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Re: Poesiealbum
carmenwinter - 01.02.2008, 20:43Poesiealbum
Rezension zum Poesiealbum Nr. 277
Die Nummern 276 und 277 des Poesiealbums trennen 17 Jahre. Der jüngeren Generation und den in Westdeutschland aufgewachsenen muss man erklären, was es damit auf sich hat. Denn die Lyrikfreunde unter den DDR-Bürgern denken bei dem Wort „Poesiealbum“ nicht an Lackbilder und profane Reime, sondern an eine ambitionierte Reihe aus dem Verlag Neues Leben. In Aufmachung, Preis und Seitenzahl bestens geeignet, junge Leser auf Lyrik neugierig zu machen. Und nicht nur Junge griffen zu, wenn ein neues Heft für 0,90 Pfennig in der Buchhandlung oder am Zeitungskiosk lag. Neben den Klassikern wie Shakespeare, Storm oder Rilke fand man Bob Dylan, Anna Achmatowa und Jannis Ritsos oder die damals jungen Autoren Steffen Mensching, Kathrin Schmidt und Kerstin Hensel. Hinzu kamen Sonderhefte der Schweriner Poetenseminare.
Das neue Heft mit Texten von Peter Huchel, dem langjährigen und integeren Herausgeber der Zeitschrift „Sinn und Form“ setzt die Reihe inhaltlich wie formal nahtlos fort. Auch eine Grafik in der Heftmitte ist wieder vorhanden. In diesem Fall stammt sie von Manfred Rößler. Der Herausgeber Bernd Jentzsch, der das Poesiealbum 1967 begründete und bis 1977, als er von einer Auslandsreise nicht in die DDR zurückkehrte, betreute, nimmt den Faden dort wieder auf, wo er in fallen lassen musste. Die Auswahl der Huchel-Gedichte lagerte seit den 60er Jahren in der Wohnung von Jentzschs Mutter in Karl-Marx-Stadt, später, nach ihrem Tod nur noch im Gedächtnis des Herausgebers.
Die Texte von Huchel zu loben, hieße Eulen nach Athen tragen. Gedichte voller armer Leute, Rauch, Disteln, Sumpf, Herbst und Holunder, Gedichte aus der Einsamkeit der märkischen Landschaft und aus der Einsamkeit des Dichters, der in seinem Land nicht gewollt war. Jentzsch lässt im Klappentext Kollegen zu Wort kommen: „Der demokratische Metaphysiker Huchel: die Erfahrung eines totalitären Jahrhunderts wurde zu Vers und Metapher.“ schrieb Uwe Grüning. „Peter Huchel natürlich! Da habe ich es her, Menschen in der Landschaft zu sehen“, Johannes Bobrowski. Und er beendet seine Auswahl, mit den Zeilen: „der Staat die Hacke, das Volk die Distel“
Für Heft 278 sind Gedichte von Ernst Jandl angekündigt. Man kann das Poesiealbum für 4,00 Euro im Märkischen Verlag Wilhelmshorst bestellen (Tel. 033205-62211), man kann sie auch abonnieren um so keine der vorerst jährlich vier Ausgaben zu verpassen.
Carmen Winter
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