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Re: August 2008
Nachtperle - 01.08.2008, 09:59August 2008
1. August 2008
Wie können ..... einige von euch behaupten, dass die Toten nicht auferstehen werden? ..... Wenn wir nur für das jetzige Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als irgendjemand sonst auf der Welt. 1. Korinther 15, 12+19 (Gute Nachricht Bibel)
Ärzte haben in Großbritannien die frühere Rolle der Priester übernommen. Statt Geistlicher fragten die Briten jetzt Mediziner um Rat, sagte der anglikanische Erzbischof von Canterbury, George Carey. Da die meisten Menschen nicht mehr an ein Leben nach dem Tode glaubten, erwarteten sie von den Ärzten, den Tod wenigstens so lange wie möglich hinauszuschieben. Die meisten Briten hofften heute nicht mehr auf ein ewiges Leben und auf ihre Rettung durch Gott, sondern "auf Familienglück, den nächsten Urlaub oder persönliche Erfüllung".
Es ist verständlich, dass jemand, der meint, mit dem Tod sei alles vorbei, sich an das Leben klammert und davon so viele Jahre wie nur möglich haben möchte. Von den Ärzten wird dabei erwartet, dass sie durch den Fortschritt in der Medizin für ein gesundes, langes Leben sorgen. Und dieses Leben muss mit den Dingen ausgefüllt werden, die Freude machen. Doch selbst wenn das gelingen sollte, bin ich nach den Worten des Apostels Paulus ein "bedauernswerter" Mensch. Warum? Weil sich dann alles nur noch um mich selbst dreht. Ich muss praktisch meines eigenen Glückes Schmied sein. Ich habe dafür zu sorgen, das sich immer wieder Erlebnisse habe, die mir Spaß machen und mir Erfüllung bringen. Das kann sehr anstrengend sein.
Wer dagegen mit einem Leben über den Tod hinaus durch die Auferstehung rechnet, der braucht sich nicht krampfhaft um ständig neue Höhepunkte zu bemühen. Sein Blick wird frei von Kreisen um seine eigenen Bedürfnisse und richtet sich auch auf die Wünsche anderer. Vor allem wird ihm bewusst, dass er nicht alles selbst machen muss, sondern viele Kraftquellen hat. Dies wird besonders wichtig, wenn es mit dem Spaßhaben im Leben nicht klappt. Wer in solchen Situationen ganz unten ist und dann erlebt: "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft" (Jesaja 40,31) der hat wirkliches Glück und Erfüllung im Leben gefunden.
Holger Teubert
Re: August 2008
Nachtperle - 02.08.2008, 13:54
2. August 2008
Und er [Elia] legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm. Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. 1. Könige 19,5-6
Da ist ein Mann fix und fertig, total am Ende. Er kann nicht mehr, ja er möchte am liebsten sterben. Er ist ausgebrannt und depressiv, obwohl er erst kurz zuvor einen großen Erfolg erlebt, einen Sieg errungen, eine Erfahrung mit Gott gemacht hat. Elia, der Prophet Gottes, ein Mann des Glaubens, ist am Boden zerstört.
Kennen wir das nicht auch zu gut? Ein Höhepunkt im Leben, ein beruflicher Erfolg, eine Erfahrung mit Gott - und dann: Enttäuschung, Depression, Zusammenbruch. Heute nennt man das "Burn-out-Syndrom". Der Körper meldet sich krank, im Beruf geht nicht es nicht voran, in der Gemeinde fällt uns die Mitarbeit schwer und auch das Familienleben ist gestört. Was hilf uns dann heraus? Wie bekommen wir wieder Mut und Kraft zum Weitermachen? Gott zeigte Elia fünf Heilmittel, die uns auch in ähnlichen Situationen weiterhelfen können.
Zuerst schläft Elia ausgiebig. Das ist die erste und natürliche Reaktion in einem solchen Tief: Ruhe und Schlaf. Wer viel Kraft und Energie investiert hat, braucht innere und äußere Erholung, eine stille Zeit. Wenn du dich verausgabt hast, wenn du ausgebrannt bist, dann brauchst du zuerst Ruhe und Schlaf, um Körper und Seele zu entspannen und die Kraftreserven wieder aufzufüllen.
Zum anderen bekommt Elia Essen und trinken - zweimal nimmt er Nahrung zu sich. Nahrung, die so kräftigend war, dass er tagelang marschieren konnte. Das zweite Heilmittel bei körperlicher und seelischer Schwäche ist gehaltvolle und kräftigende Nahrung. In Zeiten der Anspannung und Hektik kommt das Essen oft zu kurz. Deshalb ist es nötig, sich jetzt neben der Ruhe auch wieder Zeit für das Essen zu nehmen. Gönne dir ein gutes und schmackhaftes Essen in entspannter Atmosphäre, so dass Körper und Seele gekräftigt und wieder aufgebaut werden können.
Gott versorgt Elia zuerst mit ganz alltäglichen Dingen: Schlafen und Essen, ohne große Worte zu machen. Nachdem Elia sich gestärkt und geruht hatte, wird er von Gott mit weiteren "Heilmitteln" versorgt und "gepflegt".
Roland E. Fischer
Re: August 2008
Nachtperle - 03.08.2008, 04:48
3. August 2008
Als das [sanfte Sausen] Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. Aber der HERR sprach zu ihm: "Geh wieder deines Weges ..." Und Elia ging von dort weg und fand Elisa, den Sohn Schafats, als er pflügte mit zwölf Jochen von sich her, und er war selbst bei dem zwölften. Und Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn. 1. Könige 19, 13ff
Nachdem Elia - wie wir gestern gelesen haben - ausreichend geschlafen und sich gestärkt hatte, ging er einen weiten Weg bis zum Berg Horeb, wo er sich in einer Höhle niederließ. Dort machte er einen weiteren Schritt hin zu Stärkung und Heilung: Er erlebte Gott! Aber der Herr begegnete ihm nicht im Sturm, Erdbeben oder Feuer, sondern in einem sanften Windhauch. 1. Könige 13, 12. Als die körperlichen Grundbedürfnisse des Propheten gestillt waren, brauchte er eine neue Beziehung zu Gott. Dies geschah nicht im lauten und kraftvollen bekunden der Macht Gottes, sondern in der sanften und stillen Berührung mit dem Hauch des Geistes Gottes.
Nach Zeiten der Enttäuschung und Entmutigung die oft auch unsere Beziehung zu Gott stören, brauchen auch wir wieder eine neue Begegnung mit Gott. Dann tut es gut zu wissen, dass Gott auch uns auf milde und sanfte Weise begegnen kann. Er zeigt uns damit seine Liebe, dass er für uns da ist und uns wieder Kraft und Mut zum Leben schenken will.
Doch damit nicht genug: Gott gibt Elia einen neuen Auftrag. Um wieder vollständig ins Leben zurückzufinden, braucht der Prophet eine Aufgabe, einen Platz im Heilsplan Gottes. Wir Menschen wollen gebraucht werden, wir benötigen eine sinnvolle Aufgabe, die uns unseren Platz im Leben und im Reich Gottes zuschreibt. Wohl uns, wenn wir das, was wir tun, als von Gott gegeben und gewollt betrachten können. Hören wir auf die Stimme Gottes und erkennen wir, wo er uns hingestellt hat, damit wir zu einem sinnvollen Leben zurückfinden können.
Schließlich lässt Gott Elia nicht allein, sondern gibt ihm die Erkenntnis, dass 7000 mit ihm auf demselben Weg sind. Außerdem stellt Gott ihm Elisa, einen Freund und Mitarbeiter zur Seite. Auch wir brauchen im Leben zu unseren Aufgaben - und erst recht in schwierigen Zeiten - Menschen in unserer Nähe. Wir brauchen einen treuen, einfühlsamen Partner, gute Freunde, hilfreiche Glaubensgeschwister, die uns zur Seite stehen, uns Mut machen und uns im Leben und im Glauben begleiten.
Roland E. Fischer
Re: August 2008
Nachtperle - 04.08.2008, 18:17
4. August 2008
[Jesus sagt]: "Ich und der Vater sind eins." Johannes 10,30
Der Horizont ist die Grenzlinie zwischen der sichtbaren Erde und dem Himmel. Der Begriff Horizont wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Gesichtskreis eingedeutscht. Der Begriff wird auch gerne in einem übertragenen Sinn genutzt, wenn man von jemanden sagt, er hätte einen zu engen Horizont in seinem Denken. Das hört allerdings keiner von uns gern. Und doch ist unsere Sicht der Dinge, ist unser Leben selbst, in gewisser Weise begrenzt. Wer von uns hat das noch nicht schmerzlich erfahren? Wir sind mit unseren Ideen am Ende. Unsere Geduld hat die Grenze erreicht, die Kräfte sind erschöpft. Doch bei allen erreichten Grenzen sind die Begrenzungen nur scheinbar. In dem Moment, wenn wir uns wieder auf den Weg machen, weicht die Grenze. Und je schneller wir uns bewegen, desto schneller entfernt sich auch die Grenze. Wir gewinnen eine neue Sicht der Dinge.
Ein zweiter Gedanke beschäftigt mich: Am Horizont berühren sich Himmel und Erde. In unserer Kraftlosigkeit hinein dringt Gottes Stärke. In unsere Hilflosigkeit kommt Gottes Fürsorge. In unsere Ohnmacht mischt sich Gottes beistand. In Jesus berühren sich Himmel und Erde. Jesus sagt: "Ich und der Vater sind eins." Das bedeutet mehr, als dass Gott und Jesus einer Meinung sind. Das Weihnachtslied "Es ist ein Ros entsprungen" bringt es in einer einzigen Zeile auf den Punkt: Jesus ist "wahrer Mensch und wahrer Gott ..." Durch Jesus kommt Gott in unser Leben. Durch Jesus kommt in unserer Not Gottes Hilfe. Der Liederdichter Thomas Laubach brachte diese Sicherheit wunderbar in einem Lied zum Ausdruck:
"Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, das Frieden werde unter uns. Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde ..." (LQ 293)
Wo Himmel und Erde sich berühren, hat Gott schon längst die letzte Begrenzung in der Auferstehung seines Sohnes überwunden.
