Was kostest ein Rassehund

Die Frenchyfans
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    Re: Was kostest ein Rassehund

    BekeeLi - 25.01.2008, 18:27

    Was kostest ein Rassehund
    "Verfasser: Brigitte Friedl, http://www.volcatia.de . Das alleinige Kopierrecht liegt beim Verfasser. Jegliche weitere Verwendung ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt."

    Hundekauf

    Was kostet ein Rassehund?

    Bei einem Händler bekommt man einen Cocker-Spaniel-Welpen schon für 150 Euro, beim verantwortungsbewußten Züchter kostet ein Welpe heute nicht unter 750 Euro.

    Der Hund vom Händler

    John Ruskin (1819-1900), engl. Schriftsteller, Kunstkritiker u. Sozialphilosoph, schrieb einmal:

    Es ist unklug, viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter,
    zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie
    etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen,
    verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die
    ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der
    Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

    Auch wenn für uns ein Hund kein Gegenstand ist, trifft diese Umschreibung doch sehr die Beschreibung der "Billigschnäppchen", die vor allem im Internet angeboten werden!

    Die Welpen sind billig, weil einfach an allem gespart wurde. Die Eltern wurden auf keine Krankheiten untersucht. Verschläge, meist irgendwo im osteuropäischen Ausland, in denen Hündinnen ohne Tageslicht mindestens zweimal pro Jahr Welpen gebären müssen (mit Tabletten kann man den Zyklus steuern, sodaß eine Hündin auch mehrmals jährlich Welpen haben kann), alles ist dreckig, die Welpen werden zu früh von der Mutter getrennt, sind schlecht ernährt, nicht entwurmt oder geimpft, erhielten keine Prägung oder Sozialisierung, werden im Transporter über die Grenze gekarrt und billig im Internet angeboten. Oftmals haben die Händler noch weitere zehn bis 20 Rassen im Angebot und bringen die Welpen sogar bis an die Haustüre.

    Phantasie? Nein, denn der deutsche Blätterwald ist voll von Berichten darüber und auch bei "Stern-TV" oder "akte" kann man immer wieder Berichte über die Ware Hund verfolgen. Das böse Erwachen kommt nach dem Kauf: Die Welpen sind krank, nicht geimpft oder entwurmt, man trägt das vermeintlich gesparte Geld dreifach zum Tierarzt, der Hund ist verhaltensgestört und wenn der Besitzer eine Frage hat, steht er allein auf weiter Flur, denn er hat keinen kompetenten Ansprechpartner.

    Warum sind Hunde vom Züchter so "teuer"?

    Nur Welpen aus individuell aufgezogenen Würfen von zufriedenen, stabilen Müttern haben die Chance auf einen wirklich guten Start ins Leben. Ein gesunder Welpe, ordnungsgemäß aufgezogen in einer seriösen Zucht, muß geimpft und entwurmt werden.

    Für einen gesunden Knochenbau und gesunde Organe muß vernünftiges Futter gegeben werden, sowohl der Mutterhündin als auch den Welpen. Das ist zum einen nicht ganz billig und wird zum anderen in nicht geringen Mengen von den Welpen verzehrt.

    Zur Gesundheit zählt nicht nur das körperliche Wohlbefinden, auch die Psyche ist wichtig. Ebenso wie Menschenkinder nicht gleich des Hauses verwiesen werden, wenn sie selbständig essen können, müssen Welpen auch über die Stillzeit hinaus bei ihrer Mutter bleiben. Für eine gesunde Psyche ist es wichtig, daß die Welpen wenigstens bis zur Vollendung der 8. Lebenswoche (besser: 9 bis 10 Wochen) bei der Mutter bleiben.

    Um die Welpen verkaufen zu können, müssen Anzeigen und – besser noch – eine Homepage geschalten werden. Die Publicity für eine Zuchtstätte geht noch weiter, denn schließlich will man ja die Welpenkäufer kennenlernen und verbringt einen Nachmittag miteinander, wobei Kaffee und sonstige Getränke gereicht werden.

    Schon bis hierhin hat man sehr viel Geld in jeden einzelnen Welpen gesteckt. Kommen jetzt noch eine Infektion oder sonstige "Problemchen" dazu, schnellen die Kosten in die Höhe. Und eine Infektion kann auch den saubersten Haushalt treffen, wenn beispielsweise Keime eingeschleppt werden, bevorzugt von Welpeninteressenten, die "klappern", d. h. die jeden Zwinger in der Umgebung abfahren und so munter Keime übertragen können. Soweit zu den Welpen.

