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Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 25.02.2008, 16:07Visionen des Nichts
Das Meer war unruhig. Gischt peitschte um den Bug, die Wellen brachen schwer gegen die verkrusteten Holzplanken und das Schiff hob und senkte sich in unruhigem Rhythmus. Der Draenei Priester hielt sich mit seiner mächtigen Hand an der Reling fest. Seine Gedanken waren weit weg – konzentriert auf die große Prophezeiung seines Volkes:
„Einst werden alle Völker vereint auf Azeroth, Kalimdor und den Scherben der alten Welt zusammen sich erheben gegen die Flamme der Vernichtung. Sie werden die Glut der Dämonen nicht vertreiben wie einst, sondern es in ihrem Mut, ihrer Kraft, ihrer Intelligenz und ihrer Einigkeit ersticken, besiegen und zerschmettern. Das Ende wird glorreich sein und die Welten in alter Schönheit wieder entstehen ohne einen Makel, ohne einen Anflug von Furcht und ohne einen einzigen letzten Samen der brennenden Legion.“
Ein Ruck ging durch den Rumpf des Bootes. Schreie drangen an sein Ohr. Sie hatten angelegt. Der große Riese trottete traurig von Bord des Schiffes und betrat den Steg. Er kannte den Weg, wie oft war er ihn schon gegangen. Seine Gedanken kehrten zurück zur Prophezeiung. Er hatte den Glauben an die Vision verloren. Die Allianz kämpfte gegen die Horde. Und selbst die Rassen unter der Allianz waren sich nicht einig. Elfen, Menschen, Zwerge und Gnome waren sich fremd geworden. Man stritt sich über Religionen, kulturelle Unterschiede und die verschiedenen Wege des Lebens, ob Licht oder Finsternis, Natur oder Technik, Heldenmut oder Hinterhalt besser waren. Wie sollte daraus eine Einheit werden? Sie sprachen von ihrem Kampf an der Front und mächtigen Taten jenseits des Portals – wie Kinder. Ihr kleinen Siege bewirkten wenig. Es waren Stiche. Die brennende Legion hatte seinem Volk gezeigt, wozu sie fähig waren. Hatten die Draenei beinahe vernichtet und über Jahrhunderte durch die Welten der Sphären verfolgt, bis nur noch wenige von ihnen übrig waren. Was war aus dem Volke des Lichtes geworden? Mit dunkeln Gedanken schritt der hühnenhafte Priester den weiter. Sein Weg führte zu der Priesterschaft.
Er hatte kein Recht jemanden etwas vorzuwerfen. Sie selbst waren auf diese Insel zurückgekehrt und hatten durch den Absturz der „Exodar“ weite Teile der Insel zerstört und vergiftet. Ihre Kristalle verdarben die Flora und Fauna. Was für ein Gruß des Willkommens für einen Verbündeten. Als er die „Stadt“ betrat und vor der Halle des Lichtes stand, kam ihm ein Priester entgegen geeilt. „Seid ihr Gorogon, der Graue?“ Der Draenei nickte. „Kommt schnell. Es sieht so aus, als ob Zorkána im Sterben liegt. Unsere Erfahrung zeigt uns keine Krankheit und keine Verletzung. Aber ihre Lebenskräfte schwinden.“ Gorogon schluckte. „Hatte sie wieder eine der dunklen Visionen?“ Sein Kollege nickte. „Gestern erst und was sie uns mit ihrer schwachen, zittrigen Stimme erzählte, war niederschmetternd. Es ging nicht um den Kampf gegen die Legion, es ging nicht um das Ringen von Gut und Böse, von Licht und Finsternis oder Leben und Tod – sie sah den Untergang von Allem.“ Der gutmütige Draenei schaute irritiert auf. „Wie meint ihr von Allem. Eine Seite wird Siegen. Wie soll es anders sein. Und selbst wenn beide Seiten verlieren, wird etwas bleiben und daraus Neues entstehen – selbst wenn es lange dauert!“ Der Priester nickte. „So habe ich es gelernt, Gorogon, so glaube ich es. Zorkána sprach jedoch von etwas, daß ein einziges Ziel hatte: Das Auslöschen von Allem. Es verschlang alles und es blieb nichts – absolut gar nichts. So als ob der Schöpfer sein eigenes Werk und sich selbst eliminierte. Nichts blieb. Versteht Ihr – NICHTS!“ Gorogon schüttelte den Kopf. „Ich kenne die kleine Zorkána von ihrer Geburt an. Sie hatte immer Visionen und richtig gedeutet, trafen alle ein. Auch diese muß einen bestimmte Sinn haben. Ich muß mit ihr sprechen.“
Am Lager der Priester war für die Schamanin eine Ruhestätte ausgebreitet worden. Gorogon befragte die umstehenden Priester und Schamanen. Niemand wußte, warum sie im Sterben lag. Der Draenei kniete sich nieder, nahm den kleinen Kopf mit den leicht gedrehten Hörnern und den großen, sonst leuchtenden Augen in seine gewaltige Hand. Leise flüsterte er: „Du mußt leben, Zorkána. Ich werde die Heiler dieser Welt aufsuchen. Unsere Mittel sind weit fortgeschritten, dafür haben wir anderes vergessen. Es muß etwas auf dieser fremd gewordenen Welt geben.“ Gorogon richtete sich zur vollen Größe auf. „Kümmert Euch um sie. Ich kehre wieder und will Leben in ihr vorfinden.“
Re: Visionen des Nichts
Darion - 18.11.2008, 12:10
Gorogon saß vor einem hölzernen Krug Wasser. Die Oberfläche der Flüssigkeit vibrierte von den heftigen Bewegungen der anderen Wesen in der Taverne. Ein Streit war zwischen einem Zwerg und einem Menschen ausgebrochen, der nach wenigen Sekunden zu einer Schlägerei geführt hatte. Die hohe Stirn des Draenei Priesters lag in Falten. Waren sie in letzter Sekunden von Argus geflohen, dem Fluch der Eredar entkommen, um den Untergang der Welt durch die Bemerkung über die Qualität von Dunkeleisenbier einzuläuten. Ein Stuhlbein donnerte auf seinen Kopf und zerbarst. Der Draenei erhob seine strahlenden blau violetten Augen und traf den Blick des Bauern, der den Schlag geführt hatte. Gorogon stand auf. Sein Gegenüber, ein einfacher Bauer vom Lande wich zurück, als der Koloß vor ihm stand, zwei Köpfe größer und doppelt so breit. Der Bauer hielt schützend die Hände vor sein Gesicht. Gorogon legte ein Kupferstück auf den Tisch, bahnte sich einen Weg durch die brodelnde, keilende Masse und trat in die frische Luft der kalten Regionen von Dun Morog.
„Man sieht selten einen Draenei Priester in diesen Regionen, dazu einen scheinbar äußerst besorgten!“, erklang eine tiefe männliche Stimme von der Seite der hölzernen Wand des Gasthauses. Ein Paladin in der Uniform der Wache von Sturmwind mit dem Siegel der menschlichen Kirche lehnte an den Holzstämmen. Er spielte mit einem hübschen Ring an seinem Finger. Gorogons sanfte Stimme, die so wenig zu dem gigantischen Wesen paßte, antwortete: „Man trifft selten Menschen hier, die mich nicht als Monster sehen und noch seltener Wesen, die unsere Bestimmung an der Art unserer Garabags erkennt. Darf ich fragen, mit wem ich die Ehre habe, den Sinn der Gedanken zu teilen?“ Der Paladin lächelte bei der eigenartigen Ausdrucksweise des Draenei. Für diese Wesen war die Allgemeinsprache äußerst schwer und es freute ihn, daß dieser Priester sich Mühe gab, sie zu lernen. „Mein Name ist Darion. Eigentlich gehören dazu etliche Titel und Beinahmen, aber nennt mich einfach Darion.“ Gorogon nickte: „So ruft meinen Namen mit Gorogon. Ihr seid ein Prediger des Lichtes?“ Der Paladin lächelte wieder. „In unserer Sprache würden die Leute Paladin zu mir sagen. Wir treten für die Armen und Schwachen der Länder ein, Verteidigen die Prinzipien des Lichtes mit der Waffe und unserem Glauben und wir lehren diejenigen, die unsere Worte hören wollen.“ Leise murmelte er mehr zu sich selbst: “Zumindest war es einmal so gedacht.“ Gorogon erkannte den Zweispalt in dem Menschen sofort. Als Priester der Draenei hatte er ein Feingefühl für die Schwingungen des Universums entwickelt. „Die Welt ist meist weniger von dem, was wir uns wünsche und doch oft mehr, als wir erwarten.“ Darion blickte den Draenei an. „Eure Worte sind weise, jedoch scheint ihr selbst den Glauben daran verloren zu haben, werter Gorogon.“ Der Priester streckte sich zu seiner vollen Größe. Er seufzte. „Eine junge Seherin unseres Volkes driftet in ewigen Schlaf der Vergessenheit. Obwohl jung an Eonen hatte ihr Funke den Geist des großen „Iru Katai“ vernommen und die Wirren der Zukunft gebannt. Ich bin seit, wie sagt Ihr in Eurer Sprache ... „Monaten“ unterwegs ein Mittel der Genesung zu finden. Um dem Willen der jungen Seherin und um dem Willen der Völker, jedoch treffe ich auf Wut, Zorn, Gleichgültigkeit und Egoismus, anstatt auf Hilfe, Sein und Gemeinschaft. Wie soll ich, Gorogon der Graue, ein Heilmittel finden, wenn diese Welt so fremd und kalt ist?“ Das Lächeln verschwand von den Lippen des Paladin: „Euer Volk verfügt über Wissen, von dem wir nur träumen. Keine Eurer Energien und Erkenntnisse können der Seherin helfen?“ Gorogon seufzte erneut: „Wenn es eine Krankheit wäre, eine Schwäche, aber es ist mehr. Ihr Leben wird von etwas auf dieser Welt ausgesaugt. Wir brauchen, sie braucht Hilfe, Paladin Darion!“ Beide schwiegen eine lange Zeit. „Ich habe Kontakt zu einer kleinen Gruppe von Wesen, die, wie Ihr es beschreiben würdet, noch Interesse am Wohle anderer und dem Gefüge der Welt haben. Die meisten von Ihnen sind Nachtelfen. Ob sie Euch das geben können, wonach Ihr sucht, wer weiß. Einen Versuch wäre es wert. Sie nennen sich „Zirkel des Silbermondes“. Besucht sie. Erklärt Euer Anliegen. Möglicher Weise bringt das Leben erneut mehr, als wir erwarten?“ Gorogon lachte leiste. Sein Lachen war wie ein Segen, ein Trost, der Heilung versprach. Darion musterte den Priester lang. Was für ein sanftes Wesen in diesem Koloß steckte. Wieviel Friede und Liebe. Der mächtige Streitkolben an der rechten Hüfte des Draenei zeigte dem Paladin, daß dieses Wesen gelernt hatte, sich zu verteidigen und Leben zu nehmen, wo es sein mußte. Er würde keinen dieser Draenei zum Feind haben wollen. Würden die anderen Rassen endlich verstehen, wie wichtig diese fremdartigen Verbündete gegen die immer stärker werdende neue Bedrohung der brennenden Legion waren. Grade jetzt, wo die Schiffe nach Norden aufbrachen – nach Nordend, dem Lichkönig die Stirn zu bieten. Im Innersten waren sich diese beiden so verschiedenen Männer gleich. Gorogon nickte: „Ich habt mich mit meinen eigenen Worten überzeugt. Ich werde diese Gruppe suchen.“ Darions Augen funkelten: „Ich könnte Euch da einen kleinen Tip geben.“ ...
Re: Visionen des Nichts
Darion - 20.11.2008, 12:15
Das Treffen mit dem „Zirkel des Silbermondes“ verlief für Gorogon anders als erwartet. Oder anders als erhofft. Er traf sie in Sturmwind am Platz der Helden am Rand des Brunnens. Während des Gesprächs diskutierten und stritten sie, wie all die anderen Gruppen, mit denen Gorogon in den letzten Monaten gesprochen hatte. Besonders die neu aufgetauchten „Ritter des Lichs“ brachten die Gefühle in Wallungen. Aber auch eine einzige kleine Frage von Gorogon über das Wasser des Brunnens lies einen Streit ausbrechen. War dies die Geschworene Gemeinschaft, die in Harmonie und Stärke Rettung für Zorkana und möglicher Weise für viel, viel mehr sein sollte. Der Draenei Priester war sich alles andere als sicher.
Manchmal hoffte er, daß diese unkontrollierten Gefühle, diese Streitlust, die Kraft sei, die den Sieg über die brennende Legion bringen würde. Gorogon dachte über die Flucht seiner Rasse von seiner Heimat nach. Diejenigen , die sich dem Dämon verweigert hatten und erbarmungslos durch die verschiedensten Welten verfolgt worden waren. Ein Weltenschiff nach dem anderen war von der Legion vernichtet worden. Allein von der Vision getrieben, eines Tages ein Reich ohne diesen Feind zu finden, hielten sie dank ihres hohen Wissens über die Kraft der Elemente, Kristalle und Energie durch. Als sie von der gewonnenen Schlacht der Reiche Azeroth und Kalimdors gegen die Legion gehört hatten, hatten viele der Draenei geglaubt, diese bekannte alte Welt brächte den versprochenen Frieden – nach einer letzten gewaltigen Schlacht. Sie waren bereit alles zu opfern. Was sie nach dem Absturz der Exodar, ihrem letzten großen Schiff vorfanden, war ernüchternd. So vieles hatte sich gewandelt, sie erkannten kaum etwas wieder, ihre eigene Macht der Kristalle vergiftete die Natur und der Bund der Völker war zerbrochen – schlimmer noch – unter den Rassen selbst herrschte Mißtrauen, Egoismus und Krieg. Sie bemerkten nicht, wie die Kraft der Geißel sich ihrer bemächtigte. Sie erzählten von Siegen in der Scherbenwelt. Die Sha’tar, die alten hohen der Naaru des Lichtes hielten dort mit ihrer geistigen Macht ihre alte zerbrochene "Heimat" zusammen. Viele der Draenei waren nach ihrer "Wiederkehr" durch das Portal zurück nach Shattrath gewandert. Anderen Rassen kämpften in der Scherbenwelt und opferten ihr Leben für diese Bastion. Gorogon schätzte und achtete diese Helden. Aber war es nicht ein endloser Kampf ohne je wirklich einen entscheidenden Vorteil zu gewinnen. Die Völker redeten von besiegten Dämonen und dem stolzen Aufbruch nach Nordend, dem Sitz des Lichkönigs. Hatten sie vergessen, wie die Geißel sie das erste mal fast ausgelöscht hatte: Mit Krankheit, Siechtum und innerer Uneinigkeit? Sahen sie nicht, wie der Krieg der Armeen von der eigentlichen Gefahr ablenkte?
Gorogon seufzte. Und dann fiel die einzige seiner Hoffnungen, die junge Seherin Zorkana in den Todesschlaf, nachdem sie eine Vision eines alles verschlingenden „Nichts“ hatte, aber die Deutung unvollendet war. Eine der Menschen des Zirkels, Jildrâzil, hatte die Vermutung geäußert, ob ein Dämon Zorkanas Leben „aussaugen“ könnte. Der Draenei Priester hatte selbst diese Anzeichen einmal so gedeutet, jedoch befand sich Zorkana im Herzen der Exodar, abgeschirmt von den obersten der Priesterschaft. Kein Dämon hatte dort eintritt. Aber die Exodar war teilweise zerstört. Könnte es sein. Ein anderer interessanter Aspekt war die Erwähnung der Todesritter von der Elfe Lyarah. Hatten sie eine Möglichkeit der Heilung. Konnte aus dem Übel selbst Gutes entstehen, oder waren die Ritter bloß Flüchtlinge, wie die Draenei vor hunderten von Jahren, die es geschafft hatten, das Böse zu erkennen und dafür den Fluch der Verdammten auf sich luden? Gorogon traute den Rittern nicht, aber er haßte sie auch nicht. Haß war ihm fremd. Er würde einen Kontakt suchen, wenn keine andere Möglichkeit half.
Doch zuvor mußten sie alles ausschöpfen, was diese Welt ihnen bot: Kräuter, Tränke, die elementare Macht, die unterschiedlichen Arten von Magie über die dunklen Fluch brechenden Sprüche, über die heilenden Kräfte der Natur bis hin zu den stärkenden Göttergeschenken dieser Welt. Die Draenei hatten alles versucht, was in ihrem immensen Wissen lag. Nichts hatte bei der Seherin Zorkana geholfen. Aber diese Welt bot so viel, was für die Draenei unbekannt war, was sie nicht verstanden. Darin lag die Hoffnung des Priesters. Sie konnten sich so viel gegenseitig schenken - aber sie hatten ihn ausgelacht, als er um Hilfe bat. Der große Blaue und seine ominöse Predigt vom Ende der Welt. Oder sie hatten mit den Schultern gezuckt, warum sie einer fremden Draenei helfen sollten, einer, die ihre Wälder vergiftete. Zumindest hatte die Gemeinschaft des Silbermondes ihm Hilfe angeboten. Er war gespannt, wer ihn auf seiner Rückreise zur Exodar begleiten und was für Mittel und Mächte sie mitbringen würden.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 22.11.2008, 11:07
Brief an Gorogon, den Grauen von Darion, Paladin der Kirche zu Sturmwind:
"Werter Gorogon,
ich hoffe, Euer Hilfsgesuch beim Zirkel des Silbermondes ist positiv verlaufen. Ich selbst werde tun, was in meiner Macht steht. Da wir auf jede Information angewiesen sind, schreibe ich Euch diesen Brief.
