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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Brisëis - Moginal Forenurl: Klick aus dem Unterforum: RP only Antworten: 2 Forum gestartet am: Dienstag 22.05.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Prolog von "Schattenpfade - Laurëas Geschichte" Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 11 Monaten, 27 Tagen, 14 Stunden, 16 Minuten
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Re: Prolog von "Schattenpfade - Laurëas Geschichte"
Brisëis - 27.03.2008, 16:01Prolog von "Schattenpfade - Laurëas Geschichte"
Die Nacht der ungezählten Tränen
Zitternd und in eine Ecke gekauert sass Laurëa da. Eine grobe Wolldecke war über ihre Schultern geworfen, welche sie unaufhörlich juckte, aber sie war zu müde um das weiter zu beachten. Mit grossen Augen blickte sie zu den anderen auf, die sich flüsternd und zischend stritten. Ihre Gesichter waren vor Wut und Hass verzerrt und kaum jemand war in der Lage sich zu beherrschen, doch schafften sie es irgendwie trotzdem, beinahe lautlos zu sein.
"Vater, ich bitte Dich! Lass mich sie wegbringen bevor es zu spät ist! Die Schergen haben das Viertel beinahe durchkämmt - nicht mehr lange und man wird den zugang entdecken." Laurea starrte wortlos und ängstlich zu ihrem Bruder. Sein wunderschönes sanftes Gesicht war von Russ und Blutspritzern verschmiert und das sonst so wallende goldleuchtende Haar war stumpf und hing wirr an seinem Kopf herab. Er blickte schwer atmend zu seinem gegenüber und schien eine Antwort abzuwarten.
Laurëa folgte dem Blick und ihre grossen leuchtenden Augen sahen nun zu ihrem Vater auf. Sein Blick traf kurz den ihren und Laurea wollte ihn anlächeln, zeigen das sie garkeine Angst hatte. Sie wusste er liebte ihr lächeln, doch ehe sie ihre Mundwinkel bewegen konnte, drehte er den Blick wieder weg und sah seinem Sohn in die Augen.
"Du wirst gehen... Nehmt die Kanäle, steigt ins Wasser und geht immer an den Mauern entlang. So könnt ihr euch bis in die Nähe der Tore ungesehen fortbewegen. Pass auf das sie nicht abrutscht..."
"Ja, Vater..."
"Ihr steigt am Markt aus dem Wasser, haltet Euch im Schatten der Häuser. Geh NICHT zum Tor, geht zum Greifen und seilt euch von dort..."
Ein lauter Schrei gellte durch die Nacht, sehr viel näher als die übrigen - eine verzweifelte Stimme schrie ihre Qual und ihren Schmerz hinaus. Laurea hatte diese Schreie heute schon zu hunderten gehört - ebenso viele hallten schon seit ihrem plötzlichen Aufbruch aus allen Richtungen durch die Nacht. Sie wusste das ein weiterer ihres Volkes unter Schwertern und Keulen zusammengebrochen war. Ihr Vater hatte ebenso viele gehört in dieser Nacht, doch unterbrach er jedesmal seine Rede und hielt inne, um in kurzem Gebet für die Seele des Bruder oder der Schwester den Kopf zu senken.
"Vater, BITTE! ... wir müssen los, sie sind schon ganz nah...". Ihr Bruder sah ihren Vater beschwörend an und suchte seinen Blick als der wieder seinen Kopf hob um weiter zu sprechen.
"Beim Greifen seilt ihr euch in den Graben ab, lass SIE vorgehen.... ich werde hier bleiben."
"Vater, ich komme zurück und hole dich..."
"NEIN! Kümmert euch nicht um mich - ich muss zum König und ihn bitten diesen Wahnsinn zu beenden bevor wir ALLE ausgelöscht werden!"
"Vater..."
"Schweig! Gehorche mir!" Die Luft knisterte und ihres Vaters Augen leuchteten hell im Halbdunkel der Gasse auf, sodaß ihr Bruder sogleich schwieg und nur noch ein leises "Ja Vater" hauchte.
