Das Auge von Trillian

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    Re: Das Auge von Trillian

    Baphemot - 21.04.2008, 15:35

    Das Auge von Trillian
    Euch ist vielleicht aufgefallen, dass ich in letzter Zeit etwas "abwesend" bin, sprich nicht mehr so aktiv bin wie früher - heute erfahrt ihr den Grund dafür, ich schreibe nämlich gerade an einen kleinen Projekt. Und da ich immer etwas Aufmerksamkeit brauche, lass ich euch an meinen kleinen Projekt teilhaben, dem einen oder anderen wird die Geschichte etwas bekannt vor kommen xD


    Kapitel 1 Blaues Feuer

    Es war ein Tag wie jeder andere im kleinen Dorf Pikon. Die Männer des Dorfes gingen ihrer üblichen Arbeit auf den Feldern oder im Wald nach, die Frauen erledigten ihre Arbeiten, sei es das Aufhängen der Wäsche - -damit diese trocknet -, das Fegen der Stube oder das Vorbereiten des Mittagessens. Die Kinder tollten auf den Straßen des Dorfes herum, spielten Fangen oder heckten Streiche aus. Die Jugendlichen des Dorfes genossen ihren freien Tag, verbrachten diese entweder beim Angeln am "Silver River", der nicht unweit von Pikon entfernt durch den Wald floss oder beim einfachen Beisammen sein mit Freunden. "Kommt Constantine nicht heute zurück?" fragte Timothy seinen besten Freund Seth, während er einen Wurm auf seinen Angelhacken spießte. Die beiden saßen an einer der breitesten Stellen des Flusses, ließen ihre Beine ins Wasser baumeln und hatten sich aus zwei Stöcken zwei provisorische Angeln gebaut. "Ja, meine Mutter ist schon ganz aufgeregt deswegen, die macht schon den ganzen Tag nichts anderes als Putzen und Kochen." Antwortete der 12-Jährige und zuckte beiläufig mit den Schultern.

    "Und du freust dich gar nicht? Ich meine, du hast ihn seit fünf Jahren nicht mehr gesehen und immerhin hat der den Abschluss an der Akademie geschafft, verstehst du an der Akademie, das hat in unserem Dorf noch Keiner." Gab Timothy zurück und wollte noch etwas hinzufügen, doch sein Gedankengang wurde von dem Zucken seiner Angelrute unterbrochen "Ich hab einen, Seth! Ich hab einen!" rief er aufgeregt aus und zog mit aller Kraft an seiner Angel. "Hilf mir, ich kann ihn nicht halten" stöhnte der Junge und stemmte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen. "Ach Tim, du bist ein Schwächling." Seufzte Seth, legte seine Angelrute neben sich hin und rappelte sich langsam auf. "Komm schon! Ich schaffs nicht mehr lange!" ächzte Tim, der vor lauter Anstrengung schon ganz Rot im Gesicht wurde. Mit vereinten Kräften – oder besser gesagt nach einem kurzen Ruck von Seth an Timothys Angelrute – hatten sie den Kampf gewonnen. "Sehr toll gemacht großer Angelmeister …" kicherte Seth und musste sich vor Lachen den Bauch halten "… du hast einen alten Stiefel gefangen." "Jaja, ich lach mich tot." Brummte Timothy, löste den alten, löchrigen Lederstiefel von seinem Hacken und warf ihn zurück ins Wasser "sehr witzig …"




    Es dämmerte bereits, als sich Seths und Timothys Wege an Timothys Haus trennten. "Grüß Constantin von mir." Verabschiedete Tim sich und winkte seinem Freund zu. "Mach ich, wir sehn uns dann Morgen." Gab Seth zurück, winkte zurück und ging dann über den Hauptplatz des Dorfes, oder besser gesagt ging er die ersten fünf Meter, den restlichen Weg rannte er nach Hause, er konnte nicht einmal mehr die paar Minuten abwarten um zu sehen, ob sein Bruder schon zu Hause war. Timothy gegenüber hatte er nicht zugegeben, dass er sich freute, dass sein Bruder nach fünf Jahren wieder heim kehrte, doch in Wirklichkeit war er diese Nacht die ganze Zeit vor Aufregung wach gelegen.


