Entlassungen bei Thyssen

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    Re: Entlassungen bei Thyssen

    macho iberico - 17.04.2008, 17:08

    Entlassungen bei Thyssen
    Aus: kleinezeitung.at

    Das Aufzugswerk von Thyssen Krupp in Gratkorn muss jetzt für Fehler in der Vergangenheit büßen. Es wurde verabsäumt, in moderne Technologien zu investieren. 300 Mitarbeiter, je zur Hälfte Arbeiter und Angestellte, verlieren ihre Arbeitsplätze.

    Asulaufende Produktion. Die Produkte, die Thyssen Krupp in Gratkorn erzeugt, seien "eine auslaufende Produktion", erklärt Unternehmenssprecherin Monica Soffritti. Die Aufzüge würden wegen fehlender elektronischer Steuerung nicht den Markterfordernissen entsprechen. "Die Marktbedingungen haben sich geändert", resümiert Soffritti. Worin liegt das Problem, elektronische Steuerungen sind keine Hexerei. "Gratkorn ist im Know-how nicht darauf ausgerichtet", bemerkt Soffritti knapp. Warum wurde die Technologie nicht angepasst? "Es fehlte das Engineering", lässt sich Soffritti nicht weiter festlegen.

    Alt und teuer. Kann man aus dem Gespräch daher ableiten, dass Gratkorn insgesamt zu teuer und technisch veraltet ist? "Gratkorn steht im Wettbewerb mit anderen Werken, die Produkte aus Gratkorn waren im Markt nicht mehr gefragt", meint Soffritti. Im Übrigen habe das Werk im Vorjahr nicht elf Millionen Euro Gewinn erzielt, auch neue Aufträge seien - anders als informierte Insider berichten - nicht im Raum gestanden: "Hätten wir diesen Gewinn, wären wir froh und würden nicht schließen", sagt Soffritti. Und wie hoch war der Gewinn in Gratkorn? Über einzelne Standorte gibt Thyssen Krupp detailliert keine Informationen.

    Jobangebote. Man wolle versuchen, so Soffritti, Ruhe in die Belegschaft zu bringen. Es seien Einzelgespräche mit Mitarbeitern über die Zukunft geführt worden, über Jobangebote in der Steiermark, in Wien und in anderen Regionen. Man werde an die Öffentlichkeit gehen, wenn Ergebnisse vorliegen, "über ungelegte Eier reden wird nicht".

    Die Belegschaft absichern

    Der Schließungsplan für das Aufzugswerk von Thyssen Krupp in Gratkorn scheint einigermaßen fixiert. Bis Jahresende wird mit dem Auslaufen der Produktion gerechnet. Noch müssen Aufträge über 21 Millionen Euro abgearbeitet werden.

    Sozialplan. Auf dieses Faktum setzen die Verhandler aus der Gewerkschaft. Bis Ende April, lauten ihre Forderungen, müsse der Sozialplan festgelegt sein, sonst werde Druck gemacht. Wie? Leopold Simbürger von den Metallern: "Betriebsversammlungen könnten die Arbeit verzögern." Und ein Streik? Norbert Schunko von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA): "Das wäre wohl nur das letzte Mittel."

    Gewinn erzielt. Im Europa-Betriebsrat des Konzerns laufen auch Bemühungen, Gratkorn zu retten, sagt Schunko. Gratkorn hat im Vorjahr elf Millionen Euro Gewinn erzielt. Die Belegschaft wandte sich in einem E-Mail an die Kleine Zeitung - es gebe Interessenten aus Russland, die Aufzüge für sieben bis zehn Millionen Euro bestellen wollten, aber abgewiesen worden wären. Das könne man nicht verstehen.

    Das Interesse an Mitarbeitern aus dem Werk scheint groß zu sein, berichtet Simbürger, "aus einigen Bezirken kommen Anfragen". Vorerst wolle man aber abwarten, ob es gelingt, für Gratkorn einen Nachfolgebetrieb aufzutreiben. Thyssen Krupp, so die Gewerkschafter, bemühe sich sehr um eine befriedigende Lösung.