Laurea zuckte unwillkürlich zusammen. Sie wusste dieser Blick duldete keinen Widerspruch und seine Worte waren die Worte eines Mannes der es gewohnt war zu befehlen. Und der erwartete, dass man seinen Befehlen widerspruchslos gehorchte. Als Oberhaupt ihres Hauses und erster Truchsess stand ihm das auch zu wie sie wusste.
"Geht jetzt, und zögert nicht....egal was ihr hört!"
"Ja Vater..."
Laurea blickte zu ihrem Bruder auf, der ihr seine Arme hinhielt. Sie streckte die Arme aus und wurde von seinen starken händen, die sie unter ihren Armen fassten, in die Höhe gehoben und auf die Füsse gestellt. Die Decke glitt dabei auf den Steinboden der Gasse zurück und ihr schauderte als sie kalte Nachtluft auf ihrer Haut spürte.
Sie suchte den Blick ihres Vaters, doch hatte der sich schon umgedreht und lauschte hinaus in die Nacht auf den Tod, der sich ihnen unaufhörlich näherte. Laurea machte eine hilflose Geste zu ihrem Bruder, der ihr kurz tröstend über das Gesicht streichelte und sie dann an der Hand nahm. Ohne ein weiteres Wort zu ihrem Vater zog er sie mit. Sie öffnete den mund, wollte ihrem Vater noch einen Abschied zurufen, ihm sagen das sie ihn liebte... doch wusste sie das Eile und Lautlosigkeit nun ihre verbündeten waren und sie zu schweigen hatte.
Durch einen schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern, kaum breiter als sie selbst, traten sie hinaus auf die Strasse. Die Kanäle plätscherten zu ihren Füssen und eine Steintreppe führte hinab zum Wasser. Ihr Bruder blickte sich hastig nach allen seiten um, schubste sie dann in richtung Treppe und schlich, sich immer wieder umsehend, hinter ihr her.
Langsam stieg sie die Treppe hinab zum Wasser, legte ihre Hand auf die kalte Steinmauer, zögerte kurz und stieg dann Stufe für Stufe ins Wasser bis es ihr zum Hals reichte. Das Wasser war kalt und stach auf ihre Haut ein wie tausend Nadeln - dennoch verlor sie kein Wort und wartete auf ihren Bruder der nun ebenfalls ins Wasser glitt und sie dann an ihrem Arm zur Wand zog...er legte einen Finger auf seinen Mund und deutete ihr so zu schweigen.
Schritte näherten sich und Stimmen erschollen... kehlige Stimmen in der Sprache der Allianz und Laurea verzog angewidert das Gesicht. Sie hasste diese Sprache - wie sie überhaupt alles in dieser Stadt hasste. Diese Stimmen waren widerwärtig und sie hasste ihren Klang.
Jemand rief in befehlendem Ton ein paar Worte, dann entfernten sich die Schritte - kurz darauf durchbrach ein Schrei die Nacht, dem viele weitere folgten. Aber das waren keine Stimmen ihres Volkes. Es waren Stimmen der Allianz die ihrem Tod begegnet waren. Laurea blickte fragend zu ihrem Bruder hoch der starr an die Wand gelehnt stand, das Wasser bis zur Brust und in die Nacht starrte als warte er auf etwas.
Eine gewaltige Stimme erscholl und spie voller Hass nur EIN Wort hinaus:
"AZSHARAAAA"
Dann erstarb die Stimme ihres Vaters, die ihr so wohlbekannt war. Zitternd suchte sie nach der Hand ihres Bruders der nun die Augen geschlossen hatte und den Kopf senkte. Ihre Augenlider zitterten und sie kämpfte mit den Tränen. Ihr Bruder ergriff ihre Hand und zog sie mit sich, seitwärts schreitend, an die Wande der Kanäle gepresst, glitten sie durch das kalte Wasser den Stadtmauern entgegen...[/b]
Re: Prolog von "Schattenpfade - Laurëas Geschichte"
Moginal - 29.03.2008, 19:09
((Schöne Geschichte, man fühlt richtig mit. Der Holzfäller erinnert mich an den typ aus popye der immer nur Burger gefressen hat.
Will mehr! ))
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