Probeberichte von Jojo

Probe-Forum
Verfügbare Informationen zu "Probeberichte von Jojo"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Jojo
  • Forum: Probe-Forum
  • Forenbeschreibung: Hier kommen die Berichte für die Probe-Mitglieder rein!!!
  • aus dem Unterforum: Probe-Berichte
  • Antworten: 5
  • Forum gestartet am: Sonntag 01.10.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Probeberichte von Jojo
  • Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 5 Tagen, 22 Stunden, 49 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Probeberichte von Jojo"

    Re: Probeberichte von Jojo

    Jojo - 19.03.2008, 16:58

    Probeberichte von Jojo
    Also, das werden also meine vier Berichte! :oops:
    Hoffe ich schreibe nicht allzu viel k... :roll:

    Ciao :wink:



    Re: Probeberichte von Jojo

    Jojo - 19.03.2008, 21:12

    Und das ist also Zottel...
    Der Wecker bimmelte laut und nervig. Im Halbschlaf brachte ich ihn zum Schweigen, doch ein paar Sekunden später war ich hellwach. Eilig schlug ich die Bettdecke zur Seite und schlich auf bloßen Füßen ins Bad, wo ich mich erst ordentlich wusch und mir die Zähne putzte. Nachdem ich meine morgendliche Prozedur beendet hatte, schlich ich zurück in mein Zimmer, wo ich in meine Reiterkluft schlüpfte.
    Schon mit Stiefeln und Reithelm schlang ich schließlich in der Küche mein Frühstück hinunter. Ich war mir sicher, dass in diesem Augenblick alles in meiner Schokomüslischüssel hätte sein können, außer Schokomüsli, ich hätte es einfach nicht bemerkt!
    „Jojo, du sollst nicht so schlingen!“, belehrte mich Papa, der von seiner Zeitung aufblickte um an seiner Kaffeetasse zu nippen. „Du hast doch nicht verschlafen? Ich dachte es seien Osterferien! Sind die gekürzt worden, oder was?!“
    Ich konnte nicht anders, also schmunzelte ich: „Nein, mit denen ist nichts! Du bist ja wirklich so vergesslich! Und hast du gar nicht bemerkt, was an habe? Endlich ist es soweit! Nach diesem scheußlichen Umzug habe ich endlich wieder einen Reitstall gefunden, der meinen Bedürfnissen gerecht wird!“
    „Zzz! Ein Reitstall war früher einfach ein Reitstall und jetzt stellt man schon Bedürfnisse auf!“
    „Haben wir frische Zuckerkarotten oder so?“, fragte ich.
    „Woher soll ich das wissen? Frag deine Mutter!“
    „Ich geh nachsehen“, entschied ich und aß weiter. Endlich war der Tee leer und das Müsli gegessen. Also verschwand ich in der Speisekammer, wo ich nicht fündig wurde. Vielleicht hatte Mama endlich eingesehen, wo Früchte hingehörten? Eifrig durchwühlte ich den Kühlschrank und das Kellerfach. Außer ein paar schrumpeligen Äpfeln gab es kein Obst. Und diese Äpfel konnte man einem Pferd doch nicht zumuten! Ich entschied, dass ich wohl oder übel bei einem Shop für Pferde vorbei radeln musste.
    Ich verschwand wieder in meinen vier Wänden und begann alles, was ich brauchen könnte in einen Rucksack zu packen. Zum Beispiel eine Semmel, belegt mit Butter, Salat, roten und gelben Paprika, Tomaten, Gurken und ein paar Kräuterbrotwürfeln, dazu ein Liter Mineralwasser mit Früchten (Vösslauer) und meiner Geldbörse.
    Als ich an meinem Vater vorbei rauschte, rief ich nur schnell: „Bin weg!“
    „Wo?“
    „Reitstall!“
    Wenige Minuten später zuckelte ich schon auf meinem Rad dahin. Nach zehn Minuten erreichte ich meinen ersten Halt: Pferdeladen zum goldenen Hufeisen
    Dort kaufte ich mir Leckerlis in allen verfügbaren Geschmackssorten, darunter auch Banane. Man musste schließlich vorsorgen, denn man weiß ja nie, was einem fremden Pferd am Besten schmeckt!
    Endlich erreichte ich, nach 20 Minuten, den Hof. Mein Rad lehnte ich an die Mauer und dann sah ich mich erst einmal um. Da ich keine Menschenseele sehen konnte, beschloss ich in den Stall zu gehen. Und richtig dort fand ich sogar die Hofbesitzerin.
    „Hallo, ich bin Jenny“, begrüßte mich diese freundlich. „Du musst Jojo sein?“
    „Grüß Gott!“, nickte ich. „Ja, ich bin Jojo.“
    „Gut, dann zeige ich dir erst einmal dein Probepferd“, meinte Jenny freundlich und führte mich zu einer geräumigen Box. „Das ist Zottel. Er ist wirklich ein Vielfraß!“
    „Oh, dann ist es ja gut, dass ich ein paar Leckerlis dabei habe!“, nickte ich glücklich. „Darf ich ihn gleich pflegen und dann in der Halle reiten?“
    „Zottel ist ein ganz Lieber“, erklärte Jenny. „Sobald du ihm etwas zu Fressen gibst, wird er dich lieben!“
    „Na dann ist er wirklich leicht zu erobern!“, meinte ich glücklich. „Oh, Zottel! Du bist wirklich ein Vielfraß!“
    Zottel legte den Kopf schief und schnaubte, als wolle er mir Antwort geben. Jenny entfernte sich unterdessen.
