Ultra sein

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    Re: Ultra sein

    Becker - 12.03.2006, 11:39

    Ultra sein
    Kaltschale im Away-Sektor


    Um gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ultra zu sein
    ist kein Hobby, kein lustiger Zeitvertreib. Ultra zu sein bedeutet, immer
    für deinen Verein da zu sein, dein Leben lang. Oder zumindest bis zu
    achtzehn Jahre alt wirst und deine Freundin dich zum Badminton
    schleppt. Auch ein schöner Sport. Aber bis dahin ist es noch verdammt
    lang hin, du bist ja erst vierzehn, deine Eltern haben dich leider
    Rüdiger Strothans genannt, und willst erst einmal ein Ultra werden,
    zum harten Kern gehören, der König der Kurve sein.

    Und das geht so: Zunächst einmal braucht ein echter Ultra seine ganz
    private Gruppe, eine verschworene Sondereinheit, knallharte Burschen
    mit Vietnam-Erfahrung und Nahkampfausbildung. Und diese harten Jungs
    brauchen natürlich einen ordentlichen Namen, streng nach der
    Faustregel "Militärischer Kampfbegriff aus dem 2. Weltkrieg +
    Stadtteilname". Weil allerdings meistens schon 15 "Brigaden" und 28
    "Kommandos" im Block rumlungern, bedient ihr euch am besten im Archiv
    "Katastrophenfilme der achtziger Jahre". Als Arbeitstitel gilt
    "Inferno Harsewinkel" schon prima. Auch wenn ihr streng genommen nur
    drei Jungs seid, du, dein kleiner Bruder, und dessen bester Freund,
    Kevin Lütkebohmert. Und die beiden sind noch in der fünften Klasse.

    Ist die Gruppe dann getauft, brauchst du nur noch einen ganz
    persönlichen Kampfnamen, der in der Szene schnell zum Begriff wird
    und
    von den anderen Halbwüchsigen ehrfurchtsvoll gehaucht wird. Deine
    schulischen Spitznamen "Rüdi", "Eutergesicht", "Eule" taugen
    allerdings überhaupt nichts, nenne dich stattdessen "Pyro-Psychopath"
    oder "Allesfahrer" oder "HWRudyonTour".

    Bis dir die anderen Jungspunde im Block ehrfurchtsvoll Platz machen,
    ist es allerdings noch ein bisschen hin. Bis dahin bringst du dich
    aktiv in die Gesamtgruppo ein, beispielsweise bei der Anfertigung dr
    neuesten Block-Choreographie in der Mehrzweckturnhalle hinter dem
    Stadion. Weil du aber in englisch zwischen ausreichend minus und
    mangelhaft plus stehst, überlässt du das Pinseln der Buchstaben für
    den flotten Spruch lieber den Kollegen von der Realschule, sonst
    liest
    am Wochenende das ganze Stadion deinen Versuch, "Scheiße-Pauer" zu
    schreiben. Pauer ist englisch und heisst Kraft. Aua.

    Hast du dich dann lang genug mit niederen Hilfsarbeiten bei den
    Köpfen der Ultra-Szene eingeschleimt, ist es an der Zeit, auch
    überregional deinen Ruhm zu mehren. Der einfachste Weg: die eigene
    Homepage. Unter der altgedienten Adresse
    www.familie-strothans.de/kinder/inferno.html
    <http://www.familie-strothans.de/kinder/inferno.html> stellst du
    Bilder der ltzteen sechs Auswärtsspiele ins Netz., bei denen eure
    komplette Gruppe anwesend war. Stelle allerdings keine Gruppenfotos,
    sondern ausschliesslich Schnappschüsse auf dei Seite, auf denen ihr
    gerade die Kreissportanlage Espelkam oder den heimischen Garten mit
    drei Rauchgranaten aus Bundeswehrbesätnden völlig eingenebelt habt.

