Syringomyelie

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    Re: Syringomyelie

    Gaby+Cavaliere - 26.02.2008, 08:00

    Syringomyelie
    Es gibt ein Thema, was mich in letzter Zeit sehr beschäftigt und auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Da ich weiß, daß Ihr alle (auch auf Grund Eurer Tierschutzarbeit) mit sehr vielen Hunden und deren Haltern Kontakt habt, möchte ich Euch über dieses Thema informieren.

    Es handelt sich dabei um die Erkrankung Chiari Malformation 1 - Syringomyelie

    Bis vor einigen Wochen wußte auch ich noch nichts über diese Erkrankung, aber es wandten sich immer mehr Cavalierbesitzer an mich, deren Hunde das hatten.

    Zur Erläuterung:

    Dies ist ein Krankheitsbild, das auch beim Menschen vorkommt. Der Hinterhauptsknochen ist zu klein. Damit hat das Kleinhirn für seine Ausdehnung im Schädel zu wenig Platz. Somit verlagern sich Anteile des Kleinhirns zum Hinterhauptsloch hin. Dort drücken sie auf das beginnende Rückenmark, das hier auch hohes Halsmark genannt wird. Dieser Mechanismus wird auch beim Cavalier so beschrieben. Oft liest man in englischen Artikeln für diese anatomische Ausprägung auch Chiari-like Malformation.

    Wenn nun das Kleinhirn auf das Halsmark drückt, kann das Nervenwasser, anatomisch Liquor cerebrospinalis genannt, nicht zum Rückenmark abfließen. Wenn das Nervenwasser nicht gut abfließen kann, staut es sich im Großhirn und es entsteht ein innerer Wasserkopf. Da diese Vorgänge langsam fortschreiten, entwickelt sich dieser Wasserkopf (Hydrocephalus) langsam. Symptome eines Wasserkopfes sind Kopfschmerzen, was sich beim Hund meist durch vermehrten Rückzug zeigt. Dies kann in den meisten Fällen aber auch als „ruhiger Charakter“ missgedeutet werden. Später kann es zu Krampfanfällen oder Lähmungserscheinungen kommen.

    Was ist nun eine Syrinx? In der Entwicklung des zentralen Nervensystems (Großhirn und Rückenmark) in der Embryonalphase bilden sich beide Strukturen aus einem so genannten Neuralrohr. Der obere Teil wird zum Großhirn mit seinen Höhlen, der untere Teil zum Rückenmark. Die zentrale Höhle des früheren Neuralrohres im Rückenmark verklebt, so dass ein gesundes Rückenmark im Zentrum keine Höhle mehr hat. Man nimmt nun an, dass durch den steigenden Druck im Großhirn bei der Arnold Chiari-Malformation beim Husten, Pressen usw. der Druck auf den früheren Zentralkanal so zunimmt, das dieser sich wieder eröffnet und eine Höhle bildet. Diese Höhle ist dann mit einer Flüssigkeit gefüllt. Diese Höhle nennt man medizinisch Syrinx. Wenn man betonen will, das diese Höhle mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, spricht man von Syringohydromylie (hydro= Wasser). Diese Höhle nimmt langsam in ihrer Ausdehnung zu und drückt die Nerven des Rückenmarks auseinander. Dies verursacht vermutlich die Schmerzen, von denen betroffene Menschen berichten. Es wird angenommen, dass die betroffenen Cavaliere die Kratzbewegung ausführen, um das Missempfinden oder den Schmerz zu beseitigen.

    Der Begriff okzipitales Malformationssyndrom beschreibt ebenfalls die sogenannte Arnold Chiari Malformation und ist keine andere Erkrankung, ebenso wie der Begriff der okzipitalen Hypoplasie, was soviel bedeutet wie Unterentwicklung des Hinterhauptes.


    Interessante Internetadressen:

    http://www.vetmed.uni-giessen.de/kleintierklinik/chiari/

    in englisch:

    www.sm.cavaliertalk.com/rusbridgecmsm.pdf


    Es gibt eine Diskussion mit den Zuchtämtern der einzelnen Cavaliervereine, wo dieses Thema ganz verschieden gehandhabt wird. Während 2 Vereine offen mit dem Thema umgehen und auch erkrankte Hunde aus der Zucht nehmen, steckt der 3. Verein lieber den Kopf in den Sand.
    Außerdem gibt es diverse Streitigkeiten zwischen den Vereinen.

    Aber das ist für mich nebensächlich. Mich interessieren mehr die betroffenen Hunde und deren Halter.

    Es sind zwar hauptsächlich die Cavaliere betroffen, aber auch bei anderen Kleinhunden tritt diese Erkrankung auf.

    Das auffälligste Symptom sind diese Kratzanfälle.