    Und was gehört zu einer seriösen Zucht? Züchter nehmen nicht einfach eine Hündin und lassen irgendeinen Rüden drauf. Sie überlegen, was sie mit ihrer Zucht erreichen wollen und wählen dann die entsprechende Hündin. Diese kommt vorzugsweise aus einem hervorragenden Zwinger, der für gutes "Zuchtmaterial" bekannt ist – und das kann auch das Ausland sein. Der Anschaffungspreis ist höher als bei einem reinen Liebhabertier, zusätzlich fallen weitere Kosten an (Fahrtkosten, Aufzuchtkosten, ...) an. Um züchten zu können, muß die Hündin zuchttauglich sein, d. h. sie muß z. B. auf (Erb-)Krankheiten untersucht sein.

    Da eine Hündin alleine sich noch nicht vermehrt, braucht man noch einen Rüden. Auch hier muß man genau auswählen, lange Fahrtwege zurücklegen und natürlich die Deckgebühr entrichten, die um die EUR 400,00 liegt. Selbst wenn man einen eigenen Deckrüden hält, heißt dies noch lange nicht, daß dieser jede eigene Hündin decken darf. Außerdem muß man beim Deckrüden ebenso wie bei den Hündinnen neben dem Anschaffungspreis die laufenden Kosten einrechnen, also z. B. Futterkosten, Tierarzt, Hundesteuer, Versicherung, Zuchttauglichkeit, Untersuchungen usw.

    Ahnentafel = teurer Welpe?

    Aufgrund dessen meinen viele Welpeninteressenten, daß die Ahnentafel den Preis bestimmt und fragen nach einem Hund ohne Ahnentafel. Mithilfe der Ahnentafel läßt sich der Preis immer künstlich in die Höhe treiben, keine Frage. Die Ahnentafel selbst kostet jedoch bei einem Verein zwischen 15 und 30 Euro. Somit ist das Stückchen Papier das Billigste am Hund, egal ob es sich um einen Mitgliedszwinger des VDH oder des IRJGV handelt. Einzig und allein die Qualität des Welpen, seine Aufzucht und die Abstammung sollten den Preis bestimmen.

    Um eine Ahnentafel zu erhalten, muß man Mitglied in einem Verein oder Verband sein. Das bedeutet nicht nur, daß Vereinsbeiträge fällig werden, sondern auch, daß Zuchtrichtlinien eingehalten werden müssen, die ein Verein zum Schutz der Hunde und auch der Welpenkäufer aufstellt.

    Und genau das ist es, was die Ahnentafel auch für Liebhaber so wichtig macht! In den Zuchtrichtlinien ist z. B. festgelegt, wieviele Würfe eine Hündin in welchem Zeitraum haben darf. Hiermit soll verhindert werden, daß Hündinnen nicht mit ständigen Würfen ausgelaugt werden. Der Welpenkäufer zahlt also nicht teures Geld für eine Ahnentafel, sondern er zahlt für einen Welpen, der nach bestimmten Richtlinien vernünftig aufgezogen wurde.

    Welche Kosten haben wir als Züchter?