    Inmitten des ganzen Rauchs fälllt nicht auf, dass ihr in
    Wirklichkeit
    nur drei Leut seid und dein kleiner Bruder auch noch schrecklich
    husten muss. So kannst du unwidersprochen unter das Foto schreiben
    "Unser Höllenmob enterte den Away-Sektor und gab sich erst einmal
    Gerstenkaltschalen satt." Ausserdem stellst du natürlich noch ein
    Gästebuch bereit, in dem du gleich nach der Einweihung unter
    Pseudonymen bewundernde Kommentare vermeintlicher Besucher
    veröffentlichst, wie "Grandiose Show! Ihr seid die Macht!"

    Andersherum tummeslt du dich natürlich vor den Spielen auf den
    Seiten
    gegnerischer Ultras und pöbelst, was die Tastatur hergibt. Deine
    Argumentation ist zwar nicht immer ganz schlüssig ("Am Samstag werden
    wir eurem Kindergarten mal zeigen was eine Harke ist, ihr Rentner")
    und ebenfalls nicht immer frei von Rechtschreibfehlern ("Hura Hura
    die
    Scheißer die sihnd da").
    Dafür plauderst du aber auch keine strengstens Gehütetetnn
    Geheimnisse der Szene aus, etwa wie die Choreographie am Wochenende
    aussehen wird. Nur hin und wieder rutscht dir was raus ("Euch
    erwartet
    einiges: Oben ein grosses Vereinswappen, darunter tausend blaue
    Fähnchen und der Spruch, wird richtig geil aussehen, ihr Lutscher"9
    Am
    Wochenende dann, wenn die gegnerische Kurve auf euren Spruch mit
    einem
    lässigen Konter reagiert hat, moserst du mit den Kumpels über "den
    Schwachkopf, der mal wieder nicht dicht halten konnte".

    Aber du bist natürlich nicht nur ein Sprücheklopfer, du kennst auch
    die ehernen Gesetze der Ultras. So kannst du selbsverständlich das
    Ultra-Manifest auswendig. Das wurde einst von den Ultras des AS Rom
    geschrieben, zusammen mit Mama Miracoli und Enrico Parlazzo. Drin
    steht so einiges, vor allem aber, dass Ultras das ganze Spiel über
    nicht aufs Spielfeld blicken dürfen, sondern immer darauf achten
    müssen, das sich alle Hände im gleichen Takt von links nach rechts
    bewegen und umgekehrt, wenn der Vorsänger es befiehlt. Überhaupt, das
    weisst du inzwischen, müssen Ultras alles machen, was der Vorsänger
    (das ist der, der die ganze Zeit mit krebsrotem Kopf auf dem Zaun
    sitz
    und durchs Megafon blökt) anordnet. Und wenn das Spiel vorbei ist,
    fragen sich alle inclusive Vorsänger, wie das Spiel wohl ausgegangen
    sein mag.

    Aber zurück zu dir, Rüdiger Strothans. Du bist in der Kurve
    inzwischen richtig akzeptiert. Nun ja, was heisst akzeptiert,
    zumindest werden dir auf Auswärtsfahrten nicht mehr ständig mit dem
    Feuerzeug die Haare am Hinterkopf angesengt und dein anfänglicher
    Spitzname "ganz arme Haut" ist ebenfalls passé, man nennt dich
    stattdessen "Patient". Immerhin besser als nichts. Dafür kursieren
    allerlei lustige Geschichten über dich in der Szene und werden gerne
    weitererzählt. Zum Beispiel, wie du mal im Sonderzug ins
    Schaffnerabteil geschifft hast, weil du dachtest, es sei die
    Zugtoilette. Und wie du dier im England-Urlaub von einem besoffenen
    Tätowierer in Brighton das Vereinswappen auf den Oberarm hast
    tätowieren lassen., dir die ganze Sache allerdings sofort ein
    bisschen
    komisch vorkam und du jetzt ein Problem hast. Weil es eine Menge Geld
    kosten würde, "Schlake 05 Gessenkirch" via Laser entfernen zu lassen.