    "Ist er schon da?!" rief Seth, nachdem er die Tür zu seinem Elternhaus aufgestoßen hatte und sah sich mit großen Augen im Wohnzimmer der Agamons um. "Nein, Schatz." Antwortete die lieblich zarte Stimme seiner Mutter, Kailina Agamon, die noch immer am Herd in der kleinen Kochnische stand und das Willkommensessen für ihren Sohn Constantin vorbereitete. Enttäuscht ließ Seth die Tür hinter sich zu fallen, nahm am Esstisch im Wohnzimmer platz, verschränkte dir Arme auf dem Tisch, legte seinen Kopf darauf und beobachtete seine Mutter bei ihrer Arbeit. "Glaubst du, dass er noch lange braucht?" fragte er dann betrügt. Obwohl seine Mutter mit dem Rücken zu ihm stand, wusste er, dass sie nun lächelte, Kailina schnitt gerade ein paar Kräuter klein und warf diese geschickt in den Topf – indem gerade ein Eintopf vor sich hin blubberte, hinein. "Du kennst deinen Bruder doch, schickt man ihm zum Markt um Milch zu holen, braucht er solange, dass die Milch zu Sauerrahm wird, er kommt schon noch, keine Panik" Seth seufzte nur, rückte geräuschvoll seinen Stuhl zurück und wollte sich hinauf in das Obergeschoß das Hauses, wo sein Zimmer lag, verziehen. "Junger Mann" hielt ihn die mahnende Stimme seiner Mutter auf, als er gerade den ersten Fuß auf die Treppe gesetzt hatte "wo willst du hin? Geh hinunter zum Feld" Wies sie den Jungen an während sie sich in ihrer Schürze ihre Hände abwischte "und hol deinen Vater." "Mach ich Mutter." Meinte Seth dann nur noch und machte sich auf den Weg.

    Die "Wirtschaft" Pikons lebte hauptsächlich von den landwirtschaftlichen Gütern, die, von den von den Dorfbewohnern bestellten Feldern, stammten. Wer keinen Grund besaß, verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Holzfäller. David Agamon besaß ein kleines Fleckchen Land, das er als Anbaufläche für Getreide oder als Weidefläche für sein Vieh nützte, jeden Tag stand er pünktlich zur selben Zeit auf um bis spät Abends auf seinen Feldern zu arbeiten, dabei war David Agamon weiß Gott kein Farmer gewesen, wie sein Vater diente er ab seinem 18. Lebensjahr in der königlichen Garde, in der er sich innerhalb kürzester Zeit hochgearbeitet hatte und an vorderster Front in der Schlacht um Valun kämpfte. Nachdem die Vasgunen besiegt waren, wurde er zur Palastwache des Königs versetzt in der er noch ein Jahr diente, bevor er aus dem Dienst ausschied um mit seiner Familie nach Pikon zu ziehen.

    Inzwischen war es schon dunkel geworden, als Seth endlich die Felder erreichte und gegen die Tür der Stallung klopfte. "Komm rein." Wurde er von der Stimme seines Vaters aufgefordert. "Vater …" Seth war eingetreten – der Geruch von Heu und Kühen schlug ihm entgegen – und er ließ seinen Blick durch den Stall wandern, konnte seinen Vater aber nirgendwo ausmachen "… wo bist du?". "Hier mein Junge." Keuchte David und tauchte in einer der Pferdeboxen auf. Seth glich seinen Vater wie einem Spiegelbild, zwar einem 26 Jahre ältern Spiegelbild, aber die Ähnlichkeit war verblüffend. Die braunen, schulterlangen, leicht gelockten, Haare, die durchdringenden, hellblauen Augen und das markant-kantige Gesicht, all das traf zu 100 Prozent auf einen Agamon zu.

    "Ich hab nur gerade die Boxen sauber gemacht." Meinte David, während er die Box hinter sich verschloss. "Mutter hat gesagt ich soll dich holen." "Warum, ich bin doch gerade erst …" begann David und sah aus einen der Fenster der Stallung und stockte, als er bemerkte, dass es schon dunkel geworden war. "oh, Constantin ist doch noch nicht zurück?" fragte er und verschloss dann die restlichen Boxen. Seth nickte nur und David atmete erleichtert auf. "Gut, dann beeilen wir uns." David fuhr seinen Sohn durchs Haar und zerzauste es ihm. "Morgen werd' ich eure Hilfe brauchen." David verschloss das Tor der Stallung, Seth nickte nur selbstverständlich und zusammen machten sich die Beiden auf den Weg zurück nach Hause.



