte kurz.
    "Du hast mir gefehlt."
    Eigentlich hatte er etwas anderes sagen wollen, einen kleinen Scherz machen darüber, dass man es ja schließlich genießen musste, wenn man das Bett einmal für sich ganz allein hatte, aber seine Intuition sagte ihm, dass es im Augenblick gerade unangebracht war, und Ciaran nicht zu scherzhaften Bemerkungen aufgelegt war.
    Er wirkte viel zu ernst.

    "Du siehst... angespannt aus." Setzte er daher behutsam an, deutete den nachdenklichen Blick der grünen Augen richtig, und strich dem Mann vorsichtig über dessen Wange.
    Er fragte nicht danach, was Ciaran beschäftigte, sondern vertraute darauf, dass er von selbst mit ihm darüber sprechen würde, so wie immer.
    Sein Freund war ein Mann vieler Geheimnisse, doch auch ein Mann, der seine geheimen Wünsche oder Sehnsüchte mit ihm geteilt hatte.
    Nach allem, was sie durchgemacht hatten, war das Band zwischen ihnen fester und fester geworden, und es gab wohl nur weniges, das sie hätte auseinandertreiben können.
    Trotzdem war es nun ungewöhnlich, Ciaran nach einer seiner Hexennächte so zu sehen.
    Die Sorge passte nicht zu den feinen Zügen, und normalerweise sollte eine solche Nacht auch keine Sorgen aufwerfen.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 09.06.2008, 22:25


    Ciaran loeste seine Finger von denen seines Gefährten. Nachdenklich und langsam legte er stattdessen beide Hände um dessen Gesicht, schob seine Gedanken an seine Sorgen fort von sich, fuhr mit den grünen Augen all die Linien im Gesicht seines Geliebten nach, die Augen definierten, dem Mund seinen Schwung verliehen, Schatten auf Stirn und Wangen zauberten.
    Kummer war in seinem Gemüt, weil er zu genau nur wusste, was das Fehlen eines Mitgliedes eines Zirkels in den meisten Fällen bedeutete, aber wie so oft, wenn er Schmerz in seiner Brust empfand- und als Nachtschoener tat man das recht häufig- versank er einfach still in die Betrachtung Rhithans, der einst ein flacher Stein gewesen und im Laufe der Zeit immer mehr Facetten bekommen hatte, bis Ciaran es nicht mehr vermocht hatte sie zählen zu koennen.

    Nachdenklich betrachtete er das dunkle Haar, verfolgte die voneinander abgegrenzten Strähnen, sah einige von ihnen über Stirn und seine Hände fallen, bevor er die Augen schloss und ihm erneut einen Kuss auf die Stirn hauchte, dann einen Moment lang innehielt und schließlich seine eigene Stirn an die seines Freundes legte, ohne die Augen wieder zu oeffnen.

    Ciaran hatte niemals über so etwas wie das Schicksal nachgedacht. Er empfand es als viel zu kompliziert, aber er war der festen Überzeugung, dass er aus einem bestimmten Grund als der geboren worden war, der er war. All seine Fähigkeiten, Talente und Gaben waren zu einem bestimmten Zweck in ihm vereint worden und sie nach bestem Wissen und Gewissen einzusetzen war seine oberste Maxime. Er hätte immerhin genauso gut in den Eislanden geboren werden, arm sein oder Priester werden koennen. Aber er war Ciaran; ein Mann ohne Eltern und doch seiner Mutter näher als viele seinesgleichen; ein Mann, wo eine Frau stehen sollte; die Verkoerperung von Macht, Schoenheit und Leidenschaft und doch spürte der Nachtschoene, dass mit der Übernahme des Hexenzirkels eine neue Etappe auf seinem Weg zu Satuaria angebrochen war. Es ging nicht mehr um das Profitieren, nicht mehr darum sich zu nehmen, was man haben wollte, nicht mehr darum Erfahrungen zu sammeln. Jetzt ging es darum, einen Teil seiner satuarischen Gesellschaft zu prägen und am Leben zu erhalten, den Seinen eine Moeglichkeit zu geben sich weiterzubilden, sich auszutauschen und auch sich nahzusein. Und manchmal, so wie jetzt, fragte Ciaran sich, ob seine Fähigkeiten wirklich dafür ausreichten.

