Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

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    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    Der Jesko - 21.03.2006, 22:46

    Irrungen Wirrungen in der Gegenwart
    Hallo allerseits,
    wir haben ja heute vom harry die nette aufgabe gekriegt, irrungen, wirrungen in die gegenwart zu setzen. würde mal gerne so hören, was ihr euch so ausdenkt und außerdem fragen was ihr von meiner haltet:


    Irrungen Wirrungen - Das Bothonium
    „Wenn wir also nun die Karosserie eines Autos aus diesem Gemisch herstellen würden, und es mit einem Stromkreis verbinden, kann es durch Knopfdruck materiedurchlässig wirken.“
    „Verstehe. So wäre ein Unfall, sagen wir mit einem Laternenpfahl, der zu dicht stehen würde vermeidbar, wenn durch die Ladung die Kristalle parallel gestellt werden und so den Laternenpfahl ungehindert hindurchlassen…“, ergänzte Lea seine Gedanken.
    „Genau das!“ Beo ging aufgeregt im Schuppen auf und ab.
    Zwischen den beiden Erfindern stand ein Bottich mit dem mittlerweile erkalteten Kristallgemisch. Als sie das Bothonium, im richtigen Mischungsverhältnis, in einen Stromkreis geschlossen hatten, bemerkten sie, dass der Rührstab noch immer problemlos hindurch stach, obwohl es längst erkaltet und – ohne Strom – hart geworden war.
    Seit dem hatten Lene und er tagtäglich Versuche damit durchgeführt und inzwischen hatte Beo sich an seine Kollegin so gewöhnt, dass er sich Forschungen ohne sie nicht mehr vorstellen konnte – dabei arbeitete sie gerade drei Wochen mit ihm.
    Lea war ein schlaues Mädchen, das sich aber leider keine ordentliche Schulbildung hatte leisten können, und ihre Experimente ähnelten eher Versuchen, etwas Nützliches aus Abfällen zu basteln. Er hingegen hatte von seinen Eltern das Studium an der Chicago University bezahlt bekommen und Dank der richtigen Sponsoren hatte er sich bei seinen letzten Versuchen aus finanzieller Hinsicht nicht zurücknehmen müssen. Aber diese Entdeckung schien derart außergewöhnlich, dass kein Sponsor sie ihm abnehmen wollte – es war nicht sicher genug. Ein materiedurchlässiges Auto war etwas, das sehr viele Probleme verursachen konnte. Und so wurden seine Versuche am Bothonium immer simpler und beliefen sich darauf, das bereits hergestellte Material auf seine Eigenschaften zu testen – mehr von dem Material herzustellen, konnte er sich einfach nicht mehr leisten.
    „Wir kommen ja doch nicht mehr weiter“ sagte Beo resigniert, nachdem sie erneut versucht hatten, die Materiedurchlässigkeit auf eine einzelne Richtung festzulegen.
    „Lass uns spazieren gehen“ meinte Lea und zog ihn mit sich aus dem staubigen Schuppen. Draußen schien die Sonne und es hatte nach mehreren Wochen endlich aufgehört zu regnen. Beo genoss die Abwechslung und das Gefühl, mit Lea etwas zu unternehmen. Sie war ein kleines, braunhaariges Mädchen mit weichen Gesichtszügen und wenn sie lächelte, bildeten sich kleine Lachfältchen neben ihrem Mund und ihre grünen Augen glänzten.
    Sie nahmen die Straßenbahn zum Jacksonpark, in dessen idyllischer Landschaft sie am Einschnitt des Lake Michigans einen Country Club namens „Hank’s“ fanden. Nachdem sie eine Zeit, deren Dauer sie darüber vergaßen, im großen Park umhergeschlendert waren, machten sie es sich in „Hank’s“ gemütlich und verbrachten den ganzen Abend dort mit Hank, der wie ein Farmer vom Midwestern schien. Als es dunkelte, entschieden sie sich, die Nacht hier zu verbringen und sich erst am nächsten Tag wieder ihrem Projekt zu widmen.