    Stille herrschte am Abendbrottisch der Familie Agamon, das Mahl, das Kailina den ganzen Tag vorbereitet hatte, stand unangerührt am Tisch, man wartete nur noch auf den speziellen Gast, für dem es zubereitet wurde. "David, ich mache mir Sorgen." Meinte Kailina, nachdem die Turmuhr des Dorfes mit sanften Glockenschlägen die letzte Stunde des Tages einläutete. "Schatz, ich sag dir Constantin geht es gut, er ist wahrscheinlich in der Akademie aufgehalten worden." Versuchte David seine Frau zu beruhigen, auch wenn er wusste, dass es nicht viel bringen würde. "Ich hab dir gesagt es ist keine Gute Idee ihn alleine herkommen zu lassen!" rief sie nun aus. "Kailina, er ist 18 Jahre alt und kein Kind mehr, außerdem, glaub mir, er weiß wie er sich verteidigen kann, ihm wird schon nichts zugestoßen sein." Seine Ehefrau holte gerade Luft um zu antworten, hielt dann aber inne, als von Draußen sich jemand den Haus näherte. David stand auf und machte sich schon bereit die Tür für seinen Sohn zu öffnen - die Schritte wurden lauter, kamen näher und gingen am Haus der Agamon's vorbei. "Nur die Stadtwache" seufzte David, nachdem er durch das Fenster neben der Tür gespäht hatte und ließ sich enttäuscht wieder auf seinem Platz nieder.


    Leise stimmte die alte Standuhr im Wohnzimmer der Agamons in das Glockenspiel der Turmuhr des Dorfes ein, inzwischen war es 2 Uhr nachts – Seth war kurz nach Mitternacht von seinen Eltern schlafen geschickt worden, man wollte ihn aufwecken wenn sein Bruder eingetroffen war. Kailina saß noch immer am immer am Esstisch, der mittlerweile zwar abgeräumt war, und krallte ihre Hände in ihre Schürze. "Vor 7 Stunden hätte er da sein sollen, 7 Stunden! David ich schwör dir, wenn meinen Jungen etwas passiert ist, werde ich mir das nie verzeihen können." Ihr war die Anspannung deutlich anzusehen, sie war kreidebleich im Gesicht und zitterte vor Aufregung fast am ganzen Körper. "Kailina, komm, leg dich ein bisschen hin, ich werde auf Constantin warten, mach dich jetzt nur nicht fertig." David hatte den Arm um die Schulter seiner Frau gelegt. "Ich garantiere dir, wenn du später aufwachst, geht es dir viel besser und Constantin wird auch schon da sein." Redete er auf sie ein, während er seine Frau zum elterlichen Schlafzimmer führte.

    Wieder näherten sich jemand dem Haus – "Das ist aber nicht die Wache, die ist doch erst für einer viertel Stunde hier durch gekommen" bemerkte David und löste den Griff von seiner Frau. Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Knall, ein dutzend spitzer Schreie folgten, ein schriller – schon fast verstörender Glockenton ertönte. "David, was ist da draußen los?" fragte Kailina ihren Mann, der wieder am Fenster neben der Eingangstür stand. Zuerst antwortete er nicht, sonder starrte mit eiserner Mine auf die Straße hinaus, ein bläuliches Leuchten erhellte sein Gesicht. "Räuber." Antwortete er und riss seinen Blick vom Fenster los. "Hol Seth und versteck dich mit ihm im Keller." Wies David Kailina an, die wie angewurzelt da stand und ihren Ehemann anstarrte, während dieser im Schlafzimmer verschwand. "Was ist mit dir, du willst doch nicht da raus!?" rief sie ihm nach. "Hol Seth und versteck dich mit ihm im Keller." Wiederholte David, als er – bewaffnet mit einem Schwert – zurück aus dem Schlafzimmer kam. "Mach schon!" rief er in einem Ton, der keinen Widerspruch zuließ, wartete bis seine Frau die Treppe ins Obergeschoss erklommen hatte, wandte sich dann ab und lief hinaus auf die Straße – mitten ins Chaos.