Werner Jelinek
Re: August 2008
Nachtperle - 05.08.2008, 07:54
5. August 2008
Alles, was lebt, lobe den HERRN! Halleluja!" Psalm 150,6 (Hoffnung für alle)
Mit dieser weltumspannenden Aufforderung zum Lobpreis Gottes klingen die Psalmen aus. Wer im Liederbuch des Alten Testaments blättert, erlebt das Auf und Ab des Lebens in all seinen Schattierungen und findet darin auch etwas vom eigenen Leben.
Da steht neben der Hochstimmung "Ich freue mich über dich und juble dir zu" (Psalm 9,3 Hoffnung für alle) auch die bittere Klage "Jeder Tag wird mir zur Qual" (Psalm 73, 14 Hoffnung für alle) Und neben dem Vertrauen, dass sich im 23. Psalm von der Güte und Liebe Gottes umgeben weiß, findet sich aus der gleichen Feder der angstvolle Aufschrei: "Rette mich Gott, das Wasser steht mir bis zum Hals!" Wie dankbar bin ich David, dass er in seinen Glaubensliedern nicht das Bild eines robusten Glaubenshelden zeichnet, der in jeder Lage kraftvoll mit seinem Gott "über Mauern springen" kann! (Psalm 18,30 Hoffnung für alle) Denn manchmal ist mir gar nicht nach "großen Sprüngen" zu Mute.
Beim Lesen fällt mir allerdings auf, dass häufig erst in der letzten Strophe eines Psalmliedes zum "großen Sprung" angesetzt wird, nachdem der Anfang eher bedrückt oder verzagt wirkt. So schämt sich etwa Asaf nicht, uns am Anfang seines Liedes (Psalm 73) einen Blick in sein Herz werfen zu lassen, das an Gott und seinem gerechten Handeln zweifelt. Ja, er ereifert sich, weil vieles ganz offensichtlich nicht mit rechten Dingen zugeht.
Doch in der letzten Strophe seines Liedes kommt er zu der ganz persönlichen Überzeugung: "Selbst wenn all meine Kräfte schwinden und ich umkomme, so bist du doch, Gott, alleszeit meine Stärke - ja, du bist alles, was ich habe!" (Psalm 73,26 Hoffnung für alle)
Vielleicht wird sich heute die eine oder andere Passage eines Psalmliedes in unserem Leben wiederholen. Schön für uns, wenn es dabei um Jubel und Freude, Vertrauen und Dankbarkeit geht. Aber selbst wenn der Beginn eher bedrückt oder verzagt ist, kann bis zum Abend noch Raum sein für die letzte Strophe, in der ich Gott danke für eine neue Erfahrung, die ich mit ihm machen durfte. Darum findet sich in den letzten fünf Lieder der Psalmen auch keine Klage mehr, sondern nur noch Lob und Dank und die Einladung: "Alles, was atmet, soll den Herrn rühmen! Preist den Herrn. Halleluja!" (Psalm 150,6 Gute Nachricht Bibel)
Johann Fiedler
Re: August 2008
Nachtperle - 06.08.2008, 19:01
6. August 2008
Liebe Freunde, seid schnell bereit, zuzuhören, aber lasst euch Zeit, ehe ihr redet oder zornig werdet. Jakobus 1,19 (Neues Leben)
Zuhören - was für eine Herausforderung! Ich erinnere mich an eine Begebenheit, als meine Tochter noch klein war. Als ich sie einmal auf den Arm nahm, war ich gedanklich abwesend. Sie wollte mir etwas sagen, aber ich hörte nicht aufmerksam zu. Plötzlich umfasste sie mit ihren kleinen Händen meinen Kopf und drehte ihn zu sich, so dass ich in ihr Gesicht sehen musste. Dann erzählte sie mir etwas. - Diese Lektion ist hängengeblieben. Ich sollte nicht nur hören, sondern zuhören.
Viele Menschen, denen wir begegnen, haben uns etwas zu sagen. Und viele von ihnen plagen sich auch mit religiösen Fragen ab. Sie mögen das nicht unbedingt mit der Sprache "Kanaans" zum Ausdruck bringen, doch inhaltlich sind es ernsthafte Lebensfragen. Hinter manchen Aussagen verbergen sich Ängste und Sorgen oder Ärger, Wut, Enttäuschung. Eigentlich möchten sie verstanden werden, aber wer hört denn zu? Sie möchten keine frommen Ratschläge und Sprüche hören; Sie möchten nur verstanden werden. Dazu gibt es ein weises Wort: " Wer antwortet, bevor er überhaupt zugehört hat, zeigt seine Dummheit und macht sich lächerlich." (Sprüche 18,13 Hoffnung für alle)
Wir müssen lernen, was das wirkliche Anliegen des Gesprächspartners ist. Das erfordert eine radikale Umorientierung vieler Christen, denen es ein Anliegen ist, Gottes Botschaft weiterzusagen. Im Allgemeinen sind wir keine guten Zuhörer. Wir glauben, dass wir für alles und jeden die richtigen Antworten haben. Die Folge ist, dass einiges Wissen und Denken wichtiger sind als der Gesprächspartner. Ich habe in meinen Begegnungen festgestellt, dass mein Gegenüber sich sehr gut merkt, ob es sich verstanden fühlt oder nicht.
Ein weiterer Grund für erwünschte Umorientierung liegt darin, dass es nicht genügt, nur ein guter Zuhörer zu sein, um unsere Antworten loswerden zu können. Sorgfältiges Zuhören macht es notwendig, dass wir aus unserer "frommen Burg" herauskommen und eine defensive Haltung aufgeben. Wir müssen und können Gott und sein Wortsowie unseren Glauben nicht verteidigen. Wir können nur bezeugen, dass wir glauben. Und das heißt, den anderen ernst nehmen, seine Hoffnungen, Ideen und Schmerzen wahrnehmen und auch seine Fragen erfassen. Es ist Gottes Wille, das wir auf die Bedürfnisse der Menschen dieser Zeit eingehen, das heißt ihnen zuzuhören. Dazu gibt es heute bestimmt eine Gelegenheit.
Wilfried Meier
Re: August 2008
Nachtperle - 07.08.2008, 17:15
7. August 2008
Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Offenbarung 3,11
Jede der sieben gemeinden in Offenbarung 2 und 3 erhält eine spezifische Aufforderung für ihr weiteres Handeln. Philadelphia (Bruderliebe) ist die einzige Gemeinde, der Christus keinen Tadel erteilt. In einer modernen Übersetzung ("Das Neue Testament für Menschen unserer Zeit") finde ich für jede Gemeinde eine treffende Art Anschrift. Über Philadelphia steht: " An die Gemeinde, die sich allein auf das Wort Gottes verlässt". Welch ein Unterschied zu Sardes: "An die Gemeinde, in der man nur noch dem Namen nach glaubt", und zu Laodizea: "An die Gemeinde, die es mit niemanden verderben will". Philadelphia erhält von Christus das Lob: "Du hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet." (Offenbarung 3, 8) Welch ein Zeugnis.
Bewahren bedeutet im Neuen Testament "festhalten" und schließt das Tun und Handeln ein. Das hatte Christus ja seinen Jüngern aufgetragen: "Lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe." (Matthäus 28,20) Lukas kann von der urchristlichen Gemeinde berichten: "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel." (Apostelgeschichte 2,42)
Der Gegensatz von festhalten heißt loslassen, sich in seinem Denken und Tun vom Wort Gottes mehr oder weniger entfernen. Schon sehr früh tauchten in der Gemeinde Lehrer auf, die nur bestimmte Abschnitte der Bibel anerkannten oder Gottes Wort mit heidnischen, philosophischen Gedankengut vermischten.
O. Hallesby, einst Professor für Theologie in Oslo, begann sein Buch "Religiosität oder Christentum" mit der Behauptung: "In allen Zeiten bestand die große Gefahr für das Christentum nicht in Widerstand und Verfolgung, sondern darin, mit heidnischer Religiosität vermischt und verwechselt zu werden." Die 2000-jährige Geschichte der Christenheit ist mehr oder weniger eine Bestätigung dieser Aussage. Auch heute leben wir in einer bunten Mischung christlicher Konfessionen, die ihren Einfluss ausüben. Jedem gilt deshalb der Ruf Christi an Philadelphia: "Halte, was du hast, damit niemand deine Krone nehme!"
Der Rat des Paulus an den jungen Timotheus gilt jedem Christen zu jeder Zeit: "Halte dich genau an die Lehre, wie du sie von mir gehört hast. Halte dich an den Glauben und die Liebe, die wir in Jesus Christus haben. Bewahre diese kostbare Gabe, die man dir anvertraut hat. Die Kraft dazu wird dir Gottes Heiliger Geist geben, der in uns wohnt." (2. Timotheus 1, 13-14)
Joachim Hildebrandt
Re: August 2008
Nachtperle - 08.08.2008, 20:03
8. August 2008
[Jesus sagte:] "Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe." Johannes 12,46
Bei der Schöpfung hat Gott am ersten Tag das Licht geschaffen. Licht ist die Voraussetzung für Leben. Licht gibt Wärme, Orientierung, Sicherheit.
Jesus vergleicht sich mit dem Licht, um uns Menschen klar zu machen, dass wir ihn unbedingt brauchen. Ohne den Glauben an ihn leben wir in geistlicher Finsternis: Wir wissen nicht, woher wir kommen. Unser Ursprung offenbart uns allein Gottes Wort, durch das wir auch erfahren, dass Christus der Mitschöpfer ist. (Hebräer 1,1-2)
Ohne ihn wissen wir auch nicht, wozu wir leben. Unseren Mitmenschen in humanistischer Gesinnung beizustehen oder der Nachweilt ein Haus, Kunstwerk oder Buch zu hinterlassen, ist nicht der tiefste Lebenssinn. Allein durch Christus wird uns die ewige Dimension der göttlichen Lebensplanung bewusst. Jesus hat auch hierbei Licht in die Dunkelheit gebracht: ER allein kann Sünden vergeben. Er hat sie auf sich genommen und mit seinem Leben bezahlt. Diese frohe Botschaft des Evangeliums erfreut unsere Herzein und gibt uns Zuversicht und Zukunft. Ohne dass wir Jesus Christus im Glauben als das Licht der Welt anerkennen, bleiben wir in der Finsternis.
Unsere eigenen menschlichen Antworten auf die frage nach dem Sinn des Lebens und der Zukunft greifen zu kurz; sie gehen nur von menschlichen Möglichkeiten aus und setzen auf evolutionäre Fortschritte, die angeblich Jahrmillionen dauern. In menschlichen Denkbereichen gibt es keine erhellte Zukunft und keine begründete Hoffnung.