    Er wurde von nicht wenigen seiner eigenen Schwesternschaft offen angefeindet, seitdem er Hexenmeister geworden war und sich fest etabliert hatte. Einige von den ursprünglichen Mitgliedern hatten sich sogar abgespalten und machte nun durch eine eigene Gründung seinen Anspruch streitig. Er wusste, dass Krenesta ihm am liebsten die Augen auskratzen wollte- im wahrsten Sinne des Wortes- und wann immer er sich weiter südlich bewegte, geographisch, sah er lieber zweimal hin, wenn er glaubte etwas im Schatten gesehen zu haben.
    Natürlich mussten ihresgleichen eigentlich zusammenhalten... aber das beinhaltete nicht zwangsläufig die Variante, dass ein Mann über Frauen gebot, ein Hexer über Hexen, ein Nachtschoener über Nachtschoene.

    Ciaran senkte den Kopf ein wenig und seine Lippen streiften Rhithans Schulter. Er spürte die Wärme des Bettes an der Haut seines Geliebten und wünschte sich einen Moment, sich einfach gemeinsam mit ihm hinlegen und die Augen schließen zu koennen, doch seine Unruhe würde ihn nicht loslassen und so presste er kurz seine Stirn auf die Schulter, bevor er den Kopf wieder hob und mit seiner rauen Stimme leise ansetzte:
    "Ich habe heute Nacht einen guten Freund von mir vermisst. Er ist nicht zum Treffen aufgetaucht und das bereitet mir Sorgen. Das letzte Mal ist er vor einigen Wochen in Corhop gesichtet worden... seitdem fehlt von ihm jede Spur."
    Und das lag schwer auf der Seele des Hexers, für den jedes einzelne Mitglied nicht nur in Bezug auf Machtverhältnisse, sondern auch in Bezug auf Menschlichkeit wichtig war.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 09.06.2008, 23:10


    Rhithan ließ Ciaran gewähren bei dem, was er tat.
    Er kannte dieses Verhalten von ihm bereits, wenngleich er nicht wusste, was es ihm bedeutete, was er sah, wenn er ihn so ansah wie jetzt.
    Was er fühlte, was er dachte.
    Ob er überhaupt an etwas dachte.
    Die grünen Augen funkelten, und seine Finger streiften Rhithans Haar, seine Wangen und seinen Hals.
    Er genoß die Berührungen des Hexers, ihr Zusammensein, seine Nähe, und bewegte sich daher auch dann nicht, als Ciaran den Kopf senkte, ihm einen weiteren Kuss auf die Stirn hauchte, und sich danach an ihn lehnte.
    Er war sich nun ganz sicher, dass Cir etwas beschäftigte, dass ihn etwas betrübte, und er hoffte, daran etwas ändern zu können.
    Irgendwie.
    Kühle Lippen streiften seine Schulter, und Rhithan war davon überzeugt, dass sie nach Minze schmecken würden, würde er sie versuchen.
    Aber nach Versuchen war ihm nicht zumute, nicht wenn er sah, wie niedergeschlagen Cir aussah.

    Dann, endlich, begann er zu sprechen, und Rhithan nahm deutlich das leichte Schwanken seiner Stimme war, als er ihm offenbarte, was ihn beschäftigte.
    Vieles hatte sich geändert, im Laufe der Jahre, und auch sie hatten sich geändert.
    Obgleich beide jugendlich in ihrem Aussehen, hatten sie mehr erlebt, als die meisten Aventurier in einer ganzen Lebensspanne.
    Ciaran war in den Kreisen der seinigen aufgestiegen, und leitete, wie Rhithan wusste, inzwischen einen eigenen Zirkel.
    Er war ernster geworden, verantwortungsvoller, und er hatte gelernt, mehr auf andere zu achten, sich nicht mehr einfach zu nehmen, was er begehrte, oder von anderen zu profitieren.
    Das jedenfalls war, was Rhithan an ihm aufgefallen war, und was er nun durch Ciarans Worte bestätigt fand.
    "Du möchtest dich auf die Suche nach ihm begeben?" Erkannte Rhithan leise, und sah ihn dabei an, blickte in die schimmernden grünen Augen des Mannes, den er liebte.
    "Es wird dich nicht in Ruhe lassen, wenn du es nicht tust." Setzte er gleich darauf hinzu, denn er kannte Ciaran gut.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 09.06.2008, 23:27