    Schon seit Stunden hatten die Räuber Pikon umstellt und nur auf den Befehl, der sie zum Angriff aufforderte, gewartet um das kleine Dorf den Erdboden gleich zu machen. Das Dorf war den Horden von Räubern nicht gewachsen, nicht einmal die königlichen Wachen, die durch das Dorf patrouillierten konnten ihnen etwas entgegen setzten, Mann für Mann fiel entweder durch eine Klinge, einen Pfeil, Bolzen oder einen magischen Feuerball der Räuber. Eine Gruppe von Männern versuchte sich am Hauptplatz des Dorfes den Räubern zu stellen, doch ohne Erfolg, sie wurden einfach nieder gerannt.

    Frauen und Kinder liefen auf den Strassen umher, viele wurden von den Räubern aus ihren Häusern getrieben und mussten mit ansehen, wie sie ihre Häuser in Brand steckten, manche waren so töricht und dachten, sie könnten ihre Häuser löschen, wurden aber von den Räuber getötet, ehe sie den Gedanken auch nur ansatzweise ausführen konnten – es hätte sowieso nichts gebracht, denn es handelte sich nicht um normales Feuer, die Räuber benützten magisches, blaues Feuer, das viel heißer – verheerender - als normales Feuer war und mit einfachen Wasser auch nicht zu löschen war. Viele Männer versuchten mit ihren Familien in den Wald zu flüchten, auch wenn es jemand geschafft hätte, bis zum Waldrand vorzudringen, die Anzahl der angreifenden Räuber schien unendlich zu sein und das ganze Dorf war von ihnen eingekreist worden – Pikon war dem Untergang geweiht. Nicht ganz, ein Mann stellte sich den Angreifern und war zu allen bereit – dieser Mann hieß David Agamon.

    "Seth, steh auf! Steh auf!" nur zaghaft öffnete Seth seine Augen, seine Mutter stand über seinem Bett gebeugt und hatte ihn an den Schulter gepackt, wahrscheinlich hatte sie ihn ein paar mal kräftig schütteln müssen, damit er aufwachte. "Was ist los, ist Constantin da?" fragte der Junge verschlafen und rieb sich die Augen. "Nein, aber du musst jetzt aufstehen." Antwortete seine Mutter und warf seine Decke zurück. "Warum denn, was ist los?" fragte er und bemerkte erst jetzt die Situation draußen auf den Straßen. "Mama, was ist los, wo ist Papa?" Seth begann am ganzen Körper zu zittern. Kailina antwortete nicht, sonder packte die Hand ihres Sohnes und führte ihn hinunter ins Wohnzimmer. "Du gehst da jetzt runter und wartest bis ich dir sage, dass du raus kommen kannst, verstanden?" meinte sie und öffnete die Falltür durch die man in den Keller des Hauses gelangte. "Ich geh da nicht ohne dich hinunter!" schluchzte Seth, das panische Geschrei von Frauen und Kindern ließ ihn wie angewurzelt stehen bleiben. "Tu was ich dir sage." Forderte seine Mutter und schob ihn durch die Falltür in den Kellern hinunter. "Nein, Mutter!" rief Seth und wollte die Falltür wieder aufstemmen, doch dann schob seine Mutter den Riegel der Tür vor und er blieb alleine im dunklen Keller zurück.

    Draussen, vor dem Haus der Agamons war David von einer Gruppe von fünf Räubern eingekreist worden, sie alle trugen braune Lederrüstung, oder besser gesagt Teile davon – manche trugen nicht einmal eine Brustschutz, sonder standen mit nackten Oberkörper da- jedoch trug jeder von ihnen ein rotes Halstuch, David konnte zwar nicht erkennen, was auf diesen Tüchern eingestickt war, aber irgendetwas war darauf eingestickt. "Oh seht euch das an." Rief einer von ihnen und zeigte mit dem Finger auf David "is' das nicht süß, der denkt wirklich er kann es mit uns aufnehmen." Die Männer brachen in schallendes Gelächter aus. "Komm, mach ihn fertig Miller" forderte dann ein Anderer und der Räuber, der auf David gezeigt, hatte zog sein Schwert und kam auf David zu "das mich ich doch mit links." Das Lachen der Räuber verstarb sofort, als David den Angriff des Räubers ohne Probleme pariert hatte und ihn mit Leichtigkeit sein Schwert in die Brust gerammt hatte. Mit großen Augen starrten die Räuber David an – "Bringt den Bastard um, macht ihn kalt!" brüllte einer von ihnen und die Gruppe stürzte sich auf David. Keiner der Räuber schaffte es, David auch nur nahe zu kommen, die ersten zwei Räuber, die ihn angreifen wollten, hatte er mit einem gezielten Schlag in den Bauch und einem Hieb mit seinem Schwertknauf auf den Kopf, außer Gefecht gesetzt. Die beiden übrig gebliebenen Räuber stürmten auf David zu, kurz bevor der erste Räuber ihn erreicht hatte, duckte David sich und hebelte den Räuber - als er nah genug war - aus, dieser überschlug sich über Davids Rücken und schlug so hart mit dem Kopf am Boden auf, dass er bewusstlos liegen blieb. Noch in der selbem Bewegung machte David eine Drehung und schnitt mit seinem Schwert eine tiefe Wunde in den Oberkörper des übriggebliebenen – und über den unfreiwilligen Flug seines Kameraden überraschten, Räubers.