    Während ich die Box öffnete und Zottel liebkoste und ihm zwei Leckerlis zusteckte, fiel mir auf, dass Zottel gar kein so zotteliges Pferd war. Trotzdem war er, vom Wesen her, wirklich ein richtiger Zottel. Aber nicht nur das fiel mir auf. Auch, dass Jenny mir gar nicht gezeigt hatte, wo das Putzzeug war. Eigentlich hatte ich es für ganz selbstverständlich gehalten, dass jedes Pferd sein Putzzeug hatte. Wenn es hier anders war würde ich morgen welches mitbringen.
    „Hier, das ist der Schlüssel zu Zottels Kasten“, berichtete Jenny, die nun wieder zurückgekehrt war und mir den Schlüssel überreichte. „Hier, vor jeder Box ist so ein Kasten angebracht. Hier drinnen sind Sattel, Zaumzeug und Putzkasten untergebracht. Eben alles, was zur Pflege des Pferdes von Nöten ist.“
    „Danke“, ich lächelte erleichtert. „Ich hatte schon Angst, dass ich Putzzeug mitbringen hätte sollen.“
    „Okay, dann ist ja jetzt alles gut“, Jenny lächelte. „Ich muss mich jetzt um die Tiere kümmern. Toll, dass Zottel jetzt wieder jemanden hat, der ihn mit Leckerlis voll stopft!“
    Ich wusste, dass das Vollstopfen nur ein Scherz gewesen war, aber darüber Lachen konnte ich nicht. Im alten Reitstall war mein Lieblingspferd Candy an einer schweren Kolik verstorben. Gedankenverloren strich ich über die samtene Nase meines Pflegepferdes.
    „Du bist so süß!“, stellte ich fest. „Dich werde ich bestimmt niemals vergessen, Dicker!“
    Zottel schüttelte widerwillig den Kopf. Während ich das Halfter über seine Ohren streifte, setzte ich meine Unterhaltung fort: „Ja, ich bin sicher, dass das schon viele vor mir gesagt haben. Aber ich meine das ernst!“
    Der Schimmel stupste mich zärtlich an.
    „Wirklich“, versicherte ich nochmals und führte ihn auf die Stallgasse hinaus. „Wir werden noch viel Spaß miteinander haben. Zu dir komme ich nämlich öfters, wenn Jenny das erlaubt. Irgendwann werde ich mein eigenes Pferd haben, aber das bedeutet nicht, dass du für mich ausradiert bist. Es ist dann natürlich nicht so, wie wenn du mein eigens, einziges Pferd wärst, aber ich komme dich besuchen. Wir reiten gemeinsam eine Runde in den Wald oder so. Ich bin sicher, die Umgebung hier ist himmlisch!“
    Ich wusste nicht warum, aber irgendwie begann ich immer zuerst die Hufe auszukratzen. Und während ich das tat, schnobberte Zottel zärtlich durch mein Haar. Und ich redete weiter mit ihm. Wie lieb wäre, wie wunderbar es hier ist und was ich heute so vorhatte. Unterdessen striegelte ich über sein weißes Fell und entfernte hartnäckigen Dreck mit der Wurzelbürste. Auch Mähne und Schweif wurden gründlich entnestelt und ordentlich durchgebürstet. Mit einem Schwamm säuberte ich seinen After und mit einem anderen wischte ich ihm die Augen aus. Das Putzen schien ihm wirklich zu behagen.
    „So, und da wir nun damit fertig sind, werde ich mich einmal um deine Box kümmern, mein Guter“, erklärte ich. „Schön brav sein!“ Und schon stand ich neben Jenny, die mir, nachdem ich mein Vorhaben erklärt hatte, zur Schubkarre und Schaufel lotste. Nachdem ich feuchte Streu und Pferdeäpfel entfernt hatte, streute ich etwas frische Streu nach und entleerte die Schubkarre auf dem Misthaufen. Dann brachte ich alles wieder zurück. In Zottels Box brachte ich noch Heu, damit er nach dem Reiten auch etwas zu Knabbern hatte. Der Futtertrog war schon gut gereinigt worden. Vielleicht war Zottel aber auch nur besonders gründlich, wenn er die Reste aus dem Trog leckte. Bei ihm konnte ich mir das auch richtig vorstellen!
    „So, jetzt ist alles sauber“, sagte ich zu Zottel gewand. „Zufrieden?“
    Zottel schien zu nicken. Ich musste schmunzeln. Er war wirklich der beste pferdische Gesprächspartner, den man sich nur wünschen konnte! „Und jetzt wir erst einmal gesattelt und aufgetrenst!“ Wie gesagt, so getan.
    Nach wenigen Minuten führte ich ihn in die Halle, wo ich erst einmal nach gurtete und aufstieg. Ich musste erst die Steigbügel einstellen, doch dann konnte der Spaß beginnen. Ich ritt auf den Hufschlag hinaus und einige Runden im Schritt. Zottel gefiel das gar nicht. Genauso wenig gefielen mir aber seine gescheiterten Versuche seinen Willen durchzusetzen. Erst als Zottel sich meinem Willen fügte, trabte ich erst einmal an. Ritt ein paar Figuren und parierte ihn wieder zum Schritt durch. Ritt wieder ein paar Figuren, wobei Zottel inzwischen völlig entspannt unter mir ging. Also galoppierte ich los und strahlte. Es war herrlich, wie der Wind mein kupferfarbenes Haar packte. Es hieß ja nicht um sonst, dass alles Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liege!
    Nach dem Trockenreiten versorgte ich ihn noch gründlich. Reinigte seine Hufe, bestrich sie sogar mit Huffett, ging mit dem Striegel noch einmal über sein Fell und steckte ihm noch ein Leckerli zu. Dann stellte ich ihn in die Box und kuschelte mich eng an ihn. Er war wirklich ohnegleichen!