    Neben deinen Aktivitäten für den Heimatverein bist du natürlich auch
    immer unterwegs. Um den ultra-Gedanken auch in den letzten Winkel
    Europas zu bringen. Allein im Oktober 2004 warst du bei Spielen in
    Espelkamp, Hohenlohe, Worms, Steinhagen, Billerbeck, Passau und
    Neu-Ulm. Natürlich nie ohne den frisch gebastelten "Inferno
    Espelkamp"
    Doppelhalter, ordentlich Pyro und natürlich Gerstenkaltschalen im
    Away-Sektor. Und damit auch alle Welt von deinen
    Allesfahrer-Aktivitäten erfährt, schickst du Grüße von jedem
    Sportplatz an alle verfügbaren Ultra-Fanzines. Allein "Erlebnis
    Fussball" bekommt von dir täglich 9 Karten mit Grüssen von diversen
    Fussballspielen, nur, der Poststempel "Inferno Harsewinkel" auf allen
    Karten und der verräterische "Gruß von Boca-Fluminense und Westfalia
    Herne - Fichte Bielefeld", beides angeblich gesehen am 14. Oktober
    2004 erregt Misstrauen.

    Weil du aber so ein bunter Hund bist, wirst du irgendwann zum Capo
    ernannt. Zunächst denkst du, es heisst "Kappo" und kommst ab sofort
    immer mit neuer Kappe zum Spiel. Ein Capo ist jedoch so etwas wie ein
    Riegenführer bei den Bundesjugendspielen, er muss Busreisen zu
    Auswärtsspielen organisieren und m, na klar, persönlich für den
    Schaden aufkommen, wenn die vollstrammen Milchbärte auf den hinteren
    Bänken wieder einmal die Schonbezüge vollgereihert haben. Aber für
    all
    die Mühsal wirst du entschädigt, denn wenn der Vorsäger krank ist,
    darfst du auch mal auf den Zaun klettern und entfesselte Gesänge
    durchs Megafon röhren. Allerdings fällt unschön auf, dass du noch
    immer im Stimmbruch weilst, deine Anfeuerungen erinnern an das
    Geblöke
    ungemolkener Kühe. Bessser also, du liest dir hinterher nicht die
    Kommentare im offiziellen Vereinsforum durch, die sind nämlich nicht
    wirklich aufbauend ("Holt den Irren vom zaun, aber zackig").

    Und dennoch: Du bist am Ziel deiner Träume. Du hast alles erreicxht.
    Du bist Ultra, ein Capo, schwerstens tätowiert, der König der Kurve.
    Du gibst alles für deinen Verein. Ein leben lang. Und morgen wirst du
    achtzehn Jahre alt. Badminton ist ja auch irgendwie ein toller Sport.
    Sagt jedenfalls deine Freundin."



    Re: Ultra sein

    Anonymous - 12.07.2006, 23:25


    Wie man sieht hast du keinerlei Ahnung was es heisst 'ultra zu sein'

    mehr kommentar spar ich mir an dieser stelle



    Re: Ultra sein

    Becker - 13.07.2006, 07:14


    Und man merkt das du die Begriffe Humor und Ironie nicht kombinieren kannst



    Re: Ultra sein

    Anonymous - 13.07.2006, 10:36


    Ey, Alder, was geht bei dir?! Findse dat lustich, oder wat?! Du bis nich Ultra, du bis Infra...ha...hasse wohl in Füsik nich aufgepasst

    Aba pass auf, dasse nich beim nächsten Groundhopping ausse Kutte geboxt wirs, wenne unser Kennwort nich kenns...und das is ultrageheim, ha, ha...

    @Ultra DSC
    AlT3r SuCk3r, du rulez wenichstens!



    Re: Ultra sein

    stefbeck - 13.07.2006, 18:08


    Kommando Hegede hat folgendes geschrieben: Ey, Alder, was geht bei dir?! Findse dat lustich, oder wat?! Du bis nich Ultra, du bis Infra...ha...hasse wohl in Füsik nich aufgepasst

    Aba pass auf, dasse nich beim nächsten Groundhopping ausse Kutte geboxt wirs, wenne unser Kennwort nich kenns...und das is ultrageheim, ha, ha...

    @Ultra DSC
    AlT3r SuCk3r, du rulez wenichstens!



    du bist 1337



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