Gestern Nacht hatte ich selbst eine seltsame Vision. Ich sah ein kleines, blasses Wesen. Es war unmöglich die Rasse zu erkennen. Es lag leblos in einer zerbrochenen, kleinen Kuppel aus Stein und violettem Kristall. Es war alles verschwommen, aber ich konnte die Augen sehen - sie waren weiß, wie die eines Blinden, doch dieser Schleier schien von außen in die Augen zu strömen, wie Nebel. Leider verschwand dieses Vision so schnell, wie sie gekommen war.
Ich weiß nicht, ob Euch dies etwas sagt. Bei diesem Erlebnis ist mir der Name Iru Katai im Kopf hängen geblieben. Jemand, den wir kennen sollten?
Ich werde am Hafen sein, wenn Ihr ruft.
Hochachtungsvoll
Darion"
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 22.11.2008, 15:30
Tage vorher:
Lyarah saß am Eingang der großen Menschensiedlung Sturmwind uns ließ die Beine von der Brüstung baumeln als ein Tumult ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
Eine geduckt gehende Gestalt bahnte sich ihren Weg zum Eingang und sorgte für einiges an Aufsehen unter den Wachen.
Das an sich fand Lyarah nicht schlimm denn Aufsehenerregendes gab es immer wieder mal doch als die Wachen begannen die Gestalt zu beschimpfen, zu bespucken und gar mit faulem Obst, wo auch immer die Wachen das her hatten, zu bewerfen. Irgendwie fühlte sich Lyarah schlecht.
„Wer, bei Elune, hat so eine Behandlung verdient?“, fragte sich die junge Elfe.
Lyarah sprang geschmeidig auf die Beine und ging auf die Gestalt zu die immer kleiner zu werden schien.
Schützend stellte sich Lyarah vor die Gestalt, „Was soll das? Ich erinnere mich das Fremde schon einmal freundlicher empfangen wurden!“
Die Wachen hörtenauf mit dem Obst zu werfen und starrten verunsichert auf die junge Druidin.
Eine der Wachen trat auf Lyarah zu. „Fremde die uns freundlich gesinnt sind werden immer freundlich empfangen doch nicht die da!“
Er zeigte auf die Gestalt hinter Lyarah.
Langsam drehte sich Lyarah um und versuchte einen Blick in das Gesicht der Person zu werfen doch die Gestalt zog die Kapuze immer tiefer in ihr Gesicht.
Irgendwas muß ihr entgangen sein was die Wachen mit ihrem geschulten Auge sofort gesehen haben.
„Warum versteckt eine Draenei ihr Gesicht?“, fragte Lyarah stirnrunzelnd.
Langsam richtete sich die Gestalt zu ihrer vollen Größe auf und zog die Kapuze zurück.
„BEI ELUNE!“, schrie Lyarah, wechselte instinktiv in die Gestalt einer Katze und sprang gut 4 Meter zurück.
Lyarah hatte instinktiv erwartet das die Todesritterin sie angreifen würde, doch das tat sie nicht. Im Gegenteil, die Augen der Draenei füllten sich mit Schmerz und ihre Schultern sackten nach vorn.
Lyarah lies den Zauber fallen und glitt in ihre wahre Gestalt zurück.
„Was wollt ihr hier?“, fragte sie die Todesritterin.
„Ich muß zum König.“, antwortete die Draenei mit leiser Stimme.
„Ich glaube kaum das man Euch zum König vorlassen würde.“
„Doch, das wird man.“
Lyarah hatte nie gegen einen Todesritter der Geißel gekämpft doch sie wusste das, wo immer die Ritter der Geißel auftauchten, Tod und Verderben gesät wurde.
Bei dieser Ritterin schien es aber anders zu sein. Sollte sie sich von dem Bösen losgesagt haben? Noch nie hatte sie gehört dass das passiert ist doch den Anschein hatte es.
Irgendwas sagte Lyarah das es wichtig ist das die Ritterin zum König von Sturmwind kommt.
„Ich werde Euch auf Eurem Weg durch die Stadt begleiten doch hütet Euch irgendwelche Dinge zu tun die mich annehmen lassen das sie Schaden anrichten.“
„Nein, das werde ich sicher nicht.“, sagte die Draenei und fügte so leise, das Lyarah es kaum hörte, hinzu, „Schaden habe ich genug angerichtet.“
Mitleid durchfuhr Lyarah doch irgendwie kam es ihr falsch vor. Konnte man Mitleid mit jemanden haben der für Tod und Verderben verantwortlich war?
„Sie wird nicht passieren. Ist das klar?“
Lyarah drehte sich um, „Doch das wird Sie. Ich verbürge mich für sie.“
Ungläubig schaute die Wache sie an und sie selber konnte kaum glauben was sie da gesagt hatte.
„Ihr wollt was tun? Für diesen Abschaum bürgen?“
„Ja, das werde ich.“
„Ich weiß nicht warum ihr Euren guten Ruf hier auf’s Spiel setzt, Lyarah doch ihr werdet Eure Gründe haben. Sollte etwas passieren werdet ihr dafür büßen, ist Euch das klar?“
„Ja, das ist mir durchaus klar.“
„Dann geht den direkten Weg. Weicht nicht von ihm ab.“
Lyarah nickte und bedeutet der Ritterin ihr zu folgen.
Langsam setzte sich die Ritterin in Bewegung.
„Verräter!“, warfen ihr die Wachen zu und jedes weitere Wort schien die Draenei mehr zu treffen als ein Schwertstreich.
Schweigend gingen die beiden durch die Gassen von Sturmwind, immer begleitet von Schmährufen und Beschimpfungen. Hier und da flog auch noch mal faules Obst.
Die Ritterin triefte vor Obstmatsch und sie stank erbärmlich doch es schien als trug sie es mit Gleichgültigkeit.
„Was wollt ihr beim König?“
„Unsere Hilfe im Kampf anbieten.“
Jetzt war Lyarah wahrlich überrascht. Das hätte sie am allerwenigsten erwartet.
„Helfen? Die Geißel will helfen?“
„Nein, wir Abtrünnigen.“
„Aha, dachte Lyarah. Dann ist es also doch wahr. Es gibt Abtrünnige der Geißel. Daher ist also in den Pestländern Ruhe eingekehrt.“
„Wie…“
„Einst war er ein Paladin Sturmwinds so wie ich einst……, er zeigte uns den rechten Weg und brachte uns auf ihn zurück. Wir eroberten die Festung und ER zog sich zurück in den Norden.“
Lyarah wusste wen die Ritterin mit ‚ER’ meinte.
Groß und prächtig erschien das Schloss von Sturmwind vor ihnen und langsam schritt das ungleiche Paar auf den riesigen Eingang zu.
Die Wachen bauten sich vor ihnen auf, „Lyarah, was wollt ihr in Begleitung von…dem Abschaum hier? Ich darf Euch nicht einlassen.“
Bei dem Wort ‚Abschaum’ zuckte Layira merklich zusammen.
„Ich bürge für die Ehrbarkeit des Ansinnens von Layira, so heißt sie. Und ein wenig mehr Respekt wäre schon angebracht. Meint ihr nicht?“
Layira richtete sich auf und blickte der Wache direkt in die Augen, „Ich habe eine Botschaft für den König von Hochlord Mograine. Die Zitadelle der…Geißel…in den Pestländern ist gefallen.“
Layira zog einen Brief aus ihrer Tasche, „Die ist nur für den König und ich habe Anweisungen ihm diese Botschaft persönlich zu übergeben.“
Die Wache blickte von dem Briefumschlag zu Layira und dann zu Lyarah, „Nun gut, wir werden Euch im Auge behalten, Todesritter, und wehe ihr macht auch nur eine falsche Bewegung. Folgt uns.“
Begleitet von sechs Wachen des Palastes schritten Layira und Lyarah den langen Gang zum Thronsaal entlang.
Lyarah war noch nie im Thronsaal gewesen und mit Ehrfurcht betrat sie den riesigen Raum.
„Mein König.“, sprach die Wache und kniete dabei nieder, „Lyarah ist in Begleitung einer Todesritterin hier. Ihr Name ist Layira und sie hat eine Botschaft von Hochlord Mograine für Euch.“
Mit einem harten Blick der aber zugleich Güte und Weisheit ausstrahlte blickte der König der Menschen auf Layira.
„Tretet vor und sagt was ihr zu sagen habt.“
Layira trat auf den König zu und kniete nieder, so wie es ihr der Hochlord gesagt hatte.
„Ich habe eine Botschaft für Euch.“
Mit diesen Worten streckte sie dem König den Umschlag entgegen.
Er nahm und öffnete ihn und begann die Zeilen zu überfliegen.
Mit einem Nicken wandte er sich wieder an Layira, legte ihr die Hand auf die Schulter und sprach, „Höret meine Worte. Von nun an soll Layira mit dem selben Respekt und der selben Freundlichkeit behandelt werden mit dem alle Verbündeten Sturmwinds behandelt werden.
Niemand soll an ihrer Ehrbarkeit zweifeln und niemand soll ihr Hilfe versagen wenn sie gebraucht wird.“
Lyarah hörte die Wachen aufkeuchen doch niemand würde es wagen dem König zu widersprechen.
Auf dem Weg in das Gasthaus, in dem die beiden nun saßen, wurde Layira nicht mehr beschimpft und auch die bösen Blicke, die ihr jeder bisher zugeworfen hatte, waren verschwunden.
„Alles wird Gut werden.“, sagte Lyarah und lächelte.
„Gut? Der Schmerz in mir wird niemals ‚gut’ werden. Ich habe lange Zeit viel Leid gesät. Ich habe ohne eine Spur von Reue Menschen, Elfen und Zwerge getötet…ja sogar Kinder habe ich nicht verschont. Alles wird Gut werden? Nein, ich habe viel Schuld zu begleichen und nichts Anderes werde ich tun auch wenn die Schuld niemals beglichen werden kann.“
„Du hast auf den Rechten Weg zurückgefunden, und das ist es was derzeit zählt.“
„Ja, aber der Rechte Weg verbrennt mich innerlich. Schmerzen Lyarah, die Du nicht mal zu Träumen wagst.“
„Diese werden vergehen. Du musst nur daran glauben.“
„Glauben? Ja…glauben. Woran soll ich glauben? An mein früheres Leben kann ich mich nicht erinnern und an alles was mir wichtig war ebenso wenig. Ich fühle mich dünn, leer und ausgebrannt.“
„Dann werden wir die Leere füllen. Ich helfe Dir dabei.“
„Du hast mir schon mehr geholfen als alle Anderen die ich traf, auf dem Weg hierher. Darf ich Dich fragen warum?“
„In jedem Wesen steckt etwas Dunkles Layira, in jedem Wesen. Ein Wesen kann noch so von Güte erfüllt sein und sein Leben dem Guten gewidmet haben und dennoch bedarf es oft nur Wenig um das Dunkle herauszufordern. Ich habe in Deinen Augen Gutes gesehen und deshalb habe ich Dir geholfen, auch wenn ich mich zuerst wirklich erschreckt habe.
Jeder von uns hat ebenso getötet wie Du und egal welche Seite denkt dass es das Richtige ist.
Wie viele von denen die für das Gute einstehen töten ebenso ohne Reue wie Du es getan hast?
Ich möchte Deine Taten deshalb nicht gut heißen, ich möchte Dir nur sagen das Du nicht sehr viel Anders bist als viele Andere auch.
Du bedienst Dich vielleicht anderer Mittel aber im Endeffekt kommt es auf das Selbe hinaus.“
Layira schaute Lyarah an und tatsächlich erschien ein Lächeln auf ihren Lippen, ein erstes Lächeln. „Ich danke Dir für Deine warmen Worte. Ein Wenig vertreiben sie den Schmerz den ich fühle aber es wird noch lange Dauern bis er völlig verschwunden ist, wenn er das überhaupt jemals tun wird.“
„Das wird er, Du musst nur Geduld haben.“
Stunden saßen die beiden Frauen zusammen und redeten und Layira tat es gut. Sie erzählte von all den Dingen die sie getan hatte und Lyarah hörte nur zu und sah das es ihrer Gegenüber besser ging je mehr sie erzählte.
Früh am Morgen gingen die beiden dann auf ihre Zimmer um auszuruhen denn es war ein ereignisreicher und anstrengender Tag gewesen.
Die Tage vergingen und in der Zwischenzeit bewegte sich Layira immer sicherer in Sturmwind.
Niemand beachtete sie und es fühlte sich gut an.
„Layira…warte bitte.“
Layira drehte sich um und sah Lyarah die auf sie zulief.
„Hallo Lyarah, ich habe Dich ja Tage lang nicht gesehen.“
„Das stimmt und ich bitte um Verzeihung doch ein paar Dinge sind passiert die meine Aufmerksamkeit erforderten.“
„Das hört sich nicht gut an.“
„Ich brauche Deine Hilfe Layira und ich hoffe dass Du mir und anderen helfen kannst.“
„Meine Hilfe?“, Layiras Augen erfüllten sich mit Glanz in der Hoffnung ein erstes mal wirklich helfen zu können.
„Wie kann ich helfen?“
„Eine Schamanin der Draenei liegt im Sterben. Niemand kann ihr bisher helfen. Alles Wissen der Draenei und der Allianz haben bisher keinen Erfolg gebracht.
Gestern war ein Abgesandter der Draenei hier und hat sich mit meiner Gemeinschaft getroffen. Er bat um Hilfe und wir wollen sehen was wir tun können.
Er erzählte das es den Anschein, hätte das der Schamanin, Zokána heißt sie, die Lebenskraft entzogen wird. Manche denken an einen Dämon und andere wieder glauben an eine andere höhere Macht oder an eine Krankheit die niemand kennt. Hast Du vielleicht eine Idee was ihr helfen könnte? Ich habe die ganze Nacht Bücher gewälzt doch ich habe nichts gefunden was auch nur annähernd das beschreibt was mit ihr passiert. Ach ja, Gorogon der Draeneipriester, erzählte etwas von gereinigter Erde. “
Layira legte die Stirn in Falten und murmelte, „Gereinigte Erde sagst Du? Hm…“
Plötzlich erhellte sich Layiras Mine und sei begann in ihren Taschen zu kramen.
Sie zog einen großen Beutel hervor und gab ihn Lyarah.
„Das hier ist Erde aus dem Ungoro Krater. Nimm sie mit. Sie kann vielleicht helfen.“
Lyarah schaute auf den Beutel und runzelte die Stirn, „Erde?“
„Ja, sie kann wirklich vielleicht helen. Wenn ein Priester diese Erde ‚reinigt’ oder weiht, dann kann sie ein machtvolles Mittel gegen so manche Krankheit und anderen Dingen sein.“
„Bei Elune, Du kannst Recht haben. Warum habe ich nicht daran gedacht. Erde ist eines der vier ureigenen Elemente…aber…aber woher weißt Du das?“
„Ich weiß es nicht, es kam mir einfach so in den Sinn. Warum weiß ich nicht zu sagen aber versucht es. Es ist eine Möglichkeit.“
„Komm mit mir zur Exodar und gebe dem Priester die Erde. Alle sollen sehen das Du es warst die die Idee hatte.“
„Die…die…Ex….Exodar?“
Layiras Blick schien in die Vergangenheit zu reisen und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Nein, ich kann dort nicht hin. Man würde mich sofort töten oder, wenn ich ganz viel Glück habe, mit Schimpf und Schande vertreiben wie einen räudigen Hund.“
„Nein, das wird man nicht. Sie werden sehen dass Du helfen willst und du siehst Deine Heimat wieder. Vielleicht kommen die Erinnerungen an Dein früheres Leben zurück?
Wenn ich erzähle dass eine Todesritterin die Idee hatte und mir die Erde gegeben hat….das glaubt mir doch Niemand.“
„Lyarah, ich kann das nicht.“
„Doch Du kannst. Ich werde mit Gorogon reden. Mal sehen was er dazu zu sagen hat. Zumindest solltest Du ihm von Deiner Idee berichten.“
Layira setzte sich auf die Brüstung der Brücke und legte ihren Kopf in ihre Hände.
Minutenlang stand Lyarah hinter ihr aber sie sagte nichts. Sie wusste das Layira einen inneren Kampf austrug.
Layira erhob den Kopf und drehte sich zu ihr um, „Nun gut, ich werde zumindest mit Gorogon reden, sofern er es wünscht oder dem zustimmt. Alles Weitere sehen wir dann.“
Lyarah klatschte in die Hände, „Sehr gut. Ich mache mich gleich auf dem weg zu ihm und werde ihn fragen.“
Fröhlich pfeiffend machte sich Lyarah auf den Weg und lies eine lächelnde Layira zurück.
Re: Visionen des Nichts
Gordin - 22.11.2008, 17:20
Gordin stapfte grübelnd durch die Gassen Sturmwinds. Es war ein interessantes Treffen des Zirkels gewesen. Einer der großen Blauen, Draenei, hatte sie aufgesucht und ihnen eine Geschichte erzählt. Von einer Seherin und Visionen hatte er gesprochen, vom Ende der Welt und einer merkwürdigen Krankheit an der diese Seherin litt.
"Was ein Humbug...immer die selben Scherereien mit diesem Großvolk...egal ob milchbärtig, blau oder mit langen Ohren." grummelte Gordin vor ich hin während er über eine der Brücken ging die in das Handelsviertel von Sturmwind führten.