    "Nein, das wird es vermutlich nicht..." gab Ciaran unumwunden nach einer Weile zu und berührte Rhithans Schulter erneut mit seinen Lippen. "Ich würde ihn sehr gerne suchen."
    Eanna-Sin, eine wunderschoene goldene Greifkatze und Ciarans zweites Vertrauentier, kam vom Hof gelaufen, wo sie nach dem Flug ein wenig Auslauf gesucht hatte, streifte um seine Beine und begrüßte dann auch Rhithan auf katzenhafte Weise herzlich.
    "Ich würde mir sehr wünschen, wenn du mitkommen würdest." fuhr er schließlich fort und küsste Rhithans Stirn einmal mehr. "Aber ich kann natürlich verstehen, wenn du wenig Lust hast, dich von mir durch Al Anfa führen zu lassen..."
    Zumal er kaum wusste, wie er es vernünftig anpacken sollte. Ciaran war nicht gerade das, was man unauffällig nannte. Er konnte auf verschiedene Wege an Wissen kommen, aber es bedurfte immer eines weitaus groeßeren Aufwandes die Leute davon zu überzeugen, dass sie ihn nie gesehen hatten.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 10.06.2008, 00:04


    Ein pelziges Etwas streifte um Rhithans Beine, und er wusste, dass es Ciarans fliegende Katze war, die sich dazu entschlossen hatte, ihnen Gesellschaft zu leisten.
    Er mochte das Tier, und er glaubte, dass auch die Katze ihn gut leiden konnte.
    Er hatte noch die erste Katze gekannt, die Ciaran gehabt hatte, und die sie zu Zeiten von Borbarads Rückkehr verloren hatte.
    Ein kleines Opfer, bedachte man, wie sehr andere Menschen hatten leiden müssen, doch Rhithan hatte erlebt, wie sehr der Verlust des Tieres seinem Freund zugesetzt hatte und war daher froh, dass die kleine Goldene vor einer ganzen Weile beschlossen hatte, bei dem Hexer zu bleiben.
    Der Rahjakavalier sah seinen Freund schweigend an, strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht und küsste vorsichtig seine Lippen.
    Sie schmeckten tatsächlich nach Minze.
    So, wie er es vermutet hatte.
    Cir wollte also, dass er ihn begleitete.
    Das zu hören freute Rhithan.
    Aber gleichzeitig schien sein Freund anzuzweifeln, dass er ihn begleiten würde.
    Nun ja, es stimmte schon. Normalerweise war es umgekehrt, bat er Cir, ihn zu begleiten, auf den Reisen, die er für den Tempel unternahm.
    Es war das erste Mal, dass Cir ihm eine solche Bitte antrug - warum glaubte er, dass er sie ablehnen würde?
    "Warum denkst du, dass ich keine Lust habe, dich zu begleiten, Cir?" Fragte er daher leise.
    "Diese Sache ist dir wichtig. Ich bin dir nie im Weg gestanden. Ich werde jetzt nicht damit anfangen." Erklärte er, und küsste seine Stirn erneut.
    "Ich werde selbstverständlich mit dir kommen." Sagte er und lächelte ihm einmal mehr zu, bevor er seine Hand ergriff und deren Finger küsste.
    Außerdem musste doch irgendwer auf den lieben kleinen Hexenmeister aufpassen, wenn dessen Temperament mit ihm durchging.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 10.06.2008, 00:31


    Was soll das denn heißen, hä?? So schlimm bin ich gar nicht...! *Jähzornwert hinter Rücken versteckt und Rachsucht mit dem Füßchen hinter die Gardinen schiebt*

    "Ach... es klingt nur so... planlos. Einfach mal nach Corhop gehen und gucken, was passiert." sagte Ciaran ein wenig unzufrieden, schüttelte dann aber den Kopf. "Ich habe Alessandra gebeten, die Augen aufzuhalten. Sie hält sich oefters in der Gegend auf. Vielleicht erfahren wir schneller etwas Neues, als wir Corhop sagen koennen."
    Rhithan küsste erneut seine Finger und Ciaran versuchte ein wenig unbeschwerter zu wirken. Es fiel ihm schwer Emotionen nicht zu zeigen und sie zu unterdrücken war nahezu unmoeglich- dabei gab er sich immer so viel Mühe!
    "Aber... wir sind uns doch einig darüber, dass wir kein Schiff nehmen werden oder?" versicherte er sich, denn für den Mann gab es kaum etwas Schlimmeres. Es war immer so demütigend, unmännlich und stillos über der Reling zu hängen und sich zu übergeben. Außerdem konnte Rhithan das Wasser auch nicht leiden!
    Sie würden dann zwar an der Küste entlang reisen, aber zumindest nicht auf dem Meer, und die Straße war gut befestigt. Das würde schon klappen.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 10.06.2008, 01:12


    Jaja, immer diese Hexer...!

