Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

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    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    matthes - 14.03.2006, 09:42

    Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder
    Zitat: Giordano kritisiert Gas-Aktion in Synagoge

    Der spanische Künstler Santiago Sierra leitet Autoabgase in eine Synagoge in Pulheim-Stommeln und nennt es Kunst. Der Zentralrat der Juden und Publizist Ralph Giordano reagieren mit Entsetzen, die Stadtverwaltung weist jede Verantwortung von sich.

    "Ich spreche diesem Herrn jede Künstlerschaft ab", sagte der jüdische Publizist Ralph Giordano im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Als "Niedertracht sondergleichen" bezeichnete er die Aktion des spanischen Künstlers Santiago Sierra in dem früheren jüdischen Betshaus in Pulheim-Stommeln. "Den Opfern des Holocaust und natürlich den Überlebenden, bleibt hier in Deutschland auch wirklich nichts erspart", so Giordano weiter.

    Sierra, bekannt für seine provokanten Kunstaktionen, hatte gestern die Abgase von sechs Autos über Schläuche in die alte Synagoge geleitet. Dort sollte das Kohlenmonoxid eine "tödliche Konzentration" entfalten. Das Publikum konnte das Gebäude mit Gasmasken betreten.

    Die Stadtverwaltung der nordrhein-westfälischen Gemeinde nahe Köln plant, die Aktion in der Synagoge bis zum 30. April einmal in der Woche durchzuführen. Giordano forderte den Bürgermeister auf, "diesem Spuk sofort ein Ende zu bereiten". Er schloss sich damit den Forderungen des Zentralrats der Juden in Deutschland an. "Das Kunstprojekt von Santiago Sierra ist ein Skandal. Dies ist eine niveaulose Provokation auf Kosten der Opfer des Holocausts", sagte Generalsekretär Stephan Kramer in einer ersten Reaktion. "Das fiktive und geschmacklose Kunstspektakel verletzt nicht nur die Würde der Opfer des Holocausts, sondern der jüdischen Gemeinschaft", so Kramer weiter.

    Sierra selbst will mit der umstrittenen Aktion "das Gedenken an die unzähligen Juden in Ehren halten, die im 20. Jahrhundert brutal ermordet wurden", wie er in der Broschüre zu seiner Aktion schreibt. Für ihn sei das Projekt "eine Arbeit gegen die Banalisierung der Erinnerung an den Holocaust". Die Aktion sei "allen Opfern und jedem einzelnen Opfer von Staatsmacht und Kapital gewidmet".

    Ob die alte Synagoge tatsächlich bis April wöchentlich mit hochgiftigem Gas gefüllt wird, wollte die Stadtverwaltung von Pulheim-Stommeln heute nicht sagen. Angelika Schallenberg von der Kulturabteilung der Stadt, die den Künstler eingeladen hatte, wies gegenüber SPIEGEL ONLINE jede Verantwortung für die umstrittene Aktion von sich. "Wenn ein Künstler eingeladen ist, dann gibt es nichts mehr zu erlauben. Es gibt keine Zensur", sagte Schallenberg. Die Reaktionen anderer Leute könne sie nicht berücksichtigen.

    Giordano sagte, all denen, die das Projekt unterstützten und sich dabei auf die Meinungsfreiheit beriefen, könne er "nur raten, ihre Einstellung zu den Menschenrechten zu überdenken". An Santiago Sierra gewandt, erklärte der Schriftsteller: "Meine Familie und ich, wir hatten jahrelang Angst vor dem jederzeit möglichen Gewalttod, das war unser zentrales Lebensgefühl. Und ich denke seit gestern darüber nach, was wir wohl dabei empfunden hätten, wenn die Zukunft voraussehbar gewesen wäre und wir von dieser Aktion gehört hätten. Ich glaube, wenn Santiago Sierra jemals auch nur annähernd in unserer Situation gewesen wäre, hätte er sich das Pulheimer Machwerk verkniffen."