Plötzlich wurde ihm sehr merkwürdig, ihm schwindelte und er musste sich auf dem Geländer abstützen und blickte mit trüben Augen in das Wasser des Kanals. Gordin kam es vor als würde er in das Wasser gesogen und es enstand vor seinen Augen ein seltsames Bild:
Ein kleines Wesen lag auf dem Boden, man konnte nicht erkennen zu welcher Rasse oder Art es gehörte. Es wand sich und japste nach Luft. Auf seiner Brust lag etwas grünlich leuchtendes, etwas das aussah wie ein Brocken aus einem Erz welches Gordin unbekannt erschien. Von diesem Brocken aus leckten grünliche Strahlen wie Finger über den Körper des Wesens. Gordin streckte die Hand aus und wollte nach dem Wesen greifen...
"He ! Ihr da, Zwerg...zuviel gesoffen oder wie ?" Gordin blinzelte und starrte immer noch in das Wasser des Kanals. Das Bild war verschwunden. Noch vollkommen verwirrt tat er einen Schritt von der Brüstung zurück und drehte sich um. Dort stand ein Mensch der in missmutig anschaute. "Was denn ? Seht ihr im Suff schon Drachen oder warum seid ihr so bleich ?". Gordin wollte zu einer unfreundlichen Erwiderung ansetzen, schüttelte dann aber nur den Kopf und stapfte dann so schnell wie ihn seine wackeligen Beine trugen weiter in das Handelsviertel. "Ich denke ich sollte den großen Blauen doch begleiten..." schoss ihm durch den Kopf als er noch einmal zur Brücke sah auf der der Mensch stand und ihm kopfschüttelnd nachsah....
Re: Visionen des Nichts
Inari - 23.11.2008, 12:19
Kartan stand vor den Toren von Sturmwind. Seine schwarze Rüstung war mit Raureif überzogen. Ein warmer Windhauch zog ihm ins Gesicht.
Es war Mittag und erst vor kurzer Zeit fiel die Schwarze Zitadelle in die Hände von Morgrain. Es herrschte Chaos dort. Viele der Todesritter wurden ausgesannt sich der Allianz oder der Horde anzuschließen, wie auch Kartan. Der mehr als 2 Schritt große Mann ballte die Faust, das das Leder seiner Handschuhe knirschte.
Es ging los, er betrat Sturmwind. Seine Streitaxt auf dem Rücken stapfte er in die Hauptstadt der Menschen.
Die ersten Wachen fuhren Herum und warfen mit ein paar Beledigungen, verstummten aber recht schnell als sie den Koloss vor sich stehen sahen.
Er verzog keine Miene und ging aufrichtigen Schrittes durch die ersten Tore. Immer wieder wurden Flüche ausgesprochen, doch das alles drang nur wie durch Watte in seine Ohren.
"Monster", "Mörder", "Krankes Schwein". Ja, das war Kartan. Ein Monster.
Der Schlächter, so wurde er schon vor seiner Zeit als Todesritter genannt. Bekannt für seine Grausamkeit und kaltherzigkeit.
Als der erste Wachman mit altem Obst nach ihm warf und auch traf blieb er stehn. Langsam drehte er den Kopf und starrte den Mann von oben herab an.
"Du machst mir keine Angst, du Monster. Du bist alleine, ich nicht!" Sagte der Wachmann selbstsicher.
Er hatte recht.
Kartan warf den Wachman noch einen vernichtenden Blick zu und ging weiter. Unterwegs lies er eine dünne Eisschicht über seine Rüstung laufen, die seine Panzerung verstärkte. Er war Kalt, so kalt das selbst die luft um ihn herum zu gefrieren schien. Ein Eisiger Todesritter.
Als er vor der Burg stand, stellen sich mehrere Bewaffnete Männer in den Weg und hielte ihre Waffen gen Kartan.
"Bis hier her und keinen Schritt weiter. Was denkt ihr wer ihr seid, Todesritter!" brülle ein wichtig aussehernder Soldat.
Kartan zog den versiegelten Brief aus der Tasche und zeige ihn.
Der Soldat stutze. "Ich hoffe mein König wird das richtige tun." Knurrte der Mann.
Mit einer Gruppe Wachsoldaten, ungefähr 5 Stück wurde er zum König gebracht, der sogleich von seinen Thron aufstand und seine Waffen zog.
Kartan kniete nieder und sekte sein Haupt. Der wichtig aussehende Soldat brachte dem König den Brief.
"Ihr zollt mir Respekt, doch das wird euch nicht Retten." Sprach der König und öffnete den Brief.
"Was?...Dem Licht sei dank, das hätte ich wahrlich nicht für möglich gehalten. Nun gut. Von diesem Tage an sein ihr, Kartan Cain, eine freies Mitglied er Allianz. Ich hoffe ihr werdet das tun, was man von Euch erwartet und erlaubt euch keine Fehler. Und jetzt verschwindet aus meinem Blickfeld." sagte der König.
Kartan stand auf, verbeugte sich und verließ die Burg.
Er fing jede menge Finsterer Blicke ein, doch das kümmerte ihn nicht.
"Allianz...so ein Schwachsinn. Die waren Schlachten findet man selbst in den eigenen Reihen. Ich denke ich sollte mal wieder nach Hause kehren, solange hier unten niemand jemand wie mich anheuern will...Nordend...wie lange ist es wohl her..." dachte er und schritt richtung Hafen.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 23.11.2008, 14:24
Shadee öffnete abrupt die Augen. Sie erhob sich aus ihrem Bett aus Wurzelwerk und Laub und streckte sich gähnend. Dann blickte sie an sich herab und lächelte...
Der Winter ist gekommen..die Leute ziehen gen Norden..und die Pflanzen wechseln ihre Kleider..
Sie warf ihr Haar zurück, dass Rotbraun war wie der Herbst. Mit einem Mal war es Schneeweiß. Sie strich sich kurz über die Kleider, die sie mit der Hand gegen etwas wärmeres und farblich der Jahreszeit Angemessenes tauschte.
Die Elfe blickte hinauf in den Wolkenverhangenen Himmel. Vereinzelte magere Schneeflocken segelten mit dem Wind hinab zur Erde, wo sie im Gras verschwanden. Shadee lachte leise, als sie die Gefühle der Pflanzen teilte, die von den Prickelnden Flocken gekitzelt wurden.
Als sie den Blick wieder senkte fiel ihr blick auf eine Kletterpflanze, die sich einen nahen Baum hinaufzog. Ihre Blätter waren fast komplett zu Boden gefallen und ihr Stamm welkte bereits. Mit lautlosen Schritten ging die Druidin zu ihr hinüber und strich sanft über den verholzten Strang der Pflanze. Leise murmelte sie tröstende Worte. Das Gewächs schien sich etwas besser zu fühlen, denn es färbte sich wieder leicht grün und richtete die Enden seiner Ranken mit kreisenden Bewegungen etwas auf. Eine der Ranken klettere an Shadees ausgestrecktem Arm empor, über ihre Schulter, bis sie schließlich vor ihrem linken Ohr stoppte.
Ein Rauschen ging durch den Baum, ohne das sich auch nur ein kleiner Windstoß geregt hätte. Shadee nickte nur lächelnd und die Ranke zog sie wieder zurück. Dankend streichelte Shadee sie nocheinmal, dann wandte sie sich um und ging zielbewusst los zum Hafen.
Es ist also einiges Geschehen während meines Schlafes...dieser Priester, der wohl beim Treffen meiner Gemeinschaft war..die Schamanin, die im todessschlaf liegt..diese Anzeichen kommen mir bekannt vor..doch mir fällt keine Lösung zu diesem Problem ein..nur..Linderung..Todesschlaf..hm..ah, ich weiß..die Schnee Lilie..jaja ich weiß schon wo ich sie wahrscheinlich finden werde...
Mit diesen Gedanken eilte Shadee die Docks des Hafens entlang, bis sie zu einem Pier voller Leute kam. Ihre Rüstungen waren mit Fellen geschmückt und die Helme ließen auf den Norden schließen. Shadee schloss sich dem Gemenge an und bestieg schließlich das Schiff "Wrynns Klinge", dass sie nach Nordend bringen sollte.
Ins Reich des Lichkönigs., dachte sie.
Einige Tage verstrichen auf See, ehe sie die Schiffsglocke leuten hörten. Ein großes Gedränge folgte, bis die ganze Gesellschaft sich auf Deck versammelt hatte und auf den Horizont starrte.
Weiße Gletscher ragten wie unheilvolle weiße Reißzähne aus den Wogen des Meers. Sie fuhren mit großer Geschwindigkeit durch einen durch das Eis gebrochenen Kanal, der auf den Hafen einer Festung zuführte.
Als sie angelegt hatten stürmten die Abentuerlustigen von Bord. Shadee ging gemächlichen Schrittes den Steg entlang.
"Ihr habt's wohl nicht so eilig, wie die ander'n, hä?", grinste ein Dockarbeiter mit zahllosen Zahnlücken und ungepflegtem Bart.
"Nein, ich bin auch nicht auf Abenteuer aus. Ich suche nur etwas. Könnt ihr mir eine Frage beantworten?"
"' 'türlich, gnä' Frau."
"Wir befinden uns hier zweifellos in der Tundra..soweit ich weiß lieegt hier nicht soviel Schnee wie weit oben im Norden. Könnt Ihr mir sagen, wo ich eine große Schneefläche finde?"
"Kla', da müss'n'se nur aus der Festung raus un' ein paar hundert Meter weiter die groß'n Hügel da rauf. Da liegt 'ne Menge Schnee."
"Gut, danke."
"Ich helf' immer gern, Missi."
Shadee ging weiter und aus den Toren der festung hinaus. Vor ihr befand sich ein Kampfgetümmel von Verteidigern der Feste und einer Horde Untoter Diener der Geißel. Sie seufzte - sie verabscheute den Kampf.
So gut wie eben möglich umging Shadee den Kampf. Als sie ihn schließlich völlig umrundet hatte, ohne einen Kampf austragen zu müssen, erklomm sie einen der nahegelegenen Hügel, wie sie der Arbeiter angewiesen hatte.
Die Anhöhe war vollkommen bedeckt mit weißem Schnee. Die Elfe ließ den Blick über die Hügelkuppe schweifen und ging schließlich zu ihrer Mitte. Dort kniete sie nieder und legte einen Fleck braunen Grases frei. Sie tastete eine Weile über die harte Erde und nickte endlich. Mit einiger Mühe grub sie in dem festen Boden, bis ihre Finger sich um etwas rundes, gelbes Etwas schlossen. Sie legte es komplett frei und drehte es zufrieden Lächeld in den Händen. Als sie es eine Weile betrachtet hatte, ließ sie es in ihre Tasche voller Kräuter gleiten und begann erneut, unter der Decke aus Schnee zu suchen. Als sie einige weitere gelbliche Knollen ausgegraben und verstaut hatte wandte sie sich wieder der Festung der Valianz zu.
Ich habe nicht mehr viel Zeit, wenn ich die anderen nach Exodar begleiten will...
Damit eilte sie anmutig los zurück zur Stadt, zurück zum Hafen und zum Pier....[/i]
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 25.11.2008, 15:36
Hin und her..hin und her..
Das Schiff schaukelte ruhig. Die Nacht war hereingebrochen und sie waren vor Anker gegangen. An Deck brannten Laternen und die Männer tranken beisammen Becherweise Met.
Shadee stand schmunzelnd im Schatten der Tür, die unter Deck führte und betrachtete die Lachende - und inzwischen auch singende - Meute belustigt.
Schließlich drehte sie sich um und ging die Treppe hinab. Sie wollte nocheinmal die Knollen, die sie ausgegraben hatte betrachten und sicherstellen, dass alle wohlbehalten nach Kalimdor kamen.
Trotz ihrer warmen Lederkluft fröstelte sie jedoch ein wenig. Sie blickte an die Decke, an der kleine Eiszapfen hingen.
Wie seltsam..dabei haben wir den Norden längst hinter uns gelassen und schwimmen in warmen Gewässer.
Als sie vor der Tür ihrer Kajüte stand, huschte ihr Blick nach rechts. Eine Ecke unter der Treppe zog ihren Blick auf sich wie ein Magnet. Eine schwarze, kalte Aura schlug ihr entgegen. Ihr Interesse war geweckt und sie drehte sich zu der Ecke um. Als sie ein wenig nähertrat, erkannte sie im Dunkeln eine Person.
Sie trug eine pechschwarze Rüstung und eine leuchtende Runenklinge und als sie den Blick hob, starrten Shadee zwei leuchtende, schneidende Augen entgegen.
Re: Visionen des Nichts
Inari - 25.11.2008, 16:50
Er stand geduckt und regungslos an der Wand. Sein blick fasste den der Elfe die vor ihm stand. Die Gestallt war fast so breit wie der ganze Gang und scheinbar größer. Um ihn herum war leichter Nebel am Boden und Raurreif lag auf einer Rüstung.
Ein tiefes brummen ertönte von der Gestallt. Sie regte sich. Schweres Metall schepperte leicht und Leder knirschte.
Die Gestallt trat einen Schritt nach vorne. Der Boden des Decks knarzte bedrohlich. Er stand nun kaum einen Spann vor Shadee. Sein Atem war kalt. Sein Blick lag auf ihren Augen und wirkte berohlich. Durch seine Kaputze war der Großteil des Gesichts nicht zu erkennen, doch den Teil einer Narbe, die sich über sein linkes Auge zog war klar zu sehen.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 25.11.2008, 18:52
Shadee legte den Kopf schief und musterte den schwarzen Ritter.
"Ihr seid zweifellos der Schlächter, von dem die Bäume mir erzählten. Der Todesritter, der für Geld und Genugtuung tötet."
Der weiße Blick der gestalt verengte sich. Shadee musterte den Todesritter noch eine Weile, ehe sich mit den Schultern zuckte und ein leichtes Lächeln zustande brachte.
"Wir haben alle unsere Art, in dieser Welt zu leben und unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich will euch nicht danach beurteilen. Ihr seid Söldner, eure Art, Gold zu machen ist der Kampf. Ich kann es euch also nicht verübeln. Ich kann nur hoffen, das Gold in eurer Tasche wurde nciht für meinen Kopf bezahlt."
Die Elfe lachte leise, wenn auch nicht gänzlich überzeugend.
"Wohin führt euer Weg, Ritter?"
Re: Visionen des Nichts
Darion - 26.11.2008, 13:03
In Eisenschmiede saß Gorogon allein am Tisch der Taverne. Seine große Hand lag flach auf dem von Bierflecken und dem Zahn der Zeit gezeichneten Tisch. Der Stuhl knarzte gefährlich unter seinem Gewicht. In seiner blaugrauen Handfläche lag die Blüte einer Tira-Blume aus dem Gewächshaus der Exodar. Sie war in voller Pracht und die Blüten behielten selbst nach dem Pflücken für Monate ihre Schönheit. Auf der anderen Seite der Taverne, ebenfalls an einem sonst verlassenen Tisch, starrte eine andere Gestalt in einen Krug Wasser. Als der dunkelhäutige Draenei Priester den Raum betreten hatte, war ein Teil der Zwerge murrend gegangen. Gorogon war es mittlerweile gewohnt. Obwohl sein Volk nun bereits seit Monaten auf Azeroth war und ein Draenei zumindest als solcher erkannt wurde, war das Mißtrauen allem Fremden gegenüber stark und unberechenbar. Als die andere Gestalt ihre Präsenz in die Taverne brachte, war die Stube schneller leer als man seinem Herz lauschen konnte. Die Todesritter waren verhaßt, egal auf welcher Seite sie standen und so wirklich wußte es keiner. Manchmal glaubte Gorogon, sie selbst wußten es kaum. So war der Raum bis auf den Wirt, zwei vollkommen betrunkene Menschen und die beiden "Fremden" leer.
Gorogon blickte auf die Tira-Blüte, die in allen erdenklichen Farben schimmerte. Er hatte keine Ahnung warum, aber er stand auf und ging zu dem Todesritter. Er sprach ihn bewußt in seiner alten Sprache an. Der Ritter, ohne die typische Rüstung in einfache Lederkleidung gehüllt, hob den Blick. Egal was er tragen würde, sein Wesen war unverkennbar. Früher mochte er oder besser sie eine edle Kriegerin der Menschen gewesen sein. Jetzt? Lebten diese Ritter oder hielt die Energie ihres alten Herren sie in Form und Bewegung. Sie war kein Zombie, eher zu vergleichen mit dem "Volk" der Untoten aus Kalimdor. Was bedeutet Leben? Denken? Fühlen? Schmerz? Freude? Gorogon wurde es schwer um sein Herz. Die Draenei hatten sich auf eine riesige endgültige Schlacht vorbereitet - doch der Kampf glich einer Krankheit, die sie langsam alle zerfraß. Das Zeichen der Geißel. Der Ritter starrte den Priester an, kein Wort kam über seine blassen Lippen. Gorogon legte wortlos die Blüte neben den Krug der Ritterin. Sie betrachtete sie lange. Zögernd hob sie ihre Hand und berührte mit der Spitze ihres Zeigefingers ein Blütenblatt. Sofort überzog Frost die Blüte, fror sie ein, der Krug Wasser krachte und zersprang. Gorogon zuckte mit keinem Muskel. Die Ritterin blickte ihn an und verzog das Gesicht zu einer traurigen Maske. Gorogon griff in seine Tasche. Zwischen seinen Fingern tauchte ein rosafarbenes Juwel auf, ein Trümmerstück der Exodar. Er legte es neben die perfekt im Eis konservierte Blume. Sofort begann die Blüte an zu welken, verlor ihre Farben, krümmte sich zusammen und starb. Überraschung und Fragen zeichneten sich auf dem Gesicht der Frau. Gorogon nahm den Kristall. Wie gut kannte er diesen Gesichtsausdruck. „Euch nennt man seelenlose Schlächter – uns nannte man Dämonen des Untergangs. Ihr seid nicht die Einzigen, die Unschuldige vernichtet haben und ohne es zu wollen immer noch den Tod mit Euch tragt. Ihr kennt den Namen des Sargeras, dem Verwüster der Welten? Ihr habt die Rufe von Kil’jaeden und Archimonde, den Dämonen der Eredar vernommen?