Gelobt sei Gott, dass wir Christus haben!
Harald Weigt
Erneure mich, o ewiges Licht,
und lass von deinem Angesicht
mein Herz und Seel mit deinem Schein
durchleuchtet und erfüllet sein. (WLG 274)
Re: August 2008
Nachtperle - 09.08.2008, 09:51
9. August 2008
Mein Volk tut eine zweifache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben. Jeremia 2,13
"Tausche Bibel gegen Sakrileg." Mit diesem Werbespruch pries eine Internet-Medientauschbörse ihr Angebot zum Büchertausch an. Mit "Sakrileg" ist Dan Browns bibelkritischer Bestellerroman gemeint gewesen, der völlig abwegige Spekulationen über Jesus verbreitet.
Auch wenn es nur ein Werbespruch gewesen ist: was für ein Tausch! Und wie viele Menschen gibt es, die vielleicht nicht das Buch selbst, aber die Inhalte tatsächlich tauschen. Sie vertrauen lieber menschlichen Spekulationen, selbst wenn es sich dabei um aufgetaute "olle Kamelle" handelt, als dem frischen und belebenden Wort Gottes.
Da zieht es mancher vor, den unglaublichen Jahr-Millionen-Zeitangaben mehr als dem einfachen aber deswegen nicht wissenschaftsfeindlichem Schöpfungsbericht der Bibel zu vertrauen. ein anderer hält fernöstliche Theorien für leichter nachvollziehbar als den Erlösungsplan, der in der Bibel mit so vielen Bildern und persönlichen Erfahrungen illustriert wird, dass selbst Kinder das Wesentliche verstehen können. Ein Dritter vertraut dem Fortschritt von Technik und Wissenschaft im Blick auf die Zukunft mehr als dem, was Gott in seinem Wort ankündigt und mit zahlreichen Beispielen erfüllter Prophetie untermauert.
Lieber verdursten, weil die selbstgemachte Zisterne nichts hergibt, als sich den Durst von einem Schöpfergott stillen zu lassen, der uns nur um einen kleinen "Vertrauensvorschuss" bittet - was für eine verhängnisvolle Entscheidung!
Stopp! Es heißt in unserem Bibelwort nicht: "die Gottlosen" machen sich Zisternen, die kein Wasser geben, sondern: "mein Volk", Gottes Volk tut das. Also Menschen, die nicht nur die beste Wasserquelle kennen, sondern bereits daraus getrunken haben.
Wie gern und wie häufig schöpfe ich aus dem Wort Gottes im Alltag? Lebe ich mehr aus der Konserve? In welchem Verhältnis steht meine Beschäftigung mit der Bibel im Vergleich zu meinem Medienkonsum? Wer oder was prägt mein Denken?
Herr, mache mich täglich ganz durstig nach dem erfrischenden Wasser des Lebens, dass nur du geben kannst!
Eli Diez-Prida
Re: August 2008
Nachtperle - 10.08.2008, 13:01
10. August 2008
Johannes sprach zu ihm: Meister, wir sahen einen, der trieb böse Geister in deinem Namen aus, und wir verboten's ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus aber sprach: Ihr sollt's ihm nicht verbieten. Denn niemand, der ein Wunder tut in meinem Namen, kann so bald übel von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Markus 9,38-40
Als sich Papst Johannes Paul II. 2005 in seinem Buch "Erinnerung und Identität" kritisch zu dem "staken Druck des Europäischen Parlaments, homosexuelle Verbindungen anzuerkennen" äußerte, meldete sich Volker Beck, Abgeordneter der Partei Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag, zu Wort und schrieb: "Ich fordere den Papst auf, dieses Buch zurückzuziehen."
Elton John, der von der englischen Königein geadelte Popmusiker, meinte 2006 sogar, weil die organisierte Religion den Homosexuellen gegenüber feindlich eingestellt sei: "Ich würde Religion vollständig verbieten."
Es ist schon eigenartig, dass Menschen, die massiv für sich und ihre Ansichten Toleranz fordern, ihrerseits so intolerant sein können. Geschichtliche Beispiele gibt es dafür genug. Selbst die Jünger Jesu waren und sind dagegen auch nicht gefeit. Jesus spricht sich eindeutig gegen ein Verbot von Andersdenkenden und Andersgläubigen aus. Manchen kommt das einfach zu lasch vor. Aber das ist es nicht. Obwohl Jesus für religiöse Freiheit eintritt, bedeutet das für ihn nicht: Jeder meint es irgendwie gut, auf ein genaueres Hinsehen und beurteilen kommt es nicht an, ich lasse alles kommentarlos gewähren. Jesus hat mit seiner Überzeugung keinesfalls hinter dem Berg gehalten. Zum Beispiel sagte er den liberalen sadduzäischen Theologen, die nicht an die Auferstehung glaubten: "Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes." (Matthäus 22,29)
Wer für Toleranz eintritt, ist deshalb nicht verpflichtet, alles und jedes gutzuheißen. Er muss allerdings auch in Kauf nehmen, dass sich seiner Überzeugung zuwiderlaufende Auffassungen ausbreiten. Aber er darf niemals Verbote aussprechen oder gar unter dem Deckmantel, für die richtige Lehre zu kämpfen, Gewalt anwenden.
Das ist in der praktischen Umsetzung nicht immer leicht, entspricht aber dem Vorbild Christi, dem wir jeden Tag nacheifern sollten.
Josef Butscher
Re: August 2008
Nachtperle - 11.08.2008, 14:17
11. August 2008
Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: ..... Besonnenheit und Selbstbeherrschung. Galater 5, 22-23a (Hoffnung für alle)
Die Bibel betont an vielen Stellen, wie wichtig Selbstbeherrschung und Besonnenheit für ein Gott wohlgefälliges Leben sind. In Titus 1,8 wird gefordert, dass die Ältesten einer Gemeinde Männer sein sollen, die sich beherrschen können. Das ist nur möglich, weil Gott uns den Geist der Zucht gegeben hat. In Timotheus heißt es: "Gott hat uns gegeben den Geist der Kraft,, der Liebe und der Zucht." (1. Timotheus 1,7) Der Apostel Petrus schrieb: "Die Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung." (2. Petrus 1,6 Hoffnung für alle)
Selbstbeherrschung betrifft unser geistiges, seelisches und körperliches Leben. Paulus erwartet: "Jesus Christus soll in allen Dingen euer Vorbild sein. Hütet euch davor, euern Leib mit seinen Wünschen und Begierden zum Mittelpunkt eures Lebens zu machen." (Römer 13,14) Der Apostel Jakobus warnt: "Wer sich für fromm hält, dabei aber geschwätzig ist und seine Zunge nicht zügeln kann, der macht sich selbst etwas vor." (Jakobus 1,26) Deshalb sollten wiedergeborene Christen mehr und mehr die Frucht der Selbstbeherrschung, Mäßigung und Besonnenheit wachsen und reifen.
Der Gründer der evangelischen Studentenarbeit, Eduard Graf von Pückler, wurde in einer erregten Debatte mit Studenten aufgefordert, endlich abzutreten. Sie gingen dabei nicht sanft mit ihm um. Sein Begleiter fragte ihn später, was er in dieser Situation gedacht und gefühlt habe. Graf Pückler antwortete: "Ich habe unablässig gebetet: Herr Jesus, halte die Nägel fest!" Seine alte Natur drängte ihn, aufzuspringen und auf den Tisch zu hauen. Aber er hängte sie mit Jesus ans Kreuz. Allein wurde er freilich nicht damit fertig. Darum dieses seltsame Gebet: "Herr Jesus, halte die Nägel fest! Lass mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben."
Die Bibel sagt: "Es ist wahr: Wer zu Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz geschlagen. Durch den Heiligen Geist haben wir ein neues Leben, und das soll jetzt auch bei uns sichtbar werden:" (Galater 5,24-25) Dieses neue Leben ist eine Frucht des Geistes und wächst nur in einem Herzen, in dem Christus wohnt.
Helmut Mayer
Re: August 2008
Nachtperle - 12.08.2008, 04:36
12. August 2008
Und er [Gott] sprach: "Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögel unter dem Himmel; Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN. 1. Mose 6, 7-8
Lange glaubte man, dass unser deutsches Wort "Sintflut" das Wort "Sünde" enthält. Man meinte, eine "Sünd"-Flut brach über die Menschen herein, eine Flut wegen der Sünden. Das lag ja auch irgendwie nahe. Immerhin heißt es ja zwei Verse vorher, dass der Herr sah, "dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war Immerdar. (1. Mose 6,5) "Sint" aber bedeutet ganz einfach "groß".
Große Fluten und Naturgewalten bedrohen Menschen bis heute, und immer wieder kommen dabei Ängste vor einer neuen "Sünd"-Flut hoch, doch mit einer göttlichen Strafe haben diese rein gar nichts zu tun. Wenn man genauer liest, dann ist die Sintflutgeschichte im Grunde eine Wegbeschreibung zur Rettung. Noah und Gott schlossen nach der Flut einen Bund. Der Regenbogen am Himmel ist bis heute das Zeichen dafür und daher ein Symbol für Hoffnung und Frieden.
Und doch kommen hier oft tiefsitzende Ängste zum Ausdruck. Ängste, die durch ein schlechtes Gewissen geschürt werden. Wissenschaftler und Ökologen prangern seit Jahrzehnten den westlichen Lebensstil an: Der hohe Energieverbrauch, die Wasservergeudung, die Verschwendung von Lebensmittel u.s.w. Tief im Herzen weiß man, dass alles, was man tut, Folgen hat. Man hat Angst davor, bestraft zu werden für das Leben, so wie man es jetzt führt, für die kleinen und großen Sünden. Das zeugt nicht gerade von Vertrauen auf Gott. Was soll Gott denn noch mehr tun, als uns zu versprechen, dass er nie mehr eine Sintflut schicken wird? Wir sollten verstanden haben, dass Naturkatastrophen keine Strafe Gottes sind, sondern oft die Folge menschlichen Handelns.
Die Sintflutgeschichte ist eine Geschichte der Rettung, der Hoffnung, friedfertig zu leben und nicht so zu handeln, als ob jeder Tag der letzte wäre. Darauf zu vertrauen, dass Gott diese Welt erhält und auch das eigene Leben trägt. Wer auf Gott vertraut, der macht diese Erfahrung. So wie Noah in der Arche geborgen war, so führt Gott uns durch die Stürme des Lebens. Dann können wir die Angst vor einem strafenden Gott endgültig an den Nagel hängen.