    "Gut gemacht, sehr beeindruckend!" die lachende Stimme eines jungen Mannes ließ David herum wirbeln. "Ich habe lange nicht mehr jemanden gesehen, der so kämpfen konnte." Fuhr der Unbekannte fort, der in der Tür des Hauses der gegenüberliegenden Nachbar der Agamons auf. Der junge Mann trat nun hinaus auf die Straße nun konnte David erkennen, dass es sich um einen Räuber handelte, doch war dieser war anders als die übrigen Räuber, er war komplett in eine schwarze Lederrüstung gekleidet – vielleicht war er der Anführer der Räuber. Nun konnte David auch erkennen, was der Fremde in dem Haus getrieben hatte, die Familie, die darin gewohnt hatte – David kannte den Familienvater gut, er besaß das Feld an der Grenze zum Wald - lag gefesselt und mit aufgeschnittenen Kehlen auf dem Boden in ihren eigenen Blutlachen.

    Der Räuber stieg über einen seiner toten Kameraden und fixierte David, auch wenn David nur die Augen des Mannes erkennen konnte – Mund und Nase waren von einem schwarzen Halstuch verdeckt- konnte er erkennen wie jung der Räuber war, er war vielleicht gerade mal zwanzig, höchstens fünfundzwanzig Jahre alt. "Ihr habt Euch tapfer geschlagen" Meinte der Unbekannte und verschränkt die Arme vor der Brust "ergebt Euch sogleich und ich schenke euch einen schnellen, schmerzlosen Tod." "Ich ergebe mich niemals, schon gar nicht vor einer Bande von Strauchdieben und Mördern!" antwortete David und wartete darauf, dass ihn sein Gegenüber angriff.

    "Ihr habt es so gewollt." Seufzte der Räuber und in einer blitzschnellen Bewegung griff er hinter seinen Rücken und schleuderte einen Dolch in Davids Richtung. Auch wenn David seit Jahren nicht mehr richtig gekämpft hatte, konnte er sich noch immer auf seine Reflexe – die er sich bei seinem Dienst im Heer des Königs antrainiert hatte - verlassen, er schaffte es gerade noch, den Dolch mit seinem Schwert abzuwehren und zu einem Gegenangriff über zu gehen. Der Messerwerfer war zwar nicht darauf gefasst, dass David sein Geschoss abwehren würde, aber mit einer unheimlichen Gelassenheit wich er den Hieben seines Kontrahenten aus. David holte aus und ließ seine Klinge von oben auf den Räuber niederfahren, doch noch während er die Bewegung ausführte, fing dieser seinen Arm ab, verdrehte ihn ihm hinter seinen Rücken und zwang David mit einem Tritt in die Knie.

    "David!" jauchzte Kailina auf, sie hatte die ganze Szene von dem Fenster im Wohnzimmer aus beobachtet und stürmte hinaus auf die Strasse, als ihr Mann in Schwierigkeiten geriet. "Kailina, geh zurück ins Haus!" ächzte David, der versuchte sich aus dem Griff seines Gegners zu befreien, doch der Mann hatte eine Kraft mit der David nicht gerechnet hatte. "Keine Sorge" lachte der Räuber, David konnte seinen kalten Atem im Nacken spüren – ein eisiger Schauer lief ihn über dem Rücken - und er beugte sich zu Davids Ohr hinunter "deine Frau wird dir bald folgen." Bevor David noch irgendwie reagieren konnte, hatte der Räuber ein Stilett aus seinem Hosenbund gezogen und ihm die Kehle durchgeschnitten. Der Räuber drückte Davids zuckenden Körper mit den Fuß zu Boden, Kailina lief auf ihn zu, wollte ihn von ihrem Mann weg stoßen – er verpasste ihr einen Schlag ins Gesicht, sie taumelte zurück, stolperte über einen der toten Räuber und fiel hin. Erst als David's Körper aufhörte zu zucken und er keinen Laut mehr von sich gab ließ der Mann endlich von ihm ab.