    Rhithan lächelte.
    "Es klingt nicht nur planlos, es ist planlos." Antwortete er amüsiert.
    Aber er hatte Ciaran auch schon weitaus planloser handeln sehen.
    Außerdem war das erst Recht ein Grund ihn zu begleiten.
    Wer wusste schon, in was für Situationen der Hexer sich sonst wieder manövrierte?
    Gut, immerhin brauchte er da unten im Süden kaum Angst vor den Praioten haben - die waren da ziemlich verpöhnt, aber es gab sicher genug andere Menschen, die womöglich dumm genug waren, seinem Freund ans Bein zu pinkeln.
    Und dann vergass sich Ciaran hin und wieder mal selbst...!
    "Aber ich komme trotzdem mit." Setzte er hinzu.
    Na, war das nicht toll? Das war doch mal n Statement, oder?
    Mal abgesehen davon, dass er keine Lust hatte schon wieder Monatelang von ihm getrennt zu sein.
    "Nein, kein Schiff." Er schüttelte den Kopf.
    Zwar waren Schiffe schneller, aber wenn Rhithan sich nicht völlig irrte, dann würde eine Schiffsreise bedeuten, das südlichste Cap Aventuriens umsegeln zu müssen - darauf hatte er nicht wirklich Lust.
    Er bevorzugte den Landweg, entlang der Küste, um sich anschließend durch das nördliche Regengebirge zu schlagen.
    Das sollte sie recht nahe an Chorhop heranbringen.
    "Ich denke, eine Reise zu Pferde wird unseren Ansprüchen genügen müssen. Ich kann uns sicher welche organisieren. Obwohl das Schiff wahrscheinlich ein wenig schneller wäre..." Rhithan grinste.
    Er ärgerte Cir, und er wusste darum, konnte es sich aber dennoch nicht verkneifen.
    "Wann willst du aufbrechen?" Rhithan hob eine Augenbraue.
    Er fragte danach, weil er wissen wollte, wie viel Zeit ihm blieb, alles vorzubereiten.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 10.06.2008, 19:46


    "Mh." kommentierte Cir Rhithans Schiffanmerkung und verschränkte kurz unzufrieden die Arme vor der Brust. Das Problem war, dass sein Freund Recht hatte, aber er wollte trotzdem nicht über seinen Schatten springen.

    Eanna-Sin miaute leise als offensichtliches Echo auf seine minimale verbale Reaktion und marschierte dann zum Bett herüber, wo sie sich genüsslich räkelte. Ciaran seufzte und sah dem Tier einen Moment lang in die Augen, woraufhin es mit schnippisch erhobenen Schwanz in Richtung Sitzkissen marschierte.

    "In zwei oder drei Stunden." gab der Hexer schließlich zur Antwort. "Ich würde gerne noch ein wenig schlafen und meine Sinne zusammenkriegen, bevor ich mich auf sie verlassen muss."
    Ciaran schwieg einen Moment, bevor er weitersprach: "Pferde wären toll... dann kämen wir zumindest ein bisschen schneller voran."



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 10.06.2008, 20:13


    Rhithan nickte zunächst schweigend.
    "Ich werde alles in die Wege leiten." Versprach er seinem Freund anschließend, bevor er sich zu dem hübschen, hölzernen Kleiderschrank hinüberbewegte, der sich in dem Zimmer befand.
    Er öffnete die Schranktüre, ließ die Decke, die er bislang um seinen Körper geschlungen hatte, zu Boden gleiten, und suchte sich dann die Kleidung heraus, die er an diesem Tag tragen wollte.
    Wenn sie in wenigen Stunden aufbrechen würden, brauchte er ein reisetaugliches Outfit.
    Er entschied sich für weite, schwarze Hosen und eine dunkelrote Tunika mit schwarzen Ärmeln, die etwas robuster gefertigt war, und die er daher problemlos unter seiner Rüstung würde tragen können...
    Die Rüstung selbst legte er allerdings nicht an, ebensowenig wie die Armschienen, und auch die Lederstiefel ließ er vorerst noch im Schrank, nahm sich stattdessen ein paar luftige Sandalen.
    "Ruh dich aus." Sagte er anschließend, an Ciaran gewandt, als er sich fertig angezogen hatte und, im Umwenden bemerkte, dass dieser ihm mit einem verstohlenen Lächeln auf den Lippen zugesehen hatte.
    Ob ihm wohl gefallen hatte, was er gesehen hatte?
    "Es ist schön, dass du wieder da bist." Sagte er leise und lächelte ein wenig.
    Auch wenn er nicht lange hier bleiben würde.
    "Ich komme zurück, sobald ich alles organisiert habe."