    Hier einen Seite, wo es auch sehr aufschlußreiche Videos gibt:

    The CKCS Syringomyelia (SM) Infosite

    Bei den Tierärtzen ist diese Erkrankung weitestgehend unbekannt.
    Hunde mit diesen Symptomen werden auf Allergie behandelt, es erfolgen weitreichende Diagnostische Maßnahmen , was den Besitzern viel Geld kostet, aber im Endeffekt nichts bringt.

    Es bestehen Vermutungen seitens Der Uni-Klinik Gießen, daß mindestens 80% der Cavaliere von dieser Erkrankung betroffen sind.
    Nicht alle sind erkrankt, sind aber Träger dieser Krankheit.

    Die Uniklinik Gießen bietet nun im Rahmen einer Studie an, seinen Hund im MRT scannen zu lassen.
    Ich werde Ostern nach Gießen fahren und mit meinen Hunden an dieser Studie teilnehmen.

    Wir als Cavaliere in Not haben eine Art Selbsthilfegruppe für die Hundehalter gegründet, da diese mit ihren kranken Hunden von den Zuchtvereinen doch größtenteils im Regen stehen gelassen werden.

    Den Krankheitsverlauf eines Hundes kann man dort auch verfolgen:

    Selbsthilfegruppe SM

    Uns geht es hauptsächlich um Information und Erfahrungsaustausch.
    Um so mehr diese Krankheit bekannt wird, desto besser kann man den betroffenen Hunden helfen.

    Ich halte absolut nichts davon, diese Erkrankung zu verschweigen, soe wie es einige Züchter tun.



    Re: Syringomyelie

    Regina - 26.02.2008, 12:26


    Hallo Gaby,

    vielen Dank für diesen hoch interessanten Beitrag.

    Ich überlege gerade, ob das nicht so manche "Agression" einiger Hunde erklärt, wo wir oft sagen, man habe Verdacht auf Hirntumor. Der wird dann teilweise nicht festgestellt, dennoch merkt man, dass im Kopf was abläuft.

    Eine Erkrankung von 80 % der Cocker ist ziemlich beängstigend und ich kann gut verstehen, dass noch beängstigender je mehr die Zahl der Züchter steigt, die dies verschweigen und bagatellisieren.

    Denn 80% ist ja durchaus eine Zahl, die eigentlich gebietet so manchen Züchter und Vermehrer aus dem Verkehr zu ziehen.

    Auf deinen Besuch in Gießen bin ich sehr gespannt und drücke gleichzeitig für deine Wuffel die Daumen, dass sie zu den 20% gehören.



    Re: Syringomyelie

    Willemke - 26.02.2008, 18:23


    das ist wirklich interessant.

    hast du näheres zur diagnostik gefunden, oder bleibt da nur ein CT?



    Re: Syringomyelie

    Gaby+Cavaliere - 26.02.2008, 22:34


    Also is gibt natürlich diverse Symptome, wie Kratzanfälle, starke Berührungsempfindlichkeit usw.

    Man kann mit Medikamenten versuchen, dem Hund zu helfen.

    Hier die Mail einer betroffenen Hundehalterin.

    Zitat: SM-Behandlung

    Gabapentin (Mittel gegen Epilepsie) 100 mg 2 X am Tag,
    verschreibungspflichtig.

    Wichtig 100 mg Tabletten, da es das Mittel auch höherdosiert gibt.

    Diamox: 250 mg, 1/4 Tablette, 2 X tägl. - bzw. pro 10 KG Hundegewicht - 100
    g pro Tag.

    Ovid wieg 12,5 kg, deshalb bekommt er 125 mg je Tag

    oder

    Furosimid 40 mg Tabletten: 1/2 pro Tag

    Beide Mittel sind zum Abführen des überschüssigen Liquors im
    Rückenmarkskanal.

    Leider helfen diese Mittel nicht auf Dauer, da irgendwann der Körper sie
    nicht mehr wahrnimmt (lt. Dr. Schmidt). Helfen kann dann nur noch eine OP,
    die die Kleinhirnquetschung auflöst.

    Mein TA hat den Malteser Mix mit diesen o.g. Mitteln behandelt, nach
    Anweisung von Giessen.
    Sein Zustand ist nach einem 3/4 Jahr stabil, aber natürlich ist die
    Erkrankung nicht behoben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, dass er auch aufgrund der Mittel Lähmungen
    bekommt.

    Darüberhinaus wird bei der Erkrankung Cortison gespritzt. Es gibt Kurzzeit-
    bzw. Langzeitcortisone.



    Um aber SM eindeutig zu diragnostizieren bleibt nur das MRT.



    Re: Syringomyelie

    Willemke - 27.02.2008, 14:12


    danke gabi



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