Beate Strobel
Re: August 2008
Nachtperle - 13.08.2008, 08:08
13. August 2008
[Hiskia] aber wandte sein Antlitz zur Wand und betete zum HERRN und sprach: "Ach HERR, gedenke doch, dass ich vor dir in Treue und mit rechtschaffenen Herzen gewandelt bin und getan habe, was dir wohlgefällt." Und Hiskia weinte sehr. 2. Könige 20,2-3
Hiskia war ein König des Alten Testaments, von dem es heißt, dass er auf Gott vertraute und es seinesgleichen weder vor noch nach ihm gab. (2. Könige 18,5) Er hatte es geschafft, eine religiöse Aufbruchstimmung im Land zu erzeugen, hatte die fremden Kulte abgeschafft, den Tempelgottesdienst wieder hergestellt und sogar das Passahfest wieder eingeführt. Doch dann heißt es plötzlich: "Zu dieser Zeit wurde Hiskia todkrank." (2. Könige 20, 1a) Warum gerade der gottesfürchtige Hiskia, der doch erst 39 Jahre alt war?
Wenn es nach uns ginge, hätte es gut seinen gottlosen Vater Ahas oder den ebenso gottlosen König Hosea im Bruderstaat Israel treffen können. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Warum erwischte es immer die Unschuldigen? Genau das denkt Hiskia auch, und er sagt es Gott so, wie er denkt. Gott entscheidet sich, auf die Bitte Hiskias einzugehen und ihm fünfzehn weitere Lebensjahre zu schenken. Wenn es doch immer so klappen würde mit dem Gebet. Wenn Gott doch immer auf unsere Bitten um Heilung so eingehen würde wie auf die Bitte Hiskias.
Die Geschichte des Hiskias zeigt mir, dass Gott sich unseren Wünschen nicht verschließen will, dass es seine eigentliche Absicht ist, uns das "Leben im Überfluss" zu schenken. (Johannes 10,10) Manche Ausleger meinen, Hiskia habe mit der Bitte einen Fehler gemacht, denn in den ihm geschenkten Jahren beging er noch manche Dummheit. Ich glaube, das an der Bitte des Hiskia nichts Verkehrtes war. Jeder von uns hätte so gehandelt und jeder hätte sich über die Erhörung der Bitte gefreut.
Wir haben vielleicht kein Recht darauf, über unser Leben zu verfügen, aber die Begebenheit macht klar: Wir haben ein Recht, an dem uns von Gott geschenkten Leben zu hängen. Viele, die krank sind, wünschen sich ein Happy End wie bei Hiskia. Aber auch Hiskias Geschichte ist ein Einzelfall in der Bibel. Nicht jeder Kranke bekommt noch einmal fünfzehn Jahre geschenkt. Aber immer hört Gott zu, wenn wir ihm ehrlich unser Herz ausschütten, mit unserem Ärger und unseren Wünschen.
Dennis Meier
Re: August 2008
Nachtperle - 14.08.2008, 23:01
14. August 2008
Und der HERR sprach zu Abram: "Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, dass ich dir zeigen werde!" 1. Mose 12, 1 (Elberfelder Bibel)
Durch den Glauben verließ Abraham seine Heimat, ohne zu wissen, was ihn in der Fremde erwartete.
Während des Zweiten Weltkriegs und nach Kriegsende wurden etwa 20 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben oder Zwangsumgesiedelt.
Aus jener Zeit stammt die Geschichte von Hans. Er war damals drei Jahre alt. Seine Mutter hatte zehn Jahre lang um ein Kind gebetet - und dann wurde endlich der Junge geboren. Sein Vater war zu dieser Zeit als Soldat irgendwo an der Front. 1945 wollte die Mutter mit dem Dreijährigen im letzten Flüchtlingstransport aus Königsberg fliehen. Am Bahnhof setzte sie ihn in den Zug und lief nur schnell zurück, um ihr Gepäck zu holen. Als sie zurückkam, sah sie entsetzt, dass der Zug ohne sie abgefahren war und in der Ferne verschwand. Was sollte sie tun? In ihrer Not betete sie zu Gott um Hilfe. Da hörte sie in ihrem Herzen eine Stimme: "Warte hier, bis du Hans wiederbekommst!"
Bei jedem Zug, der einfuhr, hoffte sie, dass ihr Kind aussteigen würde - vergeblich. Inzwischen waren zwei Tage und zwei Nächte vergangen.
Der Zug fuhr währenddessen in Richtung Westen und der Junge weinte bitterlich, bis ihn eine fremde Frau auf den Schoss nahm und ihm tröstend übers Haar strich. Nach einigen Stunden Fahrt, stoppten russische Soldaten den Zug und schickten ihn zwei Tage später zurück nach Königsberg. Welch ein Glück, als die Mutter ihr Kind wieder in die Arme schließen konnte. Damals weihte sie den Jungen zum zweiten Mal Gott.
Jahrzehnte später in Kanada: Hans, inzwischen war er Pastor, hielt in einer Gemeinde seine Antrittspredigt. Unter anderem sprach er über die Führung Gottes in seinem Leben. Als er die Besucher verabschiedete, drückte eine alte Frau seine Hand: "Herr Pastor, ich bin die Frau, auf deren Schoss sie damals gesessen haben, als der Zug ohne ihre Mutter abfuhr!" Welch ein Wiedersehen.
Zurück zu Abraham. Er gab seine Heimat freiwillig auf und lebte als Fremder im Land Kanaan. Aber er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebräer 11)
Auch ich habe meine Heimat durch Vertreibung verloren. Plötzlich standen wir vor dem Nichts. Was blieb, war die Hoffnung auf die ewige Heimat bei Gott, wo ewiger Friede herrscht. Darauf freue ich mich.
Adam Schiller
Re: August 2008
Nachtperle - 15.08.2008, 06:24
15. August 2008
Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen und der Flamme soll dich nicht versengen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Jesaja 43,2-3a
Ein alter, weiser Afrikaner wurde einmal gefragt, wie er mit Schwierigkeiten, Sorgen und Ängsten im Leben fertig werde. Er antwortete: "Wenn sie auftauchen, versuche ich zuerst, sie zu umgehen. Wenn sie sich nicht umgehen lassen, versuche ich, unter ihnen durchzukriechen. Und wenn mir das nicht gelingt, probiere ich, sie zu überspringen. Geht das auch nicht, dann gehe ich mitten durch sie hindurch!"
Wie gehe ich mit den Schwierigkeiten, Sorgen und Ängsten meines Lebens um? An kraftraubenden Ausweich-, Umgehungs- und Überspringtaktiken mangelt es mir selten. Bin ich müde und erschöpft, ertappe ich mich immer wieder dabei, leider oft erst am Ende meiner Kraft, Gott um Hilfe zu bitten. Wenn ich dann spüre, wie wohltuend es ist, ihm alle meine Gedanken anzuvertrauen, ärgere ich mich über meine vermeidliche "Selbstständigkeit": Was hätte ich an Kraft und Zeit sparen können, wenn ich Gott an den Anfang und nicht an das Ende meiner Fragen gestellt hätte!
Trotzdem sind diese Erfahrungen für mich wichtig. Sie zeigen mir meine Begrenztheit, meine Abhängigkeit von Gott. Sie zeigen mir, dass Gott immer für mich da ist und mir seine Hilfe anbietet, egal wann und unter welchen Umständen ich ihn darum bitte.
Der Andachtstext und unsere Erfahrungen machen deutlich, dass Schwierigkeiten und Probleme auch zum Leben gehören. Aber Gott lässt uns mit dieser Situation nicht allein: "Denn ich bin der Herr, dein Gott!" Diese Worte stehen oft als Einleitung oder Schluss wichtiger Aussagen Gottes im Alten Testament.
Ich wünsche uns, dass wir Gott uns seine Verheißungen an den Anfang unseres Tages, unserer Sorgen und Schwierigkeiten stellen und nicht meinen, wir müssten alles aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe bewältigen. Alles, was uns beschwert und das Leben belastet, dürfen wir Gott abgeben. Er ist der Herr, unser Gott!
Gabriele Baur
Re: August 2008
Nachtperle - 16.08.2008, 19:23
16. August 2008
Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von seiner Arbeit aus. Darum segnete er den siebten Tag und sagte: "Dies ist ein ganz besonderer, heiliger Tag! Er gehört mir." 1. Mose 2,2-3 (Hoffnung für alle)
An der Zimmertür meines Sohnes prangt ein großes Metallschild, schön bunt lackiert. Darauf ist ein langbeiniger Vogel zu sehen, der seinen hochroten Kopf in den Sand steckt. "Lass mich alleine ..... ich habe meine Krise", steht mit großen Buchstaben unübersehbar daneben. Jeder, der zum ersten Mal in das Zimmer kommt, schmunzelt beim Anblick dieser Warnung.
Mir gefällt das Schild auch. Nicht, weil ich den Stress oder die Krise suche, das alles kommt von ganz alleine. Sondern, weil es mir deutlich macht, dass jeder von uns Ruhe und einen Freiraum braucht, wo wir auch einmal ganz wir selbst sein können. Manchmal ist es wichtig, Zeit zu haben ohne Arbeit und Ablenkung, um über Vergangenes nachzudenken, einen Sachverhalt klar zu sehen oder notwendige Entscheidungen zu treffen. Oder einfach auch nur einmal abzuschalten vom täglich wiederkehrenden Einerlei, das manchmal auch die Nerven gehen kann. Urlaub eben, um in der Ruhe neue Kraft zu schöpfen. Sonst steigert sich die Spannung, und wir kennen die Folgen, wenn sich am Ende nur noch alles um die Arbeit dreht und sich die Gesamtstimmung mehr und mehr zuspitzt.
Krisenzeiten haben auch ihr Gutes. Es sind Zeiten der Veränderung und des Wachstums. Weil Gott uns am besten kennt und weiß, was wir brauchen und was uns gut tut, rät er uns, an einem Tag in der Woche, am Sabbat, vom üblichen Stress auszuspannen. Der Sabbat ist nicht der Tag, an dem wir unsere Rechtgläubigkeit unter Beweis stellen müssen. Im Gegenteil, es ist der Tag, an dem wir aus dem Kreislauf unserer üblichen oder besonderen Probleme und Anforderungen ausbrechen dürfen.