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 10.06.2008, 20:41


    Ciaran streckte seine Hand aus und zog Rhithan noch einmal an sich, um ihn leidenschaftlich zu küssen. Er hatte ihn natürlich mit seinen grünen, funkelnden Augen beobachtet und wie immer verlangte es ihn danach seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen, in diesem Moment eben mit einem atemraubenden Kuss.
    Nur langsam ließ er den jungen Mann wieder los und nickte dann sachte.
    "Ich freue mich, wieder bei dir sein zu dürfen." entgegnete er, küsste ihn erneut auf die Stirn und drückte kurz dankbar seine Hand.
    "Danke." fügte er leise hinzu und lief dann zum Bett hinüber, um sich auf seine Bettseite zu legen und unter der Decke zu verschwinden. Sein Kopf sank ein wenig in das Kissen ein und Ciaran seufzte leise. Er lag auf dem Bauch, eine Hand neben seinem Gesicht und die hellen, weißen Finger begannen sich kurz, nachdem er sich hingelegt hatte, zu entspannen, während seine Züge weich wurden.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 10.06.2008, 21:19


    Rhithan stieß einen leisen Überraschungslaut aus, als Ciaran ihn so unerwartet an sich zog, versank dann aber widerstandslos in dessen Armen und Kuss.
    Wenn das mal keine Liebesbekundung war?
    Und kein Zeichen dafür, dass er ihn auch vermisst hatte?
    Nur langsam und fast sogar unwillig löste er sich wieder von seinem Freund, sah ihn aber weiterhin an, bedachte ihn mit einem liebevollen Blick.
    "Keine Ursache." Sagte er leise, strich Cir über das Haar und und betrachtete ihn nocheinmal, wie er in die Kissen und Decken sank.
    Ciaran war müde, erledigt, und wie Rhithan vermutete zurecht.
    Er wollte ihn daher auch nicht länger stören und von seiner wohlverdienten Ruhe abhalten, zumal er, wie bereits erwähnt, noch einiges zu organisieren haben würde.

    Zunächst einmal würde er bei den Geweihten anfragen, ob seinem Aufbruch etwas entgegenstand.
    Er erwartete allerdings nicht, dass sich tatsächlich jemand dagegen aussprechen würde.
    Sie, das waren Cir, er und einige andere Mitstreiter, waren vor wenigen Jahren zu unverhofftem Ruhm gekommen, und seitdem konnte sich Rhithan seine Aufträge aussuchen und er genoss mehr Anerkennung, als zuvor, nicht nur innerhalb des Rahja Tempels.
    Er lag also wahrscheinlich nicht allzu falsch, wenn er annahm, dass man ihm seine Abreise gewähren und sie obendrein noch mit Pferden ausstatten würde. Und mit allem, was sie ansonsten noch benötigten.
    Mit einem Lächeln auf den Lippen machte sich Rhithan auf den Weg die dafür verantwortlichen Personen aufzusuchen, die ihm würden weiterhelfen können.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 10.06.2008, 22:33


    Zuerst suchte er Shellyana auf, um kurz mit ihr über seine Pläne zu sprechen, aber wie erwartet, hatte sie lediglich ein Lächeln für ihn übrig, und die besten Wünsche für seine Reise.
    Rhithan mochte sie, hatte sie immer gemocht und er schätzte sie auch jetzt noch sehr.
    Und das beruhte ganz auf Gegenseitigkeit, wie er wusste, denn sie gewährte ihm seinen Wunsch, als er sie auf die Möglichkeit Pferde und Ausrüstung zu erhalten ansprach.
    Er umarmte sie kurz dankbar, und sie hielt ihn fest.
    Auch sie beide verband einiges, wenngleich Shellyana ihm nicht ganz so nahe stand wie Cir.
    Aber sie war die erste Geweihte gewesen, die er begleitet hatte, und würde so wohl immer etwas ganz besonders für ihn bleiben.