    Aus: www.thyssenkrupp-aufzuege.at

    ThyssenKrupp Aufzüge GmbH
    NL Wien, NÖ & nördliches Burgenland
    Slamastraße 29
    A-1230 Wien
    Tel.: +43 (0)1/865 17 51-0
    Fax: +43 (0)1/865 17 51-299
    E-Mail: wien@thyssenkrupp-aufzuege.at


    ThyssenKrupp Aufzüge GmbH
    NL Steiermark & südliches Burgenland
    Wiener Straße 193
    A-8051 Graz
    Tel.: +43 (0)316/687 687-0
    Fax: +43 (0)316/687 687-20
    E-Mail: steiermark@thyssenkrupp-aufzuege.at


    ThyssenKrupp Aufzüge GmbH
    NL Oberösterreich
    Prinz Eugenstraße 35–37
    A-4020 Linz
    Tel.: +43 (0)732/78 17 28-0
    Fax: +43 (0)732/78 17 28-90
    E-Mail: oberoesterreich@thyssenkrupp-aufzuege.at


    Aufzugswerk
    Das ThyssenKrupp Aufzugswerk Austria in Gratkorn produziert mit 300 Mitarbeitern jährlich mehr als 1.000 Aufzüge und ist einer der führenden Hersteller für Aufzugssteuerungen. Die einzigartige Qualität unserer Produkte erreichen wir durch ständige Kontrolle des Qualitätsstandards, kontinuierliche Weiterentwicklung der Fertigungsverfahren, lebenslange Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und ein durchgehendes Qualitätsmanagement nach ISO 9001. Aufzüge "Made in Gratkorn" sind weltweit ein Begriff für höchste Produktqualität, individuelle Lösungen und kürzeste Lieferzeiten bei fairen Preisen.
    ThyssenKrupp Aufzugswerk Austria GmbH



    Harterstraße 1a
    A-8101 Gratkorn
    Tel.: +43 (0)3124/23 9 00-0
    Fax: +43 (0)3124/23 9 00-299
    E-Mail: info@thyssenkrupp-aufzuege.at

    Aus: wirtschaftsblatt.at
    Die Schließung des steirischen Standortes Gratkorn
    des Aufzugherstellers ThyssenKrupp Elevators ist fix. Binnen 18 Monaten werde das Werk geschlossen, teilte die steirische Landesregierung nach ihrer Sitzung am Montag unter Berufung auf das Unternehmen mit. Damit verlieren knapp 300 Mitarbeiter ihren Job.
    Die Firma, das Arbeitsmarktservice Steiermark und die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) würden einen Sozialplan erarbeiten, so LHStv. Kurt Flecker (S). Finanz- und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (V) ging davon aus, dass sich "für alle besonders Qualifizierten" ein entsprechender Job im Großraum Graz finden lassen werde.
    LHStv. und Sozialreferent Flecker erklärte, die speziell qualifizierten Mitarbeiter unter den Beschäftigten würden schon bald versuchen zu wechseln und hätten dabei auch gute Chancen. Man werde einen Sozialplan in enger Abstimmung entwickeln.
    Buchmann erklärte, er habe am Freitag im Gespräch mit dem Europa-Direktor von ThyssenKrupp "alle Register gezogen", um das Unternehmen zum Verbleib" zu bewegen. Er sei allerdings optimistisch für die Mitarbeiter, denn die Diskussion um Facharbeitermangel sei ja bekannt. Für den einen oder anderen Mitarbeiter könne es aber möglicherweise dennoch zu Schwierigkeiten in der Vermittlung kommen. Dafür werde der Sozialplan erstellt.
    ThyssenKrupp Elevator beschäftigt weltweit rund 40.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2006/07 den Umsatz von 4,3 auf 4,7 Milliarden € erhöht, das EBIT brach von 423 auf minus 75 Millionen € ein. Das Vorsteuerergebnis drehte von plus 391 auf minus 113 Millionen €.