    Irgenwie frag ich mich ob manche Menschen kein Hirn mehr haben.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Gunnar - 14.03.2006, 11:33


    Im Grunde hat Schallenberg ja Recht. Keine Zensur. Aber trotzdem bleibt für mich irgendwie ein bitterer Nachgeschmack bei dieser Art von Kunst.

    Finde den Titel übrigens unpassend:
    Das hat nichts mit Deutschland explizit zu tun. Das war ein spanischer Künstler. Und wie wir ja alle wissen waren die Spanier ja auch mal Faschisten. :P Warum dann nicht in "Wir Spanier schaffens einfach immer wieder" umbenennen?
    Immer dieses coole Anti-Nationalismus-Gesülze ... *seufz*



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Jonathan - 14.03.2006, 15:23


    Gunnar hat folgendes geschrieben:
    Das hat nichts mit Deutschland explizit zu tun.
    Pullheim ist aber wohl in Deutschland und ich denke dass matthes Kritik (völlig zu recht) an die dortige deutsche Vewaltung geht, die dies ja genehmigt & billigt bzw. sogar durchführt. Außerdem sollte es auch grenzen geben und wenn in eine (alte) Synagoge, also ein gotteshaus gas geleitet wird, ist diese eindeutig überschritten.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Malte - 14.03.2006, 15:25


    wie gesagt er macht nichts verbotenes und desswegen kann man ihm das schlecht verbieten :cry:



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Gunnar - 14.03.2006, 15:41


    Trotzdem hat die Art von Kunst nichts mit Deutschland zu tun. Das "Kunstwerk" wird zwar in Deutschland ausgestellt, aber das ist doch für MICH nebensächlich. Mir gehts um die Kunst. Das ist das Problem. Nicht das Verhalten des Politikers. Schließlich kann er es nicht einfach verbieten: Es ist schließlich ein Kunstwerk GEGEN Rassismus und den Shoa. Man kann also politisch und rechtlich gesehen nichts anstößiges daran finden. Der Mann hat also nach dem Gesetz und den Normen der BRD gehandelt und nicht nach der eigenen Meinung. Und das sollte ein Politiker tun.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Jonathan - 14.03.2006, 15:49


    Gunnar hat folgendes geschrieben: Der Mann hat also nach dem Gesetz und den Normen der BRD gehandelt und nicht nach der eigenen Meinung. Und das sollte ein Politiker tun.
    Da muss ich dir leider wiedersprechen, ein politiker sollte nach besten (ge)wissen und denken innerhalb der geltenden gesetze handeln, also nicht nicht nach seiner eigenen Meinung, und nicht alles was erlaubt ist muss man unterstützen,denn nicht alles was erlaubt ist ist gut, und erst recht nicht auf teil stadtverwaltungskosten Zitat:

    Zitat: Das "Kunstwerk" wird zwar in Deutschland ausgestellt,
    und zwar von einer deutschen stadtverwaltung
    Die Stadtverwaltung der nordrhein-westfälischen Gemeinde nahe Köln plant, die Aktion in der Synagoge bis zum 30. April einmal in der Woche durchzuführen. [/b]
    hat also durchaus etwas mit den repräsentanten deutschlands zu tun



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Gunnar - 14.03.2006, 15:59


    Ich stimme dir ja zu, dass es ein unnötige Aktion ist. Aber trotzdem trifft die Schallenberg keine Schuld. Denn schließlich macht er nichts unrechtes oder seh' ich das etwa auch falsch?