Wir dürfenden Ruhetag nutzen, um zu Gott und zu uns selbst zu finden. Es ist kein Verlust, wenn wir an diesem Tag nicht wie üblich im Haus oder in unserem Beruf arbeiten, dafür aber die Ruhe, Konzentration, Anbetung und innere Sammlung erleben, die ein Gottesdienst bietet, damit wir wieder Kraft und Mut für die neue Woche mit ihren vielen Herausforderungen bekommen. Der Sabbat ist eines der größten Geschenke, die wir von Gott bekommen haben. Nehmen wir es heute ganz bewusst und dankbar in Empfang und freuen uns darüber.
Johannes Hartlapp
Re: August 2008
Nachtperle - 17.08.2008, 05:33
17. August 2008
Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Psalm 37,5-6
Puzzles mit den unterschiedlichsten Motiven faszinieren immer wieder Kinder und auch Erwachsene. Aus einer ungeordneten Ansammlung von mehreren tausend Puzzleteilen kann mit Geduld und entsprechendem Zeitaufwand ein großartiges Bild entstehen, wenn jedes Teil seinen vorgesehenen Platz in dem Gesamtgefüge gefunden hat. So wird aus Randstücken und unzähligen hellen und dunklen teilen in den unterschiedlichsten Farbnuancen erst nach genauem Betrachten und exaktem Einfügen ein harmonisches Ganzes.
Gleicht unser Leben in seiner Vielfalt nicht manchmal auch so einem Puzzle? Aus vielen einzelnen Erfahrungen und Erlebnissen ist unser Leben zusammengesetzt. Wenn wir sie einzeln betrachten, wirken sie vielleicht düster, denn sie beinhalten die dunklen Seiten unseres Lebens. Andere strahlen eventuell Farbe und Freude aus. Doch erst das Zusammenfügen aller Erfahrungen ergibt unser persönliches Lebenspuzzle und prägt unsere ganz individuelle Persönlichkeit. Als Mensch geht uns oft der Blick für das Ganze verloren und wir fragen uns, welche Bedeutung ein dunkler Teilbereich des Lebens hat, denn wir zunächst nicht einordnen können und uns vielleicht vor viele Fragen stellt.
Wie tröstlich ist es zu wissen, dass Gott der Gestalter unseres "Lebenspuzzles" sein möchte. Er, der uns geschaffen hat, der uns liebt, sieht die Zusammenhänge und kennt den Sinn für unser Leben, auch wenn wir selbst einzelne Bereiche nicht verstehen und einordnen können.
Auch an diesem Tag dürfen wir darauf vertrauen, dass die Erfahrungen, die uns heute begegnen, mit dazu beitragen, aus unserem Leben ein harmonisches ganzes unter Gottes Segen werden zu lassen. Denn oft sehen wir erst im Rückblick Gottes Führung und erkennen, dass die Wege, die wir zuerst als Irrwege uns Sackgassen empfunden haben, eine besondere Bedeutung in unserem Leben erhalten. So gilt auch uns das Versprechen aus den Psalmen: "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir!" (Psalm 139, 5) Darauf dürfen wir uns verlassen!
Dagmar Heck
Re: August 2008
Nachtperle - 18.08.2008, 11:02
18. August 2008
[Jesus sagte:] "Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin." Johannes 14,3
Jesu Heimat ist im Himmel. Wir kennen die Erde, aber was ist der Himmel? Unser Wissen über ihn ist der Bibel entlehnt, aber deren Beschreibungen übersteigen unser Vorstellungsvermögen bei weitem. In der Welt Gottes ist alles heil, und Harmonie und Liebe bestimmen das Zusammenleben.
Das Verlangen nach einem solchen Ort und einer solchen Zeit gehört zu den Ursehnsüchten aller Menschen. Wenn junge Leute heiraten, wünschen sie sich den "siebten Himmel" und andere wünschen sich den "Himmel voller Geigen".
Ich erinnere mich noch lebhaft an einen meiner Grundschullehrer. Begeistert malte er uns die sozialistische Zukunft vor Augen, wo jeder ohne Geld einkaufen könne. Heute kann man über solch eine "himmlische" Vision nur nachsichtig lächeln.
Seit dem Mauerbau verstärkte sich im Osten Deutschlands die Vorstellung, der Himmel beginne wenige Autostunden westwärts. Wer konnte, schaut abends mittels "Westfernsehen" in diese Richtung. Mit leuchtenden Augen kamen jene zurück, denen es für zehn Tage vergönnt war, den "himmlischen" Teil Deutschlands zu besuchen. Inzwischen ist dieser "Himmel" auch östlich der Elbe zum Alltag geworden. Sicher, es hat sich vieles verändert, doch die meisten von uns sind weit davon entfernt, die gegenwärtigen Umstände als himmlisch zu bezeichnen. Selbst der ungeahnte Fortschritt droht eher zum Fluch als zum Segen für unsere Welt zu werden.
Warum ist es uns bis jetzt nicht gelungen, den Himmel auf Erden zu schaffen? Ganz einfach: Wir Menschen sind das Problem! Unser Vorteil und unser Recht stehen meistens obenan und vereiteln himmlische Zustände. Allerdings wird uns durch Jesus heute schon ein Vorgeschmack des Himmels angeboten. Er predigte: "..... das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" (Matthäus 3,2) Wer ihn als Erlöser annimmt und aufnimmt, wird schon jetzt mit himmlischen Geschenken bedacht. Eines davon heißt Frieden. Wer diese Gabe in seinem Herzen hat, wird zufrieden.
Die Sehnsucht nach himmlischen Verhältnissen wird aber erst mit Jesu Wiederkunft vollendet. Dann dürfen wir dort leben, wo Jesus schon heute ist: In Gottes vollkommener, heiler Welt. Bis dahin bleibt der "Himmel auf Erden"n nur Stückwerk. Leider!
Wilfried Krause
Re: August 2008
Nachtperle - 19.08.2008, 00:11
19. August 2008
Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Matthäus 5,10 (Elberfelder Bibel)
Verfolgung entsteht aus der Gegnerschaft der Macht der Finsternis (Lukas 22, 53b) gegen Jesus Christus und seine Jünger, die Lichtträger. (Matthäus 5, 14) So reicht die Kette der Verfolgten von Stephanus, dem ersten Märtyrer in der Urgemeinde, über die früheren Christen in der Epoche der römischen Cäsaren zu den Opfern der Inquisition und der Gegenreformation im Mittelalter, und zu der Ära des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Seit den Propheten (Jesaja 53) wusste man vom leidenden Messias und diese Erwartung war auch noch zur Zeit Jesu lebendig, obwohl dies die Jünger am Anfang überhaupt nicht verstanden. Sehr bald aber wurde ihnen klar, dass der, der schon in der Gegenwart Teilhaber des Reiches Gottes ist, nur über den Weg der radikalen Nachfolge auch zum zukünftigen Reich Gottes gelangen kann. (Apostelgeschichte 14,22)
Christsein heißt bereit sein, um Jesu willen den Widerstand der Welt zu ertragen. In diesem Kampf sollen auch wir unsere Treue erweisen. "Niemand, der richtig steht", so antwortete Justin der Märtyrer (2. Jahrhundert) dem römischen Statthalter Rustikus, "fällt aus dem Glauben in den Unglauben ..... Tue, was du willst, denn wir sind Christen und opfern den Götterbildern nicht." Wie kann Gott es zulassen, dass seine Kinder leiden müssen?
Eine unter vielen Antworten ist, so denke ich, mit dem bekannten Wort des Kirchenvaters Tertullian gegeben: "Das Blut der Christen ist ein Same." Nie hätte das Evangelium von Jesus Christus das römische Weltreich bezwungen, wenn seine Verkündiger nicht bereit gewesen wären, alles zu geben. Jesus Christus war ihnen durch die Seele gegangen, so konnten sie nicht anders, als treu zu bleiben.
Perpetua, eine Junge nordafrikanische Christin war nach dem Übertrittverbot, das der Kaiser Septimius Serversus 202 n. Chr. erlassen hatte, verurteilt worden. Ihrem Vater, der sie unbedingt retten wollte, sagte sie:
"Vater, siehst du das Gefäß, das hier ist, den Krug da?"
"Ja", sagte er.
"Kann man das anders benennen als danach, was es ist?"
"Nein"
"So kann ich mich auch nicht anders ausgeben als für das, was ich bin, nämlich für eine Christin."
Fröhlich, so berichtet die Gemeinde, stieg sie in den Kerker hinab, um kurz darauf in der Arena zu sterben.
Herr, lass uns auch in unserer Zeit treue Bekenner Jesu Christi sein!
Hans Heinz
Re: August 2008
Nachtperle - 20.08.2008, 08:25
20. August 2008
Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? .... Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Johannes 8, 43a + 45
Jesus klagt darüber, dass seine Hörer offenbar auf einer "anderen Wellenlänge" hören. Er vermittelt ihnen Gottes Wort und Willen, aber keiner versteht ihn. Nun könnte man schnell urteilen: Hätten sie mal richtig hingehört! Aber Jesus schaut tiefer: Der Grund ist nicht, dass sie nicht wollen, sie können nicht verstehen. Wie ist denn so etwas möglich?
Wer sich die Zeit nimmt, den heutigen Text in der Bibel nachzuschlagen und ihn im Zusammenhang liest, wird schnell ein "Aha-Erlebnis" haben. Die Zuhörer htten sich - bewusst oder unbewusst, willentlich oder unwillentlich - von Gott abgewandt. Das war der Grund, weshalb sie nichts verstanden, was auf "Jesu Wellenlänge" gesendet wurde.
Könnte es uns passieren, dass wir beim Bibellesen die Texte missverstehen oder überhaupt nicht begreifen, was Gott uns dadurch sagen möchte? Es ist doch so, dass wir beim Studium der Bibel oder Lesen des Andachtsbuches eigentlich Gottes Nähe suchen. Gibt es Ursachen, die uns seine Stimme trotzdem nicht hören lassen? Sicher gibt es da viele. Da sind einmal vorgefasste Meinungen, die wir möglicherweise sogar von frommen Menschen übernommen haben, die aber mit der Bibel und damit dem Willen Gottes nicht übereinstimmen. Zum anderen kann es Zeitdruck sein. Die Bahn fährt in wenigen Minuten, da kann ich nur lesen, aber nicht darüber nachdenken. Oder haben uns die Kümmernisse des Lebens langsam von der "Wellenlänge Gottes" weggezogen? Ist mir der "Draht zu ihm" verloren gegangen, weil ich meine Verbindung zu ihm (aufmerksames Bibellesen, tägliches Gebet, regelmäßiger Gottesdienstbesuch) verloren habe?