    Auf allen Vieren kroch Kailina zu ihren Mann hinüber, hob den Kopf ihres Mannes hoch und drückte ihn an ihre Brust. "Nein, nein, nein…" schluchzte sie immer und immer wieder während sie den leblosen und blutverschmierten Körper ihres Ehemannes umklammerte. "Kein Grund zur Trauer, du siehst ihn schon bald wieder." Meinte der Räuber in einem bedrohlich ruhigen Ton und wischte Davids Blut an der Rüstung eines toten Räubers von seinem Stillet. "Hauptmann Keron." Keuchend kam ein Räuber vom Hauptplatz des Dorfes herbeigeeilt – David hatte also recht, er war wirklich der Anführer der Räuber gewesen - "Wir haben die restlichen Dorfbewohner in das Rathaus getrieben und die Felder in Brand gesteckt." Fuhr der Räuber fort und sah kurz zu Kailina hinunter, die schluchzend den Körper ihres Mannes hin und her wiegte.

    "Sehr gut, eine Gruppe bleibt hier bis das Rathaus abgebrannt ist, der Rest folgt mir zurück ins Lager." Wies Keron den Räuber an. "Und sie?" der Mann deutete mit einem Nicken auf Kailina "Soll ich sie noch ins Rathaus bringen?" "Töte sie, tu es gleich oder spiel dich noch mit ihr, ist mir egal, aber tu es einfach." Antwortete der Anführer der Räuber und verschwand in Richtung Hauptplatz. "Dann komm mal her Süße!" kicherte der Räuber, zog sich das Halstuch von Mund und Nase und leckte sich voller Vorfreude über die Lippen.

    Auch wenn Seth bis jetzt nur eine viertel Stunde im Keller des Hauses verbracht hatte, fühlte er sich, als würde er schon eine halbe Ewigkeit hier im Dunklen darauf warten, dass seine Mutter endlich die Falltür öffnen würde und mit seinem Vater die Treppe zu ihm hinunter steigen würde. Er hätte zwar durch das kleine Fenster hinaus auf die Straße vor ihrem Haus sehen können, doch die fürchterlichen Schreie von Frauen und Kinder, das donnernde Grollen, das sogar den Boden erschütterte, wenn eines der brennenden Häuser in sich zusammenstürzte und die blutrünstigen Schreie der angreifenden Räuber hielten ihn von dem Fenster fern.

    Doch dann – ein Geräusch löste seine Körperstarre – der verzweifelte Schrei seiner Mutter nach seinem Vater ließ ihn ans Fenster stürzen und was er durch jenes Fenster sah, würde ihn für den Rest seines Lebens – sogar bis in seine Träume – verfolgen. Er musste mit ansehen wie man seinen Vater – wie Vieh auf der Schlachtbank- ausbluten ließ, jede Sekunde in der Davids Körper zuckend zu Boden gedrückt wurde brannte sich in Seths Gedanken ein. Er lief wieder zur Falltür und stemmte sich mit den Schultern gegen sie, er musste raus aus dem Keller, hinaus und seine Mutter retten.

    "Du bist ganz eine Hübsche" ein schmieriges Grinsen zog sich über das Gesicht des Räubers, er hatte sich hinter Kailina, die noch immer am Boden kauerte und den Leichnam ihres Mannes in Armen hielt, gestellt und fuhr ihr mit einer Hand durch ihr langes, kastanienbraunes Haar. Sie reagierte nicht, woraufhin er sich zu ihr hinunterbeugte "Ich hab hier was für dich, das verfügt noch über genug Blut" er packte sie und riss sie von David weg. Kailina begann hysterisch zu brüllen, schlug mit ihren Armen um sich und strampelte mit den Beinen. "Halts Maul!" der Räuber versetzte ihr mit der Faust einen Schlag ins Gesicht – Kailina verstummte augenblicklich – "wäre doch schade um dein hübsches Gesicht, wenn ich dir alle Zähne ausschlagen müsste, nur damit du die Klappe halltest." "Bitte nicht." Wimmerte Kailina, der Räuber ließ sie los und drückte sie auf den Boden. "Wir beiden werden eine Menge Spaß haben, das versprech' ich dir." Frohlockte er und begann damit Kailinas Brüste zu begrabschen und die Knöpfe seiner Hose zu öffnen.