    Er verneigte sich andeutungsweise vor ihr, und wollte sich gerade umwenden, als sie ihn noch einmal rief.
    "Rhithan...!"
    Er hielt inne und sah sie an.
    Ihre Augen schimmerten sachte, und ein Lächeln lag auf ihren Lippen.
    "Hast du dich inzwischen entschieden?" Fragte sie neugierig, aber mit der ihr ganz zu eigenen Ruhe.
    Der junge Mann zögerte einen Augenblick und schüttelte dann den Kopf.
    "Nein, Shellyana. Noch nicht. Aber ich werde meine Entscheidung getroffen haben wenn ich zurückkehre."
    Sie nickte schweigend und Rhithan wertete das als stumme Zustimmung.
    Er verließ die Räumlichkeiten der Geweihten, machte sich auf zu den Stallungen und veranlasste dort, dass zwei weiße Stuten für sie gesattelt wurden.
    Dann verschwand er in einem weiteren Raum, in dem er ihre Ausrüstung zusammenstellte, die sie in Satteltaschen an den Sätteln befestigen würden.
    Er packte zwei Decken zusammen, schnappte sich ein Seil, füllte Wasserschläuche und sorgte für ihre entsprechende Verpflegung.
    Erst als er all das erledigt hatte, führte ihn sein Weg wieder zurück zu dem Zimmer, in dem er Ciaran zurückgelassen hatte.
    Als er eintrat, wuselte sogleich etwas um seine Beine, und er nahm sich die Zeit Sin kurz zu streicheln, bevor er zum Bett hinüberschritt, in dem Ciaran noch immer schlief.
    Behutsam setzte er sich auf die Bettkante, strich er seinem Geliebten über das Haar und küsste er hin flüchtig auf die Stirn, weckte ihn allerdings nicht, sondern betrachtete die schlafende Schönheit.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 10.06.2008, 23:51


    Ciaran hatte sich schnell entspannt und nahm die Wärme der Decken mit seinem gesamten Koerper an. Schlaf war für ihn nur teilweise Erholung. Seitdem seltsame Ereignisse in der Gorischen Wüste ihn geprägt hatten, hatte sich seine Traummagie stetig entwickelt und verfeinert. Daher war er inzwischen sehr sensibel für alles, was in dieser anderen, fremden Welt passierte, konnte auch andere Menschen in ihren Träumen aufsuchen, ihnen helfen oder sie quälen.

    Jetzt aber zeigten sich ihm nur verwaschene und verworrene Bilder. Sie schürten jedoch das Gefühl der Unruhe und Ciaran begann sich zu bewegen. Seine perfekten, blassen Lippen oeffneten sich ein wenig, aber kein Laut drang zwischen ihnen hervor. Fetzen der vergangenen Nacht bildeten sich vor seinem inneren Auge, Malathays Gesicht formte sich für ihn. Mit diesem Bild ging ein heftiger Schmerz der Trauer und des Verlustes einher und Ciaran ballte seine Hand zur Faust, drehte sich auf die Seite und presste sie auf seine Brust, als ob er diesen Schmerz dadurch lindern koennte.
    Dennoch war er sich sicher, dass es nicht sein eigener war und dieser ihn auch nicht bedrohte. Es genauer zu entschlüsseln aber vermochte er nicht, da er immer noch schlief und über bestimmte Bereiche seines Verstandes auf diese Weise nicht gebieten konnte.
    Ciaran seufzte in seiner Verwirrung und versuchte mehr Ordnung in das Chaos zu bringen, konzentrierte sich und spürte wie ihm doch die Gedanken immer und immer wieder entglitten.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 11.06.2008, 19:26


    Nachdenklich betrachtete Rhithan den Mann, der sich unter den weichen Kissen und Decken immer wieder unruhig hin und her warf.
    Etwas setzte ihm zu, ließ ihn nicht zur Ruhe kommen und nur selten hatte er den Hexer so erlebt.
    Ciaran war temperamentvoll und zielstrebig, aber auch auf eine schwer greifbare Art und Weise verletzlich, so wie jetzt.
    Nicht zu Unrecht erinnerte sich Rhithan an die Ereignisse in der Gorischen Wüste vor langer Zeit, oder an ihre Reise durch Weiden, in Verlauf derer sich der Mann beinahe selbst die Gedärme aus dem Leib gerissen hatte, während er geträumt hatte.
    Rhithan hatte sich inzwischen zwar daran gewöhnt, dass Ciaran hin und wieder solche Träume hatte, dass er in seinen Träumen Dinge sah, die später geschehen mochten, oder dass sich auch einfach Mächte in seine Träume einschlichen, die da nicht sein sollten.
    Trotzdem machte er sich nun ein wenig Sorgen um ihn.