Was also tun? Nehmen wir uns trotz aller vermeintlich "widriger Umstände" regelmäßig Zeit für Gott und bitten vorher:
Lieber Vater im Himmel, gib mir jetzt ein offenes Ohr und Herz für deine Stimme und deine Ziele und Pläne mit mir.
Jochen Grauper
Re: August 2008
Nachtperle - 21.08.2008, 08:10
21. August 2008
Der HERR gab mir [David] Halt. 2. Samuel 22,19b (Neues Leben)
In einem Zeitunginterview bezeichnete der bekannte Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann Gott als "die bisher beste Erfindung der Menschheit". In ihm seien alle menschlichen Eigenschaften wie in einem Bild gebündelt. Unsere Gottesvorstellungen - so Biermann - sind "wie ein Gelände, an dem wir laufen können". ER selbst aber könne auch ohne dieses Geländer gehen.
Das ein bekennender Atheist Gott für eine Wunschvorstellung hält, auf die er meint verzichten zu können, überrascht nicht. Erstaunlicher ist sein Urteil, dass es sich dabei um "die bisher beste Erfindung" handele, die die Menschheit hervorgebracht habe. Auch Biermann weiß, dass wir Orientierung benötigen, um unseren Weg durchs Leben zu finden. Wer keine Ideale hat, keine Ziele kennt und keine Werte besitzt, gleicht einem Menschen, der ziellos durch die Gegend irrt.
Das der Glaube an Gott zu einem solchen Halte gebenden "Geländer" werden kann, hat auch David erlebt. Nach Jahren der Flucht vor den Nachstellungen Sauls blickte er dankbar und staunend auf sein bisheriges Leben zurück. "Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter." (2. Samuel 22, 2) So beginnt das Danklied, in dem David - inzwischen selbst zum König gekrönt - von seinen Erfahrungen erzählt. "Es hatten mich umfangen die Wogen des Todes, und die Fluten des Unheils erschreckten mich." (2. Samuel 22, 5) Bewegt schildert er die ständige Bedrohung, die von seinen Widersachern ausgegangen war. Doch Gott ließ ihn nicht im Stich. "Sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks, aber der Herr ward mein Halt." (2. Samuel 22,19b)
Es lohnt sich, dieses Dankeslied in 2. Samuel 22 als Ganzes zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Wer selbst Not und Bedrängnis erlebt, sich verlassen fühlt und sich nach Halt sehnt, findet darin Hilfe und Trost. Doch auch in guten Tagen tun wir gut daran, auf Gott zu schauen und an ihm festzuhalten. Gott ist kein Notnagel, den wir nur dann in Anspruch nehmen, wenn wir nicht allein zurechtkommen, uns völlig verfahren haben und nicht mehr ein noch aus wissen. So stark, mutig und selbstbewusst David auch war, setzte er dennoch sein Vertrauen ganz auf Jahwe.
Auch für jeden von uns kann und will Gott Halt und Hilfe sein, Wegweisung und Orientierung geben, zum Weg und Ziel unseres Lebens werden. Auch heute!
Rolf J. Pöhler
Re: August 2008
Nachtperle - 22.08.2008, 21:43
22. August 2008
Wir haben nur einen Wunsch: Jeder von euch soll mit diesem Eifer an der Hoffnung festhalten, dass sich einmal alles erfüllt, was Gott versprochen hat. Ja, haltet daran fest, bis ihr das Ziel erreicht! Hebräer 6,11 (Hoffnung für alle)
"Die Hoffnung stirbt zuletzt" - ein beliebter und oft benutzter Ausspruch. Aber immerhin weiß man, dass Hoffnung sich nicht unbedingt erfüllen muss und man sie aufzugeben hat. Ist Hoffnung "gestorben", hat man das nächstes Sprichwort parat: "Hoffen und Harren, macht manchen zum Narren." Menschliche, irdische Hoffnung ist immer eine vage Angelegenheit, weil sie nur menschlichem Wünschen entspringt und niemand die Garantie übernehmen kann, dass sie sich wirklich erfüllt.
Anders verhält es sich mit der biblischen Hoffnung. Von ihr schreibt Paulus: "Hoffnung aber lässt nicht zusSchanden werden." (Römer 5,5) Der Theologe Ralf Luther schreibt dazu sinngemäß: Unter Hoffen und Hoffnung versteht das Neue Testament nicht die unbestimmte Erwartung irgend einer Besserung oder Hilfe, sondern die ganz bestimmte Erwartung, dass Gott nahe ist, uns führen und retten wird. Worauf Christen hoffen dürfen, dafür bürgt Gott selbst mit seinem Wort. Darum wird diese Erwartung auch "lebendige", oder "selige" Hoffnung genannt, im Gegensatz zur menschlichen "toten" Hoffnung.
Jesus hat vor seiner Himmelfahrt versprochen, dass er zur Erde zurückkehren wird, um die Seinen heimzuholen. Darauf haben zu allen Zeiten Gläubige ihre Hoffnung gesetzt. Auch uns gilt: "Mit Eifer an der Hoffnung des Glaubens festzuhalten, bis das Ziel erreicht ist." Im Anschluss an den obigen Andachtstext nennt der Hebräerbrief als positives Beispiel den Stammvater Israels und schwor Gott bei seinem eigenen Namen.
Er versprach Abraham: "Du kannst dich fest darauf verlassen: Ich will dich mit Segen überschütten, und du sollst viele Nachkommen haben." Abraham wartete geduldig; und schließlich ging in Erfüllung, was Gott ihm versprochen hat." (Hebräer 8, 13b-15 Hoffnung für alle)
Auch wir warten alle auf die Wiederkunft des Herrn und Jesus ruft uns zu: "Siehe, ich komme bald; halte was du hast, dass niemand deine Krone nehme!" (Offenbarung 3,11) Diese Zusage bleibt fest bestehen und darauf dürfen wir jeden Tag hoffen, egal wie viele irdische Hoffnungen wir bis dahin vielleicht noch begraben müssen.
Hermann Beier
Re: August 2008
Nachtperle - 23.08.2008, 23:45
23. August 2008
Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tische bitten und kommen und ihnen dienen. Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet's so: Selig sind sie. Lukas 12, 37-38
Es ist eine Sache, durch das Zeugnis der Bibel von der Wiederkunft Jesu zu wissen, und eine andere, in der Werwartung seines Kommens zu leben. Jesus veranschaulicht das, indem er in diesem Zusammenhang den Begriff "wachen" verwendet.
Der Kirchenhistoriker Walter Nigg hat vor einigen Jahren festgestellt: "Bei den Adventisten ist heute nicht mehr die Wiederkunftshoffnung, sondern der Sabbat die Hauptsache." (Das ewige Reich, Seite 234) Trifft das zu? Zweifellos ist das Beachten des Sabbatgebotes von Außenstehenden leichter wahrzunehmen als die Erwartung der Wiederkunft Jesu im Alltagsleben. Doch unabhängig davon, wie andere unsere Wiederkunftshoffnung beurteilen, muss sich jeder selbst fragen, welche Bedeutung Jesu Zusage "Ich will wiederkommen!" für ihn persönlich hat. Ist sein Kommen für mich wirklich eine Herzensangelegenheit im Sinne des Pauluswortes: "..... die seine Erscheinung lieb haben"? (2. Timotheus 4,8)
Es fällt auf, dass Jesus im Zusammenhang mit seiner Wiederkunft ein Bild gebraucht, nämlich das der zweiten und dritten Nachtwache. Damals teilte man die Nacht in vier Nachtwachen ein. Wollte Jesus damit sagen, dass er nicht so früh kommen würde, wie von vielen erhofft, aber auch nicht so spät, wie von manchen vermutet?
Offenbar ging es ihm hier aber nicht um den "Zeitfaktor Wiederkunft", sondern um die innere Bereitschaft für sein Kommen. Alle Berechnungen und zeitlichen Festlegungen hinsichtlich der Wiederkunft Jesu haben sich für die Gemeinde Jesu als wenig hilfreich erwiesen. Mit ständigem Beschwören der "Kürze der Zeit" lässt sich kein freudiges Erwarten der Wiederkunft Jesu wecken. Dazu hat Ellen G. White eine bemerkenswerte Anmerkung gemacht: "Manche betonen sehr die Kürze der Zeit ..... Nüssen uns die Schrecken des Endes vor Augen geführt werden, damit wir aus Angst den richtigen Weg gehen? So sollte es nicht sein. Die Liebe Jesu bewegt uns." (Review and Herald, 2.8.1891)
Mir jedenfalls ist eine lebendige Beziehung zu Christus wichtiger, als über Endzeitszenarien zu spekulieren oder den Glauben anderer Christen zu beurteilen. Wer Jesus liebt und Gemeinschaft mit ihm pflegt, ist jederzeit bereit, ihm zu begegnen.
Manfred Böttcher
Re: August 2008
Nachtperle - 24.08.2008, 00:01
24. August 2008
Da tat der HERR der Eselin den Mund auf und sie sprach zu Bileam: "Was hab ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?" 4. Mose 22,28
Das "Esel" reden, ist nicht ungewöhnlich, das haben wir in der Schulzeit oft genug zu hören bekommen - als Kritik unserer Lehrer. Dabei argumentierte die Eselin damals sehr vernünftig. Sie konfrontierte den Geld- und geltungsüchtigen "Mann Gottes" mit seiner eigenen Unfairness und Brutalität. Und das im Auftrag Gottes. Wir würden weniger seelische Gewalt und geistlichen Missbrauch - leider auch durch Kirchenführer und Gemeindeleiter - erleben, wenn sich die Opfer von Gott rechtzeitig den Mund öffnen lassen würden, und nicht mehr ängstlich, gedemütigt, resigniert schweigen, sondern fragen, anklagen, aufbegehren gegen das Unrecht, das an ihnen oder anderen geschieht.