An Eurer Reaktion erkenne ich, daß sie keine Unbekannten für Euch sind. Wie auch, seid ihr Kinder ihres Wirkens.
Beschäftigt Euch mit der Geschichte meines Volkes, den Eredar, und den Draenei. Möge es Euch helfen, etwas zu finden, das Eurer Seele Frieden bringt. Oder wenigstens eine „Heimat“ – wie wir in unserer Sprache sie nennen: „Dreanor“ – unsere „Zuflucht“. Meine Brüder vernichteten mehr unschuldige Wesen als Ihr Euch vorstellen könnt. Selbst heute bringt unsere Macht den Tod mit sich“, Gorogn hob den Kristall, „aber wir folgen den selbstlosen Idealen der Naaru und ihrer Vision. Findet etwas dem Ihr folgen könnt – sonst folgt Ihr der Vision des Nichts.“
Gorogon schritt nach draußen, er wurde in Sturmwind erwartet. Zwei weißglühende Augen folgten dem Draenei.
Re: Visionen des Nichts
Inari - 26.11.2008, 16:16
"An Orte, an denen man Mich benötigt. Mir ist es gleich wo dieser Ort liegt und wer mich bezahlt." sagte er mit tiefer verzerrter Stimme. "Sucht ihr Jemanden wie micht? Oder seid ihr einfach nur Neugierig? Fals die Neugier Euch übermannte so passt auf. Nicht immer ist Euer Gegenüber ... friedlich."
Kartan musster Shadee knapp.
"Und ihr? Wohin fürt Euch der Weg? Ihr müsst weit weg von Euer Heimat sein."
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 26.11.2008, 21:05
Shadee blickte der Gestalt direkt in die kalten Augen.
"I'ch? Ich habe kein Zuhause. Ich bin unterwegs auf die Azurmythosinsel..in die Exodar."
Shadee legte den Kopf schief und ein Lächeln huschte kurz über ihre Züge.
"Ihr bringt mich auf eine Idee...Ich selbst benötige zwar keine Hilfe, doch bin ich auf dem Weg in die Exodar, weil jemand abderes Hilfe braucht.
Todesschlaf nennt sich das Problem und ich denke nicht nur euer Name hat gemeinsamkeiten mit diesem Albtraum, Todesritter. Eure Kraft könnte sich als hilfreich erweisen. Und, wer weiß, seid IHR erfolgreich und heilt die Patientin, werden sich die Draenei vielleicht erkenntlich zeigen?"
Sie lächelte den Todesritter an und nickte ihm dann nocheinmal zu, ehe sie sich zu ihrer Kabine umdrehte.
"Überlegt es euch."
Spät in der Nacht schlief Shadee unruhig in ihrer Hängematte; Etwas schien sich in ihr Bewusstsein zu drängen, als wolle es ihre Aufmerksamkeit erregen. Doch als sie kuerz davor war, etwas zu erkennen, schwand der Schlaf und sie schnellte schweißgebadet hoch.
Etwas wollte in ihren Kopf. Shadee fühlte, dass es wichtig war und von bedeutung sein würde.
Nach éiniger Zeit des Überlegens strich sie sich schließlich durch das schneeweiße Haar, setzte sich mit gekreuzten Beinen in die Mitte ihrer Kammer und schloss die Augen.
Ich bin bereit, komm heraus, schoss es ihr durch den Kopf, ehe sie in die schlaflose Traumsicht glitt.
Re: Visionen des Nichts
Inari - 26.11.2008, 22:28
Auch Kartans schlaf war seltsamerweise unruhig. Schlagartig öffnete er seine Augen. Es war dunkel, nur die Kerze einer Laterne leuchtete schwach. Das Knarzen des Schiffes und der leichte Wellengang waren zu hören.
Was war das? Als ob jemand in sein Verstand wollte.
Zorn überkam ihn. Er verzog das Gesicht. Wie schwach war er?
"Nie wieder! Nie wieder werde ich unterliegen! Ich muss stärker werden, noch stärker. Damit niemand es mehr wagt sich meiner anzunehmen. Damit ER sich erinnert!" dachte der Koloss.
Er stand auf, zog seine Rüstung an, legte seine Waffe an und verließ seine Kajüte. Der Gang war bis auf 2 Laternen stock dunkel. Es war still.
Sein Weg führte ihn auf Deck. Nur 2-3 Leute waren an dort und regelten die Schifffahrt. Kartan schritt an den Bug des Schiffes und starrte in die Dunkelheit. Ein kalter Windzug streifte sein Gesicht und ein paar leichte Wassertropfen perlten an seiner Rüstung ab und gaben leise ein paar Laute von sich.
Es fing an zu Regnen. Kartan streckte sein Hand aus um zu sehen wie sehr es regnet. Der Regen wurde stärker und auch der Wellengang stieg rasch an. Der Wind nahm an Sträke zu und schickte den Regen wie Pfeilhagel gegen das Schiff. Ein Unwetter zog auf, was duch die ersten Blitze am Himmel bestätigt wurde.
Kartan blieb dort vorne auf dem Stiff. Ein paar der Matrosen kamen an Deck und halfen den bereits anwesenden die Segel zu festigen. Eine Welle schwappte über Deck und das ganze Schiff geriet ins Wanken. Er griff nach einem der Seile, die eine der 2 Strickleitern des Ausgucks war, um sich festzuhalten. Gischt schlug ihm ins Gesicht, doch er blieb ruhig. Einer der Matrosen schlug an einer Glocke um die restliche Manschaft zu wecken, sollte sie nicht schon wach sein. Wellen die Größer als das Schiff selbst waren bahnten sich den Weg am Schiff vorbei auf das weite Meer hinaus.
Kartan fing an zu grinsen, denn sie standen einem Feind gegenüber. Einem feind den selbst die besten Leute nicht bezwingen konnten. Der Natur. Es brachte seinem Verdand Klarheit, als ob alles andere weggespühlt wurde. Seine Muskeln waren gespannt, als ober er am liebsten gleich eine Wellen spalten würde, doch es verblieb beim sicheren Festhalten. Kein Mann konnte es je schaffen, die natur zu bezwingen. Es brachte Kartan in eine art Extase. Er stand vorne an Deck, lachte, grinste, lachte und eine wahre Mordlust spiegelte sich in seinen Augen.
Ja, er würde alles bekämpfen. Auch den Tod selbst.
Sein Entschluss stand fest, diese Elfe, er würde ihr helfen. So wie es ein Monster tun würde.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 30.11.2008, 20:59
Layira saß in der Taverne grade beim Frühstücken als Lyarah pfeiffend herein kam.
"Es scheint als wenn Lyarah niemals schlechte Laune hat.", dachte Layira und biss dabei in die dicke Scheibe Brot die sie in den Händen hielt.
Lyarah lies sich auf einen der Stühle fallen die an dem Tisch standen an dem Layira saß.
"Guten Morgen."
"Guten Morgen.", antwortete die Draenei.
"Ich soll Dir von Gorogon sagen das er Dich heute Abend am Mondbrunnen treffen wird. Sei dort wenn die Turmuhr 6 mal schlägt. Dort kannst Du ihm dann sagen was Du weißt und ihm auch die Erde geben."
"Kommst Du mit?"
"Nein, ich habe noch etwas zu erledigen aber Du mußt nicht nervös werden. Gorogon ist ein gutmütiger Mann und er wird Dir zuhören, dessen bin ich mir sicher."
"Weiß...weiß er...das ich eine...Draenei bin?"
Lyarah grinste, "Ja, das weiß er. Ich mußte ihm ja sagen wen er da treffen wird. Ich will ehrlich sein...erbaut war er zuerst nicht aber als ich ihm sagte das Du helfen willst und eine Idee hast was zu tun ist war er gewillt Dich zu treffen."
"Wer sollte auch erfreut sein mich zu sehen?"
"Hör zu Layira. Jeder weiß das Du Dinge getan hast die hier niemand gut heißen kann und wird aber ebenso haben Wesen für das Gute Böses getan. Gorogon ist weise genug dies zu wissen. Ich glaube er ist ein Mann der niemand vorschnell verurteilt und das wird er bei Dir auch nicht. Du mußt lernen etwas optimistischer zu denken. Versuch es mal mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen. Na ja...wenn Du nicht singen kannst dann pfeife halt. So mache ich es auch."
Lyarah grinste ihre gegenüber an und ein flüchtiges Lächeln huschte über die Lippen der Draenei.
Plötzlich brach Layira in schallendes Gelächter aus.
"Warum lachst Du?", fragte Lyarah verwundert.
"Ich stelle mir grade vor wie man mich angucken würde wenn ich fröhlich pfeifend durch Sturmwind gehe.", antwortete sie glucksend.
Nun mußte Lyarah auch herzhaft lachen.
Layira tat das Lachen gut. Sie konnte sich nicht daran erinnern jemals gelacht zu haben doch sie merkte das es die Seele erfrischte.
"So, nun muß ich aber gehen. Ich muß heute noch eine Ledertunika nähen.", Lyarah verdrehte die Augen und Layira begann wieder zu lachen.
"Bis dann und grüße Gorogon von mir."
"Das werde ich machen. Bis dann."
Die Glocken der Turmuhr waren lange verstummt und Gorogon tauchte nicht auf. Layira saß auf der Brüstung des Mondbrunnens und lies ihren Blick über das Gelände schweifen. Bei jeder Bewegung die sie wahr nahm dachte sie das Gorogon endlich auftauchte, doch das tat er nicht.
"Er hat es sich sicher anders überlegt.", dachte Layira doch dann verneinte sie ihren Gedanken wieder.
Endlich stand sie auf und ging zurück in Richtung Taverne als ihr auf halben Wege Lyarah entgegen kam.
"Ah Layira, wie war das Treffen?"
"Es gab kein Treffen."
"Wie? Kein Treffen?"
"Nein, er kam nicht."
Lyarah runzelte die Stirn, "Das sieht ihm aber gar nicht ähnlich. Ich dachte er ist ein Mann der zu seinem Wort steht."
"Vielleicht war es auch bisher so."
"An Dir liegt es sicher nicht. Entweder ist ihm etwas Dringendes dazwischen gekommen oder aber...."
"Aber was?", fragte Layira mit einem nachdenklichen Blick.
"Es ist ihm etwas zugestossen."
"Zugestossen? Einem Priester der Draenei? Hier in Sturmwind? Das glaube ich wohl kaum."
Lyarah grinste schief, "Auch hier in Sturmwind gibt es viele dunkle Gestalten. Nicht alles was hier herumläuft hegt gute Gedanken."
"Und? Was machen wir jetzt?"
"Hm...lass uns zu der Taverne gehen in der er abgestiegen ist,. Vielleicht erfahren wir dort etwas."
Layira nickte zustimmend und so schnell die konnten machten sie sich auf den Weg zu der Taverne.
Die Luft in der Taverne war stickig und hier und da saß ein Zwerg mit einer Pfeife im Mund an dem er genüsslich zog.
Es roch nach einer Mischung aus Essen, Met und Rauch.
Schnurstracks gingen die beiden ungleichen Frauen zum Tresen.
"Guten Abend. Wir möchten zu Gorogon dem Priester der Draenei."
Der Wirt drehte sich um wobei er weiterhin einen großen Krug mit einem schmuddeligen Tuch abtrocknete.
"Gorogon?"
Der Wirt schien zu überlegen. "Eine kleine 'Spende' könnte meinem Gedächtnis sicher auf die Sprünge helfen."
Der Wirt grinste böse.
Layira lehnte sich über die Tresen, funkelte den Wirt mit ihren hell leuchtenen Augen an und ihre Stimme schien gradewegs aus dem Reich der Toten zu dringen, "Wenn ihr uns nicht sofort sagt wo Gorogon ist dann werdet Ihr keine Spende mehr brauchen."
Das Blut verließ die oberen Regionen des Wirtes und weiß wie eine Wand antwortete er prompt.
"Er verließ vor gut 2 Glas sein Zimmer. Er murmelte etwas von einem wichtigen Treffen."
Layira und Lyarah schauten sich an.
"Ich konnte noch sehen wie er mit zwei Personen heftig diskutierte. Mehr weiß ich leider nicht."
"Wie sahen die Zwei aus?", fragte Layira.
"Sie waren groß. Eine Menschenfrau war dabei. Sie war in Roben gekleidet. Der andere hatte eine dunkle Rüstung an, wie ihr. Ja, es muß ein Todesritter gewesen sein. Aber mehr weiß ich nun wirklich nicht. Sie gingen dann weg."
"Komm Layira, wir müssen es meiner Gemeinschaft sagen."
Die beiden Frauen verließen die Taverne in Richtung des Gildenhauses der Luna Argenti.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 02.12.2008, 13:43
Vor dem Gildenhaus trafen sie auf Darion, der mit grüblerischem Gesichtsausdruck aus der anderen Richtung kam. Zwei Stadtwachen folgtem ihm.
"Licht mit Euch, Lyarah", grüßte er und stutzte, als er die Begleitung der Elfin registrierte. Zur Überraschung der Todesritterin nickte der Paladin der Kirche, der für das Licht und den Kampf gegen alles Untote stand ihr kurz zu und schien keinen weiteren Anstoß zu nehmen. Die Wachen sagten kein Ton, ihre Blicke waren jedoch eher unfreundlich. "Ihr habt nicht zufällig den Draenei Priester, Gorogon gesehen? Ich hatte eine wichtige Verabredung mit ihm, aber er ist nicht erschienen. Darauf hin habe ich Sturmwind absuchen lassen und selbst eine Botschaft nach Eisenschmiede geschickt. Keine Spur. Die Letzte verliert sich vor einem Gasthaus in Eisenschmiede. Eine Todesrittern und der Zwergenwirt haben ihn die Taverne verlassen sehen, danach scheint das Dunkel in Verschluckt zu haben!" Wenn ich die Zeit richtig im Kopf habe, wird die kleine Priesterin in den nächsten Tagen sterben, wir hätten längst zu den Draenei Inseln aufbrechen sollen und nun ist Gorogon verschwunden. Ich mach mir mehr als Sorgen. Hier läuft etwas schief. Gewaltig schief. Ich werde in zwei Tagen zur Exodar aufbrechen - die Priester dort werden Zorkana kennen - aber Gorogon verschwindet kaum einfach so!"
Darion ballte die Faust und seine Augen blitzten. "Lyarah, informiert ihr bitte die Gilde und organisiert einen Suchtrupp. Nennen wir es Eingebung, aber da will jemand den Draenei ins Handwerk pfuschen und was ich bis jetzt über dieses Volk in der Bibliothek gelesen habe, würde sich kein Priester so eine Mühe machen, wenn es nicht außerordentlich wichtig ist. Diese Zorkana scheint wahrhaftig einen Schlüssel in sich zu tragen und jemand fürchtet, er könnte mehr öffnen, als nur eine einfache Vision. Ich organisiere die Überfahrt. Wer zur Exodar mitkommen will für eine Untersuchung soll in zwei Tagen am Hafen sein."
Er warf Lyarah einen fragenden oder bestätigenden Blick zu, nickte der Todesritterin erneut zu und verschwand Richtung Hafenmeisterei. Die zwei Wachen folgten wortlos.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 02.12.2008, 15:16
Shadee öffnete ruckartig die Augen, schweratmend. Das Bild der Vision die sie bis vor einer Sekunde gesehen hatte schwebte ihr immernoch vor Augen.
Sie sprang auf und schüttelte den Kopf.
Nein! Ich habe mich zu lange ausgeruht. Ich darf mich nicht länger aufhalten, die Schamanin wird bald sterben!
Unruhig zog sie die Riemen ihrer Lederkluft fest, ehe sie mit ihren Habseligkeiten in der Umhängetasche aus ihrer Kabine stürzte.
Oben an Deck angekommen, empfing sie das Ausmaß der Verwüstung, die ffenbar ein Sturm verursacht hatte. Ein Sturm? Es musste ein wahrer Hurrikain gewesen sein! Das Fock und Bramssegel waren bis auf wenige Fetzen fortgerissen. Von der Crew war nichts mehr zu sehen. Shadee dachte nach.
Ich und der Todesritter waren die einzigen passagiere abgesehen von der Crew. Ich bezweifle, dass die Naturgewalt ihn vom Schiff wehen konnte...
Ihr Blick huschte über das demolierte Schiffsdeck und schließlich aufs Meer.
Das Schiff wurde nur von den Wellen bewegt. Bis auf das Kreischen der Möwen über ihr konnte Shadee keinen Laut wahrnehmen. Das Schiff war verlassen...und doch..
Sie fuhr herum und blickte zum Bug des Schiffes. Erleichtert lies sie die angehaltene Luft entweichen, als sie über sich Kartan sah, regungslos an einer Stelle stehend. Als sie zu ihm hinaufging, erkannte sie, dass er sich am Boden festgefroren hatte und scheinbar in einer Art Trance zu sine schien. Shadee klopfte mit ihrem Stab auf den Holzboden und räusperte sich.
Zwei glühende weiße Flammen loderten unter dem Helm des Söldners auf und musterten die Elfe missmutig.
"Wie habt ihr euch entschlossen, Söldner?"
Die tiefe, verzerrte Stimme Kartans ließ das Schiff vibrieren.
"Ich werde euch begleiten, Elfe."
Shadees Stimmung hob sich abrupt.