    Ich hoffe er hat euch gefallen... :oops:

    Ciao :P



    Re: Probeberichte von Jojo

    Jojo - 20.03.2008, 07:52

    Wo steckt Zottel nur?
    „Josefine?“, meine Oma lächelte mich glücklich an. „Da ich zu Ostern in Amerika bin, will ich dir schon jetzt mein Geschenk kaufen. Wenn deine Eltern einverstanden sind würde ich dir gerne einen Araberhengst kaufen.“
    „Danke, Oma, aber ich habe kein Interesse an einem Araberhengst!“, erklärte ich schnell und knabberte an meinem Wurstbrot. „Das richtige Pferd muss man immer selbst finden, aber wenn ich es finde, sage ich dir natürlich sofort bescheid.“
    „Aber er ist von edelstem Blut!“, belehrte Oma mich.
    „Du hast ihn noch nicht gekauft?“, flehte ich ängstlich. „Ich will ihn nicht.“
    „Dein Halbbruder Johannes wäre glücklich gewesen“, seufzte Oma. „Gut, dann bringe ich ihn eben zurück.“
    „Eine gute Entscheidung“, nickte ich zufrieden. „Das richtige Pferd muss man nämlich wirklich selbst finden, sonst wird man nicht glücklich damit!“
    „Was für eine Rasse hättest du denn gerne?“
    „Hm… vielleicht einen Hannoveraner oder einen Holsteiner“, überlegte ich und nahm einen Schluck Eistee. „Heute wäre ein herrlicher Tag um auszureiten.“
    „Mit wem?“, fragte meine Oma und ich beschloss, dass ich wohl einfach von merkwürdigen Familienmitgliedern eingeschlossen war. Meine Mutter war übereifrig und wollte gesund kochen, mein Vater war überaus vergesslich, die Papa-Oma war einfach nur neugierig und öfter in Geberlaune, als einem lieb war, Papa-Opa war ein begnadeter Stricker und Mamas Eltern züchteten Irish-Setter und brachten ihnen Kunststücke bei. Gegen das Züchten hatte ich nichts, aber dass sie die Setter zu Zirkushunden ausbildeten gefiel mir einfach nicht! Basta!
    „Mit wem?“, wiederholte meine Oma noch eindringlicher.
    „Mit Zottel!“, gab ich schließlich zu.
    „Und DAS ist das richtige Pferd???“, fragte meine Oma völlig perplex. „Das hat ja nicht einmal einen richtigen Namen!“
    „Zottel ist auch nicht zu verkaufen“, erklärte ich ruhig. „Er ist bloß mein Probepferd.“
    „Und mit so was gibst du dich ab?“, fragte sie schließlich spitz und ließ noch einen Zuckerwürfel in den Tee plumpsen. Dieser musste inzwischen völlig überzuckert sein. „Ingrid, der Tee ist viel zu süß. Kaufe nächstes Mal bessere eine andere Sorte.“
    Meine Mutter runzelte die Stirn: „Komisch. Meiner ist gar nicht süß.“
    „Er schmeckt grauenhaft!“, protestierte meine Oma.
    „Darf ich gehen?“, fragte ich Papa, der wieder einmal gar nicht richtig bei der Sache war und kalten Kaffee schlürfte, während er Zeitung las und den dampfenden Tee links liegen ließ: „Ich muss schon sagen, Ingrid, dieser Tee schmeckt richtig komisch. Und kalt ist er außerdem. Was ist, Jojo?“
    „Bin ich entlassen?“
    „Wohin?“
    „Reitstall!“, sagte ich etwas zu energisch und genervt.
    „In diesem Ton verbiete ich dir mit mir zu sprechen!“
    „Entschuldige bitte, aber ich bin heute so furchtbar gereizt!“, seufzte ich entschuldigend. „Ein bisschen Entspannung auf Zottel würde mir bestimmt gut tun.“
    „Ja, dann geh am Besten!“, meinte meine Mutter, die immer Angst hatte, dass eine Situation ein ganzes Leben verändern könnte. „Ich will ja nicht, dass du depressiv wirst!“
    „Okay, ich bin spätestens um sechs wieder daheim“, murmelte ich und war schon auf und davon. „Zottel, ich komme!“
    Eine halbe Stunde später hatte ich den Stall Roseé erreicht. Jenny fegte die Stallgasse und nickte mir freundlich zu, wehrend sie ein kleines Hündchen immer wieder mit dem Besen von sich schubste. Dabei grinste sie und tadelte das Hündchen scherzhaft.