Die Eselin hat Bileam durch ihre mutige Konfrontation das Leben gerettet, denn er wäre sonst in das offene Messer gerannt. Genauso kann eine tapfere Konfrontation dem Täter den lebensrettenden "Warnschuss" verpassen und ihn davon abhalten, sich noch tiefer zu verstricken, weil er die Signale übersehen hat: den Engel mit dem blank gezogenen Schwert. Nur wenige Menschen, die Opfer von solchen Unrecht wurden, hatten aus sich selbst heraus die Kraft zu einer solchen Anklage. Der Schmerz, die falschen Schuldgefühle sitzen zu tief.
Gerade diese Opfer brauchen unsere Unterstützung, unseren Beistand, unsere Fürbitte, unsere Ermutigung. Sie müssen spüren, dass sie in ihrer Not nicht allein und verlassen sind. Seelische Gewalt und geistlichen Missbrauch gibt es überall, auch unter einem frommen Mantel. Die Angriffe dieser Menschen treffen meist die Einfühlsamen, die sich nicht wehren und meinen, die Last der Verantwortung nicht abwerfen zu können.
Bileams Eselin streikte und war nicht bereit, auf diesem Weg weiterzugehen. Das brachte ihr zwar Prügel ein, doch es war der erste Ansatz zu einem fruchtbaren Gespräch. Nicht jeder Mensch verändert sich nach einer solchen Konfrontation, doch die Chance zum Umdenken sollte man keinem verwehren.
Wir sollten jeden Tag aufmerksam und von Gott geleitet darauf achten, weder zu "Tätern" noch zu "Opfern" zu werden. Wenn Unrecht um uns herum geschieht, sollten wir nicht schweigen, sondern unter Gebet mutig, verantwortungs-, liebevoll und weise Stellung beziehen und helfen, wo es nötig ist.
Sylvia Renz
Re: August 2008
Nachtperle - 25.08.2008, 11:55
25. August 2008
Aber wenn der Heilige Geist über auch gekommen ist, werdet ihr seine Kraft empfangen. Dann werdet ihr den Menschen auf der ganzen Welt von mir erzählen - in Jerusalem, in ganz Judäa in Samarien, ja bis an die Enden der Erde. Apostelgeschichte 1,8 (Neues Leben)
Ganz vorne in meiner Bibelübersetzung "Neues Leben" steht der Vermerk : "Copyright by Gott". Der Copyrightvermerk dient normaler Weise dazu, das geistige Eigentum anderer zu schützen. Er findet sich in Büchern, auf CD's, DVD's oder im Internet. Es ist nicht erlaubt, geschützte Produkte einfach zu kopieren, zu verteilen oder gar zu verkaufen. Das Urheberrecht ist ein hohes Rechtsgut, deshalb gehören Verwertungsrechte an geistigen Leistungen den Autoren, Filmemachern oder Komponisten.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass vor einigen Jahren eine MusikTauschbörse im Internet schließen musste, weil dort illegal Musiktitel getauscht wurden. Es ist also wichtig, dass wir uns an die Gesetze halten, das Copyright achten und geschützte Produkte nicht rechtswidrig verbreiten.
Beim Inhalt der Bibel, dessen Urheber Gott selbst ist, verhält es sich allerdings anders. Gott will nicht, dass wir sein Wort für uns behalten, er erwartet vielmehr, dass wir es weitersagen, in der ganzen Welt verbreiten, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. "Copyright by Gott" heißt, dass jeder sein Wort hören, lesen und befolgen soll, Jeder soll die Chance haben, dass die Gute Nachricht ihm Hoffnung schenkt und seinem Leben Sinn verleiht.
Lange Zeit hat die Kirche Gottes Wort unter Verschluss gehalten, nur Priester und Gelehrte konnten sein Wort lesen und weitergeben. Erst mit Martin Luthers Bibelübersetzung, durch die Erfindung des Buchdrucks und die Gründung von Bibelgesellschaften begann die weltweite Verbreitung der Bibel. Heutzutage hat jeder die Möglichkeit, die Bibel selbst zu lesen und auf diese Weise Gott zu begegnen. Als Nachfolger Christi haben wir den Auftrag, den Menschen Gott und sein Wort nahezubringen.
"Copyright by Gott" heißt nicht, die Bibel in den Schrank zu stellen, sondern ist der Auftrag, durch die Kraft des Heiligen Geistes Zeugen der göttlichen Wahrheit zu sein! Dort, wo wir sind, in unserer Umgebung, in Nachbarschaft und Bekanntenkreis und überall auf der Welt.
Roland Nickel
Re: August 2008
Nachtperle - 26.08.2008, 07:50
26. August 2008
Dann Recht muss doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen. Psalm 94,15
Jeder Mensch hat Rechte, aber auch Pflichten. Nur wenn uns unsere Rechte nicht vorenthalten werden, wir aber auch gegenseitig unsere Pflichten nicht versäumen, ist ein gutes und sinnvolles Zusammenleben möglich. Nur, was ist überhaupt Recht und was ist Unrecht? Darüber gehen die Vorstellungen der Menschen oft weit auseinander. Weil jeder Mensch seine eigene Prägung hat durch Herkunft, Erziehung, Bildung und Umfeld, hat auch jeder sein eigenes Rechtsempfinden. Der eine sagt:"Reicht ist, was mir nützt:" Ein anderer lebt nach dem Motto: "Tue recht und scheue niemand." Das bedeutet, Recht ist eine relative, eine variable Größe.
Das Alte Testament weiß von Zeiten, in denen "jeder tat, was ihn recht dünkte". Gut kann es dabei nicht gegangen sein. Wir merken, wenn nicht klar definiert wird, was Recht und was Unrecht ist, dann führt die ganze Entwicklung in Richtung Anarchie. Dann wird das Zusammenleben immer mehr zum Problem. Das ist doch klar, wenn jeder Verkehrsteilnehmer seine Regeln selber bestimmt, dann führt das unwillkürlich zum Chaos. Wir brauchen allgemein gültige Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Wer aber bestimmt, was Recht ist? Die Regeln im Straßenverkehr legt der Staat fest; für unser menschliches Zusammenleben aber ist und bleibt Gott zuständig.
Die menschliche Gesetzgebung versucht dies mit dicken Gesetzesbüchern und Tausenden von Paragraphen, und immer wieder sind Reformen, Ergänzungen und Veränderungen nötig. Dabei unterscheidet, sich das Recht oft von Land zu Land. Recht als absolute Größe kann nur der Schöpfer, der lebendige Gott schaffen. Nur er kann die wirkliche Gebrauchsanweisung für unser Leben geben. Das hat er auch getan in den Zehn Geboten. Darin hat er uns deutlich gemacht, wie er sich unser Leben und Zusammenleben auch mit ihm vorstellt. Und er hat seinen Sohn gesandt, der uns vorgelebt hat, was sein Vater unter Recht versteht.
Heute ist viel von Menschenrechten die Rede. Vieles davon ist sicherlich gut und richtig. Die Gottesrechte aber bleiben auf der Strecke. Sie werden mit Füßen getreten. Selbst wenn Menschen, die Gottesrechte verändert haben, für Gott muss nach unserem Andachtswort sein Recht doch Recht bleiben. Damit kann sich niemand einen Platz in Gottes neuer Welt verdienen. Dafür hat er uns seine Gebote auch nicht gegeben. Aber an ihnen können wir hier schon lernen, wie man in Gottes neuer Welt richtig lebt.
Reinhold Paul
Re: August 2008
Nachtperle - 27.08.2008, 21:51
27. August 2008
Und in keinem anderen ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden. Apostelgeschichte 4,14
Ich sitze auf einer Bank an einer belebten Promenade. Vor meinen Füßen hüpfen zutrauliche Spatzen herum, die einen von den Krümeln erwischen wollen, die ihnen ihn und wieder zugeworfen werden. Einer hat eben ein etwas größeres Stück erwischt, das ihm zum Teil noch im Schnabel hängt. Im Nu ist ein anderer da und pickt ihm das Stück direkt vom Schnabel weg. Putzig und doch rücksichtslos.
Ist es bei den Menschen anders? Angenehm, wenn man friedlich mit hilfsbereiten Nachbarn zusammenleben darf. Ist es aber noch so friedlich, wenn es plötzlich Auseinandersetzungen um größere Werte gibt? "Beim Geld hört die Freundschaft auf", sagt man. Wie viele, die sogar verwandt sind, verfeinden sich durch Erbstreitigkeiten für den Rest ihres Lebens! In unserm Stadtviertel eröffnete ein Handelsriese eine Filiale in unmittelbarer Nähe eines kleinen Geschäftes mit demselben Angebot. Es dauerte nicht lange, da musste dieses zumachen. Große Unternehmen kämpfen gegeneinander. Manchmal wird der Unterlegene in einer "feindlichen Übernahme" geschluckt und kann sich dagegen nicht wehren. Im Zuge der Globalisierung weiß niemand, zu welchen Auswüchsen es noch kommen kann und welches Gefahrenpotential noch darin stecken mag. Kürzlich sagte Jemand:" Was wir brauchen, ist ein ökonomischer Messias."
Ein Erlöser also wird gesucht, der die Wirtschaftlichen Probleme lösen kann. Aber das ist eine Illusion, weil die Probleme eine viel tiefere Wurzel haben: Das selbstsüchtige menschliche Herz. Deshalb scheitern alle Ideologien und philosophischen Konzepte. Die Sünde ist das Grundübel, das die Welt verdorben hat. Dafür ist der einzige und wahre Messias zuständig, der längst gekommen ist: Jesus Christus! In seinem Plan liegt nicht nur eine Verbesserung der Welt, die immer wieder erhofft wird, sondern eine vollkommene Erneuerung.Da niemand anders die Sünden ausrotten kann, liegt in ihm allein das "Heil".
Er hat uns eingeladen, daran schon heute teilzuhaben, indem er uns unsere Sünden vergibt und uns seinen Geist schenkt. In der Rückkehr zu dem, der die Welt geschaffen, die Menschheit durch sein Blut erlöst hat und eine Neuschöpfung vorbereitet, die kein Elend mehr kennt, liegt unser Glück und unsere Zukunft.
Konrad Edel
Re: August 2008
Nachtperle - 28.08.2008, 00:05
28. August 2008
Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Hebräer 8,10
"Lieber Herr Klingeberg, wenn Sie mir ein paar überzeugende Argumente dafür nennen, dass die Adventgemeinde die richtige Gemeinde ist, dann bin ich gleich dabei!" Auszug aus einem Brief, der auf meinem Schreibtisch landete, geschrieben von einem meiner Bibel-Fernkurs-Teilnehmer aus Bayern. Er brachte mich zum Nachdenken.