"Sehr gut. Wie ich euch bereits erzählte muss ich schnellstens nach Exodar auf die Azurmythosinseln vor der westlichen Küste Kalimdors. Wir müssten irgendwo zwischen Teldrassil und der Dunkelküste treiben, gen Norden erkennt man die Ausläufer des Baumes. Wir haben keine Zeit wie geplant erst nach Darnassus zu reisen. Ich weiß, ihr seid ein Krieger des Eises. Ihr könnt sicher das Wasser zu euren Füßen mit eurer Aura gefrieren?"
Eisflocken rieselten herab, als der Todesritter nickte.
Shadee nickte ebenfalls ein paar Mal und überdachte kurz ihre Lage.
"Es sind einige Meilen bis zu den Inseln. Doch reiten wir geschwind und nehmen den Rest des Prroviants dieses Schiffes mit sollten wir es in etwa eineinhalb Tagen schaffen."
So verstauten sie genug Trinkwasser und Schiffszwieback, bevor Shadee ihren Reittiger in den Stallungen im Bauch des Schiffes sattelte und Kartan das Gitter darüber, dass an Deck führte aus den Angeln hob. Shadee kletterte in ihren Sattel und mit einem hohen Satz sprang die riesige Raubkatze auf das Deck des Schiffes. Kartan hatte unterdessen sein Streitross beschworen.
Schließlich nickte die Druidin dem Todesritter zu, als sie nocheinmal alles überprüft hatten. Der Söldner fuhr mit einer handbewegung über seine Runenwaffe und mit einem Mal umgab die beiden ein eisiger Wind wie eine Wand aus wirbelnder Luft. Sie sprangen hinab und landeten auf sofort gefrorenem Wasser. Mit einem leisen Lachen deutete Shadee gen Osten.
"Auf nach Exodar. Wir reiten über das Meer!"
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 06.12.2008, 18:40
Stunde um Stunde verrann.
Shadee fielen die Augen zu. Zu ermüdent war der lange Ritt, das ewige auf und ab ihrer Reitkatze machte sie schläfrig. Langsam glitt sie in den Schlaf.....
....das Wesen krümmte sich am Boden. Es war klein und schwach. Ein lautloser Schrei entrang sich seiner Kehle. Plötzlich liefen schwarze Tränen die Wangen hinab und rannen den Körper des Wesens entlang. Wohin die Flüssigkeit auch kam, sie hinterließ aufgeplatzte Haut und Schmerz. Sich hin und her reißend wandte sich das Etwas am Boden...
Shadee fuhr hoch. Wieder diese Vision...
Die Sonne war untergegangen. Neben ihr ritt Kartan. Unter seinem Helm war ncihts als Schwärze, als würden die weißen Feueer seiner Augen ruhen. Als die Elfe immernoch leicht zitternd von dem Traum aufblickte, erkannte sie einen schmalen schwarzen Streifen am Horizont - Land!
Sofort hob sich ihre Stimmung und sie setzte sich aufrecht im Sattel hin.
Wir sind da!
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 06.12.2008, 19:02
Wieder ein Blitz.
Das Gildenhaus erhellte sich kurz, ehe das Licht sich wieder auf den Schein der Kerzen beschränkte.
Die wenigen versammelten blicken verwundert an die Tür...ein Pergament -mit seltsam roter Farbe beschrieben- ist erschienen und verkündet unheilvolle Zeilen:
Mitglieder des "Zirkels des Silbermondes"!
Es ist uns nicht entgangen, dass ihr einem gewissen Priester helft! Haltet euch aus der Geschichte heraus und lasst die Schamanin sterben, ehe sie ihr wissen preisgeben kann, wenn ihr den Draenei Priester in einem Stück wiedersehen wollt!
Haltet euch fern!
Das schwarze Siegel unter der Nachricht zeigt einen kahlen Schädel und so etwas ähnliches, wie das Zeichen der Geißel.
Im Wachs kleben eine Reihe von Dingen: Geisterfaden, morsche Holzspäne, jede Menge Brocken Grabmoos und Fetzen eines ungeheuer dicken Spinnennetzes.
Doch all diese Hinweise deuten nur auf ein Land hin...
Re: Visionen des Nichts
Darion - 15.12.2008, 15:12
Die Wache am Tor zur Sturmwind flüsterte seine Kollegin an: "Du Marianna", war das da nicht grade Irisis von Falkenhagen?" Marianna blickte der schwer gerüsteten Frau, die grade eben die Pforte in die Stadt passiert hatte hinterher. "Stefanus, die Frau da vorne trägt einen Zweihänder, Kettenrüstung und bewegt sich wie eine Kriegerin. Die Dame von Falkenhagen ist eine Diplomatin, die in Kutschen reist, Wächter bei sich an hat und ganz sicher nie ohne ein Empfangskomitee unsere Hauptstadt betreten würde." Stefanus runzelte die Stirn. Marianna hatte Recht - wenn diese Frau der Wohlgebornenen von Falkenhagen auch wie aus dem Gesicht geschnitten glich - es war unmöglich."
Die Kriegerin ging zielstrebig zur Käserei. Der Händler, der eine abfällige Bemerkung über ihren wohlgeformten Oberbau zum Besten gab, konnte nach dem gezielten Fausschlag keine weitere Aussage mehr treffen, aber die Aufmerksamkeit der Frau war schnell auf den Käseladen gelenkt. Schon von draußen hörte sie Kampflärm.
Im Laden raufte ein Bursche mit einem dürren Mann, der einen Leib Käse fest in seiner rechten Hand hielt, während er mit der Linken Ben Trias, den Lehrling des Ladens von sich hielt. Dieser bearbeitet das Gesicht des Mannes mit seinen Fäustchen:" Du Dieb, Du zahlst den Leib oder ich hau Dir Dein dämliches Hirn aus den Ohren!" Die Kriegerin packte den Burschen am Kragen, zog ihn hoch und bereute sofort ihre Entscheidung. Sie spürte eine Tritt gegen ihr Knie, während gleichzeitig ein schwerer hölzerner Gegenstand auf ihre Kettenhaube donnerte. Ihr wurde schwarz vor Augen.
Elaine Trias wedelte der am Boden liegenden Frau mit einem nach Trüffokäse riechenden Tuch Luft zu. Die grünliche Gesichtsfarbe, die sich bei der Kriegerin einstellte lag möglicherweise eher am Geruch, als an fehlender Luft. Oder an den heftigen Kopfschmerzen. "Elaine, Du hättest den Dieb das Holz über den Schädel ziehen sollen und keinem Kunden!" hörte man Elling Trias, den Käsemeister rufen. Elaine murmelte eine Entschuldigung:" Sie hat Ben angegriffen!" Die Frau hielt sich den Nacken, während sie sich mit Hilfe des Burschen aufrichtete. "Ich hab Benny nicht angegriffen, sondern ihn davon abgehalten, sich in das Verlies zu prügeln. Mit einem hinterhältigen Käserolle habe ich nicht gerechnet, Elaine." Elling brach in lautes Gelächter aus. Elaine musterte das Gesicht der Frau und Ben murmelte: "Benny hat mich vor Jahren das letzte mal die kleine süße Tochter von diesem reichen Fritzen aus dem Rotkamm genannt. Irisis, was wohl aus ihr geworden ist." Elling hielt sich den Bauch, wischte die Lachtränen aus seinem Gesicht, als ihn die nächste Lachsalve dazu zwang sich auf die Stufen zu setzen. Als die Luft wieder halbwegs normal durch seine Lungen strömte, erklärte er: "Tja Benny, ich würde sagen, sie sitzt weniger Spann vor Dir auf dem Boden und fragt sich, warum sie die liebe Tante Elaine niedergeschlagen hat." Während Bens Gesichtsfarbe eine Tomate Konkurrenz machte, brachte die Miene seiner Frau den Käsemeister endgültig zur Strecke, so daß ihm vor Lachen das Zwerchfell schmerzte. "Irisis, bist Du das wirklich, Kind?" fragte Elaine besorgt. Die Frau nickte, verzog das Gesicht und zauberte den Versuch eines Lächelns auf ihre Lippen." "Was machst Du allein hier und in dieser Verkleidung?" "Tante Elaine, daß ist keine Verkleidung, sondern eine Rüstung und Kind war ich vor 10 Jahren mal, Euer Laden riecht wie früher und hättest Du was von diesen Kräutern gegen Kopfschmerzen?" Elaine eilte davon. Ben stotterte Worte wie "süss", "anders gemeint", "nicht gewußt" und blieb zum Schluß lieber komplett still.
Die Aufregung legte sich allmählich, man tauschte die neuesten Nachrichten aus, plauderte über die Geschehnisse der letzten Jahre, die man sich nicht gesehen hatte und am Ende des Tages machte sich Irisis von Falkenberg auf den Weg zu einer Taverne, die in einem Haus einer Gruppe von Nachtelfen sein sollte, mit dem für Elfen seltsamen Namen "Rollendes Faß". Unter dem Arm die Beschreibung der drei Leute, über die sie mehr erfahren wollte.
Re: Visionen des Nichts
Gordin - 15.12.2008, 17:04
Gordin stand in der kleinen, von ihm persönlich eingerichteten Schmiede des Gildehauses, in seiner ledernen Schürze und Hose und drosch mit dem Hammer auf ein Stück Metall ein welches vor ihm rot glühend auf dem Amboss lag. Er hämmerte hier, klopfte da und fluchte leise über das ach so sture Stück Erz. Das Werkstück sollte in vier Tagen fertig sein, aber es wehrte sich standhaft gegen die Schmiedekunst des Zwerges.
"Hrm...schon wieder kalt..." murmelt der Zwerg und betrachtete dabei das nur noch schwach glühende Metall um es dann zurück in die Schmiede zu befördern. Er betätigte einige Male den Blasebalg um die Kohlen anzuheizen, entledigte sich dann der Schürze und setzte sich auf einen Schemel um zu warten.
"Eigentlich hätten wir schon längst etwas von dem großen Blauen hören sollen," dachte Gordin während er in die Glut starrte, "alles rennt in der Gegend herum um zu helfen und der Kerl lässt sich entführen...oder was auch immer". Gordin dachte an die Nachricht die, irgendwie, an die Tür des Gildehauses geheftet worden war. Und er dachte an den Vorfall auf der Brücke in Stormwind, nach dem Treffen mit dem Draenei. So etwas war ihm noch nie passiert, weswegen er es für Humbug gehalten hatte, Tagträume. Aber der Zweifel nagte an ihm, da er niemandem davon erzählt hatte. Steckte vielleicht doch mehr dahinter ?
Über seine Grübelei hatte er fast das Werkstück vergessen, welches in der Glut lag. Er sprang auf, warf sich die Schürze wieder über und griff es sich mit einer Zange aus den Kohlen um es wieder auf den Amboss zu befördern. "Verdammt... jetzt wäre es mir fast verbrannt...", grummelte er und griff nach einer Kelle die in einem Eimer mit Wasser neben dem Amboss lag. Er kippte das Wasser über das Eisen, woraufhin es zischte und brodelte und eine große Dampfwolke sich bildete in der der Zwerg fasst völlig verschwand. "Was zum...", entfuhr es dem Zwerg als im plötzlich schwindelte, er nach vorne kippte und bei em Versuch sich abzustützen fast in das heiße Werkstück gegriffen hätte.
Vor dem Zwerg formte sich ein waberndes Bild in dem Dampf der ihn umgab. Ein violetter Kristall schwebte über einer am Boden liegenden Draenei. In dem Kristall war eine Klauenhand zu erkennen, die in ihm zu wachsen schien bis sie den Kristall sprengte. Sie senkte sich auf die kleine Draenei hinab und umschlang sie, worauf ihr Körper erschlafft als wäre sie tot. Ein weiterer Draenei steht daneben, wohl ein Priester, und lacht. Dann verschwindet plötzlich alles im Nichts.
Als Gordin wieder klar sehen konnte stand er immer noch nach vorne gebeugt über dem Amboss. Er brauchte einen Moment bis er sich wieder gesammelt hatte. Das Stück Metall war wieder erkaltet. Gordin setzte sich wieder auf den Schemel und starrte das Amboss an. "Ich glaube ich sollte doch mit jemandem darüber reden...", murmelte er.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 16.12.2008, 13:26
Nayan -- Erster Teil, die Entführung
Eine dunkle Gasse, kein Licht, bis auf den fahlen Schein einer einzigen Laterne weit weit oben. Die kahlen Steinwände Eisenschmiedes scheinen die Dunkelheit wie bei einem Ballspiel zwischen sich hin und herzuwerfen, dass nichts bleibt als gähnendes Dunkel.
Der Draenei zögerte, er musste nach Sturmwind, denn ein Treffen mit einigen Freunden erwartete ihn und er musste durch diese Gasse...
Er hatte die vergangene Nacht im Gasthaus in der Nähe der großen Bank verbracht und machte sich nun wieder auf, seine Geschichte zu verbreiten.
Nayan schnaubte innerlich. Priester. Ha! Sie predigten für das Leben, die größte Bestrafung überhaupt! Sie hatten keinen Schimmer, was es wirklich bedeutete, zu leben.
Es bedeutet ewige Qual, Leid und unerdenklichen Schmerz!, meldete sich Golthurogh zu Wort. Nayan nickte stumm zur Antwort, wenngleich es ihr Kopf, ihr Geist gewesen war, der eben gesprochen hatte.
Wir haben dieses Leid zu lange ertragen. Wir mussten diesen Schmerz zweimal ertragen. ZWEIMAL!
Du bist selbst schuld, mein törichtes Mädchen.
Schweig! Konzentrieren wir uns auf unseren Auftrag! Und achte auf die Hände dieser Magierin..Seylina oder wie sie sich nennt..ich traue ihr nicht.
Wie immer ist deine Meinung auch unsere, Nayan.
Nayan nickte nocheinmal, diesmal an die Menschenfrau neben ihr gewandt. Sie war in schmuckvolle Roben gekleidet, die aufwendig verziert waren und von oben bis unten voll waren mit Runen. Ihr Ausdruck war entschlossen, ansonsten völlig unlesbar.
Die schwarze Kriegerin selbst gab ein erschauderndes Bild ab. Ihr Gesicht war zerissen in unzählige Stimmungen. Während die eine Seite süß lächelte, verzog sich die andere zu einer zornesgebleckten Grimasse. Die beiden Augen ließen sie schrecklich unnatürlich erscheinen, das eine hell und weiß leuchtend, ebenfalls in unzählige Stimmungen zersprengt, während das andere, schwarz wie die Dunkelheit selbst, alles Licht und allen Frohsinn zu verschlucken schien. An sich war sie eine für Gnome sehr attraktive, junge Frau, doch die ekelerregenden Stacheln, die den schwarzen Stahl ihrer Rüstung an jedem sichtbaren Quadratcentimeter bedeckten nahmen jeden letzten Funken von Sympathie, die man der kleinen Gestalt entgegenbringen konnte.
In ihrer einen Hand ruhte ihre leuchtende Runenaxt, die sie immer wieder mit so etwas wie Fürsorge im Gesicht streichelte, wie einen kleinen Hund. In der anderen Hand hielt sie eine massive Holzkeule.
Der Befehl lautete Entführung, Verhöhrung, am Leben lassen.
Nayan nickte ein drittes Mal und wollte gerade zu einem übernatürlich hohen Sprung ansetzen, um dem Priester eines überzubraten, als sie überflutet wurde von den aberhunderten, ihr so verhassten Stimmen in ihrem Kopf. Gedanken unzähliger Wesen schossen ihr durch den Geist und aus dem Mund.
"Katze gewaschen, Geschirr rausgelassen -- Nein, ich kenne ihn nicht -- Nein, ich weiß schon wo der Tisch steht, das ist schließlich MEIN Haus!.........."
--Nein! Nicht! Lasst ihn leben, verschoont ihn, nehmt mich an seiner Stelle! Neeeeeiiin!
Ein letzter Panischer Schrei in ihrem Kopf, den sie meinte irgendwann schoneinmal gehört zu haben, ehe sie sich wieder im Griff hatte und den Griff um Golthurogh, den Kummerbringer, ihre Runenaxt zu festigen. Ein weiterer Geist schob sich in ihren Kopf, räumte auf und verscheuchte jegliche andere Gedanken. Mit einem innerlichen Dank an den Helfer konzentrierte Nayan sich wieder auf die Welt um sie herum. Das Kinn war ihr kurzzeitig auf die Brust gesunken und sie schwankte. Als sie ruckartig aufblickte, sah sie direkt in die zwei Lampenaugen Gorogons über sich. Mit einem seltsam hohen Satz sprang sie hoch vor sein Gesicht.
"Gut'Nacht, Freundchen!"
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 16.12.2008, 14:30
Nayan - - Zweiter Teil, die Verhörung
Gorogon öffnete zögerlich die Augen. Sein Blick war verschleiert und sein Kopf schmerzte entsetzlich. Noch ehe er versuchte, sich zu erheben, wusste er, dass er gefeselt war. Er blickte zur Decke. Es rieselte Staub und morsche Holzspäne. Als er den Blick wieder senkte, sah er direkt in ein Gesicht, dass einem Traum gleichkam. Es wirkte wie das Gesicht einer Kinderpuppe, völlig unnatürlich. Die unterschiedlich gefärbten Augen waren ausdruckslos. Das einzige, was von Leben kündete, war das vor Wut und sprudelnden Emotionen bebende Gesicht der Todesritterin.
"..und sage es nochheinmal, Abschaum! Wir *wissen* von eurem vorhaben. Wir wissen von der Schamanin und ihrem Todesschlaf! WAS ist es, dass ihr aufhalten wollt?!", zischte die Gnomin rasselnd.
Gorogon antwortete abrupt. "Die Geißel, was sonst?"