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Malte - 14.03.2006, 16:02


    ne ne das siehst du schon richtig unrecht is da nix dran.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Don Dobrily - 14.03.2006, 19:25


    Jonathan hat folgendes geschrieben: Gunnar hat folgendes geschrieben: Der Mann hat also nach dem Gesetz und den Normen der BRD gehandelt und nicht nach der eigenen Meinung. Und das sollte ein Politiker tun.
    Da muss ich dir leider wiedersprechen, ein politiker sollte nach besten (ge)wissen und denken innerhalb der geltenden gesetze handeln, also nicht nicht nach seiner eigenen Meinung, und nicht alles was erlaubt ist muss man unterstützen,denn nicht alles was erlaubt ist ist gut, und erst recht nicht auf teil stadtverwaltungskosten Zitat:

    Zitat: Das "Kunstwerk" wird zwar in Deutschland ausgestellt,
    und zwar von einer deutschen stadtverwaltung
    Die Stadtverwaltung der nordrhein-westfälischen Gemeinde nahe Köln plant, die Aktion in der Synagoge bis zum 30. April einmal in der Woche durchzuführen. [/b]
    hat also durchaus etwas mit den repräsentanten deutschlands zu tun


    Abgeordnete sind nebenbeigesagt nicht irgendwem oder irgendwas verpflichtet, sondern nur ihrem eigenen gutdünken.
    Moralisch gesehen, sind sie dem Volk verpflichtet, aber rechtlich gesehen ist das nicht geregelt.
    Das Politiker sich an einen gewissen ehrenkodex gebunden fühlen sollten, ist hier - denke ich - jedem bewusst.
    Für äußerungen im 'Parlament können nicht belangt werden, es sei denn, es verstößt gegen geltende gesetze.
    Zudem genießen die abgeordneten 'Immunität, die sie während der amtszeit schützt.

    Zwar ist diese Frau von der Kulturabteilung wohl keine Abgeordnete, sondern lediglich eine Vasallin der dort regierenden, deswegen hat sie sich dem geltenden Recht zu fügen.
    sie bekommt aufträge von der Regierung - in ihrem falle "für genügende Kultur" zu sorgen - und diese führt sie aus. dass sie gewisse vorgaben erhält, ist klar, aber der rest entscheidet sich in ihrem Verantwortungsbereich. und wenn sie meint, dass es so stimmt, und nicht gegen auflagen "von oben" verstößt, ist ihr handeln völlig legitim. wozu bräuchte man sie denn sonst, wenn sie parktisch keine Handlungskompetenz hätte? dann könnte die regierung die beschlüsse selber nach ihren vorgaben umsetzen, und sich einen Beamten sparen.

    Und wie schon festgestellt, ist ihr handeln strafrechtlich nicht verfolgbar, sie kann demnach nicht belangt werden.
    Ob nun gut ist, oder nicht was sie tut, ist eine völlig andere sache.


    Persönlich ist es mir schnurz, ob sich irgendein Ralph Giordano in der Bundesrepublik verfolgt fühlt, auf den schlips getreten fühlt oder belästigt.
    Sofern keine rechtlichen Grenzen überschritten werden, ist er nicht mehr und nicht weniger als ein Bürger.
    Da ändert auch sein status als Publizist nichts drann. Wenn er akzeptiert dass seine Frau Sterbehilfe bekommt, die in der BRD verboten ist, soll er sich nicht über potentielle gesetzesverstöße aufblasen.
    Wenn ihm die Meinungsfreiheit nicht passt, kann er gerne gehen. das sind die vorzüge eines höchst demokratischen Staates.

    Soweit meine Meinung zur Meinungsfreiheit, und anderen hochtrabenden schlagwörtern, die schon lange nicht mehr erfüllt werden in der ach so guten BRD



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    matthes - 14.03.2006, 20:49


    OMG, ich wollte nur kurz und knapp darauf hinweisen, dass ich das nicht gut heiße und dass ich es unmöglich von einer Komune finde eine ehemalige Synagoge an einen Künsterler zu vermieten, der Autoabgase hineinleitet. Was ja wie man weiß früher eine Methode der Nazis war.
    Und ich hab den Titel des Beitrags mit absichtlich so gewählt, da es in zu solchen unsensibelen Sachen ja bei uns häufiger kommt.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Malte - 14.03.2006, 20:56


    mathes dir muss aber klar gewesen sein das zu diskussionen zu dem topic kommt oder.