    Einige Wochen später, als Beo mit einem Kommilitonen über seine Versuche sprach, und dass selbige für die meisten Unternehmer zu riskant seien, sagte Pete: „Aber du musst das doch ausnutzen! Wie oft hat man schon so eine Entdeckung? Das kannst du doch nicht allen Ernstes am finanziellen scheitern lassen!“. Er gab ihm eine Telefonnummer mit dem Hinweis, sie könne ihm vielleicht weiterhelfen, bevor er sich zur nächsten Vorlesung aufmachte.
    „Kathryn Selletin“, meldete sich eine ältere Frau am anderen Ende der Leitung, als Beo, nachdem er ein Gespräch mit seinem Hypothekenverwalter gehabt hatte, bei der Nummer anrief.
    „Mein Name ist Beo Reygan, ich studiere Chemie an der Chicago University“ grüßte er sie, „Ein Kommilitone von mir, Pete Blake, hat mir ihre Nummer gegeben.“
    „Ah, Pete!“, sagte die Frau erfreut. „Nun, worum handelt es sich?“
    „Ich habe eine viel versprechende Erfindung gemacht, welche aber noch getestet werden muss, bevor ich damit an die Öffentlichkeit gehen kann…“, Beo zögerte, „Nur leider fehlt mir ohne einen Sponsor das Geld dazu“ ergänzte er schließlich leicht verlegen.
    „Das ist ja kein Einzelfall, mein Junge“ erwiderte Kathryn, „Ich verstehe auch, wenn sie am Telefon nicht darüber reden möchten. Was halten sie davon, wenn sie mir ihre Adresse geben und ich es mir einfach mal ansehe und mit ihnen persönlich rede?“
    Beo war etwas überrascht, gab ihr aber seine Adresse und verabredete sich für Montag mit ihr.
    „Nein, es tut mir Leid, morgen können wir uns leider nicht treffen.“
    „Warum nicht?“
    „Ich habe einen möglichen Sponsor eingeladen und möchte sie nicht verschrecken“ gab Beo zu, während er, den Telefonhörer unter die Schulter geklemmt, im Zimmer auf und ab ging.
    „Wer ist es denn?“, fragte Lea enttäuscht.
    „Sie heißt Kathryn Selletin. Du weißt genau, wie nötig ich das Geld habe.“
    „Natürlich. Tu was du nicht lassen kannst. Meld dich dann, ja?“, bat Lea und legte auf.
    Beo verließ, grübelnd an seiner Unterlippe zupfend sein Zimmer und ging in den Schuppen. Hoffentlich war Lea nicht sauer auf ihn. Ihm lag fiel an ihr, aber ohne die Chance, die Kathryn ihm bot, wäre sein möglicher Durchbruch ins Wasser gefallen. Und Lea konnte er schließlich noch später sehen. Den ganzen Abend bereitete er alles für den Besuch von Kathryn Selletin vor, um sie zu seiner Unterstützung zu bewegen und sie von seinem Experiment zu überzeugen.
    „Beo Reygan?“, fragte Kathryn, als sie am nächsten Morgen vor seiner Türe stand.
    „Ganz genau.“
    „Sehr schön“. Die ältere Frau musterte ihn interessiert von oben bis unten und folgte dann seiner Einladung zum Schuppen. Beo merkte, dass sie sich öfters besonders nah an ihn stellte, während er ihr alles zeigte und erklärte.
    „Wenn man also lediglich die beiden Seiten des Autos aus Bothonium bauen würde, so könnten jede Menge teure und ärgerliche Unfälle vermieden werden“ schloss Beo.
    Kathryn schwieg eine Weile. „Das klingt interessant“ sagte sie dann, „Ich denke, ich werde sie ein wenig unterstützen.“
    „Vielen Dank!“
    Kathryn griff nach ihrer Handtasche und zog einen Scheck heraus. „Hier, ich gebe ihnen“, sie füllte den Scheck aus, „sagen wir, 10000 Dollar. Wenn sie mehr brauchen, melden sie sich. Und wenn sie mich aus einem anderen Grund brauchen sollten, rufen sie mich ruhig auf meiner Privatnummer an“ fuhr sie fort und schrieb ihre Nummer auf die Rückseite des Schecks.
    Beo sah sie erstaunt an. „10000 Dollar?“
    „Ich vermute, sie müssen mindestens noch einmal so viel herstellen, um einen Prototyp zu bauen, nicht wahr?“, sagte sie wie selbstverständlich.
    „Was kann ich als Gegenleistung für sie tun?“, fragte er verwirrt, da sie bis jetzt noch keine Forderungen gestellt hatte.
    Sie zwinkerte ihm zu. „Seien sie einfach für mich da!“, sagte sie leise, umarmte ihn und küsste ihn flüchtig auf die Wange. Dann verließ sie, eine Fahne von Parfümduft hinter sich herziehend, den Schuppen und ließ Beo verwundert stehen.