"Pah, die Geißel!", schnaubte Nayan verachtend. "Davon wüsste ich. Gerade ich!"
"Bindet mich ersteinmal los, oder fürchtet ihr euch vor einem einfachen Priester des Lichts?"
Der Draenei musterte Nayan genauer. Außerhalb seines Blickfelds meldete sich eine schneidende Stimme zu Wort.
"Also ich nicht, macht ihn ruhig los, ihr Klappergestell."
Nayans zerreißender Blick fixierte Seylina. Eine tiefe, hallende Männerstimme antwortete aus dem Mund der Gnomin.
"Wir fürchten ihn ebensowenig, Menschin. Mach ihn los, Nayan.
Nayan, die direkt neben Gorogon auf dem morschen Tisch stand, an den sie ihn gefesselt hatte, schnitt den Priester mit einer lautlosen, fließenden bewegung der Axt los.
"Sprecht nun, elendes Wesen, WAS plant ihr aufzuhalten. Und WIE plant ihr es aufzuhalten?!"
"Ich sagte bereits", Gorogon rieb sich die Gelenke. "dass wir versuchen die Geißel aufzuhalten. Diese Schamanin, die wie ihr richtig feststelltet in ihrem Todessschlaf gefangen ist, träumt von einer Vision des Nichts."
Ein übernatürlich starker Schlag aus schwarzem Stahl traf den Draenei und riss ihn zurück auf den Tisch.
"Ich sagte die Wahrheit!"
"Kommt schon, als wenn er jetzt noch lügen sollte. Das würde ihm gar nichts nützen. Ich denke, seine Worte sind die Wahrheit.", sagte die Magierin, die lässig auf einem knarzenden Geländer saß.
Nayan schnaubte.
"Wie wollt ihr diese Vision aufhalten? Sagt es uns, damit wir EUCH aufhalten können." Nayan grinste böse.
"Warum sollte ich euch das sagen? Eure Folter ist nichts. Schmerz ist nicht existent. Was wollt ihr tun, um mich zu zwingen? Was habt ihr in der Hand, Ritterin?"
Seylina lächelte süß.
"Wir wissen von euren Hilferufen und diesem Zirkel des Silbermondes, der euch unterstützt und nach Heilmitteln für die Schamanin sucht. Wenn ihr nicht kooperiert, werden eure Freunde einer nach dem anderen" Sie sprach die Worte gedehnt und genüsslich aus "sterben."
"Warum einer nach dem anderen? Sprecht, oder ihr werdet alle auf einem Haufen tot sehen, die Köpfe aufgespießt zu euren Füßen! Wie wollt ihr das verkraften, Friedliebendes Geschöpf?"
Gorogon schüttelte traurig den Kopf.
"Ihr seid schrecklich. Glaubt ihr, mich würde es kümmern, nach all den Jahren, die ich meine Freunde fallen sah? Haltet ihr mich für einen Priester, der gerade dem Leib seiner Mutter entsprang? Ich habe vielmehr Leidende Wesen gesehen, als ihr in eurem ganzen Leben sehen werdet und auch diese Drohung prallt an mir ab!"
Gorogon senkte den Blick, zuckte mit den Mundwinkeln und spielte mit seinen Fingern.
"Lasst das sein.", zischte Seylina und blickte dann wieder zum Gesicht des blauen Riesen. "Wie könnt ihr es nur verkraften, dass andere Geschöpfe unschuldig für eure Torheiten bezahlen, Priester des Lichts?"
Gorogon ging nicht darauf ein, sondern fuhr sich über die Fingerkuppen.
Nayan verlor die Geduld. Mit einem Wutschrei setzte sie zu einem neuerlichen Schlag an, holte aus, schlug zu - und stieß auf funkensprühende Hitze, eine Barriere zwischen ihrer Faust und dem Gesicht des Draenei, der ihr direkt in die Augen sah. Einen Bruchteil einer Sekunde blickten die beiden sich stur in die Augen, dann wurde Nayan rücklings vom Tisch gerissen, flog an die gegenüberliegende Wand und landete unter einem Regen aus altem Mörtel am Boden. Ihr wurde schwarz vor Augen.
Eine riesige Kuppel breitet sich rasant schnell aus, wächst und wächst. Ein "Etwas" aus schlicht und ergreifend "Nichts" legt sich über die Ländereien. Jegliche Sonnenstrahlen, jedes Licht, werden umgelenkt und in sie hineingesogen. Immer schneller breitet es sich aus, wie ein Loch in der Welt selbst. Nayan steht auf einem Hang, eine Windböhe zieht an ihr vorbei und plötzlich erreicht sie das "Nichts". Sie schließt die Augen, und erwartet das ersehnte Ende, doch nur ihr Körper wird ihr genommen. Milliarden von Geistern aller Welten strömen auf sie ein, greifen nach ihr, ziehen sie hinab, kriechen in ihre Seele. Ihr Zornesgebrüll wird verschluckt....
Nayan schlug die Augen auf. Sie brüllte auf, denn lodernder, unstillbarer Zorn schoss in ihr hoch. Sämtliche Stimmen, die sie in ihrer Bewusstlosigkeit überkommen waren zogen sich kreischend zurück, als die Welle aus Wut Nayans Kopf bis auf zwei Wesen leerfegte. Mit einem einzigen Sprung stand sie wieder neben dem Draenei, dass ganze Gesicht vor Zorn verzerrt. Plötzlich spürte Gorogon kalten Stahl an der Kehle. Nayan hatte Golthurogh gezogen und hielt sie dem Draenei an den Hals, wo die Aura der Runenaxt eine leichte Eisschicht bildete, die sich brennend darauf ausbreitete. Gorogon lächelte ansatzweise. "InuKatai war es, der euch eure eigene Macht zurückgab. Ihr habt nur gespürt, wie sich eure künstlich verstärkte Macht anfühlt, Ritterin. Eure Vision kam nicht von mir."
"Ich WERDE frei sein! Das Auslöschen allen Lebens wird meine Befreiung sein!"
Ihre Stimme war zu einem sich überschlagenden Kreischen zweier Stimmen geworden.
"Eure Vision war eine Lüge!"
Nayan wollte den Draenei leiden sehen, wollte das Blut spüren, dass an Golthuroghs Schneide hinablief! Sie wollte seine Schreie hören, als Genugtuung, für das, was soeben passiert war.
"Nayan! kommt zu Vernunft, elende Gnomin!"
Seylina packte sie an der Schulter und riss sie von dem Priester weg.
"Unser Auftrag war "Am Leben lassen!". Wir werden dafür bezahlt, dass er *lebt*!" Nayan fasste sich wieder und schürte den Großbrand ihrer Wut zu einem Lagerfeuer. Schwer atment musterte sie Gorogon verachtend.
"Er weiß selbst nicht, wie sie das Nichts aufhalten wollen!" rief die hallende Stimme aus Nayans Mund beinahe amüsiert.
"Er hat KEINE Ahnung!"
Nayan lachte. Seylina blickte von Nayan zum Draenei und wieder zurück.
Gorogon wartete, bis beide Entführerinnen fortsahen, dann sprach rasch eine Formel. Weder Nayan noch Seylina konnten den Hilferuf an den Zirkel des Silbermondes aufhalten, den er sendete, mitsamt einem geistigen Bild der beiden und einer etwaigen Richtung seines Aufenthaltortes.
Nur damit, dass sie den Priester wieder zurück auf den Tisch rissen, konnte sie verhindern, dass ihr Versteck vollständig enttarnt wurde.
Nayan beugte sich wieder über ihn.
"Nun, da unser Auftrag erfüllt ist und ihr nichts mehr sagen könnt, was wir nicht schon wissen..."
Gorogon unterbrach sie barsch.
"Das Nichts und der Tod allen Lebens wird euch nicht von euren Qualen befreien, Nayan! Er wird euch noch viel tiefer hineinziehen, wenn alle Geister dieser Welt freigesetzt sind! Seylina - so heißt ihr doch, oder? Das, was euch die Menschen antaten wird nicht gerächt dadurch, dass alles Leben vernichtet wird! Erkennt ihr denn nicht mehr die Schönheit dieser Welt, die es sich lohnt gerettet zu werden?"
Zum ersten Mal während seiner Entführung zitterte seine Stimme. Nayan und Seylina ignorierten seine Worte.
"Schließen wir ihn ein, dieser Ort wird ihn versteckt halten, bis sie ihn finden, wenn er frei ist, folgen wir ihnen, damit wir herausfinden, was sie planen und sie ihrerseits aufhalten können!"
Seylina nickte stumm und Nayan blickte nocheinmal auf den Draenei hinab, dessen Augen einen Hauch von Flehen zeigten. Mit einem Aufschrei entzündete sie Ihre Hand mit flüssiger Energie dunklen Eises und rammte sie Gorogon in die Brust. Mit einem letzten Seufzer verschwand Gorogon in einem Eisblock in Eisstarre.
"Er kann nur befreit werden, denn er ist ohne Gedanken und Willen da drin."
Nayan grinste.
"Und nun? Töten wir die Schamanin, bevor sie ihn finden und wir wieder hier sein müssen?"
"Ich habe sogar bereits einen Plan" Seylina lachte kalt.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 13.01.2009, 13:32
Darion lag auf dem Bett und wälzte sich mit halb offenen glasigen Augen und schweiß auf der Stirn unruhig hin und her. Seit vielen Tagen hatte er Sumpffieber. Die Heiler und Priester hielten das Fieber unter Kontrolle, so dass Darion nicht in Lebensgefahr war, aber mehr war ihnen verwehrt. Die Krankheit musste von alleine besiegt werden, es gab kein Mittel dagegen. Genau zwei Tage vor seiner Abreise zur Exodar hatte es ihn erwischt. In dunklen, verschwommenen Fetzen erinnerte er sich an seinen Weg zum Hafen, um die Passage für sich und einige Begleiter zu buchen. Er war gesund und voller Tatendrang gewesen, dem Draenei Priester Gorogon zu helfen. Auf der Treppe nach unten begegnete ihm keine auffällige Gestalt außer einem dieser immer häufiger auftauchenden Ritter des Todes, von denen sich viele von ihrem ehemaligen Herrn, dem Lichkönig selbst, losgesagt hatten und nun einem hochrangigen Todesritter Namens Mograine folgten. Darions Kopf pochte vor Schmerz. „Ruht Euch aus, Darion“, hörte er einen seiner wechselnden Pfleger sagen und spürte ein kaltes Tuch auf seiner Stirn. Der Paladin schloss die Augen. Er konzentrierte sich erneut auf die Erinnerung. Der Todesritter am Hafen war kleiner als die üblichen gewesen und hatte eine große Axt auf seinem Rücken getragen. Er hatte unentwegt etwas zu sich selbst gebrummelt. Dann verblasste das Bild. Kurze Zeit später, beim Hafenmeister war Darion übel geworden. Die Seeleute hatten gewitzelt, dass Paladine seekrank werden würden, wenn sie die See nur sehen würden. Dies waren die letzten Fetzen. Er musste das Bewusstsein verloren haben und war hier in den Unterkünften der Kathedrale mit Fieber erwacht. Zu dumm. Darion ballte verärgert die Faust, was er sofort bereute, denn seine Muskeln krampften am ganzen Körper. Das Leben dieser Seherin Zorkana in der Exodar hing an einem seidenen Faden, es ging um Tage und er wurde krank. Hoffentlich konnten die anderen etwas erreichen.
Das Tuch auf Darions Kopf wurde kalt, eiskalt. „Bruder“, murmelte er mit geschlossenen Augen zu seinem Pfleger, „wollt ihr mein Gedanken festfrieren?“ Eine dunkle, leicht hohle Stimme antwortet anstatt des Pflegers: „Ich könnte Euch einfrieren, aber es würde Euch töten.“ Darion schlug die Augen auf. Verschwommen und flimmernd erblickte er eine große männliche Gestalt in einer schwarzen Ritterrüstung, die an einigen Stellen in azurblauen Verziehrungen schimmerte. Eine weißblaue Aura umspielte die Gestalt. „Wer, wer seid ihr?“, murmelte Darion schwach. „Mein Name ist nichtig. Mein Sein ausgelöscht. Meine Existenz eine Tatsache. Mein Tod unmöglich. Mein Untergang unvermeidbar.“ Darion erschauderte bei den dunklen Worten. „Was wollt ihr, wo ist der Pfleger?“ Darion wollte sich aufrichten, dem unheimlich Fremden aufrecht entgegentreten. „Der Pfleger steht neben Euch und friert ein wenig. Und ich, ich will euch helfen.“ Eine bibbernde Antwort von links bestätigten die Aussage: „Er ist ein Todesritter, Herr Darion. Er meinte, er könne - brrrrr ist das sau kalt – Eure Krankheit heilen. Er hatte ein Schreiben des Bischofs.“ „Seid froh, dass ich die Temperatur so stark herabsenken kann. Der Paladin hat kein Sumpffieber, er hat eine Seuche der Geißel! Wenn sie ausbricht, wird nur der Frost des Todes sie bremsen.“ Der Pfleger wurde bleich. „Wieso sollte ich eine Seuche der ….“ Darion brach ab. Der Ritter am Hafen. Hatte er ihn „angesteckt“? Aber warum? Die dunkle Stimme des Ritters erhob sich: „Pfleger, ist er kräftig genug meine Klinge zu spüren?“ Die Augen des Pflegers wurden groß wie die einer Eule bei Nacht:“ Wie meint ihr das, wollt ihr ihn etwa erschlagen?“ Darion schluckte. „Im Grund würde ich ihm dadurch auch helfen, aber er schuldet mir eine Erklärung, die ich dann nicht mehr bekommen würde. Tretet zurück.“ Mit diesen Worten zog der Ritter ein gewaltiges zweihändiges Schwert, welches von dunkelblauen, strahlenden Runen überzogen war. Er murmelte Worte der Finsternis, hob die Klinge und bevor jemand eingreifen konnte, schlug er zu.
Einen Tag später saß Darion mit dem Ritter, der sich bis jetzt standhaft weigerte, seinen Namen preiszugeben, auf dem Balkon des Westflügels und atmete frische Luft. Sein Blick überflog Sturmwind, seine Stadt, die Menschen die dort lebten und für die er sein Leben geben würde. Dieser Gedanke brachte ihn zu dem Todesritter. Er suchte den direkten Kontakt mit dessen leuchtenden, dämonischen Augen. „Warum habt ihr mir geholfen, Ritter? Treiben Euch Eure schrecklichen, üblen Taten der Vergangenheit? Euer Gewissen?“ Der dunkle Fremde richtete sich auf. „In manchen Augen habe ich Schreckliches getan, in anderen Augen waren diese Taten heldenhafte Siege. In meinen Augen habe ich meinen Hunger gestillt, nicht mehr, nicht weniger. Mich treibt weder etwas wie ein „Gewissen“, dass manchen Ritter der schwarzen Klinge verzweifeln lässt, noch „Haß“, der andere des Ordens auffrisst. Und hütet Euch davor, in uns Untoten die Gefühle von Lebenden zu vermuten. Die Ströme der Energien, die uns existieren lassen, sie mögen manchmal ähnliche Auswirkungen haben, doch schlägt kein Herz, fließt kein Blut durch unsere Adern, keine Wärme durch unsere Körper, keine Seele erfüllt unseren Geist.“ „Aber ihr habt einen freien Willen“, konterte Darion. „Ich habe mit einigen Eures Ordens gesprochen und ihr scheint Begriffe wie „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden und Eure Wege freu zu wählen.“ Der Dunkle nickte. „Unser Schicksal ist der Untergang, aber bis es so weit ist, können die Ritter der schwarzen Klinge dank des Hochlords Mograine ihre Entscheidungen frei vom „Hunger“ treffen. In Euren Worten, ja, wir haben nun einen freien Willen.“ „So konntet ihr das Böse des Lichkönigs erkennen und habt Euch von ihm abgewandt“, wollte der Paladin wissen. „Manche sahen den Verrat, manche sahen einen neuen Feind, andere waren zu schwach um weiter unter der Macht des Lich zu existieren. Wir waren nie willenlos, Ritter des Lichts. Unser Wille wurde jedoch von einem unstillbaren Hunger nach Blut, Leid und Schmerz gelenkt“, dröhnte die Stimme seines Gegenüber. Darion zog die Stirn in Falten: „Können wir Euch trauen oder nicht?“ Die Augen des Ritters leuchteten hell auf. „Eure direkte Frage ehrt Euch.“ Stille trat ein. Darion wartete geduldig ab, bis der Ritter weiter sprach: „Einst war ich in dieser Stadt ein Paladin, wie ihr, führte ein Heer, hatte eine Familie und ein Sein. Einst habe ich den Frostwurm geritten, mit dem Heer des Todes hunderte Leben mit einem einzigen Schlag ausgelöscht und war Teil der Existenz unvorstellbarer Macht. Jetzt steht vor Euch eine Hülle zerfallenden Fleisches, gehalten aus den Energien des Lich, ein dunkler Ritter voll Macht, dessen Kraft im Vergleich zu Einst einer einzelnen rostigen, alten Klinge gleicht, ein Wesen, dessen Schicksal unabwendbar ist. Und ich kann mich an alles in den letzten Jahrhunderten erinnern. Was glaubt Ihr, kann man uns trauen?“ Diesmal schwieg der Paladin. Er war ein langsam denkender, gutmütiger Kerl mit seiner ganz eigenen Meinung über manche Dinge. Er verstand nicht alles, was der Ritter ihm erzählte oder versuchte, begreiflich zu machen. Aber eines wurde ihm klar. Jeder dieser Ritter des Ordens war, geprägt durch die Ereignisse und Erfahrungen ihres Lebens, durch ihre charakterliche Stärke als Lebende oder Untote ein Individuum. Darion schob das Kinn nach vorne: „Es gibt keine eindeutige Antwort, nicht wahr? Einige der neuen Verbündeten werden sich als Freunde herausstellen, andere als Feinde. So vielseitig wie jeder Mensch, Zwerg, Gnom oder Elf.“ Der Ritter deutete eine kleine Verbeugung an. „Aber warum beim Licht der Götter, habt ihr mir geholfen? Diese eine Antwort schuldet ihr mir!“ Die Augen des Ritters blitzten wieder hell auf. „Ihr habt mir eine falsche Anzahl an Netherstoff für die Herstellung einer Tasche genannt. Ich will wissen, warum?“ Darion klappte die Kinnlade nach unten. Dümmlicher konnte sein Gesichtsausdruck kaum sein. „Ich – äh – wie viel hab ich Euch denn genannt, ich meine – ich bin ja kein Schneider, sicher hab ich mich einfach geirrt, ob 20 oder 40, keine Ahnung, ehrlich, aber ich ….“ Der Ritter hob seine Hand: „Eure empfohlene Schneiderin sagte mir 20 Tuch Netherstoff und einen Runenfaden. Merkt es Euch, für das nächste Mal.“
Re: Visionen des Nichts
Darion - 20.01.2009, 15:10
„Erwache Priester … Erwache … Kontrolliere Dein Kraft … Erwache … Nutze den Funken des Iru … Weile … Dein Geist schwebt … Entferne Dich … Reise … Reise … Bündel die Konzentration … Iru ist mit Dir … Jetzt …“
Die Frau lächelte ihr gegenüber verschmitzt an. Auf der anderen Seite des Tisches saß ein schwarzhaariger Mann mit dürrem, leicht eingefallenen Gesicht und der üblichen Kleidung der leichten Matrosen von Sturmwind. Seine wachsamen Augen wanderten von ihrem blonden Haaren, den grünen Augen und ihren weiblichen Reizen zu dem Würfelbecher in ihrer Hand und wieder zurück. „Taran, so war doch Euer Namen, was ist Euch wichtiger, Euer Geld oder meine Oberweite?“ Der Matrose spitzte die Lippen. „Für eine ehrliche Antwort seid Ihr mir zu schwer bewaffnet und meine Heuer ist zu gering, als dass ich sie mir leisten könnte. Also werft endlich und macht meinen Sieg perfekt!“ Die Hand der Kriegerin schüttelte den Würfelbecher. Es klapperte, mit Schwung donnerte der Behälter auf den Tisch und sie hob den Becher hoch.