    Ich grüßte sie und verschwand dann sofort im Stallgebäude. Doch bei Zottels Box angekommen, konnte ich keinen Zottel finden. Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass Zottel wohl woanders eingestellt worden war, schließlich konnte er ja nicht vom Erdboden verschluckt worden sein! Ich suchte den ganzen Stall ab, jede Box einzeln, doch mein Zottelchen war weder in dem Stallgebäude noch in einem anderen. Wahrscheinlich würde Jenny mir Auskunft geben können.
    „Merkwürdig“, meinte sie. „Er sollte doch in seiner Box sein! Vielleicht hat ihn jemand auf die Weide gebracht.“
    Aber auch dort war nicht zu finden. Langsam machte ich mir sorgen. Das klang, wie bei Candy. Sie hatte die Futterkammer geplündert und zwar völlig! „Futterkammer!“, schoss es mir plötzlich durch den Kopf und schon war ich dort. Mein Zottel knabberte dort andächtig auf einer Brotrinde und sah mich fragend an. Ich nahm ihn bei der Mähne und brachte ihn zurück in die Box. Dann holte ich Jenny, die bestätigte, dass Zottel noch nicht lange hier gewesen sein konnte, da er fast nichts gefressen hatte.
    „Ein Glück!“, stöhnte ich. „Ich dachte schon…“
    „Was?“
    „Candy hatte auch so einen kleinen Ausflug gemacht, allerdings hatte sie den nicht überlebt“, schloss ich. „Kolik.“
    „das tut mir leid für das Pferd“, nickte Jenny. „Ich würde zu gerne wissen, wie Zottel es angestellt hatte hier hin zu kommen. Na, ja, ich werde auf jeden Fall ein paar pferdesichere Absperrungen aufbauen. Nicht, dass Zottel das noch einmal schafft.“
    Und als ich zurückkam, konnte ich Zottel dabei beobachten, wie er seine Box einfach öffnete und die Boxentür von außen wieder schloss. Jetzt wurde mir alles klar. Das untere Teil, das die Box ein zweites Mal verschloss, war hinüber und Zottel hatte das wohl als Einladung für Selbstbedienung in der Futterkammer gesehen. Für mich war klar, dass Zottel für eine Weile eine Box weiter ziehen musste und aus! Und das tat Zottel. Ich band ihn vor der leeren Box an und begann diese, ungefähr zehn Zentimeter dick, mit Einstreu auszustreuen. Dann entfernte ich alle schlechte Streu aus Zottels alter Box. Fertig.
    Nun begann ich meinen Zottel ausgiebig zu putzen und ihn dabei sanft zu massieren. Zottel schloss die Augen und schnaufte genießerisch. Das war einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, so war es mir. Putzen und Fressen.
    „Das gefällt dir doch, mein Liebster“, flüsterte ich und kraulte ihn zum Abschluss hinter den Ohren. „Hm, morgen habe ich eine feine Überraschung für dich! Da wirst du staunen. Das ist eine gute Beschäftigung, wenn es regnet. Der Wetterfrosch hat morgen Schlechtwetter angesagt.“
    Zottel spitzte sofort die Ohren und bekam ein schelmisches Glitzern in den Augen.
    „Tja, da musst du dich bis morgen gedulden“, murmelte ich und verpasste ihm einen Kuss zwischen die Nüstern. „Heute wird ausgeritten- und morgen machen wir uns einen gemütlichen Tag mit Überraschung!“
    Zottel war nun sauber und sein Fell schimmerte. Er war ein richtig schönes Pferd. Und so liebenswürdig! Am Liebsten hätte ich meiner Oma das Gesicht mit heißem Tee verbrüht! Wie herabschätzend sie über meinen Süßen gesprochen hatte! Und welche Loblieder sie von diesem Araber gesungen hatte! Ich kannte ihn nicht. Die Wahrheit war, ich wollte ihn niemals kennen lernen! Und wenn es ein Holsteiner gewesen wäre nicht!
    „Du bist einfach der Beste!“, erklärte ich und begann ihn zu satteln und aufzuzäumen. „Wir machen uns jetzt einen schönen Nachmittag im Freien!“