    Anschaffung der Hunde (Und gehen Sie getrost davon aus, daß Hunde, die zu Zuchtzwecken gekauft werden, immer teurer ist als ein “Otto-Normalverbraucher-Hundchen”, denn ein Zuchthund muß ja auch gewisse Kriterien erfüllen, auch wenn als Junghund nicht ersichtlich ist, wie er sich einmal entwickelt.)
    Unterhalt der Hunde, auch der Hunde, die nicht oder nicht mehr in der Zucht stehen: Futter, Tierarztkosten, Zubehör (Halsbänder, Leinen, Körbe, Decken, Kauartikel, Spielzeug, Näpfe, ...)
    Und welcher Züchter kennt es nicht, daß der teuer gekaufte Welpe sich nicht so vielversprechend entwickelte und als erwachsener Hund zum Dumping-Preis verkauft wurde? Hier entsteht oft ein echtes “Verlustgeschäft”.
    Anschaffungs- und Aufzuchtkosten der Hündin (Kaufpreis, Anfahrt, Wiederholungsimpfungen, Futter und so weiter)
    Natürlich auch die Kosten für Hundesteuer, Versicherung
    Mitgliedschaft in einem Verein, der Züchter rechtlich unterstützt oder Rechtsanwaltskosten, z. B. wenn es um die Ausfertigung der Kaufverträge geht.
    Besuch einer Hundeschule
    Besuch von Fachvorträgen
    Kauf von Fachliteratur in Printform, dazu Software (Ahnenverwaltung)
    Besuch von Hundeausstellungen
    Mitgliedschaft im Zuchtverein
    Beantragung des Zwingernamens
    Zuchttauglichkeit der Mutterhündin (HD-Röntgen, Untersuchung der Patella, Zuchttauglichkeitsbewertung, Blutuntersuchung, jährliche Untersuchung der Augen bei einem Augen-Fachtierarzt des DOK, Gentest auf prcd-PRA, Gentest auf FN usw.)
    Kosten für Umbaumaßnahmen bzw. Kosten für Welpenauslauf drinnen und draußen, Pavillon, ...
    Auswahl des Deckrüden (man will “ihn” ja vorher wenigstens einmal live gesehen haben)
    Scheidenabstrich vor dem Belegen der Hündin, oft auch eine Impfung und nochmalige Entwurmung, sowie eine Blutuntersuchung
    Decktaxe und oft mehrmalige Fahrt zum Deckrüden, der meist nicht um die Ecke wohnt, Übernachtungskosten.
    Wurfutensilien (Wurfkiste, Decken, Handtücher, Einlagen, Rotlichtlampe, Wärmeplatte, Thermometer, ...)
    Versorgung der Hündin während der Trächtigkeit (extra hochwertiges Futter, Trächtigkeitsmedikamente, Ultraschall-Untersuchung, Trächtigkeitsröntgen, ...)
    Hausbesuche des Tierarztes nach der Geburt zur Begutachtung der Welpen und Injektion einer sog. Reinigungsspritze, damit keine Nachgeburten in der Gebärmutter verbleiben.
    Aufzucht der Welpen durch 24 Stunden Betreuung bis zur Abgabe mit ca. 10 Wochen
    hochwertiges Futter, Welpenmilch, etc.
    regelmäßige Entwurmungen (ab ca. 10 - 14 Tage alle 2 Wochen)
    zweimalige Impfung und kostenpflichtigem EU-Heimtierpaß
    Chip inkl. Implantation durch den Tierarzt
    Spielzeug und Halsbändchen für die Welpen
    Kartonagen als Einlage in den Welpenauslauf
    Entsorgungskosten für die Hinterlassenschaften
    Anzeigenschaltungen
    Telefonkosten
    Bewirtungskosten der Gäste, vor allem der Welpeninteressenten
    Fahrtkosten zum Flughafen und S-Bahn usw., wenn die Welpen Ausflüge unternehmen, damit sie auf ihre Umwelt geprägt werden
    Homepagekosten, Speicherplatz, Domains, E-Mail-Konto
    Wurfabnahme und Kontrolle durch den Tierarzt
    Ahnentafeln
    Info-Ordner mit Entwurmungspaß und vielen Unterlagen, Informationen, Welpenfibel für die neuen Besitzer
    Puppy-Bag, welches Futter, Kauartikel, Spielzeug, Kamm, Bürste, Halsband, Leine usw. enthält
    Untersuchung 24 Std. vor dem Umzug in die neuen Familien durch den Tierarzt
    Nachbetreuung durch Telefonate, Besuche, gemeinsame Unternehmungen usw.
    Fahrtkosten zum Tierarzt, Deckrüden, Hundeausstellungen usw.
    Eine leistungsfähige Waschmaschine, ein leistungsfähiger Wäschetrockner, viel Wasser und Strom.
    ZEIT!!! Für die Welpenaufzucht, die eigenen Hunde, die Nachbetreuung der Welpenkäufer, die Erstellung der Homepage usw.
    Lohnt sich denn die Hundezucht?

    Es kommt natürlich darauf an, was und wieviel man investieren will und kann. Wenn Welpen im Zwinger gehalten werden, mit billigem Trockenfutter aufgezogen und nur einmal geimpft werden, dann ist es durchaus möglich, Gewinn aus der Hundezucht zu schlagen. Wie sonst wäre es möglich, daß vor allem in der Hundezüchterszene Neid und Mißgunst zwei häufig vorkommende Eigenschaften sind, wenn nicht in vielen Fällen ganze Existenzen auf dem Spiel stehen würden?

    Fakt ist, daß die Welpen aus einem solchen Zwinger niemals auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet werden und meistens fehlt auch der kompetente Ansprechpartner. Schließlich kann keine Zeit in die bisherigen Welpen investiert werden, weil das “Geschäft” ja weiterlaufen muß.


    wir danken Frau Brigitte Friedl recht herzlich das wir Ihre Aufführungen hier übernehmen dürfen DD!!



    Re: Was kostest ein Rassehund

    venus - 25.01.2008, 20:45


    Vollkommen richtig,aus einer richtig geführten Zucht , kann ein Züchter kein Gewinn erzielen,würde da gerne mal einen Züchter hören wie Sie oder Er sich zu diesen Thema äußert.


    L.g. Ralf



    Re: Was kostest ein Rassehund

    Inge Thelen - 25.01.2008, 21:22


    Ich kann das nur bestätigen. Welpen machen viel Arbeit, ganz viel Unkosten und am meisten Freude!



    Re: Was kostest ein Rassehund

    Janine - 26.01.2008, 17:54


    Dieses Posting ist sehr wichtig. Wir möchten damit allen eine Info und einen Denkanstoß bieten,
    die einen Rassehund besitzen oder auf der Suche nach einem Rassehund sind.

    Wer zu diesem Artikel Fragen stellen möchte
    oder gerne diskutieren möchte kann das gerne in einer unserer anderen Rubriken machen! ;D :gut:



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