Der Blick der Frau wurde glasig, die Lebensfreude wich aus ihrem Gesicht. Sie starrte auf die Würfel ohne sie wahrzunehmen. Ihr Kopf pochte, in ihre Schläfen schienen sich Dolch zu bohren, sie roch den muffigen Gestank von Holz, ihr wurde kalt, eiskalt und in ihrem Kopf formte sich das Bild eines Draeneis, der regungslos auf einem Tisch lag. Die Vision wurde deutlicher, das mächtige blaue Gesicht kam näher und näher. Etwas glänzte auf seiner Haut. Die Augen waren geschlossen. Jetzt war sie direkt vor seinem Kopf. Plötzlich öffneten sich die Augen. Sie glühten wie weißes Licht, blendeten die Kriegerin, brannten sich in ihr Innerstes.
„Hallo, Irisis, Ihr habt mich mit Eurem letzten Wurf geschlagen. Ihr habt Schlangenaugen. Seid ihr so überrascht gewonnen zu haben, dass ihr die Sprache verloren habt. Frau, ist Euch unwohl.“ Langsam drangen die Worte des Matrosen an ihr Ohr. Sie kehrte zurück, sah die drei Würfel mit jeweils einer ZWEI auf dem Tisch. Tatsächlich – mit dem Wurf hatte sie das hoffnungslos verfahrene Spiel zu ihren Gunsten beendet. „Verzeiht Taran, in meinem Kopf arbeiten plötzlich Gnome. Teilen wir, was auf dem Tisch liegt. Ihr habt gut gespielt, ich hatte Glück.“ Der Mann überlegte kurz. „Die Hälfte bedeutet, ihr verliert ein wenig Geld. Ich bin ein fairer Spieler, Euch steht alles zu.“ Irisis nickte: „Ist Eure Schiffsheuer nicht zu gering? Nehmt!“ Taran zögerte kein weiteres Mal. Er zählte die Münzen und schob die Hälfte über den Tisch auf Irisis Seite. „Ihr habt Anstand und Ehre. Seid anders als die anderen Söldner.“ Taran grinste: „Und Ihr seid hübscher.“ Irisis lachte. „Wagt Euch nicht zu weit. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mich um meinen Brummschädel kümmern.“ Taran winkte der Kriegerin hinterher.
Draußen steckte Irisis ihren Kopf in den Kanal. Das kalte Wasser zeigte Wirkung. Ihr Kopf wurde frei. Ärgerlich murmelte sie vor sich hin: „Ich hasse das. Egal welcher Magier mir diese Visionen schickt, er wird lernen, was Kopfschmerzen bedeuten.“ Mit diesen Worten rammte sie die Faust in ihre andere offene Handfläche. „Und jetzt auf zu diesem seltsamen Zirkel. Wenn diese blöde Taverne unauffindbar ist, einen von den Typen wird man ausfindig machen können.
„ … Vereine Geist und Körper … Gleite … Ruhe … Schlafe … Schlafe Priester … Schlafe …“
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 22.01.2009, 20:16
Langsam verglommen die Schmerzen und das wahnsinnige Wirrwarr wieder. Ihr Kopf wurde klarer. Das gerwohnte, angenehme Gefühl überkam sie, als etwas alle anderen Gedankenflüsse stillte und verjagte.
Nayan schlug die Augen auf. Nun, hätte ein Außenstehender in der Finsternis in Richtung der Gnomin geschaut, hätte er eine weiß glühende Kugel ausmachen können. Direkt daneben schwebte ein schwazres..etwas.. das die Dunkelheit noch dunkler zu machen schien- Unwissende hätten niemals die Augen einer jungen Gnomenfrau vermutet.
Nayan löste sich aus der Düsternis. Golthurogh glühte unheilvoll, als sie ihren Griff um die große, schwarze Axt festigte. Ein einziger Auslöser hatte sie geweckt, ein einziger Gedanke schwebte in ihrem Kopf.
Verdammter Mist! Sie kommen immer, wenn ich schlafe!
Ich habe deinen Kopf wieder freigemacht. Kannst du wieder frei denken, wie es sich für eine todbringende Einmannarmee gehört?
Meine Gedanken sind scharf, wie deine nie erstumpfende Schneide, Golthu. Aber reden wir von etwas anderem.
Ist der Priester noch sicher? Haben diese nichtigen Zirkler einen Verdacht, wo er ist?
Ich kann nur sicher sagen, dass sein Gefängnis unangetastet ist. Wir müssen uns damit zufrieden geben. Der Zirkel wird sich bald in der Exodar treffen, um diese Schamanin zu erwecken. Wir müssen sie aufhalten!
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 14.02.2009, 18:42
Mijuna spazierte durch die Stadt und hielt beim Postkasten. Es gab wohl einige Neuigkeiten für sie. Jedenfalls war es an der Zeit. Sie öffnete die Pergamentrollen eine nach der anderen, freute sich über die anhängenden Goldmengen, die sie im Auktionshaus verdient hatte. Dann, das letzte Pergament, es sah ein wenig ungewöhnlich aus, hatte ein dunkles Siegel. Vorsichtig, um es nicht zu verletzen, öffnete Miju das Siegel.
Tod und Leben
Ein Paladin namens Darion hat mir von euch Erzählt. Ich schreibe euch weil er mir dazu geraten hat. Ich habe möglicherweise etwas, was euch helfen könnte und ich schulde diesem Paladin etwas.
Eigentlich schuldet er mir bereits zweimal sein Leben! Aber es gibt wenige die uns "Normal" behandeln.
Daher schlagt, wenn ihr einem Treffen zustimmt, eine Ort vor, am sterbenden Tag der Woche wäre es meinem Körper möglich einen Ort aufzusuchen.
Zorkonion Dorossan
Mijuna las den Brief mehrmals, er verwirrte sie. Er schuldet, dann doch nicht...dann gleich zweimal....was für eine Verwirrte Seele muss das geschrieben haben. Sie rollte das Pergament zusammen und steckte es in ihre Tasche.
Dennoch, Mijuna kannte Darion zu gut und sie hatte ihn bereits ein paar Tage nicht gesehen. Sie setzte sich in den Park in Sturmwind und kramte den Brief wieder hervor. Laß ihn erneut. Sie atmete tief ein. Dann beschloss sie in der Kathedrale nach ihm zu fragen, sie schritt langsam durch die Gassen.
An der Kathedrale angekommen sprach sie mit dem Bischof, doch der wusste nicht viel über seine Verbleiben. So dachte sie sich, würde sie dem Treffen wohl zustimmen müssen. Sie erzählte ihren Freunden von Zirkel von dem Brief und bat um geleit, wer weiß was diese Person im Schilde führte.
So trafen sie sich in Shattrath am östlichen Tor. Der Fremdwirkende Todesritter erwartete sie schon. Sie war froh das Gordin und Myrabella sie begleiteten. 6 Ohren und Augen sind Wachsamer, als ein einziges Paar.
Sie stellten sich einander vor, dann fragte Mijuna ihn:" Nun..... sprich, was schuldet dir der Paladin? und was könntet ihr für uns haben, was uns helfen könnte?" Sie mussterte ihn genau, ließ ihn nicht aus den Augen. Mareju knurrt unruhig in der Gegenwart des Eisigen Ritters.
Er berichtet von Darion, und seiner Krankheit, und davon das er ihn geheilt habe. Ausgerechnet ein Ritter des Lich! "Und warum sollt ihr das getan haben?"
"Aus Neugierde " antwortet er, "er schuldet mir eine Antwort". Mijuna zog die Braue hoch. " Klingt nicht sehr Glaubwürdig Herr Ritter" antwortete Mijuna.
"Nun ihr müsst mir nicht zuhören, wir können auch so auseinander gehen, und jeder seinen Weg beschreiten" sagte Zorkonion. Doch dafür möchte Miju den Tumben Paladin zu sehr und er wird diesen Ritter nicht Grundlos zu ihr Schicken. " Dann sag was du zu sagen hast! "
"Nun " begann Zorkonion, "nun, ich denke ich weiß wie es zu der Infektion kam die Darion heimgesucht hat. Alle Ritter des Lich, ob wir ihm entsagt haben oder nicht , sind durch unsere Gedanken aneinander gebunden.
Daher weiß ich das es eine kleine Gnomenritterin in unseren Reihen, die "anders " ist. Sie wird ihm am Hafen aufgelauert haben und hat ihn dann wohl mit dem Fluch belegt. Ich denke ich kenne den Namen der Ritterin!"
Mijuna blieb der Mund offen stehen, dann verfinsterte sich ihr Blick.
" Dennoch erklärt es mir nicht warum ihr uns helfen wollt! Was in dieser Welt könnte euch milde Stimmen? und was erwartet ihr als Gegenleistung?"
"Gegenleistung?" sagte er kehlig. "WAS könntet ihr mir bieten? Freundschaft? Geld? Essen? Das alles hat für mich keine Bedeutung! "Dennoch wollt ihr uns helfen?" fragte Mijuna. Der dunkle Ritter nickte.
" Wie ist der Name von der Gnomin?"
"Nayana" sagter Zorkonion, "wenn ihr wollt, werde ich weiter Informationen für euch Sammeln und an euch weiterleiten.
Soweit ich Darion verstanden habe, sieht er einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Drenai Pristerers, der euch um Hilfe bat und seiner Erkrankung, jemand versucht euch zu Sabotieren:"
Mijuna leuchtet das alles noch nicht ein...vor allem die Selbstlosigkeit des dunklen Ritters war ihr sehr Suspekt, und im Grunde war sie verwirrter als vorher.
Sie mussten sich also vor allem vor dieser Nayana in acht nehmen und zusehen das Darion nicht geschieht, den er war die einzige Verbindung zu Gorogon und der Seherin.
"Ich denke ihr könntet uns hilfreich sein, und da ihr keinerlei Gegenleistung verlangt, und Loyal gegenüber Darion seit, wäre ich dankbar wenn ihr es übernehmt uns von Nayana zu berichten" damit schloss Mijuna und verabschiedet sich von Zorkonion.
Nachdem er durch ein dunkles Portal gegangen war, sah sie Myrabella und Gordin fragend an. "Und nun?" fragte Gordin, "was denkt ihr sollten wir tun?"
"Ich werde nochmal nach Sturmwind reisen und versuche dort Darion zu finden. Haltet Ohren und Augen offen, achtet auf jeden Schatten.....jedes Wort! " bat Mijuna ihre Gefährten.
"Elune mit euch" dann wand sie sich zum gehen.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 16.02.2009, 11:45
Es war nicht seine Art und doch dachte Zorkonion lange über diese Begegnung nach. Der Zwerg Gordin war abfällig gegenüber ihm gewesen, wie die meisten, aber immerhin sagte er offen, was er dachte. Die beiden Frauen, Mijuna und Myrabella waren freundlicher, jedoch voller Misstrauen und Vorsicht. Aber das war es nicht, was ihn störte. Es war ihm gleichgültig.
Den Todesritter beschäftigte die Frage der Jägerin, was er als Gegenleistung haben wollte. Er verstand die Bedeutung der Worte, aber er hatte in all den Jahren unter dem Lichkönig nie eine Gegenleistung für eine Tat erhalten. Der Lich befahl und man gehorchte. Man hatte Erfolg oder wurde vernichtet. Möglicherweise war die Gegenleistung des Lich, größere, wichtigere Aufgaben zu erhalten – aber am Ende hatte er seine Todesritter nur wie Marionetten benutzt. Was für eine Gegenleistung hätte er fordern sollen, um glaubwürdiger zu erscheinen. Offenbar erwarteten die Lebenden so etwas. Allein, er brauchte keinen Schlaf, kein Essen, kein Trinken, keine Heilkräuter oder ein Haus, kein Geld, kein Ruhm oder mehr Macht. Wozu. Er war tot und daran änderte auch der freie Wille seiner Gedanken nichts. Sein Herz schlug nicht, war ein Klumpen regloses Fleisch, sein Blut war kalt, sein Atem der Frost, sein Leib zerfiel, einzig zusammengehalten von den alten Energien des Lichkönigs, die er wie eine Urne gespeicherte hatte, aber mit jedem Tag und jeder Aktion ein wenig verbrauchte, bis – ja bis er endgültig zerfallen würde. Wenn er etwas bräuchte, dann diese Energie, die ihm niemand geben konnte. Für den Ritter des Ordens des Schwertes eine Tatsache und seine Verwunderung über seine Existenz war bald der Akzeptanz gewichen, dass es so war. Vielleicht fragt ein von den Toten Wiedererweckter weniger nach dem natürlichen Sinn von etwas Unnatürlichen. Der Gedanke verblasste. Es war das Problem des Zirkels des Silbermondes ihm zu glauben oder nicht.
Blieb die letzte Frage in seinen Gedanken: Warum half er ihnen. Er hatte der Allianz Loyalität geschworen, wie sein neuer Hauptmann es verlangt hatte. Er würde sich daran halten, aber er hatte keinen Auftrag in diesem Fall zu helfen. Blieben zwei Möglichkeiten: Nayan, die in den innersten Kreisen des Ordens als gefährlich und unberechenbar galt und den Ruf der Ritterschaft extrem schaden konnte. Oder wie Mijuna nachfragte, Freundschaft gegenüber dem Paladin Darion. Zorkonion wischte die Überlegung weg. Er empfand nichts. Im Gegensatz zu anderen Todesrittern, die an ihren vergangenen Taten der Geißel verzweifelten oder an die Erinnerung an ihr Leben vor der Geißel in ihrem eigenen Sein vergingen wie welke Blumen oder dem Zorn alles zu Vernichten verfielen, hatte Zorkonion kein schlechtes Gewissen. Seine Taten als Spion der Königsgarde zu Sturmwind hatten ihm einen Namen gemacht, sein Name als Heerführer und Schlächter der Geißel hatte er sich verdient und damals waren es Heldentaten des Bösen. Beide war Vergangenheit und keinen Gedanken wert, darüber zu trauern. Ob falsch, richtig, gut oder böse. Es war zu relativ. Er existierte, wie genau, wusste er selbst kaum und ging den Weg, den ein untoter Ritter des Ordens gehen konnte – gerade aus, weiter, was die Zukunft im bringen würde. Freundschaft? Nein – er fühlte so etwas nicht. Liebe – verstand er kaum mehr. Er begegnete den Menschen, so wie sie ihm gegenübertraten. Waren sie freundlich, begegnete er ihnen mit Freundlichkeit, beleidigten sie ihn, war es ihm gleichgültig, denn Worte konnten seinen Körper nicht verletzten und zogen sie die Schwerter, vernichtete er sie. Darion war freundlich gewesen und hatte ihm geholfen zum König zu kommen, ihm ein paar Beutel zu organisieren, die das Aufbewahren seiner wenigen Habseligkeiten einfacher machten. Dieser Paladin war freundlich – so war er es auch. Vielleicht hätte er einen Netherstoffbeutel als Gegenleistung verlangen sollen.