    Zottel schnobberte mich an, dann wanderten seine Nüstern Richtung Rucksack.
    „Tut mir leid, mein Guter“, begann ich und nahm die Zügel in eine Hand und führte ihn vom Rucksack fort auf den Hof. „Heute hast du vielleicht schon zuviel gefressen. Aber nach unserem Ausflug bekommst du eine Karotte.“
    Mit diesem Versprechen schien er sich zufrieden zu geben und ihn seinen Augen begann sich all seine Vorfreude auf den Ausritt zu sammeln.
    „Ich fühle mich auf Zottel wirklich sicher“, rief ich Jenny zu. „Und deshalb wollte ich fragen, ob ich vielleicht ausreiten dürfte. Dann weiß ich auch, wie gut ich mit Zottel wirklich klar komme. Es wäre doch gut, wenn ich mich besser einschätzen könnte.“
    „Ist gut“, Jenny lehnte den Besen an die Wand und hob das kleine Hündchen hoch und sperrte es ins Reiterstübchen. „Wer nicht hören will, muss fühlen!“
    Ich gurtete zufrieden über Jennys Antwort nach und schwang mich in den Sattel. Von gestern waren die Steigbügel noch richtig eingestellt. Die Zügel nahm ich sicherheitshalber einmal richtig auf, doch als ich die Straße erreichte, merkte ich, dass Zottel draußen sogar ruhiger war, als in der Halle. Glücklich gab ich die Zügel frei und Zottels Schritte wurden dadurch immer ausgreifender. Als wir den Waldweg erreichten, war Zottel schon warm geritten. Seine Bewegungen waren wunderschön geschmeidig und sein Kopf war stolz und unternehmungslustig hoch getragen. Ein Ohr spielte, das andere war mir zugewandt. Ich erzählte ihm von Omas Bemerkungen und dass ich keinen fremden Araberhengst wollte. Ich wusste ja selbst nicht warum. Ich war mir sicher, dass jedes andere pferdenärrische Mädchen mit Freunden angenommen hätte, doch ich war einfach anders. Ich wollte für mich das absolut richtige Pferd. So eines, wie Zottel. Er war mein richtiges Pferd, aber er würde mir niemals gehören. Dem war ich mir im Klaren. Leider…
    Es war schön so unter dem Blätterdach dahin zu schlendern. Zottels weit ausgreifende Schritte waren ebenfalls wunderbar und weckten ihn mir ebenfalls die Lust für den Ausritt. Ich wollte am Liebsten galoppieren und Zottel wäre bereit gewesen, doch der Waldweg war mit Steinen übersät und daher, meines Erachtens nach, zu gefährlich.
    Ich zügelte mein Pferd, denn weiter weg stand ein Reh im Dickicht und stierte neugierig zu uns hinüber. Um seinen Hals war ein rotes Band geschlungen. Ich war mir sicher, dass es jemandem gehörte. Aber ein Rehkitz würde ich niemals haben wollen. Allein die Angst, dass es abgeschossen würde, wäre einfach fürchterlich!
    Endlich wurde der Wald lichter und schließlich war er ganz zu Ende. Der Weg war gar nicht mehr steinig und völlig gerade. Nun säumten gelb blühende Büsche den Weg und dahinter erstreckte sich eine große Wiese, auf der die Frühlingsblumen aus der Erde schossen. Schon als der Wald lichter wurde, war der Boden von Schneeglöckchen übersät gewesen und nun war wieder so ein herrlicher Anblick zu sehen. Ich lächelte, denn mir gefiel es hier sehr gut. Doch ich trieb Zottel zum Galopp und schon preschte mein Liebling los. Wieder überfiel mich das herrliche Gefühl. So unbeschreiblich und doch so einzigartig schön!
    Zurück am Hof versorgte ich Zottel gründlich. Und dieses Mal wirklich gründlich. Ich brachte ihn wieder völlig auf Vordermann. Das versprochene Leckerli bekam er auch und auch etwas Heu versagte ich ihm nicht. Ein paar Augenblicke sah ich ihm so zu, wie er sein Heu zermahlte, dann machte ich mich auf den Heimweg und hoffte, dass Oma schon fort war.