    Vorsichtig strich er ihm einige Strähnen aus der Stirn, bemerkte den dünnen Schweißfilm, der sich darauf gebildet hatte, und sah wie es hinter den Lidern seines Freundes flackerte.
    Behutsam legte er seine Hand auf Ciarans Oberarm, berührte ihn zärtlich und machte sich seine ganz eigenen Gedanken um ihn.
    Es war gut, dass sie schnell aufbrachen, wenn ihn das Fehlen seines Zirkelfreundes so sehr belastete.
    Die blassen Lippen öffneten sich, so als wollte er schreien, unter Schmerzen, doch kein Wort verließ seinen Mund.
    Dennoch hielt Rhithan es für besser, ihn nun aus seinen Träumen aufzuschrecken - sie entwickelten sich augenscheinlich nicht gerade positiv.
    Langsam beugte er sich daher zu ihm herunter, küsste behutsam erst Stirn, dann Wange und schließlich seine Lippen, spürte, wie Ciaran im Halbschlaf auf seine Zärtlichkeit reagierte, und setzte seine Bemühungen ihn aufzuwecken auf diesselbe Weise fort.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 11.06.2008, 20:05


    Ciaran seufzte leise und merkte, dass er langsam zu träumen aufhoerte und in die Realität zurückkehrte. Er antwortete Rhithans sanften Kuss noch immer ein wenig schläfrig und schlug schließlich die grünen Augen auf. Langsam schälte sich das Gesicht aus dem Schleier von Farben, erkannte er den Rahjakavalier und war froh ihn zu sehen, aus diesem seltsamen Traumgemisch befreit zu werden und wach zu sein.
    Sein Freund jedoch sah ihn ernst und aufmerksam an.
    Rhithan griff nach einer kleinen Flasche, die auf dem Nachttisch stand, oeffnete sie und tupfte ihm ein wenig Rosenoel auf Stirn und Schläfen. Ciaran wartete eine kurze Weile und setzte sich dann auf. Er wirkte nachdenklich und ein wenig in sich gekehrt, nahm sich aber die Zeit Rhithan sanft und zugleich leidenschaftlich zu küssen.
    "Hat alles geklappt?" wollte er leise von ihm wissen, bevor er seinen Kopf kurz an die Schulter des Mannes schmiegte und darauf achtete, seine Kleidung nicht mit Oel zu bekleckern.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 11.06.2008, 20:22


    Rhithan genoss die Zärtlichkeit, die Ciaran ihm zu Teil werden ließ, und seufzte leise, als er sich von ihm löste, nur um im nächsten Moment den Kopf an seine Schulter zu lehnen.
    "Ja." Rhithan lächelte, während er sanft über Ciarans Haar strich.
    "Es ist alles vorbereitet. Die Pferde wurden bereits für uns gesattelt und ich habe unsere Ausrüstung zusammengestellt. Für Proviant ist vorerst gesorgt." Er lächelte erneut.
    "Und ich war so frei, eine Reiseroute für uns zurechtzulegen. Ich hoffe das macht dir nichts aus?"
    So wie er Ciaran kannte, würde der kaum etwas dagegen haben, aber fragen konnte man ja trotzdem - immerhin war Cir derjenige, der träumte.
    Vielleicht träumte er ja nicht nur von Bildern und Gefahren, sondern auch von Reiserouten.
    Rhithan kannte ihn gut genug um zu wissen, dass bei diesem Mann alles möglich war.
    "Wir können sofort aufbrechen, wenn du das möchtest." Setzte er hinzu, während er damit fortfuhr, über Ciarans Haar zu streicheln.
    Nun, mit dem Sammeln und Kräfte mobilisieren war wohl doch nichts gewesen, während seines kurzen und augenscheinlich kaum erholsamen Schlafes.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Das Schicksal - 11.06.2008, 22:17


    Ciaran setzte sich auf und fuhr sich kurz durch das dichte, rote Haar. "Ja, ich würde gerne aufbrechen." gestand er und küsste Rhithan erneut, bevor er das Bett verließ, die schwarze Hose abstreifte und zu seiner Reisekleidung griff. "Und nein, es stoert mich nicht, dass du eine Route zurecht gelegt hast."
    Er streifte eine andere schwarze Hose aus festerem Stoff über, dazu eine Leinentunika, die ebenfalls schwarz und mit grünen, geheimnisvollen Stickereien verziert war, bevor er die kniehohen Stiefel anzog, schwarze, fingerlose Handschuhe aus feinem Stoff über seine Finger streifte und das Deckhaar mit einem Band zurücknahm, damit es ihm im Zweifelsfall nicht in die Augen fiel.
    Über diese doch recht schicke Reisekleidung warf er sich die leichte Tuchrüstung, schnallte sich Armschienen an und spürte wie Eanna um seine Beine strich, während er den Rucksack ergriff, sein schwarzes Cape, Flugsalbe und einiges mehr darin verstaute, bevor er seinen Stab und sein Rapier ergriff.
    Rhithan erwartete ihn bereits fertig gestiefelt und gespornt und so machten sich beide auf den Weg zu den Pferden, die der Rahjakavalier für sie organisisert hatte.