    "Verdammte Schlampe!" jaulte der Räuber auf. Kailina hatte es geschafft, ihm ihr Knie in die Weichteile zu rammen und sich so aus seinem Griff zu befreien. Sie kroch zu einem der toten Räuber hinüber und griff nach dessen Schwert. Doch bevor sie es erreichen konnte, hatte der Räuber sie am Bein gepackt und zog sie an sich heran. "Du miese Schlampe, dafür bring ich dich um!" brüllte er mit schmerzverzerrten Gesicht, packte Kailinas Haare und riss ihren Kopf nach hinten. "Verabschiede dich schon einmal von deinem hübschen Gesicht." Zischte er, kniete sich über sie und begann ihren Kopf auf den Boden aufzuschlagen. Kailina kreischte, schlug um sich und versuchte sich an dem Mann festzuklammern um ihn irgendwie von sich zu bekommen. Doch schon nachdem er ihren Kopf das zweite Mal aufgeschlagen hatte verlor sie das Bewusstsein.

    Seth stemmte sich erneut gegen die Falltür - Tränen der Trauer und des Schmerzesflossen sein Gesicht hinab – er konnte sich nicht vorstellen, was dieser Räuber gerade mit seiner Mutter anstellte. Der verzweifelte Schrei seiner Mutter ließ ihn zusammenzucken – er warf sich ein letztes Mal gegen die Tür und nun öffnete sie sich endlich. Seth stolperte die Stiegen hinauf zurück ins Haus, rappelte sich auf, stürmte zur Haustür und erstarrte bei dem Anblick des Räubers, der unaufhörlich den Kopf seiner Mutter am Boden aufschlug. "Mutter!" schrie er "lass sie los!" Seth warf sich gegen mit seinem ganzen Gewicht gegen den Räuber und riss ihn so von seiner Mutter. "Du kleiner Bastard!" ächzte der Räuber, der sich wieder aufgerichtet hatte und versetzte den noch am Boden liegenden Seth einen Tritt in die Rippen. Ein unerträglicher Schmerz- der Seths Brustkorb durchzuckte- und ein Knacken verriet ihm, dass er sich wohl einer seiner Rippen angeknackst – wenn nicht gebrochen hatte. Doch bevor er sich um seine Rippe sorgen machen konnte, hatte ihn der Räuber am Hals gepackt und auf die Füße gezogen.

    Mit Leichtigkeit hatte der Räuber den kleinen Jungen hoch gehoben und so baumelte der Junge an der Hand des Räubers herab, wobei ihn sein ganzes Körpergewicht nach unten zog und ihm die Luft abschnürte. Seth krallte seine Finger in die Unterarme des Räubers und trat mit den Füßen nach ihm. Der Räuber zeigte sich sichtlich unbeeindruckt und stieß ein verächtliches Lachen aus, bis ihm das Lachen, buchstäblich im Halse stecken blieb und die Spitze eines Schwertes aus seinem Hals ragte. Blut quoll aus der kleinen Wunde, die sich unterhalb seines Kinns auftat. Der Räuber ließ Seth zu Boden fallen und griff sich an den Hals und fiel auf die Knie. Gierig zog Seth nach Luft, auch wenn jeder Atemzug – dank der gebrochenen Rippe – mit höllischen Schmerzen verbunden war. Er hob den Kopf und sah noch wie der Räuber nach hinten umkippte und wer ihn gerettet hatte. Auch wenn die blauen Flammen der brennenden Häuser einen dunklen Schatten in das Gesicht seines Retters warfen wusste Seth, dass sein Bruder – Constantin- vor ihm stand, er spürte es förmlich. "Ich habe gewusst, dass du kommst." Flüsterte Seth, dann verließen ihn seine Kräfte und Pikon, das Dorf das innerhalb einer Stunde völlig zerstört war – verschwamm vor seinen Augen zu einem grauen Nebel.



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