    Das war also mein zweiter Bericht. :oops:

    lg Jojo :wink:



    Re: Probeberichte von Jojo

    Jojo - 20.03.2008, 09:04

    Ein anstrengender Regentag!
    Es regnete in Strömen und ich freute mich so sehr auf Zottel. Einzig die Hinfahrt würde grauenhaft werden, wenn ich keine Mitfahrgelegenheit finden konnte. Endlich hatte ich alles eingepackt und stand in Reiterkluft da. Auf dem Rücken der Rucksack, in meiner Hand eine Regenhaut. Ich schluckte, als mein Blick Richtung Fenster wanderte. Das sah nicht besonders gut aus, gab ich zu. Blitze zuckten über den Himmel, Donner hallte und ich fand, dass ich noch nie so dicke Regentropfen gesehen hatte.
    „Wo willst du bei dem Wetter hin?“, fragte meine Mutter, als ich den Vorraum erreichte. „Doch nicht etwa in den Reitstall?“
    „Doch, eigentlich schon“, erklärte ich missmutig. „Bitte!“
    „Du scheinst diesen Gaul ja wirklich zu lieben“, seufzte Mama. „Ich fahre dich hin. Du hast dein Handy doch dabei.“
    „’türlich“, erklärte ich. „Wenn ich nach Hause will, rufe ich an.“
    „Fein“, meine Mutter zog mich zurück in die Küche und schob mir ein paar Haferkekse zu. „Nur mit Honig gesüßt! Das gibt dir Kraft, damit du mit störrischen Pferden klar kommst!“
    „Zottel ist nicht störrisch!“, berichtete ich theatralisch und stopfte die Kekse widerwillig in den Rucksack. „Er ist furchtbar lieb.“
    Endlich hockte ich am Beifahrersitz und aus dem Radio dröhnte deutsche Country-Musik. Meine Mutter summte fröhlich mit und da ich weder das Summen noch die Musik vertrug, machte ich das Radio aus und begann eine Unterhaltung: „Aus was bestehen diese gesunden Kekse?“ Mama zählte nichts auf, was Pferden ernstlich schaden konnte. Außer den Honig, denn ich wusste nicht, ob der so gut war. Allerdings war er auch nicht giftig.
    „Tschüss, mein Schatz“, meine Mutter hatte es sich nicht nehmen lassen, mich bis in den Hof zu begleiten. „Oh, warte. Zeigst du mir noch diesen Zottel?“ In ihrem Blick lag irgendetwas Flehendes. Also zog ich sie vor die Box, wo Zottel mich schon fröhlich begrüßte. Und zwar erst mit einem fröhlichen Wiehern und dann mit einem Stups auf die Schulter.
    „Und der beißt nicht?“
    „’türlich nicht“, sagte ich. „Zottel ist ein Traumcharakter!“
    Meine Mutter nahm Sicherheitsabstand ein: „Der ist aber ein bisschen sehr groß!“ Ich musste lächeln: „Er ist gar nicht so riesig.“ Ich schloss seine Box auf und meine Mutter rauschte entsetzt davon, als Zottel einen Schritt nach vorn tat und seinen schweren Schädel sanft auf meine Schulter legte, wo er zufrieden schnaufte. Ich schlag meine Arme um den Hals Zottels und grinste. So hätte ich ewig stehen können! Doch nur wenige Minuten später wurde mir der Kopf des Pferdes zu schwer und ich stieß Zottel vorsichtig von mir. Dann streifte ich ihm das Stallhalfter über und begann ihn zu putzen.
    Zottel schloss, wie immer, die Augen und schnaubte ab und an behaglich. Als ich mit seiner Fellpflege fertig war und ich ihm die Hufe sorgfältig auskratzte, schnobberte mein Liebling in mein Haar. Davon bekam ich Gänsehaut und sein Benehmen zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Danach wischte ich ihm die Augen mit einem sauberen Schwamm aus und den After mit einem anderen. Jetzt führte ich meinen Dicken über den Hof, wo er eine gehörige Ladung Regen bekam und weiter in die Halle. Dort ließ ich ihn frei und sah ihm kurz nach, bevor ich eine Longiergerte bereit legte. Zottel machte ein paar übermütige Bocksprünge und wälzte sich dann ausgiebig im Sand. Als er wieder aufsprang, erinnerte mich Zottel eher an ein Wienerschnitzel mit Beinen, als an ein Pferd. Da er nass war, klebte der Sand auf seinem Haarkleid. Davon ließ er sich allerdings nicht stören. Er schüttelte sich, drehte sich um und galoppierte zur rechten, oberen Ecke, wo er versonnen ihn den Spiegel starrte.
