Mysterium

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    Re: Mysterium

    Principe - 11.03.2008, 10:02

    Mysterium
    Ein seltsames Phänomen beschäftigt mich derzeit.

    Bei meinen Übungen hatte ich den berechtigten Eindruck, dass ich einen fühl- und hörbaren Zuwachs in der Tiefe bekam bei gleichzeitiger Nachgabe in der Höhe. So hatte ich mich denn eigentlich schon auf eine Veränderung meiner Stimme in die baritonale Lage mit dafür guter Höhe und auch schöner Tiefe eingestellt.

    Mit dem durch Übungen erreichten Volumen in der Tiefe (Richtung Bassbariton) war und bin ich nicht unglücklich. Aber irgendwie hat dieses Üben in der Tiefe gleichzeitig zu mehr "Kopffreiheit" geführt. Gestern konnte ich überraschend und problemlos meine alte tenorale Stimme vollkommen bequem in der Höhe nicht nur erreichen, sondern sogar noch steigern. Spaßhalber habe ich ein paar Tosti-Lieder mit bis Spitzen zum a' locker und klar gesungen (bei bloßen Tonübungen noch deutlich darüber hinaus), gefolgt von einem guten "Di Provenza il mar" und einem (für mich) mächtigen "La Calunnia". In allen Lagen habe ich mich erstaunlicher Weise gleichermaßen wohl gefühlt, auf die ich mich lediglich vom Kopf her einstellen mußte.

    Dieser Zuwachs an Stimme hat mich zwar einerseits gefreut, aber dann auch wieder irritiert, weil er mir nun die Zuordnung schwer macht. Ich möchte nicht wirklich eine Lage zu Lasten der anderen fördern bzw. vernachlässigen. Andererseits ist natürlich dadurch der Repertoire-Zuwachs ein schöner persönlicher Gewinn.

    Dennoch bleibt die Frage, ob diese stimmliche Erweiterung ein singuläres Phänomen oder eine normale Folge langjährigen Stimmtrainings ist?

    Ciao :big_grubel Principe



    Re: Mysterium

    melusine - 11.03.2008, 10:50


    Lieber Principe, erstmal gratuliere ich Dir !!!!
    Könnte das auch etwas mit Entkrampfung und Entspannung zu tun haben?
    Ich mache selbst die Erfahrung, dass Dinge die man unbedingt mit Gewalt will und dann evtl sogar forciert, daneben gehen. Wenn man sie aber quasi schon ad adcta gelegt hat und dann nach einiger "zufällig" wieder auskramt kommt manchmal das Mysterium: es klappt!
    Das erinnert mich fast sogar an das Phänomen von Frauen, die einen ganz dringenden Kinderwunsch haben, wo organisch alles stimmt und die erst dann endlich schwanger werden, wenn sie die Sache schon "aufgegeben" haben und ein Kind adoptieren.
    Das gibt es SEHR häufig.
    Natürlich kann sich bei der Stimme auch immer durch neue technische Erkenntnisse plotzlich etwas deutlich verbessern, keine Frage. Wenn man noch in Ausbildung ist, sollte das sogar so sein.
    Die Psyche kann jedoch auch eine grosse Rolle spielen, glaube ich.

    Und um mir eine sehr subjektive und persönliche Bemerkung zu erlauben:
    Für mich macht nicht nur die funktionierende Höhe einen Tenor oder Bariton aus. Entscheidend sind Stimmfarbe, Wohlfühlllage und auch nicht zuletzt der Typ.

    Ein Sopran, der z.B. nur bis zum fis kommt , wird nicht zum Mezzo, weil er die Höhe(noch) nciht hat. Wenn der Klang und der Stimmtyp sopranig sind, muss man das Pferd umgekehrt aufzäumen und die Höhe mit einem gutem Lehrer ausbauen. Und wenn das nicht geht, eben Stücke singen, die in der erreichten Tessitur liegen.

    Weiterhin viel Erfolg!
    Melusine



    Re: Mysterium

    gioachino - 11.03.2008, 11:00


    Ich möchte Melusine ausdrücklich beipflichten : Der psychische Druck
    ( Ich bin und bleibe Tenor ! ) ist weg ! Die Freude darüber, ein Bariton mit guter Höhe u n d Tiefe zu sein, die Überzeugung, nun endlich " Zuhause " zu sein, verleiht der Stimme Flügel.
    Weiter so !

    Ciao. Gioachino :wink:



    Re: Mysterium

    Uralt - 11.03.2008, 12:28


    Hallo Principe,
    ich habe ähnliches auch gerade erlebt und kann es absolut nachvollziehen.
    Durch GL-Wechsel habe ich Höhen erschlossen, an die ich früher nicht mal im Traum gedacht habe, mußte mir von KollegInnen mal wieder anhören, dass ich sicher Mezzo geworden wäre, wenn ich früher Gesangsunterricht genommen hätte usw. :twisted:
    Aber für mich ( und meine GL ) hat es sich im Laufe des letzten Jahres ganz klar herausgestellt : ich bin und bleibe Altistin - wenn auch jetzt mit besserer Höhe.
    Melusine hat geschrieben :
    Entscheidend sind Stimmfarbe, Wohlfühlllage und auch nicht zuletzt der Typ.

    Das sehe ich auch so. Wenn die Stimme sich verändert, kann und soll man/frau natürlich Neues ausprobieren, da sollten wir uns nicht auf äußerliche Zuordnungen ( Tenor-Bass-Mezzo-Alt )verlassen. Ausprobieren was geht und das singen, bei den man/frau sich wohlfühlt.

    Liebe Grüße
    Uralt



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