    Re: Entlassungen bei Thyssen

    macho iberico - 16.05.2008, 09:46


    Thyssen-Krupp: Ist Streiken in Österreich nicht verboten?
    Submitted by födsek on Sa, 19/04/2008 - 13:05



    Das Aufzugswerk von Thyssen Krupp in Gratkorn bei Graz soll geschlossen werden. 300 ArbeiterInnen verlieren damit ihren Job.

    Im Februar noch feierte man den "größten Auftrag in der Geschichte des Werks“. Und nun? Laut Unternehmensführung entspreche das Werk nicht den Anforderungen der heutigen Zeit. Dabei wurde das Werk erst 1994 eröffnet. Der Markt habe sich verändert, heißt es. Genauere Angaben darüber, was das heißt, bleibt man der ArbeiterInnenschaft und der Öffentlichkeit schuldig. Nun hat – laut Info des Europäischen Gewerkschaftsbundes - Gratkorn im Vorjahr elf Millionen Euro Gewinn erzielt. Ein Großauftrag aus Russland stehe an.

    Das wiederum dementiert die Geschäftsführung und bietet zumindest den „qualifizierten“ unter den ArbeiterInnen spannende Jobs in der Ukraine, Spanien usw. an.

    Wo ist die Gewerkschaft?

    Nun, so ein Betrieb wie der in Gratkorn hat – wie in Österreich üblich – nicht nur eine, sondern gleich zwei ÖGB - Teilgewerkschaften. Die Gewerkschaft der Privatangestellten für die „Angestellten“ (GPA) und die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) für die „ArbeiterInnen“. Diese fordern einen „Sozialplan“ und sollte dieser nicht erfüllt werden, müsse man zu „härteren Mitteln greifen“. Streik? Ach was, doch nicht beim ÖGB! Eine Unterschriftenliste soll die „ArbeiterInnenmacht“ repräsentieren! Streik? „Wohl das letzte Mittel“, wie Norbert Schunko von der GPA feststellt! Man bedenke: Die Schließung ist fix! Genau diese Form von „Gewerkschafterei“ führt dazu, dass laut standard.at ein Beschäftigter fragte: „ist streiken in Österreich nicht verboten?“

    Warum ist Gratkorn nicht effizient genug?

    Das ist eine Frage, die wohl nicht nur die Beteiligten beschäftigt. Bloß, eine Antwort werden wir hierauf wohl nicht bekommen. Der Konzern nagt ja nicht gerade am Hungertuch: Thyssen Krupp Elevator beschäftigt weltweit rund 40.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2006/07 den Umsatz von 4,3 auf 4,7 Milliarden € erhöht.

    Warum dann gerade Gratkorn?

    Wie dem „online standard“ zu entnehmen ist, meint ein KPÖ – Gewerkschafter, dass österreichische Niederlassungen internationaler Firmen halt am leichtesten aufzulösen sind. Warum? No - weil es keinen ArbeiterInnen-Widerstand gibt! Klingt irgendwie plausibel, oder? Thyssen-Krupp ist in Italien im letzten halben Jahr immer wieder in die Schlagzeilen gekommen, da im Dezember letzten Jahres sieben Arbeiter bei einem Arbeitsunfall ums Leben kamen. Die Arbeiter versuchten einen kleinen Brand zu löschen, worauf es zu einer Explosion kam. Da die Sicherheitseinrichtungen nicht funktionierten, wurde der Chef von Thyssen-Krupp sogar wegen Mordes angeklagt.
    Am 13. April starb ein weiterer Arbeiter am Gelände von Thyssen-Krupp in Terni. Er wurde von einem Bagger erschlagen. Aus diesem Grund wurde am 17.4.2008 für 24 Stunden unter großer Beteilung der Belegschaft gestreikt!

    Alternative(n)?

    Thyssen ArbeiterInnen: Organisiert euch selbst, leistet Widerstand! Hört nicht auf die ÖGB – Wedl! Tut was ihr für richtig haltet, seid kreativ! Zeigt euch solidarisch mit euren italienischen KollegInnen. UND JA: Ein Streik ist in Österreich immer und überall legal!

    Ein Angriff auf EineN ist ein Angriff auf Alle!



    Das Sekretariat der FAS am 19.4.2008



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