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Rhithan ibn Chalibah - 11.06.2008, 22:41


    Rhithan schwang sich auf den Rücken der weißen Tulamidenstute, wartete, bis Ciaran ebenfalls aufgestiegen war, und gemeinsam machten sie sich anschließend aus dem Innenhof des Belhankaner Tempels auf den Weg nach Chorhop.
    Rhithan sah Shellyana unter einer der Säulen stehen, und die Hand zum Abschied heben, und auch er hob seine Hand um sie zu zurückzugrüßen.
    Dann richtete er seinen Blick nach vorne, auf die breite Straße Belhankas, die sich vor ihnen erstreckte.
    Niemand in der Stadt nahm von ihnen Notiz, zu alltäglich war es, dass Geweihte mit größerem oder kleinerem Gefolge durch die Stadt ritten oder sich auf den Weg begaben, Questen ihrer Göttin zu erfüllen.
    Rhithan sah kurz zu Ciaran und lächelte ihm aufmunternd zu.
    Das würde schon werden.
    Sie würden den jungen Mann finden, und alles würde wieder in Ordnung kommen.
    Daran glaubte er und davon war er überzeugt.
    "Ich habe die Strecke so gewählt, dass wir möglichst viele kleinere Dörfer streifen werden. Also kein übermäßiges kampieren in der Wildnis." Erklärte er ihm, während sie die Stadt durchritten.
    Sanfter Wind streifte seine Wangen und ein seltsames Gefühl kam in ihm auf.
    Er war tatsächlich froh, über diese kleine Reise, und die Ablenkung, die sie ihm bieten würde.
    Außerdem gab es da auch einige Dinge, über die er mit Ciaran gerne sprechen würde....



    Re: Der Tempel der Goettin Rahja

    Nodaran di Trequona - 14.06.2008, 14:33


    pp: Spieleinstieg

    Er stellte den schwarzen Stiefel aus weichem Wildleder mit den roten und grünen Ziersteinen in den Steigbügel des edlen Tieres und schwang sich dann elegant in den Sattel der weißen, kräftigen Stute, die den Kopf und die weiße Mähne schüttelte und ein wenig hin und her tänzelte.
    Nodaran trug schwarze Hosen aus edlem Stoff und darüber eine Tunika, die von roter Seide und mit kleinen goldenen Stuten bestickt war. Die Mähnen der Pferde leuchteten in grüner und ein wenig blauer Farbe, während die Augen mit winzigen Edelsteinsplittern angedeutet waren. Säume der Tunika waren mit Goldfäden eingefasst und die breite rote Schärpe, welche er um die Hüften trug, war ebenfalls mit kleinen Steinsplittern besetzt.
    Das rotbraune Deckhaar war am Hinterkopf zusammengefasst worden und nur die Schläfensträhnen fielen ihm offen auf die Schultern. Beide wurden von schmalen Goldfäden umwunden und glitzerten in der Sonne. Das ungebändigte Unterhaar fiel ihm immer wieder neckisch über die Schultern und er wischte es geduldig stets zurück. Der blassblaue Saphir glänzte auf seiner hohen, blassen Stirn und die blauen Augen waren von einer Aureole kupferfarbenen Staubes umgeben. Der Lidstrich war schwarz nachgezogen worden und die Lider selber ebenfalls nachgedunkelt. Die sinnlichen Lippen schienen ein wenig zu lächeln, aber die Züge wirkten beherrscht, wenn auch freundlich.

    Hinter ihm saßen zwei Rahjakavaliere auf, die in ihre rotschwarzen Tuchrüstungen gekleidet waren und ihre silbernen Rapiere an der Seite trugen. Beide waren in mittlerem Alter, einer von ihnen blond, der andere dunkelhaarig. Ein weiterer ritt ihnen voraus. Er mochte ungefähr Mitte zwanzig sein und man musste viel von ihm halten, dass er schon jetzt auf eine solche Reise gehen durfte.
    Nodaran lächelte ihnen zu, nickte und zu viert setzten sie sich in Bewegung.

    tbc: Straßen



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