    Ich ließ das ein paar Momente durchgehen, aber dann nahm ich mir die Longiergerte und scheuchte meinen Dicken dort fort. Zottel, was mich überraschte, trabte in die Mitte der Halle und begann sich von selbst im Schritt immer im Kreis zu gehen. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Ich hatte noch nie von solch einem Benehmen eines Pferdes gehört, geschweige denn so etwas selbst gesehen. Ein Gedanke raste mir durch den Kopf, doch den verwarf ich schnell. Vielleicht erinnerte sich Zottel, was er zu tun hatte und fertig. Eigentlich war es nicht gut, dass er das von selbst getan hatte, aber jetzt war es ohnehin schon zu spät, um ihn zurechtzuweisen. Ich nahm also meinen Platz inmitten seines Kreises ein und erteilte ihm Befehle. Zuerst musste er ein paar Runden traben, dann durfte er im Schritt ausspannen, bevor er eine Runde galoppieren sollte. Dann kam mir eine Idee und Zottel musste stehen. Ich legte die Gerte auf die Bande und stieg auf seinen Rücken. Zottel sah verwundert zu mir hoch, nahm dann aber seine gewohnte Ohrenposition auf. Eines lauschte auf die Umgebung, das andere war mir zugewandt. Für ihn würde die Übung nur schwer sein, wenn ich ihn nicht, einzig durch Schenkeldruck und meiner Stimme lenken konnte, aber für mich war das eine Herausforderung. Ich klopfte ihn vorsichtig die Absetze meiner Reitstiefel in die Seiten und Zottel setzte sich tatsächlich in Bewegung. Ich verlagerte mein ganzes Gewicht auf die linke Seite, sodass der rechte Fuß leicht, aber bestimmt, an die Seite des Pferdes drückte und der Linke kaum zu spüren sein musste. Zottel ging allerdings stur geradeaus und blieb bei E stehen. Ich seufzte. Es hatte so gut angefangen! Ich setzte Zottel wieder in Bewegung und wiederholte mein Kommando jetzt nur eindringlicher und fester. Zottel reagierte brav und marschierte links los. Die eindringliche Variante hatte leider nicht so elegant und professionell gewirkt, eher als würde ich jeden Moment vom Pferd rutschen! Nach einigen Runden, entschloss ich mich dazu, erst einmal ein paar Figuren zu reiten. Das stellte sich als mehr als schwierig heraus. Ich gab es schließlich auf, da Zottel keinen Spaß mehr daran hatte, so durch die Gegend gedrückt zu werden, ohne dass er dafür ein Lob erhielt. Also trabte ich an und ich kam mir vor, wie auf einem Bananenboot. Verzweifelt hielt ich mich an der Mähne fest und lenkte ihn um die Kurve. „Übung macht den Meister!“, beruhigte ich mich in Gedanken, als Zottel vor dem Spiegel hielt. Ich saß also ab und brachte ihn in den Stall. Dort erhielt Zottel erst einmal einen Haferkeks. Ich erzählte ihm, dass so reiten keinen Zweck habe, wenn wir beide keinen Spaß mehr daran hätten. Vielleicht würden wir es morgen oder später wieder versuchen.
    Ich war mehr als eine Stunde damit beschäftigt Zottel wieder halbwegs sauber zu bekommen. Eine viertel Stunde verstrich, dann hatte ich ihn vollends sauber. Ich ließ mich auf die Kiste gegenüber seiner offenen Box sinken und begann seufzend das Putzzeug zu reinigen. Zottel gesellte sich, schließlich zu mir und sah mir interessiert zu. Notdürftig säuberte ich auch mich und meine Reitsachen.
    „Das war hart“, erklärte ich ihm. „Das Reiten und das Putzen! Meine Schenkel fühlen sich an, als würde ich immer noch so auf dir sitzen. Das hatte ich seit Jahren nicht mehr!“
    Zottel schien zu nicken.
    „Komm, jetzt bekommst du deine Überraschung!“, ich schob meinen Süßen zurück in seine Box und fischte einen CD-Player aus meinen Rucksack. Er war Batterie betrieben und das war auch gut so. Ich legte die CD ein und stülpte den, extra für ihn veränderten, Kopfhörer über seine Ohren und Zottel legte verwirrt den Kopf schief. Es war entspannende Musik, leise eingestellt. Endlich beruhigte sich Zottel und nachdem ich ihn zu massieren begann, legte er wieder seine Genießermiene auf.
    Nach zwei Stunden begann ich die Box auszumisten, während mein Schöner noch immer Musik hörte. So verstrich der Nachmittag also im Fluge!