    Sie ist einfach zu durchschauen, dachte Beo als Kathryn ihn ein paar Wochen später erneut besucht und sich, nach ein paar Anspielungen mit derselben Geste verabschiedet hatte. Jeder hat seinen Preis, ich wahrscheinlich auch. Wenn sie mir die ganze Forschung bezahlt, was Tausende werden können, und sich um die Vermarktung kümmert, dann kann ich mich wahrscheinlich nicht lange sträuben. Und die Aussicht auf eine feste Finanzierung aller weiteren Forschungen ist auch verlockend. Es ist ja nicht so, dass sie nicht nett wäre, oder unausstehlich. Mein Gott, ich wäre nicht der Erste, der für Geld heiraten würde. Falls ich mich nicht total in ihr irre, aber bis jetzt hatte meine Menschenkenntnis immer Recht. Aber was ist mit Lea? Ich habe sie schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Was sie wohl so macht? Und was sie wohl zu meinen Gedanken sagen würde?
    Noch am selben Tag schrieb er ihr einen Brief, in der er ihr von den letzten Geschehnissen erzählte. Er teilte ihr mit, dass sie ihm zwar eine große Hilfe gewesen war, er aber nun besser alleine zurecht komme, weshalb sie ihm nicht böse sein sollte. Er wünschte ihr alles Gute für ihr weiteres Leben, bat um eine Antwort und fügte dem Brief 200 Dollar bei, die er vom eingelösten Scheck noch übrig hatte.

    „Nein, dein Film war mindestens genauso gut, glaub mir!“
    „Ach, Unsinn. Sieh dir doch allein mal die Effekte an.“
    „Wenn ich es doch sage. Was sind schon Effekte?“, fragte Lea während sie mit George aus dem Kino kam.
    „Aber der Titel…“, sagte George unsicher und zugleich ihren Widerspruch erwartend.
    „Was ist denn gegen ‚Am Ende des Tunnels’ einzuwenden?“, fragte sie und küsste ihn, um ihn zum schweigen zu bringen.
    Sie hatte George bei einem Kurzfilmfestival kennen gelernt und erst später herausgefunden, dass einer der Filme von ihm gewesen war. George Franklin war relativ erfolglos mit seinen Filmen, aber ein sehr verständiger und liebenswerter Mensch und Lea konnte sich wenig Menschen vorstellen, mit dem es angenehmer sein könnte zu leben.
    Gerade in dem Moment kreuzte Beo die Main Street, auf der Lea und George gerade in Richtung ihrer Wohnung gingen. Am Arm des hoch gewachsenen Blonden ging eine schlanke, jedoch beträchtlich ältere Dame, mit der er sich angeregt unterhielt während sie andauernd vor sich hinkicherte. Sehnsüchtig dachte sie an „Hank’s Country Club“ und die gemeinsam verbrachten Tage, die sie vor mehreren Monaten so glücklich gemacht hatten.
    „Sieh mal dieses merkwürdige Pärchen – sie könnte seine Mutter sein!“, sagte George und lachte, „Manche Leute haben schon merkwürdige Vorlieben.“
    „Ja“ antwortete Lea und beschleunigte ihren Schritt gerade so viel, dass er es nicht bemerkte. „Das ist eben die Großstadt. Ich glaube, ich würde gerne aufs Land ziehen.“
    „Hmm, klingt interessant.“
    „So ein kleines, gemütliches Haus mit Garten und front porch. Das wäre was für mich“ fuhr sie fort. Sie gingen weiter sich unterhaltend an den blinkenden Leuchtreklamen der Innenstadt vorbei, während die Autos auf der Straße im üblichen Alltagslärm aufbrausten und hupten. Ein rotes Cabrio raste an ihnen vorbei und dematerialisierte seine Seite, kurz bevor es in der Kurve fast einen Laternenpfahl mitriss. Wenigstens heißt es „Bothonium“, dachte sie. Eine Welt voller „Beonium-Autos“ hätte sie nicht ertragen.



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    DIESEL - 27.03.2006, 19:52


    Was soll man da noch sagen!? Ist echt gut geworden. Bin mal gespannt, was Harry dazu meint. Von meiner Seite aus: Daumen hoch!!!!



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    Der Jesko - 03.04.2006, 21:51


    danke. hmm, scheint sonst keiner deutschhausis zu machen?



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    DIESEL - 03.04.2006, 21:59


    Irgendwie nich so wirklich!!



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    Der Jesko - 03.04.2006, 22:01


    Heeeeeeeeeeeeeyy, ich bin nicht allein!
    ps: und haste dich übers packet gefreut?



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    DIESEL - 03.04.2006, 22:23


    JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! Hab ich!!!! :mrgreen: :mrgreen:



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    LaGio - 03.04.2006, 22:55


    @ Jesko:

    Du solltst vielleicht noch dein Bernd - Beo verändern... oben steht noch Bernd...



    Re: Irrungen Wirrungen in der Gegenwart

    Der Jesko - 04.04.2006, 18:35


    danke. erledigt.



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