    sei ehrlich^^



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Arne - 14.03.2006, 21:02


    war klar

    ne Gute Aktion find ich den neuen Film mti Helge schneider.. da macht nen jüdischer Regisseur ne Hitler-Parodie mit unserem Helge



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    matthes - 14.03.2006, 21:08


    Ne eignetlich nicht, da ich dachte ihr lehnt dat auch ab, aber egal.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Gunnar - 14.03.2006, 22:56


    Also das die Nazis Synagogen vergast haben wär mir neu. Verbrannt und abgerissen (siehe Viktoriaplatz) vielleicht. Und auch Juden und Staatsgegner im KZ vergast. Aber beides zusammen? Nein. Falsch. Es sei denn du lieferst mir den Gegenbeweis.



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    matthes - 14.03.2006, 23:08


    Abtranzport von Juden in Kraftwagen wo die Abgase in den Transportraum geleitet wurden, das meinte ich damit



    Re: Wir Deutschen schaffens einfach immer wieder

    Pia - 14.03.2006, 23:39


    Don Dobrily hat folgendes geschrieben: Persönlich ist es mir schnurz, ob sich irgendein Ralph Giordano in der Bundesrepublik verfolgt fühlt, auf den schlips getreten fühlt oder belästigt.
    Sofern keine rechtlichen Grenzen überschritten werden, ist er nicht mehr und nicht weniger als ein Bürger.
    Da ändert auch sein status als Publizist nichts drann. Wenn er akzeptiert dass seine Frau Sterbehilfe bekommt, die in der BRD verboten ist, soll er sich nicht über potentielle gesetzesverstöße aufblasen.
    Wenn ihm die Meinungsfreiheit nicht passt, kann er gerne gehen. das sind die vorzüge eines höchst demokratischen Staates.

    1. bin ich mir gar nicht sicher, ob der Künstler nicht gegen ein Gesetz verstößt.
    Gibt es nicht Gesetze, die solche Formen von "Religionsbeleidigung"
    , die meiner Meinung nach bei dem Mißbrauchs eines jüdischen Gotteshauses gegeben ist, verbieten? (Bsp: Es gibt doch auch das Gesetz, welches dafür gesorgt hat, dass der Mann, der die Koran-Klopapierrollen an die Moscheen verschickt hat, ein Jahr auf Bewährung bekommen hat. War doch auch auf sowas begründet, wenn ich mich nicht täusche.) Soll heißen, wenn ihn jemand anzeigen würde, dürfte auch er drankommen.

    2. hat er sich doch laut dem zitierten Artikel gar nicht gegen die Meinungsfreiheit ausgesprochen, sondern nur gesagt, dass die Haltung zu Menschenrechten überdacht werden sollte. Daraus lese ich, dass darüber nachgedacht werden soll, ob eine solche "Kunst" nicht gegen Menschenrechte in gewisser Weise verstößt. Ich weiß es nicht, was er damit meint, das weiß er nur selber. Bei letzerer Interpretation, müsste ich ihm aber eventuell zustimmen. Eine solche Sache ist im weitesten Sinne aufgrund der Missachtung der religiösen Gefühle und des geschichtlichen Kontextes ein Verstoß gegen Menschenrechte. Nach letzerer Argumentation wäre es dann auch kein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, wenn solche Aktionen untersagt werden.

    3. muss ich persönlich sagen, dass es eine Beleidigung sämtlicher Künste ist, solche Geschmacklosigkeiten als Kunst zu verkaufen. Der Typ hat einen an der Klatsche und sollte mal einen Psychiater aufsuchen. Sich selber durch eine solch makabere Provokation in die Zeitungen zu bringen ist mehr als krank.



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