    Mal was anderes! :)



    Re: Probeberichte von Jojo

    Jojo - 20.03.2008, 09:23

    Fotos, Fotos, Fotos,...
    Es war ein wolkenloser Frühlingsmorgen. Alles war feucht und es roch herrlich nach feuchter Erde, nassem Gras und so. Die Osterferien hatten ungefähr Halbzeit. Ich hatte das Gefühl für Raum und Zeit eigentlich ziemlich verloren. Für mich war jeder Tag gleich. Entweder am Abend oder in der Früh lernen, dann mit dem Rad zu Zottel. Momentan war der Schimmel mein einziger Lebensinhalt. Heute hieß es: Putzen, Flechten, Putzen, Fotografieren!
    Endlich erreichte ich ihn, meinen Süßen. Zuerst bekam er noch eine Apfelhälfte, die andere verputzte ich selbst. Dann schmuste ich ausgiebig mit Zottel, bevor es an Putzen ging. Das dauerte bei ihm immer Ewigkeiten, da er es so liebte, putzte ich viel länger, als nötig.
    Dann begann die Maniküre. Zuerst schmierte ich seine Hufe mit Huffett ein, so glänzten sie wunderschön. Dann rieb ich ihn mit dem Inhalt einer Spraydose für glänzendes Fell ein. Und schließlich begann ich zu flechten. Die Mähne wurde, wie es üblich war, zu kleinen Kugeln hochgesteckt, die Stirnlocke frisierte ich noch einmal gründlich durch. Dabei landete immer ein kleiner Kuss auf Zottels Nase.
    Als ich damit fertig war, flocht ich den Schweif kunstvoll. Nun sah Zottel einfach traumhaft aus!
    Ich führte meinen Prinz über den Hof hinaus. Wir spazierten durch den Wald und schließlich, nach Ewigkeiten erreichte ich die Blumenwiese. Dort stellte ich Zottel ab und begann ihn zu knipsen. Wir wanderten einmal dorthin und dann dahin und immerzu wurde er geknipst. Schließlich wanderten wir wieder nach Hause. Das war ein schöner Tag, auch wenn ich eigentlich nicht viel getan hatte!

    Einmal zu kurz geraten1 :?



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Probe-Forum

    Wie wird mann Vollmitglied??? - gepostet von Julchen am Mittwoch 14.03.2007
    Jana's Probeberichte - gepostet von Jana am Montag 02.10.2006
    Teresas Probeberichte - gepostet von Teresa am Sonntag 10.02.2008



    Ähnliche Beiträge wie "Probeberichte von Jojo"

    Hab etwas gefunden!! - hinterhalt (Sonntag 23.04.2006)
    Die Asari - cabalmainframe (Donnerstag 03.01.2013)
    Die etwas andere FF - Jetzt gehts los! - Blackichigo (Freitag 02.06.2006)
    etwas verspätet.. ;) - sarah (Montag 27.11.2006)
    Auch so etwas gibt es - zolli (Freitag 11.08.2006)
    [SUCHE] jemanden der lust hat mir etwas zu bauen - n:joy (Donnerstag 14.09.2006)
    Fomel fly etwas anders ^^ - Lucutas (Sonntag 10.09.2006)
    Dieses schöööne Etwas... - Lumpiie (Montag 04.09.2006)
    Etwas seltsame Charasanwärter... - Pizzabote_xxl (Sonntag 20.08.2006)
    Upps ( etwas zum lachen ) - nordseeengel (Samstag 01.04.2006)