Zorkonions blaue Augen blitzen auf, die Frostaura um ihn herum wurde kälter und er begab sich in die Archive der Zitadelle. Es galt mehr über Nayan und einen möglichen Dämon herauszufinden. Warum? Wieder schoss die Frage durch seinen Kopf. Die Antwort war leicht. Ihn Interessierte die Seherin der Draenei, die Mijuna erwähnt hatte und die sicher auch Nayans Ziel war.. Die Seher kommunizierten mit den Wesen des Lichtes, welche der technisch weit entwickelten Rasse der Draenei geholfen hatte. Trotz der intensiven Verfolgung der Geißel, konnten die Draenei immer wieder fliehen und überleben. Er hatte sie gejagt, hatte ihre Kräfte erkennen wollen und nie war er annähernd an ihr Geheimnis gekommen. Sollten ein paar der Seher überlebt haben, konnte sie der Schlüssel sein, der Schlüssel zum Sturz der Geißel oder zum Chaos der Welt.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 16.02.2009, 12:00
Mijuna fand Darion in Shattrat, wo er Spuren des Priesters Gorogon finden wollte. Diese Naruu waren große Wissensträger, aber ihre Antworten verwirrten den Paladin mehr, als dass sie halfen und er war kein bisschen schlauer. Immer noch leicht geschwächt, hörte er Mijunas Erzählungen über Zorkonion zu. Darion bestätigte die Geschichte des Todesritters. Er sah mittlerweile einen direkten Zusammenhang zwischen dem Leiden der Seherin, dem Verschwinden – Darion redete von einer Entführung – und dem Attentat auf seine Person. Alles diente einem einzigen Zweck. Die Seherin sollte sterben und keine Hilfe bekommen. Würde Gorogon und er aufgehalten, sähe es schlecht aus. Bisher hatte sich niemand sonst um den Vorfall gekümmert. Also hatten sie einen Attentäter im Nacken und nach den Worten Zorkonions einen, den niemand unterschätzen sollte! Außerdem musste Gorogon mehr Wissen oder wichtiger sein, als er erzählt hatte. Sie musste ihn finden – unbedingt. Niemand verschwand einfach so ohne jegliche Spur. Die Lichtwesen hatten Darion auf ihre Art mitgeteilt, dass er nicht auf der Scherbenwelt weile, sonst würden sie ihn „spüren“. Nun - die „alte“ Welt war groß genug. Wo zum Henker war Gorogon?
Re: Visionen des Nichts
Darion - 16.02.2009, 12:09
Irisis hatte - nachdem sie endlich ein paar Namen dieser Zirkler herausgefunden hatte - Briefe verteilt für ein Treffen in Sturmwind und hoffte in den nächsten Tagen dieses Problem endlich erledigen zu können.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 18.02.2009, 16:07
Ein Blitz.
Nayan kreischte. Sie war wütend, so unendlich wütend!
Rrraaaar! Dieser Verräter! Dieser Weichling von einem Lichritter! Argh! Dieser Verräter!
Deine Seuche hat versagt, Weib!
Schweig, Golthu, schweig! Es war dein Plan, der fehlgeschlagen ist! Aber wir können uns noch so lange streiten, am Ende ist dieser vermalledeite Todesritter schuld! Es kann nur ein Todesritter gewesen sein! Dieser Verräter! Diese Ritter der schwarzen Klinge! Sie sind Schwächlinge! Warum verbünden sie sich mit den sterblichen?!
Sie sind schwach. Nur Schwächlinge gehen Bündnisse und Freundschaften ein.
Nayan knurrte leise vor sich hin. Man hatte ihren Plan vereitelt. Das hübsche Gesicht zu einer wahnsinnigen Zornesgrimasse verzogen stapfte sie in das alte, morsche Haus. Schneeflocken rieselten durch die Tür. Als die kleine schwarze Gestalt in den Hauptraum kam, musterte sie missmutig den riesigen Eisblock, der in der Mitte stand. In seinem Innern lag regungslos der Priester Gorogon, die Augen seelenruhig geschlossen, fast so, als schliefe er. Nayan legte ihre kleinen Hände auf die Eisfläche und murmelte leise eingie Worte, worauf das langsam tauende Gefängnis wieder vollständig zufror. Der Priester war nicht mehr lange sicher.
Wir müssen ihn fortschaffen. Irgendwohin. Sie dürfen ihn nicht finden, unser Versteck ist viel zu nah an den Menschenstädten!
Genau das ist unser Vorteil. Nie würden sie ihn hier vermuten, wo nur Ratten dem modernden Holz und den Spinnen Gesellschaft leisten.
Es gibt eine andere Lösung, ihn weiterhin versteckt zu halten, diese "Zirkler" auf eine andere Spur zu locken!
Noch so ein toller Plan?
Töte den anderen Todesritter! Töte ihn! Vernichte seine Substanz, bevor er herausfindet, wer wir sind, wo wir sind!
Pah! Der ist bei seinen Freunden in Archerus! Wir nehmen es mit 30 auf, aber nicht mit 100!
Nur Geduld. Wir müssen uns doch nicht die Mühe machen, ihn zu finden! Er sucht doch uns, er wird UNS finden. Und wenn es soweit ist, werden wir ihn vernichten!
Nayan riss den Kopf in den Nacken und eine tiefe, verzerrte Stimme lachte aus voller Kehle - aus ihrer.
Schließlich wischte sie sich mit dem Handrücken über den anmutigen Mund.
Gnihihihi.....Wir werden ihn zerreißen! Und diese Zirkler gleich mit!
Ein Blitz..
...dann war alles still..
ooc: Edit sagt: Ich kann heute - den 18.2. - gut.
Re: Visionen des Nichts
Anonymous - 19.02.2009, 15:37
Shadee verließ das Schiff und ging den langen Steg entlang, die große Treppe hinauf und bog ab in die Straße, die sie in den Kanal Sturmwinds führte. Sie hatte lange in der Exodar gewartet, hatte versucht, zu der Schamanin zu gelangen - vergeblich. Die Visionen hatten nicht aufgehört, doch der jemand, der sie zur Exodar gerufen hatte, rief sie plötzlich in eine vollkommen andere Richtung. Shadee war verwirrt. Sie war vorerst nach Sturmwind zurückgekehrt, wo sie hoffte, die anderen Mitlgieder des Zirkels zu treffen, sie hatten ja schließlich mit dem Priester gesprochen, der dies alles zu verstehen schien.
Es war Abend, die Sonne war bereits hinter der Kathedrale des Lichts verschwunden, als Shadee auf dem Kathedralenplatz ein bekanntes Gesicht erblickte - Die Magierin Jildrâzil. Sie erfuhr, dass Jildrâzil einen Brief von einer gewissen Irisis bekommen hatte, die sich hier mit ihr treffen wollte. Es ging um Visoinen. Shadee wurde hellhörig. Das konnte nur mit Gorogon zu tun haben. Sie setzte sich neben Jil. Gemeinsam warteten sie auf die Verfasserin des Briefes.
Als die Nachtwächter die Laternen entzündeten, kam eine Menschenfrau die Straße entlang. Sie war in eine Kettenrüstung gehüllt und stapfte missmutig auf sie zu, ein wenig schwankend.
"nAbend", rief sie ihnen zu.
"Seid ihr diejenige, die mir diesen Brief geschrieben hat?, fragte Jildrâzil.
"Wenn ihr Jildrâzil die Magierin seid.", sagte die Kriegerin.
"Jildrâzil Mel Mechar. Dies ist Shadee," sagte Jil auf Irisis schrägen Blick auf Shadee. "eine Gleichgesinnte und Freundin. Da ihr mir nichts genaues schriebt über eure Absichten, ist es sicherlich nicht falsch, wenn sie dabei ist."
Irisis setzte sich zu ihnen. Sie erzählte gereizt von Visionen, die sie immer wieder heimsuchen würden. Ihnen würden höllische Kopfschmerzen folgen. Kein Mittel der Behandlung hätte geholfen. In ihrer Vision sah Irisis immer wieder einen blauen Riesen, ausgestreckt auf einem vermoderten Tisch, eine Holzfigur neben sich, die unabläsig Strahlen auf ihn sendet. Dann käme der name "Zirkel des Silbermondes" und alles sei vorbei. Es käme ihr vor, als würde sie direkt daneben stehen, um sie sei es Eiskalt.
Die drei diskutierten eine Weile, ws der Grund für soclhe Visionen sein könnte, bis sie auf den Priester Gorogon kamen. Shadee zog den Drohbrief aus ihrer Tasche, den die Zirkler an der Tür ihrer Hallen gefunden hatten. Die Warnung, die die glühend rote Schrift verkündete war eindeutig: Man hatte Gorogon entführt und wollte, das man sich von der Schamanin fernhält. Niemand hatte sie wirklich ernst genommen, die kleksige Schrift erinnerte stark an die eines kleinen Kindes, mit jeder Menge Rechtschreibfehler. Shadee hätte das Pergament beinahe vergessen. Doch Gorogon war schon eine Weile unauffindbar. Alles deutete darauf hin, dass die Drohung vollkommen ersnt gemeint war und Gorogon entführt wurde. Das Papier des Drohbriefes war verklebt von Moos und Spinnenweben. Irisis hatte von einer Ruine gesprochen, in der der vermeintliche Draenei lag.
Wald, Spinnen, vermoderte Häuser...
Ihnen fiel kein Land ein, auf das diese Beschreibung passen könnte.
Irisis scheint das alles egal zu sein, dachte Shadee. Sie will nur die Kopfschmerzen loswerden.
Jildrâzil und Shadee beschlossen, den Zirkel zu kontaktieren und in Eisenschmiede - Gorogons letztem bekannten Aufenthaltsort - nachzufragen.
"Jemand muss den dicken blauen gesehen haben. Solche Leute bleiben nicht ungesehen. Schon gar nicht, wenn sie entführt werden."
Vielleicht würden sie dort tatsächlich Hinweise finden. Irisis wandte sich zum Gehen. Sie sagte, sie wolle noch ein paar heben.
Shadee und Jildrâzil trennten sich. Sie mussten die anderen finden.
Re: Visionen des Nichts
Jildrazil - 21.02.2009, 22:14
Langsamen Schrittes ging Jildrâzil durch die Straßen von Sturmwind. Offensichtlich in Gedanken, schüttelte sie leicht den Kopf.
„Elfen!“, sprach sie leise zu sich selbst.
„Nur weil sie unendlich viel Zeit haben, scheinen sie zu glauben, dass andere sie auch haben“
Mit leicht gesenktem Blick dachte sie an die beiden Gespräche, die sie eben hatte. Erst meldete sich diese Priesterin, Avelena. Eigentlich eine nette Person, die vor sechs Wochen dem Zirkel beitrat. Sie machte auch in dem Gespräch einen überzeugenden Eindruck, umso verwirrender war es, dass sie nach wenigen Stunden den Zirkel mit sehr unschönen Worten verließ. Und nun wollte sie erneut in den Zirkel. Ich erinnerte sie an ihren Abschied und schlug ein erneutes Gespräch vor. Doch so groß war ihr Interesse dann offensichtlich nicht, sie schlug das Gespräch aus.
Dann war da noch der andere Elf, Tarwyn. Jildrâzil wurde durch Zufall auf den jungen Druiden aufmerksam. Er hörte sich in der Stadt nach einer Gemeinschaft um und so machte sie ihn auf den Aushang des Zirkels aufmerksam. Zwei Tage später kam es mit Shadee zu einem Gespräch und auch dieses verlief in angenehmer Atmosphäre. Am Ende bat Tarwyn um einen Tag Bedenkzeit, nur um dann nach wenigen Minuten abzusagen. Wenn sich jemand nach Lesen des Aushangs noch zu einem längen Gespräch einfindet, warum sagt er dann mit den Worten „Mir war eigentlich schon vor dem Gespräch klar, dass ich nicht beitreten werde“ ab? Hätte nicht ein einfaches „Nein, ich denke der Zirkel und ich passen nicht zusammen“ gereicht? Und uns zumindest das dadurch im Nachhinein frustrierende Gespräch ersparen können?
Jildrâzil erinnerte sich an die Worte ihres Maginors und sprach sie leise aus: „Sie wissen nicht genau, was sie wollen, aber sie setzen alles dran, es zu bekommen.“
Und nun war sie auf dem Weg zur Kathedrale. Eine Irisis wollte sie dort treffen, es ging um Visionen in ihrem Kopf. Na ja, die Handschrift deutete nicht darauf hin, dass es sich um eine Elfe handelt, der Bedarf an Elfen war eh für heute gedeckt.
Auf dem Kathedralenplatz sah sie Shadee, die nach dem Treffen mit Tarwyn schon vorgeeilt war. Aber auch sie schaute suchend umher. Vor dem Brunnen saß eine Frau, die Umgebung beobachtend.
„ Nun gut, heute habe ich keine Lust auf weitere Spielchen“, sagte Jildrâzil zu sich und schritt auf die Frau zu.
„Ihr seid Irisis? Diejenige, die mir einen Brief geschrieben hat?“
Jildrâzil musterte die Frau, fest entschlossen sich sofort in ihre Kammer zurückzuziehen, wenn als Antwort keine Bestätigung kam.
„Wenn ihr Jildrâzil die Magierin seid?“
Gut, diese Irisis war gefunden. Sie erzählte von Vision, die, wie sich herausstellte, davon handelte, dass Gorogon irgendwo gefangen war. Dieser Draeneipriester hatte ich vor Wochen an den Zirkel gewandt, weil er Hilfe für eine erkrankte Schamanin in der Exodar suchte. Wir wollten zusammen in díe Exodar reisen, um den Fall weiter zu untersuchen, doch ich hörte nichts von ihm mehr.
Offensichtlich ist er nach einem Besuch der Eisenschmiede entführt worden. Und zwar von Kräften, die die Genesung der Schamanin verhindern wollen. Shadee weiß auch auf ein Schreiben hin, dass in die gleiche Kerbe schlägt. Doch was wollen wir nun machen? Ein offensichtlicher Besuch der Schamanin in der Exodar käme ein Todesurteil Gorogons gleich. Darüber hinaus ließe man uns kaum zu der Schamanin durch.
So verblieben wir, alsbald in der Eisenschmiede Nachforschungen zu starten, um eventuell Gorogon zu finden. Vielleicht haben wir Glück und finden etwas heraus, was seinen Aufenthaltsort und/oder seine Gegenspieler offenbart.
Aber wir werden sehen.
Re: Visionen des Nichts
Darion - 14.04.2009, 17:16
Der Zirkel des Silbermondes schaffte es, in Eisenschmiede Nachforschungen über das Verschwinden des Draenei Priesters Gorogon anzustellen. Gemeinsam konnte man einige Augenzeugen finden, die Gorogon gesehen hatten: Eine kleine Magierin, die als Kellnerin arbeitete, um Personen zu studieren und einen Zwerg mit einem leichten Hang zum romantisch Melancholischen. Am Ende schaffte man es sogar, einer stadtbekannten, verrufenen Schurkin, welche die Fäden einer Untergrundorganisation in Eisenschmiede zusammen hielt, wichtige Informationen über Gorogns Entführung zu entlocken. Gorogon war von einer kleinen Todesritterin und einer Magerin entführt worden und diese beiden hatten viel dafür gezahlt, daß die richtigen Leute bestochen wurden, damit niemand den Priester in Eisenschmiede je gesehen hatte. Angst und Geld hatten ihren Zweck fast erfült. Die Schurkin bezahlte die Weitergabe der Informationen mit ihrem Leben, welches eine dämonische Wesenheit aus ihr heraussaugte.
Einige Tage später gelang es einigen Tapferen mit Hilfe des Todesritters Zorkonion den Priester Gorogon aus einem magisch versiegelten oder verfluchten, verfallenem Haus im Dämmerwald Nahe des großen Friedhofes zu befreien.
Darion selbst fuhr zeitgleich ohne Begleitung zur Exodar, um endlich nach der kranken Schamanin zu sehen. Wie sich herausstellte, war einer der Priester, der sie pflegte, selber von einem Dämon, wahrscheinlich dem selben, der die Schurkin ermordet hatte, besessen und griff Darion an. Darion lieferte sich einen erbitterten Kampf und schaffte es, den Dämon zu exorzieren. Da die kleine Seherin in der Exodar offensichtlich nicht sicher war, schaffte Darion sie an einen entlegenen Platz auf der Insel, sorgte für eine Heilerin, die ihr nie von der Seite weichen sollte. Die Seherin litt tatsächlich an einer sehr seltsamen Krankheit. Alle ihre Sinne schienen unter einem unheimlichen Einfluß blockiert zu werden, so daß sie langsam aber unaufhaltsam dem Tode entgegen siechte.
Darion machte sich sofort auf den Rückweg, um Rat und Hilfe zu holen. Sein Schiff nach Sturmwind traf nie im Hafen ein. Darion galt als verschollen.
Eine Woche später schickte die Draenei Seherin in den letzten Sekunden ihres Lebens Gorogon die Bilder ihrer unheimliche Vision des Nichts. Der weise, friedliche Draenei Priester konnte durch sein langes Leben und seine Weisheit die Bilder deuten und wußte, daß gegen dieses "Nichts" niemand dauerhaft etwas tun konnte. Die Anzeichen war so klar, daß es bereits begonnen hatte. Wieviel Zeit blieb? Es konnten Sekunden sein oder Jahrhunderte. Warum dies allerdings einen Dämon interesiert, wußte er nicht. Möglicher Weise hatte dieser selbst nicht verstanden, daß es die Finsterniss genauso betraf - meist sogar schneller gegen sich selbst gerichtet - als das Licht.
Um welches "Nichts" es sich handelte, wollt ihr wissen? Dann schaut in die Herzen derer, die Euch umgeben.
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In Erinnerung an eine Idee, die nie die Gelegenheit hatte zu einer ausgewachsenen Geschichte zu reifen.
Darion
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