Unwillkürlich fühlte ich mich in Gedanken an die Anfänge meines Pastorendienstes zurückversetzt, als ich im Schwarzwald meine ersten Seelsorge-Erfahrungen sammelte. Hätte mich damals ein solcher Brief erreicht, wäre das eine begeisternde Herausforderung gewesen. Die halbe Nacht hätte ich mir um die Ohren geschlagen, und es wäre mir nicht schwergefallen, die besten und überzeugendsten "Beweise" dafür zusammenzutragen, dass die Adventgemeinde tatsächlich Gottes Endzeitgemeinde ist.
Aber hätten die besten Argumente genügt, einen Menschen zu Jesus zu führen? Weil das noch niemal seine Sache von Argumenten war, beantwortete ich den oben zitierten Brief ganz kurz: "Lieber Herr XY, ich könnte Ihnen hundert gute Argumente nennen, die eindeutig für die Adventgemeinde sprechen - aber solange die Botschaft Jesu Ihnen nur in den Kopf, nicht aber durchs Herz geht, würden sie alle nichts nützen........
Und auf einmal wird mir klar, dass nicht nur manche meiner Kursteilnehmer, sondern auch viele meiner Glaubensgeschwister exakt dieses Problem haben. Ob es deshalb in mancher Gemeinde so "eng" zugeht, weil einder dem anderen ständig mit seinem "theologischen Dickkopf" in die Quere kommt? Ob es deshalb manchmal so "kalt" ist, weil wir das Wort vom Kreuz ständig im Kopf, aber nur selten im Herzen haben? Heute könnten wir das ändern, indem wir Jesus nicht nur unsere Köpfe, sondern auch und vor allem unsere Herzen öffnen und ihm gestatten, durch die Wärme seiner Liebe und Glaubens zu beenden. Es wäre so einfach!
Friedhelm Klingeberg
Re: August 2008
Nachtperle - 29.08.2008, 09:17
29. August 2008
Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget?....denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Psalm 42, 8-10, 12b
Betet da jemand nicht ganz schön widersprüchlich? Er lobt Gott, obwohl es ihm schlechtgeht. Ist das noch ehrlich? Ein Dankgebet, wenn es einem gutgeht, fällt viel leichter. Es ist gut und wichtig, Gott immer wieder zu danken - auch angesichts all der Schwierigkeiten, die man sonst oft erlebt. Warum sollte in einer Krise das Gebet nicht trotz alledem mit einem Dank beginnen?
Danken verändert meine Lebenseinstellung, die Art, wie ich mein Leben sehe. Seit ich Gott gegenüber mehr Dank ausdrücke, anstatt immer nur um etwas zu bitten, kann ich auch zufriedener sein. Erleben wir das nicht auch in zwischen menschlichen Beziehungen, wie Dankbarkeit die Atmosphäre deutlich verbessert? Wenn nun der Psalmbeter in seiner äußeren oder inneren Not anfängt, Gott zu danken, tut er das aus freien Stücken; er empfindet wirklich Dankbarkeit.
In diesem Psalm kommt eine Haltung des Schreibers zum Ausdruck, die durch gute und schlechte Zeiten gewachsen ist: Dank dafür, dass Gott ihn ins Leben gerufen und bisher begleitet hat. Dank als Erinnerung daran, wie Gott in guten Zeiten war. Dank im Vertrauen darauf, dass Gott ihn aus aller Not herausholen kann. Nein, es ist kein Widerspruch, wenn wir Gott alles sagen oder klagen, was uns schwer ist - und zugleich danken für das, worüber wir froh sind.
Ich darf in guten und in schweren Zeiten wissen: Er ist treu und immer derselbe, "......gestern und heute...." und "......derselbe auch in Ewigkeit. (Hebräer 13,8) Mit ihm will ich täglich Gemeinschaft halten und mich auch heute fragen: Wofür kann ich Gott danken, auch wenn mein Leben momentan nicht so gut läuft? Dankbarkeit sollte eine Lebenseinstellung werden. Sie weitet und hebt unseren Blick, kann uns eine andere Perspektive und neuen Mut schenken.
Albrecht Höschele
Re: August 2008
Nachtperle - 30.08.2008, 04:25
30. August 2008
Denn so wie Gott einmal befahl: "Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen!", so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. Durch uns sollen nun alle Menschen Gottes Herrlichkeit erkennen, die in Jesus Christus aufstrahlt. 2. Korinther 4,6 (Hoffnung für Alle)
Ein großartiger Gedanke: Wo Gott auftritt, etwas schaffen will, muss zuerst die Finsternis vertrieben werden. So war es am Anfang des Schöpfunggeschehens, so hat Paulus es erlebt, so ereignet es sich bis heute im Leben eines Menschen, der im Dunkeln tappt und nach Orientierung Ausschau hält.
Ein Lehrling schrieb am 9. April 1948 abends in sein Tagebuch: "Hoffentlich erlebe ich dieses Jahr interessante Dinge!" Ihm war aufgefallen, dass sein Alltag bedeutungslos und ohne tieferen Sinn ablief. Es gab nichts Interessantes. Am 31. Mai kam noch eine ernüchternde Feststellung dazu:" Ich entdecke plötzlich, dass ich den Maschinenschlosserberuf überhaupt nicht liebe. Hoffentlich ändert sich später etwas daran." Das war Ratlosigkeit und nicht die geringste Vorstellung, wie und wann sich etwas ändern sollte.
Dieser Hilferuf ist wohl damals in der "himmlischen Welt" ernst genommen und zur alsbaldigen Bearbeitung vorgemerkt worden. Jesus lässt Menschen nicht im Regen stehen, denen plötzlich bewusst wird, dass ihr Leben eine Aneinanderreihung von belanglosen und eintönigen Tagen ist, denen Hoffnung und Zukunft fehlen.
Zehn Wochen später hatte dieser Lehrling das war nämlich ich, eine erste Begegnung mit 600 jungen Leuten auf einem Treffen von adventistischen Jugendlichen. Das Predigtthema lautete: "Jugend als Wegbereiter Jesu." Die jungen Menschen, mit denen ich dort bekannt wurde, waren die beste Illustration für diese Predigt. Da wurde wirklich ein Weg bereitet für Jesus, hinein in mein Leben. Als ich dann in den folgenden Wochen mit dem Wort Gottes vertraut wurde, auch mit dem prophetischen Wort, da tappte ich von Stunde an nicht mehr im Dunkeln. Ich merkte plötzlich: Das Weltgeschehen und mein eigenes Leben sind keine sinnlosen, langweiligen Veranstaltungen, sondern das planvolle, zielgerichtete Handeln Gottes, in das ich hineingerufen bin und sinnvolle Aufgaben wahrnehmen kann. Etwa auch diesen Auftrag: "Durch uns sollen nun alle Menschen Gottes Herrlichkeit erkennen, die in Jesus Christus aufstrahlt." Größeres gibt es nicht im Leben eines Menschen, als Gottes Herrlichkeit anderer Menschen sichtbar werden zu lassen.
Hab Dank, Herr Jesus, dass du uns heute dabei helfen willst!
Johannes Fiedler
Re: August 2008
Nachtperle - 31.08.2008, 16:39
31. August 2008
Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen. Mach dir überhaupt kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer. Wirf dich nicht vor fremden Göttern nieder und diene ihnen nicht. 2. Mose 20,4+5 (Gute Nachricht Bibel)
Die Geschichte von der Anbetung des Goldenen Kalbs (2. Mose 32, 1-6) beschreibt eine groteske Situation. Israel war verunsichert, weil Mose nicht vom Berg Horeb zurückkam. Ohne den Führer fühlte man sich verlassen und abgeschrieben. Plötzlich fehlte die sichtbare Symbolfigur. Deshalb wurde Aaron mit dem Begehren bestürmt: "Auf, mache uns einen Gott, der vor uns hergehe!" Die Israeliten hatten ein elementares religiöses Verlangen; sie wollten spüren, dass sie nicht verlassen sind. Man wollte nicht von Gott abfallen! Mann wollte nur etwas in der Hand haben, etwas sehen und greifen können, ein Symbol der Kraft, der Zukunft und der Gegenwart Gottes. Aber gerade dieser Versuch, sich einen sichtbaren Gott zu schaffen, ist Abfall.
Wir sind nicht so "primitiv", dass wir Götterbilder gießen oder schnitzen, um dann vor ihnen anbetend auf die Knie zu fallen. Aber: Stoffliche Gottesdarstellungen sind ja nur Produkte der geistigen Bilder, die wir im Herzen tragen. An die Stelle von Götterbildern können Weltanschauungen, Systeme, Dogmen, Menschen, Pläne und Programme treten und zur alles bestimmenden Macht werden. Sie nehmen Gottes Platz ein und machen unfrei. Sie halten davon ab, auf die Stimme des lebendigen Gottes zu hören und ihm die Ehre zu geben. Auch in einer bilderlosen Kirche oder in einer vergeistigten Religiosität ist der Mensch stets versucht, sich einen Gott nach "seinem Bilde" zu schaffen.
Doch Gott hat sich über unsere eigenmächtigen Gottesvorstellungen und Wunschprojektionen, über das Dichten und Träumen unseres Herzens erbarmt. Weil wir seine Wirklichkeit mit unseren Vorstellungen nicht erreichen, ist er uns entgegengekommen, hat selbst die Brücke geschlagen und uns durch Jesus Christus in unserer menschlich-irdischen Wirklichkeit aufgesucht. Aber er hat seine Gegenwart und die Gestalt des Kreuzes. Den Zugang zu der Herrlichkeit des Gottes am Kreuz finden wir nur durch das Wort (vergleiche 1. Korinther 1) Im Wort und in der Botschaft vom Kreuz hat sich Gott offenbart. "Du sollst dir kein Bild von Gott machen" heißt: Versuche nicht, Gott "in den Griff" zu bekommen, seiner habhaft zu werden, sondern bemühe dich, offen zu sein für neue Erfahrungen mit ihm. Nimm ihn so an, wie er sich durch sein Wort, durch Christus und durch den Heiligen Geist offenbart.
Günther Hampel
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Kommentare zu Israels Bedeutung-Heute - gepostet von Nachtperle am Samstag 22.03.2008
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